<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Iris Limbarth-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<atom:link href="https://www.musicals-online.com/tag/iris-limbarth/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.musicals-online.com/tag/iris-limbarth/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 08 Oct 2019 14:14:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/09/cropped-08062B90-DABA-4778-9C77-84DA20A86023_1_105_c-e1695646822420-1-32x32.jpeg</url>
	<title>Iris Limbarth-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<link>https://www.musicals-online.com/tag/iris-limbarth/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Das sehr gute Bühnenbild stellt die Darsteller fast in den Schatten</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/das-sehr-gute-buehnenbild-stellt-die-darsteller-fast-in-den-schatten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Mar 2019 17:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Geipel]]></category>
		<category><![CDATA[Felicitas Geipel]]></category>
		<category><![CDATA[Hessisches Staatstheater]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Limbarth]]></category>
		<category><![CDATA[James Edward Lyons]]></category>
		<category><![CDATA[King Kong]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Graham Brown]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Speckhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=2532</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das kleine Studio im Staatstheater Wiesbaden ist perfekt für das Drei-Personen-Stück von James Edward Lyons (Buch) und Paul Graham Brown (Musik). Die Geschichte des mysteriösen King Kong, der von dem karriere- und geldfixierten Carl Denham an den Broadway geholt wird, um dort nach einer Show mit anschließender Massenpanik elendig zu sterben, kennt sicherlich jeder. Lyons ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/das-sehr-gute-buehnenbild-stellt-die-darsteller-fast-in-den-schatten/">Das sehr gute Bühnenbild stellt die Darsteller fast in den Schatten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das kleine Studio im Staatstheater Wiesbaden ist perfekt für das Drei-Personen-Stück von James Edward Lyons (Buch) und Paul Graham Brown (Musik). Die Geschichte des mysteriösen King Kong, der von dem karriere- und geldfixierten Carl Denham an den Broadway geholt wird, um dort nach einer Show mit anschließender Massenpanik elendig zu sterben, kennt sicherlich jeder.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2537 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__13_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__13_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__13_-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__13_-1024x684.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__13_.jpg 1618w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Lyons hat die Handlung so zusammengedampft, dass sie sich prima für kleine Bühnen eignet. Das Junge Staatstheater Wiesbaden nimmt solche Stoffe immer dankbar an und Iris Limbarth hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie genau weiß, wie sie ihre semiprofessionellen Darsteller in mehr oder weniger bekannten Stücken in Szene setzt.</p>
<p>In den Hauptrollen sind in der gut besuchten Vorstellung Tim Speckhardt (Carl Denham), Felicitas Geipel (Ann Darrow) und Benjamin Geipel (Jack Driscoll) zu sehen. Dass von den Dreien Speckhardt das beste Gesamtpaket zur Verfügung hat, zeigt er auch an diesem Abend nachdrücklich. Er singt sich fast fehlerfrei durch Browns leichtfüßige Melodien und überzeugt als schmieriger, nur den Erfolg im Blick habender Broadwayproduzent.</p>
<p>Felicitas und Benjamin Geipel zeigen da schon deutlich mehr Schwächen… Während man Felicitas Geipel die Naivität und Leichtigkeit der jungen Schauspielerin Ann Darrow nicht so recht abnehmen will, gibt Benjamin Geipel einen überzeugenden Seebären, für den es als Einzelgänger sehr überraschend ist, nicht nur eine Frau an Bord zu haben, sondern sich auch noch in diese zu verlieben. Gesanglich werden beide jedoch von Speckhardt abgehängt, dafür hört man bei beiden zu oft zu viele schiefe Töne.</p>
<p>Schiefe Töne kommen aber auch von Frank Bangert, der am Klavier und der Melodica den Abend instrumental (mit Ausnahme des zweimaligen Einsatzes einer Bongotrommlerin) allein bestreitet. Während er Browns Kompositionen am Klavier noch schön wiedergibt, klingen diese auf der Melodica doch oft sehr unsauber. Da hätte man sich gewünscht, dass stattdessen vielleicht doch ein Cello oder ähnliches an Bangerts Seite gewesen wäre. Dies hätte den klangvollen Stücken aus Browns Feder auch mehr Volumen verliehen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2535 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__2_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__2_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__2_-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__2_-1024x684.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__2_.jpg 1618w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Highlight dieser Inszenierung ist die Arbeit von Iris Limbarth und Britta Lammers (Bühne). Hier gibt es viele pfiffige Ideen, die den Abend kurzweilig werden lassen und von den Schwächen der Darsteller ablenken. Da ist zum einen die Tür im hinteren Teil der Bühne, die treffsicher als Küchentür in einem Diner, als Schiffstür mit Bullauge und als Bühnentür (mit Affe dahinter) fungiert.</p>
<p>Auch King Kongs übergroße Hand, die von einem ganz in schwarz gekleideten Ensemblemitglied sehr unauffällig über die Bühne geschoben wird, erwartet man hier so nicht. Felicitas Geipel kann auf der Handfläche bequem Platz nehmen und sich dort sogar regelrecht hineinkuscheln. Diese Großkulisse ist dem Jungen Staatstheater exzellent gelungen.</p>
<p>Die vielen Schrank- und Truhenkoffer auf dem Schiff, welche auch als Mobiliar im Hotel, als  Versteck im Urwald und auch als Spitze des Empire State Buildings dienen, werden auch sehr gut eingesetzt. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, dass hier irgend etwas nicht stimmen würde.</p>
<p>Zur Ausstattung im weiteren Sinn gehören auch die Projektionen aus Schwarz-Weiß-Filmen, die von Gérard Naziri und Benjamin Geipel zusammengestellt und für das Stück angepasst wurden. Vor Beginn des Stücks und während der Pause werden die Zuschauer so in die richtige Zeit versetzt. Ein gelungener Schachzug.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2536 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__14_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__14_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__14_-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__14_-1024x684.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/06/king_kong_c_christine_tritschler__14_.jpg 1617w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Limbarth überzeugt in dieser Produktion weniger dank ihrer Choreographien, für die sie diesmal ebenfalls verantwortlich zeichnet, als vielmehr wegen guter Regie-Einfälle, die das Publikum zum Lachen und Staunen bringen. Dazu zählt u. a. der „umgedrehte Limbo“, der von den Darstellern mithilfe von Masken und somit einer doppelseitigen Figur problemlos bewältigt wird. Aber auch die Flucht vor Kong über die Insel, mit dem im Hintergrund „vorbeiziehenden“ Fluss, ist sehr gelungen. Hier wurde mit weniger, sehr zielsicher eingesetzter Theatermagie genau der passende Rahmen für dieses Stück geschaffen.</p>
<p>„King Kong“ in Wiesbaden reiht sich ein in eine lange Riege von Stücken, die – je nach Spielstätte – ein größeres oder kleineres Publikum begeistern.</p>
