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	<title>Stage Entertainment-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Stage Entertainment-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Romeo ist ein Lauch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 21:27:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&#38;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&#38;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/romeo-ist-ein-lauch/">Romeo ist ein Lauch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&amp;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&amp;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana Mischke und Heiko Wohlgemuth wortgewandt und pointenreich ins Deutsche übertragen wurde.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3543 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg" alt="" width="400" height="273" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x525.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1343w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Max Martin sagt den meisten wahrscheinlich erstmals nichts. Doch Backstreet Boys, *NSYNC, P!nk, Katy Perry, Britney Spears, Justin Timberlake, Bon Jovi, Ariana Grande, Celine Dion, Taylor Swift oder The Weekend sind allen ein Begriff. Das sind nur einige der Künstler, für die Martin TOP 10 Songs geschrieben hat. Allein seit 1999 sind 50 Songs, die er komponiert hat, weltweit in den TOP 10 gelandet. 27 mal erreichte eines seiner Werke bisher sogar die Topplatzierung! Musikalisch ist diese Show also ein Selbstläufer.</p>
<p>David West Read (Autor von „Schitt’s Creek“) fiel die Aufgabe zu, diese Hits in ein Bühnentaugliches Gewand zu kleiden. In enger Zusammenarbeit entstand so nach vielen Jahren &#8222;&amp;Juliet&#8220;, das 2019 in Manchester uraufgeführt und seither in weiteren fünf Ländern Erfolge feiert(e).</p>
<p>Die Idee von &#8222;&amp;Julia&#8220; ist clever: Anne Hathaway, William Shakespeare&#8217;s gelangweilte, einsame, aber ziemlich clevere Gattin folgt ihrem Mann nach London und schlägt ihm &#8211; unverhandelbar &#8211; vor, das Ende von seinem gerade erst uraufgeführten &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220; zu ändern. Ihr ist Julia zu sehr abhängig und wenig daran interessiert, ihre eigenen Träume zu leben. Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben sind mehr als nur zufällig, musste sie Shakespeare doch überstürzt heiraten, da sie schwanger war, und hatte danach keine andere Aufgabe als das Haus und die Kinder zu hüten, während ihr Mann sich in London in die Arbeit und das Vergnügen stürzte.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3536 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1749w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das kreative Autorenpaar ersinnt daraufhin gänzlich divergierende Fortschreibungen von Julia&#8217;s Leben, manchmal ergänzen sie sich in ihren Ideen, meistens jedoch setzt sich Anne mit ihren fortschrittlichen Impulsen durch. Außer als William plötzlich beschließt, dass Romeo doch nicht vom Gift getötet wurde, wieder in Julias neuem Leben auftaucht und alles durcheinanderbringt.</p>
<p>Inszenatorisch hat Read die parallelen Handlungsstränge sehr clever miteinander verflochten. Ideen vom Ehepaar Shakespeare werden in der Folgeszene direkt umgesetzt. Sehr treffend, dass Anne als Julias &#8222;Bestie&#8220; April in diesen Szenen auch meist mit auftaucht und die Handlung quasi direkt mitsteuert. Julias weitere Gefährten sind Angelique (ursprünglich als Julias Amme an ihrer Seite) und die non-binäre May.</p>
<p>Die Ladies &#8211; April, May und Juli(a) &#8211; brechen auf nach Paris, wo sie das Leben feiern wollen. Sie schleichen sich auf den Renaissance Ball, den Lance DuBois für seinen Sohn Francois ausgerichtet hat, um eine Braut für ihn zu finden (alternativ würde er ihn zur Armee schicken). Dass Franky &#8211; wie ihn Julia sehr schnell nennt &#8211; gar nicht weiß, ob er Frauen oder Männer liebt, bekommt Papa Lance gar nicht mit. Denn das zufällige Aufeinandertreffen von May und Franky offenbart sofort tiefe Zuneigung, wohingegen das Treffen von Julia und Franky eher in Richtung Zweckehe und Win-Win-Gemeinschaft mündet. Die vom Vater begrüßte und Julia aus Verpflichtung Franky gegenüber stattfindende Hochzeitsfeier endet natürlich im Chaos, zumal plötzlich auch Romeo in Paris auftaucht und nichts unversucht lässt, seine Julia zurückzuerobern. Die jedoch hat inzwischen gelernt, dass Romeo kein Kostverächter war und seine Liebhaber:innenschar sehr groß ist. Julia weiß nicht, was sie wirklich will, aber so weitermachen wie bisher, möchte sie auf keinen Fall!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3541 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x671.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x503.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1006.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1803w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Ende der Story ist leider etwas abrupt und fällt im Vergleich zur Entwicklung der Story davor deutlich ab. Hier hilft die Musik sehr, über diese Schwäche hinwegzublicken.</p>
<p>Viele Songs wurden neu arrangiert, die Texte aber kaum verändert. Aus &#8222;…Baby One More Time&#8220; einen Tango zu machen, ist schon gewagt, funktioniert aber großartig. Hier hat Willemijn Verkaik als Anne Hathaway einen ersten großen Moment. Sie ist die perfekte Besetzung, verfügt über das perfekte Timing, hat eine komische Ader und singt begnadet, was im zweiten Akt zu spontanen Stehenden Ovationen führt (&#8222;That&#8217;s the way it is&#8220; von Celine Dion).</p>
<p>Auch die wieder aufflammende Romanze von Lance und Angelique (die früher auch als Amme in seinem Haus tätig war) ist sehr gewitzt mit eingeflochten. Jacqueline Braun erinnert sicherlich nur zufällig in Optik und Spiel an Melissa McCarthy. An komödiantischem Talent und Stimmgewalt mangelt es ihr sicherlich keinesfalls. Wie die beiden umeinander herumschleichen, um dann doch die Nacht miteinander zu verbringen, ist köstlich (&#8222;Teenage Dream/Break Free&#8220;). Dass Lance sehr ernste Absichten hat, glaubt man ihm sofort. Carlos de Vries kann den Wandel des strengen Familienoberhaupts zum gefühlvollen Verehrer und verständnisvollen Vater sehr gut nachzeichnen. &#8222;Shape of my heart&#8220; unterstreicht diese Wandlung sehr treffend.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3539 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch die Dreiecksbeziehung von May und Franky und Franky und Julia ist unterhaltsam nachgezeichnet. Am Ende entscheidet sich Franky für das, was sein Herz ihm sagt (&#8222;It&#8217;s Gonna Be Me&#8220;) und lässt die Hochzeit platzen. Oliver Edward ist dem Hamburger Publikum aus &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">Hamilton</a>&#8220; bekannt. Seine Stimme ist so markant, dass man mit geschlossenen Augen sofort Philipp vor sich sieht. Doch auch ihm gelingt es, seine Zerrissenheit und sein Gefühlschaos glaubwürdig über die Rampe zu bringen. &#8222;I Kissed a Girl&#8220; nachdem Franky und May sich zum ersten Mal küsste, ist wunderbar gefühlvoll und natürlich.</p>
<p>May ist die Symbolfigur für Diversität in diesem Stück. Manchmal ist es recht plakativ, doch Bram Tahamata spielt gewinnend über diese Offensichtlichkeiten hinweg. Sein &#8222;I&#8217;m Not a Girl, Not Yet a Woman&#8220; ist herzzerreißend. Und &#8222;Confident&#8220; (von Demi Lovato) ist DIE Hymne des Abends. Damit kann sich zweifelsohne jeder im Saal identifizieren. &#8222;What do you want from me&#8220; strotzt vor aufgestauter Energie und Gefühl. Richtig richtig gut!</p>
