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	<title>Frankfurt-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Frankfurt-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Sweeney verfolgt sein Ziel unerbittlich, blutig und sehr emotional</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 11:45:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dem English Theatre in Frankfurt gelingt es immer wieder für seine Inszenierungen erfahrene West End Darsteller an den Main zu holen. Da bildet auch „Sweeney Todd“ keine Ausnahme. Stephen Sondheims wohl auch dank des Films mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Alan Rickman (2007) bekanntestes Werk ist ohnehin keine leichte Kost und ihre Akzeptanz ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dem English Theatre in Frankfurt gelingt es immer wieder für seine Inszenierungen erfahrene West End Darsteller an den Main zu holen. Da bildet auch „Sweeney Todd“ keine Ausnahme. Stephen Sondheims wohl auch dank des Films mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Alan Rickman (2007) bekanntestes Werk ist ohnehin keine leichte Kost und ihre Akzeptanz steht und fällt mit den Hauptdarstellern.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2829 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0173-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0173-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0173-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0173.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Krankheitsbedingt musste die Premiere „zweigeteilt“ werden, da am eigentlichen Premierenabend Sarah Ingram als Mrs. Lovett im ersten Akt ihre Stimme verlor (die Zweitbesetzung konnte noch nicht übernehmen) und somit die Erstaufführung drei Tage später mit Samanthey Ivey als Leading Lady nachgeholt wurde. Der Start in diese Jubiläumsspielzeit (das English Theatre feiert sein 40-jähriges Bestehen) ist von vielen Ausfällen überschattet. Auch bei Matt Bateman (Pirelli) war es bis einen Tag vor der Premiere nicht klar, ob er die Show würde durchspielen können, und bei der „Nachholpremiere“ verletzte sich Hauptdarsteller Stephen John Davis und bestritt den 2. Akt humpelnd mit einem verletzten Knie.</p>
<p>Doch all dies schmälert den wieder einmal sehr gelungenen Gesamteindruck nicht im Geringsten: Rachel Stone hat ein gelungenes Umfeld geschaffen, in dem in einem Haus bis zu sechs Spielebenen möglich sind. Nackte Kupferrohre ragen aus der Decke, das Dach ist teilweise zerstört, die Wände von Pub und Barber Shop sind in die Jahre gekommen und farblich in den 1970ern stehengeblieben. Das ist jedoch mehr als passend, denn „Sweeney Todd“ erlebte seine Uraufführung 1979 – ebenfalls vor 40 Jahren.</p>
<p>Entsprechend sind auch die Kostüme (Olivia Ward) etwas altmodisch: zu kurze Hosenbeine, grobe Stiefel zu Kleidern und zu breite Krawatten sind allgegenwärtig. Clever ist es jedoch, Mrs. Lovett im zweiten Akt ein Kleid aus demselben Leder zu schneidern, wie ihre Hose im ersten Akt. Der Unterschied ist nicht groß, aber verfehlt seine Wirkung nicht.</p>
<p>Als besonderes Highlight können sich die Zuschauer sogenannte „bloody seats“ – wahlweise direkt auf der Bühne, als Gäste in Mrs. Lovetts Pie Shop, oder in der ersten Reihe – buchen. Blutabweisende Umhänge gibt es auf diesen Plätzen kostenlos dazu. Hier werden hohe Erwartungen an ein Splattermusical geschürt…</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2824 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/SplashZone_3-400x252.jpg" alt="" width="400" height="252" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/SplashZone_3-400x252.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/SplashZone_3-768x485.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/SplashZone_3.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sondheims teils verstörende Kompositionen klingen schon in der Ouvertüre an. Die vier Musiker (2 x Percussion, 2 x Keyboard) unter der Leitung von Matt Ramplin (sonst beim „Starlight Expresss“ am Taktstock) spielen schräg, laut und intensiv. Dazu passt Sweeneys Verbitterung und Verletztheit ob des Todes seiner Frau und dem Verschwinden seiner Tochter ganz ausgezeichnet.</p>
<p>Derek Anderson legt in seiner Regie großen Wert darauf, dass die Agierenden auf der Bühne trotz der morbiden Handlung nahbar bleiben. Seine Erfahrung mit dem Stück, welches er 2015 für das Twickenham Theatre im Off-West End inszenierte, kommt ihm hier sehr zugute. In London hat er bereits ebenfalls mit Matt Ramplin zusammengearbeitet. Dieses eingespielte Team zieht alle Register und lässt das Publikum vergessen, dass es im verregneten Frankfurt sitzt und nicht in London.</p>
<p>Mrs. Lovett (Ingram) ist ein Original. Sie ist energisch, ausnehmend erfinderisch und geschäftstüchtig. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, offenbart mütterliche Gefühle gegenüber Tobey und zeigt auch ihre Zuneigung zu Sweeney sehr deutlich.</p>
<p>Sie weiß genau, dass Sweeney Todd eigentlich Benjamin Barker ist. Sie weiß aber leider auch, dass dessen Frau nicht tot ist und dass dessen Tochter Joana von Judge Turpin in Obhut genommen wurde. Als sie Barker / Todd seine Rasierklingen wiedergibt, ist allen klar, dass hier eine besondere Bindung besteht.</p>
<p>Ingram spielt sehr einschüchternd und mit einem wundervollen Cockney-Akzent. Dass sie auch stimmlich über ein beeindruckendes Spektrum verfügt, zeigt sich nicht zuletzt beim Finale des ersten Akts („A little priest“), währenddessen die beiden ihren Meat Pie Plan auf unnachahmlich lustige Art visualisieren. Doch auch dem Publikum ist nicht verborgen geblieben, dass Ingram viel gehustet und immer wieder etwas getrunken hat. Da war die Absage des 2. Akts am Premierenabend nur konsequent.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2827 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_1102-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_1102-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_1102-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_1102.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Samantha Ivey legt die resolute Pie Shop Inhaberin etwas weicher und verletzlicher an. Ihr fehlt der Cockney Akzent und sie singt „zu schön und schnörkellos“. Dies passt aber gerade in Songs wie „By the sea“ und „Not while I’m around” ganz hervorragend.</p>
<p>Lucy Warway spielt Tobey, den Handlanger von Todds erstem Opfer, dem betrügerischen Taschenspieler Pirelli. Ein Mädchen in dieser Rolle zu sehen, ist ungewöhnlich, funktioniert aber erstaunlich gut. Einzig „Not while I’m around” vermag ihr nicht so recht zu gelingen, da sie es zu hart intoniert und die mit diesem Song eigentlich verbundenen Gefühle (Beschützer von Mrs. Lovett, Skepsis gegenüber Todd) so im Keim ersticken.</p>
