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	<title>Lüneburg &#8211; Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Lüneburg &#8211; Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Tradition, Familie und Vertreibung</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2026 13:13:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Jüdische Tradition trifft auf den Wunsch nach Selbstbestimmung, große Gefühle auf eine Welt, die sich gerade grundlegend verändert. Mit „Anatevka“ bringt das Theater Lüneburg einen Musicalklassiker auf die Bühne, der heute vielleicht aktueller wirkt, als man es sich wünschen möchte. Jasper Brandis setzt dabei auf eine klassische Erzählweise und ein starkes Ensemble – verschenkt aber ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jüdische Tradition trifft auf den Wunsch nach Selbstbestimmung, große Gefühle auf eine Welt, die sich gerade grundlegend verändert. Mit „Anatevka“ bringt das Theater Lüneburg einen Musicalklassiker auf die Bühne, der heute vielleicht aktueller wirkt, als man es sich wünschen möchte. Jasper Brandis setzt dabei auf eine klassische Erzählweise und ein starkes Ensemble – verschenkt aber gerade im ersten Akt einiges an Tempo.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3902 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-2-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-2-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-2-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-2-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-2-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-2-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Musical erzählt vom jüdischen Milchmann Tevje und seiner Familie im osteuropäischen Dorf Anatevka. Die Bewohner leben in einer Welt, die von Armut, Religion, Familie und überlieferten Regeln geprägt ist. Die Familie ist das Zentrum des jüdischen Lebens, die Rollen sind klar verteilt. Der Vater hat das letzte Wort, die Mutter kümmert sich um Haushalt und Kinder, und Traditionen geben Orientierung in einer Welt, die ansonsten wenig Sicherheit bietet.</p>
<p>Doch ausgerechnet Tevjes Töchter beginnen, diese Ordnung infrage zu stellen&#8230;</p>
<p>Dass die Geschichte in einem osteuropäischen jüdischen Schtetl spielt, ist dabei keineswegs nur Kulisse. Die jüdische Lebenswelt ist eng mit der Handlung verbunden. Auch die Musik greift diese Welt auf: Klezmer, die traditionelle instrumentale Festmusik osteuropäischer jüdischer Gemeinschaften, trifft auf die Musicaltradition des amerikanischen Broadway.</p>
<p>Das Programmheft beschreibt Klezmer als Musik, die ursprünglich vor allem bei Hochzeiten und religiösen Festen erklang und sich durch die wechselnden kulturellen Einflüsse Osteuropas immer weiterentwickelte. Mit der Auswanderung vieler osteuropäischer Juden in die USA gelangte auch diese Musik über den Atlantik und entwickelte sich dort unter anderem zu einer eigenständigen Tanz- und Festmusik. Diese Einflüsse hört man auch in „Anatevka“.</p>
<p>Das Bühnenbild von Barbara Bloch wirkt auf den ersten Blick erstaunlich schlicht. Eine große Rückwand ist mit Türen, Fensterläden und Schranktüren bestückt. Je nach Szene entstehen daraus Räume, ein Geschäft oder ein Bett – die Bühne verwandelt sich, ohne dass neue Kulissen hereingeschoben werden.</p>
<blockquote><p>Eine kreative Lösung, die vor allem eines schafft: Klarheit.</p></blockquote>
<p>Auch die Kostüme folgen diesem Prinzip. Männer tragen Schwarz und Dunkelgrau, Frauen Grau und Blau-Grau, Jungen Braun und Beige, die Mädchen Beige und Lindgrün. Die Farbwelten unterscheiden die Gruppen voneinander und unterstreichen gleichzeitig die konservative, von Traditionen geprägte Lebenswelt Anatevkas.</p>
<p>Weniger überzeugend ist allerdings die Idee, die Türen und Öffnungen nicht nur als Kulissenelemente zu benutzen. Die Figuren klettern immer wieder hinein und heraus. Das wirkt manchmal eher bemüht als originell. Weniger wäre hier durchaus mehr gewesen.</p>
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<p>Im Mittelpunkt steht Tevje. Und Mario Ramos gehört zu den großen Pluspunkten dieser Produktion, bringt er die Sorgen und Nöte des Milchmanns doch in jeder Sekunde glaubhaft über die Rampe.</p>
<p>Tevje spricht immer wieder mit Gott. Diese Zwiegespräche könnten leicht zu einer statischen Angelegenheit werden. Ramos macht daraus jedoch intime Momente. Er sucht den direkten Blickkontakt mit dem Publikum, nimmt die Zuschauer regelrecht mit in seine Gedanken und macht die Figur dadurch ausgesprochen nahbar.</p>
<p>Auch gesanglich überzeugt er. Seine Stimme funktioniert sowohl in den leisen als auch in den kraftvollen Passagen, wobei er mit dem musikalischen Druck bemerkenswert kontrolliert umgeht.</p>
<p>Man nimmt ihm Tevje ab: den liebenden Vater, den gläubigen Juden, den selbstbewussten „Herrn im Haus“ – und zunehmend den Mann, der merkt, dass seine bisher so sicher geglaubte Welt nicht mehr funktioniert.</p>
<p>Tevjes Frau Golde, gespielt von Daniela Kiefer, ist dabei keineswegs nur die geduldige Ehefrau an seiner Seite. Sie führt ein ziemlich klares Regiment im Haushalt und wirkt ausgesprochen sympathisch.</p>
<p>Die Töchter wirbeln in der Familie einiges durcheinander: Jente, die Heiratsvermittlerin, möchte Zeitel mit dem Fleischer Lazar verheiraten. Zeitel liebt allerdings Mottel, den Schneider. Hodel verliebt sich in den revolutionär gesinnten Perchik und schließlich wagt auch Chava den Schritt aus der traditionellen jüdischen Welt heraus.</p>
<p>Das Grundthema des Musicals wird damit sehr schnell deutlich: <strong>Wie viel Tradition kann und sollte eine Familie bewahren, wenn die nächste Generation ihre eigenen Entscheidungen treffen und sich weiterentwickeln möchte?</strong></p>
<h4><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3896 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-11-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-11-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-11-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-11-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-11-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-11-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Match Maker“ – braucht es das wirklich?</h4>
<p>Lavinia Husmann gibt Jente als ausgesprochen überdrehte Heiratsvermittlerin. Das kann durchaus amüsant sein, ist stellenweise aber auch anstrengend.</p>
<p>Wenn Zeitel und ihre Schwestern sich über Jente und ihre Vermittlungsversuche lustig machen, erklingt (im Original) mit „Match Maker“ einer der bekannten Songs des Musicals. Ein schöner Klassiker – für die eigentliche Handlung allerdings nicht zwingend erforderlich.</p>
<p>Überhaupt hat &#8222;Anatevka&#8220; immer wieder mit solchen Momenten zu kämpfen: Einzelne Szenen sind durchaus unterhaltsam, bremsen aber den dramaturgischen Fluss. Der Lüneburger Inszenierung allein würde ich dieses Manko nicht zuschreiben wollen.</p>
<p>Das gilt beispielsweise aber auch für das Shabbat-Gebet, das sehr klassisch und ausgesprochen ausführlich inszeniert wird. Das ist zweifellos wertschätzend gegenüber der dargestellten jüdischen Tradition. Für das Publikum kann der Bogen allerdings durchaus überspannt werden.</p>
<p>Zum Glück gibt es den Chor des Theater Lüneburg, der einmal mehr großartig ist. Schon bei „<a href="https://www.musicals-online.com/zwischen-rache-wahnsinn-und-schwarzem-humor/">Sweeney Todd“</a> durfte man erleben, wie stark das Ensemble als Ganzes sein kann – und auch in „Anatevka“ ist der Chor häufig das musikalische Rückgrat der Produktion.</p>
<p>Gerade dort, wo einzelne Szenen etwas lang geraten, sorgt die akustische Gemeinschaft auf der Bühne für Energie.</p>
<p>Das gilt auch für die Hochzeit von Zeitel und Mottel. Die Männer und Frauen stehen zunächst räumlich strikt voneinander getrennt. Der eigentliche Hochzeits-Song entwickelt zunächst wenig Dynamik. Dann kommt der Tanz mit den Flaschen auf den Hüten – und der zieht sich leider ebenfalls. Choreografisch bleibt vieles eher überschaubar.</p>
<p>Bis Perchik die Regeln bricht&#8230; Paarweises Tanzen ist in dieser Welt eine Sünde. Perchik setzt sich darüber hinweg und tanzt mit Hodel. Sie küssen sich. Der Aufschrei ist groß, die Anarchie nimmt ihren Lauf – und irgendwann tanzen plötzlich alle.</p>
<p>Eine kleine Szene, die wunderbar zeigt, was „Anatevka“ im Kern erzählt: Eine Generation beginnt, die Regeln der vorherigen infrage zu stellen.</p>
