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	<title>Carsten Lepper-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Carsten Lepper-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Pompös, atemberaubend und wahnsinnig intensiv</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Aug 2023 12:11:20 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man den Saal des eigens für diese Show komplett renovierten Musical Dome in Köln betritt, findet man sich sofort im vor Kreativität sprudelnden, aber immer leicht anrüchigen Montmartre wieder. Eingehüllt in die Farben Rot und Gold, wird das Publikum von der Namensgebenden Roten Mühle willkommen geheißen. Der durch den gleichnamigen Film bekannte (im Theater blau erstrahlende) Elefant bildet einen großartigen Kontrast hierzu. Tänzerinnen und Tänzer räkeln sich lasziv in den „Käfigen“ links und rechts des 1. Rangs. Ja, „sex sells“ – wenn nicht hier, wo dann?</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3417 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-22-35-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-22-35-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-22-35-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1024x683.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-22-35-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-22-35-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1536x1025.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-22-35-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln.png 1619w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Langsam füllt sich die Bühne, Darsteller bewegen sich durch den Saal und plötzlich geht es los: „Lady Marmalade“ ist der einzig zulässige Opener für diese so emotional aufwühlende Show. Optisch sind die Damen ein Hingucker, da verzeiht man vielleicht den ein oder anderen schiefen Ton. Mindestens genauso erwartungsgemäß wirbeln die Damen (und Herren) zu „Can Can Can“ über die Bühne. Dieses Tempo, das einem kaum die Luft zum Atmen lässt, wird im gesamten ersten Akt aufrechterhalten. Puh!</p>
<p>Ein umfassendes musikalisches Konzept bleibt „Moulin Rouge“ schuldig. Aber vielleicht ist es auch gewollt, die Zuschauer durch einzelne Zeilen aus bekannten Songs (bspw. „Über den Wolken“, „Je ne parle pas francais, aber bitte red weiter“ oder „Ich seh in Dein Herz“) kurz aufhorchen zu lassen, um sie dann wieder in das musikalische Labyrinth der Bohemians zu entlassen.</p>
<p>Auch Lieder, die man aus dem Baz Luhrmann Film kennt (und vielleicht liebgewonnen hat), werden nur angeschnitten, miteinander vermischt und so in das gefühlte kompositorische Chaos eingegliedert. „Children oft he revolution“ gehört bspw. dazu. Dennoch wird jeder Songschnipsel aufwändig inszeiert und bekommt seinen eigenen Applaus.</p>
<p>Satines erster Auftritt (sie schwebt auf einer Schaukel über die Köpfe hinweg durch den Saal) ist sehr gelungen. Sophie Berner wirkt zwar nicht so elegant und scheint weniger zerbrechlich als Nicole Kidman im Film, doch gerade bei „Diamonds are a girl’s best friend“ in Kombination mit „All the single ladies“ passt diese spürbare Dominanz perfekt.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3415 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-36-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-36-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-36-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1024x683.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-36-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-36-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1536x1025.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-36-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln.png 1619w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das erste Treffen von Satine und Christian findet zu einer spannenden Version von „Shut up and dance with me“ statt. Wenn Christian dann feststellt, dass das feeling inside „a little bit funny“ ist, weicht die Verwunderung darüber, dass Christian anstelle des Duke diesen Song singt, umgehend der Begeisterung für Jonas Heins wunderbar gefühlvolle Stimme.</p>
<p>Der selbstherrliche Duke de Monroth stinkt vort Geld und weiß, dass er am längeren Hebel sitzt. Da können die „Bohemians“ noch so ausdrucksstark und kraftvoll insistieren. Carsten Lepper spielt den von Satines besessenen Financier einschüchternd und unnachgiebig und lässt keinerlei Zweifel daran, welche Macht er besitzt (bzw. zu besitzen glaubt). Sympathie bringt man für ihn schwerlich auf &#8211; und genau so soll es sein. Der Song &#8222;Can&#8217;t always have what you want&#8220; unterstreicht Monroths Ambitionen nur allzu deutlich.</p>
<p>Nur wenige Songs sind nicht bis zur Unkenntlichkeit reduziert, &#8222;Nature Boy&#8220; &#8211; Toulouse-Lautrecs ruhige, melancholische Hymne auf Christian, ist einer von ihnen. Alvin LeBass verleiht dem Stück den nötigen Tiefgang und sorgt für einen Moment der Ruhe in der ansonsten atemlosen Inszenierung.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3419 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-10-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-10-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-10-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1024x683.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-10-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-10-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1536x1024.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-10-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln.png 1620w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das leidenschaftlich-komische &#8222;Elephant Love Medley&#8220; ist eine ausufernde Aneinanderreihung von Welthits wie All You Need is Love, Just One Night, Can&#8217;t Help Falling In Love, Don&#8217;t Speak, I Love You Always Forever, It Ain&#8217;t Me Babe, Love is a Battlefield, Play the Game,Take On Me, What&#8217;s Love Got To Do with It, Up Where We Belong, Heroes, Your Song und I Will Always Love You. Die ganze Szene wirkt etwas zu parodistisch, auch wenn man natürlich aus dem Film die Verworrenheit der Situation gut kennt.</p>
<p>Eine der größten Enttäuschungen ist die Umsetzung von &#8222;Roxanne&#8220;. Genauergesagt, die Nicht-Umsetzung dieses wahnsinnig intensiven, ausdrucksstarken Songs, mit dem Santiago so viel von sich und über seine Angebetete preisgibt. Stattdessen gibt es eine &#8222;Backstage Romance&#8220; bestehend aus Bad Romance, Tainted Love, Seven Nation Army, Toxic, Sweet Dreams Are Made of This von Santiago (Vini Gomes) und Nini (Annakathrin Naderer), die zwar Leidenschaft erkennen lässt, aber deutlich hinter den Erwartungen und Hoffnungen zurückfällt. Manchmal bleibt das Publikum bei &#8222;Moulin Rouge&#8220; einfach mit einem &#8222;Warum?&#8220; im Gesicht zurück. Diese Szene ist eine der Ursachen. Dafür ist das Lichtdesign in dieser Szene sehr gelungen. Justin Townsend hat wirklich tief in die Lichtkiste gegriffen, um eine ganz besondere Atmosphäre zu erschaffen.</p>
<p>Zum Träumen regt dann aber (zum Glück) auch auf der Bühne Christians sehnsuchtsvolles &#8222;Come what may&#8220; an, das durch sehr schlaue deutsche Texte besticht, Jonas Hein aber genug Raum lässt, diese wunderbare Adaption bis in die Herzen in den letzten Reihen des Theater zu zaubern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3418 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-52-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-52-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-52-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1024x683.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-52-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-52-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1536x1024.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-21-52-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln.png 1620w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Recht unerwartet findet sich das Publikum nun in der Welt vom Duke de Monroth wieder: Alles ist in Pastelltönen, mondän, der Duke trägt einen standesgemäßen fliederfarbenen Anzug und wirkt völlig harmlos. Doch musikalisch ist &#8222;Only Girl In A Material World&#8220; dies ganz und gar nicht: von Rihanna über Marilyn Monroe bis hin zu Madonna wird ein großer Bogen gespannt, der den großen Konflikt zeigt, in dem Satine steckt.</p>
<p>Im Folgenden macht Satine ihre Schwindsucht unter den Kollegen publik, was wiederum in einer völlig absurden Absinth-Sause mündet. Mit &#8222;Chandelier&#8220; verarbeiten der Zidler, Christain, Toulouse-Lautrec, Santiago und die Kollegen ihre Gefühle und suchen einen Ausweg aus der angespannten Situation des &#8222;Moulin Rouge&#8220;. Und plötzlich wird sie doch noch besungen: &#8222;Roxanne&#8220;; allerdings von Christian im Absinth-Nebel und in einer viel zu braven Fassung. Da fehlen einem die Worte&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3416 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-00-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-00-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-00-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1024x683.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-00-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-00-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln-1536x1025.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/Screenshot-2024-05-05-at-14-23-00-Bilder-von-Moulin-Rouge-Das-Musical-in-Koeln.png 1619w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Satine begehrt gegen den herrischen Duke auf, was dem naturgemäß nicht gefällt. Doch ihr Widerstand ist nur von kurzer Dauer. Weit weniger dramatisch als in Baz Luhrmanns filmischer Vorlage haucht sie nach einem traurigen &#8222;Your Song&#8220; ihr Leben aus und Christian trauert mit einem nochmals sehr gefülvollen &#8222;Come what may&#8220;.</p>