<p>Als fieser Richter Turpin, der in seinem Mündel Joana plötzlich die Frau erkennt, die er zu ehelichen gedenkt, steht David Pendlebury auf der Bühne. Er ist unbestreitbar zielstrebig, weiß genau, was er will (Joana) und was er nicht will (Todd). Dass er mit Sondheim anspruchsvollen Kompositionen gut zurechtkommt, stellt er mehrfach unter Beweis. Eindrucksvoll bleibt die Selbstkasteiung „Mea culpa“ in Erinnerung.</p>
<p>Joana, die von Turpin und Anthony gleichermaßen – wenn auch aus komplett unterschiedlichen Motiven („Kiss me“) – angebetete Tochter von Todd wird von der zauberhaften Aliza Vakil gegeben. Schon während ihrer Ausbildung hat sie sich zu einer Art „Sondheim-Expertin“ entwickelt und wendet dieses Wissen nun in ihrem Engagement vortrefflich an. Ihr glockenklarer Sopran überstrahlt alles und man fühlt sehr mit ihr mit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2828 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0029-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0029-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0029-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/sweeney_c_Kaufhold_0029.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Im Mittelpunkt des Abends steht jedoch ein bestechend spielender Stephen John Davis. Sein Sweeney Todd ist nicht einfach ein mordlüsterner Barbier. Er ist tief verletzt, vermisst seine Frau Lucy und setzt alles daran, seine Tochter Joana aus den Fängen von Turpin zu befreien. Dabei übersieht er, dass er in Mrs. Lovett mehr als nur eine Verbündete hat. Davis spielt die besessenen Momente genauso glaubwürdig wie die ruhigen, gefühlvollen. In den zahlreichen Duetten setzt er sich regelmäßig gegen seine Bühnenkollegen durch (bspw. „Pretty Women“). Beinah zwangsläufig folgt man eher Todd als Turpin, Pirelli oder Lovett. „The closest shave you’ll ever know“ jagt einem – nicht zuletzt wegen Davis‘ ausdrucksstarker Mimik – Gänsehaut-Schauer über den Rücken.</p>
<p>Natürlich trägt auch das herumspritzende Theaterblut maßgeblich zum Gruselfaktor dieses Stücks bei. Die zahlreichen aufgeschlitzten Kehlen von Todds Kundschaft versprühen ihr Innerstes höchst effektvoll. Glücklicherweise wird hier eine andere Blutmischung benutzt als normalerweise im Theater üblich: Diese hier soll sich problemlos auswaschen lassen, wenn doch etwas durch die Umhänge durchdringt.</p>
<p>Vom Splattermusical ist man jedoch weit entfernt. Dass die Kupferrohre tatsächlich nur Dekoration bleiben und keinen weiteren Zweck erfüllen, ist schade.</p>
<p>Als Joana am Ende einerseits miterlebt, wie Todd (von dem sie nicht weiß, dass er ihr Vater ist) Turpin kaltblütig ermordet und fliehen will, Todd seine Tochter aber durch ihre Verkleidung als Junge nicht erkennt, Mrs. Lovett andererseits von Todd in ihren eigenen Ofen geworfen wird als dieser feststellt, das sie ihm die Wahrheit über die inzwischen von ihm selbst getötete Lucy vorenthalten hat, und schlussendlich auch noch Tobey den Todd von Mrs. Lovett rächt und Todd die Kehle durchschneidet, ist die Erlösung für Todd alias Barker für alle im Publikum greifbar.</p>
<p>Das Jubiläumsjahr des English Theatre steht unter dem Motto „Flirting with Madness“. „Sweeney Todd“ ist ein Musical, das eindeutig hervorragend hierzu passt und in der aktuellen Inszenierung, die (wie schon „Cabaret“ im letzten Jahr) im kommenden Frühjahr auch im Deutschen Theater in München gezeigt werden wird, dem höchstprofessionellen Anspruch dieses kleinen „Nischentheaters“ mehr als gerecht wird.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> English Theatre, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 2. November 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Stephen John Davis, Sarah Ingram, Samanthey Ivey, Matt Bateman, Lucy Warway, Aliza Vakil, David Pendlebury </span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Derek Anderson / Stephen Sondheim</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> English Theatre / Kaufhold<br />
</span></div>
<div></div>
<div style="text-align: center;"><a href="https://youtu.be/yto4KfOlgFo"><strong>Promo-Video des English Theatre</strong></a></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Erneut eine gute, wenn auch sehr unaufgeregte Inszenierung des Klassikers</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/erneut-eine-gute-wenn-auch-sehr-unaufgeregte-inszenierung-des-klassikers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Nov 2018 16:11:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Cabaret]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>John Kanders und Fred Ebbs „Cabaret“ hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel.  Und dennoch ist dieses Stück so aktuell wie nie zuvor: Extreme politische und extremistische gesellschaftliche Strömungen nehmen unter dem Deckmantel des Patriotismus und gemäßigten Nationalismus in den letzten Jahren weltweit zu. Die Exklusion von Minderheiten ist nach wie vor sehr ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>John Kanders und Fred Ebbs „Cabaret“ hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel.  Und dennoch ist dieses Stück so aktuell wie nie zuvor: Extreme politische und extremistische gesellschaftliche Strömungen nehmen unter dem Deckmantel des Patriotismus und gemäßigten Nationalismus in den letzten Jahren weltweit zu. Die Exklusion von Minderheiten ist nach wie vor sehr weit verbreitet und die breite Masse schaut mehr oder weniger stumm zu und lässt alles geschehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-2448 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1137-copy-e1549210822288-400x388.jpg" alt="" width="306" height="297" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1137-copy-e1549210822288-400x388.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1137-copy-e1549210822288-768x745.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1137-copy-e1549210822288.jpg 999w" sizes="auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px" />Doch mit „Cabaret“ bekommen wir deutlich vor Augen geführt, dass sich (kleinste) politische Veränderungen früher oder später in unvorhergesehenem Maß auf den Alltag von jedem auswirken – auch auf die Unterhaltungsbranche. Denn diese steht bei „Cabaret“ im Mittelpunkt.</p>
<p>Sally Bowles verführt mit ihren lasziven Tanz- und Gesangseinlagen die Männer reihenweise. Auch der amerikanische Autor Cliff verfällt Sally und ihrer Lebensfreude, die man auch als Gleichgültigkeit gegenüber dem Zeitgeschehen bezeichnen könnte. Aber die Vermieterin von Cliff, Fräulein Schneider, bekommt die Auswirkungen des Nationalsozialismus unmittelbar zu spüren als sie dem Werben des jüdischen Obsthändlers nachgibt und in eine Heirat einwilligt, die aber schon bei der Verlobungsfeier jäh von Ernst – einem windigen Schmuggler im Auftrag der NSDAP – unterbrochen wird. Leider entscheidet sich Fräulein Schneider daraufhin für die vermeintlich sichere Seite und lässt Herrn Schulz ziehen. All dies wird dem Publikum vom Emcee, dem Conférencier des Kit Kat Clubs, auf charmante Art berichtet.</p>
