<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>2014-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<atom:link href="https://www.musicals-online.com/category/2014/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.musicals-online.com/category/2014/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 10 Nov 2019 22:05:26 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/09/cropped-08062B90-DABA-4778-9C77-84DA20A86023_1_105_c-e1695646822420-1-32x32.jpeg</url>
	<title>2014-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<link>https://www.musicals-online.com/category/2014/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Eine nicht ganz runde Weltpremiere</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-nicht-ganz-runde-weltpremiere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2014 11:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Leistenschneider]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Hees]]></category>
		<category><![CDATA[Ds Wunder von Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Hübert]]></category>
		<category><![CDATA[Gil Mehmert]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lingnau]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Theater an der Elbe]]></category>
		<category><![CDATA[Tetje Mierendorf]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Bolten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1120</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ähnlich wie bei „Rocky“ vor zwei Jahren hat sich die Stage Entertainment bei „Das Wunder von Bern“ erneut an die Kombination eines sportlichen Themas mit Musiktheater gewagt. Zumindest sind es der Fußball und der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, die den Handlungsrahmen für „Das Wunder von Bern“ bilden. Basierend auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/eine-nicht-ganz-runde-weltpremiere/">Eine nicht ganz runde Weltpremiere</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">Ähnlich wie bei „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rocky_2012.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1294">Rocky</a></span>“ vor zwei Jahren hat sich die Stage Entertainment bei „Das Wunder von Bern“ erneut an die Kombination eines sportlichen Themas mit Musiktheater gewagt. Zumindest sind es der Fußball und der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, die den Handlungsrahmen für „Das Wunder von Bern“ bilden.</div>
<div class="style_2">Basierend auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann (2003) geht es aber weniger um den Fußball als vielmehr um den nach zwölf Jahren Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Richard Lubanski, der sich nur langsam wieder an sein altes Leben gewöhnt. Im Mittelpunkt des Films steht hierbei die Beziehung von Richard zu dessen Sohn Matthias, der erst nach seinem Einberufungsbefehl geboren wurde, weshalb die beiden sich erst einmal überhaupt kennenlernen müssen.</div>
<div class="style_2">
<p>Film und Musical enden beide im doppelten Happy End: Deutschland wird Fußball-Überraschungsweltmeister und Richard und Matthias finden als Vater und Sohn zueinander.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_268">
<div class="style_2">2011 ließ die Stage Entertainment eigens für diese Eigenproduktion im Hamburger Hafen ein neues Theater bauen, welches Anfang November mit viel Pomp eröffnet wurde. Ob der Bau wirklich das architektonische Juwel ist (von der Stage Entertainment im Programmheft so benannt), kann jeder selbst entscheiden. Doch der graue, an einen Helm erinnernde, Theaterbau fügt sich weder in das Hafenbild ein, noch sorgt das schlichte weiß-rote Foyer für Wohlfühl-Atmosphäre. Vielmehr erinnert der neutrale Bau an ein Museum wie es in jeder größeren Stadt stehen könnte. Dieser Eindruck wird durch die ausgestellte Kunst zusätzlich bestärkt.</div>
<div class="style_2">
<p>Doch im Musiktheater geht es ja nicht um das „Draußen“, sondern um das Geschehen auf der Bühne. Und das beginnt sehr beklemmend: Zur Ouvertüre werden auf der bühnenfüllenden Leinwand Bilder aus dem Nachkriegs-Deutschland gezeigt und der Zuschauer wird Luftlinie in die graue Tristesse des Ruhrpotts geflogen. Nach einem sehr getragenen Auftakt, in dem Matthias‘ (Riccardo) Fußballliebe deutlich wird, folgt die im Laufe des Abends mehrfach wiederholte Schunkelnummer „Dat wird doch nie wat“. Die Ankunft Richards (Detlef Leistenschneider) am Essener Hauptbahnhof gelingt dank der guten Projektionen (Ad de Haan, Timm Ringewaldt) sehr plastisch. Die Szene, in der die frisch gebackene Anette Ackermann (Elisabeth Hübert) ihrem Gatten, Sportjournalist Paul (Andreas Bongard), die Hochzeitsreise schmackhaft machen möchte, wird auch dank der im Hintergrund schnell wechselnden Motive &#8211; von Frauenkirche, Schiefem Turm von Pisa, Eiffelturm bis hin zu Big Ben &#8211; zu einer in sich stimmigen Comedy-Nummer.</p>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_395_370">
<div class="style_2">Eine weitere Szene, die durch die Videoleinwand stark gewinnt, ist die Abfahrt der Kumpel in den Schacht, in dem Richard dann einen sehr intensiven Kriegs-Alptraum durchlebt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Parallel bereitet sich die Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem Trainer Sepp Herberger (in der Medienpremiere am 22.11. gespielt von Michael Ophelders) auf die WM vor. Die Liegestützen, die Ophelders alias Herberger seinen jugendlichen Spielern vormacht, bekommen die deutlich hörbare Anerkennung der Zuschauer.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Als Adi Dassler (Jogi Kaiser) den Fußballern ihre neuen Schuhe vorstellt und die Jungs diese direkt in einer an „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rock_the_Ballet_2013.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=708">Rock the Ballet</a></span>“ erinnernden Choreographie ausprobieren, wirkt die Verquickung von Fußballtraining und Jazztanz doch arg verwirrend. Simon Eichenbergers Choreographien sind durchaus anspruchsvoll und begeistern, doch in das Gesamtbild wollen sie nicht so recht passen.<br />
Gleiches gilt für den parallelen Handlungsstrang, der die Rebellion von Richards Sohn Bruno (David Jakobs) gegen die Nationalsozialisten aufzeigen soll: Mit Rock‘n‘Roll setzt sich Bruno eindrucksvoll für den Kommunismus ein. Wie das jedoch zusammenpasst &#8211; westliche Rockmusik und östliche Politansichten -, bleibt ungeklärt.</p>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_352">
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Doch das Ensemble tanzt sich schwungvoll durch die typischen 50er Jahre Klänge, während Jakobs diese durchaus eindrucksvoll intoniert. Das Aufbegehren von Brunos Schwester Ingrid (Marie Lumpp) gegen das väterliche Verbot sich mit britischen Soldaten zu treffen („Ich will doch nur leben“), zeigt zum ersten Mal deutlich die Handschrift von Komponist Martin Lingnau. Auffällig ist hierbei, dass bei nahezu allen Songs Keyboards und Schlagzeug im Vordergrund stehen. Große, voluminöse Melodien sucht man vergebens. Nichtsdestoweniger überzeugt die Live-Band unter der Leitung von Christoph Bönecker.<br />
Szenenapplaus bekommt das Bühnenbild von Jens Kilian für die Verwandlung der Reisekoffer in einen Bus, von dem aus dann ein fröhliches „Hoch auf dem gelben Wagen“ ins Publikum geschmettert wird. Die Zuschauer trauen sich zwar nicht, genauso gut gelaunt einzustimmen, aber ein zögerlich einsetzendes Mitklatschen zeigt, dass die Busfahrt ihr Ziel nicht verfehlt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Das Finale des 1. Akts wirft einmal mehr inhaltliche Fragezeichen auf: Im Hotel in der Schweiz lässt sich Sepp Herberger von einer Putzfrau sein berühmtestes Zitat („Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten.“) in den Mund legen und die komplette Mannschaft darf sich dann zudem belehren lassen, „nicht so deutsch“ zu sein. Was komisch gemeint ist, kommt doch etwas hölzern über die Rampe und wirkt spätestens beim Tanz der Fußball-Elf in blauen Glitzersakkos deplatziert.</div>
<div class="style_2">