<p>Über Romeos Wiederauferstehung kann man zweifellos streiten. Amüsanterweise wird Romeo als Weichei im Mantel eines unsympathischen Selbstdarstellers beschrieben. Raphael Groß spielt diese Rolle sehr gut und so unterschreibt man die Aussage von Anne Hathaway &#8222;Romeo ist ein Lauch!&#8220; auch nur allzu gern. Es dauert eine Weile bis Romeo erkennt, dass seine Fassade ihn nicht weiterbringt. Julia stellt ihn mit &#8222;Since U been gone&#8220; sehr klar zur Rede und er nimmt sich vor, um sie zu kämpfen. Dazu zählt seine Performance auf der Hochzeit mit der &#8222;Bois Band&#8220; und &#8222;Everybody&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3538 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg" alt="" width="400" height="280" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x716.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x537.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1205w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch Julia kann er nicht zurückgewinnen. Anne hat sich für Julia kein Happy End gewünscht, sondern die Chance, eigene Entscheidungen zu treffen. Und so endet das Stück zwar mit einem Hoffnungsschimmer für Romeo, doch den Ton gibt in Zukunft ganz klar Julia an.</p>
<p>Chiara Fuhrmann ist eine souveräne, selbstbewusste Julia, die sich gesanglich mit Max Martins Songs wohlfühlt und die vielen Stimmungsschwankungen, die ihrer Figur auferlegt werden, sehr gut nachzeichnen kann. &#8222;Stronger&#8220;, &#8222;Oops!&#8230; I Did It Again&#8220;, &#8222;Roar&#8220; sind nur einige überzeugende Beispiele dafür.</p>
<p>Anne und William bekommen am Ende das, was beide sich gewünscht haben: Romeo &amp; Julia haben eine Zukunft &#8211; eventuell sogar gemeinsam &#8211; und Julia darf eine junge Frau sein, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. William entschuldigt sich bei seiner großen Liebe Anne (&#8222;I Want It That Way&#8220;) und akzeptiert, dass er eine starke Frau an seiner Seite hat. Andreas Bongard hat einerseits die namhafteste Rolle des Stücks, andererseits auch die blasseste: Shakespeare ist zwar der eigentliche Schöpfer von &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220;, doch alles was an diesem Abend passiert, ist von Anne initiiert worden. Diesen Spagat muss man erstmal schauspielerisch hinbekommen. Bongard gelingt dies durchaus gut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3537 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie bereits erwähnt, kommt das Ende etwas plötzlich und das Ensemble fackelt mit Justin Timberlake&#8217;s &#8222;Can&#8217;t Stop the Feeling!&#8220; ein riesiges Feuerwerk ab. Einmal mehr kann man die vielseitigen Kostüme von Paloma Young in all ihrer Pracht bewundern und sich von den modernen Choreografien von Jennifer Weber mitreißen lassen. Es hält niemanden mehr auf den Sitzen! Das Publikum feiert das Ensemble und Max Martins Welthits der letzten 25 Jahre!</p>
<p>Ein Wort noch zu Philipp Gras, der die neunköpfige Band als musikalischer Leiter fulminant antreibt. Die Arrangements sind so musicaltauglich, dass sogar einzelne Instrumente, wie das gänsehautverursachende Cello, nicht nur zu hören sind, sondern sprichwörtlich inszeniert werden, was perfekt in den kompositorischen Gesamtrahmen passen.</p>
<p>&#8222;&amp;Julia&#8220; hat das Potential eine Hitshow für das Publikum von heute zu werden. Hierzu trägt auch bei, dass die Songs zu 99% auf Englisch gesungen werden. Manchmal wird ein Song durch eine deutsche erste Zeile eingleitet und dann aber im bekannten englischen Original fortgesetzt. Genau so kann man junge Menschen für das Genre Musical begeistern!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">30</span><span class="Bold">. Oktober 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Andreas Bongard, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen<br />
</span></p>
<hr />
<h2>Alles neu macht der März&#8230;</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3631 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x1151.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1025x1536.jpg 1025w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1366x2048.jpg 1366w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-scaled.jpg 1708w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Seit 6. März hat das Ensemble von &#8222;&amp;Julia&#8220; im Operettenhaus Verstärkung: Riccardo Greco ist als leidgeplagter, wortgewandter William Shakespeare zu erleben.</p>
<p>Doch nicht nur der Zuwachs auf der Bühne bringt neuen Schwung in das pfiffige Popmusical, auch die Straffung der Handlung &#8211; insbesondere zu Beginn des 1. Akts &#8211; tun dem Stück sehr gut. Kurzweilig , amüsant und musikalisch einfach nur ansteckend, begleitet das Publikum Julia auf ihrem eigenen (durch Shakespeares Frau Anne Hathaway erdachten) Weg in eine neue, selbstbestimmte Zukunft.</p>
<p>Chiara Fuhrmann hat sich sehr gut in die Rolle der selbestbewussten Julia eingefunden, Jacqueline Braun lässt als sie als ihre Amme bei fast keinem Schritt aus den Augen. Ausnahme sind die Momente, die die Amme mit ihrer großen Liebe Lance (Carlos de Vries) . Die beiden sind einmal mehr ein Garant fürs Lachmuskeltraining!</p>
<p>Bram Tahamata und Oliver Edward bestechen als May und Franky nicht nur durch ihre bis in den Rang spürbare Emotionalität, sondern auch mit ihrem Gesang. Illias Sidi-Yacoub darf in dieser Vorstellung &#8222;den Lauch&#8220; Romeo spielen und lässt aufhorchen. Auch Romeo zeigt Selbstbewusstein!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3632 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Herausragend ist auch diesmal Willemijn Verkaik, die Anne Hathaway mit bühnenfüllendem Engagement, Sinn für Pointen, einen gehörigen Portion Frechheit und einer Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht, zum Leben erweckt. An der Seite solch einer starken Frau hat es jeder Mann schwer, doch Greco gelingt es, den vermeintlich unterlegenen Schriftsteller mit dem perfekten Maß an Aufmüpfigkeit und Kreativität auszustatten, so dass das Autorenpaar seinen gemeinsamen Weg gleichberechtigt fortsetzen kann.</p>
<p>Das Publikum war auch gut vier Monate nach der Premiere begeistert! Die Song von Max Martin zünden ausnahmslos und man sieht schon in den ersten Minuten Zuschauer mitwippen und -klatschen. Wenn das nicht für den Erfolg dieser Show spricht, was dann?</p>
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<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">6</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Riccardo Greco, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #333399;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen</span></p>
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		<title>Professionelle Behandlung von musikalischen Entzugserscheinungen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/professionelle-behandlung-von-musikalischen-entzugserscheinungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 09:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Gino Emnes]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Kristina Love]]></category>
		<category><![CDATA[Maricel]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Edenborn]]></category>
		<category><![CDATA[Musicalstars Unplugged]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pasquale Aleardi]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann das Live-Erlebnis ersetzen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2962 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Wie alle anderen Theater auch, muss die Stage Entertainment seit Monaten auf Einnahmen in Millionenhöhe verzichten. Doch der Musicalkonzern hat sich etwas überlegt, um in diesen Pandemie-geplagten Zeiten wenigstens ein bisschen Live-Musical-Feeling zu erzeugen. Mit der Premiere ihres Konzert-Formats „MUSICALSTARS UNPLUGGED“, einem Live-Konzert, welches dem Publikum per (kostenpflichtigem) Stream zur Verfügung gestellt wurde, soll allen die Wartezeit verkürzt werden, bis der Theaterbetrieb endlich wieder aufgenommen werden darf.</p>
<p>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs und Sabrina Weckerlin liefern gemeinsam mit der siebenköpfigen Live-Band ein buntes Potpourri an Musical-Songs – natürlich zumeist aus Stage Entertainment Shows – ab, das insbesondere aufgrund außergewöhnlicher Interpretationen einige Highlights bietet.</p>
<p>Pasquale Aleardi („Panamour“) führt als Moderator durch den Abend. Jeder Darsteller muss sich allein oder paarweise musikalischen Challenges stellen. Die Künstler sinnieren über die gemeinsame Vergangenheit, die Herausforderungen von Corona-Beschränkungen und was sie an den Challenge-Songs besonders mögen.</p>