<p>Vielleicht wäre es aber eine schöne Idee, auch mal anderen Sängerinnen die Chance auf eine Hauptrolle zu geben. Felicitas Geipel spielt so ziemlich jede weibliche Hauptrolle in Produktionen des Jungen Staatstheaters, doch nicht immer passt sie altersmäßig oder von der Stimmfarbe und -lage her zu der jeweiligen Rolle. In anderen Stücken hatten jedoch schon einige Ensemble-Kolleginnen gezeigt, dass auch sie durchaus in der „ersten Reihe“ bestehen können.</p>
<p>Man darf schon jetzt gespannt sein, welche Stücke das Junge Staatstheater Wiesbaden sich für die kommende Spielzeit aussuchen wird. Denn es sind immer schöne Überraschungen oder selten gespielte Musicals dabei, über die sich das Publikum sehr freut.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Staatstheater Wiesbaden</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">4</span>. März 2019</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> <span class="Bold">Felicitas Geipel, Tim Speckhardt, Benjamin Geipel<br />
</span></span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Musik / Regie:</strong> Paul Graham Brown / Iris Limbarth<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Christine Tritschler<br />
</span></div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/das-sehr-gute-buehnenbild-stellt-die-darsteller-fast-in-den-schatten/">Das sehr gute Bühnenbild stellt die Darsteller fast in den Schatten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nicht wirklich neu, aber dennoch exzellent und sehenswert</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/nicht-wirklich-neu-aber-dennoch-exzellent-und-sehenswert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Sep 2017 21:41:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Breckheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Limbarth]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus Christ Superstar]]></category>
		<category><![CDATA[Nyassa Alberta]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Rechenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=2139</guid>

					<description><![CDATA[<p>Angekündigt war eine Neuinszenierung von Andrew Lloyd Webbers mannigfach gespielter Rockoper. Fast 36 Jahre nach der Uraufführung ist diese Idee sicherlich auch nicht gänzlich abwegig, obwohl der Stoff an sich natürlich zeitlos ist. Was direkt auffällt ist, dass Iris Limbarth das Stück um mehr als eine Dreiviertelstunde gekürzt hat. Zur Ouvertüre werden hochaktuelle Nachrichtenausschnitte auf ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/nicht-wirklich-neu-aber-dennoch-exzellent-und-sehenswert/">Nicht wirklich neu, aber dennoch exzellent und sehenswert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angekündigt war eine Neuinszenierung von Andrew Lloyd Webbers mannigfach gespielter Rockoper. Fast 36 Jahre nach der Uraufführung ist diese Idee sicherlich auch nicht gänzlich abwegig, obwohl der Stoff an sich natürlich zeitlos ist. Was direkt auffällt ist, dass Iris Limbarth das Stück um mehr als eine Dreiviertelstunde gekürzt hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2150 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__443_-400x213.jpg" alt="" width="400" height="213" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__443_-400x213.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__443_-768x409.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__443_-1024x546.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__443_.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Zur Ouvertüre werden hochaktuelle Nachrichtenausschnitte auf den Gazevorhang projiziert. Auch fast 2000 Jahre nach Jesus’ Kreuzigung suchen die Menschen nach Halt, manche gar nach einem Führer, die sich in Staatsoberhäuptern wie Kim Jong-un, Recep Tayyip Erdoğan oder Donald Trump personifizieren. Im Hintergrund tanzt das Ensemble in zeitgenössischer Kleidung. Ganz klar, wir sind im Hier und Jetzt.</p>
<p>Was ebenfalls in den ersten Minuten auffällt, ist die schlechte Klangqualität der Band. Schlagzeug und E-Gitarren klingen wie durch eine dicke Wattewand abgeschirmt. So etwas ist natürlich gerade bei einem Rockmusical problematisch.</p>
<p>Das Bühnenbild ist schlicht: große Betonwände mit Jesus-Konterfeis und Graffiti-Schriftzügen bilden den Rahmen, Stahltreppen und kaltes, hartes Licht unterstreichen den industriellen Charakter der Umgebung.</p>
<p>Judas’ direkt zu Beginn deutlich werdende Zweifel („Heaven on Their Minds“ / „Weil sie ach so heilig sind“) intoniert Ulrich Rechenbach mit ein wenig angezogener Handbremse, ohne jedoch die damit verbundenen Emotionen herunterzuspielen. Björn Breckheimer ist schon in dieser ersten Szene als Jesus sehr präsent und zeigt stimmlich direkt, wo die Reise mit ihm hingeht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2149 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__411_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__411_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__411_-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__411_-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__411_.jpg 1620w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein interessanter Kniff ist, dass Maria Magdalena (Nyassa Alberta) zunächst Judas zuredet, ihn sogar beinahe küsst, bevor sie sich Jesus zuwendet und ihr „Everything’s Alright“ /“Alles wird gut sein“ anstimmt. Dass Judas auf Jesus eifersüchtig wird und dadurch noch mehr Öl ins Feuer gegossen wird, ist ein nicht unspannender Blickwinkel. Alberta hat Soul – nicht nur in der Stimme. Sie spielt sehr einfühlsam und trotzdem stark, eine sehr gute Besetzung!</p>
<p>Ebenfalls eine exzellente Wahl sind Tobias Falk und Joel Scott als Kaiphas und Annas, die mit „This Jesus Must Die“ / „Der Jesus muss weg“ ihren fatalistischen Standpunkt mehr als deutlich machen.</p>
<p>In der Folge feuert Jesus seine Anhänger bei „Hosanna“ regelrecht an – auch eine eher ungewöhnliche Interpretation – und sonnt sich in deren Zuspruch. David Rossteuscher überzeugt als Simon Zelotes sowohl stimmlich als auch tänzerisch. Die Choreographien (ebenfalls von Iris Limbarth) in dieser Szene sind sehr schwungvoll und funktionieren gut.</p>
<p>Die Albtraumszene mit Frank Bettinger als Pontius Pilatus offenbart großes Potential und wirft ein sehr menschliches Licht auf den Statthalter von Judäa, der sich von dem vermeintlichen Erlöser des Volks gleichermaßen angezogen und abgestoßen fühlt. Die anschließende Tempelszene, die von Prostituierten eingeleitet wird, in der Waffen feilgeboten werden und es Geld vom Himmel regnet, ist ebenfalls sehr gut umgesetzt. Die Aussage ist klar: Jesus wird von seinem ausschweifenden Lebensstil eingeholt und seine Anhänger erdrücken ihn nahezu mit ihrer Zuneigung (bemerkenswert inszeniert). Jesus’ wütender Befreiungsschrei geht durch Mark und Bein, Breckheimer legt eine unglaubliche Intensität in Spiel und Gesang.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2151 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__453_-400x265.jpg" alt="" width="400" height="265" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__453_-400x265.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__453_-768x508.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__453_-1024x677.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__453_.jpg 1633w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wunderschön ist auch Maria Magdalenas Liebeserklärung („I Don’t Know How to Love Him“ / „Wie soll ich ihn nur lieben“), in der Alberta ihre stimmliche Bandbreite vollends nutzt und auch vor schönen stilistischen Ergänzungen nicht halt macht.</p>