<p>Für die diesjährige Musicalinszenierung am English Theatre in Frankfurt zeichnet einmal mehr Tom Littler verantwortlich. Er hat ein optisch und inhaltlich stimmiges Gesamtbild erschaffen, welches aber in vielerlei Hinsicht gern noch provokanter hätte sein dürfen. So sind die Charaktere eher blass und die Bedrohung durch die Nationalsozialisten unterschwellig und kaum spürbar. Auch die Choreographien von Cydney Uffindell-Phillips hätten etwas mehr Schärfe vertragen können (Ausnahme: die Eröffnung des 2. Akts, wo aus einem sexy Pas de Deux mehrerer Paare ein im Stechschritt marschierendes Ensemble wird). Den im Programmheft angekündigten Brechtschen Sarkasmus vermisst man leider gänzlich und so ist „Cabaret“ lange nicht so wild und sexy wie das Theater es seinen Besuchern ankündigt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2446 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_0814-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_0814-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_0814-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_0814-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch Ausstattung, Lichtdesign und musikalische Leitung überzeugen vollends: Simon Kenny hat mit der bedrückenden Stahlkonstruktion ein nüchternes Ambiente geschaffen, welches nach hinten von einem Bahnwaggon begrenzt wird, der zugleich als Orchesterraum dient und sogar am Ende des Stücks von der Bühne fährt. Richard G. Jones gelingt es in jeder Szene, die Darsteller ins rechte Licht zu rücken, ohne dabei zu bunt und aufdringlich zu sein.</p>
<p>Tom Attwood und seine fünf Musiker intonieren Kanders Swing-Melodien mitreißend.  Ein schöner Kniff sind die beiden Darsteller, die als Saxophonisten bzw. Klarinettisten die Band unterstützen.</p>
<p>Auffällig ist der deutsche Akzent, mit dem Littler seine Cast durchgehend spielen lässt. Bei Ernst, dem NSDAP-Anhänger, könnte dieser Akzent zur Unterstreichung der Besonderheit dieses Charakters noch sinnvoll erschienen. Aber durchweg alle auf der Bühne mit fiesem deutschen Akzent sprechen zu lassen, wird irgendwann einfach zu viel.</p>
<p>Greg Castiglioni kommt die ehrenvolle Aufgabe zu, dem Publikum die gar nicht so leichte Kost schmackhaft zu präsentieren. Er macht dies mit viel Charme. Seine neckische Mimik und seine schöne Stimme lassen ihn zum Star dieser Inszenierung werden. Er stellt die Tänzerinnen und Tänzer äußerst charmant vor. Den „Gorilla-Song“ bringt er mit der perfekten Mischung aus Spaß und „Spiegel vorhalten“ über die Rampe und sein „I don’t care much“ hat eine starke Intensität. Kein Wunder also, dass er den lautesten Premierenapplaus bekommt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2449 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1601-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1601-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1601-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/cabaret_c_Kaufhold_1601-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Sally Bowles ist Helen Reuben zu erleben, die sehr sympathisch spielt, eine intensive Sprechstimme hat und auch viel Gefühl in ihre Songs legt. Leider ist sie gesanglich insbesondere mit den hohen Tönen überfordert und singt auch viele Passagen nicht aus. Ihre Sally ist sehr selbstbewusst, fast schon arrogant und hat eine sehr prätentiöse Art. „Maybe this time“ gelingt ihr sehr düster, fast schon hässlich vor lauter Zweifeln und Geringschätzung. Ihr finales „Cabaret“ hingegen ist sehr verzweifelt und ihr spielerischer Ausdruck in diesem Song ist raumgreifend.</p>
<p>Insgesamt fällt auf, dass die Protagonisten ihre Stärken nicht im Gesang haben, sondern im Schauspiel. Das gilt auch für Fräulein Schneider und Herrn Schulz. Sarah Shelton und Richard Derrington geben ein zuckersüßes Paar ab. „A Pineapple“ rührt auch in Littlers Inszenierung zu Tränen. Auch Ryan Saunders (Cliff Bradshaw) überzeugt eher schauspielerisch als gesanglich. Anders sieht es aus beim Ensemble: Hier haben die meisten eine ausgeprägte Musicalgeschichte, was man besonders Matt Blaker (Ernst), Hendrick January (Bobby) und Miles Paloma (Hans) bei den Choreographien ansieht.</p>
<p>„Cabaret“ im English Theatre ist Unterhaltung auf hohem Niveau, bei der es auf die vielen kleinen Details ankommt. Das Gesamtbild ist sehr stimmig. Doch im Gegensatz zu anderen Inszenierungen verlässt man das Theater hier nicht betroffen oder besorgt, sondern kann sehr schnell auf Normalität umschalten. Das wirkt ein wenig befremdlich vor dem Hintergrund der Handlung, doch Littler wird hierfür sicherlich seine Gründe haben, zumal die wenigsten Gäste sicherlich einen direkten Vergleich haben werden.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> English Theatre, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3. November 2018<br />
</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Helen Reuben, Greg Castiglioni, Sarah Shelton, Richard Derrington, Ryan Saunders, Matt Blaker, Hendrick January, Miles Paloma</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Bühne:</span></strong> Tom Littler / Simon Kenny</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Martin Kaufhold<br />
</span></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/erneut-eine-gute-wenn-auch-sehr-unaufgeregte-inszenierung-des-klassikers/">Erneut eine gute, wenn auch sehr unaufgeregte Inszenierung des Klassikers</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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		<title>Deutschlandpremiere mit Ecken und Kanten</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/deutschlandpremiere-mit-ecken-und-kanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2018 06:36:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der herausragenden Start-Produktion „Hedwig &#38; The Angry Inch“ legt Off-Musical Frankfurt nur drei Monte später mit der Deutschlandpremiere von Green Days „American Idiot“ nach. Als Spielstätte wurde der Rock-Club „Batschkapp“ ausgewählt. Komplett bestuhlt und mit einem langen Laufsteg durch das halbe Parkett wirkt die „Batschkapp“ ganz ungewohnt. Doch die links und rechts auf der ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der herausragenden Start-Produktion „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=2197">Hedwig &amp; The Angry Inch</a></span>“ legt Off-Musical Frankfurt nur drei Monte später mit der Deutschlandpremiere von Green Days „American Idiot“ nach.