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	<title>Kiel-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Kiel-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Shakespeares Liebeskomödie in pseudo-modernem Musical-Gewand</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2018 17:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach 2014 hat sich Daniel Karasek für das Kieler Sommertheater 2018 erneut einen Klassiker von William Shakespeare vorgenommen und diesen mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Tingvall (Musik) und Regy Clasen (Texte) in ein abendfüllendes Musical verwandelt. „Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach 2014 hat sich Daniel Karasek für das Kieler Sommertheater 2018 erneut einen Klassiker von William Shakespeare vorgenommen und diesen mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Tingvall (Musik) und Regy Clasen (Texte) in ein abendfüllendes Musical verwandelt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2298 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-768x576.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ist ebenso besessen von der um ihren Bruder trauernden Olivia, die dem Werben des Herzogs jedoch nichts abgewinnen kann. Stattdessen lässt sich Olivia den Kopf verdrehen von Cesario, Orsinos Botenjungen, in dessen Verkleidung niemand anderer steckt als Viola. Hinzu kommen noch ein paar Intrigen von Verwandten und Angestellten und fertig ist die perfekte Shakespeare-Komödie, die zudem noch ein ausgesprochenes Happy End hat. Denn Viola trifft ihren ertrunken geglaubten Zwillingsbruder Sebastian wieder, Olivia heiratet eben diesen und Orsino gibt Olivia endlich auf und wendet sich Viola zu.</p>
<p>Diese Handlung kann man je nach Ausarbeitung und Tiefe der verschiedenen Charaktere beliebig aufbauschen. Dies macht Regisseur Daniel Karasek auch in diesem Jahr. Er hält sich mit vielen kleinen Details und Szenen auf, die für die Handlung nicht entscheidend sind und den Fluss sogar stören.</p>
<p>„Was Ihr wollt“ wird als Step-Musical angekündigt. Nicht ohne Grund erinnert das Plakat mehr als nur entfernt als den Hollywood-Hit „La La Land“. Doch die wenigen Tanz- und Stepszenen wirken leider etwas deplatziert. Ela Steiner hat für die acht Tänzerinnen und Tänzer, die die Protagonisten weitgehend umtanzen (um deren Schwachstelle zu überdecken), schöne Abfolgen ersonnen, die in sich stimmig und ansprechend sind. Doch in die einzelnen Szenen einfügen, wollen sich diese Tanzelemente nicht wirklich.</p>
<p>Die Videowalls kamen auch schon in den letzten Jahren sehr ausgeprägt zum Einsatz. In diesem Jahr jedoch wird nahezu jeder Song mit Videos begleitet, die zusätzlich zur Handlung auf der Bühne noch weitere, ergänzende Szenen mit den singenden Protagonisten zeigen. Am Ende lenken diese Videos mehr von den Live-Akteuren ab, was sicherlich nicht im Sinn des Stücks ist.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2300 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-768x576.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der schwedische Jazz-Pianist Martin Tingvall hat abwechslungsreiche Melodien zu diesem Musical beigesteuert, bei denen man nicht selten sofort mit den Füßen mitwippt. Die Texte der Singer-Songwriterin Regy Clasen bilden hiermit ein harmonisches Ganzes.</p>
<p>Schwierig ist der unstete Wechsel zwischen nahezu originalen Shakespeare-Texten, zeitgenössischen Adaptionen und normalem Straßenslang. Dieser ist weder an einzelnen Charakteren festgemacht noch gibt es hier einen roten Faden, anhand dessen sich die Sprache im Laufe des Stücks verändert.</p>
<p>Insgesamt wirkt „Was Ihr wollt“ ähnlich wie „Die Räuber“ in 2017 etwas überladen. Man vermisst den Mut, das Stück zu entstauben, um es für das Publikum leichter verdaulich zu machen. Stattdessen erleben die Zuschauer teils plumpe, aufgesetzte Dialoge und Szenen und fragen sich mehrfach, wohin das führen soll oder was sich der Regisseur dabei gedacht hat.</p>
<p>Die Besetzung ist aus früheren Inszenierungen gut bekannt. Rudi Hindenburg steht endlich mal in der ersten Reihe und gibt einen unnachahmlich leidenden Orsino, dem man seine Liebe zu Olivia abnimmt und dessen Leidenschaft sehr glaubhaft über die Rampe kommt. Leider scheint seine Stimmlage nicht ganz zu Tingvalls Kompositionen zu passen, denn mehrfach drängt sich hier eine Disharmonie in den Vordergrund. Gleiches gilt jedoch auch für Olga von Luckwald, die eine lebensfrohe, sympathische Viola gibt und auch als Diener Cesario eine überzeugende Leistung zeigt. Vielleicht ist es hier auch einmal mehr die Tontechnik, die es den Sängern unnötig schwer macht und sie klar und kalt über die Tribüne erschallen lässt, anstatt sie mit den entsprechenden Mitteln akustisch zu unterstützen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2299 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651-305x400.jpg" alt="" width="305" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651-305x400.jpg 305w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651.jpg 766w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" />Etwas fragwürdig ist die Besetzung von Olivia mit Yvonne Ruprecht. Dass Ruprecht schauspielerisch und auch gesanglich zu den besseren Mitgliedern dieses Ensembles gehört, hat sie in „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1145">Romeo &amp; Julia</a>“ (2014) und „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1944">The Full Monty</a>“ (2017) gezeigt. Doch allein schon ob ihres Alters wirkt sie irgendwie fehl am Platz. Sätze von Orsino wie „Nur eine jüngere Frau ist die richtige Frau für einen Mann“ wirken bei diesem Paar schlicht unpassend.</p>
<p>Als Narr kann sich Marko Gebbert austoben und hat hieran sichtlich Spaß. Auch gesanglich passt er gut zu Tingvalls Songs. Jennifer Böhm als Hausmädchen Maria ist aus der Riege der Protagonisten die einzige, die auch tänzerisch überzeugen kann. Sie zieht im Hintergrund die Fäden sehr überzeugend und wickelt nicht nur die Männer auf der Bühne um den Finger.</p>
