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	<title>Jonathan Larson-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Jonathan Larson-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Viva la vie Bohème!</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2025 08:34:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird. Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/viva-la-vie-boheme/">Viva la vie Bohème!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3725 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf Kosten Ärmerer bereichern&#8230;<br />
Liegen diese Sorgen und Differenzen wirklich hinter uns? Sicherlich ist vieles besser geworden: Eine HIV-Infektion kann inzwischen behandelt werden, Homosexuelle haben deutlich mehr Rechte (wenn auch bei weitem immer noch nicht dieselben wie Heterosexuelle), weiterhin braucht es und gibt es medienwirksame Proteste gegen verschiedenste Themen, Miethaie und Wohnungsnot sind auch heute (wieder) allgegenwärtig&#8230;</p>
<p>Jonathan Larson hat mit &#8222;Rent&#8220; große Teile seiner eigenen Lebenswirklichkeit auf die Bühne gebracht. Die Charaktere sind so verschieden und so besonders, haben alle ihre (sehr nachvollziehbaren) Probleme und sind gleichzeitig so nahbar und sympathisch. Sie könnten unser aller Nachbarn sein, oder?</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3727 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie üblich, hat man sich für die Hauptrollen wieder Musicalprofis als Gäste ans Haus geholt. Ruud van Overdijk ist in Lüneburg kein Unbekannter, überzeugte er doch schon als Judas bei der <a href="https://www.musicals-online.com/der-gelungene-1-akt-geraet-schnell-in-vergessenheit/">2022er Inszenierung von &#8222;Jesus Christ Superstar&#8220;</a>. Bei &#8222;Rent&#8220; konnte er auch seine zweite Leidenschaft &#8211; das Regieführen &#8211; unter Beweis stellen und liefert hier gemeinsam mit Friedrich von Mansberg eine gelungenes Gesamtbild ab. Als Roger darf van Overdijk starke und verletzliche Momente durchleben &#8211; die sanfteren Töne liegen ihm tatsächlich ein klein wenig mehr als die rockigen, bei denen sich seine Stimme ab und an fast überschlägt. Rogers Kumpel Mark wir von Lukas Witzel mit viel Energie dargestellt. Er bedient die geforderte Bandbreite aus Sorgen (um die Freunde und das eigene Vorankommen), Sarkasmus, gebrochenem Herzen und Naivität sehr gut. Der &#8222;Tango Maureen&#8220; macht auch in dieser gelungenen Fassung nicht zuletzt wegen Witzels sehr guter Mimik viel Spaß.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3729 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Anna Langner (in dieser Spielzeit auch als <a href="https://www.musicals-online.com/grosse-oper-im-stadttheater/">Meg Giry in &#8222;Love Never Dies&#8220;</a> zu sehen) verdreht als Mimi nicht nur Roger den Kopf. Sie hat eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung &#8211; da stört es wenig, dass sie stimmlich nicht zu 100% überzeugen kann. Ähnlich sieht es aus bei Sjoerd Knol, der als Tom Collins unglaublich gefühlvoll agiert. Sein voluminöser Bariton könnte deutlich öfter zu Gehör kommen, denn er trifft die Töne perfekt, doch er gewinnt die Sympathien der Zuschauer durch seine Empathie und seine unerschütterliche Liebe zu Angel.</p>
<p>Soufjan Ibrahim schlüpft in die zugegebenermaßen sehr dankbare Rolle von Angel. Als Drag Queen muss er zum einen sehr expressiv agieren (was ihm herausragend gelingt), andererseits aber auch sehr sehr sanft im Zusammenspiel mit Tom Collins, in der Selbsthilfegruppe oder wenn es auf Angels Tod zugeht. Dass er als Drag Queen stark an Bill Kaulitz erinnert, ist sicherlich gewollt und passt perfekt. Ibrahim hinterlässt mit seiner Darbietung einen bleibenden Eindruck im positivsten aller Sinne!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3726 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch die &#8222;Drama Queen&#8220; Maureen und ihre On-Off-Freundin Joanne. Alexandra Nikolina ist eine starke, freche Maureen. Ihre Performance &#8222;Over the Moon&#8220; orientiert sich sehr an der Broadway-Version, was einige Zuschauer in der dargebotenen Intensität durchaus fordert. Terja Diava gibt Maureens zwischen Liebe und Pflichtbewusstsein hin- und hergerissene Freundin Joanne mit viel Energie. Ihre warme soulig-rockige Stimmfarbe ist beeindruckend. Es macht Spaß diesen beiden Energiebündeln bei ihren Auseinandersetzungen zuzuschauen.</p>
<p>Nicht vergessen darf man natürlich den &#8222;Bösewicht&#8220;, Benny, gespielt von Sascha Littig, der in Lüneburg seit Jahren fest zum Gäste-Pool gehört. Er gibt den überheblichen, rücksichtslosen Miethai sehr überzeugend, kann aber auch als Unterstützer von Mimi durchaus Pluspunkte machen.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist ein Rock-Musical. Es lebt von Drums, E-Gitarre und musikalischer Kraft. Leider wurde die Band hinter einer offenbar sehr dicken Plexiglaswand im hinteren Teil der Bühne verbannt, so dass im Saal nur ein Bruchteil dessen ankommt, was diese Show zu transportieren im Stand ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz des akustischen &#8222;Wegsperrens&#8220; der Musiker, nicht gelingt, Gesang und Musik zu auszusteuern, dass man die Darsteller:innen verstehen kann. Allzuoft geht der Gesang im musikalischen Wattesound unter. Leider ist aber auch dieses Phänomen in Lüneburg nicht neu und schon in früheren Jahren mehrfach negativ aufgefallen.</p>
