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	<title>Junge Bühne T3-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Junge Bühne T3-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Diese Show stimmt nachdenklich</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2021 16:20:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Handlung von Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Jugend-Musical „Leben ohne Chris“ ist schnell erzählt: Zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag stirbt Chris bei einem Motorradunfall. In der Zwischenwelt trifft er Erzengel Michael, der ihn seine letzten Tage noch einmal als Zuschauer erleben lässt. Chris muss feststellen, dass er bei weitem nicht so beliebt war, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Handlung von Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Jugend-Musical „Leben ohne Chris“ ist schnell erzählt: Zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag stirbt Chris bei einem Motorradunfall. In der Zwischenwelt trifft er Erzengel Michael, der ihn seine letzten Tage noch einmal als Zuschauer erleben lässt. Chris muss feststellen, dass er bei weitem nicht so beliebt war, wie er immer angenommen hatte… Ganz im Gegenteil!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-3184 size-medium" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-13-1024x702-1-400x274.jpg" alt="" width="400" height="274" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-13-1024x702-1-400x274.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-13-1024x702-1-768x527.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-13-1024x702-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Zu Beginn werden teilweise sehr vorwurfsvolle Statements über Chris auf die Leinwand projiziert. Nach und nach kommen Freunde und Familie von Chris auf die Bühne und der Kontext, in dem diese Aussagen getroffen wurden, wird deutlich. Dieses sehr melancholische Intro setzt den Ton für den Abend.</p>
<p>Sascha Littig ist wie schon in früheren Produktionen des T3 der einzige Erwachsene auf der Bühne, doch sein Outfit und seine Heelys lassen ihn herrlich schräg wirken. Es dauert ein wenig, bis das Publikum merkt, dass Littig den Engel Michael darstellt, der Chris nach dessen Tod begleitet.</p>
<p>Anfangs sprechen die Darsteller die erklärenden Regieanweisungen mit. Einerseits ist dies sehr verwirrend, doch gleichzeitig hilft es, die einzelnen Protagonisten in ihrem Handeln und Fühlen noch besser zu verstehen.</p>
<p>Anna (Miriam Wantikow), Chris‘ Freundin, fragt forsch “Was hast Du Dir dabei gedacht?“. Der Aufbau des Songs von einer Ballade zu einem schmissigen Uptempo-Nummer skizziert die Gefühlsachterbahn des Mädchens sehr nachdrücklich.</p>
<p>Chris (Lasse Kuk) wird von Michael an den Tag seines 18. Geburtstags zurückgebracht. Man muss ehrlich sagen, dass sich Chris sehr selbstherrlich, arrogant und rücksichtlos gegenüber seinem Umfeld verhalten hat.</p>
<p>Matze (Janosh Kratz) hat immer zu seinem großen Bruder aufgeschaut („Muss toll sein du zu sein“), doch dieser hat ihn nie ernstgenommen und immer wieder provoziert. Auch wenn Lisa (Pia Naegeli), Matzes Freundin, ihm sehr romantisch ihre Liebe gesteht, gerät auch sie zwischen die Fronten als Chris sie anbaggert und küsst. Kratz spielt und singt den verletzten Bruder mit viel Einfühlungsvermögen. Naegeli darf im Verlauf der Show ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass sie eine wundervolle Stimme hat („Geheime Liebe“).</p>