<p>Imanuel Humm, Zacharias Preen und Christian Kämpfer komplettieren Olivias Hausgäste. Während Humm als Malvolio der List von Maria auf den Leim geht und sich nur allzu bereitwillig aufs Glatteis führen lässt, können Preen und Kämpfer als Sir Toby und Sir Andrew leider nicht überzeugen. Ihre „Männerfreundschaft“ wirkt über lange Strecken unecht, was sehr bedauerlich ist, denn gerade im Zusammenspiel mit Böhm und Gebbert wäre hier viel mehr möglich gewesen.</p>
<p>Es ist mehr als bedauerlich, dass nach dem überzeugenden Sommer-Musical „Romeo &amp; Julia“ der Anschluss nicht gefunden wurde. Denn seither können die Neuinszenierungen nicht überzeugen und lassen die Zuschauer mit mehr Fragezeichen als Begeisterung zurück. Eine Ursache ist sicherlich, dass man in der Inszenierung wenig Raum für Frisches geschaffen hat. Gute Musik, eine schöne Bühne und eine einmalige Naturkulisse reichen dafür leider nicht aus.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #000080;"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> MFG-5 Gelände, Kiel</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 10. Juli 2018</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong>Rudi Hindenburg, Olga von Luckwald, Yvonne Ruprecht, Marko Gebbert, Imanuel Humm, Zacharias Preen, Christian Kämpfer </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Daniel Karasek / Martin Tingvall</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Olaf Struck<br />
</span></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Gute Unterhaltung mit Luft nach oben</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gute-unterhaltung-mit-luft-nach-oben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2016 18:46:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Alvin Le-Bass]]></category>
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		<category><![CDATA[Ganz oder gar nicht]]></category>
		<category><![CDATA[Ingo Putz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der britische Film von 1997, in dem eine Handvoll arbeitsloser Stahlarbeiter in Sheffield aus unterschiedlichsten Gründen blank zieht, wurde sehr schnell für die Musicalbühne adaptiert und schon im Jahr 2000 am Broadway uraufgeführt. Terrence McNally und David Yazbek verlegten die Handlung von England in die USA, genauer gesagt nach Buffalo im Bundesstaat New York. Auch ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Film von 1997, in dem eine Handvoll arbeitsloser Stahlarbeiter in Sheffield aus unterschiedlichsten Gründen blank zieht, wurde sehr schnell für die Musicalbühne adaptiert und schon im Jahr 2000 am Broadway uraufgeführt. Terrence McNally und David Yazbek verlegten die Handlung von England in die USA, genauer gesagt nach Buffalo im Bundesstaat New York. Auch dort erlebte die Stahlindustrie in den 1990er ihren Niedergang, tausende Fabrikarbeiter verloren ihre Jobs.</p>
<p>Während die Männer sich jedoch größtenteils selbst bemitleiden und nicht so recht wissen, wie sie ihr Leben in den Griff bekommen sollen bzw. zu stolz sind, „irgendeinen“ Job anzunehmen, organisieren die Frauen den Auftritt einer Strippergruppe, die sie ihre Sorgen für einen Abend vergessen lässt. Die Freunde Jerry und Dave können so gar nicht verstehen, was die Frauen daran finden, halbnackten Tänzern zuzujubeln und mokieren sich über diese „Hupfdohlen“. Aber als sie merken, dass man mit dieser vermeintlich anspruchslosen Art der Bühnendarbietung richtig viel Geld verdienen kann, wächst in ihnen einen Idee: Ehemalige Stahlarbeiter, die an einem einzigen Abend vor zahlendem Publikum strippen. Der einzige Unterschied zu Profis wie den Chippendales soll sein, dass sie sich komplett ausziehen – also „The Full Monty“ präsentieren.</p>
<p>Klingt eigentlich ganz einfach, ist es aber nicht&#8230; Jerry, der von seiner Exfrau wegen ausstehender Unterhaltszahlungen für den gemeinsamen Sohn ein Ultimatum gestellt bekommen hat, versucht verzweifelt, seine Kumpels von der Idee zu überzeugen. Aber tanzen? Noch dazu nackt? Vor Frauen, die die meisten von ihnen seit Jahren kennen? Da lehnen seine Ex-Kollegen dankend ab.</p>
<p>Also veranstaltet er mit seinem besten Freund Dave, dessen Motivation es ist, für seine Frau endlich wieder attraktiv sein zu wollen, ein Casting und stellt eine bunte Truppe mit hohem Frustfaktor zusammen: das Muttersöhnchen Malcolm, den sie nur knapp vom Selbstmord abhalten können, Ethan, der ein wirklich überzeugendes Argument hat, bei diesem Striptease dabei zu sein, der ehemaliger Abteilungsleiter Harold, der seiner Frau auch nach sechs Monaten nichts davon gesagt hat, dass er seinen Job verloren hat, und den Klischee-Afroamerikaner Horse, der tänzerische Erfahrung vorzuweisen hat.</p>
<p>Die Truppe nennt sich fortan „Hot Metal“ und beginnt zu proben. Jerry organisiert einen Raum und Kostüme und treibt die Männer an. Er hat ein Ziel vor Augen – sein Sohn Nathan – und dafür gibt er alles. Dave’s Frust steigt täglich, er fühlt sich zu dick und unnütz, da er keinen Job findet, möchte sich aber von seiner eindeutig stärkeren Frau Georgie auch nicht helfen lassen. Schließlich ist er ja der Mann! Malcolm lässt sich von seiner Mutter herumkommandieren, bis diese unerwartet stirbt. Ethan hilft ihm über diesen Verlust hinweg und die beiden entdecken ihre Liebe füreinander. Harold hält weiter seine Fassade aufrecht bis der Gerichtsvollzieher seiner überraschten Frau alles aus dem Haus holt, was auch nur den geringsten Wert hat. Und Horse? Ja, der versucht alle Mittelchen und Gerätschaften, um seinem vielsagenden Namen alle Ehre zu machen und sich beim Auftritt nicht vollends zu blamieren.</p>
<p>Regisseur Ingo Putz hat die Charaktere aus dem Kieler Haus-Ensemble besetzt. Einzig Alvin Le-Bass ist als Gast dabei. Marko Gebbert ist Jerry, Oliver E. Schönfeld spielt Dave, Zacharias Preen gibt Malcolm und Rudi Hindenburg Ethan. Harold wird von Imanuel Humm gespielt und Le-Bass steht als Horse auf der Bühne des Kieler Schauspielhauses. Auch die Darstellerinnen kennt man durchweg aus anderen Kieler Produktionen: Magdalena Neuhaus als Harolds Frau Vicki, Ellen Dorn als Jerrys Ex-Frau Pam, Jennifer Böhm als Daves geliebte Georgie sowie Yvonne Ruprecht als Jeanette. Hinzu kommen noch Martin Borkert, Werner Klockow, Nurit Hirschfeld, Hannah Moana Paul und Olivia Papoli-Barawati, die in verschiedenen Nebenrollen zu sehen sind.</p>