<p>In der zweiten Hälfte offenbart sich die fehlende Dramaturgie noch deutlicher. Von der Vielzahl paralleler Handlungsstränge wird keiner gewissenhaft aufgenommen. Die Charaktere bleiben blass und es wird nur an der Oberfläche gekratzt. Die Gratwanderung, die fragile Beziehung zwischen Vater und Sohn mit stimmungsvollen, bühnenfüllenden Musical-Tanznummern zu verbinden, gelingt kaum. Die Intimität und Verletzlichkeit der Familie Lubanski verflüchtigt sich in dem 2.000 Plätze fassenden Theater nur allzu leicht. Das mag auch eine Erklärung dafür sein, dass die hinreißende Vera Bolten als Mutter Christa kaum in Erscheinung tritt. Auch Matthias und seine Freunde können das Publikum nicht erreichen, obwohl dies bei Kindern auf der Musicalbühne im allgemeinen schon fast ein Selbstläufer ist. Hingegen erscheinen die Comedy-Szenen mit dem Eheaar Ackermann oder die Tanzszenen der Fußballer zwar musicalkonform, jedoch passen sie nicht zum Rest der Handlung.</p>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_395_369">
<div class="style_2">Bekannte Zitate verpuffen ebenso wie der durch TV und Radio bereits im Vorfeld bekannte Titelsong „Wunder gescheh‘n“ (gesungen von Vera Bolten als Mutter Christa). Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, dass die Übertragung des Films auf die Musicalbühne für Gil Mehmert keine leichte Aufgabe war und er sich zwischen Revue, Comedy, klassischem Theater und Akrobatik nicht entscheiden konnte. Der gewählte Mittelweg wird leider keiner Sparte und keinem Charakter gerecht.</div>
<div class="style_2">
<p>Rundum gelungene Szenen wie „An Wunder glaubt doch jeder“ mit einem überzeugenden Tetje Mierendorf als Pfarrer oder „Kannst Du denn wirklich nur an Fußball denken?“, in der Anette (Hübert) die Aufmerksamkeit ihres Mannes mit den Mitteln einer Frau auf sich zu ziehen versucht, wirken ohne Konzept aneinandergereiht.</p>
<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_570">
<div class="style_2">In Richtung Finale verändert sich die Szenerie: Waren vorher die Hintergrundprojektionen angelehnt an die Realität (Hausdächer, Flussläufe, Gebirge) , sind es nun Kreidezeichnungen, die die an Richard und Matthias auf dem Weg nach Bern vorbeiziehende Landschaft darstellen. Der Grund wird schnell klar, wenn man sieht, wie das entscheidende Spiel der Fußball-WM auf der Bühne umgesetzt wird: Ungarische und deutsche Spieler laufen dem projizierten Ball auf der vertikalen Leinwand hinterher. Dabei werden die jeweiligen Positionen und Bewegungen wie auf einer Taktik-Tafel eingezeichnet und mit dem original Radiokommentar von Herbert Zimmermann unterlegt. Akrobatisch eine großartige Leistung der Darsteller! Zudem allein schon durch die deutschlandweit bekannten Worte Zimmermanns sehr berührend.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Nach dem Sieg wechselt das Bühnenbild wieder zu realitätsnahen Projektionen und die Zuschauer erleben wie der kleine Matthias seinem Idol Helmut Rahn (Dominik Hees) bei der Abfahrt aus der Schweiz zujubelt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Der Schriftzug „Weltmeister 1954“ hebt sich und unterstützt von ein wenig Pyrotechnik fallen sich alle jubelnd in die Arme.<br />
Auch wenn klar ist, worauf es in dieser Show hinausläuft, fällt die Vereinigung von Vater und Sohn in diesem Finale fast gar nicht ins Gewicht. Der Fußballsieg steht eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Was bleibt nach zwei Stunden und zwanzig Minuten „Das Wunder von Bern“? Abwechslungsreiche Melodien, aber leider zu viele Reprisen; einige gut durchdachte Szenen, aber leider kein zusammenhängendes Ganzes; sehr gute Schauspieler und Sänger, die ihr Können in dieser Show aber leider nicht unter Beweis stellen können.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Dem Musical gelingt es bedauerlicherweise nicht, die Intensität des Films zu transportieren. Das liegt sicherlich auch daran, dass es zu viele Charaktere sind, die ihre eigene kleine Geschichte erzählen und dadurch die Konzentration auf die eigentliche Handlung &#8211; die Wiedervereinigung von Vater und Sohn &#8211; verloren geht. Ein anderer Grund mag sein, dass das Theater für diesen so persönlichen Stoff schlichtweg zu groß ist und sich die filigranen schauspielerischen Einsätze in den letzten Reihen gar nicht erst feststellen lassen, da man die Mimik der Darsteller nicht einmal erahnen kann.<br />
Im Gegensatz zu „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rocky_2012.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1294">Rocky</a></span>“, bei dem die charmant umgesetzte, bekannte Geschichte sich auf eine zentrale Figur konzentriert und gemeinsam mit der außergewöhnlichen Bühnentechnik dieses Stück zu einem gelungenen Ensuite-Musical macht, verliert sich „Das Wunder von Bern“ in der Vielzahl von Charakteren und schafft es trotz ansprechender, wenn auch nicht neuartiger Bühnentechnik, nicht, die Bedeutung des Weltfußballereignisses auf die damit verbundenen Veränderungen im Leben der Familie Lubanski herunterzubrechen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stage Theater an der Elbe, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>23. November 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Detlef Leistenschneider, Vera Bolten, Elisabeth Hübert, Dominik Hees, Tetje Mierendorf</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong> Regie &amp; Buch / <span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Gil Mehmert / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/eine-nicht-ganz-runde-weltpremiere/">Eine nicht ganz runde Weltpremiere</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein klarer Beweis, dass es Deutschland an Kreativität im Musicalbusiness nicht mangelt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-klarer-beweis-dass-es-deutschland-an-kreativitaet-im-musicalbusiness-nicht-mangelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2014 11:18:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[24-Stunden Musicals]]></category>
		<category><![CDATA[Musical Creations Entertainment]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1114</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schon seit 1995 gibt es in New York die &#8222;24 Hour Plays&#8220;, ein jährlicher Event bei dem Kreative binnen 24 Stunden ein komplettes Theaterstück schreiben, einstudieren und zur Aufführung bringen. Da war es nur logisch, dass irgendwann auch die Musicalszene auf diesen Zug aufsprang und seit 2009 gibt es die jährliche Benefiz-Gala &#8222;The 24 Hour ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-klarer-beweis-dass-es-deutschland-an-kreativitaet-im-musicalbusiness-nicht-mangelt/">Ein klarer Beweis, dass es Deutschland an Kreativität im Musicalbusiness nicht mangelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Schon seit 1995 gibt es in New York die &#8222;24 Hour Plays&#8220;, ein jährlicher Event bei dem Kreative binnen 24 Stunden ein komplettes Theaterstück schreiben, einstudieren und zur Aufführung bringen. Da war es nur logisch, dass irgendwann auch die Musicalszene auf diesen Zug aufsprang und seit 2009 gibt es die jährliche Benefiz-Gala &#8222;The 24 Hour Musicals&#8220; in New York. Schon 2012 wurde dieses Konzept auch im Old Vic Theatre in London aufgenommen und am 3. November kam auch Deutschland endlich in den Genuss dieses so kreativen Musical-Programms.</p>
<p class="Body">Die Idee klingt einfach, stellt aber eine große Herausforderung an alle Beteiligten dar: Binnen 24 Stunden sollen von vier Teams vier Musicals neu geschrieben, komponiert, geprobt, inszeniert und in jeweils 30 Minuten aufgeführt werden. Die Ahrensburger Musical Creations Entertainment von Jacqui Dunnley-Wendt und Hauke Wendt hat die Initiatoren der The 24Hour Plays, Philip Naudé und Kelcie Beene, als Produzenten gewinnen können und der Ahrensburger Bürgermeister Michael Sarach hat nur zu gern die Schirmherrschaft für diese Benefizveranstaltung zugunsten der Kinder- und Jugendarbeit der Lebenshilfe Stormarn übernommen.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1410">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die im Vorfeld bekannt gewordenen Darsteller und Kreativen zogen viele Zuschauer aus dem Großraum Hamburg an und so platzte der Alfred-Rust-Festsaal in Ahrensburg an diesem Abend aus allen Nähten. Die Anspannung vor und hinter der Bühne war allgegenwärtig. Würde das Experiment gelingen? Würden die vier Musicals rechtzeitig fertig sein? Wie würde das Publikum auf dieses in Deutschland bisher gänzliche unbekannte Programm reagieren?</p>
