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	<title>Rent-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Rent-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Viva la vie Bohème!</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2025 08:34:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird. Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/viva-la-vie-boheme/">Viva la vie Bohème!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3725 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf Kosten Ärmerer bereichern&#8230;<br />
Liegen diese Sorgen und Differenzen wirklich hinter uns? Sicherlich ist vieles besser geworden: Eine HIV-Infektion kann inzwischen behandelt werden, Homosexuelle haben deutlich mehr Rechte (wenn auch bei weitem immer noch nicht dieselben wie Heterosexuelle), weiterhin braucht es und gibt es medienwirksame Proteste gegen verschiedenste Themen, Miethaie und Wohnungsnot sind auch heute (wieder) allgegenwärtig&#8230;</p>
<p>Jonathan Larson hat mit &#8222;Rent&#8220; große Teile seiner eigenen Lebenswirklichkeit auf die Bühne gebracht. Die Charaktere sind so verschieden und so besonders, haben alle ihre (sehr nachvollziehbaren) Probleme und sind gleichzeitig so nahbar und sympathisch. Sie könnten unser aller Nachbarn sein, oder?</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3727 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie üblich, hat man sich für die Hauptrollen wieder Musicalprofis als Gäste ans Haus geholt. Ruud van Overdijk ist in Lüneburg kein Unbekannter, überzeugte er doch schon als Judas bei der <a href="https://www.musicals-online.com/der-gelungene-1-akt-geraet-schnell-in-vergessenheit/">2022er Inszenierung von &#8222;Jesus Christ Superstar&#8220;</a>. Bei &#8222;Rent&#8220; konnte er auch seine zweite Leidenschaft &#8211; das Regieführen &#8211; unter Beweis stellen und liefert hier gemeinsam mit Friedrich von Mansberg eine gelungenes Gesamtbild ab. Als Roger darf van Overdijk starke und verletzliche Momente durchleben &#8211; die sanfteren Töne liegen ihm tatsächlich ein klein wenig mehr als die rockigen, bei denen sich seine Stimme ab und an fast überschlägt. Rogers Kumpel Mark wir von Lukas Witzel mit viel Energie dargestellt. Er bedient die geforderte Bandbreite aus Sorgen (um die Freunde und das eigene Vorankommen), Sarkasmus, gebrochenem Herzen und Naivität sehr gut. Der &#8222;Tango Maureen&#8220; macht auch in dieser gelungenen Fassung nicht zuletzt wegen Witzels sehr guter Mimik viel Spaß.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3729 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Anna Langner (in dieser Spielzeit auch als <a href="https://www.musicals-online.com/grosse-oper-im-stadttheater/">Meg Giry in &#8222;Love Never Dies&#8220;</a> zu sehen) verdreht als Mimi nicht nur Roger den Kopf. Sie hat eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung &#8211; da stört es wenig, dass sie stimmlich nicht zu 100% überzeugen kann. Ähnlich sieht es aus bei Sjoerd Knol, der als Tom Collins unglaublich gefühlvoll agiert. Sein voluminöser Bariton könnte deutlich öfter zu Gehör kommen, denn er trifft die Töne perfekt, doch er gewinnt die Sympathien der Zuschauer durch seine Empathie und seine unerschütterliche Liebe zu Angel.</p>
<p>Soufjan Ibrahim schlüpft in die zugegebenermaßen sehr dankbare Rolle von Angel. Als Drag Queen muss er zum einen sehr expressiv agieren (was ihm herausragend gelingt), andererseits aber auch sehr sehr sanft im Zusammenspiel mit Tom Collins, in der Selbsthilfegruppe oder wenn es auf Angels Tod zugeht. Dass er als Drag Queen stark an Bill Kaulitz erinnert, ist sicherlich gewollt und passt perfekt. Ibrahim hinterlässt mit seiner Darbietung einen bleibenden Eindruck im positivsten aller Sinne!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3726 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch die &#8222;Drama Queen&#8220; Maureen und ihre On-Off-Freundin Joanne. Alexandra Nikolina ist eine starke, freche Maureen. Ihre Performance &#8222;Over the Moon&#8220; orientiert sich sehr an der Broadway-Version, was einige Zuschauer in der dargebotenen Intensität durchaus fordert. Terja Diava gibt Maureens zwischen Liebe und Pflichtbewusstsein hin- und hergerissene Freundin Joanne mit viel Energie. Ihre warme soulig-rockige Stimmfarbe ist beeindruckend. Es macht Spaß diesen beiden Energiebündeln bei ihren Auseinandersetzungen zuzuschauen.</p>