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<p>Tevje und Lazar haben eine besondere Beziehung, den eigentlich mögen sie sich nicht besonders, da der arme Milchmann und der reiche Fleischer in &#8222;unterschiedlichen Ligen spielen&#8220;.</p>
<p>Aufgrund einer vielversprechenden Gelegenheit, die die Heiratsvermittlerin angebahnt hat, verspricht Tevje dem Fleischer seine älteste Tochter Zeitel. „Zum Wohl! / L&#8217;Chaim!“ sorgt für gute Laune. Die Showeinlage wirkt allerdings etwas ungelenk und chaotisch. Hier wäre etwas weniger vermutlich ebenfalls mehr gewesen.</p>
<p>Als der Schneider Mottel anschließend um deren Hand anhält, steckt Tevje in einem klassischen Dilemma: Tradition gegen die Liebe seiner Tochter. Er braucht Zeit, um seine Entscheidung mit sich selbst und Gott auszumachen.</p>
<p>Und dann kommt Tevjes großer Trick: Um Golde davon zu überzeugen, der Hochzeit von Zeitel und Mottel zuzustimmen, erfindet er einen Traum. Darin tauchen Goldes verstorbene Großmutter und die tote Frau des Fleischers auf. Es wird herumgeisternd gedroht, gewarnt und lamentiert, bis Golde schließlich überzeugt ist und selig einschläft. Eine völlig überzogene Szene – und gerade deshalb eine der komischsten des Abends.</p>
<h4>Und plötzlich ist die Welt nicht mehr wie sie war</h4>
<p>Während Tevje sich mit den Liebesgeschichten seiner Töchter herumschlägt, kündigt sich längst die viel größere Katastrophe an. Der russische Constable warnt ihn vor Pogromen und Vertreibungen. Doch Tevje ist zu sehr mit seiner Familie beschäftigt, um sich wirklich damit auseinanderzusetzen.</p>
<p>Das ist einer der bitteren Punkte der Geschichte: Die Bedrohung ist da. Sie wird ausgesprochen. Und trotzdem geht das alltägliche Leben weiter. Denn zunächst gibt es wichtigere Dinge.</p>
<p>Zeitel wird heiraten. Hodel verliebt sich. Tevje muss Entscheidungen treffen. Und er muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass seine Töchter erwachsen werden.</p>
<p>Das Finale 1. Akt ist ungewöhnlich ruhig, aber dennoch dramatisch. Im zweiten Akt wird aus der familiären Veränderung endgültig eine existenzielle.</p>
<p>Das Orchester und der Leitung von Peter Foggitt spielt famos zum Entr’acte auf &#8211; und sorgt damit für einen jener Momente, in denen man wieder einmal daran erinnert wird, warum Musical am Theater eben nicht nur aus Schauspiel und Gesang besteht. Das anwesende Publikum quittiert dessen großartige Leistung durch angeregtes Gerede. Es ist und bleibt bedauerlich, dass sinkende Wertschätzung auch im Theater allgegenwärtig ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3897 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-10-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-10-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-10-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-10-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-10-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-10-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Zwei Monate sind in der Handlung vergangen. Zum Leidwesen von Tevje haben sich Hotel und Perchik ohne seine Erlaubnis verlobt, aber sie erbitten seinen Segen, was ihm sehr sehr schwer fällt.</p>
<p>Nach 25 Jahren Ehe stellt Tevje plötzlich die große Frage: Liebt Golde ihn eigentlich? In „Ist es Liebe?“ wird er für seine viel beschäftigte Frau kurzerhand zur Wäscheleine – und versucht auf seine ganz eigene Art herauszufinden, ob zwischen ihnen tatsächlich Liebe besteht.</p>
<p>Das ist gleichermaßen komisch und berührend. Und vielleicht einer der zeitlosesten Momente des Musicals. Denn auch wenn sich die äußeren Lebensumstände verändern: Die Frage, was eine langjährige Beziehung eigentlich zusammenhält, bleibt erstaunlich modern.</p>
<h4>Wenn Tradition zur unüberwindbaren Grenze wird</h4>
<p>Hodel und Perchik gehen ihren eigenen Weg. Perchik reist nach Kiew, um „die Welt zu verändern“. Hodel möchte ihm folgen. Als später bekannt wird, dass Perchik verhaftet wurde und in Sibirien im Gefängnis sitzt, macht sie sich schließlich auf den Weg zu ihm.</p>
<p>Dann kommt Chava. Sie liebt Fedja. Doch Fedja ist kein Jude.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3898 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-9-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-9-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-9-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-9-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-9-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/10/Anatevka_PressecMarc-Lontzek-9-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Hier endet Tevjes Bereitschaft zur Veränderung. Während er bei seinen älteren Töchtern noch über seinen Schatten springen konnte, ist diese Grenze für ihn nicht überschreitbar. Man spürt förmlich, wie Tevje zwischen seiner Liebe zu seiner Tochter und seinen religiösen Überzeugungen zerbricht. Mario Ramos spielt diese Zerrissenheit herausragend. Seine Wut, seine Verletzung und gleichzeitig die offensichtliche Liebe zu seiner Tochter sind im gesamten Saal spürbar. Das ist einer der stärksten Momente des Abends.</p>
<p>Chava läuft schließlich davon. Und für Tevje gehört sie fortan nicht mehr zur Familie.</p>
<h4>Plötzlich ist Heimat nur noch Erinnerung</h4>
<p>Die private Tragödie ist jedoch nur ein Teil dessen, was sich über Anatevka zusammenbraut: Am Ende kommt die offizielle Anordnung: Die Bewohner müssen ihre Häuser verkaufen und das Dorf innerhalb von drei Tagen verlassen.</p>
<p>Und hier bekommt „Anatevka“ eine beklemmende Aktualität.</p>
<p>Die Menschen reden sich die Vertreibung zunächst schön. In Anatevka sei ja ohnehin nicht viel los. Man packt seine Sachen. Einige gehen nach Amerika, andere suchen ihr Glück in anderen Städten.</p>
<p>Was dabei irritiert, ist die beinahe erschreckende Ruhe, mit der die Menschen ihr Schicksal hinnehmen.</p>
<p>Gerade aus heutiger Sicht wirkt diese Gelassenheit befremdlich. Die Bedrohung ist offensichtlich. Die Menschen verlieren ihre Heimat. Familien werden auseinandergerissen. Und trotzdem scheint das Leben einfach weiterzugehen.</p>
<p>Vielleicht ist es der Glaube.</p>
<p>Vielleicht die Kraft der Familie und Gemeinschaft.</p>
<p>Vielleicht aber auch die Unfähigkeit, sich vorzustellen, dass die eigene Welt tatsächlich untergehen könnte.</p>
<h4>Ein starkes Ensemble – mit kleinen Längen</h4>
<p>Musikalisch ist die Produktion über weite Strecken ausgesprochen stark. Peter Foggitt führt die Lüneburger Symphoniker sicher durch Bocks Partitur. Auch der Chor trägt die Produktion ganz wesentlich.</p>
<p>Bei den Solisten ist vor allem Mario Ramos hervorzuheben. Sein Tevje ist präsent, humorvoll, verletzlich und schließlich zutiefst erschüttert. Daniela Kiefer gibt Golde eine angenehme Eigenständigkeit, während Andrea Marchetti als Mottel mit „Wunder“ einen wunderschönen Moment bekommt, der allerdings dramaturgisch etwas abseits des eigentlichen Spannungsbogens steht.</p>
<p>Schön ist auch zu sehen, dass viele Nachwuchsdarsteller:innen, die man aus dem Lüneburger T3 kennt, nun auch regelmäßig am Großen Haus spielen und sich auf keinen Fall verstecken müssen. Zu nennen sind hier Nike Just, Pia Naegeli, Leo J. Ehmke oder Anton Frederik von Mansberg.</p>
<p>Überhaupt könnte „Anatevka“ an einigen Stellen etwas Straffung vertragen. Gerade im ersten Akt gibt es mehrere Szenen, die sich länger anfühlen, als sie eigentlich sind.</p>
<p>„Anatevka“ ist über 60 Jahre nach seiner Uraufführung noch immer eines der meistgespielten Musicals überhaupt. Das liegt sicher an den bekannten Songs. Es liegt aber auch daran, dass das Musical eine Geschichte erzählt, die sich nicht auf eine romantische Folklorewelt reduzieren lässt.</p>
<p>Es geht um Tradition. Um Familie. Um Religion. Um Selbstbestimmung. Und um die Frage, was passiert, wenn eine Gesellschaft Menschen plötzlich zu Fremden in ihrer eigenen Heimat macht.</p>
<p>Das Theater Lüneburg erzählt diese Geschichte weitgehend klassisch und ohne sie künstlich zu modernisieren. Das ist eine gute Entscheidung. Denn die Geschichte selbst ist stark genug. Manchmal vielleicht sogar zu stark.</p>
<p>Denn ausgerechnet das Ende bleibt erstaunlich unaufgeregt. Obwohl die Bewohner gerade ihre Heimat verlieren, obwohl Pogrome und Vertreibung angekündigt wurden und obwohl die Bedrohung aus heutiger Sicht unbestreitbar ist, endet „Anatevka“ beinahe genügsam.</p>
