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	<title>Schauspielhaus-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Schauspielhaus-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Gute Unterhaltung mit Luft nach oben</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2016 18:46:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Film von 1997, in dem eine Handvoll arbeitsloser Stahlarbeiter in Sheffield aus unterschiedlichsten Gründen blank zieht, wurde sehr schnell für die Musicalbühne adaptiert und schon im Jahr 2000 am Broadway uraufgeführt. Terrence McNally und David Yazbek verlegten die Handlung von England in die USA, genauer gesagt nach Buffalo im Bundesstaat New York. Auch dort erlebte die Stahlindustrie in den 1990er ihren Niedergang, tausende Fabrikarbeiter verloren ihre Jobs.</p>
<p>Während die Männer sich jedoch größtenteils selbst bemitleiden und nicht so recht wissen, wie sie ihr Leben in den Griff bekommen sollen bzw. zu stolz sind, „irgendeinen“ Job anzunehmen, organisieren die Frauen den Auftritt einer Strippergruppe, die sie ihre Sorgen für einen Abend vergessen lässt. Die Freunde Jerry und Dave können so gar nicht verstehen, was die Frauen daran finden, halbnackten Tänzern zuzujubeln und mokieren sich über diese „Hupfdohlen“. Aber als sie merken, dass man mit dieser vermeintlich anspruchslosen Art der Bühnendarbietung richtig viel Geld verdienen kann, wächst in ihnen einen Idee: Ehemalige Stahlarbeiter, die an einem einzigen Abend vor zahlendem Publikum strippen. Der einzige Unterschied zu Profis wie den Chippendales soll sein, dass sie sich komplett ausziehen – also „The Full Monty“ präsentieren.</p>
<p>Klingt eigentlich ganz einfach, ist es aber nicht&#8230; Jerry, der von seiner Exfrau wegen ausstehender Unterhaltszahlungen für den gemeinsamen Sohn ein Ultimatum gestellt bekommen hat, versucht verzweifelt, seine Kumpels von der Idee zu überzeugen. Aber tanzen? Noch dazu nackt? Vor Frauen, die die meisten von ihnen seit Jahren kennen? Da lehnen seine Ex-Kollegen dankend ab.</p>
<p>Also veranstaltet er mit seinem besten Freund Dave, dessen Motivation es ist, für seine Frau endlich wieder attraktiv sein zu wollen, ein Casting und stellt eine bunte Truppe mit hohem Frustfaktor zusammen: das Muttersöhnchen Malcolm, den sie nur knapp vom Selbstmord abhalten können, Ethan, der ein wirklich überzeugendes Argument hat, bei diesem Striptease dabei zu sein, der ehemaliger Abteilungsleiter Harold, der seiner Frau auch nach sechs Monaten nichts davon gesagt hat, dass er seinen Job verloren hat, und den Klischee-Afroamerikaner Horse, der tänzerische Erfahrung vorzuweisen hat.</p>
<p>Die Truppe nennt sich fortan „Hot Metal“ und beginnt zu proben. Jerry organisiert einen Raum und Kostüme und treibt die Männer an. Er hat ein Ziel vor Augen – sein Sohn Nathan – und dafür gibt er alles. Dave’s Frust steigt täglich, er fühlt sich zu dick und unnütz, da er keinen Job findet, möchte sich aber von seiner eindeutig stärkeren Frau Georgie auch nicht helfen lassen. Schließlich ist er ja der Mann! Malcolm lässt sich von seiner Mutter herumkommandieren, bis diese unerwartet stirbt. Ethan hilft ihm über diesen Verlust hinweg und die beiden entdecken ihre Liebe füreinander. Harold hält weiter seine Fassade aufrecht bis der Gerichtsvollzieher seiner überraschten Frau alles aus dem Haus holt, was auch nur den geringsten Wert hat. Und Horse? Ja, der versucht alle Mittelchen und Gerätschaften, um seinem vielsagenden Namen alle Ehre zu machen und sich beim Auftritt nicht vollends zu blamieren.</p>
<p>Regisseur Ingo Putz hat die Charaktere aus dem Kieler Haus-Ensemble besetzt. Einzig Alvin Le-Bass ist als Gast dabei. Marko Gebbert ist Jerry, Oliver E. Schönfeld spielt Dave, Zacharias Preen gibt Malcolm und Rudi Hindenburg Ethan. Harold wird von Imanuel Humm gespielt und Le-Bass steht als Horse auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses. Auch die Darstellerinnen kennt man durchweg aus anderen Kieler Produktionen: Magdalena Neuhaus als Harolds Frau Vicki, Ellen Dorn als Jerrys Ex-Frau Pam, Jennifer Böhm als Daves geliebte Georgie sowie Yvonne Ruprecht als Jeanette. Hinzu kommen noch Martin Borkert, Werner Klockow, Nurit Hirschfeld, Hannah Moana Paul und Olivia Papoli-Barawati, die in verschiedenen Nebenrollen zu sehen sind.</p>
<p>Bühne (Margarethe Mast) und Kostüme (Katharina Kromminga) sind gelungen und geben der Handlung im tristen Buffalo der 1990er Jahre einen optisch treffenden Rahmen. Auch die sechsköpfige Band unter der Leitung von Ture Rückwardt schafft den idealen Klangteppich für Yazbeks schwungvoll-rockige Kompositionen.</p>
<p>Gerade an Stadttheatern, die alle drei Sparten bedienen, trifft man häufig auf das Phänomen, dass das Haus-Ensemble in Schauspielen, Opern und Musicals zu sehen bzw. zu hören ist. Das kann funktionieren (wie beispielweise in Kiel 2014 bei „Romeo &amp; Julia“), häufig muss das Publikum hier jedoch Abstriche machen. Auch bei „The Full Monty“ können die Darsteller schauspielerisch durchweg überzeugen. Insbesondere Oliver E. Schönfeld erzeugt als liebenswerter, aber mit sich und seinem Waschbärbauch unzufriedener Dave, der durch sein mangelndes Selbstbewusstsein fast seine Ehe aufs Spiel setzt. Yvonne Ruprecht gibt die herrlich knorrige Probenpianistin Jeanette, die mit ihrer Art und ihren trockenen Sprüchen nicht nur die Tanztruppe unterhält. Ihre „Showbiz Nummer“ zu Beginn des zweiten Akts ist herrlich abgeranzt und toll gespielt.</p>
<p>Marko Gebbert bringt vor allem die aggressiven Momente, die Jerry durchlebt, mit seiner Intensität gut über die Rampe. Gefühlvolle Szenen, wie die in der Nathan seinem Vater Geld leiht, liegen ihm dagegen nicht so sehr („I love you kid“).</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-1946 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11-400x310.jpg" alt="" width="400" height="310" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11-400x310.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11-768x595.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wäre dies ein Theaterstück könnte man durchweg von vorzüglicher Unterhaltung sprechen, auch wenn man die Ansicht des Regisseurs, dass die Besetzung der Rollen durch Schauspieler mit Sprechtheater-Schwerpunkt per se glaubhafter ist, nicht teilen muss. Denn wenn die Schauspieler 10 und mehr Jahre älter sind als im Rollenprofil angegeben, schwindet die Authentizität – trotz der vielleicht optisch glaubhafteren Erscheinung – dahin (Programmheft-Interview, Seite 9).</p>