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2186 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/16_Laura-Friedrich-Tejero_Yvonne-Braschke_Lena-Weiss_Philipp-Buettner_Lisa-Antoni_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Paulina-Plucinski-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/16_Laura-Friedrich-Tejero_Yvonne-Braschke_Lena-Weiss_Philipp-Buettner_Lisa-Antoni_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Paulina-Plucinski-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/16_Laura-Friedrich-Tejero_Yvonne-Braschke_Lena-Weiss_Philipp-Buettner_Lisa-Antoni_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Paulina-Plucinski-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/16_Laura-Friedrich-Tejero_Yvonne-Braschke_Lena-Weiss_Philipp-Buettner_Lisa-Antoni_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Paulina-Plucinski.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Spielstätte wurde der Rock-Club „Batschkapp“ ausgewählt. Komplett bestuhlt und mit einem langen Laufsteg durch das halbe Parkett wirkt die „Batschkapp“ ganz ungewohnt. Doch die links und rechts auf der Bühne platzierte 6-köpfige Band und die große durchsichtige Spiegelwand als Bühnenhintergrund ließen erahnen, dass hier etwas Ungewöhnliches bevorstand.</p>
<p>Die Handlung des von Billie Joe Armstrong (Green Day) und Michael Mayer (Regisseur von „Spring Awakening“ und „American Idiot“ am Broadway) geschriebenen Musicals lässt sich sehr kurz zusammen: Die drei Freunde Johnny, Will und Tunny haben genug vom spießigen Kleinstadtleben und wollen in die große, weite, spannende und so verlockende Welt aufbrechen. Doch Will macht kurzfristig einen Rückzieher, weil seine Freundin schwanger ist, Tunny wendet sich dem Militär zu und kommt mit posttraumatischer Belastungsstörung zurück, und so bleibt nur noch Johnny, der aber nach ausgiebigen Drogenerfahrungen ebenfalls zurückkehrt in die so verpönte Heimatstadt.</p>
<p>Mehr passiert nicht. Mit dieser sehr überschaubaren Handlung 100 Minuten durchkomponierte Spielzeit füllen zu wollen, ist sehr ambitioniert. Da müssen die Musik und charismatische Darsteller schon in die Bresche springen. Doch auch hier muss man leider feststellen, dass dies nur ansatzweise gelingt, was aber zu einem sehr großen Anteil der miserablen Tontechnik zuzurechnen ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2180 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/02_Lisa-Antoni_Sebastian-Smulders_Laura-Friedrich-Tejero_Philipp-Buettner_Dennis-Hupka_Lena-Weiss-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/02_Lisa-Antoni_Sebastian-Smulders_Laura-Friedrich-Tejero_Philipp-Buettner_Dennis-Hupka_Lena-Weiss-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/02_Lisa-Antoni_Sebastian-Smulders_Laura-Friedrich-Tejero_Philipp-Buettner_Dennis-Hupka_Lena-Weiss-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/02_Lisa-Antoni_Sebastian-Smulders_Laura-Friedrich-Tejero_Philipp-Buettner_Dennis-Hupka_Lena-Weiss-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Band unter der Leitung von Dean Wilmington fehlt es an dem nötigen Druck, um die bekannten Green Day Songs überzeugend über die Rampe zu bringen. Punk Rock muss in den Ohren brennen! In der „Batschkapp“ bekommen die Zuschauer, von denen nicht wenige Green Day-Fanshirts tragen, jedoch sehr weichgespülte Versionen von „American Idiot“, „Boulevard of broken dreams“ und „Wake me up when September ends“ auf die Ohren. Das ist sehr bedauerlich und wird dadurch noch verschlimmert, dass die zehn Darsteller stimmlich gegen die Band nicht ankommen. Ob die deutsche Fassung der Songs (Titus Hoffmann) funktioniert, kann man kaum beurteilen, da es phasenweise kaum deutlich wurde, ob deutsch oder englisch gesungen wurde.</p>
<p>Die fünf Darstellerinnen und fünf Darsteller sind in wunderbar exzentrischen Rollen zu sehen, doch leider lässt es das schwache Buch nicht zu, dass auch nur ein einziger dieser Charaktere wirklich greifbare Form annimmt. Die rebellische Haltung der jungen Menschen wird beim Medley „Jesus von Suburbia“ sehr deutlich. Auch der Kostümwechsel von grau-schwarz zu blau-rot-schwarz unterstreicht die Auflehnung gegen das Spießertum. Das Gesamtbild, das Sarah-Katharina Karl mit Bühnenbild und Kostümen geschaffen hat, ist stimmig und durchdacht. Genauso gekonnt sind die modernen, den jugendlichen Anarchogedanken angepassten Choreographien von Ludwig Mond. Sie sind energiegeladen, raumgreifend und absolut passend zum Punk Rock (u. a. „Die letzte der American Girls“).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2182 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/06_Robert-Lankester_Philipp-Buiettner_Lisa-Antoni-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/06_Robert-Lankester_Philipp-Buiettner_Lisa-Antoni-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/06_Robert-Lankester_Philipp-Buiettner_Lisa-Antoni-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/06_Robert-Lankester_Philipp-Buiettner_Lisa-Antoni.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Immer wieder fühlt man sich an „Hair“ erinnert: Eine Gruppe Jugendlicher lehnt sich gegen das Establishment auf, stößt auf viele Hindernisse, macht Grenzerfahrungen im Bereich Sex und Drogen und kehrt am Schluss geläutert wieder in die sichere Heimat zurück. Dasselbe erlebt man bei „American Idiot“: Philipp Büttner gibt den Rädelsführer Johnny, kommt aber eher als Schwiegermamas Liebling über die Bühne. Dennis Hupka ist Will, der mit seinem Kampf gegen die Drogen und der Auseinandersetzung mit der plötzlichen Verantwortung als werdender Vater sichtlich überfordert ist (gut gespielt von Hupka). Tunny, der nach seinem Kriegseinsatz krank in die Heimat zurückkehrt, wird von Sebastian Smulders mit viel Gefühl gegeben. St. Jimmy, Johnnys Dealer, der am Broadway von Green Day Frontman Billie Joe Armstrong gespielt wurde, wird von Robert Lankester optisch sehr überzeugend dargestellt und hat das Potential zu einer einprägsamen Figur. Doch am überzeugendsten ist an diesem Abend Claudio Gottschalk-Schmitt als „Lieblingssohn“: Er trifft jeden Ton, hat genau die richtige punkige Attitude und tanzt auch die Choreographien auf den Punkt (u. a. „Zu viel zu früh“)! Genau so eine Besetzung hätte man sich in allen Rollen gewünscht.</p>