<p>Vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke dieses Schlusses. Die Menschen gehen. Sie nehmen mit, was sie tragen können. Und der Fiedler spielt weiter.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">3</span><span class="Bold">. Oktober 2026</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Mario Ramos, Daniela Kiefer, Paula Rohde, Nike Just, Pia Naegeli, Lavinia Husmann, Andrea Marchetti, Anton Frederik von Mansberg, Karl Schneider, Leo J. Ehmke</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Choreographie: </strong>Jasper Brandis / Hakan T. Aslan<br />
<strong>Fotos: </strong>Marc Lontzek</span></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Rache, Wahnsinn und schwarzem Humor</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/zwischen-rache-wahnsinn-und-schwarzem-humor/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 11:51:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2026]]></category>
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		<category><![CDATA[Aleksandra Nygaard]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Marchetti]]></category>
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					<description><![CDATA[„Sweeney Todd“ am Theater Lüneburg ist ein musikalisch verstörendes Meisterwerk – und in der Lüneburger Inszenierung vor allem dann stark, wenn sie ihren Figuren Raum lässt Es gibt Musicals, die unterhalten wollen. Und es gibt Musicals, die ihr Publikum herausfordern. „Sweeney Todd“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Stephen Sondheims Musical über den teuflischen Barbier aus ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" dir="auto" data-section-id="eyfjgc" data-start="50" data-end="226">„Sweeney Todd“ am Theater Lüneburg ist ein musikalisch verstörendes Meisterwerk – und in der Lüneburger Inszenierung vor allem dann stark, wenn sie ihren Figuren Raum lässt</h3>
<p dir="auto" data-start="228" data-end="948">Es gibt Musicals, die unterhalten wollen. Und es gibt Musicals, die ihr Publikum herausfordern. „Sweeney Todd“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Stephen Sondheims Musical über den teuflischen Barbier aus der Fleet Street ist düster, grausam und musikalisch alles andere als leicht zugänglich. Dass Sondheim sein Werk selbst als „schwarze Operette“ bezeichnete, ist dabei mehr als eine hübsche Umschreibung. Die Grenzen zwischen Musical und Oper verschwimmen immer wieder, die Musik kommentiert, verdichtet und treibt die Handlung voran. Das Theater Lüneburg wagt sich mit seiner Inszenierung von Olaf Schmidt an genau diese sperrige Seite des Werkes heran. Und das ist gut so.</p>
<p dir="auto" data-start="950" data-end="1062">Denn „Sweeney Todd“ ist keine Geschichte, die sich mit einer einfachen Einteilung in Gut und Böse zufriedengibt.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="50ew51" data-start="1064" data-end="1099">Ein Barbier, der zum Rächer wird</h4>
<p dir="auto" data-start="1101" data-end="1683">Benjamin Barker kehrt nach 15 Jahren Gefängnis unter dem Namen Sweeney Todd nach London zurück. Richter Turpin hat ihn einst unschuldig aus dem Weg räumen lassen, um sich seine Frau Lucy und seine Tochter Johanna anzueignen. Nun will Todd Rache. Zunächst gilt sie Turpin. Schon bald aber wird aus dem gezielten Rachefeldzug ein wahlloses Morden. Gemeinsam mit Mrs. Lovett, die in Todd nicht nur einen Geschäftspartner, sondern den Mann ihrer Träume sieht, entwickelt er ein makabres Geschäftsmodell: Aus den Opfern des Barbiers werden Pasteten.</p>
<p dir="auto" data-start="1685" data-end="1731">Das klingt grotesk. Und genau das ist es auch.</p>
<p dir="auto" data-start="1733" data-end="2263">Sondheim und sein Librettist Hugh Wheeler verbinden die Rachegeschichte mit einer bitteren Gesellschaftskritik. London ist eine Stadt der Gewinner und Verlierer. Menschen werden eingesperrt, ausgebeutet oder einfach beseitigt. Richter Turpin und Büttel Bamford gehören zu jener Seite der Gesellschaft, die ihre Macht nicht nur besitzt, sondern sie hemmungslos ausnutzt. Johanna wird buchstäblich zum Besitz des Richters. Tobias wiederum ist ein Junge, der zwischen den Fronten landet und bei Mrs. Lovett eine Ersatzfamilie findet.</p>
<p dir="auto" data-start="2265" data-end="2299">Und mittendrin steht Sweeney Todd.</p>
<p dir="auto" data-start="2301" data-end="2430">Ist er ein Mörder? Ein Rächer? Ein Opfer? Oder irgendwann einfach nur noch ein Mann, der die Kontrolle über sich selbst verliert?</p>
<p dir="auto" data-start="2432" data-end="2579">Die Lüneburger Inszenierung gibt darauf keine einfache Antwort. Das passt zu einem Stück, dessen Figuren kaum in Schwarz und Weiß einzuteilen sind.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="93o4kf" data-start="2581" data-end="2639"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3887 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-4-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-4-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-4-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-4-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-4-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-4-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein klassischer Blick auf Sondheims „schwarze Operette“</h4>
<p dir="auto" data-start="2641" data-end="2956">Regisseur und Choreograph Olaf Schmidt inszeniert „Sweeney Todd“ vergleichsweise klassisch. Das ist vielleicht gerade deshalb bemerkenswert, weil Sondheims Musik selbst schon genügend Irritation bereithält. Sie ist komplex, häufig dissonant und verlangt sowohl Sängerinnen und Sängern als auch Orchester einiges ab.</p>
<p dir="auto" data-start="2958" data-end="3005">Sondheim ist und bleibt musikalisch verstörend. Immer wieder scheinen Gesang und Orchester gegeneinander zu laufen. Das ist kein Fehler, sondern Teil der musikalischen Konstruktion. Gleichzeitig macht genau diese Musik das Stück anstrengend. Sie lässt sich nicht einfach konsumieren. Sie verlangt Aufmerksamkeit.</p>
<p dir="auto" data-start="3273" data-end="3488">Die Lüneburger Inszenierung versucht nicht, diese Sperrigkeit künstlich zu glätten. Stattdessen darf die Musik ihre Wirkung entfalten. Das ist besonders dann stark, wenn die Figuren emotional an ihre Grenzen kommen.</p>
<p dir="auto" data-start="3490" data-end="3955">Auch der Chor trägt wesentlich dazu bei. Bereits beim Opening zeigt sich, wie gut der Chor einstudiert ist. Einzelne solistische Momente sind nicht immer gleichermaßen überzeugend, in seiner Gesamtheit entwickelt der Chor aber eine große Wirkung. Dass er nicht nur musikalischer Hintergrund bleibt, sondern immer wieder kommentierend in die Handlung eingreift, verstärkt den Eindruck einer Gesellschaft, die das Geschehen beobachtet und gleichzeitig Teil davon ist.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="1aa2ij8" data-start="3957" data-end="4032">Thomas Borchert: ein Sweeney Todd zwischen Verzweiflung und Verbitterung</h4>
<p dir="auto" data-start="4034" data-end="4233">Mit Thomas Borchert übernimmt ein Musicaldarsteller die Titelrolle, der seit Jahrzehnten zu den prägenden Künstlern des deutschsprachigen Musicaltheaters gehört.</p>
<p dir="auto" data-start="4316" data-end="4768">Optisch wirkt Borchert für die Rolle vielleicht etwas zu alt. Gerade weil Todd ein Mann ist, der nach 15 Jahren Gefangenschaft zu seinem früheren Leben zurückkehrt, entsteht dadurch eine gewisse Distanz zur Figur. Interessanterweise verschwindet diese Distanz in manchen Dialogen fast vollständig. Dann klingt Borchert erstaunlich jung, verzweifelt und verletzlich – und eben nicht wie der verbitterte, berechnende Rächer, als den man ihn sich zunächst vorstellt.</p>
<p dir="auto" data-start="4770" data-end="5015">Gesanglich überzeugt er vor allem dort, wo Todd seine ganze innere Zerrissenheit zeigen kann. Bei „Mein Freund“ fehlt seiner Interpretation allerdings stellenweise der nötige Druck. Das starke Vibrato nimmt dem Stück etwas von seiner Intensität.</p>
<p dir="auto" data-start="5017" data-end="5291">Auch „Pretty Women“, das Duett mit Richter Turpin, bleibt musikalisch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Beide Stimmen wirken hier zu leise und zu wenig intensiv. Ob daran zumindest teilweise die auch in anderen Inszenierungen schon negativ aufgefallene Tontechnik beteiligt ist, lässt sich aus dem Zuschauerraum schwer beurteilen.</p>
<p dir="auto" data-start="5293" data-end="5496">Und trotzdem funktioniert Borcherts Todd. Denn je weiter der Abend voranschreitet, desto deutlicher wird, dass hier kein souveräner Racheengel unterwegs ist, sondern ein Mensch, der sich selbst verliert.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="d8oqoj" data-start="5498" data-end="5548">Navina Heyne ist die heimliche emotionale Mitte</h4>