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<p>Die Show ist durchgehend wirklich sehr treffend inszeniert. Der Titelsong wird auf sich bewegenden Tischen dargeboten, was der Intensität des Stücks sehr gut Rechnung trägt. Auch das Ensemble zeigt hier eine sehr gute Energie. Auch &#8222;La vie Bohème&#8220; ist kreativ umgesetzt ohne überladen zu sein. Die Choreographien (Marta di Giulio) sind treffsicher und passen perfekt zum Song. Auch der Contemporary von Collins und Angel nach deren Tod ist absolut gelungen. Ein wundervoller Einfall, der perfekt von den beiden Künstlern getanzt wird.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist und bleibt thematisch hochaktuell. In Lüneburg wurde das Stück mit viel Gespür für die richtigen Aussagen auf die Bühne gebracht und von sehr gut gewählten Darsteller:innen zum Leben erweckt. Der Wunsch nach einer ebenso gelungenen akustischen Aussteuerung bleibt zwar einmal mehr unerfüllt, aber dennoch ist &#8222;Rent&#8220; sehens- und empfehlenswert.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">8</span><span class="Bold">. November 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong>Lukas Witzel, Ruud van Overdijk, Anna Langner, Alexandra Nikolina, Terja Diava, Sjoerd Knoll, Soufjan Ibrahim, Sascha Littig</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik:</strong> Friedrich von Mansberg &amp; Ruud van Overdijk / Jonathan Larson<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://youtu.be/SvJMGUwUfs0" title="Rent" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/SvJMGUwUfs0?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/SvJMGUwUfs0?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
</div>
</div>
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		<item>
		<title>Rent im Autokino &#8211; der Versuch, Corona die Stirn zu bieten</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/rent-im-autokino-der-versuch-corona-die-stirn-zu-bieten/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2020 07:24:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was soll man machen, wenn aufgrund strenger Abstands- und Hygienemaßnahmen jegliche Form des Indoor-Theaters bis auf weiteres untersagt sind? Das TfN, Theater für Niedersachsen, gehörte zu den ersten, die ihre Musicalproduktion „kurzerhand“ an die frische Luft setzten: Anstatt der für April geplanten Premiere im Stadttheater Hildesheim feierte „Rent“ am 29. Mai in einer konzertanten Fassung ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll man machen, wenn aufgrund strenger Abstands- und Hygienemaßnahmen jegliche Form des Indoor-Theaters bis auf weiteres untersagt sind? Das TfN, Theater für Niedersachsen, gehörte zu den ersten, die ihre Musicalproduktion „kurzerhand“ an die frische Luft setzten: Anstatt der für April geplanten Premiere im Stadttheater Hildesheim feierte „Rent“ am 29. Mai in einer konzertanten Fassung seine Open Air Premiere.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2942 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Warum auch nicht? Denn auch die allererste Fassung, die von „Rent“ jemals gezeigt wurde, war konzertant. Was folgte, war eine beispiellose Erfolgsgeschichte. „Rent“ traf den Nerv der Zeit. Jonathan Larsons Songs und die herausragenden Darsteller machten „Rent“ innerhalb kürzester Zeit zu einer der anerkanntesten Shows weltweit. „Rent“ ist kein Gute-Laune-Musical, „Rent“ hat eine Botschaft. Es geht um Leben mit AIDS, den Kampf gegen Vorurteile, um bedingungslose Freundschaft und Liebe in all ihren wunderbaren Spielarten.</p>
<p>Craig Simmons musste in kurzer Zeit von seiner geplanten Bühnen-Inszenierung auf die Regie von zehn Darstellern umschwenken, die sich zu keinem Zeitpunkt auch nur berühren durften. So schrieben es die Corona-Spielregeln vor. Doch „Rent“ ist inhaltlich und musikalisch so kraftvoll, dass dies problemlos gelingen kann.</p>
<p>Die fünfköpfige Live-Band unter der Leitung von Andreas Unsicker ließ schon bei der Einfahrt ins Areal direkt aufhorchen.</p>
<p>Das man als Zuschauer seinen Wagen nicht verlassen durfte, der Sound aus dem eigenen Autoradio kam (was natürlich maßgeblichen Einfluss auf die Klangqualität hat) und man anstatt zu applaudieren, die Lichthupe betätigte, ist gewöhnungsbedürftig. Doch dank der Videoprojektion hatte man von allen Parkplätzen einen guten Blick auf das Geschehen und verpasste nichts.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2945 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Leider war am Premierenabend Alexander Prosek, der den Tom Collins spielen sollte, kurzfristig erkrankt, so dass es für das Team noch eine weitere Herausforderung zu stemmen galt. Doch mit vereinten Kräften übernahmen die verbliebenen Künstler Proseks Part und man vermisste kaum etwas.</p>
<p>Bei hochsommerlichen Temperaturen in Winterkleidung in der prallen Sonne zu stehen, ist sicherlich etwas, auf dass die Darsteller gut hätten verzichten können. Doch sie ließen sich diese zusätzlichen Strapazen während der 90 Minuten (es wurde ohne Pause durchgespielt) nicht anmerken.</p>
<p>Nicolo Soller hatte als Roger die komplette emotionale Bandbreite von gefühlvoll-verliebt bis hin zu verletzt-aggressiv zu bedienen. Ihm gelang dieser Spagat über weite Strecken sehr glaubhaft. Als Mimi war Sandra Pangl zu erleben. Sie legte die Rolle ungewöhnlich ernst an, was der Figur an sich aber nicht schadete. Es fiel auf, dass sie in Duetten – insbesondere mit Johannes Osenberg alias Mark – deutlich selbstbewusster war als in ihren Soloparts.</p>
<p>Osenberg war ein sympathischer „Erzähler“, auch wenn er einige Einsätze verpasste und nicht alle Texte saßen. Dennoch kann man sich gut vorstellen, dass er die Rolle von Mark auf einer kompakteren Bühne überzeugend hätte ausfüllen können.</p>
<p>Maureen und Joanne (Charlotte Katzer und Elisabeth Köstner) blieben in dieser Inszenierung leider etwas blass, obwohl sie optisch und auch spielerisch durchaus zu überzeugen wussten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2940 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch Benny und Angel, um die Riege der Protagonisten zu komplettieren: Während Gerald Michel noch keine Verbindung zu seinem Charakter Benny gefunden zu haben schien (er konnte weder gesanglich noch schauspielerisch überzeugen), bestach Nico Went nicht nur optisch (tolle Kostüme!), sondern verlieh Angel durch seine tiefe Stimme einen seriösen Touch, der sehr gefiel.</p>