<p class="Body">Die kurze Antwort lautet: Die ersten deutschen &#8222;24-Stunden Musicals&#8220; waren ein voller Erfolg für alle Beteiligten! Aber schauen wir uns den Abend im Detail an&#8230;</p>
<p class="Body">Den Auftakt machte Das Stück &#8222;Der Schwan&#8220; aus der Feder von Kevin Schröder (Buch) und Lukas Höfling (Musik), mit Nicky Wuchinger, Martin Pasching, Andy Bieber und Marja Hennicke als der von den drei Herren angebetete Schwan. Das Stück spielt auf einem Jahrmarkt / Rummelplatz, auf dem drei Männer um die Gunst einer sehr selbstbewussten Dame buhlen. Sie stellt den Dreien Aufgaben, wie eine Achterbahnfahrt oder Zielwerfen, in denen sie ihre Männlichkeit unter Beweis stellen sollen. Doch so unterschiedlich die drei Herren auch sind &#8211; Nicky Wuchinger ist der kraftvolle Schönling, Martin Pasching gibt den intellektuellen Schöngeist und Andy Bieber überzeugt als esoterisch angehauchter Yogi &#8211; keiner von ihnen vermag den schönen Schwan für sich zu gewinnen. Am Schluss enden alle drei als Schießbudenfiguren, die vom Publikum &#8222;abgeschossen&#8220; werden.</p>
<p class="Body">Die Geschichte wird in gut 30 Minuten mit vier Songs erzählt. In Erinnerung bleiben inszenatorische Ideen von Geriet Schieske, wie die lustige Achterbahnfahrt, Nicky Wuchingers &#8222;Leistung&#8220; beim &#8222;Hau den Lukas&#8220; oder Andy Biebers Fahrt in der Geisterbahn. Herzlich lachen musste das Publikum als Bieber als Yogi / Buddhist folgende Weisheit zum Besten gab: &#8222;Ich würde mich ja umbringen, aber ich werde sowieso wiedergeboren!&#8220;</p>
<p class="Body">Schade war, dass man die Souffleuse auch im Publikum sehr deutlich hörte. Dies führte mehrfach zu Irritationen.</p>
<p class="Body">Nach diesem guten Auftakt folgte das Highlight des Abends: &#8222;Was kleines Gemeines&#8220; von Titus Hoffmann (Buch), Thomas Borchert (Musik) und Jacqui Dunnley-Wendt (Regie).</p>
<p class="Body">Drew Sarich sammelt als &#8218;Prinz von Ab und Zu&#8216; Prinzessinnen wie andere Leute Porzellankatzen. Ihm fehlen nur noch Aschenputtel (Diana Mercoli Böge), Schneewittchen (Silke Braas) und Dornröschen (Lisa Antoni), um &#8222;die 100 voll zu machen.&#8220;</p>
<p class="Body">Schon in der (etwas zu langen) Ouvertüre kann Thomas Borchert seine musikalische Urheberschaft nicht verhehlen. Jazz- und Swing-Klänge ziehen sich durch alle 5-6 Songs und sorgen für wippende Füße im Publikum und viel Schwung auf der Bühne. Mit viel Humor und Selbstironie verleihen die vier Darsteller ihren Charakteren Leben. Drew Sarich hat sichtlich Spaß daran den chauvinistischen Prinzen zu spielen, dem die Damen reihenweise zu Füßen liegen.</p>
<p class="Body">Titus Hoffmann hat sich zudem einiges einfallen lassen, um die Märchenfiguren zu entstauben: So war &#8222;Schneewittchen gefangen mit abnormen Fabelwesen&#8220; und Dornröschen ist sich gar nicht mehr so sicher, ob sie wirklich ihren Traumprinzen gefunden hat. Die Vermischung von Märchenzitaten mit zeitgenössischer Sprache ist pointiert und funktioniert tadellos. Am Ende machen die drei Prinzessinnen ihrer Enttäuschung Luft und der ach so sehr von sich eingenommene Prinz verwandelt sich in einen Frosch.</p>
<p class="Body">Dieses Mini-Musical ist in sich komplett, versprüht jede Menge guter Laune und es ist ein Paradebeispiel dafür, wie man in sehr kurzer Zeit perfekte Unterhaltung kreieren kann.</p>
<p class="Body">Nach der Pause kamen die Zuschauer in den Genuss eines echten Musiktheaterstücks. &#8222;Der Faden&#8220; von Nina Schneider (Buch) und Adrian Werum (Musik) erzählt die Geschichte von Simone (Wietske van Tongeren) und Tanja (Jennifer Siemann), die zufällig in den Besitz einer scheinbar verfluchten Marionette kommen. Auf der Suche nach Geisterjägern stoßen die beiden auf die Einbrecher Thomas (Mathias Edenborn) und Rene (Enrico de Pieri), die versuchen aus der schrägen Situation irgendwie noch Profit zu schlagen. Im Vordergrund steht hier das Schauspiel und die Regie von Christopher Drewitz. Die Musik (keine drei Songs) bleibt eher im Hintergrund. Das erklärt auch, warum hier die vierköpfige Band nicht mit auf der Bühne steht.</p>
<p class="Body">Vielleicht liegt es an den vielen Dialogen, vielleicht auch an dem Zuviel an guten Ideen, dass das Stück nicht gänzlich überzeugen kann. Die verfluchte Marionette gerät fast in den Hintergrund, wenn die Mädels mit den Jungs flirten oder sich darüber austauschen, dass heutzutage jeder bei Facebook oder Twitter etwas posted.</p>
<p class="Body">Dafür zeigen die vier Darstellerinnen und Darsteller großes komödiantisches Potential und sorgen auch für den ein oder anderen Lacher. Zudem wurde hier das &#8222;Textproblem&#8220; sehr gut gelöst. Die Darsteller lesen ihre Texte von der Wohnzimmertischplatte oder der Laptop-Requisite ab. So fällt es kaum auf, wenn man an der ein oder anderen Stelle nicht ganz sicher ist.</p>
<p class="Body">Zum Abschluss hoben Heiko Wohlgemuth (Buch) und Johannes Glück (Musik) mit dem Publikum an Bord der Anchovi Arlines ab: &#8222;Käse oder Wurst&#8220; beschreibt eine Szene im Flugzeug, in dem die Stewardess (Charlotte Heinke) über ihr eintöniges Leben lamentiert, einer der Fluggäste (Lucius Wolter) sich Sorgen um die in seinem Rektum versteckten Drogen macht und zwei weitere Fluggäste (David Arnsperger und André Haedicke) erleben die große Liebe auf den ersten Blick.</p>
<p class="Body">Von Heinke und Haedicke ist man ein gewisses Comedytalent gewohnt, aber auch Arnsperger und Wolter zeigen ihre extrem lustige Seite. Während der obligatorischen Turbulenzen entdecken die Fluggäste Arnsperger und Haedicke im jeweils anderen ihren &#8222;Liebesflugbegleiter&#8220;, während Heinke und Wolter im Hintergrund in bauchmuskelstrapazierender Slowmotion dem wild schlingernden Getränkewagen Einhalt zu gebieten versuchen. Denny Berry (Regie) gelingt das Spiel auf zwei Ebenen ganz ausgezeichnet. Denn schon wenig später stehen Heinke und Wolter mit einem urkomischen &#8222;Strand von Acapulco&#8220;-Gebet im Vordergrund, während Arnsperger und Haedicke sich tänzerisch immer näher kommen. Ein weiteres schönes Zitat in diesem Zusammenhang: &#8222;Von Dir da krieg ich nie genug, mein ungeplanter Höhenflug!&#8220;</p>
<p class="Body">Auch musikalisch fühlt sich das Publikum bei Glück gut aufgehoben. Bei so viel gesanglicher und schauspielerischer Brillanz kommt der Spaß auch auf der Bühne nicht zu kurz: Den Darstellern ist die Freude an diesem Projekt anzusehen &#8211; auch und weil sie das Finale ihres Mini-Musicals nicht wie geplant umsetzen können, sondern stattdessen in Gelächter ausbrechen.</p>
<p class="Body">24-Stunden Musicals zeigt einmal mehr, dass es auch in Deutschland sehr kreative, begeisterungsfähige Musicalautoren, -komponisten, -regisseure und -darsteller gibt. Die vier präsentierten Stücke zeigen eine große Bandbreite mit ganz unterschiedlichen inhaltlichen und kreativen Schwerpunkten. Da war ganz sicher für jeden die richtige Unterhaltung dabei. Man muss also nicht immer über den großen Teich oder den Ärmelkanal schielen, wenn es um echtes Potential geht. Das hat dieser 3. November eindrucksvoll gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass diese und ähnliche Konzepte einen festen Platz in der deutschen Musicallandschaft finden.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
</div>
</div>
</div>
<div class="spacer">
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Alfred-Rust-Festsaal, Ahrensburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong> 3. November 2014</span><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Musical Creations Entertainment<br />
</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-klarer-beweis-dass-es-deutschland-an-kreativitaet-im-musicalbusiness-nicht-mangelt/">Ein klarer Beweis, dass es Deutschland an Kreativität im Musicalbusiness nicht mangelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bei diesem Familienpiratical stimmt einfach alles!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/bei-diesem-familienpiratical-stimmt-einfach-alles/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2014 11:40:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Zobrys]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Spieß]]></category>