<p>Es folgt Judas’ Verrat an Jesus („Damned for All Time“ / „Verdammt für alle Zeit“), der sehr beklemmend inszeniert ist. Judas hat – umringt von Kaiphas und seinen Priestern – keine Möglichkeit zur Flucht und nimmt das „Blood Money“ / „Blutgeld“. An dieser Stelle fällt der Vorhang und der erste Akt ist nach nur 45 Minuten vorbei.</p>
<p>Der zweite Akt beginnt an gleicher Stelle und Rechenbach spielt wiederum sehr intensiv. Stimmlich kann er leider nichts vollends überzeugen, da er die lauten Passagen regelmäßig nicht bis zum Ende aussingt. Dies zeigt sich auch in der Abendmahlsszene, die visuell sehr gut, mit schlichten Elementen dargestellt ist. Breckheimer liefert mit „Gethsemane“ eine wahre Meisterleistung ab, die zurecht zu langem Szenenapplaus führt. Seine Phrasierungen passen ausgezeichnet und seine Interpretation nahe am Wahnsinn sorgt für Gänsehaut.</p>
<p>Die beiden Tribunale, denen sich Jesus in der Folge stellen muss – vor Kaiphas und Pilates und jeweils flankiert von der schlagzeilenhungrigen Presse – sind erneut schlicht, aber wirkungsvoll inszeniert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2146 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__103_x-400x258.jpg" alt="" width="400" height="258" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__103_x-400x258.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__103_x-768x495.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__103_x-1024x661.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__103_x.jpg 1674w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Herodes’ Song“ ist immer ein Highlight der Show und bietet viel Raum für Exzentrik und dem Spiel mit Klischees. In der neuen Wiesbadener Inszenierung ist diese Szene jedoch fast schon klassisch-brav umgesetzt: König Herodes und sein Wellness-Bad sind in weiß gehalten, einzig seine jugendlichen Begleiterinnen und Begleiter schillern in goldenen Kostümen. Uwe Kraus erinnert mir seiner Perücke sicherlich nicht nur zufällig an Donald Trump und sein Habitus hat etwas von Elvis Presley.</p>
<p>Sehr einfühlsam kommt hingegen „Could We Start Again, Please“ / „Lass uns neu beginnen“, gesungen von der kompletten Cast, über die Rampe. Nyassa Alberta kann hier einmal mehr stimmliche Akzente setzen. Auch Judas’ Selbstmord ist mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzt worden und hinterlässt ein verstörtes Publikum.</p>
<p>Ebenso denkwürdig sind die „39 Peitschenhiebe“, zu denen Pilates Jesus verurteilt: Breckheimers schmerzverzerrtes Gesicht, die hervorquellenden Augen, umgeben von einer mordlüsternen Meute, die durch das von Kaiphas Priestern verteilte Geld noch angestachelt wird, mit einem Pilates, der sich selbst vor (psychischen) Schmerzen windet, brennt sich nachdrücklich ins Gedächtnis.</p>
<p>Der Titelsong ist auch eher klassisch inszeniert, doch warum auch etwas ändern, das funktioniert? Das Ensemble trägt weiß-glitzernde Kostüme mit schwarzen Glitzerkreuzen auf der Brust und Judas kommt mit blutverschmierten, an Kevin Smith’s „Dogma“ (1999) erinnernde Engelsflügel auf die Bühne. Stimmlich fehlt Rechenbach wie erwähnt das Rockig-Dreckige, doch durch sein intensives Spiel macht er dies weitgehend wett.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2148 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__170_-286x400.jpg" alt="" width="286" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__170_-286x400.jpg 286w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__170_-768x1073.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__170_-733x1024.jpg 733w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/09/9000__170_.jpg 773w" sizes="auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px" />Bleibt noch die Kreuzigung, die einzig dadurch befremdlich wirkt, dass neben Jesus am Kreuz nur noch die Band mit Spots von oben beleuchtet ist. Doch irgendwie betont dieses Lichtdesign die disharmonischen, verstörenden Klänge aus dem Orchestergraben nur umso mehr.</p>
<p>Während Breckheimer leidend und blutverschmiert am Kreuz hängt, versammeln sich im Epilog („Johannes 19,41“) seine Anhänger noch einmal um ihn und gedenken Seiner in stummer Ehrfurcht und Scham. Dann endet auch der zweite Akt nach weiteren nur 45 Minuten.</p>
<p>Wirklich viel Neues hält diese Neuinszenierung nicht bereit. Limbarth hat zwar viel gekürzt, doch das karge (vortreffliche) Bühnenbild von Bettina Neuhaus sowie Andreas Franks Lichtdesign und Heike Korns Kostüme ergeben ein Gesamtbild, wie man es in ähnlich harmonischer Form durchaus schon gesehen hat. Auffallend ist, dass man trotz der großzügigen Streichung von über 45 Minuten nicht das Gefühl hat, dass etwas fehlt. Die Charaktere bekommen alle ihren Raum und können sich mit ihren mehr oder weniger exzentrischen Eigenheiten präsentieren.</p>
<p>Zudem hat Limbarth mit ihrem Ensemble – allen voran Björn Breckheimer und Nyassa Alberta – einen echten Glücksgriff gelandet. Auch das Junge Staatsmusical und die Schüler von Breckheimers Mainzer „ Musical Arts Academy of the performing Arts“, die das Ensemble verstärken, tragen zu dem sehr positiven Gesamteindruck bei.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
gekürzt erschienen <em>in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;"><span style="color: #0000ff;"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></span></span></a></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Staatstheater, Wiesbaden</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 13. September 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>Björn Breckheimer, Nyassa Alberta, Ulrich Rechenbach</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Andrew Lloyd Webber / Iris Limbarth<br />
</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Karl &amp; Monika Forster<br />
</span></div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/nicht-wirklich-neu-aber-dennoch-exzellent-und-sehenswert/">Nicht wirklich neu, aber dennoch exzellent und sehenswert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mitreißender Punkrock, eine charmante Story und wenig überzeugende Sänger</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/mitreissender-punkrock-eine-charmante-story-und-wenig-ueberzeugende-saenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2017 20:16:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Camillo Guthmann]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Sattler]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Weldemann]]></category>
		<category><![CDATA[David Rothe]]></category>
		<category><![CDATA[Elliot Davis]]></category>
		<category><![CDATA[Fabian Kastl]]></category>
		<category><![CDATA[Helden von Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Limbarth]]></category>
		<category><![CDATA[James Bourne]]></category>
		<category><![CDATA[Loserville]]></category>
		<category><![CDATA[Maja Dickmann]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Burs]]></category>