<p dir="auto" data-start="5550" data-end="5644">Wenn es eine Figur gibt, die den Abend immer wieder menschlich erdet, dann ist es Mrs. Lovett. Navina Heyne gibt ihr eine außergewöhnliche Wärme. Ihre Stimme ist schön, ihre Ausstrahlung liebevoll, und genau das macht diese Figur so interessant. Denn Mrs. Lovett ist keine eindimensionale Komplizin. Sie erkennt Sweeney Todd sofort als Benjamin Barker und verliebt sich gleichzeitig hoffnungslos in ihn.</p>
<p dir="auto" data-start="5956" data-end="6300">Dass sie für Todd mehr empfindet als nur geschäftliche Sympathie, wird spätestens in „By the Sea“ deutlich. Heyne legt so viel Wärme in diesen Song, dass man beinahe vergessen könnte, wie makaber die Situation eigentlich ist. Sie träumt von einem gemeinsamen Leben am Meer – während das Publikum längst weiß, dass diese Hoffnung vergeblich ist.</p>
<p dir="auto" data-start="6302" data-end="6640">Auch das Zusammenspiel von Heyne und Borchert gehört zu den stärkeren Momenten des Abends. Besonders „Prelat“ gelingt wunderbar. Die beiden begegnen sich hier frech, hemdsärmelig und mit sichtbarer Spielfreude. Der Versuchung, die beiden in dieser Szene einen Walzer tanzen zu lassen, wurde glücklicherweise widerstanden. Musikalisch naheliegt, aber szenisch total unpassend. So bleibt die Szene genau dort, wo sie hingehört: zwischen Komik und Abgründigkeit.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="1h6e3es" data-start="6727" data-end="6773">Ein Richter als selbsternannter Sonnenkönig</h4>
<p dir="auto" data-start="6775" data-end="7032">Steffen Neutze zeichnet Richter Turpin als ausgesprochen unangenehme Figur. Das beginnt bei seinem Auftreten und setzt sich bis ins Kostüm fort. Seine Selbstinszenierung als eine Art Sonnenkönig von London wird beispielsweise durch seine &#8222;Barockpumps&#8220; und den Pelzmantel unterstützt.</p>
<p dir="auto" data-start="7034" data-end="7292">Noch erschreckender ist die Szene, in der Turpin Lucy beim Maskenball vergewaltigt. Die Inszenierung macht aus diesem Moment keinen beiläufigen Bestandteil der Vorgeschichte, sondern konfrontiert das Publikum unmittelbar mit dem Machtmissbrauch des Richters.</p>
<p dir="auto" data-start="7294" data-end="7370">Gerade dadurch wird verständlich, weshalb Todd zunächst als Opfer erscheint. Aber eben nur zunächst. Denn Sweeney Todd überschreitet selbst immer mehr Grenzen. Die Menschen, die auf seinem Rasierstuhl landen, sind längst nicht nur diejenigen, an denen er Rache nehmen wollte. Viele sind schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort.</p>
<p dir="auto" data-start="7629" data-end="7689">Die Grenze zwischen Opfer und Täter beginnt zu verschwimmen.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="bchhzo" data-start="7691" data-end="7741">Joana, Tobias und die Sehnsucht nach Freiheit</h4>
<p dir="auto" data-start="7743" data-end="8063">Lavinia Husmann gibt Joana eine bemerkenswert klare Stimme. Schon körperlich wird ihre Gefangenschaft sichtbar. Wenn sie bei Turpin auf dem Stuhl hockt, erinnert ihre Haltung an eine sich gerade öffnende Dahlie oder Rose. Ein schönes Bild für eine junge Frau, die eigentlich erblühen möchte und doch festgehalten wird.</p>
<p dir="auto" data-start="8065" data-end="8258">Husmann macht gleichzeitig deutlich, wie unwohl Joana sich in Turpins Gegenwart fühlt. Ihre Stimme gibt der Figur eine Stärke, die über die reine Funktion als Tochter und Liebende hinausgeht.</p>
<p dir="auto" data-start="8260" data-end="8523">Auch Leo Ehmke als Tobias gelingt eine interessante Zeichnung. Sein Tobias wirkt jungenhaft und klar. Dadurch entsteht sofort ein Beschützerinstinkt beim Publikum. Besonders „Not While I&#8217;m Around“ funktioniert deshalb emotional sehr gut.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="wscalm" data-start="8525" data-end="8575"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3886 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-3-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-3-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-3-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-3-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-3-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-3-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Pirelli, Bamford und die Kunst der Nebenfiguren</h4>
<p dir="auto" data-start="8577" data-end="8658">Auch die Nebenfiguren profitieren von einer insgesamt sehr genauen Personenregie.</p>
<p dir="auto" data-start="8660" data-end="8945">Pirelli darf herrlich überdreht sein. Jürgen Brehm spielt den italienischen Barbier angenehm klischeehaft und mit sichtbarer Spielfreude. Gleichzeitig gelingt es ihm, auch die verschlagene Seite der Figur glaubwürdig zu zeigen. Dadurch wird aus der vermeintlichen Karikatur eine runde Figur.</p>
<p dir="auto" data-start="8947" data-end="9120">Büttel Bamford dagegen ist genau so unangenehm, wie er sein muss. Marcus Billen verleiht ihm eine Erscheinung, bei der man schon beim Auftreten lieber Abstand halten möchte.</p>
<p dir="auto" data-start="9122" data-end="9456">Und dann ist da Anthony Hope. Andrea Marchetti verfügt über einen wunderbar warmherzigen Tenor und überzeugt an diesem Abend besonders. Seine Stimme bleibt sauber und kontrolliert in den Tönen. Gemeinsam mit Navina Heyne, Lavinia Husmann und Aleksandra Nygaard gehört er für mich zu den gesanglich stärksten Sängern des Abends.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="pm3n81" data-start="9458" data-end="9497">Wenn aus Mord plötzlich Komödie wird</h4>
<p dir="auto" data-start="9499" data-end="9591">&#8222;Sweeney Todd“ ist grausam. Es ist blutig. Und es ist an erstaunlich vielen Stellen komisch. Das ist einer der großen Kunstgriffe Sondheims.</p>
<p dir="auto" data-start="9642" data-end="9987">Wenn die Gäste im Pie Shop die Pasteten verspeisen, während das Publikum längst weiß, was darin steckt, entsteht eine makabre Form von Humor. In Lüneburg wird diese Absurdität konsequent ausgespielt. Teilweise vielleicht sogar etwas zu exzessiv: Das Schlecken an den Pasteten wirkt eher wie Eisessen als wie der Versuch, herzhaft hineinzubeißen.</p>
<p dir="auto" data-start="9989" data-end="10030">Trotzdem funktioniert der schwarze Humor.</p>
<p dir="auto" data-start="10032" data-end="10382">Auch das Blut wird zum wiederkehrenden Bühneneffekt. Über dem Vorhang aus Plastikstreifen im Hintergrund läuft Blut, wenn Sweeney seine Kunden in den Tod schickt. Mit einer anderen Hintergrundgestaltung oder einer stärkeren Projektion hätte sich daraus vermutlich noch mehr herausholen lassen. Aber auch so erschrickt das Publikum jedes Mal aufs Neue.</p>
<p dir="auto" data-start="10384" data-end="10507">Und genau darin liegt eine Stärke der Inszenierung: Sie nimmt den Horror ernst, ohne auf den schwarzen Humor zu verzichten.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="ey0w4" data-start="10509" data-end="10557">Eine Drehbühne, ein Rasierstuhl und viel Blut</h4>
<p dir="auto" data-start="10559" data-end="10733">Das Bühnenbild von Barbara Bloch setzt auf relativ einfache, aber funktionale Lösungen. Die manuell bewegte Drehbühne ist eine pfiffige Idee und funktioniert erstaunlich gut.</p>
<p dir="auto" data-start="10735" data-end="10944">Ab dem zweiten Akt bekommt Todds Raum dann auch den Rasierstuhl, den man aus der Geschichte kennt. Die Rutsche hinunter in den Keller ist dabei geschickt integriert und macht den makabren Mechanismus sichtbar.</p>
<p dir="auto" data-start="10946" data-end="11131">Überhaupt arbeitet die Inszenierung gern mit dem Konkreten. Sie erklärt die Geschichte nicht über spektakuläre Einfälle, sondern lässt die Figuren und die Musik ihre Wirkung entfalten.</p>
<p dir="auto" data-start="11133" data-end="11155">Das passt zu Sondheim. Denn „Sweeney Todd“ braucht eigentlich nicht viel. Ein Rasiermesser reicht.</p>
<h4 dir="auto" data-section-id="13d8hff" data-start="11235" data-end="11265">Das Grauen hinter der Rache</h4>
<p dir="auto" data-start="11267" data-end="11379">Die vielleicht größte Stärke des Abends liegt darin, dass sich die moralischen Grenzen immer weiter verschieben.</p>
<p dir="auto" data-start="11381" data-end="11499">Zu Beginn scheint die Sache klar: Sweeney Todd ist das Opfer, Turpin der Täter. Todd hat allen Grund, Rache zu nehmen. Doch irgendwann wird aus dem Opfer selbst ein Täter.</p>