<p>Nicht vergessen darf man natürlich den &#8222;Bösewicht&#8220;, Benny, gespielt von Sascha Littig, der in Lüneburg seit Jahren fest zum Gäste-Pool gehört. Er gibt den überheblichen, rücksichtslosen Miethai sehr überzeugend, kann aber auch als Unterstützer von Mimi durchaus Pluspunkte machen.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist ein Rock-Musical. Es lebt von Drums, E-Gitarre und musikalischer Kraft. Leider wurde die Band hinter einer offenbar sehr dicken Plexiglaswand im hinteren Teil der Bühne verbannt, so dass im Saal nur ein Bruchteil dessen ankommt, was diese Show zu transportieren im Stand ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz des akustischen &#8222;Wegsperrens&#8220; der Musiker, nicht gelingt, Gesang und Musik zu auszusteuern, dass man die Darsteller:innen verstehen kann. Allzuoft geht der Gesang im musikalischen Wattesound unter. Leider ist aber auch dieses Phänomen in Lüneburg nicht neu und schon in früheren Jahren mehrfach negativ aufgefallen.</p>
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<p>Die Show ist durchgehend wirklich sehr treffend inszeniert. Der Titelsong wird auf sich bewegenden Tischen dargeboten, was der Intensität des Stücks sehr gut Rechnung trägt. Auch das Ensemble zeigt hier eine sehr gute Energie. Auch &#8222;La vie Bohème&#8220; ist kreativ umgesetzt ohne überladen zu sein. Die Choreographien (Marta di Giulio) sind treffsicher und passen perfekt zum Song. Auch der Contemporary von Collins und Angel nach deren Tod ist absolut gelungen. Ein wundervoller Einfall, der perfekt von den beiden Künstlern getanzt wird.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist und bleibt thematisch hochaktuell. In Lüneburg wurde das Stück mit viel Gespür für die richtigen Aussagen auf die Bühne gebracht und von sehr gut gewählten Darsteller:innen zum Leben erweckt. Der Wunsch nach einer ebenso gelungenen akustischen Aussteuerung bleibt zwar einmal mehr unerfüllt, aber dennoch ist &#8222;Rent&#8220; sehens- und empfehlenswert.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">8</span><span class="Bold">. November 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong>Lukas Witzel, Ruud van Overdijk, Anna Langner, Alexandra Nikolina, Terja Diava, Sjoerd Knoll, Soufjan Ibrahim, Sascha Littig</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik:</strong> Friedrich von Mansberg &amp; Ruud van Overdijk / Jonathan Larson<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></span></p>
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</div>
</div>
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		<item>
		<title>Rent im Autokino &#8211; der Versuch, Corona die Stirn zu bieten</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/rent-im-autokino-der-versuch-corona-die-stirn-zu-bieten/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2020 07:24:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was soll man machen, wenn aufgrund strenger Abstands- und Hygienemaßnahmen jegliche Form des Indoor-Theaters bis auf weiteres untersagt sind? Das TfN, Theater für Niedersachsen, gehörte zu den ersten, die ihre Musicalproduktion „kurzerhand“ an die frische Luft setzten: Anstatt der für April geplanten Premiere im Stadttheater Hildesheim feierte „Rent“ am 29. Mai in einer konzertanten Fassung ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll man machen, wenn aufgrund strenger Abstands- und Hygienemaßnahmen jegliche Form des Indoor-Theaters bis auf weiteres untersagt sind? Das TfN, Theater für Niedersachsen, gehörte zu den ersten, die ihre Musicalproduktion „kurzerhand“ an die frische Luft setzten: Anstatt der für April geplanten Premiere im Stadttheater Hildesheim feierte „Rent“ am 29. Mai in einer konzertanten Fassung seine Open Air Premiere.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2942 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/006_RENT_Osenberg_Soller_tbehind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Warum auch nicht? Denn auch die allererste Fassung, die von „Rent“ jemals gezeigt wurde, war konzertant. Was folgte, war eine beispiellose Erfolgsgeschichte. „Rent“ traf den Nerv der Zeit. Jonathan Larsons Songs und die herausragenden Darsteller machten „Rent“ innerhalb kürzester Zeit zu einer der anerkanntesten Shows weltweit. „Rent“ ist kein Gute-Laune-Musical, „Rent“ hat eine Botschaft. Es geht um Leben mit AIDS, den Kampf gegen Vorurteile, um bedingungslose Freundschaft und Liebe in all ihren wunderbaren Spielarten.</p>