<p>So kommt es, dass Sabrina Weckerlin eine Gänsehaut-Fassung des „Ewigen Kreis“ aus „Der König der Löwen“ zum Besten gibt. Ihre Stimmfarbe und greifbaren Emotionen verleihen dem Song eine ganz neue Tiefe. Als Duettpartner steht ihr Gino Emnes zur Seite, der das Stück natürlich aus dem Effeff kennt. Emnes darf dann mit „Waiving through a window“ aus dem Broadway und West End Hitmusical „Dear Evan Hansen“ seinerseits zeigen, was er technisch und stimmlich draufhat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2963 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg" alt="" width="400" height="205" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-1024x526.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-768x394.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-1536x788.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-2048x1051.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Auch die nächste Gruppe – Mathias Edenborn und Kristina Love mit Gino Emnes – liefert ungewöhnliche Versionen bekannter Songs: Edenborns „Music of the Night“ wirkt durch die alleinige Begleitung mit einer Akustikgitarre ganz pur und verletzlich, während Love mit Emnes das perfekte Duo formt, wenn sie „A whole New World“ aus „Aladdin“ singen. Die beiden warmen Soulstimmen harmonieren wundervoll.</p>
<p>Sabrina Weckerlin und Mathias Edenborn lassen in der Folge noch einmal ihre gemeinsame Zeit bei „Wicked“ aufleben und zeigen mit „Solang ich Dich hab“, dass sie nicht zufällig als Elphaba und Fiyero besetzt wurden, auch wenn Edenborn ganz klar macht, dass er – trotz seines jugendlich-frischen Klangs – sicherlich kein College Prince mehr ist und somit für die neue Fassung von „Wicked“ in Hamburg nicht zur Verfügung steht.</p>
<p>Anton Zetterholm kann zwar aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen nicht mit seinen Kollegen auf der Bühne stehen, wird aber mit einigen Grußbotschaften in das Konzert integriert, u. a. ein sehr gefühlvolles „Dir gehört mein Herz“ mit seiner sichtlich schwangeren Frau Harriet Jones.</p>
<p>Lustige Einsätze steuern Pasquale Aleardi und John Voijs mit Einlagen aus „Ich war noch niemals in New York“ bei: Aleardi singt „Griechischer Wein“ auf griechisch, während Voijs ihn an der Gitarre begleitet und simultan übersetzt. Das Voijs mehr bieten kann als den Gassenhauer „Ehrenwertes Haus“ wird mehr als deutlich, aber die Stimmung passt perfekt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2961 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die Runde wird komplettiert von Maricel, die neben ihrem Showstopper „Rodeo Drive“ aus „Pretty Woman“ noch eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Version der „Totalen Finsternis“ zum Besten gibt: Maricel ist eindeutig zu rockig und Edenborn im Verhältnis zu brav. So verpufft die Intensität dieses Songs.</p>
<p>Ein Highlight dieses Konzerts ist sicherlich einmal mehr Sabrina Weckerlin, die Lady Gagas „Always remember us this way“ ( „A star is born“) sehr zu ihrer eigenen Überraschung auf Wunsch von Maricel singt. Gute Emotionen, berührende Mimik und eine beeindruckende stimmliche Wandlungsfähigskeit machen diesen Moment sehr besonders.</p>
<p>Gemeinsam performen die Darsteller dann noch eine mehrsprachige Version von „Du hast einen Freund“, die nur noch Kristina Loves „Nutbush City Limits“ und dem finalen „Simply the Best“ aus „Tina Turner – Das Musical“ getoppt wird.</p>
<p>Dieses singende Get-Together ist eine schöne Idee – insbesondere, wenn es wirklich nur den Auftakt zu einer Reihe von Konzerten bieten sollte. Der Preis von fast 15 Euro (für 30 Tage unbegrenztes Streamen) ist für die Qualität, die die Stage Entertainment hiermit abliefert, absolut gerechtfertigt. Die Darsteller hatten sichtlich Spaß während der Aufzeichnung und die Band sorgt für die richtige Energie.</p>
<p>Ja, auch dieser Stream ersetzt kein Live-Konzert, kommt aber ziemlich nah dran. Es bleibt zu hoffen, dass sich Theater und Politik im Laufe der Wintermonate tragfähige Konzepte überlegen, um die Häuser endlich wieder mit Leben zu füllen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus Hamburg via Stream</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs, Sabrina Weckerlin </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Dr. Britta Heiligenthal<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen</span></p>
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		<title>So amerikanisch wie ein Hamburger</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/so-amerikanisch-wie-ein-hamburger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2012 16:46:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Timbers]]></category>
		<category><![CDATA[Drew Sarich]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Rocky]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Flaherty]]></category>
		<category><![CDATA[Terence Archie]]></category>
		<category><![CDATA[Wietske van Tongeren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>36 Jahre nach dem ersten Oscar-dekorierten „Rocky“-Film und sieben Jahre nach den ersten Gesprächen feiert die Musicalversion des Boxer-Epos in Hamburg Weltpremiere. Aber Moment mal&#8230; Fäuste schwingende Boxer, blutige Kämpfe ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit, ein von Gangstern geprägtes Milieu in Philadelphia &#8211; wie bringt man das zusammen mit einer musikalischen, gute Laune erzeugenden ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">36 Jahre nach dem ersten Oscar-dekorierten „Rocky“-Film und sieben Jahre nach den ersten Gesprächen feiert die Musicalversion des Boxer-Epos in Hamburg Weltpremiere.</p>
<p class="Body">Aber Moment mal&#8230; Fäuste schwingende Boxer, blutige Kämpfe ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit, ein von Gangstern geprägtes Milieu in Philadelphia &#8211; wie bringt man das zusammen mit einer musikalischen, gute Laune erzeugenden Bühnenkunstform? Das war die größte Herausforderung, der sich das Kreativteam stellen musste.</p>
<p class="Body">Doch Thomas Meehan (Buch), Stephen Flaherty (Musik), Wolfgang Adenberg (Songtexte), Ruth Deny (Dialoge) und nicht zuletzt Christopher Barreca (Set Design) ist es nicht nur gelungen, sämtliche Vorurteile gegenüber singenden Boxern im Keim zu ersticken, sondern sie haben ein Musical geschaffen, das die Gratwanderung zwischen Menschlichkeit und Kampfsport spielend meistert.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_667_201">
<div class="style_2">
<p class="Body">Der Trick ist so einfach wie effektiv: Man gibt beiden Facetten ausreichend Raum und bedient die Erwartungen von Musicalfans und Sportfreunden gleichermaßen. Regisseur Alex Timbers beweist viel Gespür für das richtige Maß an Emotionen und umschifft die Gefahr des Abdriftens in die belanglose Seichtigkeit gekonnt.</p>
<p class="Body">Im ersten Akt lernt das Publikum Rocky Balboa kennen und bekommt viel Zeit, eine Beziehung zu dem glücklosen Boxer aufzubauen. Er ist sicherlich nicht die hellste Leuchte, gewinnt aber die Sympathien durch seine Aufrichtigkeit und sein großes Herz. Dem kann sich auch Adrian nicht verschließen. Es braucht zwar einen ziemlich unsanften Schups ihres Bruders Paulie, aber dann weicht sie Rocky nicht mehr von der Seite und unterstützt ihn in seinem schwersten Kampf.</p>
<p class="Body">Die zweite Hälfte spielt fast ausschließlich am 1.1.1976 &#8211; dem Tag des Kampfes zwischen dem Italian Stallion Rocky Balboa und  dem Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed. Die Zuschauer erleben wie aus Rockys Selbstzweifeln ein unbedingter Siegeswille wird. Dennoch verliert er den Kampf nach Punkten, geht aber als Held der Herzen aus dem Boxring.</p>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_383_335">
<div class="style_2">
<p class="Body">Das Musical ist eine gelungene Kurzfassung des Films und setzt genau die richtigen Schwerpunkte. Auch ohne jede Szene des Hollywood-streifens zu kennen, kann man dem Geschehen folgen. Es gibt keine Inhaltssprünge und die Charaktere erliegen keinem der bei Adaptionen von Film zu Bühne so häufigen unerklärlichen Sinneswandel.</p>
<p class="Body">Dies ist vor allem dem Buch von Thomas Meehan zu verdanken, der bereits mit seinen Vorlagen zu „The Producers“ und „Hairspray“ gezeigt hat, dass es auch heutzutage noch neue, unterhaltsame und geistreiche Musicals gibt, die erfolgreich auf allen großen Bühnen gespielt werden.</p>