		<category><![CDATA[Der kleine Störtebeker]]></category>
		<category><![CDATA[Götz Fuhrmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Heiko Wohlgemuth]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Willmaser]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Saccoccio]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lingnau]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidt Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Leonhard]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Koller]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1123</guid>

					<description><![CDATA[<p>Fast auf den Tag genau 613 Jahre nach der legendären Enthauptung des sagenumwobenen Seeräubers Klaus Störtebeker in Hamburg erzählt das Schmidt Theater allen Interessierten, wie aus dem Waisen Nikolaus der gefürchtete Piratenkapitän geworden ist. Bezüglich Störtebeker gilt auch heute noch: „Nichts Genaues weiß man nicht!“ Mehr als ein halbes Jahrtausend nach seinen Kaperfahrten  auf Nord- ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/bei-diesem-familienpiratical-stimmt-einfach-alles/">Bei diesem Familienpiratical stimmt einfach alles!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">Fast auf den Tag genau 613 Jahre nach der legendären Enthauptung des sagenumwobenen Seeräubers Klaus Störtebeker in Hamburg erzählt das Schmidt Theater allen Interessierten, wie aus dem Waisen Nikolaus der gefürchtete Piratenkapitän geworden ist.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Bezüglich Störtebeker gilt auch heute noch: „Nichts Genaues weiß man nicht!“ Mehr als ein halbes Jahrtausend nach seinen Kaperfahrten  auf Nord- und Ostsee schießen immer wieder neue Gerüchte ins Kraut. Historiker finden neue Quellen, die andere Rückschlüsse erlauben, und so wird Störtebekers Geschichte regelmäßig „angepasst“ und neu geschrieben.</div>
<div class="style_2">
<p>Heiko Wohlgemuth hat die „Fakten“ so gut wie möglich recherchiert und daraus eine plausible Geschichte über die spannende Jugend des Piraten ersonnen. Dabei hat er historisch-hanseatische Besonderheiten mit eingearbeitet, sympathisch-raubeinige Charaktere erschaffen und vergaß auch nicht, dass mit einem Familienmusical ein gewisser Bildungsauftrag einhergeht.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_285">
<div class="style_2">Musikalisch zeichnet einmal mehr Martin Lingnau für großen Unterhaltungswert verantwortlich. Doch wer Altbewährtes erwartet, wird überrascht: „Der kleine Störtebeker“ klingt so ganz anders als man es von Lingnau gewöhnt ist. Anders bedeutet in diesem Fall: rundum gelungen und großartig! Die Kompositionen fügen sich zu einem musikalischen Gesamtbild und schon nach der Eröffnungsnummer wurden im Publikum Wünsche nach der CD zum Stück geäußert. Shantyklänge und an irische / gälische Volksmusik erinnernde Songs bringen viel Energie über die Rampe. Man spürt förmlich die salzige Seeluft. Musikalisch wurde das Seefahrer-Thema zu 100 % getroffen.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Wie schon bei den beiden vorangegangenen Kindermusicals („Räuber Hotzenplotz“ und „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Es_war_einmal_2013.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1230">Es war einmal &#8211; 7 Märchen auf einen Streich</a></span>“) übernahm Carolin Spieß auch beim „Kleinen Störtebeker“ die Regie. Es gelingt ihr, die von Heiko Wohlgemuth kreierten Charaktere sehr charmant und glaubwürdig auf die Bühne zu bringen. Spieß weiß genau, wie sie vermeintlich gruselige Figuren wie den fiesen Pfeffersack oder die Piraten so gestaltet, dass sie die Kinder im Publikum nicht zu arg erschrecken und die Erwachsenen Spaß an deren Vielschichtigkeit haben.</div>
<div class="style_2">
<p>Ein wichtiger Faktor sind hierbei natürlich auch die Dialoge und Songtexte. Wohlgemuth schafft es scheinbar spielend, den Bogen zwischen kindgerechter Sprache und spitzfindigem Wortwitz für die älteren Zuschauer zu spannen. Begriffe, die heutzutage auch kaum ein Erwachsener mehr kennt (Oder wissen Sie, was ein „Büttel“ ist, was „Likedeeler“ sind oder was genau es bedeutet, „an den Pranger zu kommen“?), werden kurzerhand von einem der Darsteller erklärt.</p>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_395_370">
<div class="style_2">Vielleicht liegt es daran, dass Carolin Spieß und Heiko Wohlgemuth ganz genau und bis ins kleinste Detail wissen, wie die Charaktere auf der Bühne funktionieren und klingen sollen, dass man mehrfach &#8211; vor allem bei der altklugen Ratte &#8211; das Gefühl hat, einer von beiden spricht die Figur aus dem Off. Bei „Es ist im Bereich des Möglichen!“ &#8211; dem meist genutzten Zitat der Ratte &#8211; ist dies ganz besonders der Fall. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie Heiko Wohlgemuth diesen Charakter bei den Proben aktiv mit gestaltet hat. Diese enge Verbundenheit aller Beteiligten macht jedes neue Musical im Schmidt Theater besonders.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Mit sparsamen, aber unglaublich effektiven Kulissen (Heiko de Boer) wird der Lebensweg des namenlosen Waisenkinds nachgezeichnet: Beide Eltern sterben kurz nach seiner Geburt, der windige Gaukler Hieronymus kauft den Jungen, nennt ihn Nikolaus, da er ihn am 6. Dezember zu sich nimmt, und zieht ihn in seinem Kuriositätenkabinett groß. Um dies sichtbar zu machen, reichen ein Vorhang aus Lumpen sowie schräge Kostüme.<br />
Irgendwann durchschaut Nikolaus die Spielchen von Hieronymus und flieht. Da er nicht weiß, wo er hingehört, es ihn aber schon immer ans Meer gezogen hat, landet er &#8211; nachdem er mit der sprechenden Ratte Justinius Schiffbruch erlitten hat &#8211; bei den Piraten rund um Kapitän Gödeke Michels (den es übrigens wirklich gab).</p>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_285">
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Die Flucht aufs Meer und die Rettungsaktion werden mit einem blauen Tuch sehr gut angedeutet. Auch das Piratenschiff, bestehend aus einem Mast mit Ausguck und einer durch zwei Leitern angedeuteten Takelage, funktioniert einwandfrei. Selbst der Seegang, den Nikolaus &#8211; inzwischen von den Piraten als „kleiner Klaus“ bezeichnet &#8211; ganz vorn an der Bugspitze erlebt, lässt sich mit einfachster Physik („Hebelwirkung“) sehr effektvoll darstellen.<br />
Klaus fühlt sich bei den gar nicht so bösen Piraten sehr wohl, erfährt von ihnen, dass sie nur die Schiffe der Reichen überfallen, um ihre Beute dann den Armen zu geben („So wie Robin Hood?“ „Ja, aber der ist noch gar nicht erfunden!“) und dass es einen legendären Schatz beim Hamburger Pfeffersack gibt, hinter dem alle her sind. Aber da Kinder und Frauen an Bord Unglück bringen, wird er in Hamburg an Land gebracht. Dort lernt er die Gepflogenheiten auf dem Hamburger Fischmarkt kennen, erfährt, was es mit dem gemeinen Pfeffersack auf sich hat, und trifft &#8211; oh Schreck &#8211; ein Mädchen. Das Mädchen Theodora, genannt Theo, nimmt ihn bei sich unter der Brücke auf und erzählt ihm, dass ihr Vater Schreiber beim Pfeffersack war, aber irgendwann verschwunden ist, und ihre Mutter dort immer noch für einen Hungerlohn arbeiten muss.</div>
<div class="style_2">
<p>Sie steht ihm bei seinem größten Coup &#8211; dem Einbruch in Pfeffersacks Villa &#8211; bei. Wie sich die beiden durch die dunkle Villa bewegen, vorbei an mehr oder weniger schönen Gemälden von Pfeffersack, Türen öffnen, treppauf und treppab nach dem Schatz suchen, bis sie ihn schließlich im Keller finden, ist inszenatorisch genial gelöst: mit Gummibändern werden Bilderrahmen mit wechselnden Motiven geschaffen; die Wände und Türen werden von anderen Darstellern gebildet und bewegen sich mit den Einbrechern mit.Beinahe werden Klaus und Theo erwischt, aber ihnen gelingt einmal mehr die Flucht. Sie schmuggeln sich als blinde Passagiere auf das Schiff von Kapitän Michels und seiner Piratenbande. Nachdem die Piraten hören, dass die beiden Kinder den Schatz vom Pfeffersack gestohlen haben und vor allem auch, was genau dieser Schatz ist, sind sie ganz euphorisch. Doch Pfeffersack ist ihnen mit seiner „Schnellen Libelle“ auf den Fersen und bringt ihr Schiff zum Kentern. Nach einigen Diskussionen, bei denen vom Kapitän mehrfach der von den Kinder im Publikum bejubelte „Schweigefuchs“ angerufen werden musste, hissen die Piraten gerade noch rechtzeitig die Hamburger Flagge (nicht zu verwechseln mit der Flagge, die einen heutzutage handelsüblichen Hamburger zeigt), verkleiden sich als Damen und zwingen den unwissenden  Pfeffersack so, sie zu retten.  „Die Damen in Seenot“ ist die lustigste Szene des Stücks. Nicht nur, dass die Piraten, mit Kokosnussschalen und Schleiern nur dürftig verkleidet, die hässlichsten Damen sind, die das Mittelalter je gesehen hat. Ihre Tanzeinlagen, die schmissige Melodie und die komischen Texte sorgen für perfekte Unterhaltung. Das Publikum krümmt sich schon in den ersten Sekunden der Szene vor Lachen und der Szenenapplaus mag nicht enden.</p>