		<category><![CDATA[Nils Hausotte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1970</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Loserville“ kennt hierzulande kaum jemand. Das Stück feierte im Oktober 2012 seine West End Premiere. Das Musical ist aus dem Album „Welcome to Loserville“ der Band „Son of Dork“ entstanden. James Bourne (Band-Mitglied bei „Son of Dork“ und „Busted“) sowie Elliot Davis haben die zugegebenermaßen klischeebehaftete Geschichte von Computer-Nerds sowie Highschool-Traumpaaren und deren Mitläufern für ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/mitreissender-punkrock-eine-charmante-story-und-wenig-ueberzeugende-saenger/">Mitreißender Punkrock, eine charmante Story und wenig überzeugende Sänger</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Loserville“ kennt hierzulande kaum jemand. Das Stück feierte im Oktober 2012 seine West End Premiere. Das Musical ist aus dem Album „Welcome to Loserville“ der Band „Son of Dork“ entstanden. James Bourne (Band-Mitglied bei „Son of Dork“ und „Busted“) sowie Elliot Davis haben die zugegebenermaßen klischeebehaftete Geschichte von Computer-Nerds sowie Highschool-Traumpaaren und deren Mitläufern für die Musicalbühne adaptiert, was ihnen sehr gut gelungen ist. Nicht nur musikalisch war die Richtung durch Bournes Punkrock- und Pop-Hintergrund festgelegt. Mit ihrem Album erzählten „Son of Dork“ im Prinzip auch schon die Geschichte von Michael, Holly, Lucas, Eddie und Leia, so dass für die Bühnenfassung eigentlich „nur noch“ die Charaktere kreiert werden mussten.</p>
<p>„Loserville“ spielt 1971 in einer Highschool. Michael, Lucas. Francis und Marvin sind Computerfreaks &#8211; auch „Geeks“ genannt. Michael hat bei Arch Industries an der Kommunikation zwischen vernetzten Computern gearbeitet. Da er sich dafür aber in Sicherheitssysteme gehackt hat, verliert er seinen Nebenjob und auch alle seine Aufzeichnungen dazu. Auch die beiden neuen PCs der Schule darf er zur Strafe bis auf weiteres nicht benutzen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1973 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/06/308-400x259.jpeg" alt="" width="400" height="259" />Holly, ein bildhübsches, hochintelligentes Mädchen, deren erklärtes Ziel es ist, die erste Frau im All zu werden, erhofft sich von einem Schulwechsel, dass sie um ihrer Selbst willen wahrgenommen wird und nicht bloß wegen ihres Aussehens. Um hier auf Nummer Sicher zu gehen, kleidet sie sich entsprechend wie ein Mauerblümchen. Ihre Strategie hat Erfolg und schnell freundet sie sich mit Lucas und Michael an, die sie in ihre Pläne der netzwerkbasierten Kommunikation einweihen. Natürlich verlieben sich beide Jungs in Holly, was zu den zu erwartenden Verwerfungen führt. Holly entscheidet sich für Michael, was Lucas sehr frustriert, da er nun ganz allein dasteht: Michael hat Holly, Francis und Marvin tüfteln an ihrem Projekt für die Science Fiction Convention, und die anderen Kids interessieren sich eh nicht für den kreativen Jungautor, der an einer Geschichte über Sternenkriege arbeitet. Sternenkrieg? Leia? Klingelt da was?</p>
<p>Dann gibt es noch Eddie, einen egozentrischen, ziemlich hohlen Schönling, der nur auf seine Karriere bei Arch Industries, der Firma seines Vaters, aus ist, und Leia, eine oberflächliche Blondine, die in Eddie ihren Ehemann und den Vater ihrer Kinder sieht. Natürlich haben beide das übliche, speichelleckende Gefolge.</p>
<p>Zugegeben, die Charaktere sind wandelnde Abziehbildchen von 1970er Jahre Highschool-Kids, doch ehrlich gesagt funktionieren diese wenig komplexen Figuren in der klischeebeladenen Handlung sehr gut.</p>
<p>Als Hollys Geheimnis entdeckt wird, erpresst Eddie sie kurzerhand, um dem drohenden Militärdienst zu entgehen. Holly ringt mit sich und möchte Michael nicht verlieren, doch sie fügt sich. Sie löst das Kommunikations-Problem (ohne Adresse kann eine Nachricht nicht zugestellt werden). Doch auf der finalen Pressekonferenz lässt sich Eddie auflaufen. Sie hatte zuvor Michael gebeten, dass er die erste Nachricht absendet, damit diese dann live während der Pressekonferenz ankommt, noch bevor Eddie sich mit fremden Lorbeeren schmücken kann. Der Plan geht auf, Michael verzeiht Holly, Lucas entdeckt in Leia eine Prinzessin und alle (bis auf Eddie) sind glücklich: „Die Schöne und der Geek verändern die Welt!“</p>
<p>Das Bühnenbild (Britta Lammers) in der Wartburg, dem ehemaligen Saal des Wiesbadener Männergesangsvereins, ist sehr spartanisch und dennoch effektvoll: Auf dem Boden führen Reihen aus Binärcodes zu einem zentralen Punkt, im Hintergrund prangt eine mit zahlreichen, durch Kabel miteinander verbundene Bildschirmen dekorierte Wand. Das Spielgeschehen findet hauptsächlich auf und vor dem Podium statt, zu dem bei Bedarf noch bis zu drei Computerarbeitsplätze (ebenfalls sehr liebevoll gestaltet) hinzugefügt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1972 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/06/384-400x258.jpeg" alt="" width="400" height="258" />Iris Limbarth zeichnet für die Regie dieser Deutschlandpremiere verantwortlich und hat mit 14 Nachwuchsdarstellern des Jungen Staatsmusicals Wiesbaden ein großes Ensemble, von dem alle drei Sparten des Musicalfachs verlangt werden: So simpel die Charaktere auch gestrickt sein mögen, so schwierig ist die Gratwanderung, diese nicht ins Lächerliche abdriften zu lassen. Dies gelingt allen Darstellern sehr gut. Schwieriger war es aber offenbar die Einsätze in den vielen von Dialogen unterbrochenen Songs zu treffen. Hier hakt es mehrmals im Laufe des Abends.</p>
<p>Choreographisch versucht Myriam Lifka den Punkrock-Songs gerecht zu werden, in dem sie viel Bewegung in die Ensemblenummern steckt. Die Tanzfolgen an sich sind nicht sehr anspruchsvoll, doch in der Menge und der notwendigen Geschwindigkeit kommen die jungen Tänzerinnen und Tänzer doch so manches Mal aus dem Tritt. Während das Ensemble mit seiner Energie bei der Eröffnungsnummer „Die Zukunft fängt schon an“ noch überzeugen kann, lässt das Niveau in den weiteren Tanzszenen („So ein Loser“, „Ticket aus Loserville“) doch stark nach.</p>
<p>Auch gesanglich war bei dieser Besetzung noch deutlich Luft nach oben. Maja Dickmann hat als Holly hier das deutlichste Ausrufungszeichen gesetzt: Sie hat eine tolle Ausstrahlung und verleiht ihrem Part als verkanntes Talent Nachdruck („Schlau und auch noch schön“).</p>
<p>Mike Burs gibt einen sehr selbstherrlichen Eddie, dem kaum auffällt, wenn er von anderen hochgenommen wird. So gut Burs spielt, so wenig kann er gesanglich überzeugen. In Sachen unangenehmes Selbstbewusstsein steht ihm Lisa Krämer als Leia in nichts nach. Auch sie gängelt vermeintlich unangepasste Mitschüler, wo sie nur kann und ist über alle Maßen von sich selbst überzeugt. Doch auch hier bleibt stimmlich nichts haften.</p>
<p>Die Freunde Michael und Lucas werden von David Rothe und Nils Hausotte gegeben. Rothe konnte schon in der vergangenen Spielzeit als Moritz in „Frühlings Erwachen“ überzeugen und so verwundert er wenig, dass er auch den Nerd mitsamt seiner verwirrenden Gefühlswelt gut über die Rampe bringt. Von den Männern ist er gesanglich noch der Stärkste, auch wenn es auch bei ihm noch viel Licht und Schatten gibt. Hausotte nimmt man den verletzten, frustrierten Geek sofort ab, allerdings wird er den Anforderungen, die die Rolle gesanglich an ihn stellt, nicht gerecht.</p>
<p>Tontechnisch war am Abend der besuchten Vorstellung der Wurm drin, denn die sechsköpfige Live-Band klang sehr dumpf und die Darsteller waren phasenweise überhaupt nicht zu verstehen. Dass hat dieser mitreißenden Show durchaus einen Dämpfer verpasst, denn Punkrock lebt von pointierter Akustik, die in der Wartburg fehlte.</p>
<p>Trotz dieser offensichtlichen Schwächen wird das Publikum mit „Loserville“ aber sehr gut unterhalten, wozu auch nicht zuletzt die zeitgemäß übersetzten Dialoge und Songtexte von Christian Poewe beitragen.</p>