<p>Craig Simmons musste in kurzer Zeit von seiner geplanten Bühnen-Inszenierung auf die Regie von zehn Darstellern umschwenken, die sich zu keinem Zeitpunkt auch nur berühren durften. So schrieben es die Corona-Spielregeln vor. Doch „Rent“ ist inhaltlich und musikalisch so kraftvoll, dass dies problemlos gelingen kann.</p>
<p>Die fünfköpfige Live-Band unter der Leitung von Andreas Unsicker ließ schon bei der Einfahrt ins Areal direkt aufhorchen.</p>
<p>Das man als Zuschauer seinen Wagen nicht verlassen durfte, der Sound aus dem eigenen Autoradio kam (was natürlich maßgeblichen Einfluss auf die Klangqualität hat) und man anstatt zu applaudieren, die Lichthupe betätigte, ist gewöhnungsbedürftig. Doch dank der Videoprojektion hatte man von allen Parkplätzen einen guten Blick auf das Geschehen und verpasste nichts.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2945 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/153_RENT_Koestner_Katzer_tbehind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Leider war am Premierenabend Alexander Prosek, der den Tom Collins spielen sollte, kurzfristig erkrankt, so dass es für das Team noch eine weitere Herausforderung zu stemmen galt. Doch mit vereinten Kräften übernahmen die verbliebenen Künstler Proseks Part und man vermisste kaum etwas.</p>
<p>Bei hochsommerlichen Temperaturen in Winterkleidung in der prallen Sonne zu stehen, ist sicherlich etwas, auf dass die Darsteller gut hätten verzichten können. Doch sie ließen sich diese zusätzlichen Strapazen während der 90 Minuten (es wurde ohne Pause durchgespielt) nicht anmerken.</p>
<p>Nicolo Soller hatte als Roger die komplette emotionale Bandbreite von gefühlvoll-verliebt bis hin zu verletzt-aggressiv zu bedienen. Ihm gelang dieser Spagat über weite Strecken sehr glaubhaft. Als Mimi war Sandra Pangl zu erleben. Sie legte die Rolle ungewöhnlich ernst an, was der Figur an sich aber nicht schadete. Es fiel auf, dass sie in Duetten – insbesondere mit Johannes Osenberg alias Mark – deutlich selbstbewusster war als in ihren Soloparts.</p>
<p>Osenberg war ein sympathischer „Erzähler“, auch wenn er einige Einsätze verpasste und nicht alle Texte saßen. Dennoch kann man sich gut vorstellen, dass er die Rolle von Mark auf einer kompakteren Bühne überzeugend hätte ausfüllen können.</p>
<p>Maureen und Joanne (Charlotte Katzer und Elisabeth Köstner) blieben in dieser Inszenierung leider etwas blass, obwohl sie optisch und auch spielerisch durchaus zu überzeugen wussten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2940 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/08/020_RENT_Pangl_Soller_tbehind.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch Benny und Angel, um die Riege der Protagonisten zu komplettieren: Während Gerald Michel noch keine Verbindung zu seinem Charakter Benny gefunden zu haben schien (er konnte weder gesanglich noch schauspielerisch überzeugen), bestach Nico Went nicht nur optisch (tolle Kostüme!), sondern verlieh Angel durch seine tiefe Stimme einen seriösen Touch, der sehr gefiel.</p>
<p>Man vermag sich kaum vorzustellen, wie es für Darsteller sein muss, kein direktes akustisches Feedback für die eigene Leistung zu bekommen. Spätestens bei „Werd ich ohne Würde sein?“ möchte man als Zuschauer, ob der herausragenden Choreinstudierung, eigentlich klatschend, pfeifend und johlend ausrasten. Die Lichthupe kann dieser Begeisterung kaum den richtigen Nachdruck verleihen…</p>
<p>Die Idee, dem Publikum (und auch den Darstellern) das Erlebnis Musical in einem Autokino zu präsentieren, kann im Nachgang nur als sehr gut gewertet werden. Dass es an der Umsetzung beim vorliegenden Stück noch ein paar Optimierungen gab und man sich an die doch deutlich andere Atmosphäre erst noch gewöhnen muss, soll niemanden davon abhalten, weiter nach Lösungen für die aktuelle Situation zu suchen.</p>