<p>„Wir waren da“ erinnert im Stil an schönsten Punkrock im Stil von „Die Ärzte“. Die vierköpfige Band unter der Leitung von Daniel Stickan darf in diesem Musical aus dem Vollen schöpfen: Von Ballade über Pop bis Rock ist alles dabei. Die Musiker intonieren Böhmers Melodien mit Schwung und – dort wo es angebracht ist – mit gegebener Zurückhaltung.</p>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-3186 size-medium" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-10-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-10-400x254.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-10-1024x650.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-10-768x488.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-10-1536x976.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-10-2048x1301.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Birgit (Juliana Kratz), die sich wie für große Schwestern nicht unüblich, um ihre beiden Brüder Matze und Chris gekümmert hat, schwelgt in Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit („Kleiner Bruder Chris“), doch auch sie steht ihrem Bruder nicht kritiklos gegenüber.</p>
<p>Während zu Beginn die Choreographien (Rhea Gubler) noch etwas unbeholfen wirken, sind sie bei „Kluge Menschen sterben jung“ sehr passend für die Teenager, die hier auf der Bühne stehen. Warum allerdings Mozart, James Dean und Jesus von Lund als besagte kluge Menschen bezeichnet werden, kann man diskutieren…</p>
<p>Bevor Nadja (Hanna Langenbrink), ein weiteres Mädchen, dem Chris den Kopf verdreht hat, ihm in einer Rückblende ihre Zuneigung gesteht („Wenn es wirklich Liebe ist“), erfährt das Publikum, dass Chris und Anna zum Zeitpunkt von Chris‘ Tod gar nicht mehr zusammen waren. Die Art der Trennung (Im Café, in dem Anna jobbt) zeigt einmal mehr wie rücksichtlos Chris agiert hat.</p>
<p>Manu (Morgane Meuthin), die sich immer darum gekümmert hat, dass es allen in der Clique gut geht, und Birgit können es nicht mehr ertragen, dass sich immer alles um Chris dreht. „So geht’s nicht mehr weiter“ ist wieder eine herrlich punkige Nummer, bei der die beiden Stimmen sehr gut harmonieren.</p>
<p>Als Nadja und Lisa in einem Anflug von Verliebtsein beide denken, dass Chris das Graffiti (sehr gelungene Leinwand-Projektion) für sie gesprüht hat, eskaliert die Situation: Matze flippt aus und Lisa bemerkt wie ähnlich sich die Brüder sind „Wenn alles aus dem Ruder läuft“). Die Mädels trösten sich gegenseitig.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-3183 size-medium" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-1-680x1024-1-266x400.jpg" alt="" width="266" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-1-680x1024-1-266x400.jpg 266w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/LEBEN-OHNE-CHRIS_c_tw_HansJürgenWege-1-680x1024-1.jpg 680w" sizes="(max-width: 266px) 100vw, 266px" /></p>
<p>Beim Song „Prost“ kommen dann auch Danny (Arthur Huerkamp) und Henne (Arndt Möller) zum Zug: Henne, eigentlich mit Nadja zusammen und der beste Freund von Chris, zweifelt an allem. Doch die Intensität des Songs macht klar, dass die Kids sich in ihre eigenen Welten flüchten.</p>
<p>Anna trifft den Nagel auf den Kopf, wenn sie allen empfiehlt, einfach mal miteinander zu reden (statt immer nur übereinander). Wantikow hat ein ganz spannendes Timbre, wenn sie den Titelsong „Leben ohne Chris“ auf eine berührend schöne Weise intoniert.</p>
<p>Chris sitzt am Ende unter dem Baum (der einzigen Kulisse auf der ansonsten spartanisch offen gestalteten Bühne von Barbara Bloch) und alle zurückgelassenen Freunde geben ihm eine Blume. Ja, Chris‘ Tod hat ein Loch in die Clique gerissen. Doch dieses Loch und die vielen Fragen, die sich die Teenager stellen, helfen bei der Verarbeitung des Geschehenen.</p>
<p>Chris erkennt schließlich, dass er vielen Unrecht getan hat, nicht wirklich ein guter Freund war und wirkt geläutert. Michael fragt ihn „Siehst Du das Licht?“ – und beide sausen auf ihren Heelys (auch Chris trägt jetzt welche) aus dem Saal.</p>
