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	<title>Corny Littmann-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Corny Littmann-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Endlich wieder richtiges Theater in Deutschland!</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2020 08:54:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Fortenbacher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als erstes deutsches Privattheater öffnete das Schmidts Tivoli in Hamburg Anfang Juli seine Türen wieder für Publikum. Stilecht empfangen von den Darstellern der Schmidt Theater Erfolge „Heiße Ecke“ und „Die Königs vom Kiez“ betritt der Zuschauer nach der obligatorischen Hand-Desinfektion am Eingang ein üppig grünes Dschungelparadies. Die Zuschauer wurden in Gruppen unterteilt, die jeweils in ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als erstes deutsches Privattheater öffnete das Schmidts Tivoli in Hamburg Anfang Juli seine Türen wieder für Publikum. Stilecht empfangen von den Darstellern der Schmidt Theater Erfolge „Heiße Ecke“ und „Die Königs vom Kiez“ betritt der Zuschauer nach der obligatorischen Hand-Desinfektion am Eingang ein üppig grünes Dschungelparadies.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2955 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_6_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_6_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_6_c_MorrisMacMatzen-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_6_c_MorrisMacMatzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_6_c_MorrisMacMatzen-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_6_c_MorrisMacMatzen-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Zuschauer wurden in Gruppen unterteilt, die jeweils in einem bestimmten Zeitfenster das Theater betreten durften. Ja, so vermeidet man erfolgreich lange Schlangen und Gedränge. Das bedeutet aber auch, dass David Harrington und Florian Born fast drei Stunden lang live Hintergrundmusik für alle jene liefern müssen, die sich bereits im Theatersaal befinden. Dafür werden sie von der stetig steigenden Zuschauerzahl gebührend gefeiert!</p>
<p>Apropos Zuschauersaal, anstatt der sonst bis zu 620 Sitzplätze sind nur 250 belegt. Diese sind in Kleingruppen oder paarweise so arrangiert, dass der vom Hamburger Senat vorgegebene Abstand jederzeit eingehalten werden kann und die Gäste – einmal an ihrem Platz befindlich – den Mund-Nasen-Schutz abnehmen dürfen.</p>
<p>Durch die zahlreich im Saal platzierten Kunstblumen, für die laut Corny Littmann Lagerbestände im ganzen Hamburger Umland aufgekauft wurden, sieht es gar nicht so leer aus, wie man es vielleicht erwarten würde. Im Gegenteil, es fühlt sich ziemlich gut an, endlich wieder im Theatersaal zu sitzen und auf eine Vorstellung zu warten. Auch die im Mittelbereich des Parketts eingesetzten Plexiglastrennscheiben stören den Blick nicht, sind sie doch exzellent entspiegelt.</p>
<p>„Paradiso“ ist eine Revue, die in typischer Schmidt-Manier alle Sparten der Unterhaltung zeigt: So begrüßt Henning Mehrtens, ansonsten Hausherr im Schmidtchen, das mit seiner Online-Show Schmidtflyx über Wochen vorzüglich unterhielt, das Publikum, platziert seine Pinneberg-Witze treffsicher und leitet direkt über zu Nik Breidenbach, der den eigens komponierten Titelsong „Paradiso“ zum Besten gibt.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2954 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_12_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_12_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_12_c_MorrisMacMatzen-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_12_c_MorrisMacMatzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_12_c_MorrisMacMatzen-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_12_c_MorrisMacMatzen-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Corny Littmann, der im Juli als Gastgeber durch die 75-minütige Revue führt, passt sich – wie auch Mehrtens und Breidenbach – optisch dem Thema an. Unter normalen Bedingungen würden die Anzüge der Herren bei deren Anblick wirklich Schmerzen verursachen, aber in diese so liebevoll geschaffene Show-Oase passen sie perfekt!</p>
<p>Ergänzt werden die monatlich wechselnden Acts von „Siegfried &amp; Joy“, zwei „Disco-Magier“, die sich das Zunichtemachen aller Zauberklischees zur Aufgabe gemacht haben und auf ziemlich schräge Weise und mit viel Selbstironie zeigen, dass sie ihr Fach beherrschen. Sina Brunner begeistert mit ihrer kraftvoll-eleganten Performance sowohl am Tuch als auch am Vertical Pole und setzt den artistischen Höhepunkt der Show.</p>
<p>Carolin Fortenbacher, die mit Nik Breidenbach schon in „Oh, Alpenglühn“ und „Entführung aus dem Paradies“ die Zuschauer begeisterte, gab zwei Songs aus diesen Shows zum Besten. Leider zündeten diese aus dem Zusammenhang gerissen und ohne das Zusammenspiel mit Breidenbach nicht ganz so gut. Doch dass die „Musical-Diva“ extrem vielseitig ist, kann niemand bestreiten.</p>