<p>Da es sich bei „The Full Monty“ jedoch um ein Musical handelt, in dem viel gesungen und getanzt wird, gilt es auch hier genauer hinzuschauen. Choreographisch sind durchaus einige gute Ideen von Zaida Ballesteros Pajero zu erkennen, doch leider kann das Ensemble diese nicht umsetzen. Das fängt beim „Cha Cha Cha“ in der Tanzschule an, der bei keinem der asynchron tanzenden Paare ein „Cha Cha Cha“ ist, sondern ein hilfloses Herumgehopse, und endet bei den Tanzeinlagen der Herren, die sich doch recht oft selbst auf den Füßen zu stehen scheinen. Warum man in Kenntnis dieses Mankos dann nicht diejenigen in die erste Reihe stellt, die den Tanzschritten einigermaßen gewachsen scheinen, sondern diejenigen vorn platziert, die das geringste tänzerische Talent haben, bleibt rätselhaft (bspw. „Michael Jordan’s Ball“).</p>
<p>Gesanglich wird in dieser Inszenierung munter zwischen deutschen und englischen Texten hin und hergewechselt. Intendiert war seitens des Regisseurs, dem Publikum mit den englischen Originaltexten einen „klangvollen Eindruck vom amerikanischen Buffalo zu geben“, wohingegen die handlungsrelevanten Strophen sollten auf Deutsch gesungen werden (Programmheft-Interview, Seite 9). Ein roter Faden lässt sich hier leider nicht erkennen. Und wenn man zudem berücksichtigt, dass die meisten mit den englischen Originaltexten kämpfen und man sie daher kaum versteht, wäre es wohl besser gewesen, alles komplett auf Deutsch zu inszenieren. Denn die deutsche Fassung von Iris Schumacher und Frank Thannhäuser entfaltet ihre Wirkung auch abseits der Originalsprache.</p>
<p>Während die Auftaktnummer der Damen („It’s a Woman’s World“) noch sehr schwungvoll daherkommt, wirkt schon der erste große Song der Herren („Man“) unfreiwillig komisch, was sowohl am unbeholfenen Staging als auch an Gebberts unpassenden Sprechgesang liegt. Malcolms durch Jerry und Dave verhinderter Selbstmord ist gut und beklemmend gespielt, doch die abschließende Ballade „Big-Ass Rock“ wird von allen drei Darstellern nur sehr mühevoll intoniert.</p>
<p>Auch Ethans und Malcolms Duett „You walk with me“ ist eher angestrengt als romantisch. Dass mit Le-Bass beim Casting für „Hot Metal“ ein „reiner Musicaldarsteller“ die Bühne betritt, merkt man schon an seiner Ausstrahlung. Sein Solo „Big Black Man“, in dem Gesang und Tanz kombiniert sind, funktioniert hervorragend und das Publikum ist begeistert.</p>
<p>Dass aber nicht alle Musical-Bestandteile holpern, zeigt beispielsweise die Szene, in der Dave und Harold ihren Frauen des nächstens im Bett ihre Liebe gestehen. Die Paare „liegen“ in aufrecht stehenden Betten und während Dave mit seiner Figur hadert und sich fragt, wieso Georgie bei ihm bleibt, verzweifelt Harold an seinem Lügengebilde, dass er für seine vermeintlich Status-orientierte Frau aufrecht erhält. Der Song (im Original „You Rule My World“) wird von Schönfeld und Humm auf Deutsch gesungen und bildet zusammen mit der gelungenen Szenerie ein geschmackvolles Gesamtbild. Auch die Reprise des Songs im zweiten Akt ist gesanglich gut und hat eine sehr liebevolle Energie, auch wenn die Choreographien eher unnatürlich und gestellt wirken.</p>
<p>Ebenso ist die Generalprobe vor dem gar nicht so schüchternen Handtaschengeschwader Buffalos, in der sich die Frauen über die Männer lustig machen („Die sind nicht gut“) absolut treffend umgesetzt.</p>
<p>„The Full Monty“ kommt mit viel Selbstironie daher, die Charaktere sind nicht zwangsläufig liebenswert. Die Unterschiedlichkeit der Motive an diesem Striptease teilzunehmen oder ihn sich anzuschauen, könnten unterschiedlicher kaum sein, doch Ingo Putz hat dies mit seinen Darstellern sehr gut herausgearbeitet. Wenn Schönfeld mit einer Rolle Klarsichtfolie allein auf der Bühne steht, sich diese langsam um den nackten Bauch wickelt und davon spricht, dass es durchaus Erniedrigenderes geben könnte, beispielsweise wenn man dies vor ein paar Hundert Zuschauern im Scheinwerferlicht machen müsste, verfehlt das seine Wirkung nicht. Genauso bemitleidenswert sympathisch ist Horse, wenn er mit dem Kundenservice telefoniert und versucht zu klären, warum die Vakuumpumpe seinen Penis nicht in der erwünschten Weise vergrößert.</p>
<p>Die ganze Show ist auf das Finale („Let it go“) ausgerichtet, das auch in Kiel zu Beifallsstürmen führt. Die „Hot Metal“ Tänzer kommen in Zwergenkostümen auf die Bühne (auch wenn Jerry, der plötzlich Angst vor der eigenen Courage hat, hierfür noch eine Extra-Einladung seines Sohnes braucht) und beginnen sich mehr oder weniger lasziv zu bewegen. Das weibliche Ensemble feuert das Publikum an, damit es noch mehr klatscht und den Tänzern so noch mehr Mut macht. Die an sich schnell auszuziehenden Beinkleider erweisen sich zwar als etwas widerspenstig, aber auch diese unfreiwillige Slapstickeinlage passt zur Gesamtinszenierung. Am Ende stehen die Herren wie Gott sie schuf auf der Bühne und das Publikum johlt ob der vielfältigen Rückenansicht. Genau so soll es doch sein, oder?</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>gekürzt</em> <em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">2</span>. Dezember 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Oliver E. Schönfeld, Alvin Le-Bass, Yvonne Ruprecht, Rudi Hindenburg, Marko Gebbert, Magdalena Neuhaus</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik &amp; Buch / Regie:</span></strong> Terrence McNally, David Yazbek / Ingo Putz<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Olaf Struck<br />
</span></div>
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		<title>Kurzweilige Unterhaltung mit viel Lokalkolorit</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/kurzweilige-unterhaltung-mit-viel-lokalkolorit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2015 14:44:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Stock]]></category>
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		<category><![CDATA[Matthias Redlhammer]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Kamp]]></category>