<p>Das Stück ist ideal für Aufführungen mit jungen Künstlern, da diese sich auch sehr gut mit Themen wie erste Liebe, Berufswahl oder Mobbing identifizieren können. Auch die moderne Musik passt sehr gut zu Nachwuchs-Inszenierungen. Und davon gibt es ja in Deutschland nicht wenige. Insofern werden wir „Loserville“ sicherlich auch hierzulande in Zukunft häufiger sehen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Wartburg, Wiesbaden</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 12. März 2017</span></span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller:</strong> </span>Camillo Guthmann, David Rothe, Nils Hausotte, Christian Sattler, Maja Dickmann, Daniel Weldemann, Mike Burs, Fabian Kastl</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Elliot Davis &amp; James Bourne / Iris Limbarth<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Bettina Müller<br />
</span></div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/mitreissender-punkrock-eine-charmante-story-und-wenig-ueberzeugende-saenger/">Mitreißender Punkrock, eine charmante Story und wenig überzeugende Sänger</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das energetische Ensemble und die hervorragende Band machen diese Show sehenswert!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/das-energetische-ensemble-und-die-hervorragende-band-machen-diese-show-sehenswert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2016 12:02:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Dwayne-Gilbert Besier]]></category>
		<category><![CDATA[Felicitas Geipel]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Limbarth]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Kastl]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa Krämer]]></category>
		<category><![CDATA[MADNESS]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Links]]></category>
		<category><![CDATA[Our House]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Darling]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Emig]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Speckhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Viktoria Reese]]></category>
		<category><![CDATA[Wartburg]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://andres-alvarez.de/?p=79</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Theater in der Wiesbadener Wartburg empfiehlt sich als hervorragende Bühne für kleinere Produktionen. Das Junge Staatsmusical bringt dort regelmäßig seine Musicals zur Aufführung. Auch „Spring Awakening“ funktionierte in der intimen Atmosphäre der ehemaligen Wirkungsstätte des Wiesbadener Männergesangsvereins sehr gut. So verwundert es nicht, dass auch das Set für „Our House“ sehr ansprechend ist. Auf ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/das-energetische-ensemble-und-die-hervorragende-band-machen-diese-show-sehenswert/">Das energetische Ensemble und die hervorragende Band machen diese Show sehenswert!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<p>Das Theater in der Wiesbadener Wartburg empfiehlt sich als hervorragende Bühne für kleinere Produktionen. Das Junge Staatsmusical bringt dort regelmäßig seine Musicals zur Aufführung. Auch „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Spring_Awakening_2016.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1914">Spring Awakening</a></span>“ funktionierte in der intimen Atmosphäre der ehemaligen Wirkungsstätte des Wiesbadener Männergesangsvereins sehr gut.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">So verwundert es nicht, dass auch das Set für „Our House“ sehr ansprechend ist. Auf Anhieb erkennt man verschiedene Spielebenen. Britta Lammers ist es gelungen, die zahlreichen Szenenbilder kompakt in einer roten Häuserfront zu verpacken, die sich dank gut genutzter Schiebetüren in eine Partylocation, Büros oder ein Gefängnis verwandeln lässt.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Our_House_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="400" height="246" /></div>
<p class="Body">„Our House“ in Wiesbaden ist nach Berlin 2012 erst die zweite Aufführung des Madness-Musicals in Deutschland. Die Dialoge und einige Songtexte wurden hierfür von Thomas Huber ins Deutsche übertragen. Dass dies an einigen Stellen durchaus eine Herausforderung war, merkt man im Laufe des Abends häufiger: „My Girl“, in dem sich Joe und seine Kumpels Emmo und Lewis ihr Leid über Mädels klagen, holpert auf Deutsch schon arg.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_234">
<div class="style_2">
<p class="Body">Doch dies tut dem Schwung, den die Hits von Madness auch in diesem kleinen Rahmen entwickeln, keinen Abbruch. Die Band unter der Leitung von Frank Bangert lässt das Feeling der 1980er aufleben. Dass nur sechs Musiker (natürlich mithilfe via Keyboard zugespielter Instrumente) für diesen satten Sound verantwortlich sind, ist für viele Zuschauer eine Überraschung und wird am Ende lautstark honoriert.</p>
<p class="Body">Das Ensemble nimmt die Energie der Songs auf und setzt diese in lebendige Tanznummern um. „ Baggy Trousers“, bei dem die Darsteller eine gelungene Gummitwist Choreographie in Schwarzlicht hinlegen, gehört genauso dazu wie „House of Fun“ und „Our House“ am Beginn des Stücks. Die junge Cast kommt hierbei ordentlich aus der Puste. Allerdings muss man den Darstellern zugute halten, dass sich Myriam Lifka recht komplexe Choreographien ausgedacht hat, die gut zu den Songs passen und auch nah am Original von Peter Darling sind. Doch einigen fehlt es an der nötigen Kondition, dieses Tempo eine komplette, sehr tanzlastige Show durchzuhalten.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_261_304">
<div class="style_2">
<p class="Body">Iris Limbarth hat auch dieses Stück für das Junge Staatsmusical inszeniert. Sie orientiert sich stark an Matthew Warchus <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Our_House.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=573">Premiereninszenierung</a></span> von 2002. Die aufgrund von Bühne, Ensemble und Budget notwendigen Abstriche fallen wenig ins Gewicht. In Wiesbaden wird häufiger mit einem Doppelgänger gearbeitet als seinerzeit in London. Herausragende Szenen sind die wilde Autofahrt mit dem sprichwörtlichen Jaguar anlässlich Sarahs Geburtstag („Driving in my car“ mit einem sehr charmanten selbstgebauten Fiat) sowie „Tomorrow’s just another day“, wo die Handlung auf zwei Spielebenen stattfindet.</p>
<div class="tinyText stroke_2">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Our_House_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="330" height="425" /></div>
</div>
<p class="Body">Es gelingt Limbarth, die beiden Handlungsstränge von Joe Casey gut und verständlich nachzuzeichnen. Manches Mal werden seine Entscheidungen zwar zu plakativ erläutert, damit auch wirklich jeder versteht, warum der unehrliche, anfangs getürmte Joe plötzlich ein erfolgreicher Geschäftsmann wird und der ehrliche, vorbestrafte Joe immer mehr in Bedrängnis gerät und sich den Avancen der Kleinkriminellen in seinem Umfeld kaum noch entziehen kann, doch alles in allem kann man die unterschiedlichen Denk- und Handlungsweisen der beiden Joes gut nachvollziehen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_201">
<div class="style_2">
<p class="Body">„Our House“ steht und fällt aber mit einem charismatischen Hauptdarsteller. Michael Jibson hat sich seinerzeit mit dieser Rolle für weitere Engagements im West End empfohlen und ist heute auf der Musical- und Theaterbühne genauso zuhause wie im TV. In dieser vermeintlich kleinen Produktion übernimmt Tim Speckhardt die Doppelrolle von Joe Casey. Es gelingt ihm mit gut ausgeprägter, akzentuierter Mimik die beiden unterschiedlichen Charaktere von Joe darzustellen. Die in schwarz bzw. weiß gehaltenen Outfits und entsprechende Kopfbedeckungen tun ihr übriges, um den bösen und guten Joe in den schnell wechselnden Szenen voneinander zu unterscheiden.</p>