<p class="Body">Auch die deutschen Übersetzungen von Dialogen und Songtexten sind sehr gelungen. Das in den letzten Jahren sehr verbreitete BILD-Niveau mit schmerzhaften Reimen und aneinandergereihten Plattitüden oder lästigen Werbebotschaften ist kaum mehr auszumachen. Während einige Songzeilen etwas zu banal daher kommen, so jedoch zum nicht gerade ausgeprägten Intellekt der Hauptfigur passen („&#8230;duckt sich eine dunkle Ecke und macht sich ein Streichholz an&#8230;“ oder „&#8230;zerschunden bis zum kleinen Zeh, wie überfahren von einem LKW“), gibt es einige wunderschöne Stilblüten in den Dialogpassagen: Der despektierliche „Spaghetti Wallach“ ist noch sehr eindeutig. Bei Rockys Aussage: „Ich bin Rechtsausleger und werde keine linken Touren versuchen.“ muss man schon etwas nachdenken, um den Wortwitz nicht zu verpassen, da man ihn von jemandem der „zwei Monate gebraucht hat, um meine Spind-Kombination auswendig zu lernen“. nicht unbedingt erwartet. Dass Adrian an Thanksgiving den „Truthahn im Ofen“ hat und hier von Deny der sprichwörtliche „Braten in der Röhre“ nicht eingesetzt wurde, macht dankbar. Apollo Creeds Statement, dass Rocky „so amerikanisch wie ein Hamburger“ sei, ist beim gewählten Musicalstandort für die Weltpremiere auch wunderbar zweideutig interpretierbar.</p>
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<p class="Body">Ein Running Gag ist Rockys „Die Nase hält noch“, was schon als Solo unfreiwillig komisch wirkt („&#8230; diese Nase ist genial, ist ja auch schon fast 30 Jahre alt&#8230;“). Da es aber immer wieder Reprisen davon gibt, gelangt das Stück &#8211; vor allem im finalen Boxkampf, in dem die Nase bricht &#8211; an die Grenze zur Persiflage.</p>
<p class="Body">Eine Besonderheit von „Rocky“ ist, dass man nach vielen Jahren mit Compilations-Shows und Wiederaufgüssen alter Musicals wieder einmal wirklich neue Melodien zu hören bekommt. Keine Aneinanderreihung von Welthits, sondern lupenreine, kreative und sehr gelungene Pop-Rock-Sounds, denen auch das obligatorische „Eye of the Tiger“ nichts anhaben kann. Wer Stephen Flahertys Kompositionen zu „Ragtime“ kennt, weiß, dass der Amerikaner ein Händchen für klangvolle, voluminöse Arrangements hat. Auch für „Rocky“ hat er sich einiges einfallen lassen und schafft eine harmonische Klangwelt, in der die aufblühenden Gefühle zwischen Rocky und Adrian („Mehr als nur ich und Du“ genauso ihren Platz finden wie Rockys Kampf mit sich und seinem Umfeld („Ich will wissen warum“, „Standzuhalten“). Mit viel Energie bedenkt Flaherty die Auftritte von Apollo Creed („Patriotisch“) sowie die druckvollen Ensemblenummern („Er fällt noch nicht“, „Dieser Mann“).</p>
<p class="Body">Der zweite Akt wird vom allgegenwärtigen „Eye of the Tiger“ dominiert. Dass dieses Stück erst im dritten Teil von „Rocky“ zum ersten Mal zu hören ist, während der erste Film von Bill Contis Kompositionen, u. a. der weltberühmten Fanfare, geprägt ist, kann getrost ignoriert werden. Denn die Art und Weise, wie der wohl bekannteste Hit von Survivor in die Handlung eingebunden wird, ist sehr gelungen: Die Choreographie, in der während Rockys heißer Trainingsphase bis zu 12 Rockys schattenboxend über die Bühne tänzeln, ist wunderbar. Kein Wunder, dass das Publikum genau diesen Hit als Zugabe einfordert und begeistert mitklatscht und tanzt.</p>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_357_402">
<div class="style_2">
<p class="Body">Ein bisschen Pulver wird in der berühmten Treppenlauf-Szene verschossen: Anstatt Rocky oben auf der Treppe die bekannte Pose machen zu lassen, wird diese während seines Laufs gedreht, so dass er am Ende frontal zum Publikum steht. Dadurch verpufft die eindrucksvolle Wirkung dieser Szene leider gänzlich.</p>
<p class="Body">Szenisch herausragend sind die Trainings-Sessions im Schlachthaus und natürlich der mitten im Parkett ausgetragene Boxkampf.</p>
<p class="Body">Die Rinderhälften, auf die Rocky zu Trainingszwecken eindrischt, sehen erschreckend echt aus. Und wer sich vor dem Stück gefragt hat, warum die Boxringbeleuchtung über dem ersten Parkettdrittel angebracht ist, erhält die Antwort im zweiten Akt. Da werden kurzerhand zehn Reihen mit Zuschauern von ihren Sitzen auf die Bühne geleitet, wo sie auf einer Tribüne Platz nehmen. In dieser Zeit wird der Boxring, der während des ersten Akts als Wohnungsdecke, später auch als Leinwand zur Gegnerstudie fungiert, weit in den Zuschauerraum hineingefahren und von oben entrollen sich Leinwände, die den Kampf live zeigen. Näher dran am Geschehen ist man auch bei einem echten Boxkampf nicht! Eine tolle Idee, die ihre beeindruckende Wirkung beim Publikum nicht verfehlt und den Boxkampf so real wirken lässt, dass man bei den Schlägen, die die Kontrahenten sich verpassen, unweigerlich selbst in Deckung geht.</p>
<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_667_419">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dass solche technischen „Spielereien“, zu denen auch der Regen, der Schnee und der romantische Lauf auf der Eisbahn gehören, nicht ohne Tücken sind, bekommt viele Zuschauer in den Shows vor der Premiere zu spüren: Da bleiben die Rinderhälften einfach mal hängen, anstatt eindrucksvoll im Bühnenturm des Operettenhauses zu entschwinden, weil der Computer den Ablauf der weiteren Show aufgrund eines kleinen Fehlers gestoppt hat. Solche Kinderkrankheiten bekommt man in den Griff, keine Sorge. Auch der Kronleuchter des Phantoms stürzte vor 22 Jahren nicht immer und einwandfrei vom Theaterdecke&#8230;</p>
<p class="Body">Bei einem Stück, das so sehr auf die Titelfigur abgestellt ist wie „Rocky“, muss der Hauptdarsteller nicht nur gesangliche und sportliche Fähigkeiten mitbringen. Es muss ihm auch gelingen, mit seinem Schauspiel in der Rolle aufzugehen. Der US-Amerikaner Drew Sarich erfüllt diese Anforderungen schlichtweg zu 100 %. Er bringt soviel Sympathie und Authentizität über die Rampe, dass man Rocky einfach mögen muss. Die Naivität und Ehrlichkeit der italienischen Boxers nimmt man ihm in jeder Sekunde ab. Seine Ausdrucksweise und Bewegungen sind genauso perfekt wie der unterschwellige Frust und die wahre Liebe zu Adrian greifbar sind. Ob es allerdings auf Dauer gesund ist, in jeder Show rohe Eier zu trinken, darf bezweifelt werden. Aber zweifelsohne trägt auch diese Szene zu seiner Glaubwürdigkeit bei. Gesanglich verlangt „Rocky“ Drew Sarich zwar nicht alles ab, aber seine Soli präsentiert er stark, gefühlvoll und bleibt damit im Ohr.</p>
<p class="Body">Die schüchterne Adrian wird von der Holländerin Wietske van Tongeren gegeben. Den Bogen vom schüchternen, wortkargen Mädchen zur selbstbewussten, starken Frau an Rockys Seite spannt sie eindrucksvoll. Sie kreiert eine äußerst charmante Adrian, auch wenn es ihr hier und da an Tiefgang fehlt. Das mach sie jedoch doch ihre glänzende Leistung in ihren Soli und Duetten wieder wett.</p>
<p class="Body">Auch die weiteren Rollen sind sehr gut besetzt. Allen voran Terence Archie, der als Apollo Creed am Entstehungsprozess des Musicals von Beginn an dabei war und bei seinem Europa-Debüt eine mehr als gute Figur macht. Nicht nur optisch gibt er einen einschüchternden Gegner von Rocky, auch seine Songs bringt er mit seiner warmen Soul-Stimme nachhaltig zu Gehör.</p>
<p class="Body">Alex Avenell, Patrick Imhof, Uwe Dreves, Robin Brosch, Frank Logemann sind nur fünf der insgesamt 24 Darsteller, die in verschiedenen Rollen auf der Bühne stehen. Jeder hat seinen besonderen Moment und erreicht das Publikum.</p>
<p class="Body">Zu dem rundum gelungenen Showbesuch trägt auch das fast 20-köpfige Live-Orchester unter der bewährten Leitung von Bernhard Volk bei. Ein so enthusiastisch aufspielendes Orchester hat man lange nicht mehr erlebt und so bleibt nur, dies in vollen Zügen genießen. Pünktlich zur Premiere wurde auch das Album zu „Rocky“ fertig gestellt.</p>
<p class="Body">Der musicalische „Rocky“ vereint alles, was man von einem Boxmusical erwartet: Eine liebevoll arrangierte Handlung, einen herausragenden Hauptdarsteller, mitreißende Melodien, eine beeindruckende Bühnentechnik und Künstler in allen Bereichen, deren Spaß an ihrem Job sich auf das begeisterte Publikum überträgt.</p>
<p class="Body">Solche Weltpremieren bleiben allen im Gedächtnis und schüren das Verlangen nach mehr.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>18. November 2012</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Terence Archie, Drew Sarich, Wietske van Tongeren</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Stephen Flaherty / Alex Timbers<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment<br />