<p>Musical-Konzerte, Best-Of-Shows, Revuen o.ä. kann ich mir unter den genannten Bedingungen sehr gut vorstellen. Komplette Stücke (mit mehreren Darstellern und einer entsprechend komplexen Handlung) sind in einem Autokino sicherlich auch weiterhin eher etwas schwieriger umzusetzen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3" style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> TfN, Autokino Hildesheim</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Nicolo Soller, Johannes Osenberg, Gerald Michel, Elisabeth Köstner, Nico Went, Sandra Pangl, Charlotte Katzer</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Craig Simmons / Jonathan Larson<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater für Niedersachsen<br />
</span></p>
</div>
</div>
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		<title>Sebastian Rousseau: Das deutsche Publikum ist bereit für Off-Musicals!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/sebastian-rousseau-das-deutsche-publikum-ist-bereit-fuer-off-musicals/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jan 2014 13:19:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews mit Kreativen]]></category>
		<category><![CDATA[Gruenspan]]></category>
		<category><![CDATA[Rent]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Rousseau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michaela Flint: Wie kam es zu der Idee, eine Off-Szene in Hamburg ins Leben zu rufen? Sebastian Rousseau: Schon bevor ich 2012 nach Berlin ging, um dort zum ersten Mal Angel in „Rent“ zu spielen. wollte ich eine eigene Produktion machen. Etwas kleines, feines. Die Idee war immer präsent, aber irgendwie hatte es sich nie ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_3 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_400_373">
<div class="style_2">
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Wie kam es zu der Idee, eine Off-Szene in Hamburg ins Leben zu rufen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span></strong> Schon bevor ich 2012 nach Berlin ging, um dort zum ersten Mal Angel in „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rent_2013.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1243">Rent</a></span>“ zu spielen. wollte ich eine eigene Produktion machen. Etwas kleines, feines. Die Idee war immer präsent, aber irgendwie hatte es sich nie ergeben, der Zeitpunkt war einfach noch nicht gekommen. Als ich aus Berlin zurückkam, war für mich klar, dass wir „Rent“ auf eine Hamburger Bühne bringen würden. Dann spielte das Schicksal auch noch mit und alles ging irgendwie von selbst.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Es gab schon einige Versuche, eine Off-Szene in Deutschland zu etablieren – leider ohne Erfolg. War der Standort Hamburg klar, weil es eben <span class="style_4">der</span> Musicalstandort in Deutschland ist?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span> </strong>Stimmt, bisher hat es in Deutschland noch nicht funktioniert. Aber ich glaube einfach auch, dass die Zeit noch nicht reif war. Es mag auch an der nicht ganz gelungenen Stückauswahl gelegen haben. Für mich war es eine bewusste Entscheidung, das hier in Hamburg zu machen. Ausgelöst wurde das Ganze durch Anthony Kent, Korrepetitor beim „König der Löwen“, der während meiner Ausbildung mein Dozent für Musicalgeschichte war.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Er hat sich damals schon darüber gewundert, dass es hier in Deutschland nur Glamour- und Disneymusicals gibt. Dabei gibt es in Amerika so viele verschiedene Stilrichtungen und Verzweigungen im Musicalbereich. Er hat dies immer sehr bedauert.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Da Hamburg als drittgrößter Musicalstandort nach New York und London beworben wird, habe ich mich gefragt, was die beiden Städte haben, was Hamburg nicht hat und das ist ein Off-Bereich, in dem Shows gezeigt werden, in denen es  eben nicht um ein Happy End geht oder wo sich Darsteller nicht als Affen oder Kätzchen verkleiden, sondern echte Menschen auf der Bühne stehen, die eine Geschichte zu erzählen haben. So kam das Ganze ins Rollen.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Hamburg hat einen lange gewachsenen Musicalmarkt und viele Touristen – wo sonst, wenn nicht hier? Es ist zwar sicherlich nichts für die Bustouristen, die die seichte Unterhaltung suchen. Dennoch ist es eine Koexistenz – wir als Off-Szene können nicht ohne die On-Szene existieren und ich hoffe, dass es irgendwann so kommt, dass es auch andersherum so ist. Daran wollen wir jetzt arbeiten.