<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_234">
<div class="style_2">Kaum in Sicherheit auf der „Schnellen Libelle“ geben sich die Piraten zu erkennen, entern das Schiff, sperren Pfeffersack ein und machen sich auf den Weg nach Hamburg, um ihn seiner gerechten Strafe zu überführen.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Zwischendurch stellt sich noch heraus, dass Kapitän Michels der verschollen geglaubte Vater von Theo ist. Der Kapitän möchte die verpasste Zeit mit seiner Tochter nachholen und übergibt Klaus das Steuer. Als Initiationsritus muss dieser erneut einen riesigen Humpen Bier „op ex“ leeren, was ihm diesmal gelingt: Er stürzt den Becher, was im Niederdeutschen „Störtebeker“ bedeutet. So bekommt Klaus den Nachnamen, unter dem er später europaweit bekannt werden sollte.</div>
<div class="style_2">
<p>Die Geschichte ist rund und hat &#8211; wie es sich für ein Familienmusical gehört &#8211; ein Happy End.</p>
<div id="id10" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_255_301">
<div class="style_2">Apropos Niederdeutsch, auch Plattdeutsch genannt: Da diese Mundart im Mittelalter weiter verbreitet war, bekommen alle Zuschauer eine Lehrstunde dieses heutzutage fast ausgestorbenen Dialekts. Das Ensemble bringt dem Publikum mithilfe von Schildern den Songtext von „Wi snack Platt“ bei, was zumindest bei der Premiere ganz beachtlich gelang.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Nicht zu vergessen, da auch weder zu übersehen noch zu überhören, ist Klaus bester Freund Justinius, genannt Justin. Die vorlaute und allwissende Ratte (gebaut von Pfeffersack-Darsteller Götz Fuhrmann) erinnert vage an „Ratatouille“, macht aber um einiges mehr Spaß. Freche Sprüche und Binsenweisheiten verleihen diesem liebevollen Charakter ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem erfreut sich die Puppe größter Beliebtheit und wird im Laufe des Stücks von drei Darstellern gespielt. Keine Frage, dass eine Ratte im Pest-verseuchten Mittelalter nicht einfach so als Begleiter eines Piratenkapitäns auftauchen kann. Ob nun im rosa Prinzessinnenkleid oder als Papagei &#8211; Justinius macht in allem eine gute Figur! Damit haben garantiert auch die Kleinsten ihren Spaß.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Die sieben Darsteller, die in zahlreichen Rollen als Piraten, Händler, Gaukler oder eben Damen in Seenot zu erleben sind, sprühen vor Energie. Ob nun Götz Fuhrmann als fieser Pfeffersack, Markus Richter als Kapitän Michels oder Stefan Leonhard als Pirat Onno: Man sieht jedem die Spielfreude an. Mario Saccoccio ist neben seiner Rolle als Smutje noch als Justinius‘ Stimme zu erleben. Dass man diesen kleinen Trick nicht immer sofort erkennt, ist ebenfalls der guten Regiearbeit zu verdanken. Tim Koller spielt sich als Gaukler Hieronymus und Steuermann wieder einmal nachhaltig ins Gedächtnis: Seine Mimik ist treffsicher, mit seiner vielseitigen Stimme kennzeichnet er jeden seiner Charaktere unverwechselbar. Er gehört zu den wandelbarsten Darstellern, die in den letzten Jahren  zur Schmidt-Familie hinzugestoßen sind. Theo wird von Schmidt-Neuzugang Kristina Willmaser gespielt. Sie fügt sich perfekt in das Ensemble ein und steht ihren Kollegen in Sachen Spaß und Energie in nichts nach. Benjamin Zobrys steht nicht nur in der Hauptrolle auf der Bühne, sondern hat auch für dieses Stück die schwungvollen, durchaus anspruchsvollen Choreographien aufs Parkett gebracht. Dass nicht jeder der Darsteller ein geborener Tänzer ist, überspielen sie geschickt. Die „schwersten“ Sequenzen übernimmt Zobrys dann auch lieber selbst. Mit jugendlichem Charme gewinnt er das Publikum im Handumdrehen für sich. Dass Klaus den Schalk im Nacken hat und auf seiner Reise viel Blödsinn ausheckt, bringt er glaubwürdig über die Rampe.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Ein Wort noch zum Lichtdesign: Wenn mit so wenig Bühnenaufbauten und Kulissen gearbeitet wird, muss das Licht perfekt darauf abgestimmt sein, zumal hier mehrfach auf zwei Spielebenen agiert wird (beispielsweise bei den Begriffserklärungen oder auch den Verfolgungsjagden). Angelo Spiegel und Frank Liebing haben hier ganze Arbeit geleistet. Unterstützt von einem farbenfrohen Vorhang hinter der Szenerie, gelingt es ihnen immer die richtige Fläche der Bühne auszuleuchten, was beispielsweise beim Einbruch in Pfeffersacks Villa keine ganz einfache Aufgabe ist.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">„Der kleine Störtebeker“ ist perfekte Familienunterhaltung. Von der ersten bis zur letzten Minute fühlen sich Eltern und Kinder gleichermaßen unterhalten. Es gibt viel zu lachen, zu beklatschen und sogar eine ,La Ola‘ durchzieht mehrfach das Schmidt Theater. Es zeigt sich einmal mehr, dass es keine millionenteuren Kulissen und Bühnentechnik braucht, um sein Publikum zwei Stunden vortrefflich zu unterhalten und alle glücklich lachend oder summend aus dem Theater gehen zu sehen.</div>
<div class="style_2">
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">1</span>. November 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Benjamin Zobrys, Tim Koller, Götz Fuhrmann, Markus Richter, Stefan Leonhard, Mario Saccoccio, Kristina Willmaser</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Buch / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Carolin Spieß / Heiko Wohlgemuth / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch<br />
</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/bei-diesem-familienpiratical-stimmt-einfach-alles/">Bei diesem Familienpiratical stimmt einfach alles!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine märchenhafte Reise mit einem sehr knuffigen Esel als Reiseleiter</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-maerchenhafte-reise-mit-einem-sehr-knuffigen-esel-als-reiseleiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2014 12:38:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Gergen]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Lichtenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Bettina Mönch]]></category>
		<category><![CDATA[Capitoltheater]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Shrek]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1148</guid>

					<description><![CDATA[<p>Erneut gelangt ein Kinderbuch über den Umweg Traumfabrik Hollywood auf die Musicalbühne. Nach dem weltweit erfolgreichen DreamWorks-Film von 2001 hob sich schon Ende 2008 am Broadway der Vorhang zur Weltpremiere der Musicalfassung von &#8222;Shrek&#8220;. Zweieinhalb Jahre später gelang &#8211; in einer überarbeiteten Fassung &#8211; der Sprung über den großen Teich ans West End. Vor zwei ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/eine-maerchenhafte-reise-mit-einem-sehr-knuffigen-esel-als-reiseleiter/">Eine märchenhafte Reise mit einem sehr knuffigen Esel als Reiseleiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Erneut gelangt ein Kinderbuch über den Umweg Traumfabrik Hollywood auf die Musicalbühne. Nach dem weltweit erfolgreichen DreamWorks-Film von 2001 hob sich schon Ende 2008 am Broadway der Vorhang zur Weltpremiere der Musicalfassung von &#8222;Shrek&#8220;. Zweieinhalb Jahre später gelang &#8211; in einer überarbeiteten Fassung &#8211; der Sprung über den großen Teich ans West End. Vor zwei Jahren kamen unsere niederländischen Nachbarn in den Genuss des grünen Musicalspasses und seit 19. Oktober 2014 tourt &#8222;Shrek&#8220; nun &#8211; ebenfalls in einer Neuinszenierung &#8211; durch Deutschland.</p>