<p>Wahrheit, Schönheit, Freiheit und Liebe &#8211; darum geht es in dieser Show. Und davon möchte nicht nur der Zidler &#8222;More More More!&#8220; und bringt mit dem Finalsong noch einmal alle Zuschauer in Bewegung.</p>
<p>Nach dieser Show braucht das Publikum erstmal Zeit zum Verschnaufen. Wurden sie doch gute zweieinhalb Stunden in atemberaubenden Tempo durch das Leben der Pariser Bohemians gescheucht. Optisch hält &#8222;Moulin Rouge&#8220; was es verspricht: Catherine Zuber hat farbenfrohe Kostüpme entworfen, die perfekt mit Derek McLanes Bühnenbild harmonieren. Gut eingesetzte Kulissen tun ihr übrigens, um die Menschen, um die es an diesem Abend geht, in Szene zu setzen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3421 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/moulin-rouge-koeln-steffie-wunderl-0039-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/moulin-rouge-koeln-steffie-wunderl-0039-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/moulin-rouge-koeln-steffie-wunderl-0039.jpg 615w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Über den fehlenden musikalischen roten Faden habe ich schon genug gesagt, aber auch dieses vermeintliche akustische Chaos gehört zur Idee von künstlerischer Freiheit im Sinne der Bohemians. Sehr gute Unterhaltung ist garantiert, aber man muss sich anschnallen, damit man währenddessen nicht aus der Bahn fliegt.</p>
<p>Protagonisten und Ensemble sind großartig gewählt und verleihen ihren Alter Egos zu jeder Zeit den passenden Ausdruck. Berner, Hein und Lepper überzeugen in ihren Rollen 100%ig. Alvin LeBass, Vini Gomes und Gavin Turnbull (Zidler) haben allesamt starke Momente und man merkt ihnen die Spielfreude an.</p>
<p>Doch es bleibt die Frage: Wieso lässt man die Stärken des Film links liegen und schafft eine noch verstörendere Welt, in der sich die Zuschauer kaum zurechtfinden? Etwas weniger musikalisches und szenisches Durcheinander wären leichter zu vearbeiten gewesen, aber natürlich zeigt ein Mainstream-Musical nicht das wahre Gesicht des Moulin Rouge. Also ist es am Ende vielleicht doch genau richtig so wie es ist?!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Musical Dome Köln</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">26</span><span class="Bold">. August 2023</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong>Sophie Berner, Jonas Hein, </span>Carsten Lepper, Gavin Turnbull, Alvin LeBass, Vini Gomes, Annakthrin Naderer</span><br />
<span class="Bold"><span style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik: </strong>Alex Timbers / Justine Levine</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Fotos: </strong>Steffi Wunderl</span><br />
</span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=FcloMB5zJao" title="Moulin Rouge! Das Musical - TRAILER - ab jetzt exklusiv in Köln" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/FcloMB5zJao?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/FcloMB5zJao?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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		<title>Gefühlvoll und sehr berührend</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gefuehlvoll-und-sehr-beruehrend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 09:21:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Amani El Sadek]]></category>
		<category><![CDATA[Aspects of Love]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hätte er Rose doch bloß nie getroffen! Mit diesem großen Bedauern Alex Dillinghams beginnt Andrew Lloyd Webbers „Aspects of Love“. Ihm wäre in der Tat eine fast 20-jährige Gefühlsachterbahn erspart geblieben, doch wer zu derart tiefen Gefühlen fähig ist, weiß, dass – wie schon der berühmteste Song aus dem Musical sagt – Liebe alles ändert ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte er Rose doch bloß nie getroffen! Mit diesem großen Bedauern Alex Dillinghams beginnt Andrew Lloyd Webbers „Aspects of Love“. Ihm wäre in der Tat eine fast 20-jährige Gefühlsachterbahn erspart geblieben, doch wer zu derart tiefen Gefühlen fähig ist, weiß, dass – wie schon der berühmteste Song aus dem Musical sagt – Liebe alles ändert und nichts bleibt, wie es war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3327 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/454-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/454-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/454-1024x576.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/454-768x432.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/454-1536x864.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/454.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als großer Bewunderer ihrer Schauspielkunst lernt der blutjunge Alex die glücklose Schauspielerin Rose kennen und verliebt sich Hals über Kopf in die aufgrund der drohenden Arbeitslosigkeit etwas überspannte Rose Vibert. Spontan lädt er die deutlich ältere Schauspielerin in die Villa seines Onkels George ein. Diese Villa ist malerisch in den Bergen gelegen, abgeschieden und der perfekte Ort für eine Romanze. Auf der Zugfahrt hängen beide ihren Gedanken und Gefühlen nach und beschließen – aus gänzlich unterschiedlichen Motiven – sich von ihren Prinzipien zu entfernen und etwas zu wagen. Was haben sie schon zu verlieren? Außer vielleicht ihr Herz an jemand anderen…</p>
<p>Schon in diesen ersten Minuten wird deutlich, dass mit Carsten Lepper (Regie), Charles Quiggin (Bühne) und Stefanie Erb (Licht) hier ein Kreativteam zusammengefunden hat, dass das Spiel von Licht und Schatten perfekt beherrscht, um Ortswechsel wie aus dem Nichts zu bewerkstelligen und den jeweiligen Räumen eine ganz eigene Tiefe zu verleihen. Allein der mit drei Lichtern und Nebel angedeutete Zug, der in den Bahnhof einfährt, ist schon sehr pfiffig. Das Pyrenäen-Panorama, die einmalige Aussicht von Onkel Georges Villa, besteht aus gekonnt drapierten Stoffbahnen, die durch überaus clevere Licht- und Schattenakzente so plastisch wirken, als könne man die schneebedeckten Gipfel berühren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3325 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/494-400x255.jpg" alt="" width="400" height="255" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/494-400x255.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/494-1024x653.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/494-768x490.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/494-1536x979.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/494.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />George erfährt in den Armen seiner Muse Giulietta von dem „Einbruch“ seines Neffen in der Villa, kommt vorbei, um nach dem Rechten zu sehen, fühlt sich jedoch sofort als Störenfried beim frisch verliebten Paar. Nichtsdestoweniger ist die Anziehung zwischen Rose und George, die seinen Einrichtungsstil und Umgang sehr angenehm findet, nicht von der Hand zu weisen. Alex hingegen ist sich sicher, dass Georges Anziehungskraft ausschließlich von dessen Geld ausgeht. Als Rose unerwartet einen Brief von ihrem Agenten Marcel erhält, der sie dringend nach Paris zurückbittet, zeigt sich Alex‘ Hang zur Dramatik. Sofort hat er seinen Onkel als Absender der Nachricht in Verdacht, denn woher soll Marcel bitte die Adresse kennen? Diese aufbrausenden Gefühle bestimmen „Aspects of Love“ – und zwar bei allen Protagonisten.</p>
<p>Zeitsprung: Zwei Jahre später treffen wir Alex auf einem Pariser Straßenfest wieder. Er ist Soldat auf Heimaturlaub und besucht seinen Onkel, davon ausgehend, dass dieser mit Giulietta zusammenlebt. Er fällt aus allen Wolken als plötzlich Rose als Dame des Hauses vor ihm steht. Alex‘ Gefühle für Rose flammen sofort wieder auf. Er vermag nicht zu verstehen, warum sie bei George bleibt, betrügt dieser sie doch nur allzu offen. Doch Rose betont ihre unerschütterliche Liebe zu George. Was sie jedoch nicht davon abhält, sich ihren Gefühlen für Alex hinzugeben… Am nächsten Morgen kommt es zum Eklat als Rose Alex wegschicken und die gemeinsame Nacht vor George verheimlichen möchte, um sein schwaches Herz zu schonen. Alex bleibt und droht aus Eifersucht, Rose zu erschießen. In der Hitze des Gefechts kommt es jedoch glücklicherweise nur zu einem Streifschuss.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3324 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/495-400x216.jpg" alt="" width="400" height="216" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/495-400x216.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/495-1024x554.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/495-768x416.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/495-1536x831.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/495.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch in diesem Abschnitt zeigt Lepper viel Gespür für die emotionalen Verwirrungen der Protagonisten. Es geht menschlich zu, man kann die Beweggründe von Alex, Rose und George nur allzu gut verstehen. Dies ist nicht zuletzt auch der feinfühligen Personenregie Leppers zu verdanken.</p>
<p>Der treffende Rahmen für das sich abspielende Drama – eine bühnenfüllende Galerie bekannter (eigens von George gefälschter) Gemälde; die meisten davon Akte – ist der Ort, in dem George es sich in allen Belangen gut gehen lässt. Vor kurzem noch teilte er das Bett mit Giulietta, im nächsten Moment ist es Rose. Optisch sehr tiefgründig umgesetzt.</p>
<p>Auch die einleitende Volksfestatmosphäre zeugt von großer Kreativität: Kostüme (Aleš Valášek), Kulissen, Licht und Choreografie (Vanni Viscusi) bilden hier eine verstörend harmonische Einheit. Alle scheinen fröhlich und doch liegt ein nicht greifbarer dunkler Schatten über der Szenerie.</p>