<p>Auch Breidenbachs ansonsten urkomisches Tina Turner Medley kam an diesem Abend nicht ganz so souverän rüber.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2953 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_10_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_10_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_10_c_MorrisMacMatzen-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_10_c_MorrisMacMatzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_10_c_MorrisMacMatzen-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/Paradiso_SchmidsTivoli_Juli2020_10_c_MorrisMacMatzen-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Vielleicht ist dies aber auch dem Eindruck geschuldet, dass 250 begeisterte Menschen einfach anders (leiser) klingen als 600?</p>
<p>Littmanns Frage: „Was erzählen Sie Ihren Enkeln über diese Zeit?“ regt zum Nachdenken an… Es ist eine herausfordernde Zeit – für alle! Doch gerade die Unterhaltungsbranche leidet mehr als alle anderen Industriezweige unter den Einschränkungen. Umso dankbarer ist man, wenn man miterleben darf, dass Theater und Musical trotz Abstands- und Hygieneregeln funktioniert. Es muss auch einfach funktionieren, denn ohne Theater, ohne Musicals fehlt unserer Welt etwas ganz Entscheidendes! Zu jeder Zeit haben Künstler den Menschen geholfen, ihren Alltag besser zu meistern, ein wenig abzuschalten oder einfach mal ein paar Stunden gute Unterhaltung zu genießen und zu entspannen. Ich wünsche mir sehr, dass es in den nächsten Monaten, die uns Covid-19 sicherlich begleiten wird, viele weitere Theatermacher geben wird, denen es gelingt, wieder Künstler auf die Bühne zu bringen und allen auf, hinter, unter sowie dem Publikum vor der Bühne ein Stück Normalität zurückzugeben.</p>
<p>„Paradiso“ wird im Juli, August und September mit monatlich wechselnden Künstlern zu sehen sein. Auch in den kommenden Monaten wird die Schmidt Familie mit Soloprogrammen und kleinen Shows das Bestmögliche aus der aktuellen Situation machen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint<br />
</span><span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidts Tivoli, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">9</span><span class="Bold">. Juli 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Corny Littmann, Carolin Fortenbacher, Nik Breidenbach</span><span style="color: #000080;"><span class="Bold">, Siegfried &amp; Joy, Sina Brunner<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> <span class="ce-uploads-description">Morris Mac Matzen</span><br />
</span></p>
</div>
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		<title>Eine unterhaltsame Urlaubsrevue in bester Schmidt-Familientradition</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-unterhaltsame-urlaubsrevue-in-bester-schmidt-familientradition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 20:27:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Petru]]></category>
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		<category><![CDATA[Franziska Trunte]]></category>
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		<category><![CDATA[Veit Schäfermeier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sommerzeit ist Reisezeit! Heiko Wohlgemuth (Texte) und Martin Lingnau (Musik) haben sich eine kunterbunte Show rund um das Thema Reisen, Urlaubsziele und die „typische deutsche Urlaubsfamilie“ ausgedacht. Ausgehend von „Hamburg im Regen“ geht es mithilfe von Reisebürochef Willy Fröhlich „Ab in den Süden, der Sonne hinterher“. Schlechtwettertief Corny bringt Familie Koschwitzki erst so richtig in ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sommerzeit ist Reisezeit! Heiko Wohlgemuth (Texte) und Martin Lingnau (Musik) haben sich eine kunterbunte Show rund um das Thema Reisen, Urlaubsziele und die „typische deutsche Urlaubsfamilie“ ausgedacht.</p>
<p>Ausgehend von „Hamburg im Regen“ geht es mithilfe von Reisebürochef Willy Fröhlich „Ab in den Süden, der Sonne hinterher“. Schlechtwettertief Corny bringt Familie Koschwitzki erst so richtig in Urlaubsstimmung. Während Vater Koschwitzki (Nik Breidenbach) von einem eher entspannten Mallorca-Urlaub träumt, phantasiert Mutter Koschwitzki (Petra Staginnus) von gut gebauten Jamaikanern, die ihren Urlaub noch heißer werden lassen. Die Tochter (Franziska Trunte) gibt immer mal wieder das gute und ökologische Gewissen der Familie, während Sohnemann (Christian Petru) nur Eis im Sinn hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2370 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_19_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_19_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_19_c_MorrisMacMatzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_19_c_MorrisMacMatzen.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>„Gimme just a little smile“ und mannshohe Joints sorgen umgehend für die richtige Stimmung. „Coconut Girl“ Veit Schäfermeier wiegt sich zu den Klängen und ist dabei herrlich verpeilt, so dass sich das Publikum schon jetzt vor Lachen krümmt.</p>
<p>Das nächste Urlaubsziel, das Willy Fröhlich (Götz Fuhrmann) aus dem Hut zaubert ist Ägypten. Ein bühnenumrahmendes Portal dient als Projektionsfläche. Und so tanzen Pharaonen, Kamele und Schlangen rund um die Szenerie, in der sich die Reisewilligen zu „Wie eine Fata Morgana“ oder „Gehen wie ein Ägypter“ von ägyptischen Eindrücken berieseln lassen.</p>
<p>Ausnehmend lustig ist auch die folgende Szene, in der von einem Professor (erneut Veit Schäfermeier) nützliche Empfehlungen für die Reiseapotheke gegeben werden. Zu einem umgedichteten „Nossa“ wird das Thema „rektale Dysharmonie“, von Mutter Koschwitzki auch als „Sprühwurst“ bezeichnet, thematisiert.</p>