<p class="Body">Die Rechte sicherte sich rechtzeitig die Mehr! Entertainment GmbH und bringt damit die deutschsprachige Erstaufführung dieses Musical-Erfolgs auf die Bühne. Tourstart ist das Capitol Theater in Düsseldorf; es folgen Berlin, München, Zürich und Wien.</p>
<p class="Body">Die Geschichte vom grummeligen Oger, der durch viele Zufälle auf seine große Liebe Fiona trifft, hat sich sicherlich herumgesprochen.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1898">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Bühnenadaption nimmt lediglich die Handlung des ersten der vier Animationsfilme auf, doch auch hier passiert reichlich, um damit einen kunterbunten Theaterabend zu füllen: Der Oger Shrek lebt zurückgezogen in seinem Sumpf und sieht sich genötigt mit Lord Farquaad zu sprechen als dieser im das Wohnrecht im Sumpf entzieht, um dorthin all die lästigen Märchenfiguren zu verbannen. Lord Farquaad, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich König von Duloc zu werden, nutzt die Gunst der Stunde und handelt mit Shrek einen Deal aus: Wenn dieser die als zukünftige Braut auserwählte Prinzessin Fiona aus den Klauen des bösen Drachen befreit, bekommt er sein Stück Sumpf auf Lebenszeit überschrieben. Auf seiner Wanderung trifft Shrek auf den sehr anhänglichen, redseligen Esel, der ihm mehr und mehr auf den Geist geht, obwohl dieser doch bloß sein Freund sein möchte.</p>
<p class="Body">Der Drache entpuppt sich als einsame Drachenlady, die sich Hals über Kopf in den Esel verliebt; Shrek kann Fiona daher weitgehend widerstandslos befreien und zurück zu dem etwas zu kurz geratenen Lord Farquaad begleiten. Auf dem Weg dorthin lernt der Zuschauer aber, dass Fiona verflucht ist und sich nach Sonnenuntergang in eine Oger-Dame verwandelt. Dieser Fluch kann nur durch den Kuss der wahren Liebe gebrochen werden. Fiona setzt folglich ihre ganze Hoffnung auf die bevorstehende Hochzeit.</p>
<p class="Body">Womit aber weder Shrek noch Fiona gerechnet haben, sind die Gefühle, die sie trotz aller vermeintlichen Unterschiede füreinander entwickeln. Doch gerade als das Publikum glaubt, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt, kommt es zu einem folgenschweren Missverständnis und die Hochzeit von Fiona und Lord Farquaad findet wie geplant statt. Fast zu spät erscheint Shrek in der Kirche und zeigt Fiona seine wahren Gefühle. Die untergehende Sonne spielt ihm unwissentlich in die Karten und noch vor der eigentlichen Vermählung verwandelt sich Fiona wieder in einen Oger. Lord Farquaad kann sich vor Ekel kaum rühren und muss sich zudem gegen die meuternden Märchenfiguren wehren. Schließlich kommen noch Esel und Drache dazu und sprengen die Hochzeit endgültig. Shrek und Fiona ist das herzlich egal. Sie finden endlich zueinander, Fiona bleibt trotz des Kusses der wahren Liebe ein Oger und gemeinsam gründen sie im Sumpf eine Familie.</p>
<p class="Body">Was bei der deutschen Bühnenfassung sofort auffällt, sind Märchenfiguren wie &#8222;Max &amp; Moritz&#8220; oder &#8222;Struwwelpeter&#8220;, die im amerikanischen Original nicht vorkommen. Diese Anpassung an das heimische Publikum ist durchaus charmant. Einen ähnlich guten ersten Eindruck hinterlassen Kulissen und Technik: Shreks Stinktier-Deo verfehlt seine Wirkung genauso wenig wie die auf der Videoleinwand aufblühenden Fliegenpilze, als Shrek der ein oder andere Pups entfleucht. Die Sumpf-Szenerie mit entsprechender Hintergrundprojektion, den Bäumen und weiteren kleineren Kulissenelementen ist durch und durch gelungen.</p>
<p class="Body">Überhaupt macht die tourfähige Bühnenfassung einen sehr stimmigen Eindruck. Den Hauptteil bestreitet die bühnenfüllende Leinwand im Hintergrund, die mit verschiedensten Motiven bespielt wird. Teilweise hat man den Eindruck, dass diese dreidimensional sind, so brillant erstrahlen Farben und Konturen. Natürlich birgt diese technische &#8222;Spielerei&#8220; auch die Gefahr, dass man über das Ziel hinausschießt. Wenn plötzlich Harry Potter über die Leinwand fliegt oder am Horizont ein &#8222;MacHex&#8220; in rot-gelber Farbkomposition auftaucht, kratzt sich der Zuschauer doch leicht verwundert am Kopf.</p>
<p class="Body">Es gibt einige wenige Großkulissen, die ihren Zweck erfüllen, aber sicherlich keine Preise für das schönste Bühnenbild gewinnen würden. Bei den Baumstämmen, die den Sumpf links und rechts säumen, hätte man sich jedoch mehr Liebe zum Detail und weniger plakative 2D-Malerei gewünscht.</p>
<p class="Body">Ähnlich verhält es sich mit den Kostümen bzw. mit der Maske (Sarah Kleindienst). Die Kostüme der Märchenfiguren sind farbenfroh und sehr schön detailliert ausgearbeitet (Mario Reichlin). Auch die Rüstungen der Wachen und die Rattenkostüme sind ganz wunderbar. Einzig Pinocchio sieht so aus als hätte er ein Faschingskostüm an. Den hölzernen Eindruck von Armen und Beinen haben die Kollegen in Übersee deutlich besser erwecken können; in Düsseldorf sieht es mehr nach bemaltem Schlafanzug aus. Der Trick mit der langen Nase hingegen ist sehr gut umgesetzt.</p>
<p class="Body">Hinsichtlich der Maske setzt sich der Eindruck fort, dass man hier mit noch mehr Liebe zum Detail hätte arbeiten können. Das betrifft insbesondere Fiona als Oger, aber auch Shreks Maske sieht nicht immer überzeugend aus.</p>
<p class="Body">Die Szene, in der im Schnelldurchlauf das Leben von Fiona im Turm nacherzählt wird (&#8222;Heut ist der Tag&#8220;), gelingt eindrucksvoll. Die drei Sängerinnen entwickeln alle ihren eigenen, ganz besonderen Charme und man schaut jeder von ihnen gern zu. Besonders perfekt ist das Spiel mit der rosa Socke, Fionas imaginärem Prinz in schimmernder Rüstung.</p>
<p class="Body">Kurz vor der Pause begleiten die Zuschauer Shrek in die Höhle des Drachen (die praktischerweise der Kathedrale, in der später Fionas und Lord Farquaads Hochzeit stattfindet, sehr ähnelt). Mit Spannung erwartet das Publikum, wie der riesige rosa Drache in dieser Inszenierung wohl aussehen wird. Er bzw. sie ist schlichtweg ausgezeichnet! Gespielt von vier Darstellern zeigt sich die Drachenlady in ihrer vollen Pracht, wo anderswo nur der Kopf und Oberkörper gezeigt wurden. Absolut lippensynchron bewegt sich das gefährliche rosa Biest zum Gesang von Deborah Woodson, die am Bühnenrand steht. Sie ergänzt sich stimmlich perfekt mit Andreas Wolfram, der einen überaus charmanten Esel gibt.</p>
<p class="Body">Nach der Pause erlebt das Publikum, wie fröhlich Fiona jeden Morgen begrüßt &#8211; in diesem Fall auch Kermit den Frosch, was die Frage aufwirft, wie Kermit nach Duloc kommt. Das direkt daran anschließende Stepptanz-Ballett mit unzähligen, ziemlich niedlichen Ratten ist eines der Highlights des Abends. Die Choreographie dieser Szene ist ganz eindeutig an Altmeister Bob Fosse angelehnt und entfaltet auch in &#8222;Rattenhosen&#8220; ihre volle Magie. Doch auch darüber hinaus gefällt das, was sich Choreographin Kim Duddy für die Märchenfiguren und Bürger von Duloc ausgedacht hat, sehr.</p>
<p class="Body">Die Adaption von Dialogen und Songtexten ist immer eine sehr knifflige Aufgabe, denn allzu oft verschenken die Produzenten hier viel Potential. Mit Heiko Wohlgemuth und Kevin Schröder hat man jedoch zwei absolute Könner verpflichtet, die der großen Herausforderung, den Wortwitz der Originalvorlage zu übertragen, mehr als gerecht werden. Ob Frau Holle allerdings RTL2 gucken oder zum Stichwort &#8222;Bald weht hier ein anderer Wind!&#8220; die Melodie von &#8222;Wind of Change&#8220; gepfiffen werden muss, darf bezweifelt werden.</p>
<p class="Body">Zum Finale gibt es einmal mehr ein sehr gutes Szenenbild zu bewundern: Die Kathedrale, in der Lord Farquaad seine Fiona ehelichen möchte, funktioniert als Projektion einwandfrei. Das hinzugefügte Echo erweckt den Eindruck, dass sich die Hochzeitgesellschaft wirklich in einem alten, halligen Kirchenschiff befindet.</p>
<p class="Body">Insgesamt kommt die Tourproduktion auf eine Nettospielzeit von 2 Stunden und 30 Minuten, in denen es nicht langweilig wird. Einen großen Anteil daran hat auch die gut besetzte Band unter der Leitung von Heribert Feckler. Es ist alles so perfekt abgemischt, dass man sich manches Mal fragt, ob die Musik nicht doch vom Band kommt, doch der Kameraschwenk durch den Orchesterraum und die Bühnenpräsenz der Musiker zum Schlussapplaus belehrt die Gäste eines Besseren.</p>