<p dir="auto" data-start="11555" data-end="11874">Mrs. Lovett macht sich zur Komplizin, obwohl sie nicht aus Bosheit handelt. Sie ist verliebt, pragmatisch und will überleben. Tobias versucht, sich gegen die Erwachsenenwelt zu behaupten. Joana möchte schlicht frei sein. Turpin missbraucht seine Macht. Bamford unterstützt ihn. Und Todd verliert sich in seiner Rache.</p>
<p dir="auto" data-start="11876" data-end="11909">Wer ist hier eigentlich der Böse? Die Antwort ist unbequem: Es gibt nicht nur einen.</p>
<p dir="auto" data-start="11963" data-end="12231">Gerade deshalb funktioniert „Sweeney Todd“ auch heute noch so gut. Das Musical erzählt nicht einfach die Geschichte eines Mannes, der sich an seinem Peiniger rächt. Es erzählt davon, was aus einem Menschen werden kann, wenn er sein gesamtes Leben auf Rache ausrichtet.</p>
<p dir="auto" data-start="12233" data-end="12269"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3885 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-2-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-2-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-2-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-2-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-2-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/09/Sweeney-Todd_Presse-c-Jochen-Quast-2-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sweeney Todd bekommt keine Erlösung. Und das Publikum bekommt ebenfalls kein Happy End.</p>
<p dir="auto" data-start="12333" data-end="12715">Das Theater Lüneburg zeigt einen „Sweeney Todd“, der vor allem von seinem starken Ensemble, einer sorgfältigen Personenregie und der Bereitschaft lebt, Sondheims ungewöhnliche musikalische Sprache nicht zu vereinfachen. Die Inszenierung von Olaf Schmidt bleibt dabei angenehm klassisch und gibt dem Werk Raum, seine Wirkung selbst zu entfalten.</p>
<p dir="auto" data-start="12717" data-end="13055">Nicht jeder musikalische Moment überzeugt gleichermaßen. Gerade bei Sweeney Todd und Richter Turpin fehlt es stellenweise an Lautstärke und Intensität. Thomas Borchert wirkt zudem nicht immer wie die naheliegende Besetzung für diesen Todd. Dafür gelingt ihm in den stilleren und verzweifelteren Momenten eine interessante Seite der Figur.</p>
<p dir="auto" data-start="13057" data-end="13340">Besonders stark ist Navina Heyne als Mrs. Lovett. Sie macht aus der Pastetenbäckerin keine bloße schrullige Nebenfigur, sondern eine warmherzige, verliebte und zugleich pragmatische Frau. Auch Andrea Marchetti, Lavinia Husmann und Aleksandra Nygaard setzen starke Akzente.</p>
<p dir="auto" data-start="13342" data-end="13389">Am Ende bleibt vor allem ein Gefühl: Unbehagen. Und das ist bei „Sweeney Todd“ vermutlich genau richtig.</p>
<p dir="auto" data-start="13449" data-end="13792">Denn Sondheim wollte nie nur eine Geschichte vom bösen Barbier erzählen. Sein Musical zeigt eine Gesellschaft, in der Macht missbraucht wird, in der Menschen zu Opfern werden und in der aus einem Opfer selbst ein Täter werden kann. Die Lüneburger Inszenierung macht diese Ambivalenz sichtbar, ohne sie mit einer eindeutigen Antwort aufzulösen.</p>
<p dir="auto" data-start="13794" data-end="13924"><em>Sweeney Todd ist kein Musical über Gut und Böse. Es ist ein Musical darüber, wie schnell aus dem einen das andere werden kann.</em></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Wiederaufnahme-Premiere: </span></strong><span class="Bold">27. September 2026</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Navina Heyne, Thomas Borchert, Andrea Marchetti, Lavinia Husmann, Aleksandra Nygaard, Steffen Neutze, Jürgen Brehm, Leo Ehmke</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Choreographie: </strong>Olaf Schmidt<br />
<strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></p>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mr &#038; Mrs Musical</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/mr-mrs-musical/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 16:20:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2026]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Pankoke]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Navina Heyne]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borchert]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit zwei Jahren stehen Thomas Borchert und Navina Heyne in Lüneburg gemeinsam bei &#8222;Liebe stirbt nie&#8220; auf der Bühne des Stadttheaters. Zuvor waren sie dort schon in &#8222;Der Graf von Monte Cristo&#8220; zu erleben. Das Ehepaar versteht sich blind, was in den beiden Inszenierungen zu spüren war. Nun widmen sie ihrem schöpferischen und privaten Band ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit zwei Jahren stehen Thomas Borchert und Navina Heyne in Lüneburg gemeinsam bei <a href="https://www.musicals-online.com/grosse-oper-im-stadttheater/">&#8222;Liebe stirbt nie&#8220;</a> auf der Bühne des Stadttheaters. Zuvor waren sie dort schon in <a href="https://www.musicals-online.com/clever-erzaehltes-biografie-musical/">&#8222;Der Graf von Monte Cristo&#8220;</a> zu erleben. Das Ehepaar versteht sich blind, was in den beiden Inszenierungen zu spüren war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3834 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b4.jpg-400x221.webp" alt="" width="400" height="221" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b4.jpg-400x221.webp 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b4.jpg-768x424.webp 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b4.jpg-1024x565.webp 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b4.jpg-1536x847.webp 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b4.jpg.webp 1590w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nun widmen sie ihrem schöpferischen und privaten Band einen ganzen Abend. Es gab bereits einen Konzertabend mit beiden, in dem sie die schönes Musical-Duette präsentiert hatten. Diesmal sind es Soli. Angekündigt sind &#8222;Musical-Kracher unplugged&#8220;. Entsprechend erwartet das Publikum natürlich &#8222;Das Phantom der Oper&#8220;, &#8222;Tanz der Vampire&#8220;, &#8222;Liebe stirbt nie&#8220; und wird auch nicht enttäuscht. Die beiden sind Vollprofis, was man deutlich spürt. Manchmal spult vor allem Thomas Borchert die Songs zu sehr ab. Doch insgesamt ist es ein unterhaltsamer Abend, in dessen Verlauf das Paar sich neckt, sich gegenseitig aber auch das Rampenlicht zugesteht und die Zuschauer das Gefühl haben, wirklich mit den beiden im Wohnzimmer zu sitzen.</p>
<p>Den &#8222;Unplugged&#8220;-Anteil steuert Eva Pankoke bei, die jede bekannte Melodie, aber auch jedes neue Arrangement virtuos intoniert. Das Zusammenspiel zwischen Sängern und Pianistin ist perfekt!</p>
<p>Zu Beginn feuert Navina Heyne mit &#8222;Gold von den Sternen&#8220; aus &#8222;Mozart!&#8220;, &#8222;Der Sieger hat die Wahl&#8220; aus &#8222;Mamma Mia&#8220; und &#8222;Liebe stirbt nie&#8220; die drei Highlights des Abends ab. Besser wird es nicht mehr! Borcherts &#8222;Dies ist die Stunde&#8220; aus &#8222;Jekyll &amp; Hyde&#8220; oder &#8222;So sehr fehlt mir Dein Gesang&#8220; aus &#8222;Liebe stirbt nie&#8220; sind zwar sehr gefühlvoll, aber doch routiniert. Da gelingt es Heyne eher zu berühren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3833 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b7.jpg-400x221.webp" alt="" width="400" height="221" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b7.jpg-400x221.webp 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b7.jpg-768x424.webp 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b7.jpg-1024x565.webp 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b7.jpg-1536x847.webp 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/genid-cd3aabd8d9c24bdaa69e564475fc509c83033682-b7.jpg.webp 1590w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es folgen eine wunderschön arrangierte Version von &#8222;The impossible dream&#8220; aus &#8222;Der Mann von La Mancha&#8220; und mit &#8222;Gemeinsam&#8220; aus &#8222;Scholl &#8211; Die Knospe der Weißen Rose&#8220; (geschrieben von Titus Hoffmann und Thomas Borchert) ein bisher weitgehend unbekanntes Stück. Auf ein eher souliges Arrangement von &#8222;Der letzte Tanz&#8220; schließt sich ein wunderschön energetisches, starkes &#8222;Ich gehör nur mir&#8220; aus &#8222;Elisabeth&#8220;. Der Dialog rund um das Brautkleid ist ein wenig zu albern, aber die beiden haben Spaß und das glaubt man ihnen.</p>
<p>Dass die beiden auch richtig komisch können, stellen sie mit der Zugabe &#8222;Bassschwein &amp; Sopransau&#8220; aus &#8222;Asterix und Obelix&#8220;, an dem Thomas Borchert gerade arbeitet. Das Publikum hat Spaß und feiert das Paar mit anhaltendem Applaus.</p>