<p>„Leben ohne Chris“ zeigt klar, wie sehr sich Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung unterscheiden können. Es regt mit beinahe jedem Song und jeder Szene zum Nachdenken an und bietet reichlich Gesprächsstoff.</p>
<p>Friedrich von Mansberg hat dieses alles andere als realitätsferne Musical beklemmend klar und sehr authentisch inszeniert. Er darf zurecht stolz sein auf seine junge Truppe. Anna Schwemmer und Daniel Stickan haben gut mit den Nachwuchsdarstellern gearbeitet und ein harmonisches, in Teilen sehr glaubwürdiges musikalisches Gesamtkunstwerk erschaffen.</p>
<p>Einmal mehr trifft Peter Lund mit seinem Buch und den Texten den Nagel auf den Kopf. Flankiert von Wolfgang Böhmers rockig-poppigen Sounds können die Zuschauer einen unterhaltsamen Abend erleben, der noch lange in einem nachhallt.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Junge Bühne T.3, Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">30</span><span class="Bold">. September 2021</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller (inkl. alternierender Besetzungen): </span></strong>Sascha Littig, Lasse Kuk, Anton von Mansberg, Nike Just, Miriam Wantikow, Leo Ehmke, Janosch Kratz, Margarita Georgiadis, Juliana Kratz, Pia Naegeli, Sarah Zürneck, Viktoria Flecke, Morgane Meuthien, Hanna Langenbrink, Belana Pittin, Juri Endsin, Arthur Huerkamp, Arndt Möller, Jonathan Plathe<br />
<strong>Regie / Buch:</strong> Friedrich von Mansberg / Peter Lund<br />
</span><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Hans-Jürgen Wege</span></p>
</div>
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		<title>Märchen mal anders – und hochaktuell!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/maerchen-mal-anders-und-hochaktuell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2019 15:08:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Frederik von Mansberg]]></category>
		<category><![CDATA[Grimm!]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Bühne T3]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
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		<category><![CDATA[T3]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Zaufke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2010 gibt das Theater Lüneburg jedes Jahr Jugendlichen eine Plattform, um gemeinsam mit erwachsenen Profis ein Musical zu erarbeiten. In den letzten Jahren gehörten Stücke wie „13“, „Spring Awakening“ oder „Next to Normal“ zu den Themen, die im kleinen T3 Theater direkt neben dem Großen Haus gezeigt wurden. Auch „Grimm“ von Peter Lund (Buch) ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2010 gibt das Theater Lüneburg jedes Jahr Jugendlichen eine Plattform, um gemeinsam mit erwachsenen Profis ein Musical zu erarbeiten. In den letzten Jahren gehörten Stücke wie „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1227">13</a></span>“, „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1276">Spring Awakening</a></span>“ oder „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1053"><span style="color: #333399;">Next to Normal</span></a>“ zu den Themen, die im kleinen T3 Theater direkt neben dem Großen Haus gezeigt wurden.</p>