<p>Bei den Damen hängt Lisa Antoni als Johnnys Drogenliebe „Whatsername“ alle anderen ab. Sie spielt und singt überzeugend. Paulina Plucinski als Alysha ist die meiste Zeit im Hintergrund und singt keine fünf Zeilen solo, aber dieser kurze Soloeinsatz macht definitiv Lust auf mehr, denn ihre Rockröhre ist unverkennbar. <img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2184 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/10_Lena-Weiss_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Sebastian-Smulders_Yvonne-Braschke_Paulina-Plucinski-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/10_Lena-Weiss_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Sebastian-Smulders_Yvonne-Braschke_Paulina-Plucinski-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/10_Lena-Weiss_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Sebastian-Smulders_Yvonne-Braschke_Paulina-Plucinski-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/01/10_Lena-Weiss_Claudio-Gottschalk-Schmitt_Sebastian-Smulders_Yvonne-Braschke_Paulina-Plucinski.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Laura Friedrich Tejero spielt die schwangere Heather und überzeugt vor allem mimisch. Die „Abgefahr’ne Frau“, Tunnys Betreuerin nach dessen Heimkehr aus dem Krieg, wird von Lena Weiss sehr einfühlsam gegeben. Bleibt noch Yvonne Braschke, die nicht nur optisch aus dem Ensemble hervorsticht und ihrer Rolle als Dance Captain alle Ehre macht. Ihre Energie ist ansteckend!</p>
<p>Insgesamt bleibt diese „American Idiot“ Inszenierung jedoch etwas unrund, trotz guter Ideen von Regisseur Thomas Helmut Heep, der die Darsteller zu Beginn im Publikum platziert und sie am Ende des Stücks auch wieder dorthin zurück schickt. Auch dass diese Show so gar keine Botschaft hat (obwohl mit „Kampf jeder Gewalt“, im Original „21 Guns“, der perfekte Song hierfür vorhanden ist), trägt zum verwirrenden Gesamteindruck bei.</p>
<p>Auffallend ist das hohe Tempo dieser Show, das nicht nur das Publikum atemlos zurücklässt, sondern auch die zehn Darsteller mehrfach lautstark schnaufen und sichtlich pumpen lässt, da Heep sie ohne Atempause durch die kompletten 100 Minuten schickt.</p>
<p>Wären nicht die einschränkenden Tonprobleme und die wenig charismatischen Charaktere – die Show würde durch die Decke gehen. Doch so kann man Off-Musical Frankfurt nur für ihren Einsatz danken und sich darauf freuen, was die kleine, aber sehr talentierte Truppe rund um Marina Pundt und Stephan Huber in der nächsten Spielzeit für uns vorbereiten wird.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Batschkapp, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 17. Januar 2018</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>Philipp Büttner, Dennis Hupka, Sebastian Smulders, Robert Lankester, Claudio Gottschalk-Schmitt, Lisa Antoni, Paulina Plucinski, Laura Friedrich Tejero, Lena Weiss, Yvonne Braschke</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Choreographie:</span></strong> Thomas Helmut Heep / Ludwig Mond</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Agnes Wiener / Niklas Wagner<br />
</span></div>
</div>
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		<title>Gelungene Ausstattung trifft auf ungewöhnliche Arrangements und oberflächliche Charaktere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Nov 2017 16:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Clodagh Long]]></category>
		<category><![CDATA[English Theatre]]></category>
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		<category><![CDATA[Jekyll & Hyde]]></category>
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		<category><![CDATA[Samantha Dorsey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das English Theatre in Frankfurt überzeugt Publikum wie Kritiker seit Jahren mit hochklassigen Schauspiel- und Musicalinszenierungen. Das für jedes Stück neu zusammengestellte Ensemble verfügt über jahrelange Erfahrung in seinem Fach. Gleiches gilt für die Kreativen hinter den Kulissen. Auch für das vor 20 Jahren zum ersten Mal am Broadway gezeigte Musical von Frank Wildhorn und ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das English Theatre in Frankfurt überzeugt Publikum wie Kritiker seit Jahren mit hochklassigen Schauspiel- und Musicalinszenierungen. Das für jedes Stück neu zusammengestellte Ensemble verfügt über jahrelange Erfahrung in seinem Fach. Gleiches gilt für die Kreativen hinter den Kulissen.</p>
<p>Auch für das vor 20 Jahren zum ersten Mal am Broadway gezeigte Musical von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse gelten diese Rahmenbedingungen. Neil Irish hat eine sehr treffende Umgebung für die schaurige Geschichte des experimentierfreudigen Dr. Jekyll und mordlüsternen Edward Hyde geschaffen: Die sechsköpfige Band nimmt (in zeitgenössischen Kostümen) auf der Empore Platz, die an der Balustrade den Blick frei gibt auf die darunter liegende Rundbühne, deren rückwärtige Hälfte durch reich gefüllte Laborregale begrenzt und an den Seiten von einer groben Holzkonstruktion und Metalltreppen flankiert wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2194 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />So stimmungsvoll wie die Bühne sind Irish auch die Kostüme gelungen, die allesamt perfekt ins viktorianische London passen, wo die Geschichte von Jekyll/Hyde, Emma und Lucy bekanntlich spielt.</p>
<p>Wildhorns Kompositionen wurden für die Inszenierung in Frankfurt von Tom Attwood großteils neu arrangiert, was irritierende Elemente Spanischer Gitarre, Club-Sounds und Sprechgesang hervorbringt. Dass der „eher orchestralen Musik“ durch diese Überarbeitung wie in der Pressemitteilung angegeben „härtere Rockklänge“ gegenüberstehen, muss jedoch nach dem Besuch der Premiere eindeutig angezweifelt werden. „Dangerous Game“ in aktuellem Club-Sound zu spielen, will so gar nicht so diesem düsteren, sexuell aufgeladenen Song passen. Hingegen ist die Idee „Actor-Musicians“ einzubinden, die als Stride oder Nellie keine unwesentlichen Rollen spielen und in anderen Szenen die Band an Klarinette und Cello unterstützen, sehr gelungen. Doch musikalisch sind diese neuen Arrangements recht fragwürdig.</p>
<p>John Addison, der schon 2014 im English Theatre als Sam in „Ghost“ zu sehen war, übernimmt die anspruchsvolle Titelrolle. Seine einschlägigen Erfahrungen als „Raoul“ oder „Marius“ sind schon in seinem ersten Solo unüberhörbar. Er singt sauber, klar und mit Kraft. Dass die Band ihn bei „Pursue the truth“ phasenweise übertönt (und sich dies im Laufe des Abends gerade in den Uptempo-Nummern mehrfach wiederholt), macht es Addison nicht gerade leichter.</p>
<p>Bei den Choreographien verschenkt Cydney Uffindell-Phillips viel Potential. Sie hat nur zwölf Darsteller auf der Bühne, die nicht alle geborene Tänzer sind, was man aber bei den in der Originalfassung eher ruckartigen Bewegungen bei „Facade“ oder „Murder“ auch nicht sein muss. Doch leider ist bei den weniger durchchoreographierten Szenen – mit Ausnahme der Schlussapplausordnung – keine Struktur erkennbar. Schade auch, dass die Gelegenheit nicht genutzt wurde, ausgerechnet am 11. November (an dem traditionell mit Mohnblumen Kriegsveteranen gedankt wird) die an die Gesellschaft verteilten <em>Poppies</em> in den Tanz einzubinden. So wedeln die Darsteller einfach nur unmotiviert damit herum, was leider wenig stilvoll ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2193 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Samantha Dorsey steht als Dr. Jekylls Verlobte Emma Carew auf der Bühne. Sie füllt die Rolle sehr gut aus, verleiht der vermeintlich angepassten Adelstochter ihren eigenen Willen und überzeugt gesanglich schon bei ihrem ersten Auftritt („Take me as I am“).</p>