<p>Man vermag sich kaum vorzustellen, wie es für Darsteller sein muss, kein direktes akustisches Feedback für die eigene Leistung zu bekommen. Spätestens bei „Werd ich ohne Würde sein?“ möchte man als Zuschauer, ob der herausragenden Choreinstudierung, eigentlich klatschend, pfeifend und johlend ausrasten. Die Lichthupe kann dieser Begeisterung kaum den richtigen Nachdruck verleihen…</p>
<p>Die Idee, dem Publikum (und auch den Darstellern) das Erlebnis Musical in einem Autokino zu präsentieren, kann im Nachgang nur als sehr gut gewertet werden. Dass es an der Umsetzung beim vorliegenden Stück noch ein paar Optimierungen gab und man sich an die doch deutlich andere Atmosphäre erst noch gewöhnen muss, soll niemanden davon abhalten, weiter nach Lösungen für die aktuelle Situation zu suchen.</p>
<p>Musical-Konzerte, Best-Of-Shows, Revuen o.ä. kann ich mir unter den genannten Bedingungen sehr gut vorstellen. Komplette Stücke (mit mehreren Darstellern und einer entsprechend komplexen Handlung) sind in einem Autokino sicherlich auch weiterhin eher etwas schwieriger umzusetzen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3" style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> TfN, Autokino Hildesheim</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Nicolo Soller, Johannes Osenberg, Gerald Michel, Elisabeth Köstner, Nico Went, Sandra Pangl, Charlotte Katzer</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Craig Simmons / Jonathan Larson<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater für Niedersachsen<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Der perfekte Startschuss für Hamburgs Off-Musicalszene</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-perfekte-startschuss-fuer-hamburgs-off-musicalszene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2013 15:07:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Dörthe Thiel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruenspan]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Larson]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa Huk]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Rousseau]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Mehlich]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Affolter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neugegründete Produktionsfirma „Avenue A productions“ hat es sich zum Ziel gesetzt, kleinere und unabhängige Musical-Produktionen, in Hamburg auf die Bühne zu bringen. Dass der Firmenname nicht von Ungefähr kommt, zeigt schon das erste Stück, das das Team um Urs Affolter und Sebastian Rousseau auf die Bühne des Gruenspans bringt: Das Tony Award dekorierte Musical ...</p>
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<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die neugegründete Produktionsfirma „Avenue A productions“ hat es sich zum Ziel gesetzt, kleinere und unabhängige Musical-Produktionen, in Hamburg auf die Bühne zu bringen. Dass der Firmenname nicht von Ungefähr kommt, zeigt schon das erste Stück, das das Team um Urs Affolter und <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Sebastian_Rousseau_2014.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=810">Sebastian Rousseau</a></span> auf die Bühne des Gruenspans bringt: Das Tony Award dekorierte Musical „Rent“ aus der Feder von Jonathan Larson bildet den Auftakt zu einer Reihe von Musicalschätzen, die in New York und London Weltruhm erlangt haben, es aber in Deutschland mehr als schwer hatten, weil sie eben nicht bunt, fröhlich und massenkompatibel sind.</p>
<p class="Body">Kenner der Hamburger Musikszene kratzen sich sicherlich verwundert am Kopf: Der Rock-Club Gruenspan als Musical-Location? Oh ja, das funktioniert. Schon beim Try-Out von „Sherlock Holmes 2.0“ im August 2013 zeigte das Gruenspan seine Qualitäten als Spielstätte für kleine Musicals, denen eine intime Umgebung sehr gut zu Gesicht steht.</p>
<p class="Body">Auch „Rent“, die im New York Ende des letzten Jahrhunderts angesiedelte Handlung, seine acht Hauptfiguren mit ihren Problemen rund um Liebe, Drogen, AIDS und die titelgebende Wohnungsnot sind alles andere Mainstream. Dennoch oder gerade deshalb zählt „Rent“ mit mehr als 5.000 Vorstellungen zu den erfolgreichsten Broadway-Musicals.</p>
<p class="Body">Nach Düsseldorf 1999 und Wiesbaden 2007-2009 bekommen die Zuschauer in Hamburg die neuere deutsche Fassung von Wolfgang Adenberg zu hören. Wenn man jedoch eine der englischen Versionen – sei es nun die Broadway Cast oder den Soundtrack zum Film von 2006 &#8211; im Ohr hat, holpern einige deutsche Passagen doch arg. Das Wort Rent mit Geld zu übersetzen, ist inhaltlich zweifelsfrei korrekt und es passt zur Melodie des Titelsongs, und doch fühlt es sich befremdlich an, das Wort, das dem Stück seinen Namen verdankt, in der Show nicht einmal zu hören. Doch ein deutsches Publikum wünscht sich deutsche Texte und diese Hürde muss auch eine Off-Szene nehmen.</p>
<p class="Body">Urs Affolter inszeniert das Stück so klar, deutlich und ungeschminkt wie man es sich wünscht. Nichts lenkt von den starken Charakteren ab. Die Personenregie ist einwandfrei, jede Hauptrolle hat starke Momente und darf diese auch voll auskosten. Arnold Grevers kleidet alle Protagonisten treffend ein. Nichts stört das Bild der drogenabhängigen Mimi, der Drag Queen Angel oder des leicht spießigen Mark.</p>