<p>Nächster Halt auf dieser abgefahrenen Reise ist Afrika. Die Kulissen (zwei dreieckige, klappbare Module) verwandeln sich blitzschnell von einem Reisebüro in einen Dschungel, in dem sich zahlreiche Tiere tummeln. Neben Giraffe, Elefant, Löwe und Zebra, findet sich im Schmidtschen afrikanischen Dschungel auch ein Tiger. Das nennt man dann wohl künstlerische Freiheit, denn Tiger sucht man in Afrika sicherlich vergebens.</p>
<p>Sehr kreativ sind die Tiergesichter (also die Kopfbedeckungen der Darsteller): Da wird aus Blumentöpfen und Flaschen ein Giraffenkopf, ein Schlauch mit Brause symbolisiert den Elefanten, der wilde Löwenkopf besteht aus Putzschwämmen und die Mähne des Zebras aus Putzbürsten. Gesanglich wird hier eine Gratwanderung von der Persiflage auf das Disneymusical „Tarzan“ über „King of the Bongo“ (Nik Breidenbach als kleinwüchsiger Elvis-Verschnitt) bis zum einem etwas sehr disharmonischen „Waka Waka“ – gesungen von Mutter und Tochter (Staginnus und Trunte) geboten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2369 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_16_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_16_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_16_c_MorrisMacMatzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_16_c_MorrisMacMatzen.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Großartig ist Breidenbachs Wutausbruch als ‚Pauschaltourist aus Herne’, dem nach einem schreiend komischen Flug nach Ibiza bei Ankunft von seinem Gepäck nur der Griff bleibt. Die Zuschauer lachen Tränen, während er versucht, dem sprachlich nicht allzu versierten Flughafenpersonal zu erklären, dass augenscheinlich sein Gepäck fehlt.</p>
<p>Weiter geht es mit den „Tres Gigantos“, gespielt von Schäfermeier, Breidenbach und Fuhrmann, die in einem Kasperltheater tanzend Hits wie „Bamboleo“ zum Besten geben. Auch hier johlt das Publikum vor Begeisterung.</p>
<p>Zum Finale der ersten Halbzeit geht es nach Italien, worauf das Publikum mit der allen noch bestens bekannten „Allianz“-Werbung der 1980er Jahre eingestimmt wird. Es folgt Italopop in Reinkultur (Eros Ramazzotti, Albano &amp; Romina Power) dargeboten von Gondolieri in einmal mehr sehr kreativ umgesetzten Minigondeln. Das Highlight dieser Szene ist dann Breidenbach in einem roten Traumkleid, der das obligatorische „Sempre, Sempre“ schmettert und ein jubelndes Publikum in die Pause entlässt.</p>
<p>Im 2. Akt geht es genauso rasant und komisch weiter. Nach einem klischeebeladenen Abstecher nach Bayern und Österreich geht es für risikofreudige Touristen in den Adventurepark Abdullah oder auf die Insel „Santa Maria“, die im eingespielten Film ein wahres Müllparadies ist.</p>
<p>Wir begleiten Familie Koschwitzki an den Strand, wo Beach Boys in sehr ungewöhnlichen Badehosen „Surfin USA“ nicht nur singen, sondern auch sehr beeindruckend tanzen. Zur Melodie des „Ketchup Song“ klagt die Tochter ihrer Mutter ihr Leid, dass sie zu fett sei. Wohlgemuth hat hier scheinbar spielend sämtliche aktuelle Modesportarten im Songtext untergebracht.</p>
<p>Sehr wissend und nichtsdestoweniger lauthals lachend nimmt das Publikum die ‚Schwabbelarme’ von Mama zur Kenntnis, die diese kurzerhand als Handytasche anpreist, wenn man einen Reißverschluss einnähen würde. Mama lebt eben „volles Pfund, ohne Fasten“ – eine wirklich tolle Botschaft einer erfahrenen Frau!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2368 size-medium alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_13_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_13_c_MorrisMacMatzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_13_c_MorrisMacMatzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/12/Tschuessikowski_13_c_MorrisMacMatzen.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Endlich wird auch das im Laufe der Show mehrfach angespielte „Ice Ice Baby“ voll ausgespielt, der Sohn bekommt sein Eis und tanzt sich mit einigen Kumpels in bester Ballermann-Manier in einen Rausch.</p>
<p>Mutter Koschwitzki wird in der Folge von einem aufdringlichen kleinen Jungen belästigt, der sie erst eincremen möchte, was sie vehement ablehnt. Um des lieben Friedens willen pustet sie ihm seinen Schwimmring – einen Elefanten – auf, dem mit steigendem Umfang der Rüssel schwillt und der sich schließlich zu „I like to move it“ mit Wasserspritzern ins Publikum entlädt. Schlüpfrig? Ja. Albern? Durchaus. Aber genauso kennt und liebt das Publikum sein Schmidt Theater.</p>
<p>Das Stück endet mit einer sehr schönen Empfehlung von Willy Fröhlich: „Du bist urlaubsreif, mach Dich mal wieder locker!“ Beim finalen Party-Medley mit „Un Dos Tres“ und „Let’s get loud“ hält es dann wirklich niemanden mehr auf den Sitzen.</p>
<p>Dem eingespielten Kreativteam – neben Lingnau und Wohlgemuth waren noch Corny Littmann als Regisseur und Benjamin Zobrys an der Entstehung dieser Revue beteiligt – ist eine leichtfüßige, humorvolle Revue gelungen, die ganz in der Tradition der Schmidt Theater Stücke steht, die dieses Privattheater seit inzwischen 30 Jahren zu einem der erfolgreichsten Deutschlands machen</p>
<p>Der Humor ist bodenständig und die Rollen sind den Darstellern auf den Leib geschrieben. Auch die ein oder andere Improvisation ist mehr als gewünscht. Die Kulissen sind praktikabel, aber pfiffig und – dank der dosiert, aber gekonnt eingesetzten Projektionen – durchaus sehr modern.</p>