<p>Als Nellie ist Jessica Singer zu erleben. Sie spielt und singt die Chefin im „Red Rat Club“ mit viel Leidenschaft und Sex Appeal. Unweigerlich fragt man sich, warum nicht sie für die selbstbewusste Lucy besetzt wurde, die nicht nur Jekyll/Hyde mit ihrem Spiel um den Finger wickelt. Stattdessen gibt Clodagh Long die Prostituierte, die am Ende Hydes Mordlust zum Opfer fällt. Long singt wunderschön und beinahe unschuldig, doch ihre eher kindliche Stimme, ihr braver Gesichtsausdruck und ihre wenig anrüchige Art sich zu bewegen, werfen Fragen nach der Auslegung dieses Charakters aus. Dazu kommt noch, dass „Bring on the men“ eher als blasse Moulin Rouge Version inszeniert wird, anstatt als schlüpfrig-deftige Anmachnummer in einem Bordell.</p>
<p>Dass Emma und Lucy nicht die beiden Welten der viktorianischen Ober- und Unterschicht repräsentieren, wird bei ihren wundervollen Duett „In his eyes“ klar: Die beiden wirken wie Zwillinge, die sich nur durch ihre unterschiedlichen Kleider unterscheiden. Mimik, Habitus und Stimmlage sind absolut identisch. Sehr schade, dass hier kein Wert auf Trennschärfe gelegt wurde.</p>
<p>Diesen Bruch mit dem Bekannten, das Abrücken vom Erwartbaren zieht sich an vielen Stellen durch diese Inszenierung von Tom Littler. Nicht nur Lucy, Nellie und das „Red Rat“ sind eher unspektakulär und die Charaktere blass, auch und gerade für Jekyll/Hyde legt Littler einen offenbar sehr schwachen Charakter zugrunde. Im Programmheft wird dargelegt, dass die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde schon immer falsch wahrgenommen wurde: Weder ist Dr. Jekyll ein guter Mensch, noch Hyde eine Zufallsentdeckung oder gar sein böses Alter Ego, gegen das er im Rahmen seiner Forschung ankämpft. Vielmehr ist Dr. Jekyll ein unterdrückter Mann, der seine aggressiven und sexuellen Neigungen als Edward Hyde endlich ausleben kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2192 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Legt man diese Denkweise zugrunde, kann man ansatzweise nachvollziehen, warum bei der Verwandlung von Jekyll in Hyde kaum eine Änderung wahrzunehmen ist – weder optisch noch stimmlich zeigt Addison eine deutliche Wandlung. In der „Confrontation“ wird noch deutlicher, dass sich Jekyll und Hyde nur marginal voneinander unterscheiden. Zwar wird mit gelungenen Lichtwechseln (Licht-Design: Richard G. Jones) der Kampf zweier Charaktere angedeutet, doch wirklich hören oder spüren kann man hiervon nichts.</p>
<p>Schöne Einfälle wie die permanente (gesellschaftliche) Beobachtung unter der Dr. Jekyll während einer Experimente steht (das Ensemble steht in weißen Kitteln an der Balustrade oberhalb des Labors und folgt dem dortigen Geschehen unter sichtbarer Anteilnahme) werden durch unerklärliche Einschnitte wie das spontane Wiederauferstehen der von Hyde Ermordeten während des Songs „Murder“ zunichte gemacht. „I am not dead yet“ stand letztes Jahr bei „Spamalot“ auf dem Programm. Da wirkt es schon unfreiwillig komisch, wenn Lady Beaconsfied und General Glossop sich mitten im Song wieder aufrichten und mitsingen. Als dann noch Lord Savages Kopf nach dem Überfahren durch den Zug am anderen Ende der Bühne wieder aufgefangen wird, ist die Grenze zur Persiflage überschritten.</p>
<p>Dass Dr. Jekyll bei seiner Hochzeit durch die ihm in einer Art Halluzination erscheinende blutüberschmierte Lucy plötzlich wieder zu Hyde wird, ist auch eher überraschend für die Gäste und trägt zur allgemeinen Verwirrung des Publikums bei.</p>
<p>Wildhorns und Bricusses „Jekyll &amp; Hyde“ funktioniert, weil es in sich stimmig, düster, sexy und spannend zugleich ist, weil es verschiedene Welten gegenüberstellt, mit Klischees spielt und die Figuren perfekt in dieses Gesamtkonzept eingebettet sind. Nimmt man diesem Musical die zugrundeliegende Wechselwirkung von Gut und Böse und inszeniert es so scheinbar willkürlich wie Littler es in Frankfurt gemacht hat, bleiben viele Fragezeichen übrig.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen <em>in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> English Theatre, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 11. November 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>John Addison, Samantha Dorsey, Jessica Singer, Clodagh Long</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Frank Wildhorn / Tom Littler</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Martin Kaufhold<br />
</span></div>
</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/gelungene-ausstattung-trifft-auf-ungewoehnliche-arrangements-und-oberflaechliche-charaktere/">Gelungene Ausstattung trifft auf ungewöhnliche Arrangements und oberflächliche Charaktere</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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		<title>Ein überzeugendes Plädoyer für das Off-Musical in Deutschland</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-ueberzeugendes-plaedoyer-fuer-das-off-musical-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 16:27:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Brotfabrik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Hedwig & The Angry Inch]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Hanak]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Kargus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eins ist nach diesem Abend klar: Hedwig ist nicht die abgeranzte, jammernde Drag Queen für die sie vielfach gehalten wird. Nein, vielmehr ist sie eine Frau, der das Schicksal übel mitgespielt, die sich immer für ihre Mitmenschen aufgeopfert und sich dabei selbst komplett verloren hat. An ihrer bewegten und bewegenden Biographie lässt Hedwig seit September ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eins ist nach diesem Abend klar: Hedwig ist nicht die abgeranzte, jammernde Drag Queen für die sie vielfach gehalten wird. Nein, vielmehr ist sie eine Frau, der das Schicksal übel mitgespielt, die sich immer für ihre Mitmenschen aufgeopfert und sich dabei selbst komplett verloren hat. An ihrer bewegten und bewegenden Biographie lässt Hedwig seit September 2017 das Frankfurter Publikum teilhaben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2202 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/21_Kathrin-Hanak_Michael-Kargus-1-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/21_Kathrin-Hanak_Michael-Kargus-1-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/21_Kathrin-Hanak_Michael-Kargus-1-768x1152.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/21_Kathrin-Hanak_Michael-Kargus-1-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/21_Kathrin-Hanak_Michael-Kargus-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" /> Die in einem Hinterhof versteckte Brotfabrik bietet den perfekten Rahmen für dieses unerwartete Psychogramm eines ostdeutschen Jungen, der sein Glück im Frausein sucht und kläglich scheitert. Hedwig wuchs in Ost-Berlin als Hänsel auf und wusste schon immer, dass er anders war als die anderen, dass er mehr wollte als hinter dieser Mauer zu versauern. Seine Chance sah er gekommen, als sich GI Luther in ihn verliebt und ihm einen Heiratsantrag macht. Die ideale Lösung: eine Geschlechtsumwandlung. Doch der inkompetente Chirurg hinterlässt ein Mahnmal: ein kurzes Stück des Gliedes bleibt übrig, der „angry inch“.</p>