<p class="Body">Die fünfköpfige Band unter der Leitung von Peter Koobs ist auf der rechten Bühnenhälfte platziert – eine echte Herausforderung für die Tontechnik. Um zu vermeiden, dass die volle Wucht der rockigen Sounds das Ensemble auf der Bühne übertönt, hat man Drummer Henning Brandt in einen Plexiglaskäfig verbannt. Aber es gelingt ihm und seinen Kollegen Ulrich Rohde (Gitarre), Julius Trautvetter (Keyboard) und Sebastian Behnk (Bass) dem Stück die musikalische Intensität zu verleihen, die es braucht, um seine volle Wirkung zu entfalten.</p>
<p class="Body">Doch am Anfang wird es ganz still im Gruenspan: Die Ouvertüre wird a-cappella vom Ensemble intoniert. Ganz pur sorgen die Sänger so für den ersten Gänsehautschauer. Als erstes lernen die Zuschauer naturgemäß Mark Cohen kennen, der als eine Art Erzähler durch die Handlung führt. Simon Mehlich spielt den unentschlossenen, frisch verlassenen Filmemacher sehr überzeugend und sympathisch. Sowohl im „Tango Maureen“ als auch bei „Living in America“ kann er zeigen, was gesanglich in ihm steckt.</p>
<p class="Body">Robert Meyer wurde als erfolgloser Musiker Roger gecastet. Dass was Meyer im Vergleich zu Rollen-Vorgängern an Rockröhre fehlt, macht er durch eine große emotionale Bandbreite weit. Er spielt seinen Frust über das Leben im Allgemeinen genauso ergreifend wie seine unterdrückte und doch übermächtige Liebe zu Mimi. Wenn ihm bei Angels Beerdigung die Tränen übers Gesicht laufen, ist das Publikum von dieser Gefühlstiefe sehr beeindruckt.</p>
<p class="Body">Mimi gewinnt Roger mit einer List für sich. Lisa Huk wickelt als Mimi Roger in der Kerzen-Szene spielend um den kleinen Finger. Drogensucht und Krankheit haben das Mädchen gezeichnet. Huk trägt diesem Verfall überzeugend Rechnung, sprüht in den richtigen Momenten vor Energie und lässt es stimmlich an nichts vermissen.</p>
<p class="Body">Das zweite Paar, Angel und Collins, lernt sich nach einem Überfall auf der Straße kennen. Nicht nur Collins ist von Angels Fürsorge und Güte begeistert. Sebastian Rousseau spielt die AIDS-kranke und dennoch lebensbejahende Drag Queen ergreifend, sorgt für Lacher und viele Damen im Publikum zollen ihm ob seines artistischen Könnens auf High Heels („Today for you, tomorrow for me“) sicherlich Respekt.</p>
<p class="Body">Gerd Achilles spielt den desillusionierten MIT-Absolventen Tom Collins. Dass Collins ein wesentliches Bindeglied der Gruppe ist, fließt immer wieder in seine liebevollen Gestiken ein. Man glaube Achilles sofort, dass Collins ein herzensguter Mensch ist, der für Angel unendlich tief empfindet. „Ich deck Dich zu“ (zunächst im Duett mit Rousseau, dann auf Angels Beerdigung solo) gehört auch in dieser Inszenierung zu den schönsten und traurigsten Momenten.</p>
<p class="Body">Die Performance-Künstlerin Maureen wird abwechselnd von Dörthe Thiel und Dorothea Maria Müller gespielt. Beide Darstellerinnen haben sichtlich Spaß daran, das Publikum mit der „Fliegenden Kuh“ zum Muhen zu animieren (was im übrigen einwandfrei klappt). Ihre Interpretationen unterscheiden sich in Nuancen. Beide werden der kraftvollen, raumgreifenden, sexy provozierenden Maureen mehr als gerecht.</p>
<p class="Body">Als Maureens Freundin Joanne steht Stefanie Derner auf der Gruenspan-Bühne. Dass in der Blondine jede Menge Kraft steckt, erlebt man nicht nur in ihrem Duett mit Maureen „Lass mich oder verlass mich“ eindrucksvoll, sondern auch in ihren Soli während „Seasons of Love“. Sie gibt eine wundervoll gestresste, überperfekte Anwältin, die auch noch das Leben ihrer Partnerin auf die Reihe kriegen will.</p>
<p class="Body">Einzig Benny, gespielt von Johannes Braun, bleibt in dieser Inszenierung verglichen mit den übrigen Protagonisten etwas blass. Er wirkt weder bedrohlich noch besonders zielstrebig. Vielmehr steht seine gute Seite im Fokus, die in anderen Produktionen fast untergeht.</p>
<p class="Body">Das „Rent“ kein buntes Spaßprogramm ist, spürt man während der Szene in der Selbsthilfegruppe bis in die letzte Fingerspitze. Das Ensemble spielt beklemmend authentisch.</p>
<p class="Body">„Du fehlst mir / Without you“ ist ein weiteres Beispiel dafür, dass weniger manchmal mehr ist. Während vorn rechts auf der Bühne Collins an Angels Sterbebett wacht, singt sich Mimi ihre Trauer und Verlustängste auf der Galerie von der Seele, während vorn links ein sehr verloren wirkender Roger leidet. Im Hintergrund wird per Videoprojektion ein Goldfisch eingeblendet, der nahezu auf dem Trockenen vor sich hinzappelt.</p>
<p class="Body">So viele Emotionen muss das Publikum erst einmal verarbeiten.</p>
<p class="Body">Diese Inszenierung besticht durch ihre puren Gefühle. Jeder Darsteller geht zu 100 % in seiner Rolle auf. Hinzu kommt, dass Band und Ensemble nahezu perfekt aufeinander abgestimmt sind. Nur in wenigen Momenten übertönt die Band die leisen Einsätze der Solisten. So wird jeder Zuschauer erreicht und es gibt – glaubt man den stehenden Ovationen &#8211; niemanden, der nicht restlos von „Rent“ begeistert ist.</p>
<p class="Body">Ja, es ist schwere Kost, die beileibe nicht in mundgerechten Häppchen serviert wird, sondern brutal und direkt. Aber genau das wollte Jonathan Larson mit seinem Stück bewirken: Das Leben ist eben nicht nur rosarot und fröhlich, sondern hat Schattenseiten, die gezeigt werden müssen.</p>
<p class="Body">Man kann Avenue A Productions nur wünschen, dass es nicht bei „Rent“ bleibt, sondern dass auf diesem Niveau noch weitere Produktionen folgen und man so den ersten Grundstein zu einer echten Fringe-Szene in Deutschland legt. Diese ist seit langem mehr als überfällig.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Gruenspan, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellungen: </span></strong>14. + 22. Dezember 2013</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Lisa Huk, Simon Mehlich, Robert Meyer, Sebastian Rousseau, Dörthe Thiel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Jonathan Larson / Urs Affolter<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Avenue A productions<br />