<p>Bühne (Margarethe Mast) und Kostüme (Katharina Kromminga) sind gelungen und geben der Handlung im tristen Buffalo der 1990er Jahre einen optisch treffenden Rahmen. Auch die sechsköpfige Band unter der Leitung von Ture Rückwardt schafft den idealen Klangteppich für Yazbeks schwungvoll-rockige Kompositionen.</p>
<p>Gerade an Stadttheatern, die alle drei Sparten bedienen, trifft man häufig auf das Phänomen, dass das Haus-Ensemble in Schauspielen, Opern und Musicals zu sehen bzw. zu hören ist. Das kann funktionieren (wie beispielweise in Kiel 2014 bei „Romeo &amp; Julia“), häufig muss das Publikum hier jedoch Abstriche machen. Auch bei „The Full Monty“ können die Darsteller schauspielerisch durchweg überzeugen. Insbesondere Oliver E. Schönfeld erzeugt als liebenswerter, aber mit sich und seinem Waschbärbauch unzufriedener Dave, der durch sein mangelndes Selbstbewusstsein fast seine Ehe aufs Spiel setzt. Yvonne Ruprecht gibt die herrlich knorrige Probenpianistin Jeanette, die mit ihrer Art und ihren trockenen Sprüchen nicht nur die Tanztruppe unterhält. Ihre „Showbiz Nummer“ zu Beginn des zweiten Akts ist herrlich abgeranzt und toll gespielt.</p>
<p>Marko Gebbert bringt vor allem die aggressiven Momente, die Jerry durchlebt, mit seiner Intensität gut über die Rampe. Gefühlvolle Szenen, wie die in der Nathan seinem Vater Geld leiht, liegen ihm dagegen nicht so sehr („I love you kid“).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1946 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11-400x310.jpg" alt="" width="400" height="310" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11-400x310.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11-768x595.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/04/Monty_11.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wäre dies ein Theaterstück könnte man durchweg von vorzüglicher Unterhaltung sprechen, auch wenn man die Ansicht des Regisseurs, dass die Besetzung der Rollen durch Schauspieler mit Sprechtheater-Schwerpunkt per se glaubhafter ist, nicht teilen muss. Denn wenn die Schauspieler 10 und mehr Jahre älter sind als im Rollenprofil angegeben, schwindet die Authentizität – trotz der vielleicht optisch glaubhafteren Erscheinung – dahin (Programmheft-Interview, Seite 9).</p>
<p>Da es sich bei „The Full Monty“ jedoch um ein Musical handelt, in dem viel gesungen und getanzt wird, gilt es auch hier genauer hinzuschauen. Choreographisch sind durchaus einige gute Ideen von Zaida Ballesteros Pajero zu erkennen, doch leider kann das Ensemble diese nicht umsetzen. Das fängt beim „Cha Cha Cha“ in der Tanzschule an, der bei keinem der asynchron tanzenden Paare ein „Cha Cha Cha“ ist, sondern ein hilfloses Herumgehopse, und endet bei den Tanzeinlagen der Herren, die sich doch recht oft selbst auf den Füßen zu stehen scheinen. Warum man in Kenntnis dieses Mankos dann nicht diejenigen in die erste Reihe stellt, die den Tanzschritten einigermaßen gewachsen scheinen, sondern diejenigen vorn platziert, die das geringste tänzerische Talent haben, bleibt rätselhaft (bspw. „Michael Jordan’s Ball“).</p>
<p>Gesanglich wird in dieser Inszenierung munter zwischen deutschen und englischen Texten hin und hergewechselt. Intendiert war seitens des Regisseurs, dem Publikum mit den englischen Originaltexten einen „klangvollen Eindruck vom amerikanischen Buffalo zu geben“, wohingegen die handlungsrelevanten Strophen sollten auf Deutsch gesungen werden (Programmheft-Interview, Seite 9). Ein roter Faden lässt sich hier leider nicht erkennen. Und wenn man zudem berücksichtigt, dass die meisten mit den englischen Originaltexten kämpfen und man sie daher kaum versteht, wäre es wohl besser gewesen, alles komplett auf Deutsch zu inszenieren. Denn die deutsche Fassung von Iris Schumacher und Frank Thannhäuser entfaltet ihre Wirkung auch abseits der Originalsprache.</p>
<p>Während die Auftaktnummer der Damen („It’s a Woman’s World“) noch sehr schwungvoll daherkommt, wirkt schon der erste große Song der Herren („Man“) unfreiwillig komisch, was sowohl am unbeholfenen Staging als auch an Gebberts unpassenden Sprechgesang liegt. Malcolms durch Jerry und Dave verhinderter Selbstmord ist gut und beklemmend gespielt, doch die abschließende Ballade „Big-Ass Rock“ wird von allen drei Darstellern nur sehr mühevoll intoniert.</p>
<p>Auch Ethans und Malcolms Duett „You walk with me“ ist eher angestrengt als romantisch. Dass mit Le-Bass beim Casting für „Hot Metal“ ein „reiner Musicaldarsteller“ die Bühne betritt, merkt man schon an seiner Ausstrahlung. Sein Solo „Big Black Man“, in dem Gesang und Tanz kombiniert sind, funktioniert hervorragend und das Publikum ist begeistert.</p>
<p>Dass aber nicht alle Musical-Bestandteile holpern, zeigt beispielsweise die Szene, in der Dave und Harold ihren Frauen des nächstens im Bett ihre Liebe gestehen. Die Paare „liegen“ in aufrecht stehenden Betten und während Dave mit seiner Figur hadert und sich fragt, wieso Georgie bei ihm bleibt, verzweifelt Harold an seinem Lügengebilde, dass er für seine vermeintlich Status-orientierte Frau aufrecht erhält. Der Song (im Original „You Rule My World“) wird von Schönfeld und Humm auf Deutsch gesungen und bildet zusammen mit der gelungenen Szenerie ein geschmackvolles Gesamtbild. Auch die Reprise des Songs im zweiten Akt ist gesanglich gut und hat eine sehr liebevolle Energie, auch wenn die Choreographien eher unnatürlich und gestellt wirken.</p>
<p>Ebenso ist die Generalprobe vor dem gar nicht so schüchternen Handtaschengeschwader Buffalos, in der sich die Frauen über die Männer lustig machen („Die sind nicht gut“) absolut treffend umgesetzt.</p>
<p>„The Full Monty“ kommt mit viel Selbstironie daher, die Charaktere sind nicht zwangsläufig liebenswert. Die Unterschiedlichkeit der Motive an diesem Striptease teilzunehmen oder ihn sich anzuschauen, könnten unterschiedlicher kaum sein, doch Ingo Putz hat dies mit seinen Darstellern sehr gut herausgearbeitet. Wenn Schönfeld mit einer Rolle Klarsichtfolie allein auf der Bühne steht, sich diese langsam um den nackten Bauch wickelt und davon spricht, dass es durchaus Erniedrigenderes geben könnte, beispielsweise wenn man dies vor ein paar Hundert Zuschauern im Scheinwerferlicht machen müsste, verfehlt das seine Wirkung nicht. Genauso bemitleidenswert sympathisch ist Horse, wenn er mit dem Kundenservice telefoniert und versucht zu klären, warum die Vakuumpumpe seinen Penis nicht in der erwünschten Weise vergrößert.</p>