<p class="Body">Bei einer optisch abgespeckten Bühnenversion wie dieser kommt es vor allem darauf an, dass die Darsteller die Bühne erobern. Beim Casting hat die Mehr! Entertainment ein glückliches Händchen bewiesen: Andreas Lichtenberger führt das Ensemble als Shrek an. Schauspielerisch überzeugt er sowohl als grummeliger Motzkopf als auch als sanftmütiger grüner Riese. Gesanglich erwartet man von einem Oger nicht allzu viel, doch auch hier lässt Lichtenberger es an nichts vermissen.</p>
<p class="Body">Akustische Highlights setzen vor allem Bettina Mönch als Fiona und Andreas Wolfram als Esel. Bettina Mönch zieht gesanglich alle Register und überzeugt in jedem Song. Schauspielerisch kann sie vor allem mit ihrem komödiantischen Talent punkten. Der Esel darf unglaublich nerven und Andreas Wolfram treibt Shrek als ebendieser an den Rand des Wahnsinns. Das macht er jedoch mit soviel Witz und einem so liebevollen Augenaufschlag, dass man ihm nichts krumm nehmen kann. Verglichen mit der Broadway-Fassung könnte man jedoch meinen, dass er manches Mal fast schon wieder zu lieb ist. Der Esel auf der New Yorker Bühne war noch um ein vielfaches zickiger und nervtötender.</p>
<p class="Body">Doch vielleicht ist dies auch ein Regiekniff von Andreas Gergen. Gleiches könnte man bezüglich der sehr exzentrischen und manches Mal doch zu tuntigen Ausgestaltung von Lord Farquaad vermuten. Carsten Lepper füllt diese körperlich sehr anstrengende Figur (er bewegt sich nur auf Knien über die Bühne) mit Leben und herrscht über Duloc wie kein Zweiter. “Hier in Duloc” gehört zu den schwungvollsten Szenen des Abends. Die umfassenden Anwendungen im palasteigenen Wellness-Tempel anlässlich Lord Farquaads bevorstehender Hochzeit sind überraschen, da so bisher noch nicht gesehen. Die Szene zeigt einmal mehr, dass Lepper sowohl schauspielerisch als auch gesanglich viel zu bieten hat. Das Finale der Szene erinnert mehr als nur vage an „ich gehör nur mir“ &#8211; den „Elisabeth“-Hit schlechthin &#8211; und sorgt nicht nur bei den Musicalfans für großes Gelächter.</p>
<p class="Body">Von den 18 weiteren Darstellerinnen und Darstellern kann sich niemand nachhaltig ins Gedächtnis singen oder spielen. Auch Stefan Luethy als Pinocchio gelingt es nicht, aus seiner Rolle als Rädelsführer der Märchenfiguren mehr zu machen als eine Randnotiz. Da kam dieser Figur in der Originalfassung doch eine deutlich größere Bedeutung zu. Schade, dass dies im Capitol Theater nicht übernommen wurde.</p>
<p class="Body">Als Tourfassung funktioniert &#8222;Shrek&#8220; ganz sicher. Es ist begrüßenswert, dass auch die deutschsprachigen Musicalbesucher damit in den Genuss eines Broadway- und West End-Hits kommen. Dreht man seitens der Regie und Maske / Kulisse noch an der ein oder anderen Stellschraube, können sich die Zuschauer auf einen rundum gelungenen Abend freuen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
</div>
</div>
</div>
<div class="spacer">
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Capitoltheater, Düsseldorf</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>19. Oktober 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Andreas Lichtenberger, Bettina Mönch, Carsten Lepper, Andreas Wolfram</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Andreas Gergen<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Jens Hauer / Mehr Entertainment!<br />
</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/eine-maerchenhafte-reise-mit-einem-sehr-knuffigen-esel-als-reiseleiter/">Eine märchenhafte Reise mit einem sehr knuffigen Esel als Reiseleiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Charles Manson &#8211; Summer of Hate</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/charles-manson-summer-of-hate/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2014 11:58:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Alicia Aumüller]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Manson]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Pohl]]></category>
		<category><![CDATA[Maja Schöne]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Rudolph]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Pucher]]></category>
		<category><![CDATA[Summer of Hate]]></category>
		<category><![CDATA[Thalia Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Tilo Werner]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1129</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn ein Musical &#8222;nur&#8220; 105 Minuten lang ist und schon bei der Uraufführung ohne Pause gespielt wird, fragt man sich unweigerlich, ob es für diese Entscheidung einen Grund gibt. Im Fall von &#8222;Charles Manson &#8211; Summer of Hate&#8220; gibt der Untertitel &#8222;Ein musikalischer Trip zwischen L. A. und dem Death Valley” auch nur wenig mehr ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/charles-manson-summer-of-hate/">Charles Manson &#8211; Summer of Hate</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Musical &#8222;nur&#8220; 105 Minuten lang ist und schon bei der Uraufführung ohne Pause gespielt wird, fragt man sich unweigerlich, ob es für diese Entscheidung einen Grund gibt. Im Fall von &#8222;Charles Manson &#8211; Summer of Hate&#8220; gibt der Untertitel &#8222;Ein musikalischer Trip zwischen L. A. und dem Death Valley” auch nur wenig mehr Aufschluss. Das Publikum wird wahrhaftig auf einen Trip geschickt &#8211; aber leider nicht auf einen positiven.</p>
<p>Dabei fängt es durchaus gut an: Die Bühne des Hamburger Thalia Theaters ist mit Sand ausgestreut, es liegen trockene Büsche und Steine herum, es fehlt nur noch die obligatorische Mundharmonikamelodie und das Wüsten-/Western-Feeling wäre perfekt. Die Band wird hinter einem Paravent platziert, durch dessen Fenster man das Geschehen dahinter mit verfolgen kann.</p>
<p>Zu Beginn tragen alle Darsteller, inkl. der Damen, einen Bart, der für Charlie Manson so bezeichnend ist. Der Paravent öffnet sich und gibt den Blick frei auf einen bühnenhohen Drahtzaun. Es gibt nunmehr zwei sichtbare Spielebenen. Doch auch hinter dem Zaun passiert noch etwas. Das dortige Geschehen wird live mit einer Kamera aufgenommen und wiederum vorn auf den Zaun projiziert. Manchmal werden auch Originalvideos mit Interviews oder aus TV-Berichten dazwischen geschnitten.</p>
<p>So abwechslungsreich die Spielebenen, so uneinheitlich ist auch die Sprache im Stück. Die Dialoge finden mal auf Englisch, mal auf Deutsch statt. Schade ist in diesem Zusammenhang, dass einige Worte falsch übersetzt wurden. So ist zum Beispiel in einem Hintergrundvideo von einer Fesselung mit einem &#8218;tie&#8216; (Schlips / Krawatte) die Rede, was die im Vordergrund spielende Darstellerin mit &#8218;Handtuch&#8216; (im englischen: towel) übersetzt.</p>
<p>Viele Szenen wirken zusammenhanglos, so verwirrend wie die Titelfigur Charles Manson selbst. Dem jüngeren Publikum sagt der Name wohl eher nichts. Aber es darf auch bezweifelt werden, dass die älteren Zuschauer diese sehr amerikanische Geschichte in den 1960er Jahren bis ins Detail verfolgt haben.</p>
<p>Ein umfangreiches Programmheft gibt einen Überblick über die Zeitgeschichte und zeichnet Charles Mansons Lebensweg nach. Aber auch nach dem Studium dieser fast 60 Seiten hat man nicht das Gefühl, wirklich klar zu sehen.</p>
<p>Die Musik fügt sich gut in dieses schräge Gesamtkonzept ein. Manche Titel sind sehr gefällig, andere wiederum sind so disharmonisch, dass man sich fast die Ohren zuhalten möchte (bspw. &#8222;Your home is where you&#8217;re happy&#8220;).</p>
<p>Das sehr entspannte, freie Kommunenleben der &#8218;Family&#8216; wird sehr gut dargestellt. Die sexuellen Gepflogenheiten und wie man ein Teil dieser Familie werden konnte, werden sehr ausschweifend beschrieben. Hierzu erzählen fünf Frauen ihre persönliche Geschichte; im Hintergrund laufen Originalvideos und -fotos der Damen. Die Verehrung Charlie Mansons als Vaterfigur und Führer wird überdeutlich.</p>
<p>Nichtsdestoweniger fehlt der rote Faden in der Handlung. Denn nach dieser Beschreibung von Interna verschiedenster Art folgt ein Rock-Song mit gleich drei Charles Manson Darstellern. Das Publikum wird vollständig durch einen Scheinwerfer geblendet und man kann dem Konzert nur noch akustisch folgen. Spätestens jetzt wird klar, warum im Foyer überall kostenlose Ohrstöpsel verteilt wurden.</p>