</span></div>
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		<title>Rent &#8211; Remixed</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/rent-remixed/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 13:54:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Denise van Outen]]></category>
		<category><![CDATA[Duke of York‘s Theatre]]></category>
		<category><![CDATA[Jay Webb]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Larson]]></category>
		<category><![CDATA[Leon Lopez]]></category>
		<category><![CDATA[Luke Evans]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Thornton]]></category>
		<category><![CDATA[William Baker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sollte man einen in sich stimmigen Broadwayerfolg, der noch keine 15 Jahre auf dem Buckel hat, überarbeiten und in unser neues Jahrhundert überführen? Die Antwort ist gar nicht so einfach… Natürlich beginnt die Geschichte in New York Ende 1989, und seitdem hat sich gerade dort viel getan. Aber die eigentliche Botschaft von „Rent“ ist zeitlos: ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content" class="bumper">
<p>Sollte man einen in sich stimmigen Broadwayerfolg, der noch keine 15 Jahre auf dem Buckel hat, überarbeiten und in unser neues Jahrhundert überführen? Die Antwort ist gar nicht so einfach… Natürlich beginnt die Geschichte in New York Ende 1989, und seitdem hat sich gerade dort viel getan. Aber die eigentliche Botschaft von „Rent“ ist zeitlos: „No day but today!“</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Nichtsdestoweniger haben sich die Ambassador Theatre Group und Michael Brenner (BB Promotions) gedacht, dass eine Auffrischung der Show von Jonathan Larson nicht schaden würde und so entstand „Rent Remixed“, das am 15. Oktober seine West End Premiere feierte.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_Remixed_files/shapeimage_3.png" alt="" width="313" height="403" /></div>
<p class="Body">Die Regie übernahm William Baker, der sich in den letzten 13 Jahren vor allem für die Inszenierung von zahlreichen Kylie Minogue Shows und weiteren Popkonzerten einen Namen gemacht hat. Dieser Verbindung ist es wohl auch zu verdanken, dass Kylie Minogue als Stimme auf dem Anrufbeantworter (Marks Mutter, Alexi Darling) zu hören ist. Bei dem vorhandenen Popkonzert-Background von Baker war eine energiereiche und sehr moderne Inszenierung zu erwarten.</p>
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</div>
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<div id="id4" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Diese Erwartung wurde mehr als erfüllt und zieht sich gleichermaßen durch alle weiteren kreativen Bereiche: Mark Bailey stellt die Darsteller in ein von weißen Mauern umrahmtes Set, in dessen Mitte ein Podest steht, der wahlweise als Loft von Mark und Roger fungiert, oder auch als Versammlungsstätte der AIDS-Selbsthilfegruppe. Eine Brücke überspannt die Bühne und ist durch eine Art Feuerleiter mit dem Bühnenboden verbunden. Nach oben führt eine weitere Leiter, die Angel nach seinem Tod hinaufsteigt.</p>
<p class="Body">Mit Kulissen wir sehr sparsam umgegangen, einige IKEA-Metallstühle, eine Chaise Longue, eine Metalltonne sowie eine Bar mit passenden Hockern müssen reichen, um die verschiedenen Szenenbilder zu kreieren.</p>
<p class="Body">Diese optische Sparsamkeit kann einer Show, in der die Charaktere im Mittelpunkt stehen nur gut tun. Angenehm, dass auch die Kostüme mit Ausnahme von Maureen und Angel nicht durch extreme Extravaganz auffallen. Perücken und ausgefallenes Make-Up fehlen gänzlich. Die Darsteller stehen in ganz normalen, heute aktuellen, Alltags- und im Fall von Joanne Büro-Outfits auf der Bühne. Das Publikum kann sich daher spielend mit den verschiedenen Figuren identifizieren.</p>
<p class="Body">Die spürbaren Änderungen fangen im Sound Design an… Kaum ein Song, der nicht so klingt, wie man ihn von Jonathan Larson gewohnt ist. Steve Anderson (Musical Supervisor), Sebastian Frost (Sound Design), Terry Ronald (Vocal Arranger) und Steve Hill (Musical Director) haben eine gänzlich neue Klangwelt für “Rent” erschaffen. Konnte man bisher mit Fug und Recht behaupten, „Rent“ sei ein Pop/Rockmusical ist es nunmehr ein Mischmasch aus den verschiedensten Stilrichtungen: Techno, Funk, Pop, Spheric und einiges so banal wie typischer Musical-Einheitsbrei. An dieser Arbeit kann man kaum ein gutes Haar lassen, aber dazu später im Einzelnen mehr. Denn auch Regisseur Baker und sein Associate Director Clive Paget hab sich jede Menge kreative Freiheiten genommen…</p>
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<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_259_301">
<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_Remixed_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Der Ort des Geschehens ist nach wie vor New York, doch ist beispielsweise Mark englischen Ursprungs, wie der Anruf seiner Eltern verdeutlicht, die bedauern, dass er Weihnachten nicht im heimischen London verbringen kann. Ansonsten halten sich die befürchteten Bezüge zu London in Grenzen.</p>
</div>
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<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_335">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die inszenatorischen Neuerungen beginnen schon mit dem Prolog, der nicht wie sonst „Seasons of Love“ ist, sondern mit „No day but today“ (= „Life Support“) beginnt. Das Publikum wird sofort in die Geschichte gezogen und das Geschehen nimmt seinen Lauf.</p>