<p>Die ganze Show ist auf das Finale („Let it go“) ausgerichtet, das auch in Kiel zu Beifallsstürmen führt. Die „Hot Metal“ Tänzer kommen in Zwergenkostümen auf die Bühne (auch wenn Jerry, der plötzlich Angst vor der eigenen Courage hat, hierfür noch eine Extra-Einladung seines Sohnes braucht) und beginnen sich mehr oder weniger lasziv zu bewegen. Das weibliche Ensemble feuert das Publikum an, damit es noch mehr klatscht und den Tänzern so noch mehr Mut macht. Die an sich schnell auszuziehenden Beinkleider erweisen sich zwar als etwas widerspenstig, aber auch diese unfreiwillige Slapstickeinlage passt zur Gesamtinszenierung. Am Ende stehen die Herren wie Gott sie schuf auf der Bühne und das Publikum johlt ob der vielfältigen Rückenansicht. Genau so soll es doch sein, oder?</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>gekürzt</em> <em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">2</span>. Dezember 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Oliver E. Schönfeld, Alvin Le-Bass, Yvonne Ruprecht, Rudi Hindenburg, Marko Gebbert, Magdalena Neuhaus</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik &amp; Buch / Regie:</span></strong> Terrence McNally, David Yazbek / Ingo Putz<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Olaf Struck<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<item>
		<title>Das bewährte Konzept geht diesmal in Kiel nicht ganz auf</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/das-bewaehrte-konzept-geht-diesmal-in-kiel-nicht-ganz-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Jul 2016 12:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Karasek]]></category>
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		<category><![CDATA[Zacharias Preen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Gedanken an Schillers Klassiker „Die Räuber“ schüttelt es sicherlich so manchen Zuschauer in Kiel &#8211; mussten doch vermutlich viele von ihnen den ungelenken Fünfakter im Deutschunterricht monatelang durcharbeiten. Dabei ist die Handlung gar nicht so unverdaulich: Franz, der verkrüppelte (politisch korrekt: mobilitätseingeschränkte) Sohn vom alten Moor, sinnt vor Neid und Eifersucht auf Möglichkeiten, sich ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Gedanken an Schillers Klassiker „Die Räuber“ schüttelt es sicherlich so manchen Zuschauer in Kiel &#8211; mussten doch vermutlich viele von ihnen den ungelenken Fünfakter im Deutschunterricht monatelang durcharbeiten. Dabei ist die Handlung gar nicht so unverdaulich: Franz, der verkrüppelte (politisch korrekt: mobilitätseingeschränkte) Sohn vom alten Moor, sinnt vor Neid und Eifersucht auf Möglichkeiten, sich seines ungeliebten Bruders Karl für immer zu entledigen. Er möchte die Gunst des Vaters erlangen und Amalia, Karls Verlobte, für sich gewinnen.</p>
<p>Karl ahnt hiervon nichts, entzog er sich doch schon früh der Hand des Vaters, um in Leipzig zu studieren. Franz lässt nichts unversucht, beim Vater gegen den Bruder zu sticheln und so dem ersehnten Erbe des gebrechlichen alten Mannes näher zu kommen. Ein gefälschter Brief sorgt schließlich dafür, dass der alte Moor seinen geliebten Karl offiziell verstößt. Karl durchschaut die List zwar, zieht sich aber gekränkt in den Untergrund zurück, um jetzt erst recht gegen die Reichen und Mächtigen zu rebellieren. Doch auch unter den Räubern hat Karl Feinde: Moritz Spiegelberg kann nicht verstehen, warum seine Kumpel in Karl einen Anführer sehen, dem sie blind folgen. Er zettelt eine Meuterei an, der er schlussendlich selbst zum Opfer fällt.<img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-252 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_6-300x212.jpg" alt="raeuber_6" width="400" height="283" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_6-300x212.jpg 300w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_6-768x544.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_6-1024x725.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Auch Franz ist scheinbar erfolgreich als er seinem Vater die Lüge von Karls Tod auftischt und dieser daraufhin vor Gram über Karls unangepasstes Leben und Sterben im Untergrund die Treppe herunterfällt und aufhört zu atmen. Nun ist der Weg frei für den mächtigen Franz Moor. Es gelingt Franz jedoch nicht, Amalias Herz zu erobern. Sie trauert um ihre große Liebe Karl.</p>
<p>Was Franz nicht weiß, ist, dass die Dienstboten alle treu zu Karl stehen. So rettet Herrmann dem alten Moor das Leben und päppelt ihn in einem Geheimversteck wieder auf. Als Karl, aufgeschreckt von der Nachricht über die Brutalität seines Bruders und angestachelt von seinen aus Spaß an der Freund mordenden Räubern, inkognito nach Hause reist, erkennt ihn Hausdiener Daniel und rettet ihm das Leben. Karl flieht überstürzt als sein Bruder ihn zu erkennen droht und trifft dabei zufällig auf Herrmann, der ihn zu seinem Vater führt. Dieser stirbt in Karls Armen. Nun ist es Karl, der auf Rache sinnt. Doch sein Bruder kommt ihm zuvor und bringt sich, wahnsinnig vor Verfolgungswahn, um.</p>
<p>Karl steht vor den Scherben seines Lebens: Vater und Bruder tot, vermeintliche Freunde mit falschen Moral- und Wertvorstellungen und eine Verlobte, die er mit diesem Leben nicht belasten möchte.</p>
<p>Daniel Karasek inszeniert diese emotionale Achterbahn nach demselben Schema wie 2014 Shakespeares „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1145">Romeo und Julia</a></span>“. Auch diesmal steuerte mit „Kettcar“ eine zeitgenössische Band den musikalischen Teil dieser als Rockoper bezeichneten Open Air Produktion im Kieler Hafen bei. Die Handlung wurde in die heutige Zeit verlegt und das Ensemble durch viele Spielebenen und eine große LED-Wand vielfältig in Szene gesetzt.</p>