<p>Der Massenmord, für den Manson schließlich verurteilt wurde, wird sehr beklemmend nachgezeichnet. Dass die zwei Blondinen im Pool darüber lästern wie über den neuesten Modetrend, wirkt einmal mehr unpassend. Die in der Folgeszene ausgeschnittenen Augen im Video einer Mittäterin gehen noch einen Schritt weiter und haben Horrorfilm-Charakter.</p>
<p>Nach genau 105 Minuten endet das Stück und das Publikum bleibt verwirrt zurück. Alle Darsteller (Alicia Aumüller, Franziska Hartmann, Jörg Pohl, Sebastian Rudolph, Maja Schöne, Tilo Werner) haben einen sehr guten Job gemacht. Sowohl gesanglich als auch schauspielerisch überzeugen sie gleichermaßen. Auch die kleine Band &#8218;Trümmer&#8216; unter der Leitung von Christopher Uhe hat das Theater vollständig mit ihrem Rock-Pop-Sound gefüllt. An Tabea Brauns Kostümen der 60er und 70er Jahre gibt es genauso wenig auszusetzen wie an dem sehr gelungenen Bühnenbild (Stéphane Laimé).</p>
<p>Doch das Buch und die Regie von Stefan Pucher geben Rätsel auf. Die Ereignisse werden nicht chronologisch nacherzählt. Wer im jeweiligen Moment der Aufführung im Mittelpunkt steht, ist auch nicht klar. Es wird nicht Position bezogen (Sind Regisseur oder Autor Fans der Musik? Oder finden sie einfach nur das Kommunenleben spannend?). Auch eine &#8218;Moral von der Geschichte&#8216; vermisst man. Wertfreie Betrachtungen von historischen Ereignissen sind sicherlich keine schlechte Sache, aber im Fall von &#8218;Charles Manson &#8211; Summer of Hate&#8216; fühlt sich der Zuschauer ohne Leitplanke und finale Aussage etwas verloren.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Thalia Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">26</span>. September 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Alicia Aumüller, Franziska Hartmann, Jörg Pohl, Sebastian Rudolph, Maja Schöne, Tilo Werner</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie &amp; Buch:</span></strong> <span class="Bold">Stefan Pucher </span></span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/charles-manson-summer-of-hate/">Charles Manson &#8211; Summer of Hate</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein akustisch schwieriges Pop-Oratorium</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-akustisch-schwieriges-pop-oratorium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Sep 2014 11:51:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Die 10 Gebote]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Falk]]></category>
		<category><![CDATA[Doris Marlis]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Agar]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Kunze]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Falk]]></category>
		<category><![CDATA[Pop-Oratorium]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[St. Michaelis]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Poslovski]]></category>
		<category><![CDATA[Yosefine Buohler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1126</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt wohl kaum einen passenderen Ort als eine Kirche, um das von Dieter Falk und Michael Kunze 2010 neu arrangierte Poporatorium &#8222;Die 10 Gebote&#8220; aufzuführen. Die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, die ihre musikalische Kompatibilität jährlich zu Weihnachten eindrucksvoll unter Beweis stellt, ist optisch ein wundervoller Spielort: die mehr als 500 Chormitglieder finden auf den ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-akustisch-schwieriges-pop-oratorium/">Ein akustisch schwieriges Pop-Oratorium</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Es gibt wohl kaum einen passenderen Ort als eine Kirche, um das von Dieter Falk und Michael Kunze 2010 neu arrangierte Poporatorium &#8222;Die 10 Gebote&#8220; aufzuführen. Die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, die ihre musikalische Kompatibilität jährlich zu Weihnachten eindrucksvoll unter Beweis stellt, ist optisch ein wundervoller Spielort: die mehr als 500 Chormitglieder finden auf den beiden großen Balkonen Platz, das Publikum verteilt sich auf der restlichen Empore und im nahezu ausverkauften Kirchenschiff.</p>
<p class="Body">Das stimmungsvolle Lichtdesign hüllt den Altarbereich in Goldtöne. Die andächtige Stimmung überträgt sich sofort auf das Publikum &#8211; in Kirchen benimmt man sich eben (auch heutzutage). Anstatt von Notenbüchern tragen die beiden Erzähler (Yosefine Buohler und Paul Falk) überdimensionale Bibeln mit sich herum. Sie sind modern gekleidet und begegnen den Zuschauern so auf Augenhöhe. Die übrigen Darsteller tragen rollenkonforme Kostüme &#8211; am aufwendigsten ist dabei das farbenfroh schillernde Pharaokostüm.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id3" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content Normal_External_390_24">
<div class="Normal">
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_553">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dass eine Kirche für jeden Tontechniker eine Herausforderung darstellt, merkt man auch am 13. September 2014 nur allzu deutlich. Schon bei den ersten gemeinsamen Songs sind die Solisten kaum zu hören und kommen gegen den Chor nicht an. Auch das mehr rockig als poppig aufspielende Orchester übertönt die Solisten nahezu gänzlich. Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob es sich nicht vielleicht doch um ein Rockoratorium handelt, denn die Botschaft der Sängerinnen und Sänger gehen leider unter und der Konzertcharakter überwiegt.</p>
<p class="Body">Einzig Stefan Poslovski schafft es, sich als Pharao durchzusetzen. Bei &#8222;It&#8217;s hard to be a God&#8220; kommt man in den Genuss der durchaus pfiffigen Texte von Michael Kunze. Einen ähnlich guten Eindruck hinterlässt Jonathan Agar als Naroch. Beide sind in ihren Uptempo-Songs gut zu verstehen. Warum Sascha Krebs (Moses) und Frank Logemann  (Aaron) von der Technik vernachlässigt wurden, verwundert doch arg. Denn die beiden sind nun wahrlich nicht für ihre dünnen Stimmchen bekannt. Vor allem Logemann hat unter der Tontechnik zu leiden, da während seines großen Solos sein Mikrofon komplett ausfällt und die Tontechniker es nicht schaffen, das Problem in den Griff zu bekommen.</p>
<p class="Body">Was dem Publikum den Genuss dieses Oratoriums verdirbt, ist einzig die miserable Tontechnik: kratzende Mikros, zu spät geöffnete Ports, Echo, zusätzlicher Hall und ein mumpfiges Schlagzeug sind nur die Spitze des Eisbergs.</p>
<p class="Body">Schöne inszenatorische Ideen von Regisseurin Doris Marlis, wie beispielsweise Moses, der von der Kanzel die 10 Gebote verkündet, die zudem von den Erzählern in zeitgenössische Sprache &#8222;übersetzt&#8220; werden, geraten hier leider ins Hintertreffen.</p>
<p class="Body">Dass es nicht so einfach ist, ein Publikum zum Mitklatschen zu animieren, zumal wenn ein Titel musikalische Rhythmusbrüche hat, müssen alle Darsteller leidvoll erfahren. Dabei hilft es dann auch nicht, dass auch und gerade die Chormitglieder, an denen sich vermutlich viele Zuschauer orientieren, keinen einheitlichen Klatschrhythmus haben. Das Ganze mündet in furchtbar chaotischem Klatschen zum Finale &#8222;Liebe ist das Gebot&#8220;. Vielfach sind zudem die Applauspausen nicht klar und es tritt eine beklemmende Stille ein.</p>
<p class="Body">Das Fazit kann an diesem Tag leider nur lauten: Idee sehr gut, Umsetzung mangelhaft. Das Orchester unter der Leitung von Doris Vetter grooved über weite Teile des Konzerts, die Darsteller bemühen sich redlich, die riesige Kirche akustisch zu füllen, was aus den genannten Gründen misslingt.</p>
<p class="Body">Wirklich überzeugen kann am Ende nur Stefan Poslovski als exaltierter Pharao, was man auch am aufbrandenden Schlussapplaus erkennt.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> St. Michaelis, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">13</span>. September 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Sascha Krebs, Stefan Poslovski, Jonathan Agar, Frank Logemann, Yosefine Buohler, Paul Falk</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Doris Marlis / Dieter Falk, Michael Kunze<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Krafft Angerer<br />
</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-akustisch-schwieriges-pop-oratorium/">Ein akustisch schwieriges Pop-Oratorium</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