		<category><![CDATA[Monty Python]]></category>
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		<category><![CDATA[Schauspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Spamalot]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist wunderbar zu erleben, dass ureigens britische Stücke, die von spitzen Formulierungen und tiefschwarzem Humor leben, auch in Deutschland einen Platz finden können. So bringt in dieser Spielzeit das Schauspielhaus Bochum die absurde Musicalkomödie „Spamalot“ auf die Bühne. Musicals kennt man in diesem Haus sonst eher nicht, aber vielleicht hat man sich hier gerade ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
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<p>Es ist wunderbar zu erleben, dass ureigens britische Stücke, die von spitzen Formulierungen und tiefschwarzem Humor leben, auch in Deutschland einen Platz finden können. So bringt in dieser Spielzeit das Schauspielhaus Bochum die absurde Musicalkomödie „Spamalot“ auf die Bühne.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Musicals kennt man in diesem Haus sonst eher nicht, aber vielleicht hat man sich hier gerade deshalb seit Februar 2015 mit allem erdenklichen Einsatz um diese Produktion gekümmert. Herausgekommen ist eine Inszenierung, die nah am <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Spamalot.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=554">Londoner Original</a></span> ist: 24 Darsteller in 150 Kostümen und unter 40 Perücken, 14 tatkräftige MItarbeiter, die für das Bühnenbild und die Kulissen verantwortlich zeichnen.Nicht zu vergessen, die acht Live-Musiker sowie eine bei Musicals ansonsten eher unübliche Souffleuse.</p>
<p class="Body">Das erfahrene Kreativteam hinter diesem penibel vorbereiteten Bühnenerfolg besteht aus Christian Brey (Regie), Anette Hachmann (Bühne und Kostüme), Tobias Cosler (Musikalische Leitung) sowie Kati Farkas (Choreografie). Sie alle leisten in ihrem Fachgebiet sehr gute Arbeit und das Gesamtergebnis ist mehr als gelungen.</p>
</div>
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<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_257">
<div class="style_2">
<p class="Body">Schon bei den einleitenden Worten des Historikers (Daniel Stock) wird deutlich: „Spamalot“ ist kein normales Musical. Hier nimmt sich nichts und niemand ernst. Das Publikum bricht folgerichtig schon beim ersten Getrappel der Kokosnusshufe von König Artus (Matthias Redlhammer) und seinem Diener Patsy (Ronny Miersch) in Lachen aus. Beim anschließenden „Er ist noch nicht tot“ sind die ersten Lachtränen zu erkennen.</p>
<p class="Body">Man muss sich auf diese Show einlassen, sonst hat man einfach keinen Spaß. Monty Python war nie und wird nie jedermann‘s Sache sein, doch die Bochumer Inszenierung macht es dem Zuschauer leicht, sich in der wirren Gralssuche von Artus und seiner Tafelrunde zu verlieren.</p>
<p class="Body">Ein politisch sehr aktiver Galahad (Dennis Herrmann), der sich ausführlich über die Tümpeltussi und den nicht demokratisch gewählten König Artus auslässt, passt genauso gut ins Bild wie eine Fee aus dem See (Kira Primke), die hochgradig exzentrisch und an eine Popdiva erinnernd, den Rittern ihren Weg weist.</p>
</div>
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</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_258_335">
<div class="style_2">
<p class="Body">Für erste Juchzer im Publikum sorgt die Stimme Gottes, die von vielen sofort als die von TV-Moderator Harald Schmidt erkannt wird.  Als der in dieser Szene erwähne „heilige Schal“ in Form eines VfB Bochum Schals in die Höhe gestreckt wird, bricht im Publikum lauter Jubel los.</p>
<p class="Body">Dies mündet dann einige Szenen später in der direkten Danksagung von Artus an Gott („Harald, ich danke Dir.“) und Bochum („Tief im Westen“). Die an anderer Stelle hinabgelassene Bochumer Skyline macht einmal mehr klar, in wessen Hoheitsgebiet man sich hier befindet.</p>
<p class="Body">Während die höhnischen Franzosen fast schon zu nervtötend sind, erntet Bedevere‘s („Bidde wer? Ach ich!“) Präsentation des hölzernen Hasen, den er quasi einmal rund um die Bühne zieht, bevor er bei seinen Mitstreitern ankommt, jede Menge Lacher und Szenenapplaus.</p>
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<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_251">
<div class="style_2">
<p class="Body">Richtet man sein Augenmerk auf die Bühnenkünstler muss man leider feststellen, dass Matthias Redlhammer zwar ein stattlich-verschusselter König ist, jedoch gesanglich deutliche Defizite aufweist. Kira Primke spielt die zickige Diva hervorragend und zeigt ihre gesangliche Bandbreite. Leider trifft auch sie nicht jeden Ton.</p>
<p class="Body">Wett macht dies Ronny Miersch alias der ewig verkannte Diener Patsy. Sein „Always look on the bright side of life“ trägt er mit einem herausragenden britischen Akzent vor und holt aus dieser Nummer alles heraus, was drin steckt. Auch sein „Ich bin allein“ kurz vor dem Finale bleibt als eines der Highlights hängen.</p>
<p class="Body">Die taktgenaue Tanz- und Gesangseinlage des (eigentlich überhaupt kein bisschen) tapferen Sir Robin (Michael Kamp) ist urkomisch und auch die vorausgehende Fake-Steppeinlage der vier Tänzer lässt das Zwerchfell hüpfen.</p>
<p class="Body">Etwas so noch nicht Dagewesenes bietet das Ensemble anstelle des geplanten Medleys von Andrew Lloyd Webber Songs: Anstatt eines aufgrund von Rechtelizenzen kostenpflichtigen Songs aus Webbers und anderen Musical-Hits stellen die Darsteller die entsprechenden Rollen pantomimisch dar und animieren das Publikum die Refrains der entsprechenden Lieder zu singen. Dies klappt erstaunlich gut und die Zuschauer applaudieren sich danach minutenlang selbst.</p>
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<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_309_453">
<div class="style_2">
<p class="Body">Daniel Stock überzeugt als sehnsuchtsvoller Prinz Herbert. Als er zum besten gibt, dass er nicht „g-e-k-u-p-p-e-l-t“ ist, wird noch ein wenig mehr Lokalkolorit hinzugefügt, denn im Saal weiß jeder, dass dies ein Song aus dem seit 1988 in Bochum erfolgreichen „Starlight Express“ ist.</p>