<div>
<div>Speckhardt zeichnet den Weg des lügenden Teenagers hin zum erfolgreichen Immobilienmakler, der nicht nur seine Beziehung zu Sarah aufs Spiel setzt, sondern schlussendlich seine Mutter dem Erfolg opfert, genauso glaubwürdig nach wie den des guten, ehrlichen Joes, der mit allen Mitteln versucht, seinen Platz in dieser Welt zu finden. Doch als ehemaliger Straftäter bekommt er von niemandem Unterstützung, seine Beziehung zu Sarah wird hart auf die Probe gestellt, und er erliegt beinahe der Verlockungen der „dunklen Seite“, doch am Schluss rettet er die Casey Street und heiratet seine Sarah.</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_390_318">
<div class="style_2">
<p class="Body">Das Wechselspiel von Gut und Böse, richtigem und falschem Weg gipfelt in der Büroszene, in der beide Joes auf Mr. Pressman treffen, der Casey Street abreißen und in einen Schickimickiboulevard verwandeln will. Speckhardt interpretiert „Rise and Fall“ herausragend. Im Duett mit Sarah („It must be Love“) singt er eine lupenreine Zweitstimme. Dass Speckhardt neben der Hauptrolle auch die Gesangseinstudierung übernommen hat, kommt nicht von Ungefähr.</p>
<div class="tinyText stroke_0">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Our_House_2016_files/shapeimage_7.png" alt="" /></div>
</div>
<p class="Body">Joes Teenagerliebe Sarah wird von Nina Links zum Leben erweckt. Sie geht im Laufe des Abends durch ein Wechselbad der Gefühle, welches sie sehr gut über die Rampe bringt. Das ihre Stärken nicht allein im Schauspiel liegen, zeigt sie erst spät im zweiten Akt: Ihre Phrasierungen bei „It must be Love“ sind hervorragend. Sie bringt viel Gefühl in ihren Gesang (insbesondere bei dem eigens für die Show komponierten „NW5“, besser bekannt als „Sarah’s Song“) und kann mit ihrem Gesamtpaket aus Mimik, Spiel und Gesang vollends überzeugen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_201">
<div class="style_2">
<p class="Body">Ein weiteres Stück, das Madness auf Wunsch von Autor Tim Firth eigens für das Musical geschrieben haben, ist „Simple Equation“, mit dem Joe’s verstorbener Vater die grundlegende Problematik einer falschen Entscheidung thematisiert. Peter Emig übernimmt diese Rolle des „Moralapostels“. Er kommentiert Joes Handlungen und Entscheidungen, auch wenn er auf das tatsächliche Geschehen keinen Einfluss nehmen kann und zumindest im Fall des „bösen“ Joes mit ansehen muss, wie sein Sohn ihn seine kriminellen Fußstapfen tritt. Emig spielt den Part mit nicht ganz so viel Stattlichkeit und Erhabenheit wie man es sich für diese Figur wünschen würde. Er hat sehr intensive Solonummern, die er durchaus zu nutzen weiß. Die Duette mit Felicitas Geipel als Kath Casey misslingen jedoch leider.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id10" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_262_292">
<div class="style_2">
<p class="Body">Das scheinbar willkürliche Schnipsen bei Emigs Auftritten verwirrt mehr als das es nützt. Allein durch den Lichtwechsel wird klar, dass hier jemand zu sehen ist, der nicht aktiv in die Handlung eingebunden ist. Insgesamt wirkt dieser Vater weniger als die moralische Instanz, die er sein sollte.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Our_House_2016_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Zum erweiterten Darstellerkreis zählen Joes und Sarahs Freunde: Während insbesondere Lewis und Emmo (Johannes Kastl und Dwayne-Gilbert Besier) durch ihre Tollpatschigkeit und Liebenswürdigkeit auffallen, geben Billie und Angie (Viktoria Reese und Lisa Krämer) die typischen Teeniezicken zum Besten. Allen vier spielen rollendeckend. Kastl hinterlässt als schusseliger Lewis einen bleibenden Eindruck, während Besier als Emmo so richtig schön gaga ist. Sarahs Freundinnen harmonieren stimmlich perfekt, was vor allem bei „Embarassment / Keiner hier glaubt an Dich“ gut zum Ausdruck kommt.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id11" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_234">
<div class="style_2">
<p class="Body">Benjamin Geipel spielt einen herrlich schleimigen Mr. Pressman und kann auch als Kleinkrimineller Reecey überzeugen. Gesanglich gibt es bei ihm sicherlich noch Luft nach oben. Gleiches gilt auch für Felicitas Geipel, die als Joes Mutter aber vor allem schauspielerisch glänzen muss. Ihre Sorge um ihren Sohn ist greifbar und da sieht man ihr nach, dass sie sich im Bereich Tanz auch nicht gänzlich heimisch fühlt.</p>
<p class="Body">Was bleibt von „Our House“ in der Wartburg in Erinnerung? Auf jeden Fall das lebensfrohe, überzeugend tanzende Ensemble, die druckvolle Band und vor allem zwei Hauptdarsteller, die schauspielerisch und gesanglich auf ganzer Linie begeistern.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="spacer">
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater: </span></strong>Wartburg, Wiesbaden</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span></strong> 10. April 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Tim Speckhardt, Nina Links, Johannes Kastl, Dwayne-Gilbert Besier, Viktoria Reese, Lisa Krämer, Peter Emig, Felicitas Geipel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span> </strong>Iris Limbarth</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos: </span></strong>Sven-Helge Czichy</span></div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/das-energetische-ensemble-und-die-hervorragende-band-machen-diese-show-sehenswert/">Das energetische Ensemble und die hervorragende Band machen diese Show sehenswert!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gelungene, themen- und zielgruppengerechte Inszenierung</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gelungene-themen-und-zielgruppengerechte-inszenierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Feb 2016 20:05:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Hastrich]]></category>
		<category><![CDATA[David Rothe]]></category>
		<category><![CDATA[Dwayne-Gilbert Besier]]></category>
		<category><![CDATA[Felicitas Geipel]]></category>
		<category><![CDATA[Frühlings Erwachen]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Limbarth]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Meurer]]></category>
		<category><![CDATA[Josefine Deusch]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa Krämer]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Emig]]></category>
		<category><![CDATA[Spring Awakening]]></category>
		<category><![CDATA[Viktoria Reese]]></category>
		<category><![CDATA[Wartburg]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1914</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Junge Staatstheater Wiesbaden macht seit einigen Jahren mit interessanten, mutigen Musicalproduktionen von und für junge Menschen auf sich aufmerksam. Zu den Highlights der letzten Jahre gehört sicherlich die Weltpremiere von Paul Grahams Browns „Superhero“. In diesem Jahr nahm sich Regisseurin Iris Limbarth Duncan Sheiks und Steven Saters Broadway-Hit „Spring Awakening“ vor. Als Spielstätte wurde ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/gelungene-themen-und-zielgruppengerechte-inszenierung/">Gelungene, themen- und zielgruppengerechte Inszenierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Junge Staatstheater Wiesbaden macht seit einigen Jahren mit interessanten, mutigen Musicalproduktionen von und für junge Menschen auf sich aufmerksam. Zu den Highlights der letzten Jahre gehört sicherlich die Weltpremiere von Paul Grahams Browns „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1070">Superhero</a></span>“.</p>