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Wieso haben Sie sich gerade für „Rent“ entschieden?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau: </span></strong>Meine Kollegen (von Avenue A Productions, Anm. d. Red.) und ich haben das gemeinsam entschieden. Vor genau einem Jahr haben wir mit befreundeten Darsteller-Kollegen hier einen kleinen Workshop gemacht. Wir haben ganz blank und pur, nur von einer Gitarre begleitet, ein paar „Rent“-Songs gesungen. Es war ein ganz toller Abend. Nach diesem Abend hatten wir auch das Gruenspan-Team voll überzeugt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Für mich persönlich gab es ohnehin keine andere Alternative. „Rent“ ist keine Show, die für jedermann gemacht ist. Das Stück ist schon sehr speziell. Einige finden es toll, andere eher anstrengend, u. a. auch wegen der Musik. Das deutsche Publikum ist es nicht gewohnt, dass man aufpassen muss, um die Geschichte zu verstehen. Wir erklären eben nicht alles dreimal. „Rent“ ist Theater, wo man aufmerksam sein soll und zuhören muss.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Warum haben Sie sich das Gruenspan, einen anerkannten Rockclub, als Spielstätte ausgesucht?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span></strong> Das ist eine ganz witzige Geschichte. Wir haben bei Urs Affolter, dem Regisseur, am Kaffeetisch eine Liste geschrieben, welche Locations in Hamburg für unsere Produktion in Betracht kommen. Zufällig stand das Gruenspan ganz oben. Das war dann auch die erste Location, die ich angerufen habe. Erstmal waren sie natürlich nicht so begeistert, weil das Gruenspan ja ein Rockclub ist. Einen Tag später waren wir hier zur Besichtigung und wussten sofort, dass wir uns nichts anderes mehr anschauen brauchen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Ist es denn geplant, das Gruenspan als dauerhafte Spielstätte für Off-Musicals zu etablieren?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span> </strong>Geplant ist auf dem Papier ganz viel, aber bisher steht nichts fest. Ich würde es auf keinen Fall ausschließen, da das Gruenspan einfach ein ganz toller Laden ist.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Wie lief der Produktionsprozess ab? Wir haben Sie Ihr Ensemble gefunden?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span></strong> Wir haben die Rollen ganz normal ausgeschrieben und es haben sich über 400 Kollegen beworben. Wir waren echt beeindruckt. Aber wir haben jede Bewerbung in Ruhe gesichtet. Wir wollten keine Massenaudition machen, bei der 150 Darsteller im Schnellverfahren angesehen und beurteilt werden. Als Darsteller erlebe ich das ja immer wieder. Man agiert wie ein Roboter, läuft durch diese Maschinerie und für Dich als Menschen interessiert sich da niemand wirklich.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Wir haben uns ausführlich über alle Darsteller informiert und in einer ersten Castingwoche ca. 100 Kolleginnen und Kollegen eingeladen. In der zweiten und dritten Runde haben wir dann viel mit den Bewerbern geredet, da es uns sehr wichtig war, dass jeder weiß, worauf er sich einlässt. „Off“ bedeutet eben auch, dass es hier kalt ist, dass es keine Einzelgarderoben gibt und dass man auch mal ein Kostümteil zum Waschen mit nach Haus nimmt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Um solch ein Projekt zu verwirklichen, braucht man einfach Menschen, die da Lust zu haben und mit uns an einem Strang ziehen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Sie haben viele Rollen doppelt besetzt&#8230;</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span> </strong>Der Hauptgedanke dahinter war, dass wir den Darstellern gerade nicht soviel Gage zahlen können, dass sie davon leben können, Deshalb war es uns wichtig, dass sie auch andere Engagements annehmen können, mit denen sie dann ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das war natürlich ein riesiges Planungsgeflecht und Organisationschaos, aber wir haben es inzwischen sehr gut im Griff.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Sie haben als Teil des Produktionsteams und Darsteller mehrere Hüte auf – war das eine besondere Herausforderung für Sie?