<p>Neben dem Gesang und dem Gespür für schräge Charaktere und Pointen dürfen die zehn Darsteller auch tänzerisch aus dem Vollen schöpfen. Vier Tänzer unterstützen die sechs Schauspieler und Sänger und geben dieser Revue einen durchaus ungewöhnlichen Rahmen. In dieser Konstellation kommen auch Zobrys schwungvolle Choreographien so richtig zur Geltung.</p>
<p>„Tschüssikowski“ ist eine gelungene Revue, die thematisch perfekt in den Sommer passt. Die Mischung aus groben Witzen, deftigen Klischees, Partyhits und schrullig-liebenswerten Charakteren trifft direkt ins Humorzentrum des Publikums.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 10. August 2018</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Nik Breidenbach, Franziska Trunte, Götz Fuhrmann, Kathrin Finja Meier, Petra Staginnus, Christian Petru</span>, Veit Schäfermeier </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Corny Littmann / Martin Lingnau</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Morris Mac Matzen</span></div>
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		<title>„Schlagerkräftiges“ Märchenmusical der bewährten Schmidt-Kreativschmiede</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/schlagerkraeftiges-maerchenmusical-aus-der-bewaehrten-schmidt-theater-kreativschmiede-wohlgemuth-lingnau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2016 10:19:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Spieß]]></category>
		<category><![CDATA[Cindy Reller]]></category>
		<category><![CDATA[Corny Littmann]]></category>
		<category><![CDATA[Elena Zvirbulis]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Kuropka]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Lessing]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lingnau]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidt Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Koller]]></category>
		<category><![CDATA[William Danne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Märchen-Musical? Aus dem Hause Lingnau / Wohlgemuth? Uraufgeführt im Schmidt Theater? Mit einem bereits durch zahlreiche Eigenproduktionen erprobten Ensemble? Das klingt nach jeder Menge Spaß! Das Publikum wird nicht enttäuscht: Heiko Wohlgemuth und Martin Lingnau haben eine sehr freie Adaption vom Grimmschen „Aschenputtel“ geschrieben. Ihre Charaktere sind herrlich überspitzt und nehmen kein Blatt vor ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/schlagerkraeftiges-maerchenmusical-aus-der-bewaehrten-schmidt-theater-kreativschmiede-wohlgemuth-lingnau/">„Schlagerkräftiges“ Märchenmusical der bewährten Schmidt-Kreativschmiede</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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<p class="Body">Ein Märchen-Musical? Aus dem Hause Lingnau / Wohlgemuth? Uraufgeführt im Schmidt Theater? Mit einem bereits durch zahlreiche Eigenproduktionen erprobten Ensemble? Das klingt nach jeder Menge Spaß!</p>
<p class="Body">Das Publikum wird nicht enttäuscht: Heiko Wohlgemuth und Martin Lingnau haben eine sehr freie Adaption vom Grimmschen „Aschenputtel“ geschrieben. Ihre Charaktere sind herrlich überspitzt und nehmen kein Blatt vor den Mund. Die Sprüche, die Heiko Wohlgemuth den Protagonisten in den Mund legt, zielen treffsicher unter die Gürtellinie und schrammen gern am Rand des guten Geschmacks vorbei. Doch so kennt man es aus der Schmidt-Familie und genau so lieben es die Zuschauer. Aber der Reihe nach&#8230;</p>
<p class="Body">Das Mauerblümchen Cindy Reller arbeitet nach dem Tod seines Vaters in dessen Tierhandlung. Sie liebt Tiere und opfert sich gern für sie auf. Wären da nicht die obligatorische böse Stiefmutter, Renate Reller-Rochen, und ihre tumbe Tochter Blondie, die ihrem Namen alle Ehre macht. Die beiden schikanieren Cindy wo es nur geht. Bei der ganzen schweren Arbeit kommt Cindy kaum dazu, ihrem Hobby, der Schlagermusik, zu frönen. Insgeheim träumt sie davon, eines Tages selbst als Schlagersängerin in die Fußstapfen von Helene Fischer &amp; Co. zu treten.</p>
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<p class="Body">Wie es der Zufall will, lauscht Edelbert von Grootfru Junior eines Abends, wie die traurige Cindy den letzten Song singt, den ihr Vater von ihr gehört hat. Nicht nur, dass er dem zuckersüßen Gesang sofort verfällt, er sieht darin auch die letzte Chance, bei seinem Vater, Edelbert von Grootfru Senior, zu punkten und ihm endlich zu beweisen, dass er nicht der Volltrottel ist, für den dieser ihn hält.</p>
<p class="Body">Doch die intrigante Stiefmutter wittert Morgenluft (bzw. jede Menge Mammon) und versucht, die schüchterne Annäherung von Edelbert Junior und Cindy im Keim zu ersticken. Ohne das vorlaute Mundwerk ihrer Tochter, dem ziemlich hirnlosen Barbie-Klon, wäre ihr das auch gelungen. Doch in Blondie regt sich überraschend ein Unrechtsbewusstsein und sie deckt die Machenschaften der Mutter auf. Am Ende bekommt Cindy ihren Edelbert, Blondie brennt mit dessen Vater durch und Renate verdingt sich als deren Putzfrau.</p>
<p class="Body">Als Erzähler (aus dem Off) dieser doch manchmal recht wechselhaften Geschichte fungiert Wolfgang Trepper. Sein unvergleichlich loses Mundwerk und die schonungslose Ehrlichkeit steigern die Vorfreude auf die Szenen.</p>