<p>George möchte zugunsten seines Neffen zurückstecken, da er sich zu alt für Rose fühlt. Alex hingegen bestärkt ihn, dass er besser zu Rose passen würde („Du bist der bessere Mann für sie“). Doch George verlässt Paris und flüchtet sich in die Arme Giuliettas, die in Venedig auf ihn gewartet hat. Rose ist außer sich und lässt Alex durch Marcel rausschmeißen, um George zu folgen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3323 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/499-400x209.jpg" alt="" width="400" height="209" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/499-400x209.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/499-1024x534.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/499-768x401.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/499-1536x802.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/499.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der durch Viscusi choreographierte Szenenwechsel stellt die Ménage à trois tänzerisch nach, denn in Venedig angekommen, steht Rose direkt Georges langjähriger Geliebter gegenüber. Rose ist hoffnungslos überfordert und sinkt ihr ohnmächtig in die Arme.</p>
<p>Giulietta erkennt, dass Georges Gefühle für Rose stärker sind. Anstatt um George zu kämpfen, unterstützt sie ihn, freundet sich mit Rose an und mit einem Kuss der beiden Frauen wird mehr als deutlich, dass das Arrangement für alle zu funktionieren scheint.</p>
<p>Die großen Steintore, die die folgende Szene, in der George Rose gesteht, dass er mittellos ist und sie ihn im Gegenzug um seine Hand bittet, sind für ein Stadttheater sehr beeindruckend und schaffen im Handumdrehen einmal mehr eine ganz andere Welt.</p>
<p>Während Giulietta dem glücklichen Paar als erste mit einem Kuss für die Braut gratuliert, erfährt Alex in Malaysia von der Heirat. Noch immer ist er von Liebe und Eifersucht zerfressen…</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3322 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/501-400x270.jpg" alt="" width="400" height="270" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/501-400x270.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/501-1024x691.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/501-768x518.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/501-1536x1036.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/501.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nach der Pause hat man Gelegenheit dem Orchester in all seiner Vollkommenheit zu lauschen. Zu einem Hintergrundbild, das mehr als nur vage an „Vom Winde verweht“ erinnert, spielt das Sinfonie-Orchester Münster brillant auf. Henning Ehlert treibt die Musiker zu Höchstleistungen an, die Lloyd Webbers voluminöse Kompositionen in Studioqualität zu Gehör bringen. Solch eine Präzision und Klanggüte ist heutzutage sehr selten geworden und einfach nur schön!</p>
<p>Es folgt ein weiterer Zeitsprung auf die Hinterbühne eines Pariser Theaters. Rose ist der gefeierte Star, der sie schon immer sein wollte. Marcel preist einmal mehr ihre schauspielerischen Qualitäten und macht ihr mit dem Überraschungsbesuch von Alex eine große Freude. Im Überschwang der Gefühle, die bei beiden immer noch sehr ausgeprägt sind, lädt Rose Alex kurzerhand aufs Landhaus zu George und der gemeinsamen Tochter Jenny ein. Roses aktueller Liebhaber Hugo hat genauso das Nachsehen wie Alex‘ aktuelle Gespielin Janet.</p>
<p>Gerade noch im Theater finden sich die Zuschauer nach einmal Blinzeln in der Villa wieder. Die 13-jährige Jenny ist ganz schön frech und findet großen Gefallen an dem stattlichen Leutnant, zu dem Alex inzwischen befördert wurde. Georges Liebeserklärung an seine Tochter geht ans Herz.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3320 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/503-382x400.jpg" alt="" width="382" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/503-382x400.jpg 382w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/503-977x1024.jpg 977w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/503-768x805.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/503-1465x1536.jpg 1465w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/503.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 382px) 100vw, 382px" />Das Zusammentreffen der vier verläuft sehr harmonisch. Auch Giulietta ist bei dieser „glücklichen Familie“ komplett abgemeldet und gibt sich in einem Café ihrem gebrochenen Herzen hin („Liebe ist viel mehr“). Das Szenenbild, die Choreografie für den tanzenden Kellner – beides bildet mit dem melancholischen Charakter des Songs eine perfekte Harmonie.</p>
<p>In der Villa vergeht die Zeit inzwischen wie im Flug. Der Jahreszeitenwechsel mit Drachensteigenlassen im Herbst, Eislaufen und Schneeballschlacht im Winter bis hin zum Picknick auf der Frühlingswiese ist sehr kreativ und kurzweilig umgesetzt. Hier gibt es viele kleine Details, auf die man achten kann.</p>
<p>Rose gesteht Alex, dass sie sowohl George als auch ihn liebt. Für Alex ist das nach wie vor nur sehr schwer zu verstehen. Dafür kommen er und Jenny sich immer näher. Das Mädchen verliebt sich in Alex. Er verspricht Rose, die das Ganze mit großer Sorge beobachtet, Jenny nicht das Herz zu brechen.</p>
<p>Zu einem gemeinsamen Dinner taucht Jenny im Abendkleid von Georges erster Frau auf. Sie sieht bezaubernd aus. Alex und Rose sind geschockt, weil sie um die Bedeutung des Kleides wissen, aber George nimmt es unerwartet entspannt auf und macht seiner Tochter die schönste Liebeserklärung („Ich möchte gern in Deinen Träumen…“). Die Szene ist auf angenehme Weise klischeehaft, aber wunderschön anzuschauen und die Zuneigung vom Vater zu seiner Tochter geht über auf das Publikum. Eine ganz besondere Energie liegt hier im Raum.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3318 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/505-400x273.jpg" alt="" width="400" height="273" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/505-400x273.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/505-1024x699.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/505-768x524.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/505-1536x1049.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/505.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nun folgt einmal mehr ein sehr gelungener und perfekt austarierter Szenenwechsel: George schreibt an seinem Beerdigungsplan. Ganz genau legt er fest, was und wie alles abzulaufen hat. Rose steht ihm voller Liebe bei und verspricht, seine Wünsche zu respektieren.</p>
<p>Im nächsten Moment stehen „plötzlich“ Jenny und Alex im Scheinwerferlicht der Straße. Alex stößt Jenny vor den Kopf, da er ihre Gefühle nicht erwidern mag. Sie ist verletzt, glaubt ihm aber nicht und küsst ihn.</p>
<p>Mit „Die Reise Deines Lebens“ folgt ein krasser Bruch, denn die Familie und Alex sind in Paris bei einer optisch opulenten und choreographisch sehr anspruchsvoll umgesetzten Zirkusvorstellung. George beobachtet Jenny und Alex genau; ihm schwant Böses. Er verbietet der inzwischen 15-jährigen Jenny den Kontakt zu Alex.</p>
<p>Das nun folgende Quartett von George, Rose, Alex und Jenny erscheint sehr disharmonisch, ist aber hoch emotional und verdeutlich die verschiedenen Gefühlsebenen der Protagonisten nachdrücklich. In jede Richtung brechen sich Gefühle bahn und jeder der vier in hin- und hergerissen, wie er bzw. sie jetzt handeln sollte. „Falling“ gilt gemeinhin als eines der anspruchsvollsten Quartette der Musicalwelt. Warum das so ist, wird hier in Münster eindrucksvoll unter Beweise gestellt.</p>
<p>George will Alex um jeden Preis von seiner Tochter fernhalten. Auch Alex, der den Avancen des verführerischen Teenagers zu erliegen droht, möchte die Gefühle im Keim ersticken: Es ist einfach nicht richtig. George steht vor Jennys Zimmertür, wo Alex ihr gerade versucht zu erklären, dass sie kein Paar sein können und ihre Gefühle füreinander falsch sind. George regt sich so sehr auf, dass er einen tödlichen Herzinfarkt erleidet. Die szenische Darstellung vom Vater vor dem Zimmer und dem Paar, dass hinter der Tür um seine Liebe ringt, ist sehr schön umgesetzt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3319 size-medium" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/504-e1677695284939-400x208.jpg" alt="" width="400" height="208" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/504-e1677695284939-400x208.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/504-e1677695284939-1024x533.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/504-e1677695284939-768x400.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/504-e1677695284939-1536x799.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/504-e1677695284939.jpg 1632w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie von George gewünscht, singt Giulietta auf seiner Beerdigung und es wird getanzt und gefeiert. Die choreografischen Anleihen bei Flamenco und Tango sind nicht von der Hand zu weisen und werden – wie bei diesen Tänzen zwingend erforderlich – auch sehr akkurat ausgeführt. Die Dramatik der Szene wird nicht nur durch den perfekt ausgeleuchteten Sonnenuntergang, sondern auch das Klangvolumen greifbar.</p>
<p>Noch auf der Beerdigung macht sich Giulietta an Alex heran („Tanzen Sie auch mit Frauen Ihres Alters?“). Viscusis Choreografien übertragen die sexuellen Schwingungen zwischen den beiden vortrefflich.</p>
<p>Während Marcel Rose in ihrer Trauer beisteht, offenbart ein weiterer gekonnter Wechsel von Licht und Schatten, dass Giulietta und Alex mehr als nur das Tanzbein geschwungen haben. Giulietta redet Alex zu, Jenny zu verlassen, wohlwissend, dass dieser sie liebt. Jenny wiederum weiß, dass Alex die Nacht mit Giulietta verbracht hat. Er versucht, sich zu erklären, doch Jenny hebelt seine Argumente einfach damit aus, dass auch er erst 17 Jahre alt war, als er sich in ihre Mutter verliebte. Jenny bittet ihn auf sie zu warten, wenn er sie wirklich liebt. Zusätzlich bekniet ihn Rose ebenfalls zu bleiben („Alles nur nicht einsam“). Doch Alex erwehrt sich ihrer Anhänglichkeit und geht mit Giulietta nach Italien.</p>