<p class="Body">Der bis kurz vor Schluss eher blass bleibende Sir Lancelot (Jan Krauter) hat sein großes Coming Out mit einer farbenfrohen Erinnerung an RTL‘s „Tutti Frutti“ Show aus den 1980er Jahren. Doch diese Regenbogen-überspannte Szene funktioniert choreographisch wie gesanglich hervorragend.</p>
<p class="Body">Fast im Vorbeigehen lernt das Publikum noch, dass sich leere Kokosnussschalen auch als Defibrilatoren eignen und dass die Fee aus dem See auf den schönen Namen Jennifer hört.</p>
<p class="Body">Das Finale kommt dann etwas plötzlich, ist aber sehr ansprechend inszeniert.</p>
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<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_150">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Bochumer „Spamalot“-Produktion beinhaltet nahezu alle Monty Python Gags, die man bei der musikalischen Version der „Ritter der Kokosnuss“ erwarten kann: Die Ritter vom Ni fehlen genauso wenig wie der Schwarze Ritter, der seiner sämtlichen Extremitäten verlustig geht. Auch das fiese Kampfkaninchen, Dennis Galahads verdächtig männliche Mutter und die fliegende Kuh der Franzosen fehlen nicht.</p>
<p class="Body">Dieser Abend birgt jede Menge Spaß und zeigt, dass Stadttheater, wenn sie sich trauen und das entsprechende Budget statt in Schauspiel oder Oper zur Abwechlsung einmal in neue Musicals investieren, durchaus imstande sind, großen West End Shows das Wasser zu reichen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Bochum</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>11. September 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Matthias Redlhammer, Ronny Miersch, Kira Primke, Dennis Herrmann, Jan Krauter, Daniel Stock, Michael Kamp</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">John Du Prez &amp; Eric Idle / Christian Brey<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schauspielhaus Bochum<br />
</span></div>
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		<title>Rosenstolz-Musical überzeugt Open Air mehr als Indoor</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/rosenstolz-musical-ueberzeugt-open-air-mehr-als-indoor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2015 14:29:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Karasek]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Magdalena Neuhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Plate]]></category>
		<category><![CDATA[Romeo & Julia]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenstolz]]></category>
		<category><![CDATA[Rudi Hindenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Leo Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Yvonne Ruprecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da das Theater Kiel krankheitsbedingt eine Produktion aus dem Spielplan nehmen musste, hat man sich kurzerhand entschlossen, das im letzten Sommer so erfolgreiche Musical „Romeo &#38; Julia“ auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen. Notwendige Anpassungen des Bühnenbildes wurden gekoppelt mit der Ankündigung neuer Szenen und Texte. Insofern durfte das Publikum durchaus gespannt sein, was ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">Da das Theater Kiel krankheitsbedingt eine Produktion aus dem Spielplan nehmen musste, hat man sich kurzerhand entschlossen, das im letzten Sommer so erfolgreiche Musical „Romeo &amp; Julia“ auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen. Notwendige Anpassungen des Bühnenbildes wurden gekoppelt mit der Ankündigung neuer Szenen und Texte. Insofern durfte das Publikum durchaus gespannt sein, was sich das Kreativteam Neues ausgedacht hatte.</p>
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<div class="text-content style_External_390_335">
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<p class="Body">Das Bühnenbild wurde wie auch schon in der Inszenierung am Hafen bestimmt von der weißen Treppe, auf der sich alle Szenen abspielen. Jedoch ist die Treppe nun nicht mehr strahlend, jungfräulich weiß, sondern zerschrammt, mit Einkerbungen, kleinen Zeichnungen und Sprüchen versehen. Links und rechts flankiert wurde die Bühne von überdimensionalen Buchstaben, die jeweils die Namen der Hauptfiguren bilden. Auch ins Lichtdesign wurden diese Elemente mit eingebunden. Darüber hinaus gab es optisch wenig Neues. Die drei LED-Screens am Ende der Treppe wurden unverändert dazu genutzt, das Geschehen auf der Bühne in einen größeren Kontext einzubinden oder die Wirkung der Songs mit Videoeinspielungen zu intensivieren.</p>
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<div class="text-content style_External_669_1192">
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<p class="Body">Die erste Szene zieht das Publikum sofort ins Geschehen: Die verfeindeten Gangs der Capulets und Montagues treffen aufeinander und es entbrennt ein lautstarker, chaotischer Straßenkampf.</p>
<p class="Body">Ministerpräsident Torsten Albig als Escalus, der sich nachdrücklich gegen dieses Gebaren wehrt, verfehlt seine Wirkung auch indoor nicht. Auch der Wortwitz, mit dem die Shakespeare-Zeilen mit den zeitgenössischen Dialogen kombiniert werden, funktioniert einmal mehr sehr gut.</p>
<p class="Body">Für fragende Gesichter sorgt die Einblendung von Julia auf der Leinwand, während Romeo in seinem ersten Song noch der von ihm so heiß geliebten Rosalinde hinterher trauert. Da hat man es sich etwas sehr einfach gemacht.</p>
<p class="Body">Ebenso schade ist es, dass die Szene, in der Julias Mutter ihrer Tochter die Hochzeitspäne präsentiert, nicht gestrafft wurde. Sie ist sehr langatmig und die im Vergleich zum Sommer deutlich albernere Amme macht es nicht besser. Auch die Szene, in der Benvolio und Mercutio den liebeskranken Romeo aus seinem Versteck hervorlocken wollen, ist zu lang und droht ins Trashfach abzugleiten.</p>
<p class="Body">Die weltberühmte Balkonszene musste für die Indoor-Variante komplett verändert werden, da der schiffsähnliche Bühnenaufbau in der Mitte fehlte. Nun muss kurzerhand ein Geländer an der linken Bühnenseite dafür herhalten. Wie jedoch Romeo ebenjenen Balkon erklimmt, ist sehenswert. Er versucht die glatten Wände mit allen möglichen Tricks zu bezwingen, schlussendlich hilft eine Palette Pils bei der Überwindung der Höhenmeter. Ob Johannes Merz hierfür einen Kletterkurs besucht hat? Zum Standardrepertoire eines Schauspielers und Sängers gehört dieses sportliche Herumturnen in vier Metern Höhe jedenfalls nicht. Leider ist man seitens der Regie (Daniel Karasek) nicht so weit gegangen, dass man die unleidliche „Titanic“-Szene ebenfalls gestrichen hat. Plausibel wäre es gewesen – immerhin fand sie im Sommer noch auf einer Art Schiffsdeck statt – auf dem Geländer wirkt sie recht deplatziert.</p>