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span></strong> Ich hatte da ganz ganz großen Respekt vor. Wir haben auch intern sehr viel darüber gesprochen. Während der Proben war es sehr anstrengend, weil ich nach den Proben immer noch die Aufgaben erledigt habe, die für die Produktionsfirma anfielen. Das war eine richtige Doppelbelastung. Jetzt wo wir spielen, muss ich sagen, dass ich ein tolles Team um mich herum habe, die mir aber 16/17 Uhr den Rücken freihalten. Es klappt einfach super.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> War es von vornherein klar, dass Sie das Stück auf deutsch aufführen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span></strong> Ja. Wir sind gerade erst an einem Punkt, an dem Hamburg für eine Off-Szene bereit ist. Ich glaube aber, dass die Deutschen leider noch nicht dazu bereit sind, sich ein Stück auf englisch anzuschauen. Das wird ganz sicher kommen, aber das dauert noch ein bis zwei Generationen.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Für uns als Darsteller ist es reine Gewohnheitssache. Es gab ja die Idee einer neuen deutschen Fassung, aber leider hat der Verlag in New York das nicht für erforderlich erachtet. deshalb spielen wir die Fassung von Wolfgang Adenberg.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Sie spielen Angel sehr einfühlsam – was gefällt Ihnen an dieser Figur?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span></strong> In der Musicalausbildung habe ich die DVD gesehen und bin immer an „Rent“ hängengeblieben. Ich wusste damals schon, dass Angel eine Rolle ist, die ich wahnsinnig gern spielen würde. Natürlich habe ich dann sehr schnell mitbekommen, dass das Stück hier in Deutschland sehr selten gespielt wurde und meine Chancen entsprechend gering waren, diese Rolle zu spielen. Bis dann letztes Jahr die Rolle für Berlin ausgeschrieben war. Ich habe mich sofort beworben und bin tausend Tode gestorben, weil ich die Rolle so sehr wollte. In der Audition habe ich richtig gekämpft und dann direkt während der Audition die Zusage bekommen. Damit ging ein Traum für mich in Erfüllung.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Angel hat mich schon immer fasziniert, vielleicht weil wir uns so ähnlich sind, weil viel Angel in mir liegt und viel von mir in Angel, so wie ich ihn darstelle. Ich kann ihn und seine Entscheidungen sehr gut nachvollziehen. Ich verstehe ihn einfach und habe einen guten Zugang zu der Rolle. Angel ist wie für mich gemacht.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Was kommt nach „Rent“?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span> </strong>Auch jetzt während der Produktion beschäftigen wir uns mit neuen Stücken. Ich habe eine lange Liste zu Hause liegen, auf der viele kleine Off-Musicals draufstehen. Entschieden ist bisher aber noch gar nichts.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Für mich ist es wichtig, dass es kribbelt, wenn ich die Musik höre oder ein Buch lese. Wenn nicht wird das Stück ganz konsequent aus der Auswahl gestrichen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Was wünschen Sie sich – für Avenue A Productions und sich selbst?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Sebastian Rousseau:</span> </strong>Ich wünsche mir, dass die Zuschauer Musical verstehen lernen. Dass sie den Mut und die Kraft haben, sich von dem jahrzehntelangen Musicalbild zu lösen, dass hier in Deutschland vorherrscht. Ich wünsche mir, dass das Publikum neugierig ist und Neuem eine Chance gibt. Niemandem muss alles gefallen, das wäre ja auch schrecklich. Aber wenn man nicht mehr am Alten festhält und sich für Neues öffnet, gibt es eine Chance für eine echte Off-Szene.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Ich bin da guter Dinge. Wir sehen abends beim Schlussapplaus immer viele Leute, die total berührt sind, Herzen mit ihren Händen formen, Peace-Zeichen zeigen. Wir bekommen viele tolle Mails und Facebook-Nachrichten. Das ist sehr berührend.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Wir kriegen diese Stimmung ja auch während der Show mit. Es war ja auch ganz bewusst gewollt, dass die Grenzen zwischen Darstellern auf der Bühne und den Menschen im Zuschauerraum verschwimmen.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Es wäre schön, wenn „Rent“ weiterlaufen würde &#8211; nicht ununterbrochen, es könnte auch gut im Herbst wiederkommen. Mein Traum wäre, wenn wir einen kleinen Kult schaffen könnten. Wenn jeder weiß, „Rent“ läuft einmal im Jahr für 15 Shows, das wäre toll.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen und Avenue A Productions weiterhin viel Erfolg bei der Schaffung einer richtigen Off-Musical-Szene.</p>