<p>Leider werden „Die Räuber“ sehr dialoglastig umgesetzt und die Musik spielt eine unterordnete Rolle. Das Dramatische einer Oper hält dieser Stoff allemal parat, Kurzweiligkeit und Unterhaltungswert leiden aber stark unter der unausgewogenen Umsetzung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-255 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_10-300x200.jpg" alt="raeuber_10" width="402" height="268" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_10-300x200.jpg 300w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_10-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_10-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px" />Die 5 Spielebenen (Lars Peter) – links das dreigeschossige Haus der Moors, rechts der Treffpunkt der Rebellen und der Wald (angedeutet durch eine frisch geschlagene Fichte) – werden gut ausgenutzt. Kampfszenen finden teilweise direkt vor der ersten Sitzreihe statt, die Darsteller spielen ungesichert in bis zu 7m Höhe: Hier stockt einem mehr als einmal der Atem, wenn man an all die Sicherheitsvorschriften für Bühnenwerke denkt, die in Kiel nicht beachtet werden.</p>
<p>„Kettcar“ ist eine Indie-Band, die in ihren Songs klar Stellung zum Weltgeschehen bezieht. Gerade bei den Songs der Räuber klingt dies nachdrücklich durch: Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und sagen deutlich, was ihnen nicht passt. Die Balladen hingegen sind für „Kettcar“-Fans eher ungewöhnlich. Das Ziel von Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff war es, „die Emotionen des Stücks noch weiter zu potenzieren und umgekehrt die Songs durch den Boden, auf dem sie durch den Stoff und die Inszenierung stehen, noch heller strahlen“ zu lassen (Interview im Programmheft). Leider muss man jedoch festhalten, dass &#8211; mit Ausnahme von drei Songs – alles sehr ähnlich klingt. Insgesamt bekommt das Publikum in den drei Stunden nur 16 Stücke zu hören. Diese Zahl unterstreicht das Missverhältnis zwischen Dialog und Gesang an diesem Abend.</p>
<p>„Wolf unter Wölfen“, in dem Franz all seine Abscheu gegen den Vater und seinen Bruder mit jeder Menge negativer Energie zum Ausdruck bringt, lässt als Auftakt auf spannende Kompositionen hoffen. Doch leider bleiben die meisten Songs in der Folge monoton und sehr schlagzeuglastig. „Tod oder Freiheit“, das Finale vom 1. Akt, kann diese Intensität gut vertragen, Balladen wie Amalias „Totenklage“ oder „Lebendig begraben“ vom alten Moor eher weniger. Die beiden finalen Soli von Franz („Flammen“) und Karl („Ich war ein Sohn“) sind druckvoll und verfehlen die gewünschte Wirkung nicht.</p>
<p>Dass „Die Räuber“ musikalisch so irritieren, liegt sicherlich auch daran, dass beispielsweise Magdalena Neuhaus und Rudi Hindenburg (als Julia und Mercutio 2015 durchaus überzeugend) als Amalia und Spiegelberg nicht in ihrer gewohnten Stimmlage singen. Sie scheinen sich nicht wohl zu fühlen mit den Songs, weshalb es ihnen auch kaum gelingt, die entsprechenden Gefühle zu transportieren. Auch der Sprechgesang von Zacharias Preen, der als Schauspieler durchaus zu überzeugen weiß, mag so gar nicht zur Sanftheit einen gebrochenen Vaterherzens passen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-250 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_3-300x200.jpg" width="402" height="268" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_3-300x200.jpg 300w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_3-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Raeuber_3-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px" />Diese Rockoper nimmt vor allem dann an Fahrt auf, wenn sich die Gefühle der Protagonisten in direkten Konfrontationen Bahn brechen. Dazu zählen die kraftvollen Dialoge von Marko Gebbert als Franz und vor allem die Auseinandersetzungen von Oliver E. Schönfeld und Rudi Hindenburg als Karl und Spiegelberg. Die Mischung von alter und moderner Sprache funktioniert über weite Strecken sehr gut. Auch hier hat Karasek Anleihen bei seinem erfolgreichen „Romeo und Julia“ Musical gemacht. Dennoch kommt es zu ungewöhnlich vielen Verhasplern bei allen Darstellern.</p>
<p>Nichtsdestoweniger überzeugen vor allem Gebbert und Schönfeld als verfeindete Brüder. Während es Gebbert gelingt, das Publikum seinen Hass auf Karl fast plastisch spüren zu lassen, ist es Schönfelds sanftmütige Ausstrahlung, die welche die Zuschauer fesselt. Er vermag es, einerseits allein durch seine Bühnenpräsenz der Rolle als Anführer gerecht werden, bringt aber auch die Verletzbarkeit sowie das Hin- und Hergerissensein zwischen echter Revolte und falsch verstandenem Spaß seiner Räuber sehr glaubhaft nach vorn. Beide stützen ihre sehr langen Monologe durch abwechslungsreiche Mimik und Gestik.</p>
<p>Flankiert wird das Geschehen auf der Bühne durch eine LED-Wand, auf der mehr oder weniger passende Videos gezeigt werden. Einmal mehr eine Wiederholung dessen, was bei „Romeo und Julia“ gut funktioniert hat. Kay Otto und Aron Krause zeigen u. a. die Räuber bei ihren Überfällen, mit einem Hang-Over, lassen Amalia allein durch ein Schloss spazieren und Karl im Zeitraffer altern. Über die Sinnhaftigkeit dieser Videos kann man sicherlich diskutieren. Die Handlung bringen sie jedenfalls nicht voran.</p>
<p>Nach dem Besuch der „Räuber“ bleibt Ernüchterung. Wer sich auf eine frische, moderne, straffe Inszenierung gefreut hatte, erlebte ein langatmiges Drama mit wenigen musikalischen Momenten, die wenn auch live gespielt (Leitung: Ture Rückwardt), dennoch recht eintönig bleiben. Das ist schade, denn der Stoff von Schillers „Die Räuber“ hat definitiv das Zeug zu einem hochspannenden Musical.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Open Air Bühne am Seefischmarkt, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>2. Juli 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Magdalena Neuhaus, Oliver E. Schönfeld, Rudi Hindenburg, Marko Gebbert</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Kettcar / Daniel Karasek<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong>  Olaf Struck<br />
</span></div>
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		<title>Rosenstolz-Musical überzeugt Open Air mehr als Indoor</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/rosenstolz-musical-ueberzeugt-open-air-mehr-als-indoor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2015 14:29:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Karasek]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Magdalena Neuhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Plate]]></category>