<p>Solche Abende, an denen man Musicaldarsteller mal abseits der gewohnten Rollen erleben kann, gibt es viel zu selten. Das volle Haus und der begeisterte Zwischenapplaus zeigen dies!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">27. Februar 2026</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Navina Heyne, Thomas Borchert</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Piano: </strong>Eva Pankoke<br />
<strong>Fotos: </strong>Jingyu Qiu / Cosima Liang</span></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Viva la vie Bohème!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/viva-la-vie-boheme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Nov 2025 08:34:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Nikolina]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Langner]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich von Mansberg]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Larson]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas Witzel]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Rent]]></category>
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		<category><![CDATA[Sascha Littig]]></category>
		<category><![CDATA[Sjoerd Knoll]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird. Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3725 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf Kosten Ärmerer bereichern&#8230;<br />
Liegen diese Sorgen und Differenzen wirklich hinter uns? Sicherlich ist vieles besser geworden: Eine HIV-Infektion kann inzwischen behandelt werden, Homosexuelle haben deutlich mehr Rechte (wenn auch bei weitem immer noch nicht dieselben wie Heterosexuelle), weiterhin braucht es und gibt es medienwirksame Proteste gegen verschiedenste Themen, Miethaie und Wohnungsnot sind auch heute (wieder) allgegenwärtig&#8230;</p>
<p>Jonathan Larson hat mit &#8222;Rent&#8220; große Teile seiner eigenen Lebenswirklichkeit auf die Bühne gebracht. Die Charaktere sind so verschieden und so besonders, haben alle ihre (sehr nachvollziehbaren) Probleme und sind gleichzeitig so nahbar und sympathisch. Sie könnten unser aller Nachbarn sein, oder?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3727 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie üblich, hat man sich für die Hauptrollen wieder Musicalprofis als Gäste ans Haus geholt. Ruud van Overdijk ist in Lüneburg kein Unbekannter, überzeugte er doch schon als Judas bei der <a href="https://www.musicals-online.com/der-gelungene-1-akt-geraet-schnell-in-vergessenheit/">2022er Inszenierung von &#8222;Jesus Christ Superstar&#8220;</a>. Bei &#8222;Rent&#8220; konnte er auch seine zweite Leidenschaft &#8211; das Regieführen &#8211; unter Beweis stellen und liefert hier gemeinsam mit Friedrich von Mansberg eine gelungenes Gesamtbild ab. Als Roger darf van Overdijk starke und verletzliche Momente durchleben &#8211; die sanfteren Töne liegen ihm tatsächlich ein klein wenig mehr als die rockigen, bei denen sich seine Stimme ab und an fast überschlägt. Rogers Kumpel Mark wir von Lukas Witzel mit viel Energie dargestellt. Er bedient die geforderte Bandbreite aus Sorgen (um die Freunde und das eigene Vorankommen), Sarkasmus, gebrochenem Herzen und Naivität sehr gut. Der &#8222;Tango Maureen&#8220; macht auch in dieser gelungenen Fassung nicht zuletzt wegen Witzels sehr guter Mimik viel Spaß.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3729 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Anna Langner (in dieser Spielzeit auch als <a href="https://www.musicals-online.com/grosse-oper-im-stadttheater/">Meg Giry in &#8222;Love Never Dies&#8220;</a> zu sehen) verdreht als Mimi nicht nur Roger den Kopf. Sie hat eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung &#8211; da stört es wenig, dass sie stimmlich nicht zu 100% überzeugen kann. Ähnlich sieht es aus bei Sjoerd Knol, der als Tom Collins unglaublich gefühlvoll agiert. Sein voluminöser Bariton könnte deutlich öfter zu Gehör kommen, denn er trifft die Töne perfekt, doch er gewinnt die Sympathien der Zuschauer durch seine Empathie und seine unerschütterliche Liebe zu Angel.</p>
<p>Soufjan Ibrahim schlüpft in die zugegebenermaßen sehr dankbare Rolle von Angel. Als Drag Queen muss er zum einen sehr expressiv agieren (was ihm herausragend gelingt), andererseits aber auch sehr sehr sanft im Zusammenspiel mit Tom Collins, in der Selbsthilfegruppe oder wenn es auf Angels Tod zugeht. Dass er als Drag Queen stark an Bill Kaulitz erinnert, ist sicherlich gewollt und passt perfekt. Ibrahim hinterlässt mit seiner Darbietung einen bleibenden Eindruck im positivsten aller Sinne!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3726 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Bleiben noch die &#8222;Drama Queen&#8220; Maureen und ihre On-Off-Freundin Joanne. Alexandra Nikolina ist eine starke, freche Maureen. Ihre Performance &#8222;Over the Moon&#8220; orientiert sich sehr an der Broadway-Version, was einige Zuschauer in der dargebotenen Intensität durchaus fordert. Terja Diava gibt Maureens zwischen Liebe und Pflichtbewusstsein hin- und hergerissene Freundin Joanne mit viel Energie. Ihre warme soulig-rockige Stimmfarbe ist beeindruckend. Es macht Spaß diesen beiden Energiebündeln bei ihren Auseinandersetzungen zuzuschauen.</p>
<p>Nicht vergessen darf man natürlich den &#8222;Bösewicht&#8220;, Benny, gespielt von Sascha Littig, der in Lüneburg seit Jahren fest zum Gäste-Pool gehört. Er gibt den überheblichen, rücksichtslosen Miethai sehr überzeugend, kann aber auch als Unterstützer von Mimi durchaus Pluspunkte machen.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist ein Rock-Musical. Es lebt von Drums, E-Gitarre und musikalischer Kraft. Leider wurde die Band hinter einer offenbar sehr dicken Plexiglaswand im hinteren Teil der Bühne verbannt, so dass im Saal nur ein Bruchteil dessen ankommt, was diese Show zu transportieren im Stand ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz des akustischen &#8222;Wegsperrens&#8220; der Musiker, nicht gelingt, Gesang und Musik zu auszusteuern, dass man die Darsteller:innen verstehen kann. Allzuoft geht der Gesang im musikalischen Wattesound unter. Leider ist aber auch dieses Phänomen in Lüneburg nicht neu und schon in früheren Jahren mehrfach negativ aufgefallen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3722 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-2_komprimiert-2500x1667-1-400x267.webp" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-2_komprimiert-2500x1667-1-400x267.webp 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-2_komprimiert-2500x1667-1-768x512.webp 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-2_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.webp 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-2_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.webp 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-2_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.webp 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das ist umso bedauerlicher, da die musikalische Einstudierung (Peter Foggitt) exzellent ist. Beispiele hierfür sind &#8222;Lass Dein Maß die Liebe sein / Will I loose my dignity&#8220; oder auch &#8222;Santa Fe&#8220;.</p>
<p>Die Show ist durchgehend wirklich sehr treffend inszeniert. Der Titelsong wird auf sich bewegenden Tischen dargeboten, was der Intensität des Stücks sehr gut Rechnung trägt. Auch das Ensemble zeigt hier eine sehr gute Energie. Auch &#8222;La vie Bohème&#8220; ist kreativ umgesetzt ohne überladen zu sein. Die Choreographien (Marta di Giulio) sind treffsicher und passen perfekt zum Song. Auch der Contemporary von Collins und Angel nach deren Tod ist absolut gelungen. Ein wundervoller Einfall, der perfekt von den beiden Künstlern getanzt wird.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist und bleibt thematisch hochaktuell. In Lüneburg wurde das Stück mit viel Gespür für die richtigen Aussagen auf die Bühne gebracht und von sehr gut gewählten Darsteller:innen zum Leben erweckt. Der Wunsch nach einer ebenso gelungenen akustischen Aussteuerung bleibt zwar einmal mehr unerfüllt, aber dennoch ist &#8222;Rent&#8220; sehens- und empfehlenswert.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">8</span><span class="Bold">. November 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong>Lukas Witzel, Ruud van Overdijk, Anna Langner, Alexandra Nikolina, Terja Diava, Sjoerd Knoll, Soufjan Ibrahim, Sascha Littig</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik:</strong> Friedrich von Mansberg &amp; Ruud van Overdijk / Jonathan Larson<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://youtu.be/SvJMGUwUfs0" title="Rent" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/SvJMGUwUfs0?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/SvJMGUwUfs0?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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		<title>Große Oper im Stadttheater</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/grosse-oper-im-stadttheater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2025 13:54:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2025]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Langner]]></category>