<p>In diesem Jahr nahm sich Regisseurin Iris Limbarth Duncan Sheiks und Steven Saters Broadway-Hit „Spring Awakening“ vor. Als Spielstätte wurde die kleine Bühne in der Wiesbadener Wartburg auserkoren. Das Publikum sitzt an drei Seiten um die Bühne herum. Die Bühne selbst ist einfach gehalten, vier verschieden hohe Podeste und einige, kleinere Kulissen wie eine Schaukel und ein Klavier reichen, um verschiedene Szenarien zu schaffen. Übersäht ist das ganz in schwarz-weiß gehaltene Bühnenbild mit Bibelzitaten. Britta Lammers hat hier eine sehr passende Umgebung für das tragische Dramamusical geschaffen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1916 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_04-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_04-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_04-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_04.jpg 846w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />In Sachen Kostüme orientiert sich Heike Korn an der Zeit, in der Frank Wedekind seine Geschichte von Moritz und seinen Freunden angesiedelt hat. Und so tragen die Jungen vornehmlich kurze Hosen und Pullunder und die Mädchen wenig vorteilhafte Kleinmädchenkleider, ohne Ausschnitt und mindestens eine Handbreit unter dem Knie endend. Das sieht für den heutigen Betrachter etwas ungewohnt aus, passt jedoch hervorragend zum Stück.</p>
<p>„Frühlings Erwachen“ befasst sich mit den mannigfaltigen Problemen des Erwachsenwerdens. Moritz eckt immer wieder an, obwohl er sich Mühe gibt. Sein Freund Melchior ist das genaue Gegenteil bis er sich in seine Nachbarin Wendla verliebt. Hin-und hergerissen zwischen Gehorsam und Verliebtsein, gesteuert von überkochenden Hormonen treffen die Jugendlichen fatale Entscheidungen, die am Ende zum Tod von Moritz und Wendla führen.</p>
<p>Iris Limbarth gelingt es, die zerbrechlichen Charaktere mit Einfühlungsvermögen zu inszenieren. Sie gibt ihren jungen Darstellern viel Raum zur Interpretation, was zu einer sehr authentischen Interaktion zwischen den Figuren führt. Die Darsteller können die komplexen Rollen sehr gut mit Leben füllen – allen voran David Rothe als Moritz. Leicht schusselig in der Schule, um Anerkennung vom Vater bettelnd, hilfesuchend bei Melchiors Mutter und schlussendlich den Ausweg im Freitod suchend – Rothe zeichnet diesen Leidensweg absolut glaubhaft nach. Sein „Mach nicht auf traurig / Wer steht auf traurig?“ ist beklemmend gut umgesetzt.</p>
<p>Auch Christopher Hastrich weiß als Melchior zu überzeugen. Er besitzt die Fähigkeit, gesungene Emotionen auch hörbar zu machen. Sein schöner Tenor passt gut zu dem charakterlich eher sanften Melchior. Ebenso passend ist seine sehr weiche Mimik. Dass er auch anders kann, beweist er nachdrücklich mit „Im Arsch“.</p>
<p>Wendla, in die sich Melchior Hals über Kopf verliebt und mit der er erste körperliche Erfahrungen sammelt, wird von Lisa Krämer sehr authentisch gespielt. Ihr gelingt es gut, die Zwickmühle zwischen Neugier und mütterlichem Rat aufzuzeigen.</p>
<p>Hastrich und Krämer harmonieren als Paar sehr gut. Sie verfügen über eine beeindruckende Bandbreite an schauspielerischem Können und es gelingt ihnen, die Zuschauer vergessen zu lassen, dass beide (noch) keine ausgebildeten Musicaldarsteller sind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1917 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_07-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_07-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_07-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/03/springawakening_07.jpg 786w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Unterstützt werden die Jungschauspieler von zwei erfahrenen Kollegen: Felicitas Geipel u. a. als Wendla’s Mutter, Lehrerin Knüppeldick sowie Frau Gabor, und Peter Emig als Moritz strenger Vater, Schuldirektor Knochenbruch, Doktor von Brausepulver u. v. a. m. Die beiden Erwachsenen können sich in den verschiedenen Rollen austoben. Während sie als Lehrer eher wie Karikaturen aus „Wicked“ oder „Harry Potter“ wirken, können sie als besorgte und strenge Eltern punkten. Die Mimik von beiden ist herausragend und insbesondere Geipel hat bei dem Briefwechsel mit Moritz und nach Wendla’s ungewollter Schwangerschaft starke schauspielerische Momente.</p>
<p>Johannes Meurer und Dwayne Gilbert Besier kommt die Rolle zu, Hänschens Verführung durch Ernst nachzustellen. Dies gelingt ihnen sehr gut, auch wenn diese vorsichtig-stürmische Annäherung im überwiegend jungen Publikum zu einigen Lachern führt. Dennoch füllen die beiden ihren Rollen sehr gut aus.</p>
<p>Auch Josefine Deusch und Viktoria Reese interpretieren als Martha und Ilse „Was sich nicht erzählen lässt“ sehr gut.</p>
<p>So stark einzelne Charaktere in dieser Inszenierung auch sein mögen, wenn das komplette Ensemble bspw. „So’n verficktes Leben“, „Im Arsch“ oder das finale „Lied vom Wind des Sommers“ mit voller Energie singt, sorgen sie für Gänsehaut beim Publikum.</p>
<p>Das einzige, was so gar nicht zu dieser ansonsten rundum gelungenen Aufführung passen mag, sind die Choreographien, für die ebenfalls Iris Limbarth verantwortlich zeichnet. Schon in der Eröffnungsszene wirken diese holprig und unausgereift. Dabei sind sie nun wirklich nicht sehr anspruchsvoll, erinnern sie doch mehrfach an Aerobic-Videos der 1980er Jahre. Dies wiederholt sich beim Briefwechsel zwischen Moritz und Mutter Gabor genauso wie bei der rockigen Protestnummer „Im Arsch“. Sehr gern hätte man auch hier Abwechslung und etwas dem Alter der Protagonisten Angemessenes gesehen.</p>
<p>Doch abgesehen davon ist „Frühlings Erwachen“ nach „Superhero“ ein erneuter Beweis dafür, dass man mit Jungdarstellern etwas Großes schaffen kann, wenn man ihnen die richtige Anleitung (und davon nicht zuviel) gibt.</p>
<div id="id11" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_234">
<div class="style_2">
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="spacer">
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater: </span></strong>Wartburg, Wiesbaden</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span></strong> 18. Februar 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> David Rothe, Christopher Hastrich, Lisa Krämer, Dwayne Gilbert Besier, Johannes Meurer, Peter Emig, Felicitas Geipel, Josefine Deusch, Viktoria Reese</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span> </strong>Iris Limbarth</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos: </span></strong>Sven-Helge Czichy</span></div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/gelungene-themen-und-zielgruppengerechte-inszenierung/">Gelungene, themen- und zielgruppengerechte Inszenierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gute, komplexe Story, tolle Jungschauspieler, weniger beeindruckende Gesangstalente</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gute-komplexe-story-tolle-jungschauspieler-weniger-beeindruckende-gesangstalente/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 14:56:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Geipel]]></category>
		<category><![CDATA[Felicitas Geipel]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Limbarth]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Herrnsdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Mariella Köhlert]]></category>
		<category><![CDATA[Mira Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Graham Brown]]></category>
		<category><![CDATA[Staatstheater]]></category>
		<category><![CDATA[Superhero]]></category>