<p>Eine letzte Frage bleibt: Was passiert in drei Jahren, wenn Jenny 18 Jahre alt ist? „Liebe ändert alles, nichts bleibt wie es war.“ ist Alex‘ gesungene Antwort hierauf.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3328 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/453-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/453-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/453-1024x576.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/453-768x432.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/453-1536x864.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/453.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch ein wie in diesem Fall noch so gutes Kreativteam allein kann ein Musical nicht zum Erfolg bringen. Maßgeblich sind neben den Musikern (auch diese sind in Münster herausragend) auch die Darstellerinnen und Darsteller, die die Charaktere auf der Bühne zum Leben erwecken. Mark Roy Luykx verleiht Alex Dillingham jungenhaften Charme, sehr viel Haltung und paart beides sehr authentisch mit einer unerwarteten emotionalen Tiefe. Gesanglich kann man sich kaum eine bessere Besetzung  vorstellen. Jeder Ton sitzt und lässt die Facetten von Alex‘ emotionaler Achterbahnfahrt sehr gut nachfühlen. Rose hat wenig Selbstbewusstsein und braucht die Anerkennung ihres Umfeldes, um zu glänzen. Sie erliegt charmanten Avancen nur allzu gern und genießt es, wenn sie von ihrem Liebhaber hofiert wird. Katja Berg kann sowohl diese recht oberflächliche Seite von Rose glaubhaft über die Rampe bringen als auch der verzweifelten Frau, die nicht allein sein kann, ein Gesicht verleihen. Die Energie von Rose zeigt sich nicht nur in ihren manchmal recht egoistischen Handlungen, sondern wird auch durch verschiedene Songs herausgearbeitet. Katja Berg lässt Stärke und Schwäche gleichermaßen zuverlässig erklingen. Eine tolle Ergänzung zu Luykx.</p>
<p>Auch Gregor Dalal fügt sich sehr harmonisch in diese Riege ein. Den Lebemann George gibt er jovial, zeigt seine Stärken aber insbesondere in den Szenen mit Tochter Jenny. Den alternden Vater, dem das Kind zu entgleiten droht, nimmt man ihm schauspielerisch und auch gesanglich in jedem Moment ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3316 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/508-400x288.jpg" alt="" width="400" height="288" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/508-400x288.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/508-1024x737.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/508-768x552.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/508-1536x1105.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/02/508.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Floor Krijnen kommt die Rolle der ewigen Mätresse zu. Als Giulietta darf sie den Männern den Kopf verdrehen und sich ihrer Kunst hingeben. So eine Rolle macht sicherlich per se viel Spaß. Doch auch Giulietta hat Tiefgang und Krijnen gelingt es, sowohl die leichte Muse als auch die einsame Künstlerin überzeugend darzustellen. Große Momente, wie das Solo auf Georges Beerdigung, nutzt sie gekonnt, um sie perfekt in Szene zu setzen.</p>
<p>Die unglücklich in Alex verliebte Jenny gibt Deike Darrelmann. Jenny ist frech und niedlich, naiv und verführerisch. Eine schöne Spielwiese für eine Darstellerin. Darrelmann hat augenscheinlich ihre Freude daran und kann sowohl die kindlich überschwänglichen als auch die erwachsen abgeklärten Gefühle mit Leichtigkeit transportieren.</p>
<p>„Aspects of Love“ wird gern mal als sperriges oder langatmiges Stück bezeichnet. In der Regie von Carsten Lepper kann man dies in keinster Weise feststellen. Die Handlung wird kurzweilig visualisiert, die Szenenwechsel sind pfiffig, die Rollen sind exzellent besetzt und wurden mit viel Gespür für Authentizität ausgearbeitet. Das liegt sicherlich auch daran, dass Lepper nicht nur die Rolle des Alex Dillingham selbst gespielt hat, sondern auch, dass er 2019 das Stück bereits als <a href="https://www.musicals-online.com/?p=2841">Kammermusical in Wien</a> inszenieren konnte. Natürlich ist in Münster alles sehr viel umfangreicher. Doch anstatt sich einschüchtern zu lassen, hat Lepper seine Chance genutzt und empfiehlt sich als Regisseur für emotionale, komplexe Stoffe.</p>
<p>Addiert man die Leistung des imposanten Sinfonieorchesters bekommt man einen gelungenen Musicalabend, wie man ihn sich wünscht und heutzutage in Stadttheatern nur allzu selten erleben kann.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Münster</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">21</span><span class="Bold">. Januar 2023</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller:</strong> Mark Roy Luykx, Katja Berg, Gregor Dalal, Lars Hübel, Floor Krijnen, Deike Darrelmann, Barbara Bräckelmann, Joshua Edelsbacher, Marieke Engelhardt, James Atkins, Tim Stolberg, Salyma Chatty, Amani El Sadek<br />
<strong>Regie / Musik: </strong>Carsten Lepper / Andrew Lloyd Webber<br />
<strong>Fotos: </strong>Martina Pipprich</span></span></p>
<p>Einen Eindruck dieser optisch und akustisch sehr gelungenen Inszenierung bekommt man in deren Trailer:</p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=Qbp1iFqAjJc&amp;t=9s" title="Theater Münster: Trailer ASPECTS OF LOVE" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/Qbp1iFqAjJc?start=9&amp;feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/Qbp1iFqAjJc?start=9&amp;feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/gefuehlvoll-und-sehr-beruehrend/">Gefühlvoll und sehr berührend</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Hoch auf mutige Regisseure &#8211; in diesem Fall Carsten Lepper &#8211; und Darsteller!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-hoch-auf-mutige-regisseure-und-darsteller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2020 09:49:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<category><![CDATA[Wietske van Tongeren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch vor einem Jahr hätte sicherlich niemand damit gerechnet, dass die neu gegründete „The Musical Showroom“ als ihre Premierenproduktion Andrew Lloyd Webbers selten gespieltes „Aspects of Love“ zeigen würde. Doch genau das erreichten Carsten Lepper, Christian Ariel Heredia und Doris Spiegl. Ihr Ziel: Mit zeitgemäßen Musicals im Stil von Off-Broadway Shows auf einem hochprofessionellen Niveau ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-hoch-auf-mutige-regisseure-und-darsteller/">Ein Hoch auf mutige Regisseure &#8211; in diesem Fall Carsten Lepper &#8211; und Darsteller!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor einem Jahr hätte sicherlich niemand damit gerechnet, dass die neu gegründete „The Musical Showroom“ als ihre Premierenproduktion Andrew Lloyd Webbers selten gespieltes „Aspects of Love“ zeigen würde. Doch genau das erreichten Carsten Lepper, Christian Ariel Heredia und Doris Spiegl. Ihr Ziel: Mit zeitgemäßen Musicals im Stil von Off-Broadway Shows auf einem hochprofessionellen Niveau Zuschauer zu berühren und zu begeistern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2849 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Aufführungsstätte wurde die TheaterArche in Wien gefunden, in der gut 100 Zuschauer in sehr intimem Rahmen an sieben Abenden im Februar 2020 der Lebens- und Liebesgeschichte von Rose, Alex, George, Giulietta und Jenny folgen konnten.</p>
<p>Und diese Geschichte hat es in sich:</p>
<p>Zunächst verliebt sich die mäßig erfolgreiche Schauspielerin Rose in ihren erst 17-jährigen Bewunderer Alex. Dieser überredet sie, mit ihr in das Landhaus seines Onkels zu kommen. Nach ein paar Tagen treffen sie dort Onkel George, dem Rose Hals über Kopf verfällt. Georges staatsmännisches Gebaren, sein Stil und natürlich auch sein Geld wirken ungemein anziehend. Es kommt zum Eklat als Rose Alex mitteilt, dass sie zwar beide liebt, aber bei George bleiben wird. Alex geht zum Militär und trifft erst 13 Jahre später wieder auf seinen Onkel und Rose, die inzwischen eine gemeinsame Tochter, Jenny, haben. Irgendwie rauft man sich zusammen und Alex bleibt dort. Kritisch wird es einmal mehr als Jenny sich zwei Jahre später in Alex verliebt und dieser die Gefühle – wohlwissend, dass es nicht sein darf – erwidert. George steigert sich so sehr in die Sorge um seine Tochter hinein, dass er schließlich einen tödlichen Herzinfarkt erleidet.</p>
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<p>Andrew Lloyd Webber hat für dieses Drei-Generationen-Musical mit „Love changes everything“ einen seiner größten Hits geschrieben. Auch wenn das Stück selbst nicht sehr bekannt ist (die deutschsprachige Premiere fand 1995 in Dresden statt), diesen Song kennen viele, da er zum Standard-Repertoire der meisten Soloalben von Musicalkünstlern auf der ganzen Welt gehört. Darüber hinaus besticht dieses Musical durch eine Vielzahl teils romantischer, teils sehr intensiver Duette und Balladen. Man muss jedoch über die teilweise etwas altmodischen deutschen Texte hinwegblicken, die Michael Kunze ja bereits vor über 25 Jahren schrieb.</p>
<p>„Aspects of Love“ gehört sicherlich nicht zu den leicht verdaulichen Stücken aus dem Hause Lloyd Webber. Dass die Songs aber von lediglich drei Musikern schwungvoll und voluminös intoniert werden, ist beachtlich.</p>
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<p>Mit Wietske van Tongeren (Rose), Karin Seyfried (Giulietta), Alexander Sasanowitsch (Alex), Ulrich Allroggen (George) und Abla Alaoui (Jenny) wurden exzellente Darsteller gecasted, welche die volle Klaviatur der Emotionen beherrschen.</p>