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		<category><![CDATA[Kirsten Patt]]></category>
		<category><![CDATA[Lotta Wroblewski]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Navina Heyne]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Arno]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Bisher waren der Fortsetzung des Musical-Klassikers &#8222;Das Phantom der Oper&#8220; mangels Publikums-Interesse meist nur kurze Spielzeiten beschieden. Das Jahr im Hamburger Operettenhaus gehörte dabei mit zu den längsten. Die Handlung spielt 10 Jahre nach den weltbekannten Ereignissen in Paris. Das Phantom hat sich als Mister Y in einem Vergnügungspark auf Coney Island (New York) ein ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher waren der Fortsetzung des Musical-Klassikers &#8222;Das Phantom der Oper&#8220; mangels Publikums-Interesse meist nur kurze Spielzeiten beschieden. Das Jahr im <a href="https://www.musicals-online.com/love-never-dies/">Hamburger Operettenhaus</a> gehörte dabei mit zu den längsten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3636 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Die Handlung spielt 10 Jahre nach den weltbekannten Ereignissen in Paris. Das Phantom hat sich als Mister Y in einem Vergnügungspark auf Coney Island (New York) ein neues Leben aufgebaut, Christine ist eine gefeierte Operndiva, die zu ihrem ersten Engagement nach New York eingeladen wird und die Reise mit ihrem Mann Raoul, dem Vicomte de Chagny und dem gemeinsamen Sohn Gustave, antritt.</p>
<p>Auf Coney Island laufen Christine und Raoul alsbald Meg Giry und ihrer Mutter in die Arme, die dem Phantom immer die Treue gehalten haben. Gustave hingegen ist fasziniert von der Kreativität, die von diesem magischen Ort auf Coney Island ausgeht.</p>
<p>Als das Phantom und Christine sich wiedersehen, schwelgen sie kurz in romantischen Erinnerungen an ihre bewegte und bewegende Zeit in Paris. Doch schnell wird klar, dass Christine zu ihrer Familie halten wird. Das Phantom nutzt Christines Loyalität erfolgreich aus und bringt sie dazu, noch einmal für ihn zu singen. Aufgrund dieses Auftritts kommt es zu Eifersucht seitens Meg, die kurzerhand Gustave entführt; Raoul ertränkt seinen wiederaufkeimenden Hass in Alkohol und stellt Christine ein Ultimatum, welches diese zugunsten ihrer Familie aber nicht akzeptieren kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3642 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_288-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" />Nach dem Auftritt bemerkt Christine, dass Gustave verschwunden ist und macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn, dessen Vater &#8211; wie auch das Phantom inzwischen weiß &#8211; nicht Raoul ist. Die Handlung spitzt sich zu, Meg erschießt in ihrem fehlgeleiteten Neid Christine, die in den Armen des Phantoms stirbt. Raoul kommt zu spät, um sich mit seiner großen Liebe zu versöhnen, kann aber immerhin Gustave retten.</p>
<p>Das klingt nicht nur nach atemloser, dramatischer und hoch emotionaler Handlung, das ist es auch. Vielleicht ist es dieses Zuviel an verschiedensten Gefühlen, das &#8222;Love Never Dies&#8220; den Erfolg verwehrt hat. An der Musik und starken Charakteren kann es jedenfalls nicht liegen.</p>
<p>In dieser Spielzeit ist dieses Drama-Musical nun am Stadttheater Lüneburg zu sehen. Das Kreativ-Team des mit drei Bühnen gar nicht so kleinen Theaters hat sich selbst übertroffen: Barbara Bloch schafft mit ihrem Bühnenbild auf mehreren Ebenen mit Coney Islands Traumwelt (nicht nur die Quallen, die sich den Weg durch den Zuschauerraum zur Bühne bahnen, sind herzallerliebst), dem Reich von Mister Y alias dem Phantom, der Suite von Christine sowie den verspiegelten Geheimgängen in &#8222;Phantasma&#8220; immer wieder stilistisch runde Settings für die Handlung. Perfekt ergänzt werden diese durch das stimmig-kreative Kostümbild von Benjamin Burgunder, der den Kontrast zwischen geifernder Pressemeute bei Christines Ankunft in New York und den Künstlern auf Coney Island nicht deutlicher darstellen könnte: Gedeckte Brauntöne treffen auf eine überbordende Farbenpracht &#8211; sehr gelungen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3638 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Die neun Protagonisten sowie Haus- und Extrachor werden von den Lüneburger Symphonikern unter der Leitung von Christoph Bönecker begleitet. Andrew Lloyd Webbers Kompositionen flehen geradezu nach einer klassischen Begleitung und diese live und nicht vom Tonband zu hören, ist einfach eine Wohltat &#8211; zumal, wenn sie so auf den Punkt und fehlerfrei dargeboten wird, wie am Premierenabend. Wenn die Streicher beim Titelsong &#8222;Liebe stirbt nie&#8220; einsetzen, beginnt man sofort zu Träumen&#8230;</p>
<p>Diese vielen Menschen nicht nur akustisch, sondern auch tänzerisch leichtfüßig über die Bühne zu bewegen, fällt Olaf Schmidt zu. Seine Choreographien sind immer passend für die jeweils agierenden Darsteller gewählt, dennoch sieht man deutlich einige Schwachstellen.</p>
<p>Sich musikalische Gäste für einzelne Produktionen einzuladen, ist in Lüneburg eine liebgewonnene und bewährte Tradition. Thomas Borchert und Navina Heyne stehen nach dem &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/klassisches-drama-fuer-die-musicalbuehne/">Graf von Monte Christo</a>&#8220; nun bereits zum zweiten Mal auf dieser Bühne: Borchert in einer ihm aus zahlreichen &#8222;Phantom der Oper&#8220;-Vorstellungen sehr vertrauten Rolle, Heyne als Christine in einer ihr auf den Leib geschriebenen Paraderolle. Beide glänzen als ihre Bühnen Alter Egos: Borchert strotzt vor Energie &#8211; seine Art Gefühle zu zeigen, ist unverkennbar &#8211; und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise ist die verwirrend-verletzende Emotionswelt des Phantoms. Doch Heyne stiehlt ihm mit ihrem glockenhellen Sopran, ihrer Sanftheit, Verletzlichkeit und dem Selbstbewusstsein der verantwortungsvollen Mutter die Show. Aber so soll es ja auch sein, der Star ist Christine &#8211; das war schon immer so. Wen kümmert es da, dass die beiden das Spielalter der Figuren locker um einige Jahrzehnte übertreffen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3639 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Oliver Arno ist als Vicomte de Chagny der fehlende Part dieser Ménage à Trois: Er spielt mit einer Intensität, die unter die Haut geht. Die Stimmungsschwankungen zwischen dem traurigen, kraftvollen &#8222;Welchen Grund hat sie?&#8220; hin zum energischen Duell &#8222;Wer verliert, geht unter&#8220; mit dem Phantom sind beeindruckend. In dieser Inszenierung sind sich Raoul und Phantom ganz klar ebenbürtig!</p>
<p>Anna Langer kommt als Meg die Rolle des &#8222;schmückenden Beiwerks&#8220; zu, die sie jedoch mit einer guten Energie ausstattet. Sie hat eine tolle Jazz-Stimme, die man in diesem Stück so nicht erwartet, kann bösartig und liebevoll sein und irgendwie bekommt man Mitleid mit diesem glücklosen Mädchen.</p>
<p>Kirsten Patt kann die Hin- und Hergerissenheit der loyalen Mme. Giry, die ihr Leben für den Erfolg ihrer Tochter Meg aufgegeben hat, sehr glaubhaft über die Rampe bringen. Ihre statthafte Erscheinung unterstreicht ihre Zielstrebigkeit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3637 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Die Sidekicks &#8211; Mister Y fleißige Helferlein Squelch (Steffen Neutze), Gangle (Sascha Littig) und Fleck (Sarah Hanikel) &#8211; sorgen für heitere Momente, was als mit Schaumstoff ausstaffierter &#8222;stärkster Mann der Welt&#8220; (Neutze), etwas zu rundliche Vogelfrau Fleck (Hanikel) und nicht wirklich mysteriös-fieser Gangle (Littig) sicherlich nicht immer leicht fällt. Doch gerade dieser Auflockerungen braucht das Stück, da es ansonsten deutlich zu schwer verdaulich wäre.</p>