<p class="Body">Was zudem ungewöhnlich und neu ist, sind die zahlreich eingesetzten Videoprojektionen: Sam Madwar und Heiko de Boer haben eine funktionale Umgebung geschaffen, in der sie durch das Verschieben einzelner Wände große Projektionsflächen erhalten, die sie zumeist mit herrlich kitschigen Filmchen bespielen. Beispielweise wird die Bühne bei Cindys erstem Song „Hallo, Du schöne Welt“ ganz in rosa getaucht. Selbst die Kostüme der Darsteller sind rosa, inklusive der Pinneberger Proletenshirts, die eingefleischte Schmidt-Fans aus der „Heißen Ecke“ kennen. Im Hintergrund zieht ein kleiner Piepmatz seine Kreise und lässt die Szene so noch süßlicher wirken.</p>
<p class="Body">Doch aus diesem Zuckerwattetraum, in den die zarte, naive Cindy (Franziska Lessing) wunderbar hineinpasst, wird das Publikum jäh aufgeschreckt, als Blondie und ihre Mutter Renate die Bühne betreten. Elena Zvirbulis hat schon bei „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Schmidt_in_Love_2009.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1297">Schmidt in Love</a></span>“ bewiesen, dass ihr abgestumpfte, zumeist blonde, reichlich knapp bekleidete Charaktere mit dem IQ eines Toastbrots liegen. Und so landet sie mit ihren Sprüchen und dem offensichtlichen Unvermögen, Fremdwörter korrekt einzusetzen („Jetzt trägst Du die Frequenzen!“), einen Lacher nach dem anderen.</p>
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<p class="Body">Nach den ersten 15 Minuten wird ein kleiner Schwachpunkt dieses Stücks deutlich: Einige Szenen sind sehr dialoglastig, und auch wenn die schonungslosen Kommentare der Figuren teilweise wahre Schenkelklopfer sind, hätte man sich doch 2-3 Songs mehr gewünscht, um diese „Textwüsten“ zu entzerren und leichter verdaulich zu machen.</p>
<p class="Body">Nachdem die Damen eingeführt wurden, folgen die Herren: Corny Littmann in einer Paraderolle als grantelnder, cholerischer Werbeagenturchef Edelbert Senior, William Danne als sein leicht trotteliger Sohn Edelbert Junior sowie Emsig, Edelbert Seniors langjähriger Assistent, gespielt von dem unglaublich wandlungsfähigen Tim Koller.</p>
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Cindy_Reller_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="291" height="360" /></div>
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<p class="Body">Nachdem Edelbert Junior einen großen Auftrag in den Sand setzt &#8211; sein ausgefeiltes Konzept „altkluge Marketing-Phrasen + erotischer Schlager“ („Du bist die Sünde, die man gern begeht“) kommt beim bayrisch-biederen Schokoladenproduzenten so gar nicht an – geht sein Vater wie das sprichwörtliche HB-Männchen in die Luft. Er spricht von einem „Guantanamo für seine Ohren“. Großartig, was Heiko Wohlgemuth hier wieder eingefallen ist! Und dabei sollte es nicht bleiben&#8230; Der nächste Ausraster lässt nicht lange auf sich warten: Als der Junior zwar mit einem wunderschönen Song doch ohne Kenntnis der Sängerin ins Büro zurückkommt, bezeichnet ihn sein Vater, dem ja mit dem Song gerade noch „die Engel ins Ohr gepisst“ haben, geradeheraus als „Aushilfsamöbe“. In der Familie von Grootfru herrscht wirklich (k)ein sehr liebevoller Umgangston.</p>
<p class="Body">Emsig gelingt es, Edelbert Senior zu beruhigen. Doch als dieser ihm mal wieder unterstellt, dass er schwul sei, echauffiert sich der hörbar aus dem Osten  stammende Dienstbote aufs Äußerste: „Nur weil ich gern Gesichtscrème nutze, bin ich noch lange kein Rückwärtseinparker in einer Wurstfabrik!“. Dieser Haudrauf-Humor funktioniert, nicht zuletzt auch wegen Tim Kollers hervorragender Interpretation des beleidigten Assistenten. Sein an den ob der Dummheit des Sohns verzweifelten Senior gerichtetes, motivierendes „Wir schaffen das!“ inklusive stabilem Handhaltungsdreieck verfehlt seine Wirkung nicht. Doch so langsam hat sich auch diese Angela Merkel Anspielung überholt. Inzwischen taucht dieses geflügelte Wort in mehr oder minder passendem Kontext in jedem zweitem Musical auf.</p>
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<p class="Body">Renate Reller-Rochen wird von Franziska Kuropka schön drachig gespielt. Die billige Optik in Leoprint und die auslandende Haarpracht machen diese sich für etwas Besseres haltende Stiefmutter zu einem erschreckend authentischen Abbild der Leute, die man so in RTL II Dokusoaps zu sehen bekommt. Kuropkas Berliner Schnauze passt herrlich zur Respektlosigkeit, die Renate ihrem Umfeld gegenüber an den Tag legt.</p>
<p class="Body">Dass es sich bei „Cindy Reller“ um ein Schlagermusical handelt, wird dem Publikum unmissverständlich verdeutlicht, als Cindy die Tiere in der Zoohandlung begrüßt: Alle Tiere haben die Namen von Schlagerstars! Nana Mouskouri, die Katze, Heintje, der Papagei und Frank Zander, der Zierfisch, sind hierfür nur drei Beispiele.</p>
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<p class="Body">Während Emsig seinen Chef mit den 34 Strophen von „Bagalu, das kleine Bärchen“ in den Schlaf trällert, stolpert Edelbert Junior in die Rellersche Tierhandlung und trifft auf eine nur mit einer Fußmatte bekleidete Cindy. Zuvor hatte ihr Blondie aus purer Bosheit das Kleid ausgezogen, das sich Cindy aus dem von Blondie zusammengestellten Altkleidersack genommen hatte.</p>
<p class="Body">Zwischen Edelbert Junior und Cindy stimmt die Chemie: Beide sind etwas schusselig, lieben Musik und treten von einem Fettnäpfchen ins Nächste. Ihr romantischer Kennenlern-Schlager „Hallo“, den sie vor einem Regenbogen-überspannten Rapsfeld singen, ist gefällig.</p>