<p>Auch „Grimm“ von Peter Lund (Buch) und Thomas Zaufke (Musik) reiht sich ein die Riege anspruchsvoller, da inhaltlich sehr aktueller Stoffe. Lund ermöglicht einen anderen Blickwinkel auf bekannte Märchen der Gebrüder Grimm. Jeder kennt „Rotkäppchen“ und „Der Wolf und die sieben Geißlein“ – aber ist der Wolf, dem in diesen beiden Märchen die Rolle des Bösewichts zukommt, wirklich so grausam wie beschrieben? Gibt es vielleicht Gründe für sein Verhalten? Es lohnt sich, hier mal hinter die Fassade zu schauen, denn auch und gerade Märchen sind nicht frei von Vorurteilen und Stereotypen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2779 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die 14-jährige Dorothea lebt als Mensch inmitten von Hunden, Schweinen und Ziegen. Die Dorfgemeinschaft funktioniert: Bürgermeister Sultan, der alte Hofhund des Bauern, ist Wächter und Ratgeber zugleich, Gisella kümmert sich aufopferungsvoll um ihre sieben Geißlein, Schweinchen Schlau und seine Geschwister Didi und Dicklinde sorgen für Abwechslung. Keiner von ihnen traut sich jedoch in den Wald, denn dort ist es gefährlich – so sagt man zumindest.</p>
<p>Doch Oma Eulalia, eine leicht wunderliche alte Eule, hat sich genau dorthin zurückgezogen und scheint sich sehr wohl zu fühlen.</p>
<p>Eines Tages möchte Dorothea Oma Eule, von der sie auch das verhasste rote Käppchen geschenkt bekommen hat, besuchen gehen. Im Wald trifft sie auf den jungen Wolf Grimm. Beide fühlen sich magisch angezogen vom „Unbekannten“ und verstehen sich auf Anhieb sehr gut. Während Dorothea sofort merkt, dass an den Gerüchten um den bösen Wolf nichts dran ist und im Dorf ein gutes Wort für ihn einlegt, verhindert sie gleichzeitig, dass der Wolf seine Vorurteile über Menschen ablegen kann, denn sie gesteht ihm nicht, dass sie zu dieser von als „gefährlichsten und niederträchtigsten“ bezeichneten Art auf der Erde gehört.</p>
<p>Nach anfänglichem Aufeinanderzugehen im Dorf siegen Neid und Missgunst, und die von Schweinchen Schlau gesäten Vorbehalte fallen auf fruchtbaren Boden. Obwohl er nichts getan hat, wird der Wolf verurteilt und des Dorfes verwiesen. Dorothea ist verletzt und geschockt, aber so richtig tritt sie für ihren neuen Freund dann auch wieder nicht ein. Sie bleibt im Dorf und nimmt mit regelmäßigen Treffen im Wald vorlieb.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2778 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass diese ganze Dorfwelt voller Vorurteile, Gerüchte, Hass und Missgunst hätte verhindert werden können, lag vor 14 Jahren in den Pfoten Sultans: Gemeinsam mit seinem Kumpel, dem Vater von Grimm, hat er eine List ersonnen, wie sie den Bauern davon abbringen konnten, den alten, nutzlosen Hofhund zu erschießen. Der Plan funktionierte, doch als es dann darum ging, dem Bauern zu verheimlichen, wo der Wolf und seine Familie wohnten, konnte Sultan nicht aus seiner Haut: Der Hund ist des Menschen bester Freund! Er verriet seinen Kumpel und machte sich dessen Todes schuldig.</p>
<p>Doch auch diese schwere Verfehlung wird am Ende von der Dorfgemeinschaft hingenommen – um des lieben Friedens willen…</p>
<p>Sätze wie „Wir sind nicht allein auf der Welt“, „Der Klimaschutz fängt beim Fleischverzicht an“ oder „Brennende Wälder als Futter für Rinder“ verpuffen leider. Auch die (gleichgeschlechtliche) Liebe von Dicklinde und Schweinchen Wild wird nicht mit einer entsprechenden Botschaft versehen, als der Wolf fragt, was daran normal sein soll, dass zwei weibliche Schweine sich verlieben.</p>
<p>Hier hätte man sicherlich noch deutlich plakativer sein können – dem Unterhaltungswert des Stücks hätte dies sicherlich keinen Abbruch getan.</p>