<p class="Body">Mark (Oliver Thornton) teilt sich eine Wohnung mit dem ebenfalls arbeitslosen Musiker Roger (Luke Evans). Mark dokumentiert das Leben der beiden auf Video (mit einer modernen Digital-Kamera). Der sich telefonisch ankündigende Weihnachtsbesuch von Collins (Leon Lopez) bleibt zunächst aus, da Collins noch während des Telefonats von Straßenkids zusammengeschlagen wird. Doch dann taucht er zusammen mit Angel (Jay Webb) bei den beiden Künstlern auf und bereitet ihnen einen unvergesslichen Weihnachtsabend. Zuvor begegnet Roger jedoch Mimi (Ex-Sugababe Siobhan Donaghy), die ihn mit ihrem Flirt sofort einwickelt und damit in eine starke emotionale Krise reißt. Zwischendurch werden die beiden Bewohner noch von ihrem Vermieter und ehemaligen Mitbewohner Benny (Craig Stein) hinsichtlich der ausstehenden Miete erpresst: Sie sollen Maureens (Denise Van Outen) Protestveranstaltung verhindern. Die beiden denken gar nicht daran. Im Gegenteil, Mark hilft Maureen sogar noch, ihre Anlage einzurichten und trifft dabei auf Joanne (Francesca Jackson), Maureens Freundin, für die er von Maureen verlassen wurde.</p>
<p class="Body">Der erste Akt endet aber überraschenderweise nicht mit Maureens Protest „Over the moon“, sondern mit den „Christmas Bells“, die direkt im Anschluss an den „Tango Maureen“ gesungen werden. Diese szenischen Verschiebungen ziehen sich auch durch den zweiten Akt: Es gibt einen fließenden Übergang zwischen „La Vie Bohème“ und „Happy New Year“, Mark bekommt sein Engagement für seine Dokumentation von Maureens Protest erst im Januar, der gesungene Beziehungskrach „Take me or Leave me“ von Joanne und Maureen wird unabhängig von deren Verlobung statt, die in dieser Inszenierung gänzlich fehlt. Dafür bleibt man dem ursprünglichen Buch in vielen kleinen Details treu, beispielsweise, dass Benny den Entzug von Mimi bezahlt oder Mark das Angebot des TV-Senders ablehnt. Dennoch hinterlässt die Inszenierung bei denjenigen Besuchern, die „Rent“ bereits kennen, und das ist ganz sicher die Mehrheit im Publikum, einiges Unverständnis und Unmut über die Änderungen. Zum Publikum ist im übrigen anzumerken, dass weniger Touristen und „Rent“-Neulinge den Weg ins Duke of York’s Theatre fanden, sondern viel mehr lokales Publikum seinen Platz in dem 650 Plätze Haus einnahm, dass den ihm bekannten Szenen mal ergriffen, mal gespannt folgte.</p>
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<div class="tinyText stroke_3">
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<div class="text-content style_External_401_352">
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_Remixed_files/shapeimage_6.png" alt="" width="312" height="402" /></div>
<p class="Body">Das 15-köpfige Ensemble legt sehr viel Energie in seinen Auftritt. Einige Szenen missraten durch die neue Inszenierung jedoch zu belanglosem Singsang. So verwandelt das neue Arrangement von „One Song Glory“, in dem Roger sein AZT nimmt und sich den einen letzten Song wünscht, bevor er – genau wie seine Freundin zuvor – stirbt, die Szene in ein Bad aus Selbstmitleid. Der Song hat jeglichen Rock verloren, und selbst wenn Luke Evans Erscheinung und Stimmbild zu einem Rocker sehr gut passen, verliert er sich vollständig in dieser sehr seichten Interpretation. Gleiches gilt für „Out tonight“, eine Szene, in der Mimi Roger um ein Date bittet. Die fetzige Rocknummer wurde doch tatsächlich mit einem Bigband-Sound hinterlegt, die weder zur Szene passt, noch der Stimme von Siobhan Donaghy sonderlich entgegenkommt. Erschwert wird die Glaubwürdigkeit dieser Passage dadurch, dass die ehemalige Popsängerin Donaghy über keinerlei Sexappeal verfügt. Während man ihr die abgemagerte drogensüchtige Mimi bedenkenlos abnimmt (wer sich über Magermodels auf dem Laufsteg beschwert, sollte auch mal auf eine Musicalbühne schauen), lässt sie es an den anderen Facetten der Figur missen. Kein Tiefgang, keine spürbare Liebe. Selbst die Finalszene, in der sie dem Tod von der Schippe springt, gerät durch ihre kaum vorhandenen schauspielerischen Fähigkeiten in die Reihe der Belanglosigkeiten. Dabei kann gerade diese Szene durch die richtige Intensität für ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl und Gänsehautschauer sorgen.</p>
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<div class="text-content style_External_670_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Ähnlich blass bleibt auch Benny-Darsteller Craig Stein. Er wirkt sehr nervös und hibbelig. Das souveräne, ja manchmal auch bösartige, des Miete eintreibenden Vermieters geht ihm ab. Dafür entschädigt er aber mit einer unerwartet kraftvollen Stimme, die seine wenigen Gesangspassagen zu einem Erlebnis werden lassen.</p>
<p class="Body">Positiv fällt im ersten Akt der sehr viel aggressivere und sehr sexy umgesetzte „Tango Maureen“ von Mark von Joanne auf. Während Francesca Jackson alias Joanne im attraktiven Business-Outfit ihre Reize zur Schau stellt, reißt sich Mark die Kleider nahezu vom Leib und beide legen einen Tango hin, der seinesgleichen sucht.</p>
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<div id="id10" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_259_292">
<div class="style_2">
<p class="Body">Angels Auftritte sorgen im Publikum erfahrungsgemäß für großen Jubel, da er einer der größten Sympathieträger von „Rent“ ist. Jay Webb taucht in hautenger weißer Jeans, meist ohne Oberteil und mit kahlrasiertem Kopf auf. Auch an diesen Anblick muss man sich erst einmal gewöhnen, da Angel in dieser Präsentation seine weibliche Seite und sein Transvestiten-Dasein komplett verliert. Nichtsdestoweniger hat die Figur Angel in Bakers neuer Inszenierung die größte Entwicklung durchgemacht. Neben Kostümen, die an Hardcore- und Sado-Maso-Sex erinnern, passt auch die mal technolastige mal funky Neu-Arrangierung der Songs. Allerdings ist „Today for you“ als Techno-Hymne und „Contact“ als Funk-Nummer in Lack-Leder-Outfits für Otto-Normal-Musical-Besucher schon ziemlich schwere Kost. Dennoch bleibt auch der Angel des neuen Jahrtausends der Publikums-Liebling.</p>