<p>Fragezeichen bleiben beim &#8222;Erinnerungswalzer&#8220; von Meg und Christine&#8230; Beide waren im Opernballett, Walzer wurde in Paris nie getanzt. Es bleibt wohl das Geheimnis des Intendanten Friedrich von Mansberg, weshalb er sich ausgerechnet Walzer für diese Szene ausgesucht hat. Auch die Tatsache das Gustave von Mädchen gespielt wird, sorgt beim geneigten Zuschauer für Falten auf der Stirn: Gibt es in ganz Lüneburg keine Jungen im passenden Alter, die diese Rolle spielerisch und gesanglich zu meistern in der Lage sind? Ich möchte das bezweifeln. Mädchen in Jungenrollen sind heutzutage nun wirklich nicht mehr &#8222;State of the Art&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3640 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Dass bei Christines großem Auftritt (&#8222;Liebe stirbt nie&#8220;) vom Balkon über ihr rot erstrahlender Eisnebel auf die in einem roten Glitzerkleid gewandete Heyne herabfällt, erinnert tatsächlich eher an Drama &amp; Blut und weniger an romantische Gefühle. Hier wäre weniger vielleicht dann ausnahmsweise doch mehr gewesen.</p>
<p>Doch Heynes Gesang versöhnt für diese kleinen Irritationen in der Inszenierung. Es ist wundervoll zu sehen, dass auch selten gespielte und durchaus anspruchsvolle Stücke wie &#8222;Der Graf von Monte Christo&#8220; oder &#8222;Love Never Dies&#8220; für Spielzeiten an Stadttheatern ausgewählt werden. Immer nur &#8222;My Fair Lady&#8220; wäre auch wirklich zu langweilig. Danke für diesen Mut!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">1</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Thomas Borchert, Navina Heyne, Oliver Arno, Kirsten Patt, Anna Langner, Steffen Neutze, Sascha Littig, Sarah Hanikel, Anneke Kramer / Lotta Wroblewski</span><br />
<span style="color: #333399;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik:</strong> Friedrich von Mansberg / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></span></p>
</div>
</div>
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		<title>Aufwühlend, aber in sich stimmig &#8211; so geht modernes Musiktheater</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Dec 2024 06:16:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2024]]></category>
		<category><![CDATA[Alice by Heart]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Alice by Heart&#8220; ist eines der gelungensten Stücke des Jungen Musicals Lüneburg in den letzten Jahren. Worum es geht? Dazu schauen wir zunächst einmal ins Programm des Theaters: &#8222;1941, in den Trümmern der deutschen Angriffe auf London während des Zweiten Weltkriegs wird Alice Spencers bewegtes, aufstrebendes Teenagerleben auf den Kopf gestellt. Sie und ihr bester ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Alice by Heart&#8220; ist eines der gelungensten Stücke des Jungen Musicals Lüneburg in den letzten Jahren. Worum es geht? Dazu schauen wir zunächst einmal ins Programm des Theaters:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3625 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/12/DSC8723-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />&#8222;1941, in den Trümmern der deutschen Angriffe auf London während des Zweiten Weltkriegs wird Alice Spencers bewegtes, aufstrebendes Teenagerleben auf den Kopf gestellt. Sie und ihr bester Freund Alfred sind gezwungen, in einer U-Bahn-Station Schutz zu suchen. Alice liest dort in ihrem Lieblingsbuch „Abenteuer im Wunderland“ von Lewis Carroll und versucht so, ihre Erfahrungen von Trauer, Verlust, Angst und Sehnsüchten zu verarbeiten. Als der an Tuberkulose erkrankte Alfred unter Quarantäne gestellt wird, ermutigt Alice ihn, mit ihr in ihr geliebtes Buch zu fliehen und in eben dieses Wunderland zu reisen. Obwohl ihr das Buch entrissen wird, machen sich die beiden auf den Weg, denn Alice kennt die Geschichte auswendig, eben „by heart“. Auf ihrer Reise durch das Märchen erkundet „Alice By Heart“ die Begegnung mit der ersten Liebe, die Bewältigung von Schmerzen und den Mut, nach vorne zu blicken. Am Ende aber steht für die beiden die Rückkehr in die Realität des unterirdischen Schutzraums, die Rückkehr zu Krieg und Krankheit. Und doch: „Alice By Heart“ ermutigt alle, die Kraft der Fantasie zu feiern, selbst in den härtesten Zeiten.&#8220;</p>
<p>Das klingt nicht nur verwirrend, es ist es auch. Verwirrend, weil die Kreativen Sheik und Sater in der Tradition von &#8222;Spring Awakening&#8220; tief in die überfordernde Gefühlswelt von Heranwachsenden eindringen, verwirrend auch, weil sie das Ganze in die Welt von Lewis Carrolls &#8222;Alice im Wunderland einbetten und dann die Handlung noch in den Blitzkrieg in London im Jahr 1941 verlegen. Ganz schön harter Tobak&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3626 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/12/20-DSC_5891-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Das Setting ist karg, aber sehr einfallsreich. mit den verschiebbaren Stockbett-Elementen schafft Barbara Bloch immer wieder neue Räume, die die Phantasie anregen und für die moderne Inszenierung von &#8222;Alice&#8220; gleichermaßen funktionieren wie für den Luftschutzbunker, in dem die Zuschauer Alice und Alfred zu Beginn kennenlernen. Rhea Gubler übersetzt Saters Kompositionen in zeitgenössische, anspruchsvolle Choreographien, die die jungen Darsteller mit viel Energie umsetzen. Philipp Lang und Pascal F. Skuppe liefern mit der kleinen, aber feinen Band eine sauber abgestimmte Untermalung ab, bei der &#8211; wie auch schon bei &#8222;Spring Awakening&#8220; &#8211; ein Cello nicht fehlen darf. Die feinen Zwischentöne sind, auf die es sich zu achten lohnt.</p>
<p>Die Szene, in der Alice zum ersten Mal auf die Raupen &#8211; ja, hier sind es zwei &#8211; trifft (&#8222;Chillin&#8216; the regrets&#8220; / &#8222;Ohne Sorgen chillen&#8220;), ist aus einem Guss: Optik, Choreo, Texte &#8211; alles bildet ein absolut stimmiges Gesamtbild. Hier hat Friedrich von Mansberg ein perfektes Kunstwerk abgeliefert! Der anschließende Monolog der Herzogin ist ebenfalls sehr gelungen. Frederike Haas hat die englischen Dialoge und Songs sehr modern und singbar ins Deutsche übertragen.</p>
<p>Während die Teeparty des verrückten Hutmachers eine sehr rätselhafte Szene ist und sich dem Publikum nicht gänzlich erschließt, lässt einen der Auftritt der Jabberwockys den Atem anhalten: Die Stimmung ist bösartig, fast schon gruselig (kleine Kinder während im Zuschauerraum sicherlich überfordert), die Szenerie ist perfekt gestaged, alle Darsteller agieren auf den Punkt. Das Highlight dieser Inszenierung!</p>
<p>Leider bleibt die Herzkönigin im Vergleich zu anderen Adaptionen von &#8222;Alice im Wunderland&#8220; in Lüneburg etwas blass, doch Alice setzt sich ihr gekonnt zur Wehr. Der sehr harmonische Finalsong (&#8222;Winter Blooms&#8220;) rundet diese emotionale Achterbahnfahrt sehr gut ab und erdet die Zuschauer.</p>
<p>&#8222;Alice by Heart&#8220; erzählt eine Geschichte von Krieg, Krankheit und Tod, aber sie ist auch eine Geschichte von Liebe, Freundschaft und Mut. Am Ende sind es vor allem Freundschaft, Mut und Kreativität, die von diesem spannenden Musical in Erinnerung bleiben. Eine überaus sehenswerte Produktion des Jungen Musicals Lüneburg!.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">8</span><span class="Bold">. Dezember 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Isolde Gogolin / Pia Naegeli, Leo Ehmke / Lasse Kuk, Frithjof Gerken / Davina Yousef / Margarita Georgiadis, Jonathan Blankemeyer / Leonie Naujoks, Anneke Kramer / Lotta Wroblewski, Janosh Kratz / Arndt Möller, Hanna Langenbrink / Carolin Rohde, Carla Rossow / Carina Bähr, Franziska Hasenauer / Jakob v. Mansberg, Sascha Littig<br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik &amp; Texte:</strong> Friedrich von Mansberg / Duncan Sheik &amp; Steven Sater<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jan Hoek &amp; Nicolai Stephan<br />
</span></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://youtu.be/eeD4md18nc4" title="Alice By Heart" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/eeD4md18nc4?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/eeD4md18nc4?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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