<p class="Body" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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		<title>Rent</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/324/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2006 16:08:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Favorites]]></category>
		<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Adam Pascal]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Rapp]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Idina Menzel]]></category>
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		<category><![CDATA[Jonathan Larson]]></category>
		<category><![CDATA[Rent]]></category>
		<category><![CDATA[Rosario Dawson]]></category>
		<category><![CDATA[Taye Diggs]]></category>
		<category><![CDATA[Tracie Thoms]]></category>
		<category><![CDATA[Wilson J. Heredia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ausgezeichnete Musical-Verfilmung von Chris Columbus Liebhaber von Jonathan Larson’s bohemischem Musical werden sich in der Verfilmung, die seit kurzem in Deutschland zu sehen und parallel bereits auf Original-DVD erschienen ist, sehr schnell wohl fühlen. Die Charaktere werden sehr glaubhaft von den Musicaldarstellern auf die Leinwand gebracht. Ebenso wirkt das ganze Ambiente – Kostüme, Ausstattung, Szenenbilder ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<h3>Ausgezeichnete Musical-Verfilmung von Chris Columbus</h3>
<div id="body_layer">
<div class="text-content style_External_390_273">
<div class="style_2">
<p class="Body">Liebhaber von Jonathan Larson’s bohemischem Musical werden sich in der Verfilmung, die seit kurzem in Deutschland zu sehen und parallel bereits auf Original-DVD erschienen ist, sehr schnell wohl fühlen.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_2005_files/shapeimage_1.png" alt=""></div>
<p class="Body">Die Charaktere werden sehr glaubhaft von den Musicaldarstellern auf die Leinwand gebracht. Ebenso wirkt das ganze Ambiente – Kostüme, Ausstattung, Szenenbilder – sehr authentisch. Dies wird unter anderem auf dadurch erreicht, dass auf pompöse Effekthascherei durch die findigen Hollywood-Trickser komplett verzichtet wurde. Schonungslos und rauh wird die Welt der acht jungen Erwachsenen in New York der 90er gezeigt. Alle kämpfen auf ihre Art ums nackte Überleben, indem sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, lehnen sich gegen die oberen Zehntausend auf, indem sie viel beachtete Protestveranstal-tungen organisieren, versuchen ihre Träume zu verwirklichen und auch und vor allem die Folgen von Drogenkonsum und HIV-Infektion so gut wie möglich zu verarbeiten.</p>
</div>
</div>
<div>Das blanke Ausgeliefertsein gegenüber der Krankheit und den äußeren Umständen, die ihnen den Lebensraum unter den Boden wegzuziehen drohen, wird durch die schlichte Ouvertüre „Seasons of Love“ besonders klar hervorgehoben: Wie auch in der Bühnenfassung stehen die Protagonisten in einzelnen Lichtkegeln auf einer leeren Bühne. Das geht unter die Haut und macht neugierig auf mehr. Direkt in einer der folgenden Szenen sind die kreativen Pferde mit Regisseur Chris Columbus durchgegangen, denn bei „Rent“ lässt er die Bewohner eines ganzen Straßenzugs brennende Zettel aus ihren Wohnungen auf die Straße werfen, die damit ihrem Unmut über die angekündigte Mieterhebung Luft machen. In dieser Szene wurde schlichtweg zu dick aufgetragen, aber über die Dauer des Films ist dies der einzige Ausreißer.</div>
<div class="text-content style_External_670_268">
<div class="style_2">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_2005_files/shapeimage_3.png" alt="" width="300" height="387"></div>