<p class="Body">Durch die fehlende Weite des Himmels wirkt die ganze Inszenierung deutlich kompakter. Das wird auch beim Song „Natur“ deutlich, in dem ein offenbar sehr weltlicher Pater Lorenzo mit seinen offenherzigen Nonnen tanzt, um dann am Schuss mit seiner „Holy Davidson“ von dannen zu brausen. Leider kommt man nur in den Genuss ihres satten Klangs, auf den Anblick der Maschine muss das Publikum indoor leider verzichten.</p>
<p class="Body">Die Kämpfe der Banden sind durchweg gut gestaged. Die Darsteller bemühen sich um Authentizität und die Zuschauer fiebern mit. Beim finalen Kampf von Tybalt und Mercutio fliegt jedoch ein (Plastik-)Messer ins Publikum. Das ist sicherlich so nicht geplant gewesen, birgt aber durch die Nähe des Publikums zur Bühne einige Verletzungsgefahren.</p>
<p class="Body">Mercutios Tod als solcher wurde entschärft. Er stirbt lange nicht mehr so theatralisch wie noch im letzten Sommer, was einer modernen Inszenierung gut zu Gesicht steht.</p>
<p class="Body">Zwei Szenen, die durch den Transfer von draußen nach drinnen verlieren, sind die Bettszene von Romeo und Julia sowie die Gruft, in der Julia im künstlichen Tiefschlaf  ihren Liebsten erwartet. Beide Szenen wirkten auf der Open Air Bühne zarter und intimer.</p>
<p class="Body">In der besuchten so genannten „B-Premiere“ wird Julia von Magdalena Neuhaus gespielt. Neuhaus gibt eine sehr frische, freche Julia. Ihr gelingt es, die jugendliche Naivität auch mit dem Gesang zu transportieren. Sie wirkt in jeder Szene süß, quirlig und sehr authentisch. Sie singt klar und druckvoll, aber irgendetwas fehlt. Vielleicht ist es die (Bühnen-)Erfahrung, die man bei Maxine Kazis (Erstbesetzung Julia) erleben durfte, die man bei Neuhaus vermisst.</p>
<p class="Body">Ansonsten gibt es bei der Besetzung nur wenige Änderungen. Paris wird von Marius Borghoff gegeben. Eine Alternative zu Romeo stellt dieser eher schmierig-opportunistische Heriatskandidat aber vermutlich für niemanden im Publikum dar. Auch die von der Mutter so hoch gelobten Attribute des schönen Paris sucht man leider vergebens.</p>
<p class="Body">Romeo wird erneut von Johannes Merz gespielt. Insbesondere beim „Ticken einer Uhr“ zeigt sich seine Wandlungsfähigkeit: Er singt sehr aggressiv und spielt nah am Wahnsinn, um dann in der nächsten Szene wieder der sensible Montague zu sein, der alles für seine Julia tun würde.</p>
<p class="Body">Als Eltern polarisieren Zacharias Preen und Ellen Dorn erneut durch ihre etwas schräge Interpretation des Veronaer Fürstenpaares. Rudi Hindenburg übernimmt wieder die Rolle von Mercutio, Romeos bestem Freund und lässt es gesanglich wie schauspielerisch an Nichts vermissen. Ob Yvonne Ruprecht an der weniger fürsorglichen als vielmehr gänzlich überdrehten Interpretation der Amme Spaß hat, lässt sich schwer beurteilen. Aber auch diese Besetzung ist sehr gelungen.</p>
<p class="Body">Rückblickend sucht man nach den angekündigten Neuerungen und findet sie in kleinen Details. Die Eröffnungsszene ist neu, wirkt aber leider nicht nach. Romeo und Julia blicken sich in der Sterbeszene noch einmal in die Augen – aber ob jeder diese Änderung zur Sommer-Inszenierung bemerkt?</p>
<p class="Body">Doch über die kaum ins Gewicht fallenden inhaltlichen / szenischen Anpassungen kann man gut hinwegschauen. Dennoch funktioniert ‘Romeo &amp; Julia’ im Theater grundsätzlich genauso gut wie open air am Kieler Hafen. Allerdings fehlt ein wenig der Zauber, der das Stück im vergangenen Sommer im Freien umgeben hat. Ob es die untergehende Sonne, der warme Wind oder das Möwengeschrei war – im Sommer 2014 wurde die Geschichte von Romeo und Julia viel intimer und persönlicher erzählt. Durch die Nähe zum Publikum (die erste Reihe sitzt direkt am Bühnenrand) wirkt alles viel plakativer. Fraglich ist nur, ob die Regie dieses ganz besondere Flair überhaupt hätte einfangen können.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstelung: </span></strong>23. Mai 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Magdalena Neuhaus, Johannes Merz, Rudi Hindenburg, Yvonne Ruprecht</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Peter Plate, Ulf Leo Sommer / Daniel Karasek<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Kiel<br />
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		<title>Never change a running system &#8211; Rocky Horror Show ohne Ecken und Kanten</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/never-change-a-running-system-rocky-horror-show-ohne-ecken-und-kanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jul 2011 08:56:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Daisy Wood-Davis]]></category>
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		<category><![CDATA[Jon Hawkins]]></category>
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		<category><![CDATA[Rocky Horror Show]]></category>
		<category><![CDATA[Sam Buntrock]]></category>
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		<category><![CDATA[Sky Dumont]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit fast 40 Jahren, genauer gesagt seit 16. Juni 1973, ist Richard O‘Briens frivol-schaurige Geschichte von Frank‘N‘Furter auf den Bühnen dieser Welt Zuhause. Auch die Deutschland-Tourneen des Kult-Musicals sind immer ausverkauft und so weckte die Ankündigung von BB Promotion eine neue „Rocky Horror Show“ auf Reisen zu schicken, große Vorfreude. Dass es sich um eine ...</p>
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<p class="Body">Seit fast 40 Jahren, genauer gesagt seit 16. Juni 1973, ist Richard O‘Briens frivol-schaurige Geschichte von Frank‘N‘Furter auf den Bühnen dieser Welt Zuhause. Auch die Deutschland-Tourneen des Kult-Musicals sind immer ausverkauft und so weckte die Ankündigung von BB Promotion eine neue „Rocky Horror Show“ auf Reisen zu schicken, große Vorfreude.</p>