</span></div>
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		<title>Tournee-Auftakt in der Hamburger ColorLineArena</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/tournee-auftakt-in-der-hamburger-colorlinearena/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 16:19:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Zetterholm]]></category>
		<category><![CDATA[Best of Musical]]></category>
		<category><![CDATA[ColorLineArena]]></category>
		<category><![CDATA[D. M. Johnson]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jani Walsh-Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Seitz]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Stanke]]></category>
		<category><![CDATA[Pia Douwes]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
		<category><![CDATA[Willemijn Verkaik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Jahre musste das Musicalpublikum auf die nächste große Gala-Tour aus dem Hause Stage Entertainment warten. Aber jeder Tag hat sich gelohnt! Auch 2010 besticht die Musicalgala durch sehr gute Solisten, ein großartiges Orchester, stimmungsvolle Bühnenbilder, kreative Kostüme und harmonische Choreographien. Nichts stört das Gesamtbild (mit Ausnahme einiger billig anmutender Perücken). Bei der Auswahl der ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Zwei Jahre musste das Musicalpublikum auf die nächste große Gala-Tour aus dem Hause Stage Entertainment warten. Aber jeder Tag hat sich gelohnt!</p>
<p class="Body">Auch 2010 besticht die Musicalgala durch sehr gute Solisten, ein großartiges Orchester, stimmungsvolle Bühnenbilder, kreative Kostüme und harmonische Choreographien. Nichts stört das Gesamtbild (mit Ausnahme einiger billig anmutender Perücken).</p>
<p class="Body">Bei der Auswahl der verschiedenen Songs ist man dieses Jahr erfreulicherweise nicht nach Schema F vorgegangen und hat nur die bekanntesten Stücke aus den präsentierten Musical aufgeführt, sondern es ist eine gelungene Mischung aus Klassikern wie dem ,Cell Block Tango‘ aus „Chicago“ oder ,Sunset Boulevard‘ aus dem gleichnamigen Musical und Showstoppern wie ,I want it all‘ aus „We will rock you“, ,Niemand stoppt den Beat‘ aus „Haispray“, ,Er lebt in Dir‘ aus „König der Löwen“ oder ,Ich weiß, was ich will‘ aus „Ich war noch niemals in New York“.</p>
<p class="Body">Zudem wurden nicht nur reine Stage Entertainment Produktionen vorgestellt, sondern mit „Pippin“, „Chicago“, „West Side Story“ und „Sunset Boulevard“ Ausschnitte aus Musicals gezeigt, die in Deutschlands lange nicht mehr bzw. noch nie auf einer Ensuite-Bühne gezeigt wurden. Über die obligatorischen Teaser-Stücke für „Sister Act“ (ab Herbst 2010 in Hamburg) und „Hinterm Horizont“ (ab Herbst 2010 in Berlin) kann man da getrost hinwegsehen.</p>
<p class="Body">Die acht Solisten zeigen in ihren bekannten Rollen, was man von ihnen erwartet, zeigen aber in anderen Songs auch neue Facetten. Dass Pia Douwes als Norma Desmond bestechend ist und im Cell Block Tango ihre jungen Kolleginnen in Sachen Sexappeal um Längen übertrumpft, ist zu erwarten. Dass sie aber auch als TV-Moderatorin Lisa und mit Udo Jürgens Hits überzeugt, war keinesfalls selbstverständlich. Willemijn Verkaik fühlt sich in bekannten Rollen aus „Wicked“ und „We Will Rock You“ sichtlich wohl, gewinnt das Publikum aber auch als Anita der „West Side Story“ und mit Time of my life aus „Dirty Dancing“. Das Küken Elisabeth Hübert gibt eine sehr gute Jane, scheint aber mit der Rolle der Tracy aus „Haispray“ stimmlich und tänzerisch überfordert. Das Damen-Quartett komplettiert Ana Milva Gomes, die sich als Kala („Tarzan“) und Nala („Schattenland“) direkt in die Herzen der Zuschauer singt. Als Deloris rockt sie die Bühne und empfiehlt sich damit zweifelsohne für die Hauptrolle in „Sister Act“.</p>
<p class="Body">Den vier Leading Ladies stehen vier Kollegen zur Seite, die sich weder in Erfahrung noch Können oder Vielseitigkeit hinter ihnen verstecken müssen. DMJ alias David Michael Johnson übernimmt die Bühne als Britney („WWRY“) komplett, schlägt aber in der „Dirty Dancing“-Sequenz und als Mufasa auch wundervoll leise Töne an. Mark Seibert kann sich mit DMJ in einen Wettkampf um „Mister BoM 2010“ begeben und hätte durchaus gute Chancen. Doch neben der Optik und seinen bekannten Rollen als Fiyero und Ranger überzeugt er auch mit „Sunset Boulevard“ und „Cool“. Für die eher komischen Momente – ob freiwillig oder unfreiwillig sei mal dahingestellt – sorgt Patrick Stanke. Als Big Bopper agiert er rollendeckend; als Edna Turnblad hat er die Lacher zu 100% auf seiner Seite. Musikalisch besticht er mit einem wunderbar klaren „Maria“. Diesen Song hätte Anton Zetterholm sicherlich ähnlich herzanrührend interpretiert, doch konnte er sein Gefühl für Balladen mit „In the still of the night“ unter Beweis stellen. Als Buddy Holly hingegen scheitere sein Versuch, den Rock’n’Roll überzeugend über die Rampe zu bringen.</p>
<p class="Body">Trotz einiger kleiner Holprigkeiten harmonieren Songauswahl und Zuteilung auf die Protagonisten weitgehend. Erfreulich ist zudem, dass sich keiner der Darsteller als Conferencier hervortut, sondern der Staffelstab des Moderators von Szene zu Szene weitergereicht wird und so fast jeder einmal seine Kollegen ankündigen darf.</p>
<p class="Body">Optisch fackelt die Stage Entertainment mit „Best of Musical 2010“ da zu erwartende Feuerwerk ab: Große Bildschirme links und rechts der Bühne ermöglichen Detailblicke auch in den letzten und höchsten Reihen der Konzert-Arena. Und diese Details haben es in sich: Reto Tuchschmid schafft mit seinen Kostümen in jeder der unterschiedlichen Themenwelten die perfekte Ergänzung. In der Eröffnungsszene zeichnen sich die schwarz-weißen Kostüme durch Detailvielfalt aus – keines der Kostüme ist wie das andere. Wundervolle Roben für die Damen und schillernde Anzüge für die Herren wechseln sich mit den bekannten Kostümen aus den Musicals ab und geben dem Auge immer wieder neue Ansatzpunkte. Und wer denkt, dass die Kostüme aus der ersten Szene und die aus dem „Wicked“-Block identisch sind, sollte genau hinsehen: Kleine smaragd-grüne Accessoires zeugen von Tuchschmids Anspruch nicht zweimal das gleiche Kostüm zu erschaffen.</p>
<p class="Body">Dieses harmonische Kostümbild fügt sich perfekt in das Bühnenbild von Jürgen Schmidt-André ein, der jeder Sequenz den passenden Hintergrund liefert: Da wird mit Vorhängen, Zügen, mobilen Treppen und Videoprojektionen gearbeitet, die das Publikum immer wieder in eine neue Welt eintauchen lassen.</p>
<p class="Body">Jani Walsh-Webers Regie und Choreographie geben der Gala Schwung, ohne sie zu überfrachten. Die einzelnen Szenen gehen gut ineinander über, es gibt kaum nennenswerte sonst häufig so lästige Umbaupausen und die Personenregie stimmt ebenfalls.</p>
<p class="Body">Ihre Choreographien sind im allerpositivsten Sinn klassisch. Das heißt keiner der Tänzer fällt durch Asynchronität oder Extravaganzen auf, die Gruppen bilden harmonische Gesamtbilder.</p>
<p class="Body">Insgesamt ist die „Best of Musical 2010“ Tournee eine wirklich gelungene Gala. Das Konzept geht auf und auch die ruhigeren Szenen gehen in den großen Konzerthallen nicht unter. Und zur Freude vieler Besucher ist diese Stage Entertainment Tour keine reine Eigenwerbung, sondern huldigt dem Genre Musical im Ganzen. Solche professionellen Produktionen schaut man sich gern immer wieder an.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> ColorLineArena, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong> 29. Januar 2010</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Pia Douwes, D. M. Johnson, Marc Seitz, Patrick Stanke, Willemijn Verkaik, Anton Zetterholm</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong>  Jani Walsh-Weber<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment<br />
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		<title>Maik Klokow: You’ll never know</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/maik-klokow-youll-never-know/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2007 12:53:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews mit Kreativen]]></category>