<p>Im Laufe des Stücks klingen viele Argumente gegen die allgegenwärtigen Märchen-Klischees an. Die Figuren zeigen auf, dass viele Geschichten, die man sich erzählt, nicht plausibel oder schlichtweg erfunden und nicht wahr sind. Doch trotz dieser zahlreichen Hinweise und Protestaufrufe siegen Alltag und Bequemlichkeit: Der Wolf lebt wieder im Wald, Oma Eule bleibt ebenfalls dort, Dorothea und die anderen bleiben im sicheren Dorf. Die einzige Ausnahme ist Schweinchen Dicklinde, die in Schweinchen Wild ihre große Liebe gefunden hat und ihr altes Leben gegen ein gemeinsames Leben im Wald eintauscht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2777 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Insgesamt 18 Darsteller wirbeln über die Bühne und die beiden Spielebenen rechts und links davon. Die Inszenierung von Friedrich von Mansberg gefällt, da sie viel Spielraum lässt für individuelle Interpretationen. Warum Schweinchen Schlau von zwei sich mäßig ergänzenden Jugendlichen gespielt wird, erschließt sich nicht, und auch die Anleihe beim „König der Löwen“ als Rotkäppchen nach deren Rettung wie Simba dem Dorfvolk präsentiert wird, ist eher überflüssig. Hingegen ist das gemeinsame Sprechen von Sätzen durch Didi und Dicklinde sehr gelungen und auch Didis Verzweiflung als sich Dicklinde von ihr abwendet sehr gut inszeniert.</p>
<p>Die Choreographien von Rhea Gubler sind gut auf die Nachwuchskünstler angepasst, auch wenn sich hier einmal mehr deutlich sichtbar Tanztalent ausmachen lässt.</p>
<p>Sascha Littig gibt den erfahrenen, aber leider wenig weisen Bürgermeisterhund Sultan. Gesanglich und von der Bühnenpräsenz her reicht niemand an häufigen Gast auf Lüneburgs Bühnen heran. Seinen Sohn Rex spielt Gunt Temuujin, der die Wandlung vom feigen Hündchen zum selbstbewussten Nachwuchs-Wächter ganz passabel nachzeichnet. Er hat eine schöne Stimme, ihm fehlt es aber noch ein wenig an Übung, um dieses Handwerkszeug auch gekommen einsetzen zu können.</p>
<p>Von den Jugendlichen sticht Anton Frederik von Mansberg heraus: Er spielt den jungen Wolf Grimm sehr authentisch, kann Gefühle gut über die Rampe bringen und überzeugt gesanglich in allen emotionalen und kompositionsbedingten Höhen und Tiefen. Er hat eine sehr spannende Stimmfarbe und man darf gespannt sein, was man von diesem talentierten Theaterfamilienspross in Zukunft noch hören bzw. sehen wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2781 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Schauspielerisch ist das gesamte junge Ensemble sehr stark, die schwächen zeigen sich insbesondere im Gesang. Dies gilt für Nike Just (Dorothea), Jona Hoek (Schweinchen Wild), Leonie Wiegmann (Schweinchen Didi) und Viktoria Flecke (Schweinchen Dicklinde) gleichermaßen. Sie alle spielen ihren teilweise schrägen Rollen mit viel Einsatz, dass so manches Mal die Stimme wackelt, was bei einem freien Jugendensemble zu verzeihen ist.</p>
<p>Paula Franke hat als Gisella Geiß eine sehr dankbare Rolle: Sie spielt und singt die meckernde Alleinerziehende mit leichtem Hang zum Anbiedern an vermeintliche Mächtige (wahlweise Sultan, Schweinchen Schlau oder Grimm) sehr gut.</p>
<p>Margarita Georgiadis zeigt als Oma Eule den richtigen Weg auf – auch wenn nicht jeder folgen möchte oder kann. Sie spielt mit viel Talent für Pointen und ist sich ihrer Präsenz sehr bewusst. Auch ihrem Gesang hört man gern zu.</p>
<p>„Grimm“ ist unterhaltsame Gesellschaftskritik, die in Lüneburg etwas zu brav gerät. Doch man kann den Jugendlichen unumwunden attestieren, dass sie ihre Rollen mit viel Engagement spielen und diese durchaus tiefergehend erarbeitet haben.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Junge Bühne T3, Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">20</span><span class="Bold">. Dezember 2019</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Sascha Littig, Margarita Georgiadis, Paula Franke, Nike Just, Anton Frederik von Mansberg (*Namensnennungen vorbehaltlich der Bestätigung der Besetzung durch das Theater)</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Friedrich von Mansberg / Thomas Zaufke<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Andreas Tamme</span></p>