<p class="Body">Dass es sich um eine Wiederauflage der Neuinszenierung von 2008/09 handelte, war eine Randnotiz, die nicht weiter ins Gewicht fiel. Doch während und nach der Show sah man doch viele fragende Gesichter. Fehlte doch der schlüpfrige Gesamtkontext fast völlig; das Publikum wurde vom Erzähler nicht „abgeholt“ und Spaß am Time Warp hatten fast nur die Bühnenkünstler.</p>
<p class="Body">Natürlich fällt auch das schwer zu begeisternde Hamburger Publikum bei der Nachbetrachtung mit ins Gewicht. Und doch: In allen zuvor von mir besuchten Hansestadt-Inszenierungen dieses musicalischen Horror-Klassikers feierte das Publikum sich selbst und verwandelte das Theater mit Konfetti, Toilettenpapier, Zeitungshüten, Spielkarten, Gummihandschuhen und nicht zuletzt Wasserpistolen in eine einzige große Time Warp Party. Leider sucht man diese Begeisterung im Schauspielhaus vergeblich&#8230;</p>
<p class="Body">Dabei fängt alles sehr schön an: Auf einer Leinwand werden Ausschnitte aus Schwarz-Weiß-Horrorstreifen gezeigt. Während Magentas Eröffnungssolo wird auf der Weltkugel zum Spielort der ersten Szene (vor einer Kirche) gereist. Diese Szenerie wird für den Epilog wieder aufgenommen und rundet die Show sehr gut ab. Überhaupt funktioniert das Bühnenbild David Farley sehr gut: Die Szenenbilder sind zurückhaltend ausgestattet und einzelne optische Highlights machen sie spannend. So kann der Fokus auf den Akteuren liegen, was bei dieser Show wichtiger ist als sonstwo.</p>
<p class="Body">Die bekannte Geschichte von Frank‘N‘Furter und seinen durchaus als skurril zu bezeichnenden Dienstboten Riff Raff, Magenta und Columbia, den Besuchern Brad und Janet, Rocky, Eddie und Dr. Scott wird auf dieser Tour von Sky Dumont erzählt. Leider erfüllt er seine Aufgabe sehr gelangweilt und oberlehrerhaft. Er geht nicht auf das Publikum ein und erntet neben den augenzwinkernden Standard-Sprüchen wie „langweilig“, „schneller“ tatsächlich ernst gemeinte Pfiffe und Buhrufe. Doch anstatt aktiv spielerisch mit dieser Resonanz umzugehen, übergeht er das Publikum weitestgehend auf arrogante und nicht rollen-adäquate Weise. Dumont scheinen die Fußstapfen von Hans B. Goetzfried, der die Rolle des Erzählers jahrelang hervorragend übernommen hat, leider mehrere Nummern zu groß.</p>
<p class="Body">Ähnlich enttäuschend kommt Jon Hawkins als Brad über die Rampe. Er spielt das zugegebenermaßen schüchterne Muttisöhnchen Brad so blass und leise, dass man ihn mehrfach kaum versteht. Auch mit seinem Solo „Once in a while“ kann er diesem Boygroup-Image leider nichts entgegensetzen.</p>
<p class="Body">Überraschend hingegen gelingt Matthew McKennas Interpretation von Riff Raff: Schaurig, geheimnisvoll, unerwartet attraktiv und mit einer überzeugenden Bühnenpräsenz spielt er den scheinheiligen Diener. Optisch erinnert er an Gary Oldman in „Bram Stoker‘s Dracula“, was der Figur durchaus gut steht. Stimmlich kann McKenna voll überzeugen.</p>
<p class="Body">Daisy Wood-Davis steht ihm da in nichts nach, auch wenn sie als brave Janet noch nicht aus dem Vollen schöpft. Als Janets Kleidung fällt und sie dank Frank‘n‘Furter von der sprichwörtlichen verbotenen Frucht genascht hat, kommt eine fast verruchte, unersättliche junge Frau zum Vorschein, deren klangvolle Stimme sich vor allem bei „Toucha-Toucha-Touch Me“ Bahn bricht und viel Freude bereitet.</p>
<p class="Body">Die Hauptrolle auf dieser Tournee spielt Rob Fowler, der den Frank‘n‘Furter nach 2008 bereits zum zweiten Mal gibt. Der Engländer lässt es an nichts vermissen. Optisch ist er ideal, auch wenn seine wasserstoffblonden Haare etwas gewöhnungsbedürftig sind. Stimmlich steckt er seine Kollegen spielend in die Tasche. Man ist geneigt zu sagen, dass er für diese Rolle fast schon zu gut singt; hat er doch eine ausgeprägte Rockstimme,die immer mal wieder deutlich zu hören ist. Doch auch die leisen Töne meistert er gefühlvoll.Dass die Figur in dieser Inszenierung weniger frivol und exzentrisch angelegt ist, ist bedauerlich. Doch Fowler gibt sein Bestes, über dieses Manko hinweg zu spielen.</p>
<p class="Body">Generell entfaltet sich diese „Rocky Horror Show“ mit gebremstem Schaum. Irgendwie will der Funke nicht überspringen. Columbia (Kerry Winter) ist lange nicht so quietschig und nervtötend wie man es gewöhnt ist. Magenta (Djalenga Scott) singt ihr Solo wunderbar, spielt aber so unterkühlt und gleichgültig, dass sie danach kaum noch auffällt. Eddie und Dr. Scott (Sean Kingsley) sind vom Publikum weder durch „Shhh“ noch „Uh!“ kommentierte Randfiguren &#8211; obwohl der fiese deutsche Akzent von Dr. Scott extrem lustig ist und beide Figuren über eine entsprechende Bühnenpräsenz verfügen. Es ist traurig, mit ansehen zu müssen, dass die Darsteller auf diese Zwischenrufe förmlich warten und so gut wie nichts von den Zuschauern zu hören ist.</p>
<p class="Body">Sam Cassidy spielt einen sehr muskulösen Rocky (ein wirklich perfekt definierter Körper), bei dem die Maskenbilder das Sixpack kaum mit Farbe verstärken müssen. Doch sein kindliches, blondgelocktes Gesicht, das er durch ein extrem dümmliches Grinsen noch betont, will zu diesem Körper nicht recht passen. Liest man dann in seiner Biografie, dass Cassidy bisher u. a. Benjamin und Joseph in „Joseph“ oder als Prince Charming in „Cincerella“ auf der Bühne stand, scheint dies sofort deutlich geeigneter für den Londoner.</p>
<p class="Body">Die herausragendste Szene dieser Inszenierung ist Frank‘N‘Furters Auftritt bei der Floor Show: eine Blondine auf King Kongs Hand, Razzle Dazzle Federfächer und ein Rob Fowler der die ganze emotionale Bandbreite abfeuert &#8211; schlichtweg großartig.</p>
<p class="Body">Es bleibt ein trauriger und fader Beigeschmack: In dieser Produktion wurden der „Rocky Horror Show“ nahezu alle Ecken und Kanten abgeschliffen. Die Show hat mehr von braven Mainstream und verliert so ihren Kultcharakter. Ein komplett NICHT tanzender Theaterrang ist bei einer normalen „Rocky Horror Show“ ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch habe ich dies gleich zweimal erleben müssen. Bad, bizarre and bloody brilliant ist irgendwie anders&#8230;</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>27. Juli 2011</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Rob Fowler, Matthew McKenna, Daisy Wood-Davis, Jon Hawkins, Sky Dumont</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Buch:</span></strong>  Sam Buntrock / Richard O‘Brien<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Thommy Mardo<br />