		<category><![CDATA[Sven-Helge Czichy]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Speckhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1070</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die zeichnerische Entstehungsgeschichte von Miraculous Man in die Ouvertüre zu verpacken, ist ein cleverer Schachzug vom Autor Anthony McCarten und Komponist Paul Graham Brown. So weiß in der ersten Szene jeder Zuschauer sofort, worum es geht: Der 14-jährige Donald hat Leukämie und schafft sich mit Miraculous Man einen Superhelden, der ihm hilft, den Alltag zwischen ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/gute-komplexe-story-tolle-jungschauspieler-weniger-beeindruckende-gesangstalente/">Gute, komplexe Story, tolle Jungschauspieler, weniger beeindruckende Gesangstalente</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<div id="nav_layer">
<div id="body_layer">Die zeichnerische Entstehungsgeschichte von Miraculous Man in die Ouvertüre zu verpacken, ist ein cleverer Schachzug vom Autor Anthony McCarten und Komponist Paul Graham Brown. So weiß in der ersten Szene jeder Zuschauer sofort, worum es geht: Der 14-jährige Donald hat Leukämie und schafft sich mit Miraculous Man einen Superhelden, der ihm hilft, den Alltag zwischen Schule, Familie, Chemotherapie und Bestrahlung durchzustehen.</p>
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Großstadtkulissen (Britta Lammers), die sämtliche Szenen umrahmen, sind sehr gelungen und übertreffen die Erwartungen, die man gemeinhin an ein Jugendmusical im Stadttheater hat. Die Kulissen verleihen dem Stück etwas Kompaktes, manchmal Bedrohliches, lenken aber von den handelnden Charakteren zu keiner Zeit ab. Auch die sehr dosiert eingesetzte Hubbühne des Kleines Hauses vom Staatstheater Wiesbaden sorgt für Staunen. Nein, soviel gut genutzte Technik hätte man wirklich nicht erwartet.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_923">
<div class="style_2">
<p class="Body">Was man sich aber immer wieder vor Augen führen muss, ist, dass man es hier mit Nachwuchskünstlern zu tun hat. Insofern sollte man über mangelndes Gesangstalent, nicht ganz synchrone Choreographien und etwas hölzern vorgetragene Dialoge hinwegblicken. Das klappt beim Gros der Darsteller auch problemlos. Schwieriger wird es jedoch bei den Protagonisten: Donald’s Mutter (Felicitas Geipel) hat ihre Stärken im Schauspiel und weniger im Gesang. Dafür rührt sie mit ihren Sorgen als Mutter eines todkranken Jungen zu Tränen. Sven-Helge Czichy steht ihr als Donald’s Vater zur Seite. Die Gratwanderung zwischen besorgtem Elternteil und liebendem Ehemann, der durchaus auch noch andere Bedürfnisse hat, gelingt ihm sehr gut. Highlight ist natürlich die Kifferszene, in der er mit seinem Sohn einen Joint raucht, um ihm die Schmerzen zu nehmen.</p>
<p class="Body">Eben dieser Sohn, Donald Delpe, wird von Marcel Herrnsdorf gespielt. Der Teenager spielt die schwere Rolle zu jeder Zeit glaubhaft. Man leidet mit ihm, wenn er versucht, sich gegen die Krankenhausbehandlungen aufzulehnen, man freut sich mit ihm, wenn er sich endlich das erste Mal verliebt, schmunzelt über seine tollpatschigen Versuche, diesem Mädchen näherzukommen und weint als er schließlich den Kampf gegen den Krebs verliert. Schauspielerisch muss man vor Herrnsdorf den Hut ziehen. Einen solch komplexen Part würde ein erwachsener Darsteller kaum besser spielen können. Gesanglich gibt es bei ihm noch Potentiale zu erarbeiten: Der Rap am Anfang ist sowohl vom Tempo her als auch melodisch eine zu große Herausforderung.</p>
<p class="Body">Ähnlich fällt das Urteil zu Dr. Gummifinger (Benjamin Geipel) aus: Er erinnert mehr an eine Persiflage aus der Rocky Horror Show als an einen ernsthaften Gegner von Miraculous Man. Doch dieses Aufgesetzte, Gekünstelte gelingt ihm ganz hervorragend. Ein stimmiges Komplettpaket liefert Anna Heldmaier als Krankenschwester ab: Sie spielt beide Rollen – gut und böse – glaubwürdig und lässt auch gesanglich nichts vermissen.</p>
<p class="Body">Donald’s Alter Ego, der Miraculous Man, wird von Johannes Meurer gegeben. Meurer ist ein großer Sympathieträger. Er spielt rollendeckend und zeigt vor allem in den Duetten mit Herrnsdorf, dass er ein wirklich guter Sänger ist.</p>
<p class="Body">Doch der mit Abstand kompletteste Musicaldarsteller ist an diesem Abend Tim Speckhardt alias Dr. Adrian Kling. Er zeigt viele Facetten – vom typischen Therapeuten über den gehörnten Ehemann zum vermeintlichen Draufgänger –, lässt dabei aber immer die gebotene Disziplin und Besonnenheit mitschwingen, die man von einem Ratgeber in seiner Position erwarten würde. Er singt sauber und bringt auch hier die richtige Dosis an Emotionen über die Rampe. Sein Date-Duett mit Mira Keller (Krankenschwester Angela) gehört zu den schönsten Szenen des Abends.</p>
<p class="Body">Mira Keller und Mariella Köhlert (Donald’s Angebetete Shelly) komplettieren die Riege der Hauptfiguren. Erstere überzeugt als umsorgende Krankschwester genauso wie als selbstbewusste junge Frau, die sich nicht auf einen verheirateten Mann einlassen möchte. Köhlert sticht aus dem Ensemble der Nachwuchsdarsteller durch ihre Energie deutlich heraus. Sie spielt mit viel Einsatz und führt das Publikum glaubhaft durch die Lebens- und Liebeswelt eines weiblichen Teenagers.</p>
<p class="Body">Eine so komplexe und hochemotionale Handlung wie den Krebstod eines Teenagers als Musical umsetzen zu wollen, ist durchaus ein Wagnis. Doch da der Romanautor Anthony McCarten auch das Buch zum Stück geschrieben hat, konnte hier nicht viel schiefgehen. Iris Limbarth inszeniert die ergreifende Handlung erfreulich unaufgeregt und setzt zu jeder Zeit den richtigen Schwerpunkt. Auch die eigentliche Sterbeszene von Donald ist pietätvoll umgesetzt und der zu erwartende Kloß im Hals löst sich sehr schnell wieder auf.</p>
<p class="Body">Leider ist Limbarth choreographisch zu sehr auf ihre jungen Tänzer eingegangen. Besonders einfallsreich oder anspruchsvoll sind die Tanzszenen sind, dafür entsprechen sie einem Stil, den die Jugendlichen im Zuschauerraum sofort übernehmen und nachtanzen würden.</p>
<p class="Body">Für die Kompositionen zeichnet Paul Graham Brown verantwortlich. Er hat einen jungen, aktiven Rahmen für diese phasenweise doch recht komplexe und verwirrende Handlung geschaffen. Einige Songs sind für die jungen Sänger wohl doch eine Nummer zu groß, aber insgesamt fügen sich die Melodien sehr gut in das Gesamtbild des Stücks ein. Beeindruckt ist das Publikum aber durchaus als es beim Schlussapplaus merkt, dass jeder Titel live gespielt wurde. Das Orchester leistet ganze Arbeit und spielt so sauber, dass man manches Mal geneigt ist zu denken, man lausche einer CD.</p>
<p class="Body">Auch wenn wir beim Kartenkauf gewarnt wurden, dass wir besser unsere Taschentücher parat haben sollten – es ging ohne. Allerdings liefert „Superhero“ viel Gesprächsstoff – und die Zeit sollte man auf jeden Fall einplanen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Staatstheater, Wiesbaden</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>26. April 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Marcel Herrnsdorf, Tim Speckhardt, Benjamin Geipel, Mira Keller, Mariella Köhlert, Felicitas Geipel, Sven-Helge Czichy</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Paul Graham Brown / Iris Limbarth<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Lena Obst<br />
</span></div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/gute-komplexe-story-tolle-jungschauspieler-weniger-beeindruckende-gesangstalente/">Gute, komplexe Story, tolle Jungschauspieler, weniger beeindruckende Gesangstalente</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
