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Mr & Mrs Musical

Seit zwei Jahren stehen Thomas Borchert und Navina Heyne in Lüneburg gemeinsam bei „Liebe stirbt nie“ auf der Bühne des Stadttheaters. Zuvor waren sie dort schon in „Der Graf von Monte Cristo“ zu erleben. Das Ehepaar versteht sich blind, was in den beiden Inszenierungen zu spüren war.

Nun widmen sie ihrem schöpferischen und privaten Band einen ganzen Abend. Es gab bereits einen Konzertabend mit beiden, in dem sie die schönes Musical-Duette präsentiert hatten. Diesmal sind es Soli. Angekündigt sind „Musical-Kracher unplugged“. Entsprechend erwartet das Publikum natürlich „Das Phantom der Oper“, „Tanz der Vampire“, „Liebe stirbt nie“ und wird auch nicht enttäuscht. Die beiden sind Vollprofis, was man deutlich spürt. Manchmal spult vor allem Thomas Borchert die Songs zu sehr ab. Doch insgesamt ist es ein unterhaltsamer Abend, in dessen Verlauf das Paar sich neckt, sich gegenseitig aber auch das Rampenlicht zugesteht und die Zuschauer das Gefühl haben, wirklich mit den beiden im Wohnzimmer zu sitzen.

Den „Unplugged“-Anteil steuert Eva Pankoke bei, die jede bekannte Melodie, aber auch jedes neue Arrangement virtuos intoniert. Das Zusammenspiel zwischen Sängern und Pianistin ist perfekt!

Zu Beginn feuert Navina Heyne mit „Gold von den Sternen“ aus „Mozart!“, „Der Sieger hat die Wahl“ aus „Mamma Mia“ und „Liebe stirbt nie“ die drei Highlights des Abends ab. Besser wird es nicht mehr! Borcherts „Dies ist die Stunde“ aus „Jekyll & Hyde“ oder „So sehr fehlt mir Dein Gesang“ aus „Liebe stirbt nie“ sind zwar sehr gefühlvoll, aber doch routiniert. Da gelingt es Heyne eher zu berühren.

Es folgen eine wunderschön arrangierte Version von „The impossible dream“ aus „Der Mann von La Mancha“ und mit „Gemeinsam“ aus „Scholl – Die Knospe der Weißen Rose“ (geschrieben von Titus Hoffmann und Thomas Borchert) ein bisher weitgehend unbekanntes Stück. Auf ein eher souliges Arrangement von „Der letzte Tanz“ schließt sich ein wunderschön energetisches, starkes „Ich gehör nur mir“ aus „Elisabeth“. Der Dialog rund um das Brautkleid ist ein wenig zu albern, aber die beiden haben Spaß und das glaubt man ihnen.

Dass die beiden auch richtig komisch können, stellen sie mit der Zugabe „Bassschwein & Sopransau“ aus „Asterix und Obelix“, an dem Thomas Borchert gerade arbeitet. Das Publikum hat Spaß und feiert das Paar mit anhaltendem Applaus.

Solche Abende, an denen man Musicaldarsteller mal abseits der gewohnten Rollen erleben kann, gibt es viel zu selten. Das volle Haus und der begeisterte Zwischenapplaus zeigen dies!

Michaela Flint

Theater: Theater Lüneburg
Premiere: 27. Februar 2026
Darsteller:
Navina Heyne, Thomas Borchert

Piano: Eva Pankoke
Fotos: Jingyu Qiu / Cosima Liang