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		<title>Thematisierung eines Tabus ohne Berührungsängste</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/thematisierung-eines-tabus-ohne-beruehrungsaengste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2015 14:19:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Müllerleile]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Bühne T3]]></category>
		<category><![CDATA[Kristian Lucas]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Next to Normal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Junge Bühne T.3 in Lüneburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema Musical der Jugend von heute näherzubringen. Hierbei setzt Dramaturg Friedrich von Mansberg vorrangig auf kritische Inhalte, die sich von und mit Jugendlichen hervorragend bearbeiten lassen. Hierzu zählte in der Vergangenheit auch „Frühlings Erwachen (Spring Awakening)“. In dieser Spielzeit steht mit „Fast ...</p>
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<p>Die Junge Bühne T.3 in Lüneburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema Musical der Jugend von heute näherzubringen. Hierbei setzt Dramaturg Friedrich von Mansberg vorrangig auf kritische Inhalte, die sich von und mit Jugendlichen hervorragend bearbeiten lassen. Hierzu zählte in der Vergangenheit auch „<a title="Spring_Awakening_2012.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1276">Frühlings Erwachen (Spring Awakening)</a>“. In dieser Spielzeit steht mit „Fast normal (Next to normal)“ eines der erfolgreichsten Musicals der letzten Jahre auf dem Plan.</p>
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<p class="Body">Es geht um Familie Goodman: Mutter Diane ist seit dem Tod ihres Sohnes Gabe manisch-depressiv (bipolar), was Vater Dan im Alltag vor immer wieder neue Herausforderungen stellt, um die scheinbar heile Familienfassade aufrechtzuerhalten. Die gemeinsame Tochter Natalie erlebt ihre Pubertät im Schatten ihres übermächtigen Bruders und fühlt sich für die häufigen Aussetzer ihrer Mutter verantwortlich. Dabei verliert sie sich zusehends selbst und verweigert jede Hilfe – gleich, ob nun vom Vater oder Schulfreund Henry.</p>
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<p class="Body">Im Gegensatz zur Originalproduktion verschiebt sich bei dieser Inszenierung der Fokus von der Mutter auf die Tochter. Nach wie vor hängt das Wohlbefinden der Familie vom Wohlbefinden der Mutter ab, aber in Lüneburg geht es in erster Linie darum, wie Natalie ihren Weg findet und mit dieser langjährigen Familienkrise umgeht.</p>
<p class="Body">Im rustikalen T.3 sind die vier Spielorte nebeneinander aufgebaut, was vom Publikum viel Aufmerksamkeit erfordert, aber zugleich spannende Spielmöglichkeiten bietet. Für die Bühne zeichnet Christiane Becker verantwortlich, der er auf kleinem Raum gelingt, in sich geschlossene Räume zu gestalten. Friedrich von Mansberg (Regie) nutzt diese „Spielwiese“ vortrefflich und die teilweise parallel genutzten Spielebenen funktionieren sehr gut.</p>
<p class="Body">Die im Hintergrund platzierte sechsköpfige Band unter der Leitung von Hye-Yeon Kim intoniert Tom Kitts Melodien mit viel Energie und lässt es an ncihts vermissen.</p>
<p class="Body">Die Nachwuchsdarsteller (Natalie – Anna von Mansberg, Henry – Timm-Marvin Schattling, Gabe – Calvin Noel Auer) werden in dieser Inszenierung von drei erfahrenen Musicaldarstellern unterstützt: Anna Müllerleile gibt die verzweifelte, in der Vergangenheit verhaftete Diane, Kristian Lucas spielt ihren um Harmonie bemühten Ehemann Dan und Timo Rößner steht in den beiden Arztrollen auf der Bühne.</p>