<p>Komplettiert wurde das Ensemble mit so klangvollen Namen wie André Bauer und Jana Werner sowie Georg Prohazka, Alina Kölblinger und Paul Csitkovics in den Nebenrollen.</p>
<p>Für solch ein intensives Stück ist die pure Nähe zwischen Darstellern und Publikum Gold wert. Alexander Sasanowitschs Sensibilität als junger Alex kommt so noch viel direkter über die Rampe. Mit seiner wundervollen verletzlichen Stimme verleiht er Alex jungenhaften Charme. Im zweiten Akt, wenn seine Figur 13 Jahre älter ist, tritt er selbstbewusst und dennoch gefühlvoll in Erscheinung. Sasanowitsch zeichnet Alex‘ emotionale Achterbahnfahrt sehr glaubwürdig nach und lässt es auch gesanglich an nichts missen.</p>
<p>Auch Georg Prohazka als von Rose entsprechend titulierter „Schnulzensänger“ ist großartig. Ihn bei „Parlez vous francais“ so klingen zu lassen wie das 1940er Jahre Radio, welches er zu Beginn der Szene einschaltet, ist ein großartiger Regie-Kniff. Er überzeugt aber ebenfalls als Roses Liebhaber Hugo und vor allem in den Tanzszenen, denn auch hier kann seine Vita schon einige Erfolge vorweisen.</p>
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<p>Mindestens ebenso viele Sympathiepunkte erhält Abla Alaoui, auch wenn ihre sich auf den 2. Akt begrenzte Spielzeit ihre Chancen hier einschränkt. Doch Alaoui spielt mit soviel kindlicher Freude und singt so glockenklar („Meerjungfrauen-Song“), dass man unweigerlich schützend seine Hand um ihre Schultern legen möchte als sie erkennt, dass ihr angebeteter Alex sie ablehnt.</p>
<p>Alina Kölblinger und Paul Csitkovics treten vorrangig bei den Umbauten und in größeren Ensembleszenen in Erscheinung. Sie haben sichtlich Spaß an dem was sie machen und sorgen auch tänzerisch für einen schönen Rahmen (Choreographie: Linda Hold &amp; Birgit Wanka-Noisternig.</p>
<p>Die etwas wichtigen Nebenrollen übernehmen André Bauer und Jana Werner, wahlweise als Roses Theaterdirektor Marcel („Du hast die Macht zu zaubern“) oder als Georges Haushälterin Elizabeth. Auch ihnen kann man die Spielfreude nicht absprechen. Ihre Erfahrung macht sich bei den vielen Rollenwechseln sicherlich ebenfalls bezahlt.</p>
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<p>Im Mittelpunkt der Handlung und folglich auch im Mittelpunkt des Abends steht jedoch Rose, die von Wietske van Tongeren gespielt wird. Diese Rolle ist nicht nur sehr anspruchsvoll, weil der Charakter die meiste Zeit mit auf der Bühne ist, sondern vor allem deshalb, weil emotional und gesanglich eine große Bandbreite abgerufen werden muss: von der erfolglosen, frustrierten Schauspielerin über die frisch verliebt turtelnde Geliebte bis hin zur berühmten Schauspielerin, Ehefrau und Mutter. Über allem schwebt, dass Rose beide Männer – Alex und George – liebt, jeden auf seine Weise. Dass sie auch Experimente mit Giulietta macht und sich einen Liebhaber leistet, macht die Figur von Rose nicht einfacher. Weiß sie wirklich, was sie will? Dass sie nicht alles haben kann und nicht alle Menschen um sie herum nach ihrer Pfeife tanzen, muss sie schmerzlich erfahren als Jenny sich in Alex verliebt und schlussendlich George stirbt. In einem Akt höchster Verzweiflung – Alleinsein ist so gar nichts für Rose – gesteht sie Alex einmal mehr ihre Liebe („Alles nur nicht einsam“) und bittet ihn zu bleiben. Doch er lehnt ab und verlässt sie.</p>
<p>Van Tongeren hat hier eine wirklich große Aufgabe zu stemmen, was ihr über weite Strecken auch sehr gut gelingt (zauberhaft: „Wach ich oder träum ich“). In der finalen Szene sorgt sie mit ihrem Wutausbruch, der in ein verheultes Liebesgeständnis mündet, für Gänsehaut und Tränen in den Augen. Carsten Lepper, Artistic Director und Regisseur, hätte sich keine bessere Hauptdarstellerin wünschen können, denn diese ganzen Gefühle zu kontrollieren und gezielt abzurufen, ist keine leichte Aufgabe.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2845 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es ist unübersehbar, dass Lepper eine Vision hatte, als er sich um die Rechte für dieses Stück bewarb. Die Charaktere harmonieren und ergänzen einander. Allroggen spielt ebenso glaubwürdig den Lebemann mit Geliebter wie den Ehemann mit Frau und Kind. Seyfried bewegt sich im leichten Fach gleichermaßen souverän wie als durchsetzungsstarke Frau. Sasanowitsch wirkt an der Seite von Rose genauso authentisch wie als erwachsener Mann, der sich der Avancen von Jenny nicht erwehren kann und will. Ganz zu schweigen von seinem Quickie mit Giulietta. Das hierfür in beachtlich kurzer Zeit viel gemeinsam erarbeitet wurde, wird deutlich.</p>
<p>Das Ensemble agiert als einheitliches Ganzes und der rote Faden im Hinblick auf die Klarheit der Gefühle ist deutlich erkennbar. Lepper, der die Rolle des Alex vor über 20 Jahren bei der Schweizer Erstaufführung im Stadttheater Bern selbst gespielt hat, weiß genau, worauf es bei einer gelungenen Personenregie ankommt und entlockt seinen Darstellern emotionale und gesangliche Höchstleistungen.</p>
<p>Auch schöne Ideen, wie die Nutzung eines „Leinwandvorhangs“, der mal mit Bildmotiven, mal mit Farbverläufen immer wieder neue Stimmungen heraufbeschwört, funktioniert sehr gut. Christian Ariel Heredia hat hier viel Fingerspitzengefühl gezeigt und es gelingt ihm, die kleine Bühne nicht zu überfrachten, was beileibe nicht jeder schafft.</p>
<p>„Aspects of Love“ ist ein gelungener Auftakt. Ich wünsche „The Musical Showroom“, dass noch viele weitere Produktionen ähnlichen Anspruchs und Qualität folgen werden.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> TheaterArche, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">16</span><span class="Bold">. Februar 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Wietske van Tongeren, Karin Seyfried, Alexander Sasanowitsch, Ulrich Allroggen, Abla Alaoui, André Bauer, Jana Werner, Georg Prohazka, Alina Kölblinger, Paul Csitkovics</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Carsten Lepper / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> The Musical Showroom/ Christian Ariel Heredia<br />
</span></p>
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			</item>
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		<title>Dramatisch, menschlich und so aktuell wie nie</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/dramatisch-menschlich-und-so-aktuell-wie-nie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jun 2019 07:55:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Ariana Schirasi-Fard]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Chasity Crisp]]></category>
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		<category><![CDATA[Landestheater Linz]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Davids]]></category>
		<category><![CDATA[Myrthes Monteiro]]></category>
		<category><![CDATA[O. J. Lynch]]></category>
		<category><![CDATA[Ragtime]]></category>
		<category><![CDATA[Riccardo Greco]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Flaherty]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei sich aufnimmt und ihrem Sohn und Bruder so vorlebt, das alle Menschen gleich sind. Dann gibt es Coalhouse Walker Jr., einen Jazzpianisten aus Harlem, Vater des Babys, das in Mutters Obhut aufwächst, der wegen seiner Impulsivität und seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns immer wieder in Rassenkonflikte gerät. Schließlich repräsentiert der Erfinder Tate mit seiner Tochter jüdische Einwanderer aus Lettland. Ihm gelingt es mit Witz und Geschick, Karriere zu machen und dabei die weiße Oberschicht um den Finger zu wickeln.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2559 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Im Linzer Landestheater wird eine deutsche Fassung gezeigt, die vom Bruckner Orchester Linz unter der musikalischen Leitung von Tom Bitterlich voluminös intoniert wird. 27 Darsteller, darunter namhafte Gäste wie Gino Emnes (Coalhouse), Myrthes Monteiro (Sarah), Riccardo Greco (Tate) und Carsten Lepper (Vater), und der große Chor des Landestheaters werden den schwungvollen, abwechslungsreichen Kompositionen mehr als gerecht.</p>
<p>Schon bei der Ouvertüre zeigt sich, dass auch bei Inszenierung (Matthias Davids) und Bühne (Hans Kudlich) alles genau durchdachte wurde: Der Sichtschutzvorhang wird an einer Stelle „durchsichtig“ und man sieht den Sohn von Mutter und Vater agieren. Die drei Gemeinschaften werden vorgestellt – jede in ihrer eigenen Farb- und Melodiewelt. Zeitgenossen wie der Magier Houdini (in der besuchten Vorstellung anlässlich der Linzer Pride Parade mit Regenbogensocken von der Decke schwebend), Vaudeville-Sternchen Evelyn Nesbit und Bürgerrechtler Booker T. Washington geben der Handlung einen zusätzlichen stimmigen Rahmen.</p>