		<category><![CDATA[Romeo & Julia]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenstolz]]></category>
		<category><![CDATA[Rudi Hindenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Leo Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Yvonne Ruprecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da das Theater Kiel krankheitsbedingt eine Produktion aus dem Spielplan nehmen musste, hat man sich kurzerhand entschlossen, das im letzten Sommer so erfolgreiche Musical „Romeo &#38; Julia“ auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen. Notwendige Anpassungen des Bühnenbildes wurden gekoppelt mit der Ankündigung neuer Szenen und Texte. Insofern durfte das Publikum durchaus gespannt sein, was ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">Da das Theater Kiel krankheitsbedingt eine Produktion aus dem Spielplan nehmen musste, hat man sich kurzerhand entschlossen, das im letzten Sommer so erfolgreiche Musical „Romeo &amp; Julia“ auf die Bühne des Schauspielhauses zu bringen. Notwendige Anpassungen des Bühnenbildes wurden gekoppelt mit der Ankündigung neuer Szenen und Texte. Insofern durfte das Publikum durchaus gespannt sein, was sich das Kreativteam Neues ausgedacht hatte.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_335">
<div class="style_2">
<p class="Body">Das Bühnenbild wurde wie auch schon in der Inszenierung am Hafen bestimmt von der weißen Treppe, auf der sich alle Szenen abspielen. Jedoch ist die Treppe nun nicht mehr strahlend, jungfräulich weiß, sondern zerschrammt, mit Einkerbungen, kleinen Zeichnungen und Sprüchen versehen. Links und rechts flankiert wurde die Bühne von überdimensionalen Buchstaben, die jeweils die Namen der Hauptfiguren bilden. Auch ins Lichtdesign wurden diese Elemente mit eingebunden. Darüber hinaus gab es optisch wenig Neues. Die drei LED-Screens am Ende der Treppe wurden unverändert dazu genutzt, das Geschehen auf der Bühne in einen größeren Kontext einzubinden oder die Wirkung der Songs mit Videoeinspielungen zu intensivieren.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1192">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die erste Szene zieht das Publikum sofort ins Geschehen: Die verfeindeten Gangs der Capulets und Montagues treffen aufeinander und es entbrennt ein lautstarker, chaotischer Straßenkampf.</p>
<p class="Body">Ministerpräsident Torsten Albig als Escalus, der sich nachdrücklich gegen dieses Gebaren wehrt, verfehlt seine Wirkung auch indoor nicht. Auch der Wortwitz, mit dem die Shakespeare-Zeilen mit den zeitgenössischen Dialogen kombiniert werden, funktioniert einmal mehr sehr gut.</p>
<p class="Body">Für fragende Gesichter sorgt die Einblendung von Julia auf der Leinwand, während Romeo in seinem ersten Song noch der von ihm so heiß geliebten Rosalinde hinterher trauert. Da hat man es sich etwas sehr einfach gemacht.</p>
<p class="Body">Ebenso schade ist es, dass die Szene, in der Julias Mutter ihrer Tochter die Hochzeitspäne präsentiert, nicht gestrafft wurde. Sie ist sehr langatmig und die im Vergleich zum Sommer deutlich albernere Amme macht es nicht besser. Auch die Szene, in der Benvolio und Mercutio den liebeskranken Romeo aus seinem Versteck hervorlocken wollen, ist zu lang und droht ins Trashfach abzugleiten.</p>
<p class="Body">Die weltberühmte Balkonszene musste für die Indoor-Variante komplett verändert werden, da der schiffsähnliche Bühnenaufbau in der Mitte fehlte. Nun muss kurzerhand ein Geländer an der linken Bühnenseite dafür herhalten. Wie jedoch Romeo ebenjenen Balkon erklimmt, ist sehenswert. Er versucht die glatten Wände mit allen möglichen Tricks zu bezwingen, schlussendlich hilft eine Palette Pils bei der Überwindung der Höhenmeter. Ob Johannes Merz hierfür einen Kletterkurs besucht hat? Zum Standardrepertoire eines Schauspielers und Sängers gehört dieses sportliche Herumturnen in vier Metern Höhe jedenfalls nicht. Leider ist man seitens der Regie (Daniel Karasek) nicht so weit gegangen, dass man die unleidliche „Titanic“-Szene ebenfalls gestrichen hat. Plausibel wäre es gewesen – immerhin fand sie im Sommer noch auf einer Art Schiffsdeck statt – auf dem Geländer wirkt sie recht deplatziert.</p>
<p class="Body">Durch die fehlende Weite des Himmels wirkt die ganze Inszenierung deutlich kompakter. Das wird auch beim Song „Natur“ deutlich, in dem ein offenbar sehr weltlicher Pater Lorenzo mit seinen offenherzigen Nonnen tanzt, um dann am Schuss mit seiner „Holy Davidson“ von dannen zu brausen. Leider kommt man nur in den Genuss ihres satten Klangs, auf den Anblick der Maschine muss das Publikum indoor leider verzichten.</p>
<p class="Body">Die Kämpfe der Banden sind durchweg gut gestaged. Die Darsteller bemühen sich um Authentizität und die Zuschauer fiebern mit. Beim finalen Kampf von Tybalt und Mercutio fliegt jedoch ein (Plastik-)Messer ins Publikum. Das ist sicherlich so nicht geplant gewesen, birgt aber durch die Nähe des Publikums zur Bühne einige Verletzungsgefahren.</p>
<p class="Body">Mercutios Tod als solcher wurde entschärft. Er stirbt lange nicht mehr so theatralisch wie noch im letzten Sommer, was einer modernen Inszenierung gut zu Gesicht steht.</p>
<p class="Body">Zwei Szenen, die durch den Transfer von draußen nach drinnen verlieren, sind die Bettszene von Romeo und Julia sowie die Gruft, in der Julia im künstlichen Tiefschlaf  ihren Liebsten erwartet. Beide Szenen wirkten auf der Open Air Bühne zarter und intimer.</p>
<p class="Body">In der besuchten so genannten „B-Premiere“ wird Julia von Magdalena Neuhaus gespielt. Neuhaus gibt eine sehr frische, freche Julia. Ihr gelingt es, die jugendliche Naivität auch mit dem Gesang zu transportieren. Sie wirkt in jeder Szene süß, quirlig und sehr authentisch. Sie singt klar und druckvoll, aber irgendetwas fehlt. Vielleicht ist es die (Bühnen-)Erfahrung, die man bei Maxine Kazis (Erstbesetzung Julia) erleben durfte, die man bei Neuhaus vermisst.</p>
<p class="Body">Ansonsten gibt es bei der Besetzung nur wenige Änderungen. Paris wird von Marius Borghoff gegeben. Eine Alternative zu Romeo stellt dieser eher schmierig-opportunistische Heriatskandidat aber vermutlich für niemanden im Publikum dar. Auch die von der Mutter so hoch gelobten Attribute des schönen Paris sucht man leider vergebens.</p>