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<p class="Body">William Danne kommt mit dieser Art von Songs deutlich besser zurecht als Franziska Lessing. Als sich das Rapsfeld mit dahinter liegendem Meer digital in einen Sternenhimmel mit Heißluftballon verwandelt, hat nicht nur das Paar auf der Bühne Herzchen in den Augen. Auch die Zuschauer können sich dieser Überdosis Kitsch nicht erwehren.</p>
<p class="Body">Doch auch hier folgt ein kalter Schnitt: Die Stiefmutter schickt „Körperklaus“ Cindy nach oben, um allein mit dem reichen jungen Mann zu reden. Schon hat sie den Plan ausgeheckt, dass ihre Blondie auf der Agenturparty Playback zu Cindys Song singt. Wer soll das schon bemerken?</p>
<p class="Body">Sie unterstreicht ihre Ambitionen mit einem großartigen 90er Jahre Popsong: „Mehr als genug“ ist ihr bescheidener Anspruch an den Deal mit der Agentur. Franziska Kuropka in einem knappen Lederkleid mit entsprechenden sexy Stiefeln, flankiert von zwei sich lasziv räkelnden Tänzern (Koller und Danne) eingehüllt in reichlich Nebel, das kann sich sehen und hören lassen. Definitiv eine der besten Nummern des Abends!</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Cindy_Reller_2016_files/shapeimage_4.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Dass Slapstick noch lange nicht ausgedient hat, zeigt die nächste Begegnung von Edelbert Junior, der sich selbst als Prinz Peinlich bezeichnet, und Cindy. Die beiden finden ein „gemütliches“ Plätzchen auf einem Kratzbaum und Edelbert erzählt ihr von der Mottoparty zu Ehren von Prinzessin Lumina von Dubidubidubai. Für großes Amüsement sorgt hierbei Corny Littmann als bauchtanzende Schönheit. Abgefahren, schräg, bunt, und dazu ein schmissiger Song mit dem treffenden Titel „Dubidubidubai“ – Herz, was willst Du mehr?</p>
<p class="Body">Doch Cindy ist drauf und dran, die Einladung abzulehnen, da sie kein Kleid besitzt und auch „zu klamm“ ist, um sich etwas Passendes zu kaufen. Auftritt: Emsig als gute Fee, oder wie er es ausdrückt: Jeanne d’Arc der Tragetaschen! Schon zieht er ein wunderschönes Ballkleid aus einer seiner unzähligen Tüten und nicht nur Cindy strahlt vor Vorfreude.</p>
<p class="Body">Schon das Ansehen seines Spiegelbilds im (nicht vorhandenen) Schaufenster der Zoohandlung sorgt für Lachtränen. Als dann noch jovial von Edelbert eingeworfen wird, dass die wartende Kutsche (falls sie abgeschleppt wird) hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen – mit anderen Worten also in Harburg („Und wer will da schon freiwillig hin?“) – abgeholt werden müsste, platzt es aus den Zuschauern heraus. Überraschenderweise mal kein Witz auf Kosten der Pinneberger – aber die Harburger haben sicherlich genug Humor, um sich nicht auf den Schlips getreten zu fühlen.</p>
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<p class="Body">Doch wie in der Märchenvorlage vereiteln Blondie und Renate die Ballprinzessinnenträume von Cindy, zerreißen ihr Kleid und tragen ihr auf, das vermischte Trockenfutter von Katzen und Hunden zu sortieren („Die Guten in das Töpfchen, die Schlechten kannst Du naschen!“). Doch sie haben ihre Mitbewohnerin unterschätzt. Nach dem Motto „Jetzt erst recht“ singt sie sich mit „Nur dieses eine Mal“ Mut zu, näht das Kleid um und macht sich auf zur Agentur.</p>
<p class="Body">Bevor dort die Party steigt, gibt Emsig den Anheizer. „Schlagerherz“ ist ein lupenreiner, knallbunter, klatschfreudiger Song, den das Publikum nach der Pause dankbar annimmt.</p>
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<p class="Body">Zu Ehren des königlichen Gastes haben sich alle auf der Bühne in edle Roben gewandet. Insbesondere die Kleider der Damen sind sehr gelungen (Kostüme: Frank Kuder, Chrisanthi Maravelakis). Auch Prinzessin Luminas Bauchtanz-Kleid ist wunderschön verziert und sehr detailliert gearbeitet. Dass sich hinter dem Schleier erneut Tim Koller versteckt, wird spätestens klar, wenn man seine tiefe Stimme hört.</p>
<p class="Body">„Life’s a Fairytale“ ist eine Szene, in der sich die Arbeit von Benjamin Zobrys (Choreographie) und Götz Fuhrmann (Puppen) sehr schön beobachten lässt: Das Ensemble tanzt paarweise, teilweise mit Puppentorsi, während Edelbert Junior und Cindy eine Hebefigur proben, die sicherlich nicht nur zufällig an Lessings Engagement als Baby bei „Dirty Dancing“ erinnert.</p>
<p class="Body">Bei der anschließenden Produktpräsentation für ‚Lumina &#8211; das erste leuchtende Toilettenpapier’ &#8211; wird vom per Live-Schalte hinzugeholten Scheich verkündet, dass Prinzessin Lumina und Edelbert Junior heiraten werden. Cindy ist erschüttert und zerstört kurzerhand das iPad, auf dem ihr Song abgespielt wird. Blondies Schwindel fliegt auf, William lehnt die Heirat ab und folgt Cindy. Edelbert Senior konstatiert, dass er seinen Sohn wohl „besser in ein Taschentuch hätte wichsen sollen“ und Renate versucht vergeblich die aussichtslose Situation zu retten.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Cindy_Reller_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="403" height="240" /></div>