</span></div>
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		<title>Der Teufel ist ein Eichhörnchen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-teufel-ist-ein-eichhoernchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2008 12:58:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Hedi Kriegeskotte]]></category>
		<category><![CDATA[Jörn Knebel]]></category>
		<category><![CDATA[Juliane Koren]]></category>
		<category><![CDATA[Leonard Cohen]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Brosch]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Songs from a Room]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Matschoß]]></category>
		<category><![CDATA[Verena Fitz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So ziemlich jeder kennt seine Musik: „Suzanne“ oder „Lover, Lover, Lover“ hört man immer mal wieder im Radio. Leonard Cohen gehört zu den großen Namen im Musikgeschäft. Seit den späten 60er Jahren hat der Kanadier 18 Alben veröffentlicht. Die jetzt im Hamburger Schauspielhaus gezeigte Hommage „Songs from a Room“ verwebt in einer kleinen, kurzweiligen Tragikomödie ...</p>
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<p class="Body">So ziemlich jeder kennt seine Musik: „Suzanne“ oder „Lover, Lover, Lover“ hört man immer mal wieder im Radio. Leonard Cohen gehört zu den großen Namen im Musikgeschäft. Seit den späten 60er Jahren hat der Kanadier 18 Alben veröffentlicht.</p>
<p class="Body">Die jetzt im Hamburger Schauspielhaus gezeigte Hommage „Songs from a Room“ verwebt in einer kleinen, kurzweiligen Tragikomödie mehr als 15 Cohen-Songs mit einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt.</p>
<p class="Body">Auf den ersten Blick ist die Handlung mehr als abstrus: Ein Astronaut kommt in ein Hotelzimmer, in dem schon zahlreiche potentielle Selbstmörder vor ihm genächtigt haben, legt seinen Raumanzug ab und wird von dem aufdringlichen Zimmermädchen erstmal in ein Gespräch verwickelt. Aller Widerstand nutzt nichts, er wird die penetrante Quasselstrippe nicht los. Und so lässt er sich die Geschichte dieses Hotelzimmers von ihr erzählen und wundert sich mehr als einmal über die Parallelen zu seinem eigenen Leben. Als er am Schluss endlich seine wohlverdiente Dusche nehmen kann, wartet schon eine abgesagte des Teufels auf ihn, um ihn mit sich zu nehmen, denn der Astronaut ist der einzige Todesfall, der je in diesem Hotelzimmer zu beklagen war.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_705">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dass dieser Todesfall ein Unfall ist, weil er beim Rasieren im Bad ausrutscht, dass das Zimmermädchen ihn quasi durch den Film seines Lebens begleitet, und dass der Teufel ein Eichhörnchen ist, erfährt der geneigte Zuschauer im Laufe des kurzen Musiktheaterstücks auf mal tragische, mal komische Weise.</p>
<p class="Body">Die Regie führt Thomas Matschoß, der schon zahlreiche Produktionen im Hamburger Schmidt Theater und Schmidt’s Tivoli inszeniert hat. Markus Voigt, ebenfalls viel an den Schmidt Theatern zuhause, hat Cohens Songs neu arrangiert und sorgt mit seiner sechsköpfigen Band für unerwartet fetzigen Rocksound. Das funktionale Bühnenbild (es werden drei Hotelzimmer nebeneinander angedeutet: links und rechts sitzen die Bandmitglieder, im mittleren läuft die Handlung ab) lenkt die Aufmerksam wunderbar auf das eigentliche Geschehen.</p>
<p class="Body"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1823 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/SongsRoom2_2008.png" alt="" width="260" height="335" />Sieben Darsteller sind in den verschiedenen Rollen zu erleben, allen voran Jörn Knebel als Astronaut. Er geht durch ein Wechselbad der Gefühle, wenn er das Kennenlernen seiner Eltern erlebt, mitbekommt, wie seine Mutter eine Affäre beendet, und sich plötzlich seiner eigenen großen Liebe gegenübersteht. Knebel legt viel Intensität in sein Spiel, und noch mehr in den Gesang („Lover, Lover, Lover“, „Everybody Knows“, „Avalanche“, „There for you“). Seine tiefe Stimme, die phasenweise etwas an Chris Rea erinnert, macht definitiv Lust auf mehr.</p>
<p class="Body">Hedi Kriegeskotte überzeugt als Zimmermädchen vor allem durch ihr spitzes Mundwerk. Einige Ihrer Kommentare sind ungemein treffend. Dafür lässt sie es am Gesang an vielen Ecken vermissen. Letzteres gilt auch für die Darstellerin, der als große Liebe des Astronauten zwar eine wichtige Rolle zukommt, die aber durch den schwachen Gesang komplett untergeht.</p>
<p class="Body">Dem gegenüber stehen mit Verena Fitz und Robin Brosch zwei Darsteller, die aus Lenoard Cohens Songs alles Erdenkliche herausholen. Während Verena Fitz sich mit „(No) Diamonds in the Mine“ allen Liebesfrust der Welt von der Seele rockt, legt Robin Brosch eine ungeahnte Intensität in seine beiden Songs („Paperthin Hotel“ und „Dress Rehearsal Rag“).</p>
<p class="Body">Begleitet werden alle von Susanna Swierk und Patricia Rieckhoff als Background-Sängerinnen. Die Stücke von Cohen lassen ihnen doch genug Entfaltungsmöglichkeiten und so zeigen beide ihr Können.</p>
<p class="Body">Juliane Koren hat zum Schluss des Stücks als rechte Hand des Teufels ein paar tolle Szenen: Als echtes Original klärt sie den Astronauten in unnachahmlicher Weise darüber auf, dass sein Leben nun zu Ende ist und gibt mit „Hallelujah“ eines der schönsten Songs des Abends zum Besten (wenn auch gesanglich nicht voll überzeugend).</p>
<p class="Body">Man mag über die Story denken, was man will. Man kann den tieferen Sinn ignorieren und hat dennoch seinen Spaß. In diesem sehr besonderen Compilation Musical bringen die Stücke die Handlung weiter und man langweilt sich keine Minute. Das hat man in Zeiten von wie Champignons aus dem Boden sprießenden Popmusicals schon mehrfach anders und deutlich schlechter gesehen.</p>