		<category><![CDATA[Maik Klokow]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michaela Flint: Seit Mitte Februar sind Sie offiziell wieder Geschäftsführer der Stage Entertainment Deutschland. Wie fühlt es sich an, in Hamburg wieder die Zügel in der Hand zu halten? Maik Klokow: Es ist wie ein Déjà-Vu: Ich war nie ganz weg und es kommt einem noch alles vertraut vor. Aber ich bin nicht auf den ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Seit Mitte Februar sind Sie offiziell wieder Geschäftsführer der Stage Entertainment Deutschland. Wie fühlt es sich an, in Hamburg wieder die Zügel in der Hand zu halten?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Maik Klokow:</span></strong> Es ist wie ein Déjà-Vu: Ich war nie ganz weg und es kommt einem noch alles vertraut vor. Aber ich bin nicht auf den gleichen Platz zurückgekommen und habe eine veränderte Unternehmenssituation vorgefunden. Die letzten eineinhalb Jahre habe ich mich intensiv mit dem internationalen Markt befasst und sehe viele Dinge jetzt mit anderen Augen. Für Themen, bei denen ich damals vielleicht etwas kritikloser war, finde ich jetzt Ansatzmöglichkeiten, die sich an Russland, Spanien oder England orientieren. Meine Aufgabe besteht darin, diese Ideen so zu adaptieren, dass sie für den deutschen Markt passen. Sicherlich ist Deutschland der größte Musicalmarkt, aber das heißt nich,t das wir automatisch alles Richtig machen. Unser Anspruch, immer perfekt zu sein, das Beste für unseren Gast zu geben und sich dafür jeden Tag selbst neu zu definieren, lässt sich einfacher umsetzen, wenn man zwischendurch „weg“ war.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wie kam es dazu, dass Sie Ihren „alten“ Job wieder angenommen haben?</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_675_3894">
<div class="style_2">
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Als ich mich im Sommer 2005 meiner neuen Aufgabe gewidmet habe, mich in Amsterdam um den internationalen Bereich zu kümmern, war es für die Mitarbeiter, die seit Jahren ein und dieselbe Führungsfigur hatten nicht leicht. Es war schwierig für ein Unternehmen, das wie unseres, so schnell gewachsen ist, einen Ersatz zu finden, der perfekt passte. Das hat leider nicht funktioniert, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte. Das kann man nicht an der Persönlichkeit festmachen – Jan-Pelgrom de Hass ist ein hervorragender Manager. Aber was ihm sicherlich gefehlt hat, ist das theaterspezifische Know-How, die unbedingte Liebe zum Theater, die man nur empfindet, wenn man dort selbst gearbeitet hat. Man kann zwar eine distanzierte Liebe zum Produkt Musical aufbauen, aber das ist etwas anderes als authentische Begeisterung, weil man jeden Abend gern im Theatersaal sitzt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Wenn der Geschäftsführer diese Leidenschaft nicht 100%ig verkörpert, kann man nicht erfolgreich sein. Da es für beide Seiten keine mittel- und langfristige Perspektive gab, war es ein ganz normaler Vorgang, sich zu trennen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Ihren Aufgabenbereich in Amsterdam haben Sie aber nicht delegiert, sondern sind auch weiterhin für die Commercial Affairs und International Production zuständig, oder?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Maik Klokow:</span></strong> Im Moment mache ich tatsächlich noch beide Jobs, aber das geht fast gar nicht, da das deutsche Geschäft 100 % operative Aufmerksamkeit erfordert. Jeden Morgen, wenn die aktuellen Zahlen auf meinem Tisch liegen, sind Reaktionen erforderlich. Meine Mitarbeiter wollen Entscheidungen und es gibt jeden Tag einen großen Entscheidungsstau, den ich abarbeite.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">„Nebenbei“ kümmere ich mich um den internationalen Bereich, d. h. Produktentwicklung, Lizenzgeschäfte und Aufbau neuer Produktionen in den verschiedenen Ländern, in denen die Stage Entertainment zurzeit aktiv ist.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Da diese Aufgabenteilung so nicht dauerhaft funktioniert, haben wir Mitte April den Vorstand erweitert und mit Erwin van Lambaart einen Kollegen aufgenommen, der die Geschäfte der Niederlande seit Jahren erfolgreich führt. Mit ihm, den anderen Board-Mitgliedern Bart van Schriek, Caspar Grewe und unserem neuen CEO Henk Kivits wird zurzeit eine neue Aufgabenverteilung erarbeitet, die im September stehen muss. Ich bin ja nicht nur als Ersatz wieder in Deutschland, sondern als mittel- und langfristige Option.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Bei diesen beiden zeit- und entscheidungsintensiven Positionen &#8211; kommen Sie da überhaupt noch zum Luftholen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Im Moment nicht. Bis Ende letzten Jahres hatte ich ein ziemlich normales Leben mit Freizeit, die ich mit meinen beiden Söhnen aus erster Ehe und meiner Lebensgefährtin verbringen konnte. Das hat sich deutlich geändert. Meine Arbeitswoche fängt montags morgens um 5.30 Uhr an, wenn ich nach Amsterdam fliege, um an wöchentlichen Board- und Abteilungsmeetings teilzunehmen. Zwischendurch telefoniert man mit der Welt – tagsüber mit Europa, nachts mit den USA und Australien. Mein Job ist mit sehr vielen Reisen verbunden. Ich komme im Regelfall nicht vor 22 Uhr aus dem Büro. Wenn man sich zudem anschaut, dass wir international ca. 40 Premieren pro Jahr haben und mindestens zwei Wochenenden auf Strategiemeetings und Präsentationen entfallen, kann man sich leicht ausrechnen dass nur noch zehn Wochenenden übrig bleiben, um aufzutanken.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Auch wenn man ein solches Pensum nur eine begrenzte Zeit schultern kann, ist das für mich kein Grund zu klagen. Denn das ist der Anspruch, den ich an mich habe: Das Management muss alles dafür tun, dass die Stage Entertainment erfolgreich ist. Das bedarf immer und jederzeit 100 % Aufmerksamkeit. So etwas kann man nur aushalten, wenn man alles mit der entsprechenden Leidenschaft lebt.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Die STELLA-Insolvenz ist jetzt fünf Jahre her. Gibt es Entscheidungen, die Sie bereut haben oder hätten Sie vielleicht das Ganze einen Gang langsamer angehen sollen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Nein, auf keinen Fall! Der größte Fehler, den ich gemacht habe, war das Potential von „Starlight Express“ zu unterschätzen. Da stand die Angst im Vordergrund, dass wir uns übernehmen könnten: ‚Was machen wir, wenn die Show nicht läuft? Wir können ja schlecht das Theater abreißen und die Mitarbeiter nach Hause schicken.’ Es hatte für mich zu wenig Zukunftsperspektive.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Aber diese Fehlentscheidung hat uns nicht geschadet. Im Gegenteil, für uns ist Konkurrenz wie „We Will Rock You“, „Starlight Express“ oder auch das Deutsche Theater in München gut. Wir brauchen den Austausch, um uns immer wieder vor Augen zu führen, wo wir hinwollen, nämlich die Besten zu sein.<br />
Was ich heute sicherlich anders machen würde, wäre, dass ich nicht so schnell zu Produktentscheidungen kommen würde. Den ersten Spielplan haben wir im Hauruck-Verfahren aufgestellt, weil wir uns haben drängen lassen, aus Sorge, dass unzählige Theater längere Zeit leer stehen würden. Heutzutage hätte ich einen Sechsmonats-Roll Out-Plan.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Die Stage Entertainment kündigt seit Jahren Eigenproduktionen an und bringt nun anstatt „Wind of Change“ „Ich war noch niemals in New York“ als erste Eigenproduktion. Woran liegt das?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Wir haben mit den „3 Musketieren“ in Berlin angefangen und machen jetzt mit „Ich war noch niemals in New York“ einen Riesenschritt voran. Trotzdem sind wir uns der Herausforderung und dem damit verbundenem Risiko bewusst. You’ll never know! Ich bin überzeugt von „Ich war noch niemals in New York“, es ist ein tolles Stück, auch der Zuspruch, den wir jetzt schon erfahren, ist gigantisch. Aber letztendlich entscheidet das Publikum. Trifft die Show den Zeitgeist? You’ll never know! Wichtig ist, dass die Geschichte die Show trägt. „Ich war noch niemals in New York“ ist keine Compilation-Show. Das wäre zu kurz geschossen. Auch ohne die Songs muss die Geschichte für die Zuschauer interessant sein. Mit Gabriel Barylli und Christian Struppeck haben wir ein Team gefunden, das sich sehr gut ergänzt. Auch für das Genre Musical in Deutschland hoffe ich sehr, dass es klappt. Es wäre ein Meilenstein. Und mit „Der Schuh des Manitu“ und „Die unendliche Geschichte“ haben wir zwei weitere großartige Eigenproduktionen in Arbeit.