<p class="Body">Romeo wird erneut von Johannes Merz gespielt. Insbesondere beim „Ticken einer Uhr“ zeigt sich seine Wandlungsfähigkeit: Er singt sehr aggressiv und spielt nah am Wahnsinn, um dann in der nächsten Szene wieder der sensible Montague zu sein, der alles für seine Julia tun würde.</p>
<p class="Body">Als Eltern polarisieren Zacharias Preen und Ellen Dorn erneut durch ihre etwas schräge Interpretation des Veronaer Fürstenpaares. Rudi Hindenburg übernimmt wieder die Rolle von Mercutio, Romeos bestem Freund und lässt es gesanglich wie schauspielerisch an Nichts vermissen. Ob Yvonne Ruprecht an der weniger fürsorglichen als vielmehr gänzlich überdrehten Interpretation der Amme Spaß hat, lässt sich schwer beurteilen. Aber auch diese Besetzung ist sehr gelungen.</p>
<p class="Body">Rückblickend sucht man nach den angekündigten Neuerungen und findet sie in kleinen Details. Die Eröffnungsszene ist neu, wirkt aber leider nicht nach. Romeo und Julia blicken sich in der Sterbeszene noch einmal in die Augen – aber ob jeder diese Änderung zur Sommer-Inszenierung bemerkt?</p>
<p class="Body">Doch über die kaum ins Gewicht fallenden inhaltlichen / szenischen Anpassungen kann man gut hinwegschauen. Dennoch funktioniert ‘Romeo &amp; Julia’ im Theater grundsätzlich genauso gut wie open air am Kieler Hafen. Allerdings fehlt ein wenig der Zauber, der das Stück im vergangenen Sommer im Freien umgeben hat. Ob es die untergehende Sonne, der warme Wind oder das Möwengeschrei war – im Sommer 2014 wurde die Geschichte von Romeo und Julia viel intimer und persönlicher erzählt. Durch die Nähe zum Publikum (die erste Reihe sitzt direkt am Bühnenrand) wirkt alles viel plakativer. Fraglich ist nur, ob die Regie dieses ganz besondere Flair überhaupt hätte einfangen können.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstelung: </span></strong>23. Mai 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Magdalena Neuhaus, Johannes Merz, Rudi Hindenburg, Yvonne Ruprecht</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Peter Plate, Ulf Leo Sommer / Daniel Karasek<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Kiel<br />
</span></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Gelungene Neu-Inszenierung von Shakespeare&#8217;s Liebestragödie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2014 12:29:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Favorites]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Kämpfer]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Karasek]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Stierand]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Merz]]></category>
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		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Maxine Kazis]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Plate]]></category>
		<category><![CDATA[Romeo & Julia]]></category>
		<category><![CDATA[Rudi Hindenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>
		<category><![CDATA[Sommertheater am Seefischmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Leo Sommer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Romeo &#38; Julia“ &#8211; das ist eine der schönsten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten der Literatur. Unzählige Verfilmungen, Theaterstücke und auch einige Versuche, den Stoff als Musical auf die Bühne zu bringen, zeugen auch heute noch von dessen Intensität. Mehr als 400 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat die Geschichte der verfeindeten Montagues und Capulets, deren Kinder ...</p>
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<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">„Romeo &amp; Julia“ &#8211; das ist eine der schönsten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten der Literatur. Unzählige Verfilmungen, Theaterstücke und auch einige Versuche, den Stoff als Musical auf die Bühne zu bringen, zeugen auch heute noch von dessen Intensität. Mehr als 400 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat die Geschichte der verfeindeten Montagues und Capulets, deren Kinder Romeo und Julia in Liebe zueinander finden und deren Romanze auf so tragische Weise enden muss, nicht an Reiz eingebüßt.</p>
<p class="Body">In diesem Sommer zeigt das Sommertheater Kiel in der Regie von Daniel Karasek die neue Musicalversion von Peter Plate („Rosenstolz“) und Ulf Leo Sommer. Die kleine Open Air Bühne am Seefischmarkt bietet eine einmalige Kulisse: Die Schauspieler spielen das komplette Stück auf strahlend weißen Treppen in deren Mitte sich eine an einen Schiffsschornstein erinnernde Konstruktion befindet, die für die einzigen Szenenwechsel eingesetzt wird. Im Hafen hinter der Bühne wiegen sich die Segelschiffmasten im Wind und sorgen für ein perfekt abgestimmtes Ambiente.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1310">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Ouvertüre versetzt das Publikum in eine romantische Stimmung. Die Melodie ist filmisch-opulent arrangiert und schürt die Hoffnung auf Großes. Anstelle der weltbekannten einführenden Worte erleben die Zuschauer als Auftakt einen Kampf der verfeindeten Familien Montague und Capulet. Unterstützende Szenen auf den drei großen LED-Wänden oberhalb der Bühne lassen das Geschehen noch gewalttätiger wirken. Schade jedoch, dass die Zweikämpfe eher nachlässig einstudiert sind und mehr als Comedy erinnern als an Straßenkampf.</p>
<p class="Body">Schon in Romeos erstem Solo („Die Liebe kennt mich nicht“) zeigt sich Johannes Merz&#8216; Rockstimme, die sich im Verlauf des Stücks noch als sehr gute Wahl erweisen soll. Der folgende Dialog mit Benvolio (Julius Ohlemann) wird weitgehend in klassischer Sprache präsentiert. Die Anpassung einzelner Worte gibt Shakespeare&#8217;s Texten etwas Frisches und Modernes. Dieses Konzept wird über weite Strecken beibehalten. Die Mischung aus „alter“ Sprache und modernem Deutsch-Pop funktioniert einwandfrei. Leider schießen die Macher an einigen Stellen über das Ziel hinaus und fügen den eigentlichen Dialogen Textpassagen und Worthülsen hinzu, die sich nicht ins Gesamtbild einfügen.</p>