<p>Die Rassenkonflikte jener Zeit, die Vorurteile gegenüber Andersartigen, der Schutz der eigenen Familie vor Einflüssen von außen – all dies kommt einem gut 100 Jahre später nur allzu vertraut vor. Auch hierzulande werden Mitbürger anderer Hautfarbe oder Religion schief angesehen und Vorurteile sind allgegenwärtig. „Ragtime“ führt einem das nur allzu deutlich vor.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2555 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Innerhalb der Gemeinden läuft alles harmonisch ab, schwierig wird es immer dann, wenn es zu Überschneidungen und Schnittmengen kommt. So ist Vater unumstößlich vom Denken der weißen Amerikaner als bessere Klasse überzeugt, während Mutter hier deutlich liberalere Ansichten hat, gern selbst arbeiten und sich in der Gesellschaft nützlich möchte. Coalhouse verdient mit seiner Musik so gut, dass er sich das Statussymbol der Reichen, ein eigenes Auto, leisten kann, was auf der einen Seite seiner angebeteten Sarah sehr gefällt, jedoch umgehend zu Neidern bei den Weißen führt. Tate, selbst getrieben von Vorurteilen gegenüber „Kinder-stehlenden Weißen“, wird nicht müde, sich neue Jobs zu suchen, um sich und seine Tochter zu ernähren. Sein Daumenkino führt ihn auf den Pfad des Erfolgs: Er wird Filmregisseur! Keiner fragt mehr nach seiner Herkunft – auch Mutter, die er im Rahmen seiner neuen Aufgabe trifft, wirft frühere Vorbehalte über Bord und lässt sich vom ihm den Hof machen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2557 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Drama nimmt seinen Lauf als Weiße aus Neid auf Coalhouses Wohlstand dessen Auto zertrümmern, woraufhin Coalhouse sein Recht auf juristische Wiedergutmachung einfordert. Dieses wird im als Afro-Amerikaner verwehrt. Als sich Sarah für ihren zukünftigen Ehemann einsetzen will, wird sich von überreagierenden Polizisten getötet. Es entspannen sich Rassenunruhen, an deren Ende Mutters Bruder Coalhouse in seinem Kampf unterstützt und sich plötzlich Vater gegenübersieht, der sich (nachdem er derjenige war, der Coalhouse der Polizei gemeldet hat)  – nicht ohne Hintergedanken – als Unterhändler anbietet, um die von Coalhouse und seinen Begleitern geplante Sprengung der Bibliothek zu verhindern.</p>
<p>Am Ende wird Coalhouse erschossen, sein Sohn wächst bei Mutter auf, Vater stirbt im Krieg und schließlich finden Tate und Mutter mitsamt ihren drei Kindern zueinander.</p>
<p>„Ragtime“ hält viel Zwischenmenschliches bereit. Die Zuschauer können viele Handlungen nachvollziehen oder sich mit einem der vielschichtigen Charaktere identifizieren. Matthias Davids setzt seine Darsteller gekonnt in Szene, ohne gängige Klischees überzustrapazieren. Kleinigkeiten wie bspw. die Änderung der Farbe von Coalhouses Hut von beige zu schwarz, wenn dieser beschließt, mit allen Mitteln für sein Recht zu kämpfen, zeigen das Fingerspitzengefühl, mit dem Davids hier zu Werke geht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2554 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg" alt="" width="400" height="221" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Daniela Dett zeigt als Mutter früh, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Sie widersetzt sich Vater zwar nicht um jeden Preis, kommt aber durch stetige, konsequente Handlungen an ihr Ziel. Sie spielt gefühlvoll und lässt diese Emotionen auch in ihren Gesang einfließen. Vater wird von Carsten Lepper sehr streng und unerbittlich gegeben. Vater ist wahrlich kein Sympathieträger. Schräge, zuweilen bissige Charaktere liegen Lepper und so scheint er sich auch als Bösewicht in „Ragtime“ nicht unwohl zu fühlen.</p>
<p>Die von Mutter aufgenommene Sarah wird von Myrthes Monteiro sanft und leidenschaftlich gespielt. Sie zeigt Lebensfreude im Zusammenspiel mit Coalhouse, verletzte Gefühle nach der Geburt des gemeinsamen Sohns und unerbittlichen Kampfgeist, wenn sie versucht, Coalhouse auf den richtigen Weg zurückzuführen. Monteiro weiß ihr gesangliches Vermögen gekonnt einzusetzen und überzeugt vor allem in den Balladen. Zu Tränen rührt allerdings Chasity Crisp, die als Sarahs Freundin auf deren Beerdigung singt und damit die Mitglieder der drei Gemeinden auf der Bühne vereint.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2558 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Gino Emnes übernimmt in der Linzer Produktion die präsenteste Rolle: Er ist der charmante Ragtime-Pianist in der Bar in Harlem, der um Sarah und sein Kind kämpfende Beinahe-Ehemann, der verbitterte und frustrierte Kämpfer für die Rechte der Afro-Amerikaner. Seine Energie ist ansteckend, sein Gesang raumgreifend. Emnes ist vielseitig („König der Löwen“, „Rocky“, „Tina“) und als Coalhouse kann er sein ganzes Potential ausspielen.</p>
<p>Ebenso glaubwürdig ist Riccardo Greco als Tate. Er lässt einen hebräischen Akzent mit einspielen, nutzt Stereotype ohne diese auszureizen und lässt die Zuschauer die Liebe zur Tochter greifbar spüren. Dass auch er gesanglich mit seinen Kollegen in einer Liga spielt, beweist er nachdrücklich.</p>
<p>Dieses Musical ist unsagbar berührend und inhaltlich (leider) so aktuell wie nie zuvor. Es wird viel zu selten gespielt, umso schöner ist es, eine so aufwendige und durchdachte Produktion zu erleben. Das Landestheater Linz spielt hier sein ganzes Können aus. Die Bühnentechnik mit verschiedensten Hubelemente, Treppen und Großkulissen macht jeder Ensuiteproduktion Konkurrenz. Licht und Ton sind einwandfrei. Ein großes Orchester im Graben vor der Bühne zeigt, wie Musicals sein sollen. Fünf noch so exzellente Musiker können auch mit dem besten Halbplayback nicht das Gefühl erzeugen, welches live gespielte Drums, Streich- und Blasinstrumente vermögen. Chapeau, liebes Landestheater Linz!</p>
<p>Nicht zuletzt machen auch die zahlreichen musikalischen Gäste diese Inszenierung sehenswert.</p>
<p>Man darf gespannt sein, wie das Landestheater seine beiden großen Musicalproduktionen „Sister Act“ und „A funny thing happened on the way to the Forum“ in der kommenden Spielzeit umsetzt. Qualitativ hat man hier ein Füllhorn, das man sich auch für so manches Stadt- oder Staatstheater in Deutschland wünschen würde.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://www.youtube.com/watch?list=RDUs-YUdNAD78&amp;v=Us-YUdNAD78"><strong>Promo-Video des Landestheaters Linz zu &#8222;Ragtime&#8220;</strong></a></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Landestheater Linz</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 29. Juni 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Gino Emnes, Daniela Dett, Riccardo Greco, Myrthes Monteiro, Carsten Lepper, Gernot Romic, O. J. Lynch, Ariana Schirasi-Fard, Hanna Kastner, Christof Messner, Christian Fröhlich, Chasity Crisp</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Matthias Davids / Stephen Flaherty</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Reinhard Winkler<br />
</span></div>
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		<title>Ein gelungenes Casting, ein gutes Orchester und ein verwirrendes Finale</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-gelungenes-casting-ein-gutes-orchester-und-ein-verwirrendes-finale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2016 17:02:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[A Chorus Line]]></category>
		<category><![CDATA[Baayork Lee]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Klagenfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Marvin Hamlisch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 40 Jahre liegt die Broadway-Premiere dieses Marvin Hamlisch Klassikers zurück. Kaum einer der 26 Darsteller, die in diesem Jahr im Stadttheater Klagenfurt auf der Bühne stehen, war damals, also im Sommer 1975, überhaupt schon geboren. Und doch kann jeder einzelne die Handlung von „A Chorus Line“ nur zu gut nachempfinden. Dieses Musical beschreibt ...</p>
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<p>Mehr als 40 Jahre liegt die Broadway-Premiere dieses Marvin Hamlisch Klassikers zurück. Kaum einer der 26 Darsteller, die in diesem Jahr im Stadttheater Klagenfurt auf der Bühne stehen, war damals, also im Sommer 1975, überhaupt schon geboren. Und doch kann jeder einzelne die Handlung von „A Chorus Line“ nur zu gut nachempfinden. Dieses Musical beschreibt sehr authentisch und ohne jeglichen Glamour wie Musicalrollen am Broadway besetzt wurden und bis heute werden.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_280">
<div class="style_2">
<p class="Body">Auch heute noch – und das nicht nur am Broadway – entscheidet neben dem fachlichen Können auch die eigene Charakterstärke und Persönlichkeit darüber, ob ein Darsteller eine Rolle bekommt.</p>
<p class="Body">„A Chorus Line“ beschreibt diesen Casting Prozess anhand von acht für ein neues Broadway-Musical zu besetzenden Rollen. Das Publikum lernt jeden einzelnen der 16 Finalisten sehr gut kennen. Die finale Entscheidung obliegt – wie im wahren Leben – dem Regisseur.</p>
<div class="tinyText stroke_0">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
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<p>In diesem Fall ist Regisseur Zach auch gleichzeitig der Choreograph der neuen Show und spornt die Bewerber somit auf allen Ebenen zu Höchstleistungen an.</p>
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<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_234">
<div class="style_2">
<p class="Body">Gleich zu Beginn findet sich das Publikum in den ersten Gruppenauditions wieder: Zach lässt alle in verschiedenen Kombinationen vortanzen und entscheidet sich dann für 16 Darstellerinnen und Darsteller, die in die nächste Runde kommen. Diese 16 Menschen könnten unterschiedlicher kaum sein: Da ist die erfahrene, aber zu sehr von sich selbst überzeugte Sheila; Cassie möchte die Schatten ihrer früheren Erfolge vertreiben; Kristine und Al möchten es als Paar gemeinsam auf die Bühne schaffen, und Greg seine Homosexualität frei ausleben. Alle Finalisten eint der unbedingte Wunsch und Wille, einen der acht ausgeschriebenen Jobs zu bekommen.</p>
<p class="Body">Tänzerisch sind dazu alle imstande. Doch Zach nimmt sich jeden einzeln vor. Die einfache Frage „Erzähle etwas von Dir!“ stellt einige vor eine große Herausforderung. Es kommen verschiedenste Schicksale zum Vorschein: der kleine Bruder, der seiner großen Schwester nacheifert, problematische Kindheiten von Missachtung bis hin zu Misshandlungen, die zerplatzten Träume von Teenagern, Minderwertigkeitskomplexe wegen körperlicher oder ethnischer Gründe – die Liste scheint endlos.</p>
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</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_261_304">
<div class="style_2">