<p class="Body">Wie auch die Kompositionen von Larson so sind auch die verschiedenen Szenen sehr intensiv und mitreißend umgesetzt. „Rent“ ist ein Musicalfilm, wie man ihn sich vorgestellt. Dort, wo Dialoge mehr Sinn zur Verdeutlichung der Handlung machen, wurde sie hinzugefügt oder das durchkomponierte Libretto entsprechend abgeändert. Aber Charaktere und Rahmenhandlung bleiben so wie sie ursprünglich angelegt waren. Dennoch muss man sagen, dass dieser Film für das Mainstream-Kino-Publikum sicherlich nur schwer verdaulich ist. Zum einen liegt dies sicherlich daran, dass die Drogen- und AIDS-Probleme so schonungslos dargestellt werden, die Themen Tod und Angst sind ständig präsent, es werden Nadeln, nackte Pos und ähnliche Dinge gezeigt, die in einem normalen Hollywood-Film sicherlich der Zensur zum Opfer fallen würden.</p>
</div>
</div>
<div class="text-content style_External_259_292">
<div class="style_2">
<p class="Body">Doch jeder, der „Rent“ schon einmal gesehen oder gehört hat, wird begeistert sein, da einfach nichts fehlt: Mark (Anthony Rapp) ist von Maureen (Idina Menzel) verlassen worden, die er immer noch liebt. Roger (Adam Pascal) hat eine kreative Blockade und dann läuft ihm die schöne Mimi (Rosario Dawson) über den Weg. Angel (Wilson Jermaine Heredia) und Collins (Jesse L. Martin) geben ein schönes Paar ab; „I’ll cover you“ gehört zu den schönsten Szenen des Films. Benny (Taye Diggs) ist zwischen seinen ehemaligen Freunden und der Verpflichtung gegenüber seinen Schwiegervater in spe hin- und hergerissen. Bleibt noch Joanne (Tracie Thoms), der die aufmüpfige, lebensfrohe Maureen irgendwann zuviel wird, sich aber im Grund nicht wirklich trennen kann oder will.</p>
</div>
</div>
<div class="text-content style_External_670_402">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die gesamte Cast empfiehlt sich als Leinwand-Schauspieler, da sie ihre Alter Egos sehr glaubwürdig verkörpern. Dies liegt zu großen Teilen sicherlich auch daran, dass sechs der acht Darsteller bereits bei der Weltpremiere 1996 diese Rollen verkörperten.</p>
<p class="Body">Bemerkenswerte Szenen sind der „Tango Maureen“, den Mark als Halluzination erlebt, nachdem er an Maureens Proteststätte im wahrsten Sinne des Wortes auf Joanne getroffen ist. Auch „La Vie Boheme“ ist einfach großartig umgesetzt: Die kleine Gruppe von Außenseitern sprüht vor Energie und Lebensfreude und steckt dadurch nicht nur alle anderen Restaurantbesucher an.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Rent_2005_files/shapeimage_2.png" alt="" width="401" height="247"></div>
<p class="Body">Auf eine ganz andere Art großartig – nämlich sehr zu Herzen gehend – ist „Without You“ umgesetzt: In dieser Szene wird parallel die Trennung von Mimi und Roger verarbeitet, der sich am Grand Canyon eine Auszeit gönnt, und die AIDS-Selbsthilfegruppe von Angel wird immer mehr ausgedünnt. Der Gottesdienst zu Angels Beerdigung ist schlicht umgesetzt, was ihn aber nicht weniger wirkungsvoll macht.</p>
<p class="Body">Eine unerwartete Wendung nimmt der Film jedoch zum Schluss: Während Mimi in den Bühnenfassungen in den Armen des geliebten Roger stirbt, überlebt sie ihm Film. Liest man sich hierzu das Libretto durch, erfährt man, dass die Formulierung „… and Mimi slips away.“ tatsächlich doppeldeutig auslegbar ist: Entweder wird sie bewusstlos oder aber sie stirbt. Während sich die Theatermacher auf letztere Variante verständigt haben, kommt durch das Überleben von Mimi ein Hauch von Hollywood-Happy-End in den Film, der zwar nicht notwendig ist, ihm aber auch nicht wirklich schadet.</p>
<p class="Body">Denn über die gesamten 150 Minuten gesehen, trifft dieser Film den Tenor des Musicals haargenau und ist damit unbedingt jedem zu empfehlen, der „Rent“ bisher noch nicht live auf der Bühne erleben konnte.&nbsp;</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;"><em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em><br />
<em>Ausgabe 03/06, Mai-Juni 2006</em></p>
</div>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_119">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Chris Columbus</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Rosario Dawson, Taye Diggs, Wilson J. Heredia, Jesse L. Martin, Idina Menzel, Adam Pascal, Anthony Rapp, Tracie Thoms</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> Jonathan Larson</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Verleih / Fotos: </span></strong>Sony Pictures Releasing</span></p>
</div>
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