<p class="Body">Während sich Cindy in einem sehr schönen Solo („Kein Happy End“) selbst bedauert, gibt sich Edelbert Senior bei der Frage nach Juniors Mutter seinen Erinnerungen hin. „Sophia Lorraine“ ist großartig inszeniert. Littmann wirkt wie der typische alternde Schlagerstar, der mit Schmachtstimme an rosarote Zeiten denkt. Dass diese Zeiten nur ein One-Night-Stand war und ihm seine große Liebe neun Monate später ein schreiendes Bündel vor die Tür legt, das er ‚Edelbert’ nennt, „da ich mir diesen Namen wenigstens merken kann“, erfährt das Publikum erst am Ende des Songs.</p>
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<p class="Body">Zeitgleich versucht Blondie bei einem Blind Date einen potentiellen Verehrer von ihren rar gesäten Vorzügen zu überzeugen. Doch das misslingt gründlich. Immerhin bekommt sie eine Lehre für das Leben mit auf den Weg: „Wenn etwas sich nicht richtig anfühlt, soll man es direkt und laut ansprechen!“</p>
<p class="Body">Auch Edelbert Junior fasst sich ein Herz und geht zu Cindy, die ihn erst mal abblitzen lässt. Geht sie doch davon aus, dass das, was ihre Stiefmutter ihr erzählt hat – nämlich, dass es Edelbert Juniors Idee war, die hübsche Blondie anstatt der grauen Maus Cindy singen zu lassen – der Wahrheit entspricht.</p>
<p class="Body">Doch es gelingt Edelbert mit dem „A-Cappella-Song“, den er mithilfe aller Tiere zum Besten gibt, Cindy von seiner Ehrlichkeit und Liebe zu überzeugen. „Ein A-Cappella-Song funktioniert immer und macht glücklich“ – so die Botschaft des Songs. Und das stimmt zu 100 %. Dieser Song ist mit Abstand der in sich stimmigste Song des Stücks und animiert das Publikum ohne zusätzliche Animation zum Mitklatschen und Mitsingen.</p>
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<p class="Body">Während Edelbert Junior und seine Cindy auf dem Weg in den siebten Himmel sind, sucht der Senior mithilfe eines Castings nach einer Sängerin für den Klopapier-Song. Alle Teilnehmerinnen werden von Tim Koller gespielt. Jede für sich hat ein eigenen, sehr speziellen Charakter und ist ungemein lustig.</p>
<p class="Body">Als Edelbert Senior kurz vorm Verzweifeln ist, taucht Cindy auf: Sie erklärt sich bereit den Song zu singen, denn dann sind alle glücklich: Edelbert Senior, der Scheich von Dubidubidubai und auch Renate, die Cindy damit erpresst hat, alle Tiere zu töten. Dass sie damit Edelbert Junior vor den Kopf und in die Arme von Prinzessin Lumina stößt, nimmt sie für das Leben ihrer Tiere in Kauf.</p>
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Cindy_Reller_2016_files/shapeimage_7.png" alt="" width="277" height="343" /></div>
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<p class="Body">Die Trauung nimmt ihren Lauf. Wie es sich gehört, erheben sich alle Anwesenden auf Aufvorderung von Edelbert Senior hin, als das Brautpaar den Saal betritt. Doch plötzlich unterbricht Blondie die Zeremonie und klärt alles auf. In bester Louis de Funès Manier reagieren die Hochzeitsgäste mit einem „Was? Nein! Doch! Oh!“. Edelbert Junior schnappt sich endlich seine Cindy, der Senior lädt Blondie ein, mit ihm seinen Lebensabend auf den Malediven zu verbringen, und die wiederum nimmt ihre Mutter mit, welche ihnen fortan als Putzfrau dient.</p>
<p class="Body">Beim „Mega-Finale“, so der Titel des letzten Songs, tragen die Damen extrem geschmacklose goldene Kleider und die Herren nicht minder farbenfrohe Anzug-Shirt-Kombinationen. Das Publikum lernt, dass Cindy und (Edel-)Bert zunächst als Gesangsduo und später als Hosts einer TV-Show Karriere machen. Alles ist bunt, fröhlich und wunderbar. Genau das Happy End, das ein Märchenmusical haben sollte!</p>
<p class="Body">Der Unterhaltungswert dieser zehnten Gemeinschaftsproduktion von Heiko Wohlgemuth und Martin Lingnau ist hoch. Das liegt aber insbesondere an den witzigen, teils bitterbösen und schonungslosen Sprüchen, welche die Figuren von sich geben. Gegen eine Renate, gegen die eine „Cruella de Vil eine Peta-Aktivistin“ ist, ist eben kein Kraut gewachsen. Carolin Spieß hat ganze Arbeit geleistet, diese schrägen Charaktere so zu inszenieren, dass sie dennoch irgendwie liebenswert sind.</p>
<p class="Body">„Cindy Reller“ ist ein Märchen für Erwachsene und an einigen Stellen auch ganz sicher nicht jugendfrei. Dieses bewährte Konzept geht auf. Ob es jedoch ein Erfolgsrezept à la „Heiße Ecke“ oder „Die Königs vom Kiez“ ist, darf bezweifelt werden. Dafür ist „Cindy Reller“ musikalisch leider zu einseitig und die Handlung zu wenig überraschend.</p>
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<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>15. September 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span> </strong>Franziska Lessing, William Danne, Elena Zvirbulis, Tim Koller, Franziska Kuropka, Corny Littmann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Martin Lingnau / Carolin Spieß<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch</span></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Musikalische Unterhaltung, bei der kein Auge trocken bleibt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/musikalische-unterhaltung-bei-der-kein-auge-trocken-bleibt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2015 14:10:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Fortenbacher]]></category>
		<category><![CDATA[Corny Littmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Mirko Bott]]></category>