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<div class="text-content style_External_671_604">
<div class="style_2">
<p class="Body">Leon Lopez steht als deutlich sanfterer Gegenpart von Angel auf der Bühne. Er spielt Collins rollendeckend, hat mit „I’ll cover you“ nach wie vor eine der schönsten Balladen des Stücks in seinem Repertoire. Seine warme Stimme passt perfekt zu dieser souligen Nummer, die zum Glück unverändert zu hören ist.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_Remixed_files/shapeimage_7.png" alt="" width="400" height="280" /></div>
<p class="Body">Denise Van Outen steigt in die Rolle der bisexuellen Maureen voll ein. Bei der Protestveranstaltung bezieht sie das Publikum mit ein, flirtet mit den Frauen in der ersten Reihe und bringt sie zum muhen. Ihr sexy Outfit und die langen Beine machen sie zu einer Lichtgestalt der Inszenierung. Stimmlich steht ihre sehr individuelle Interpretation von „Over the moon“ ihrer namhaften Vorgängerin Idina Menzel in nichts nach. Aber auch Maureen darf, wie Angel, etwas derber agieren und sich in eindeutigen Posen präsentieren, die einen manchmal kalt schlucken lassen. Das intensive Kräftemessen mit Francesca Jackson („Take me or leave me“ gewinnt die Blondine spielend, und doch schafft sie es, in den entsprechenden Szenen genug Tiefgang und Gefühl zu transportieren (bspw. an Angels Sterbebett).</p>
<p class="Body">Zu den bemerkenswerten Szenen gehört zweifelsohne auch „Halloween“ im 2. Akt. Während bei „La Vie Bohème“ noch das gesamte Ensemble energiegeladen und mit großer Spielfreude dabei ist, sorgt das softe, musicalesque Arrangement von Marks Solo „Halloween“ für eine kalte Dusche. Nichts ist mehr zu sehen oder zu spüren vom Zynismus und Sarkasmus, die Oliver Thortons Interpretation von Mark Cohen so neuartig und spannend gemacht haben. Genauso negativ fällt „Goodbye Love“ auf. Ursprünglich eine wundervolle, wenn auch anklagende, Ballade ruiniert das sphärische Arrangement von Steve Anderson die Intensität des Songs komplett. Wenn William Baker in einem Interview sagt, dass er keine E-Gitarren-Klänge mag und er mit seiner „Rent“-Inszenierung zeigen will, wie „Rent“ hätte sein sollen, kann man nur sagen: So sicherlich nicht! Es klingt als hätte man der Show die Luft ausgelassen.</p>
<p class="Body">Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, es ist durchaus legitim auch jüngere Musicals zu überarbeiten und ihnen ein modernes Gesicht zu verpassen. In Sachen Optik und Anlage der Charaktere gelingt dies bei der neuen Londoner Inszenierung spielend und ohne Grund zur Beschwerde. Musikalisch sollte man aber vielleicht doch eher die Finger von Kompositionen lassen, die seit vielen Jahren erprobt und sehr beliebt sind. Der Besuch von „Rent Remixed“ im West End ist aber allein wegen der (mit einer Ausnahme) ausgezeichneten Darsteller einen Besuch wert: Eine sehr offenherzige Maureen, eine energische Joanne, ein von Selbstzweifeln zerfressener Roger, ein unerwartet attraktiver Mark, ein(wenn auch etwas zu) sympathischer Benny, ein liebevoller „Ersatz“vater Collins und ein spannender, sehr anziehender Angel entschädigen durchaus für eine sehr blasse und charakterlose Mimi.</p>
</div>
<div class="style_2">
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
</div>
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</div>
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Duke of York‘s Theatre, London</span><span style="color: #000080;"><br />
<strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">September 2007</span></span><span style="color: #000080;"><br />
<strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Luke Evans, Leon Lopez, Denise van Outen, Oliver Thornton, Jay Webb<br />
</span><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> </span><span style="color: #000080;"><span class="Bold">William Baker / Jonathan Larson<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos: </span></strong>Tristram Kenton</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/rent-remixed/">Rent &#8211; Remixed</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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		<title>Rent</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/324/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 07 Apr 2006 16:08:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ausgezeichnete Musical-Verfilmung von Chris Columbus Liebhaber von Jonathan Larson’s bohemischem Musical werden sich in der Verfilmung, die seit kurzem in Deutschland zu sehen und parallel bereits auf Original-DVD erschienen ist, sehr schnell wohl fühlen. Die Charaktere werden sehr glaubhaft von den Musicaldarstellern auf die Leinwand gebracht. Ebenso wirkt das ganze Ambiente – Kostüme, Ausstattung, Szenenbilder ...</p>
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<h3>Ausgezeichnete Musical-Verfilmung von Chris Columbus</h3>
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<p class="Body">Liebhaber von Jonathan Larson’s bohemischem Musical werden sich in der Verfilmung, die seit kurzem in Deutschland zu sehen und parallel bereits auf Original-DVD erschienen ist, sehr schnell wohl fühlen.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_2005_files/shapeimage_1.png" alt=""></div>
<p class="Body">Die Charaktere werden sehr glaubhaft von den Musicaldarstellern auf die Leinwand gebracht. Ebenso wirkt das ganze Ambiente – Kostüme, Ausstattung, Szenenbilder – sehr authentisch. Dies wird unter anderem auf dadurch erreicht, dass auf pompöse Effekthascherei durch die findigen Hollywood-Trickser komplett verzichtet wurde. Schonungslos und rauh wird die Welt der acht jungen Erwachsenen in New York der 90er gezeigt. Alle kämpfen auf ihre Art ums nackte Überleben, indem sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, lehnen sich gegen die oberen Zehntausend auf, indem sie viel beachtete Protestveranstal-tungen organisieren, versuchen ihre Träume zu verwirklichen und auch und vor allem die Folgen von Drogenkonsum und HIV-Infektion so gut wie möglich zu verarbeiten.</p>