<p class="Body">Doch genau darum geht es: Die Teilnehmer sollen sich ihrer Gefühle bewusst werden und lernen, was sie antreibt. Solange sie diese Emotionen vor sich und anderen verstecken, können sie nie wirklich frei auf einer Bühne agieren.</p>
<p class="Body">Nachdem jeder einen mehr oder weniger intensiven Seelenstriptease hingelegt hat, tauchen sie wieder im Ensemble unter. Doch jeder hat etwas über sich gelernt und steht nun mit einem anderen Selbstbewusstsein vor dem Publikum.</p>
<div class="tinyText stroke_1">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="400" height="246" /></div>
</div>
<p class="Body">Die verschiedenen Charaktere wurden in Klagenfurt exzellent gecastet. Baayork Lee, die in Klagenfurt Regie führte, stand selbst in der</p>
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<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_268">
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<p class="Body">Uraufführung am Broadway als Connie auf der Bühne und weiß daher ganz genau, worauf es ankommt. Die Darsteller sind sehr gut besetzt. Allen voran Carsten Lepper als Zach, Ines Hengl-Priker als Sheila, Mario Saccoccio als Greg, Sarah Bowden als Cassie, Bronwyn Tarboton als Maggie und Wei-Ken Liao als Paul.</p>
<p class="Body">Es fällt auf, dass das Ensemble sehr international ist. Das mag zu den Rollenprofilen gut passen, wirkt sich aber leider auch stark auf die Phonetik aus. Nicht jeder Darsteller spricht akzentfrei Deutsch. Zudem haben nahezu alle einen tänzerischen Schwerpunkt, weshalb die ohnehin schon wenigen gesungenen Highlights dieser Show leider an Intensität verlieren. Bronwyn Tarboton bildet hier als Maggie eine Ausnahme: Sie wirkt sehr authentisch in ihrem Bestreben, sich von ihrer besten Sete zu zeigen. Das Terzett mit Marina Petkov (Bebe) und Ines Hengl-Priker (Sheila), in dem alle drei ihre gemischten Gefühle gegenüber dem Ballett zum Ausdruck bringen („Im Ballett“), gehört zu den intensivsten Momenten des Abends.</p>
<p class="Body">Hingegen kann Jane-Lynn Steinbrunn als Diana Morales leider nicht überzeugen. Wie schrecklich ihre High School-Zeit wirklich war, kann sie mit „Gar nichts“ leider nicht transportieren. Dies liegt aber auch daran, dass das Orchester hier – wie auch in anderen Szenen – zu stark im Vordergrund steht. Sowohl Schlagzeug als auch Bläser des 20-köpfigen Orchesters sind sehr dominant und übertönen häufig alle anderen Akteure.</p>
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</div>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_399_335">
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<p class="Body">Diese Ausrede kann allerdings bei „Ich bereu es nie“ (im Original „What I did for love“) nicht mehr gelten. Hier fehlt es Steinbrunn schlichtweg an Gefühl und stimmlicher Fertigkeit (Tempo und Töne entgleiten ihr mehrfach), um diesen emotionalen Song über die Rampe zu bringen.</p>
<p class="Body">Mario Saccoccio gibt als Greg ohne Umschweife seine Erfahrungen mit Mädchen zum Besten. An seiner Homosexualität und den für den gläubigen Juden daraus resultierenden Problemen haben diese jedoch nichts geändert. Saccoccio wirkt ebenfalls sehr glaubwürdig und ist ein Sympathieträger in der Truppe.</p>
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="310" height="399" />Im 1985er Film präsentierte Audrey Landers als Val mit „Dance: Ten, Looks: Three“, besser bekannt als „Tits and Ass“, ihre neu hinzugewonnenen Reize. In der deutschsprachigen Fassung verliert dieser Song allein schon durch die holprige Übersetzung (Michael Kunze): „Spitz und rund“ ist nun wahrlich eine sehr prüde Adaption der äußeren Merkmale, um deren Zurschaustellung es in dieser Szene geht. Caroline Ciglenec versucht, dieser Figur Leben einzuhauchen, was ihr leider trotz guter Ausstrahlung und angenehmer Stimme nicht gelingt.</p>
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<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_218">
<div class="style_2">
<p class="Body">Sarah Bowden, die als ehemals sehr erfolgreiche Solistin (und Ex-Frau von Zach) Cassie auf der Bühne des Stadttheaters Klagenfurt steht, hat eine raumgreifende Bühnenpräsenz. Sie legt viel Gefühl in ihre Interpretation, auch wenn ihr tänzerisch der letzte Schliff fehlt. Die Szene, in der sie Zach sprichwörtlich die Leviten liest, ist sehr intensiv und glaubwürdig. Schlussendlich überzeugt sie nicht nur Zach im Stück, sondern auch das Publikum mit ihrer Darbietung.</p>
<p class="Body">Besagter Ex-Mann Zach, der Regisseur und Choreograph des geplanten neuen Boradway-Musicals, kommentiert zu diesem Zeitpunkt das Geschehen seit fast eineinhalb Stunden aus dem Off. Genaugenommen sitzt Carsten Lepper in der letzten Reihe des Parketts, was man, wenn man nicht direkt in seiner Nähe sitzt, nicht mitbekommt, da er wie der Rest des Publikums im Dunkeln sitzt. Hier wäre es sicherlich schöner gewesen, das Regiepult links oder rechts in eine der Logen zu stellen – der Platz wäre vorhanden gewesen. So jedoch erlebt das Publikum den strengen, zielstrebigen Regisseur nur am Beginn des Stücks und zum Ende hin. Lepper nimmt man durchweg ab, dass er nur das Beste will – für die Show, den einzelnen Darsteller und letztlich auch sich selbst. Er hat hohe Ansprüche, an denen er sich am Schluss (beim großen Finale) selbst messen lassen muss. Schauspielerisch liefert Lepper die stärkste Leistung des Ensembles ab.</p>
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<div id="id10" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_262_292">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dass er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keinen ausgeprägten tänzerischen Hintergrund hat, fällt kaum auf. In der finalen Szene („One“) fügt er sich nahtlos in die Reihe der schillernd gewandeten Tänzerinnen und Tänzer ein.</p>
<p class="Body">Wei-Ken Liao hat als Paul einen fast achtminütigen Monolog zu absolvieren. Mithilfe von Zach gelingt es Paul, sich zu öffnen und jahrelang aufgestaute, aber gut verdrängte Gefühle brechen sich Bahn: Er hat schon früh eine beachtliche Karriere als Drag Queen gemacht und diese – genauso wie seine Homosexualität – vor seinen Eltern geheim gehalten, bis sie irgendwann durch einen Zufall davon erfahren und mit ihm brechen. Liao wirkt in Statur und Habitus sehr zerbrechlich und kann diese Figur sehr glaubwürdig interpretieren. Das Setting dieser Szene – Paul allein im Spot auf einer ansonsten schwarzen Bühne – steigert die Intensität dieser Szene noch einmal.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" width="330" height="399" /></div>
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<div id="id11" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_436">
<div class="style_2">
<p class="Body">Apropos Spot und Licht – das Lichtdesign wirkt in dieser Inszenierung manches Mal etwas wirr. Insbesondere die Spotfahrer verpassen regelmäßig ihre Einsätze, was bei einer so sparsam inszenierten Show, in der es in erster Linie auf die Menschen auf der Bühne ankommt, deutlich auffällt.</p>
<p class="Body">Die bekannte Auswahlszene, in der Zach aus den verbliebenen 16 Teilnehmern acht auswählt und nach vorn treten lässt, die aber dann – entgegen ihrer deutlich sichtbaren Erleichterung – die Rollen nicht bekommen haben, gelingt in Klagenfurt sehr gut. Die Emotionen – Freude, Frust, Erleichterung, Trauer – sind in den Gesichtern der Darsteller gut ablesbar.</p>
<p class="Body">Das eigentliche Finale von „A Chorus Line“ bildet die Premiere der neuen Broadway-Show. Das Ensemble kommt in schillernden Kostümen auf die Bühne, schwingt Zylinder und Stock und steppt was die Schuhe hergeben. Dann fällt der Vorhang und das Licht im Saal geht an. Kein Darsteller betritt mehr die Bühne. Das Publikum, das zunächst zum Schlussapplaus ansetzte und diesen minutenlang beibehielt, verlässt kopfschüttelnd und irritiert den Saal.</p>
<p class="Body">Man mag mich gern als Kulturbanausen bezeichnen, doch am Ende einer mehr als zweistündigen Performance den Künstlern auf der Bühne keinen Dankesapplaus spenden zu dürfen, ist mehr als befremdlich. Selbst wenn Film und Originalshow mit dem Schwarzen Vorhang enden, in Europa – zumindest in Kontinentaleuropa – versteht man dies nicht und mag sich damit auch nicht zufrieden geben.</p>
<p class="Body">Die Künstler – Darsteller wie Musiker – haben für die Zuschauer ihr Bestes gegeben und sollten dafür auch mit dem entsprechenden Applaus entlohnt werden. Man kann dem Stadttheater Klagenfurt nur dringend raten, einen Schlussapplaus zu integrieren, um den Beigeschmack, den dieser „Rausschmiss“ verursacht, zu vermeiden.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stadttheater Klagenfurt</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span></strong> 29. März 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Carsten Lepper, Sarah Bowden</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span> </strong>Baayork Lee</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Fotos:</strong> </span>Stadttheater Klagenfurt</span></div>
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			</item>
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		<title>Der Star dieser West Side Story ist die Bühne</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-star-dieser-west-side-story-ist-die-buehne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2015 15:35:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Cusch Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Erdmuthe Kriener]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Leonard Bernstein]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Myrthes Monteiro]]></category>