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Bei „Wind of Change“ haben wir bisher vier Bücher bekommen und keins hat wirklich gepasst. Wir werden das Stück aufführen, keine Frage. Aber erst, wenn wir eine Geschichte gefunden haben, die wir auch wirklich erzählen wollen. Ich habe einmal den Fehler gemacht, zu sagen, „Wind of Change“ kommt in 18 Monaten. Das mache ich ein kein zweites Mal. Ein Stück dauert so lange wie es dauert und wenn es 20 Jahre sind. Man darf bei der Geschichte und den Kreativen keinen Kompromiss eingehen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Wie wichtig sind Hit-Produktionen vom Broadway oder West End für den Standort Deutschland?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Sehr wichtig, aber hierbei darf man die Historie nicht außer Acht lassen. Da wir aufgrund der kurzen Erfahrung des Genres Musical in unserem Land noch nicht in der Lage sind, uns selbst zu versorgen, hängen wir am Transfusionsschlauch vom Broadway und West End. Es ist unglaublich schwer, Autoren und Komponisten zu finden, die auf Broadway-Niveau produzieren. Vieles von dem, was wir angeboten bekommen, ist einfach katastrophal, weil es sich die Schöpfer zu einfach machen und die Komplexität des Musicals unterschätzen. Wir sind aber seit Jahren dabei, uns einen Pool an Kreativen aufzubauen, der nach und nach das gewünschte Niveau bekommt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Wir brauchen Produktionen wie „Wicked“ und wollen die hier zeigen, auch wenn sie unsere eigene Kultur nicht widerspiegeln. Nur alle fünf Jahre gibt es so einen Hit – „König der Löwen“, „Mamma Mia!“ und jetzt „Wicked“, auch wenn das nicht so schnell um die Welt gegangen ist, weil es eine sehr spezielle Geschichte hat.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Aber es gibt auch viele Produktionen, die wir machen möchten und nicht dürfen. „The Producers“ ist so ein Beispiel. Alle Welt denkt, wir hätten die Lizenz, aber Mel Brooks möchte einer Aufführung in Deutschland im Moment nicht zustimmen. Wir würden dieses Stück sehr gern mit den Vereinigten Bühnen Wien co-produzieren, denn diese Show muss einfach nach Europa kommen! Wäre sie ein Erfolg bei uns? Vermutlich nicht, aber das ist in diesem Fall zweitrangig.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>„Wicked“ am Standort Stuttgart und die dritte „Mamma Mia!“-Produktion in Essen scheinen rein wirtschaftliche Entscheidungen zu sein…</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Maik Klokow:</span> </strong>„Mamma Mia!“ in Essen ist zunächst einmal nicht die dritte Produktion, sondern die erste nach Hamburg und Stuttgart, die beide im September schließen werden. Danach ist Essen erstmal der einzige Standort, bis wir am 21. Oktober in Berlin im Theater am Potsdamer Platz eine weitere Produktion aufmachen. Bisher haben wir die Produktion im Süden und Norden, ab Herbst dann in Ost und West.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">„Wicked“ ist keine wirtschaftliche Entscheidung, sondern eine strategische. Es ist eine Verbeugung vor dem Stuttgarter Publikum. Jeder Produzent möchte mit seinen Shows nach Hamburg, aber wir meinen, mit Stuttgart ein Pendant zu Hamburg zu haben, es hat das gleiche Einzugsgebiet, den gleichen Durchschnittspreis und die Menschen dort lieben Musicals. Wir haben in Stuttgart große Erfolge gefeiert, auch wenn nicht alles erfolgreich war. Aber wenn man sich die Alternativen Berlin, Essen, Oberhausen ansieht, war es keine Frage, dass eine solche Blockbuster-Produktion nicht nach Essen oder Oberhausen kommt. Und Berlin ist noch nicht reif für eine Deutschlandpremiere dieser Größenordnung. Der Berliner Markt ist ein zu entwickelnder Markt, der sich zwar nach und nach angleicht, aber immer noch liegen die Durchschnittspreise 20 Euro unter den von Hamburg und Stuttgart. Wenn man sich dann überlegt, dass man ca. 750.000 Besucher im ersten Jahr braucht, um die Produktionskosten einzuspielen, ist bei einer Differenz von 20 Euro pro Ticket klar, über welche Summen wir hier reden und dass Berlin das noch nicht tragen kann. Wir entwickeln uns langsam dahin und ich möchte nicht ausschließen, dass es im kommenden Jahr eine Weltpremiere in Berlin geben wird, aber dieses Jahr klappt das noch nicht.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">„Wicked“ passt noch aus einem weiteren Grund sehr gut nach Stuttgart. Das Stück hat einen ähnlichen Kultcharakter wie „Tanz der Vampire“ und das lief in Stuttgart hervorragend. Es hat vom Potential her sehr viel gemeinsam mit „Tanz der Vampire“, außerdem hat es – auch wenn Geld nicht alles ist &#8211; mehr eingespielt als „Der König der Löwen“, die Vorverkaufsrekorde in New York und London gesprengt und ist dabei künstlerisch eine sehr anspruchsvolle Produktion. Ich habe noch nie so viele Künstler gesehen, die bei einem Stück mitspielen wollten. Elphaba und Glinda sind unglaublich tolle Rollen. Die beiden Künstlerinnen, die wir für diese Rollen engagiert haben, sind sicherlich für viele eine große Überraschung, da viele andere Kolleginnen auf dem Zettel hatten. Aber diese Rollen können nur sehr wenige singen und noch weniger spielen.<br />
All das hat dazu geführt, dass wir glauben, dass Stuttgart diese Show tragen kann. Wissen wir, ob es klappt? In unserem Geschäft gibt es nur eine Wahrheit: You’ll never know – and nobody knows! Erst wenn das Publikum die Show gesehen hat, weiß man, ob es klappt oder nicht.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Das Stück ist großartig und sehr erfolgreich im Ausland, keine Frage. Aber ist der Standort Stuttgart wirklich mit Hamburg im Hinblick auf Bustourismus o. ä. vergleichbar? Zudem sieht man in Norddeutschland bisher werbetechnisch kaum etwas von Ihrem neuesten Import.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Der Bustourismus ist ein Märchen. Das Busgeschäft ist seit über 15 Jahren rückläufig und macht einen Anteil von 10 % aus. 90 % wegzuargumentieren, damit man sich auf diese 10 % konzentrieren kann, ist Quatsch. Die einzige Ausnahme ist „Der König der Löwen“, der auch nach sechs Jahren noch von Zuschauern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum lebt. Aber die Mehrzahl der Besucher unserer anderen Shows sind Individualreisende.<br />
Dass wir zurzeit noch keine nationale Werbung für „Wicked“ machen, liegt daran, dass der Effekt jetzt verpuffen würde. Im Internet und auf der „Best of Musical“-Gala, die in ganz Deutschland zu sehen war, zeigen wir die Show. D. h. die Fans, der Inner Circle, wissen sowieso schon Bescheid. Das Internet wird für diesen Bereich immer wichtiger. Die Fans machen natürlich keine 90 % aus, daher werden wir die Mehrheit der Zuschauer nach dem Sommer abholen. Die Premiere ist ja erst am 15. November. Die Kampagne, die wir im September starten, hat durchaus nationalen Charakter, denn wir wollen das Stück auf jeden Fall bundesweit positionieren.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Was antworten Sie Kritikern, die Ihrem Unternehmen die Kreativität und Theater- bzw. Musicalleidenschaft absprechen und Sie, auch und gerade im Zusammenhang mit „Mamma Mia!“, nur noch als Gelddruckmaschine bezeichnen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Bei vielen von diesen Kritikern herrscht eine große Unwissenheit. Die sehen nur drei Mal „Mamma Mia!“, den „König der Löwen“ und mit Zürich bald zwei Mal „Dirty Dancing“ und denken, dass wir nichts anderes als Geld im Sinn haben. Ich kann das nachvollziehen und natürlich ist es auch so, dass wir Geld verdienen müssen, wir bekommen ja keine Subventionen.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Dass wir aber mit „Titanic“ und „Tanz der Vampire“ in der Neuen Flora und „42nd Street“ in Stuttgart unglaublich viel Geld verloren haben, sieht keiner. Wirtschaftlich und sachlich korrekt durchdringt kein Außenstehender diese Materie und am Ende interessiert es auch keinen wirklich, dass wir mit den beiden großen Flops jeweils ca. 20 Mio. Euro verloren haben. Oberflächlichkeit ist ja so viel einfacher und bequemer.