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<div>Das blanke Ausgeliefertsein gegenüber der Krankheit und den äußeren Umständen, die ihnen den Lebensraum unter den Boden wegzuziehen drohen, wird durch die schlichte Ouvertüre „Seasons of Love“ besonders klar hervorgehoben: Wie auch in der Bühnenfassung stehen die Protagonisten in einzelnen Lichtkegeln auf einer leeren Bühne. Das geht unter die Haut und macht neugierig auf mehr. Direkt in einer der folgenden Szenen sind die kreativen Pferde mit Regisseur Chris Columbus durchgegangen, denn bei „Rent“ lässt er die Bewohner eines ganzen Straßenzugs brennende Zettel aus ihren Wohnungen auf die Straße werfen, die damit ihrem Unmut über die angekündigte Mieterhebung Luft machen. In dieser Szene wurde schlichtweg zu dick aufgetragen, aber über die Dauer des Films ist dies der einzige Ausreißer.</div>
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_2005_files/shapeimage_3.png" alt="" width="300" height="387"></div>
<p class="Body">Wie auch die Kompositionen von Larson so sind auch die verschiedenen Szenen sehr intensiv und mitreißend umgesetzt. „Rent“ ist ein Musicalfilm, wie man ihn sich vorgestellt. Dort, wo Dialoge mehr Sinn zur Verdeutlichung der Handlung machen, wurde sie hinzugefügt oder das durchkomponierte Libretto entsprechend abgeändert. Aber Charaktere und Rahmenhandlung bleiben so wie sie ursprünglich angelegt waren. Dennoch muss man sagen, dass dieser Film für das Mainstream-Kino-Publikum sicherlich nur schwer verdaulich ist. Zum einen liegt dies sicherlich daran, dass die Drogen- und AIDS-Probleme so schonungslos dargestellt werden, die Themen Tod und Angst sind ständig präsent, es werden Nadeln, nackte Pos und ähnliche Dinge gezeigt, die in einem normalen Hollywood-Film sicherlich der Zensur zum Opfer fallen würden.</p>
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<p class="Body">Doch jeder, der „Rent“ schon einmal gesehen oder gehört hat, wird begeistert sein, da einfach nichts fehlt: Mark (Anthony Rapp) ist von Maureen (Idina Menzel) verlassen worden, die er immer noch liebt. Roger (Adam Pascal) hat eine kreative Blockade und dann läuft ihm die schöne Mimi (Rosario Dawson) über den Weg. Angel (Wilson Jermaine Heredia) und Collins (Jesse L. Martin) geben ein schönes Paar ab; „I’ll cover you“ gehört zu den schönsten Szenen des Films. Benny (Taye Diggs) ist zwischen seinen ehemaligen Freunden und der Verpflichtung gegenüber seinen Schwiegervater in spe hin- und hergerissen. Bleibt noch Joanne (Tracie Thoms), der die aufmüpfige, lebensfrohe Maureen irgendwann zuviel wird, sich aber im Grund nicht wirklich trennen kann oder will.</p>
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<p class="Body">Die gesamte Cast empfiehlt sich als Leinwand-Schauspieler, da sie ihre Alter Egos sehr glaubwürdig verkörpern. Dies liegt zu großen Teilen sicherlich auch daran, dass sechs der acht Darsteller bereits bei der Weltpremiere 1996 diese Rollen verkörperten.</p>
<p class="Body">Bemerkenswerte Szenen sind der „Tango Maureen“, den Mark als Halluzination erlebt, nachdem er an Maureens Proteststätte im wahrsten Sinne des Wortes auf Joanne getroffen ist. Auch „La Vie Boheme“ ist einfach großartig umgesetzt: Die kleine Gruppe von Außenseitern sprüht vor Energie und Lebensfreude und steckt dadurch nicht nur alle anderen Restaurantbesucher an.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_2005_files/shapeimage_2.png" alt="" width="401" height="247"></div>
<p class="Body">Auf eine ganz andere Art großartig – nämlich sehr zu Herzen gehend – ist „Without You“ umgesetzt: In dieser Szene wird parallel die Trennung von Mimi und Roger verarbeitet, der sich am Grand Canyon eine Auszeit gönnt, und die AIDS-Selbsthilfegruppe von Angel wird immer mehr ausgedünnt. Der Gottesdienst zu Angels Beerdigung ist schlicht umgesetzt, was ihn aber nicht weniger wirkungsvoll macht.</p>
<p class="Body">Eine unerwartete Wendung nimmt der Film jedoch zum Schluss: Während Mimi in den Bühnenfassungen in den Armen des geliebten Roger stirbt, überlebt sie ihm Film. Liest man sich hierzu das Libretto durch, erfährt man, dass die Formulierung „… and Mimi slips away.“ tatsächlich doppeldeutig auslegbar ist: Entweder wird sie bewusstlos oder aber sie stirbt. Während sich die Theatermacher auf letztere Variante verständigt haben, kommt durch das Überleben von Mimi ein Hauch von Hollywood-Happy-End in den Film, der zwar nicht notwendig ist, ihm aber auch nicht wirklich schadet.</p>
<p class="Body">Denn über die gesamten 150 Minuten gesehen, trifft dieser Film den Tenor des Musicals haargenau und ist damit unbedingt jedem zu empfehlen, der „Rent“ bisher noch nicht live auf der Bühne erleben konnte.&nbsp;</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;"><em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em><br />
<em>Ausgabe 03/06, Mai-Juni 2006</em></p>
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<div class="text-content style_External_270_119">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Chris Columbus</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Rosario Dawson, Taye Diggs, Wilson J. Heredia, Jesse L. Martin, Idina Menzel, Adam Pascal, Anthony Rapp, Tracie Thoms</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> Jonathan Larson</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Verleih / Fotos: </span></strong>Sony Pictures Releasing</span></p>
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