<p class="Body">Stirnrunzeln erzeugt ebenfalls die Begrüßung von Herrn Capulet auf seinem Maskenball. Warum heißt er seine Gäste auf französisch willkommen und nicht auf italienisch? Dadurch verschenkt man einen großen Teil Authentizität. Zacharias Preen gibt einen durchaus glaubwürdigen Paten ab. Er regiert seine Familie mit strenger Hand und macht dabei auch vor seiner Tochter Julia nicht halt. Der Song „Elektrisch“, der als Ensemble-Nummer den Maskenball untermauert, wirft jedoch viele Fragen auf und passt nicht so recht in das optisch (Norbert Ziermann) und choreographisch (Vivienne Hötger) durchaus stimmige Gesamtbild.</p>
<p class="Body">Dafür entschädigt das Duett der Titelfiguren, „Wohin“, und die anschließende Balkonszene durch Frische und Jugendlichkeit. Auch wenn die offenbar obligatorische „Titanic“-Szene an der Balkonbrüstung / Schiffsreling absolut unnötig ist, gewinnen die beiden Darsteller durch ihr authentisches Spiel die Sympathien des Publikums. Dass das Casting von Maxine Kazis und Johannes Merz in jeglicher Hinsicht als gelungen bezeichnet werden kann, zeigt sich bei ihrem Duett „Dann fall ich“, in dem sich Julia und Romeo ihre Liebe gestehen. Die beiden Darsteller ergänzen sich nicht nur stimmlich auf beeindruckende Weise, sondern man glaubt ihnen ihre tiefen Gefühle, ihre Verwirrung und ihre Hoffnung in jeder Minute.</p>
<p class="Body">Die Modernität der Inszenierung zeigt sich auch im Einsatz von diversen fahrbaren Untersätzen – von Motorrollern bis hin zu Sportwagen. Vielleicht wäre es hier aber angeraten gewesen, auf Elektrofahrzeuge zu setzen? Auf dem engen Raum sind die Abgase doch ziemlich störend.</p>
<p class="Body">Den coolsten Auftritt hat in jedem Fall Christian Kämpfer als Pater Lorenzo, der in Biker-Boots und Lederhose mit drei sehr freizügigen Nonnen auf einer Harley vorfährt, während auf den LED-Wänden eine digitale Wanderung durch einen Dornenwald mitläuft. Apropos LED-Wände; dort werden passend zur Handlung auch immer Nachrichten eingespielt, die auf den vollen Zuschauerbänken insbesondere dadurch für Lacher sorgen, dass Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig als Fürst Escalus aktiv am Geschehen teilnimmt.</p>
<p class="Body">Rudi Hindenburg alias Mercutio fiel schon in der anfänglichen Kampfszene durch seine raumgreifende Ausstrahlung auf. In der Szene „Señorita“, in der sich die Montague-Jungs über Julias Amme lustig machen, zeigt er sehr deutlich, dass er das Sagen hat. Die Szene ist ungewöhnlich und deftig inszeniert, in sich aber stimmig. Einzig, dass sich Mercutio über die „metrosexuellen Lackaffen“ muckiert, aber selbst wie einer aussieht, wirkt unfreiwillig komisch.</p>
<p class="Body">Der zweite Akt beginnt ähnlich ausdrucksstark, in dem Romeo und Julia ihre frisch geschlossene ehe gleich direkt auf den Kirchenstufen vollziehen. Etwas zuviel Pathos hat auch Mercutios Mordszene: Während der Kampf mit Tybalt wieder eher albern wirkt, löst der Tod Mercutios während er die Treppen hinaufkrabbelt, um schließlich in Romeos Armen fast zu sterben, eher ein Lächeln als Trauer oder Bestürzung aus. Auch Tybalts Ermordung durch Romeo wirkt leider ähnlich plump.</p>
<p class="Body">Wunderschön wiederum ist Julias Sehnen nach Romeo. Kazis legt viel Herzblut in ihr Solo. Überhaupt wirkt die junge Schweizerin in allen Szenen authentisch. Wenn sie ob ihres Schicksals mit Tränen in den Augen verzweifelt, löst sie großes Mitgefühl aus („Du sehnsuchtsvolle Nacht“). Wenig später steckt sie mit ihrer überbordenden Energie („High“) das ganze Publikum an.</p>
<p class="Body">Ob beabsichtigt oder nicht, die Szene, in der Julias Eltern sich selbst für die Wahl von Paris (wunderbar aalglatt: Dirk Stierand) als zukünftigen Schwiegersohn beglückwünschen („Ein gutes Gefühl“) hat einen großen Slapstick-Faktor. Das liegt zum einen daran, dass Preen mit dem Sprechgesang überfordert zu sein scheint, zum anderen wirkt aber auch Ellen Dorn als seine Gattin in ihren viel zu hohen Schuhen sehr hölzern. Bei dieser Szene wünscht man sich, dass sie ganz schnell zuende sein möge.</p>
<p class="Body">„Der letzte Tanz“, das Stück, das für die hübsch drappierte Bettszene ausgewählt wurde, ist auch dadurch besonders, dass Textpassagen von Shakespeare im Titel verarbeitet wurden und die Zuschauer so doppelt abgeholt werden. Zudem zeigen die beiden Hauptdarsteller einmal mehr, dass sie sich im Spiel sehr gut ergänzen.</p>
<p class="Body">Den schönsten Song hat zweifellos Kazis alias Julia mit „Für die Liebe“. So wie sie das Stück interpretiert, könnte es aus spielend in die Charts einsteigen. Ähnlich stark brennt sich Romeos Verzweiflung bei „Wie das Ticken einer Uhr“ ins Gedächtnis. Peter Plates Handschrift ist unverkennbar. Die Titel passen perfekt zum Thema der jeweiligen Szene.</p>
<p class="Body">Zum Schluss wird es Regieseitig noch einmal etwas holprig: Während Julia in der Familiengruft liegt, kämpfen Romeo und Paris auf den Stufen um sie herum auf Leben und Tod. Nachdem Romeo Paris erstochen hat, steckt er sein Messer feinsäuberlich wieder in die Scheide, damit Julia es nach seinem Tod dort findet, um sich damit selbst das Leben zu nehmen. Das hätte man sicherlich glaubhafter umsetzen können, zumal in anderen Szenen die Waffen achtlos liegen gelassen werden.</p>
<p class="Body">Doch am Schluss bleibt die nahezu perfekt gelungene Mischung von modernen Popsongs mit alten Texten, die ein rundes Musicalerlebnis erzeugen. Für eine Wiederaufnahme – die es sicherlich geben wird – kann ja noch an der ein oder anderen Stelle gefeilt werden. Dann steht einem gelungenen Theaterabend nichts mehr im Weg.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
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<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Sommertheater am Seefischmarkt, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>30. August 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Maxine Kazis, Johannes Merz, Rudi Hindenburg, Dirk Stierand, Christian Kämpfer, Julius Ohlemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Peter Plate, Ulf Leo Sommer / Daniel Karasek<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Kiel<br />
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