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Bis „Mamma Mia!“ in Essen profitabel ist, dauert es zwei Jahre. Das kann sich keiner vorstellen. Unsere Produktionen kosten sehr viel Geld und damit meine ich nicht nur die reinen Produktionskosten; wir haben als seriöses, langfristig ausgerichtetes Unternehmen ein strategisches Interesse daran, Künstler auszubilden, Musiker zu fördern und den Neuproduktionsbereich auszubauen. Die Flexibilisierung von Spielplänen – müssen wir überall acht Mal pro Woche spielen? – und unterschiedliche Preisstrategien – die „Blue Man Group“ hat zwei Preise, „Der König der Löwen“ acht – all das kostet auch Geld. Wir versuchen seit einiger Zeit, die Preise insgesamt zu senken, aber draußen sieht man nur, dass die Preise in den niedrigen Preiskategorien angehoben wurden. Tatsächlich spricht aber niemand darüber, dass die „Blue Man Group“ die niedrigsten Preise überhaupt hat und im Sommer gehen wir damit noch mal herunter. Es geht uns nicht darum, möglichst viel zu verdienen, sondern eine gesunde Balance zwischen Kosten und Einnahmen herzustellen. Durch niedrigere Preise erreichen wir eine höhere Auslastung und damit trotzdem unsere finanziellen Ziele. Das versuchen wir jetzt nach und nach in allen Häusern umzusetzen.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Nach der Trennung vom „Quatsch Comedy Club“ und der Schließung des Kehrwieder Theaters sieht es so aus als würde wieder das Kerngeschäft im Mittelpunkt stehen. Geht die Stage Entertainment ‚back to the roots’?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Ja, aber das liegt sicherlich auch daran, dass wir viele Sachen ausprobiert haben. Einige Sachen haben sehr gut funktioniert, andere weniger. Das Ausprobieren fing aber an, dem Kerngeschäft zu schaden und da musste man sofort die Notbremse ziehen, dafür ist das Hauptgeschäft viel zu wichtig.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Was ist Ihnen an Ihrem Job besonders wichtig?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Maik Klokow:</span> </strong>Die Freiheit, Dinge anders zu machen. Nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu sein, sondern frei zu gestalten, natürlich mit dem Feedback des Eigners Joop van den Ende. Ich versuche das mit meinem Team gemeinsam zu machen. Es macht mir sehr viel Spaß, mal darüber zu diskutieren, wie wir die Preise senken können und nicht erhöhen… Oder zu sagen, warum müssen wir immer achtmal pro Woche spielen, warum muss montags immer frei sein? Auszuprobieren, ob etwas Neues geht, das ist es, was ich an meinem Job liebe. Ich habe einen großen Gestaltungsspielraum, der bei mir eine große Leidenschaft weckt. Wichtig ist mir, auch Dinge machen zu können, die kein Geld bringen: „Pinkelstadt“ oder „De La Guarda“ waren für mich eine große Freude. Die „Blue Man Group“ hingegen war ein großes Risiko, aber es hat geklappt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Was mich nervt und herunterzieht ist, wenn wir uns nur noch mit uns selbst beschäftigen. Mich interessiert am Ende, was das Publikum will und nicht interne Strukturen und Hierarchien. Das ist der Nachteil, wenn man so groß ist. Wir haben 2500 Mitarbeiter, die einen jährlichen Umsatz von 330 Mio. Euro erwirtschaften. Wir sind alle alte Theaterhasen. Meistens ist das von Vorteil, manchmal auch ein Nachteil, weil wir zu sehr in unserer Sichtweise gefangen sind. Aber für alle gilt, dass wir so wenig Energie wie möglich an uns selbst verschwenden, sondern dass wir für unseren Gast da sind, um ihm mehr Freude zu bereiten. Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiter.</p>
<p>Mir ist wichtig, dass wir jeden Abend 400-500 Darsteller auf den Bühnen haben, die nichts anderes machen als dem Publikum den besten Abend seines Lebens zu bereiten. Zu honorieren, was diese Menschen auf der Bühne, im Orchester, backstage oder im Vorderhaus leisten, ist mir eine Herzensangelegenheit. Das wird viel zu wenig gewürdigt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Das klingt immer so, als würde ich die Kollegen vorschieben wollen. Nein, das ist meine ehrliche Meinung. Wir als Produzenten schaffen nur die Plattform und die Rahmenbedingungen, um das möglich zu machen. Ich kann weder singen noch tanzen, wahrscheinlich kann ich noch nicht einmal Menschen gut unterhalten. Die Würdigung der Künstler ist das Entscheidende an meinem Job.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Seit Jahren scheinen Sie nur noch für die Stage Entertainment zu leben. Gibt es noch einen privaten Maik Klokow mit Hobbies außerhalb der Theaterwelt?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Auf jeden Fall. Ich habe sehr viele Hobbies, die ich aber leider gerade vernachlässige. Am wichtigsten sind natürlich meine Kinder Felix und Franz – zwei wahnsinnig intelligente Jungs und die schönsten Kinder der Welt. Wenn ich die beiden sehe und mit ihnen und meiner Lebensgefährtin etwas unternehme, brauche ich keinen Urlaub, Da geht mir einfach das Herz auf.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Darüber hinaus bin ich leidenschaftlicher Zigarren- und Weinsammler. Überall, wo ich auf der Welt herumkomme, kaufe ich ein und fröne diesem Hobby. Wenn ich Zeit habe, male ich sehr gern – aber nur für mich und nicht für die Öffentlichkeit. Und ich interessiere mich sehr für Politik, lese gern und viel, um mich weiterzubilden. Geistiger Stillstand ist für mich undenkbar.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Gewähren Sie uns einen Ausblick in die Zukunft. Werden Stücke wie „Spamalot”, “Mary Poppins” oder “Tarzan” in absehbarer Zeit in Deutschland zu sehen sein?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Maik Klokow:</strong> </span>Ich persönlich bin ein großer Fan von „Spamalot“, „Wicked“, und „Mary Poppins“. „Tarzan“ haben wir in den Niederlanden schon gemacht und es wird auch nach Deutschland kommen. Aber nicht, bevor es in Scheveningen seinen erfolgreichen Run hinter sich hat.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">„Spamalot“ wollen wir unbedingt machen, aber in unserer eigenen Interpretation. Etwas Ähnliches haben wir mit „Pinkelstadt“ bereits gemacht. Mir nützt es nichts, wenn ich ein englischsprachiges und sehr auf den englischen Humor abgestelltes Stück in Deutschland präsentiere. Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Wir brauchen eine Note des deutschen Humors in der Adaption und wenn das für die Songs, Texte und Dialoge nicht gestattet ist, habe ich kein Interesse.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">„Mary Poppins“ ist ein zauberhaftes Stück. Am Broadway gefällt es mir noch besser als in London, da dort das klassische Bild des liebenswerten Kindermädchens noch mehr herausgearbeitet wurde. Aber die Show ist kein Stück für Deutschland. Es ist ein klassisches Kinderstück, aber man kann ja nicht nur Kinder ins Theater holen, dafür ist die Produktion viel zu aufwendig und damit zu teuer.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Auch „Billy Elliot“ werden wir zeigen, fragt sich nur wann. Der Film ist auch in Deutschland wahrgenommen worden, die Geschichte ist einfach herzzerreißend. Natürlich ist sie mit Maggie Thatcher ein bisschen zu englisch, aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt im gesamten Stück. Der Rest ist so generalistisch, dass es in jedem Land spielen könnte. Die Show berührt schon sehr und ich mag auch die Musik von Elton John, gerade weil es nicht so ein Einheitsbrei ist.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Aber das schönste Stück, was ich in den letzten fünf Jahren gesehen habe, ist „Spring Awakening“. Es hat den tiefsten Eindruck mit der überraschendsten künstlerischen Interpretation hinterlassen. Die Schönheit des Stücks liegt in der Simplifizierung der Ausstattung und der Integration des Publikums. Die alte Sprache in den neuen Songs, die allesamt großartig arrangiert sind. Dafür lohnt es sich, nach New York zu fliegen. Ich weiß nicht, ob es hier in Deutschland funktioniert, aber es gibt Stücke, die muss man einfach machen!</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wir danken Ihnen sehr herzlich für die Zeit und den spannenden Einblick in Ihren Arbeitsalltag.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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