		<category><![CDATA[Oper Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[West Side Story]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist schon echt groß, was die Oper Leipzig für die Inszenierung der West Side Story auffährt: Nicht weniger als 60 Tänzer und Sänger stehen auf der Bühne, wodurch diese bis auf den letzten Zentimeter genutzt und eine selten gesehene Tiefe erzeugt wird. Hinzu kommen noch einige wenige Großkulissen, unauffällige Kostüme und fertig ist die ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">Es ist schon echt groß, was die Oper Leipzig für die Inszenierung der West Side Story auffährt: Nicht weniger als 60 Tänzer und Sänger stehen auf der Bühne, wodurch diese bis auf den letzten Zentimeter genutzt und eine selten gesehene Tiefe erzeugt wird. Hinzu kommen noch einige wenige Großkulissen, unauffällige Kostüme und fertig ist die Grundausstattung für einen der meist gespielten Musicalklassiker weltweit.</p>
<div id="body_layer">
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Den instrumentalen Part bestreitet das auch über Leipzigs Stadtgrenzen hinaus bekannte Gewandhausorchester unter der gesamtmusikalischen Leitung von Ulf Schirmer. Für die Hauptrollen hat man erfahrene Musicaldarsteller als Verstärkung engagiert: Myrthes Monteiro ist Maria, Carsten Lepper ihr Tony und Andreas Wolfram gibt den Jet-Anführer Riff. Zu den Jets zählen u. a. Tom Schimon als Action, Oliver Aagaard-Williams als A-Rab und Andreas Langsch als Baby John. Und auch Cusch Jung alias Shrank ist nun wahrlich kein Unbekannter in der deutschsprachigen Musicalszene.</p>
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</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_669_1394">
<div class="style_2">
<p class="Body">Schon bei der Ouvertüre zeigt sich die Zwiespältigkeit, die diesen Theaterabend bestimmen soll. Positiv wirkt das Zusammenspiel von Bühne und Tanz: Das Ballett der Oper Leipzig tanzt unter vermeintlich tonnenschweren Stahlträgern &#8211; da bekommt das Wort Schwebebalken eine ganz neue Bedeutung! Dass die durchaus energiegeladenen Choreographien jedoch recht häufig unsauber getanzt werden, überrascht. Genauso unerfreulich ist die dumpfe Akustik, mit der das Gewandhausorchester im Saal ankommt. Die Musiker sitzen in einem offenen Orchestergraben unter der Bühne; keine unübliche Platzierung für ein Orchester. Und doch kommen die schwungvollen Rhythmen von Leonard Bernstein nur wie durch Watte gepresst an. Dies wird im Laufe des Abends sogar eher noch schlimmer. Es geht so weit, dass man den Eindruck gewinnt, dass das Orchester und die Sänger nicht gemeinsam spielen.</p>
<p class="Body">Vielleicht liegt es auch daran, dass die Lautsprecherboxen an der Bühnenvorderkante mit Kulissen verdeckt sind, dass man im Zuschauerraum so wenig Klangvolles hört. Auf jeden Fall bleibt es ärgerlich. Und da erscheint der Einbau einer neuen Tonanlage wenige Tage vor der Premiere auch mehr wie eine Verzweiflungstat. Denn wenn es der Tontechniker nicht schafft, die Mikros derjenigen Darsteller runterzufahren, die gerade tanzen, ist das schon schade. Denn wer möchte einen Andreas Wolfram nach seinem Kampf als Riff mit Bernardo schon lautstark schnaufen hören? Dass die raumgreifenden Choreographien, die er parallel zu seinem Gesang zu bewältigen hat, anstrengend sind, sieht der Zuschauer ohnehin.</p>
<p class="Body">Auch diese „West Side Story“ wird mit englischen Songtexten und deutschen Dialogen vorgetragen. Man kann darüber streiten, ob so etwas heute noch zeitgemäß ist, aber zumindest an diesem Premierenabend kann das Publikum dem Geschehen problemlos folgen. Für den ein oder anderen Darsteller sind allerdings die englischen Songtexte scheinbar eine Hürde, hört man doch so einige stark akzentuierte Ausdrücke.</p>
<p class="Body">Allerdings stehen bei dieser Inszenierung weder die Musiker noch die Sänger im Mittelpunkt. Wenn der Direktor des Leipziger Balletts, Mario Schröder, ein Musical inszeniert, scheint es nur allzu verständlich, dass der Tanz im Fokus steht. Also werden hier nahezu alle Szenen mit ausdrucksstarken Choreographien versehen, die Kämpfe der verfeindeten Jets und Sharks trotzen vor Energie. Manch einer ist geneigt, eine Ähnlichkeit zu Pina Bauschs unvergleichlichem Stil zu erkennen. Dafür jedoch sind viele Sequenzen zu wenig synchron oder schlichtweg unsauber getanzt. Nichtsdestoweniger überzeugt das Leipziger Opernballett mit Modern Dance und Jazz insbesondere im „Rumble“ kurz vor Ende des Stücks, in dem die verzweifelten Jets sich gegenseitig ihr Leid klagen.</p>
<p class="Body">Aus dem ansonsten sehr düsteren, getragenen Rahmen der Inszenierung bricht naturgemäß „I like to be in America“, gesungen von Anita und ihren puertoricanischen Landsleuten, aus. In Leipzig entspannt sich am rückwärtigen Ende der Bühne eine überdimensionale US-Flagge, vor der &#8211; angeführt von zwei Clowns, die an eine Mischung aus Pennywise und Ronald McDonald erinnern &#8211; Superman, Super Mario, Captain America, Krümelmonster, Elmo und jeweils zweimal Minnie und Mickey Mouse tanzen. Ist es das, was Amerika ausmacht? Comic-Helden und Stars aus Kinder-Sendungen? So ganz erschließt sich die Botschaft dieser Szene leider nicht.</p>
<p class="Body">Ebenfalls etwas schwierig, oder vielleicht auch nur zu viel des Guten, ist die Spiegelung des Gesangspaares bei „Tonight“ durch ein Tanzpaar. Letzteres lenkt von Maria und Tony ab und zerstört die aufkeimenden Gefühle der beiden. Bei Tony‘s weltbekanntem Solo „Maria“ passt hingegen alles zusammen: Die puristische Bühne, das sparsame Licht und im Zentrum ein Carsten Lepper, der mit aller Inbrunst seine große Liebe anschmachtet. Seine klare Stimme und perfekt intonierte Emotionen sorgen für Gänsehaut beim Zuschauer.</p>
<p class="Body">Wenden wir uns etwas durchweg Positivem zu: Die Arbeit, die Andreas Auerbach und Paul Zoller mit der Bühne und den Videoprojektionen geleistet haben, ist beachtlich. Die Bühne ist kalt, grau und nichts lenkt von den Agierenden ab. Die wenigen Kulissen (Straßenlaternen, Stahlträger) werden sehr effektvoll und sparsam eingesetzt. Die Projektionen im Hintergrund, bspw. die nicht endende wollende Straße oder die Brooklyn Bridge aus einer Nebenstraße betrachtet, schaffen raumgreifende Szenenbilder. Dieses Bühnenbild ist durchdacht und funktioniert einwandfrei.</p>
<p class="Body">Die musikalischen Gäste, die die Oper Leipzig für dieses Stück engagiert hat, überzeugen in ihren Rollen, auch wenn man sich fragt, ob Riff (Wolfram) und Tony (Lepper) im Vergleich zum restlichen Ensemble nicht etwas zu alt sind. Nichtsdestoweniger spielen beide mitreißend. Wolfram zeigt, dass Riff nicht nur der engstirnige Bandenchef ist, sondern durchaus eine gefühlvolle Seite hat. Carsten Lepper gibt einen jugendlichen Tony voller Energie und mit fast schon sichtbaren Schmetterlingen im Bauch. Einzig in der Szene, in der Tony von Marias Tod erfährt, will er etwas zu viel. Gesanglich werden beide den Rollenprofilen gerecht. Wolfram hat als Riff ja schon Erfahrung sammeln dürfen und fühlt sich sichtbar wohl mit dem „Material“. Leppers Part hingegen gehört zu den Anspruchsvollsten im Musicalbusiness. Doch Lepper ist ein Vollprofi und lässt sich nicht so leicht einschüchtern. Sein Tony ist voller sanfter Gefühle und klingt frisch und ehrlich.</p>
<p class="Body">Als Maria wurde Myrthes Monteiro (ab Dezember in Hamburg als „Aladdins“ Jasmin zu sehen) gecastet. Zusammen mit Erdmuthe Kriener (Anita) gehört sie zu den überzeugendsten Darstellern auf der Bühne. Monteiro hat einen lieblichen Charme, der Maria gut zu Gesicht steht. Man nimmt ihr die Verliebtheit und den Glauben an das Gute im Menschen ab. Sie singt wunderschön klar und sauber, manchmal etwas kindlich. Aber das passt perfekt zur Rolle. Wenn sie, wahnsinnig vor Schmerz, nach Chinos Waffe greift, um ihn zu erschießen, zeigt sie eine Aggressivität, die man Maria so nicht zugeschrieben hätte.</p>
<p class="Body">Kriener gelingt es, geballte Latino-Emotionen über die Rampe zu bringen. Obwohl sie so westeuropäisch aussieht, wie es nur geht, ist sie leidenschaftlich, mütterlich zu Maria und voll starker Gefühle für ihren Nardo.</p>
<p class="Body">Was leider komplett verpufft, ist „Somewhere“. Anna Preckeler hockt im Engelskostüm auf dem Stahlträger, der während Bernardos Trauerfeier über den Köpfen der Trauergemeinde schaukelt. Leider gelingt es &#8211; sicherlich auch bedingt durch die Tontechnik &#8211; nicht, diesen weltbekannten Hit angemessen zu präsentieren.</p>
<p class="Body">Auch beim Finale wurde Potential verschenkt: Tony stirbt in Marias Armen und der Vorhang fällt. Warum Schröder auf das gemeinschaftliche Heraustragen von Tony durch die Jets und Sharks verzichtet, ist unklar. Doch gerade diese Szene macht den Wandel im Denken der Banden sichtbar.</p>
<p class="Body">Nicht vergessen darf man den stimmgewaltigen Opernchor, der aus dem Off die Sänger auf der Bühne unterstützt. Erst beim Schlussapplaus bekommt das Publikum diesen großen Chor zu Gesicht und zollt ihm anhaltenden Applaus.</p>
<p class="Body">Was bleibt von der Leipziger „West Side Story“? Ein Bühnenbild, das nachhaltig beeindruckt, ein nicht minder beachtliches Tanzensemble, das allein schon durch seine schiere Masse Maßstäbe setzt, die erneute Klarheit, dass Musicalhauptrollen nicht aus dem Hausensemble besetzt werden können und man gut beraten ist, hierfür Gäste zu engagieren und leider einmal mehr die Erkenntnis, dass ein defekte Tonanlage oder eine schlechte Abmischung von Orchester und Gesang ein ganzes Stück ruinieren kann.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Oper Leipzig</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>20. Juni 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Myrthes Monteiro, Carsten Lepper, Erdmuthe Kriener, Andreas Wolfram, Cusch Jung</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Leonard Bernstein / Mario Schröder<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Ida Zenna / Oper Leipzig<br />
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