<p class="Body">Alle Darsteller sind sehr gut ausgewählt, denn die Paare harmonieren exzellent: von Mansberg und Schattling geben ein Teenager-Paar auf Augenhöhe, und Müllerleile und Lucas vermitteln das Gefühl tiefer Liebe und ins Wanken geratener Vertrautheit sehr glaubhaft. Auer hat als Gabe sehr starke emotionale Momente und auch Rößner weiß als unbeirrbarer Psychotherapeut zu überzeugen.</p>
<p class="Body">Etwas fragwürdig ist die – offenbar etwas zu anspruchsvolle &#8211; Choreographie mit bunten Kartons (Heidrun Kugel), während sich das Ensemble fragt „Wer spinnt hier?“: Das Weiterreichen der Kartons mag so gar nicht zum Inhalt des Songs passen.</p>
<p class="Body">Dass es den jungen Darstellern noch an stimmlicher Festigkeit fehlt, merkt man hier und da durchaus. So sitzen bei Anna von Mansberg nicht alle Töne und auch Timm-Marvin Schattling verfällt häufiger in die Kopfstimme, was den Songs von Tom Kitt und Brian Yorkey nicht gerade gut zu Gesicht steht.  Dieses Manko machen Kristian Lucas und insbesondere Anna Müllerleile spielend wett. Beide singen mit viel Gefühl und können die emotionale Achterbahnfahrt ihrer Ehe sehr glaubhaft machen.</p>
<p class="Body">Besonders gut gelingen die Szenen, in denen Gabe aktiv ins Geschehen eingreift und nicht nur als Diane’s Halluzination zu sehen ist. Hierzu gehört unbedingt: „Mir fehl’n die Berge“. Auch das Geschirr-Ballett von Vater und Sohn („Alles wird gut“)  funktioniert prächtig und trägt dazu bei, diesen an sich doch sehr dramatischen Stoff gut zu verarbeiten.</p>
<p class="Body">Anna Müllerleile hat mit „Was weißt Du?“ einen der intensivsten Momente des Abends. Auch das „Lied vom Vergessen“ nach Diane’s Rückkehr von der EKT-Behandlung trifft ins Mark.</p>
<p class="Body">Kristian Lucas bringt den unerschütterlichen Optimismus des Vaters sehr anrührend und nachvollziehbar über die Rampe. „Wie konnte mir das entfall’n?“ ist hierfür ein guter Beleg.</p>
<p class="Body">Die Ereignisse überschlagen sich als die Tochter ihre Mutter trotz aller Ablehnung ins Krankenhaus bringt und so Verantwortung zeigt. Natalie hat das Gefühl, dass ihre Mutter sie braucht und lässt ihre eigenen Probleme hinter sich. Dass Diane ihre Tochter als Therapieobjekt nutzt, schlussendlich dennoch aber nur für ihren toten Sohn Gabe lebt, führt zum Eklat. Während sich Natalie ihrem Freund Henry öffnet und langsam erkennt, dass Drogen keine Lösung für sie sind, verlässt Diane ihre Familie, und Dan gesteht sich ein, dass sein Sohn immer Teil der Familie bleiben wird.</p>
<p class="Body">Als Natalie ihren Vater allein zuhause vorfindet, erkennt sie, dass sie die Bürde der zerrütteten Familie nicht allein tragen muss und dass sie ihrem Vater in seinem Schmerz und seinem Handeln ebenso tatkräftig zur Seite stehen kann, wie er ihr. Der Finalsong, „Es gibt ein Licht!“ zeigt für alle Beteiligten, dass sie positiv in die Zukunft blicken können und müssen.</p>
<p class="Body">„Fast normal“ ist der erneute Beleg, dass man auch schwierige Themen musicalisch präsentieren kann, ohne das Publikum hilflos zurückzulassen. Für Eltern und Jugendliche gibt es dennoch hinterher viel Gesprächsbedarf, aber die Art und Weise wie dieses Tabuthema von Kitt und Yorkey bearbeitet wurde, gestattet eine vorurteilsfreie Herangehensweise.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Junge Bühne T3, Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>22. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Anna Müllerleile, Kristian Lucas</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Friedrich von Mansberg<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Andreas Tamme<br />
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