<p>Hänsel nimmt den Namen seiner Mutter an, nennt sich fortan Hedwig und geht mit GI Luther in die USA. Doch dort wird der „angry inch“ mehr und mehr zum Problem und irgendwann steht Hedwig vor den Scherben ihrer Ehe. Sie hält sich als Babysitterin über Wasser und lernt den talentierten Tommy kennen, mit dem sie ihre Leidenschaft für Musik (und mehr) ausleben kann. Sie schreibt für ihn Songs und ersinnt den Künstlernamen „Tommy Gnosis“ für ihn. Doch auch diese Romanze währt nicht lange: Tommy verlässt Hedwig mitsamt ihrer Songs und macht als Rockstar Karriere. Hedwig bleibt fortan nur noch die Rolle der frustrierten Beobachterin&#8230;</p>
<p>In diesem Moment ihres Lebens lernt das Publikum sie kennen &#8211; aber wie! Hedwig ist eine Erscheinung! Plateauschuhe, eine blonde Perücke mit langen Locken, ein im Laufe des Abends überraschend wandlungsfähiges Outfit und Augen, die einen vom ersten Moment an fesseln. Michael Kargus gelingt es schon beim Betreten der Bühne Hedwig Stärke und Fragilität gleichermaßen zu verleihen. Die Zuschauer spüren, dass die verletzte Frau sich hinter ihren Kostümen, der Perücke und dem auffälligen Make-Up versteckt und zu schützen versucht. Kargus bringt dies spürbar beklemmend über die Rampe.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2203 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/28_Michael-Kargus_Kathrin-Hanak-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/28_Michael-Kargus_Kathrin-Hanak-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/28_Michael-Kargus_Kathrin-Hanak-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/28_Michael-Kargus_Kathrin-Hanak-1.jpg 999w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Unterstützt wird Hedwig von ihrem Bühnen-Ehemann Yitzhak (gespielt von Kathrin Hanak). Die Zweckgemeinschaft der beiden ist geprägt von vielen Anfeindungen und Neid: Yitzhak möchte aus dem Schatten Hedwigs treten, Sympathie spürt man keine. Hanak kann Missgunst und Geringschätzung gut transportieren, auch wenn sie gesanglich mit Stephen Trasks Duetten so ihre liebe Müh hatte. Ihre solistischen Momente zeigten jedoch deutlich ihr Potential.</p>
<p>Die Songs, mit denen die wichtigsten Stationen aus Hedwigs Leben beschrieben werden, sind mal rockig, mal balladesque, voller Aggressionen, Bitterkeit, Verzweiflung und Liebe. Diese emotionale und gesangliche Bandbreite wurde von Neil Patrick Harris (Hedwig in der ersten Broadway-Inszenierung 2014) als eine der größten Herausforderungen bezeichnet. Doch Kargus gelingt diese Gratwanderung überzeugend. „Wig in a Box“ und „Hedwig’s Lament / Exquisite Corpse“ sind nur zwei herausragende Beispiele hierfür.</p>
<p>Schlüpfrige Dialoge („Appelwoi schmeckt als würde man seiner Oma durch den Schritt lecken“) und freche Interaktionen mit dem Publikum machen Hedwig nahbar und ihre Bordsteinphilosophie wirkt gar nicht mehr so trivial.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2201 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/17_Michael-Kargus_Sebastian-Muhl-1-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/17_Michael-Kargus_Sebastian-Muhl-1-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/17_Michael-Kargus_Sebastian-Muhl-1-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/17_Michael-Kargus_Sebastian-Muhl-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Am Ende dieses knapp 100-minütigen Seelen-Striptease steht Hänsel (fast) wie Gott ihn schuf vor dem Publikum. Er hat sich von Hedwig losgesagt und wagt einen Neustart – wie auch immer dieser aussehen mag.</p>
<p>Thomas Helmut Heep (Regie) und Dean Wilmington (Musikalische Leitung) haben „Hedwig &amp; The Angry Inch“ mit viel Fingerspitzengfühl inszeniert. Die vierköpfige Band rockt die Clubbühne der Brotfabrik. Sitzenzubleiben fällt hier nicht leicht. Heep gibt Kargus viel Freiraum, Hedwig als facettenreiche Frau darzustellen, die sich nicht (mehr) schämt, ihre Gefühle auszuleben. Dabei verzichtet der Regisseur auf viel Brimborium drum herum und lässt Hedwig ihre Biographie mit eigenen Schwerpunkten ganz pur und teilweise knallhart erzählen. Die Vermischung von deutschen Dialogen und englischen Songtexten gelingt mal mehr, mal weniger, aber die Intensität von Kargus’ Spiel lässt dies schnell vergessen.</p>
<p>Für die Folge-Produktion „American Idiot“ im kommenden Jahr hat das Team von „Off-Musical Frankfurt“ sich selbst die sprichwörtliche Latte sehr hoch gelegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen <em>in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Brotfabrik, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 21. Oktober 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>Michael Kargus, Kathrin Hanak</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Stephen Trask / Thomas Helmut Heep</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Off-Musical Frankfurt<br />
</span></div>
</div>
</div>
<p><iframe loading="lazy" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/M2PGL9F_7uw" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/M2PGL9F_7uw?autoplay=1"></iframe></p>
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		<title>Schnurrt auch nach über 35 Jahren wie ein Kätzchen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/schnurrt-auch-nach-ueber-35-jahren-wie-ein-kaetzchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Aug 2017 05:50:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Agnes Pure]]></category>
		<category><![CDATA[Alte Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Cats]]></category>