<p class="Body">„Songs from a Room“ ist ein kleines, aber sehr feines Musiktheaterstück, von dem wir in Zukunft mehr sehen wollen. Nutzen Sie die Chance und schauen Sie es sich an. Es lohnt sich.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>Februar 2008</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Robin Brosch, Verena Fitz, Jörn Knebel, Juliane Koren, Hedi Kriegeskotte</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Leonard Cohen / Thomas Matschoß<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schauspielhaus Hamburg</span></div>
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		<item>
		<title>Erneut ein gescheiterter Versuch</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/erneut-ein-gescheiterter-versuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jul 2007 10:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Montanaro]]></category>
		<category><![CDATA[Carina Sandhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Marilyn – Das Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Davids]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nur selten habe ich mit meinem Berufsethos als Journalistin so schwer zu kämpfen wie im Fall der „Europapremiere der überarbeiteten Fassung der letztjährigen Weltpremiere von „Marilyn – Das Musical“. Nachdem die Kritiken im vergangenen Sommer in München vernichtend waren, entschloss man sich, das Stück komplett zu überarbeiten. Dementsprechend gespannt und froher Erwartung ging ich mit ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/erneut-ein-gescheiterter-versuch/">Erneut ein gescheiterter Versuch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
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<div class="style_2">
<p class="Body">Nur selten habe ich mit meinem Berufsethos als Journalistin so schwer zu kämpfen wie im Fall der „Europapremiere der überarbeiteten Fassung der letztjährigen Weltpremiere von „Marilyn – Das Musical“. Nachdem die Kritiken im vergangenen Sommer in München vernichtend waren, entschloss man sich, das Stück komplett zu überarbeiten. Dementsprechend gespannt und froher Erwartung ging ich mit hunderten Gästen am 12. Juli zur Premiere in das Hamburger Schauspielhaus.</p>
<p class="Body">Das was sich uns jedoch dort bot, war schlichtweg ein Graus. Nichts, aber auch gar nichts an dieser Show funktionierte: Das Buch hatte Lücken, holperte und wirkte lieblos zusammengeschustert. Die Choreographien waren einfallslos und von den Darstellern alles andere als synchron vorgetragen. Die Band vergriff sich mehr als einmal im Ton. Das Bühnenbild war funktional, fügte sich aber nur in der Club-Szene als stimmiges Ganzes zusammen. Wenn wenigstens die Hauptdarsteller für die große Enttäuschung auf Produktionsseite entschädigt hätten.</p>
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<p class="Body"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1758 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Marilyn2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Aber nein, Anna Montanaro, die die Rolle der Marilyn bereits in München verkörpert hatte, wirkte lustlos, konnte das Divenhafte und Betörende der Monroe nicht einmal ansatzweise transportieren, schien stimmlich nicht ganz auf der Höhe und ließ sich von Carina Sandhaus alias Jean Harlow einfach an die Wand spielen. Sandhaus und Siggy Davis als Ella Fitzgerald waren die einzigen, die aus der breiten Masse der Darsteller positiv herausragten. Beide agierten bühnen- und raumfüllend, genauso wie rollendeckend.</p>
<p class="Body">Die Herren spielten in Marilyn Monroes Leben immer eine wesentliche Rolle – in diesem Musical gerieten sie zu Nebendarstellern. Kaum dass man einen optischen Unterschied zwischen ihnen bemerkte, die Figuren selbst unterschieden sich auch kaum.</p>
<p class="Body">Wenige inszenatorische Kunstgriffe aus der Regie von Matthias Davids bleiben als originell haften: So beispielsweise das startende Flugzeug am Ende des ersten Akts, wenn Marilyn ihren Mann zugunsten der GIs und ihrer eigenen Prominenz davonziehen lässt. Auch die Bar, die sich aus zwei zusammen geschobenen Podesten bilden lässt, au denen jeweils Bandmitglieder sitzen, ist sehr effektvoll und funktioniert einwandfrei. Marilyn Sehnsucht nach Anerkennung durch einen Tanz mit drei Kameras darzustellen, wundervoll. Ihre Affäre mit Kennedy jedoch als Ballett-Sequenz darzustellen, erscheint wiederum sehr unpassend.</p>
<p class="Body">Die Choreographien von Melissa King scheinen nicht ausgereift, auch wenn dort nur einfache Basiselemente verarbeitet wurden. Von Originalität und Neuartigkeit ist dort ebenso wenig zu sehen wie bei den Kostümen von Zwinki Jeannée und den unfassbar schlecht sitzenden Perücken. Besonders bei Anna Montanaro fällt letzteres stark ins Gewicht. Sie sieht nur selten aus wie die Sexbombe der 50er, sondern wie eine billige Kopie. Das hat Marilyn Monroe nun wahrlich nicht verdient.</p>
<p class="Body">In die Reihe der Enttäuschungen fügt sich die Musik nahtlos ein. Bei einem Musical über eine Stilikone darf man wohl erwarten, dass man auch musikalisch etwas geboten bekommt. Stattdessen gab es nicht einmal 20 zumeist bekannte Titel zu hören („Diamonds are a girls best friend“, „Heat Wave“, „My Heart Belongs to Daddy“), die zum einen die Handlung nicht wirklich weiter gebracht haben und zum anderen zu wenig begeisterungsfähig von der Band gespielt wurden, dass man auch direkt ein Band hätte abspielen können.</p>
<p class="Body">Die geplante Tournee des Stücks (nach Hamburg sollte es nach Berlin und danach durch ganz Europa weitergehen) wurde nach der wenig erfreulichen Sommerbespielung im Schauspielhaus bis auf weiteres abgesagt.</p>
<p class="Body">Ich bin tatsächlich bis zum Ende des 2 Akts geblieben und habe in der Pause dem Drang, das Theater schnellstmöglich zu verlassen, nicht wie so viele andere nachgegeben. Aber wie eingangs erwähnt – so schwer ist mir die Auseinandersetzung mit meinem Berufsethos als Kritiker noch nie gefallen.</p>
<p class="Body">Nachdem nun auch der zweite Versuch, der Monroe ein musicalisches Denkmal zu setzen, so eindeutig fehlgeschlagen ist, sollte man es vielleicht dabei bewenden lassen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>12. Juli 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Anna Montanaro, Carina Sandhaus</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Matthias Davids<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schauspielhaus Hamburg<br />
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