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		<category><![CDATA[Joanna Ampil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andrew Lloyd Webber’s Samtpfoten haben schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Genaugenommen tanzten die Katzen den Jellicle Ball 1981 zum ersten Mal – selbstverständlich in London. Mehr als 36 Jahre später (und mehr als 31 Jahre nach der Deutschlandpremiere in Hamburg) tourt „Cats“ noch immer durch die Lande und erfreut inzwischen die dritte Generation seit ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Andrew Lloyd Webber’s Samtpfoten haben schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Genaugenommen tanzten die Katzen den Jellicle Ball 1981 zum ersten Mal – selbstverständlich in London. Mehr als 36 Jahre später (und mehr als 31 Jahre nach der Deutschlandpremiere in Hamburg) tourt „Cats“ noch immer durch die Lande und erfreut inzwischen die dritte Generation seit der Weltpremiere.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2076 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-10-credit-alessandro-pinn-400x257.jpg" alt="" width="400" height="257" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-10-credit-alessandro-pinn-400x257.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-10-credit-alessandro-pinn-768x492.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-10-credit-alessandro-pinn.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />John Napier’s kreatives, ausladendes Design wurde für die Tourproduktionen schon vor Jahrzehnten verschlankt. So passt der Schrottplatz, auf dem sich die Katzen zum „Jellicle Ball“ treffen, nunmehr auch perfekt in die Alte Oper Frankfurt. Die blauen Lichterketten an der Decke erzeugen ein leicht nostalgisches Gefühl, das perfekt zu den leuchtenden Katzenaugen passt, die während der Ouvertüre überall auf der Bühne aufblitzen. Howard Eaton hat hier gute Arbeit geleistet und das sprichwörtliche Rad dankenswerter Weise nicht neu erfunden.</p>
<p>Doch schon hier wird klar, dass die Alte Oper soundtechnisch eine Herausforderung ist: Die achtköpfige Live-Band unter der Leitung von Tim Davies klingt blechern, der Gesang sehr mumpfig. Der Sound kommt komplett von vorn. Greg Pink hat sicherlich versucht, das Beste herauszuholen, aber die deutlichen Abstriche in Sachen Tontechnik konnte er nicht verhindern.</p>
<p>Umso schöner ist es, dass die Kostüme genauso aussehen wie 1981. Jede einzelne Katze hat den Wandel der Zeit unbeschadet überstanden und sieht bis zum letzten aufgemalten Schnurrbarthaar so aus, wie Napier es sich seinerzeit ausgedacht hat.</p>
<p>Marina Stevenson, selbst ausgebildete Tänzerin, die u. a. bei „Cats“ und „Phantom of the Opera“ im West End auf der Bühne stand, ist Resident Director der aktuellen Tour. Sie hat ausnehmend viel Erfahrung mit diesen musikalischen Katzen (u. a. in Spanien, den Niederlanden und der Schweiz), was man insbesondere an den Choreographien erkennt. Die Katzen bewegen sich sehr geschmeidig und die vielen Tanzszenen werden sehr synchron von den Darstellern performed.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2073 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-04-credit-alessandro-pinn-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-04-credit-alessandro-pinn-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-04-credit-alessandro-pinn-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-04-credit-alessandro-pinn.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Andererseits scheint sie es in dieser Produktion sehr eilig zu haben. Nicht nur, dass die komplette Sequenz von Growltiger und Griddlebone fehlt – das allein sind mehr als 15 Minuten –, auch dass viele Songs ohne kunstvolle Akzente und Pausen einfach „durchgesungen“ werden, schadet dem Stück. Die Charaktere haben daher viel weniger Möglichkeiten, sich zu präsentieren und ihre Geschichte nachhaltig zu erzählen. Besonders ins Gewicht fällt dies bei „Mungojerrie &amp; Rumpleteazer“, „Rum Tum Tugger“, „Mister Mistoffelees“ und „Moments of Happiness“.</p>
<p>Die internationale Cast ist sehr gut besetzt, allen voran Joanna Ampil. Deren „Memory“ leidet zwar auch unter dem schlechten Sound, dennoch bekommt das Publikum, das dem weltbekannten Song entgegenfiebert („Jetzt kommt es!“), einen sehr guten Eindruck davon, zu was die überraschend jung wirkende Darstellerin fähig ist. Eine gute Soundanlage und die Zuschauer wären im wahrsten Sinn des Wortes weggeblasen worden. Ampil spielt sehr akzentuiert und streng, doch ihr Pfund ist die Emotionalität, die sie mit ihrem Gesang über die Rampe bringen kann.</p>
<p>Auch sehr beeindruckend ist Agnes Pure als Demeter. Ihre Mimik ist herausragend und ihre stimmliche Bandbreite, die sie bei „Macavity“ unter Beweis stellt, ist beeindruckend. Very british als Bustopher Jones und zuckersüß als Theaterkater Gus ist Tony McGill. Man amüsiert sich mit dem überkandidelten Feinschmecker-Kater und möchte den alten Kater, der sich wehmütig an seine Schauspielkarriere erinnert, einfach nur in den Arm nehmen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2072 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-03-credit-alessandro-pinn-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-03-credit-alessandro-pinn-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-03-credit-alessandro-pinn-768x510.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/cats-foto-03-credit-alessandro-pinn.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Matt Krzan und John Brannoch gelingt es als Munkustrap und Rum Tum Tugger leider nicht ganz, ihre ansonsten sehr präsenten Rollen zu füllen. Beide sind exzellente Sänger und Schauspieler, doch die sehr gehetzte Personenregie und der mäßige Sound schaden gerade diesen beiden Charakteren sehr.</p>
<p>Ein Wort noch zu den „Übertexten“, die bei Produktionen auf Englisch offenbar notwendig sind: Kennt man „Cats“, dann kann man diese sehr gut ignorieren, zumal sie nur selten zum aktuell Gesagten / Gesungenen passen. Sieht man „Cats“ in dieser Tourproduktion zum ersten Mal und ist man der englischen Sprache nicht mächtig, helfen diese rudimentären Übersetzungen beim Verständnis nicht wirklich weiter. Warum lässt man also nicht die existierenden deutschen Texte parallel zum Gesang „durchlaufen“? Das wäre sicherlich deutlich zielführender.</p>
<p>Doch insgesamt hat „Cats“ seinen Zauber nicht verloren. Ja, es ist ein Musical der 1980er Jahre und das sieht, hört und spürt man. Doch es funktioniert! Die Musik berührt, die Chorographien beeindrucken und der „Hit-Song“ verfehlt seine Wirkung nicht. Es ist eine unterhaltsame Show, die man sich gern anschaut.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Alte Oper, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 23. August 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>Joanna Ampil, Matt Krzan, John Brannoch, Agnes Pure, Tony McGill</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Andrew Lloyd Webber / Marina Stevenson</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Alessandro Pinn<br />
</span></div>
</div>
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