		<category><![CDATA[Nik Breidenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidtchen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Mittelpunkt von Mirko Botts neuestem Zwei-Personen-Stück stehen Winona Westwood, die seinerzeit als Uschi Blum (war da nicht mal was mit Hape Kerkeling?) große Erfolge feierte, und ihr Stylist Peter von Pattnach, genannt Puschi. Beide sind von Unbekannten entführt und ausgerechnet in Winonas altem Probenkeller eingesperrt worden. Dort müssen sich die beiden stetig wachsender Kakerlaken ...</p>
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<div id="body_content">
<p>Im Mittelpunkt von Mirko Botts neuestem Zwei-Personen-Stück stehen Winona Westwood, die seinerzeit als Uschi Blum (war da nicht mal was mit Hape Kerkeling?) große Erfolge feierte, und ihr Stylist Peter von Pattnach, genannt Puschi. Beide sind von Unbekannten entführt und ausgerechnet in Winonas altem Probenkeller eingesperrt worden. Dort müssen sich die beiden stetig wachsender Kakerlaken erwehren, machen sich gegenseitig vollkommen kirre und Winonas Hund Rossini kommentiert das Geschehen mit hessischer Schnauze.</p>
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<p class="Body">Als Hauptdarsteller der ersten Produktion, &#8222;Die Entführung aus dem Paradies&#8220;, des im Juni eröffneten „Schmidtchens“ geben sich einmal mehr Caron Fortenbacher und Nik Breidenbach die Ehre. Schon mit „Oh Alpenglühn“ stellten die beiden nachdrücklich unter Beweis, dass sie ein herausragendes musikalisches Comedy-Duo sind.</p>
<p class="Body">Nach einer höchst dramatischen Ouvertüre zu „Draußen ist Freiheit“ schwelgen Winona und Puschi in ihren Erinnerungen. Ob sie nun den Spice Girls Hit „Wannabe“ rappen und sich Winona dabei an den Dämpfen aus den Kellerrohren berauscht, oder Puschi in knackiger Ledershorts in Netzstrümpfen und High Heels Tina Turners „Simply the Best“ schmettert – jede Szene ist auf ihre Art extrem lustig. Die erste Sequenz gipfelt – nach einem weiteren Kostümwechsel zu schwarzen Lack-Leder-Outfits &#8211; in Beyoncés „ Single Ladies“.</p>
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<div class="text-content style_External_669_1108">
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<p class="Body">Die Kakerlaken werden derweil immer größer und während sich Puschi kreischend auf einem Stuhl in Sicherheit bringt, steht Winona ihre Frau und macht ihnen knallhart den Garaus. Da sie nun schonmal im Keller mit den alten Uschi Blum Kostümen sind, werden diese kurzerhand wieder angezogen und Uschis größter Hit „Bitte Bitte“ in einem überdimensionalen Silberglitzerkleid zum Besten gegeben.</p>
<p class="Body">Puschi fragt sich (zu Recht), was sie hat, was er nicht hat. Aber immerhin hat er ein Engagement als Showvisagist bei Helene Fischer in Aussicht. Das wiederum passt Winona gar nicht. Wenn „die kleine zarte Tunte“ schon nicht für sie arbeiten möchte, dann aber auch auf keinen Fall für Helene Fischer. Diese Freundschaft zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend – dabei heißt Winonas neueste, wenn auch wenig erfolgreiche Single „Breathless through the Day“&#8230;</p>
<p class="Body">Der Kampf um das einzig verbliebene Essbare – eine Dose Ravioli – artet auf aberwitzige Weise aus. Aber auch wenn „Dosen aus Tirol“ von Fortenbacher sehr sauber gesungen wird, hat diese Sequenz leider doch Längen.</p>
<p class="Body">Auch die an sich sehr lustige Szene auf dem imaginären roten Teppich, zu dem die berechnende Winona Puschi einlädt, wenn sie die Entführung überstehen, gerät ein wenig zu lang. Doch auch hier: Peter Alexanders „&#8230;und die Musi spielt dazu“ wird von beiden Darstellern sehr gut und mit einer gehörigen Portion Humor interpretiert und getanzt.</p>
<p class="Body">Es folgt eine beeindruckende Empfehlung von Winona als Norma Desmond in ‚Sunset Boulevard’: Fortenbachers Habitus und Gesang passen exzellent zu Normas großem Solo „Nur ein Blick“. Doch das Publikum bekommt nicht lange Gelegenheit, das 5-Oktaven-Talent zu bestaunen, denn Puschi holt alle mit „Uschi mach kein Quatsch“ (Stephan Sulke) wieder auf den Boden des gemütlichen 200 Plätze Klubtheaters herunter.</p>
<p class="Body">Dass er mehr sein kann als die „verweichlichte Frisöse“, versucht er Winona mit Helm und mit bestem Machogehabe zu beweisen. Das Indiana Jones Thema setzt den Rahmen, doch Winona lässt die Seifenblase einfach platzen, indem sie einen nicht von der Hand zu weisenden Bezug zu Bob dem Baumeister herstellt. Die beiden Darsteller schmeißen diese Szene komplett und schütten sich vor Lachen aus. Das Publikum honoriert diese zutiefst menschlichen Aussetzer mit großen Applaus und langanhaltendem Lachen.</p>
<p class="Body">Im zweiten Akt wird deutlich, dass Winona die ganze Entführung selbst mit eingefädelt hat, um mehr Publicity für ihre CD zu bekommen. Ihr Gatte und Manager Gernot spielt dabei eine zentrale Rolle. Doch der hat ganz eigene Pläne und teilt den beiden Eingesperrten diese per Videokonferenz mit. Winona und Puschi sind danach so verzweifelt, dass die den Geist des Mauerfalls beschwören: „Mr Gorbatschow open the Gate!“ Die Antwort folgt – unter großem Jubel des Publikums – sofort: David Hasselhoffs „I’ve been looking for Freedom“.</p>
<p class="Body">Berauscht von eindeutig zu vielen Ausdünstungen aus den Kellerrohren, die ganz offensichtlich aphrodisierende Wirkung haben, verschwinden Winona und Puschi auf der nach vorherigen Aussagen nicht sehr appetitlichen Toilette, um sich ihrer Leidenschaft hinzugeben.</p>
<p class="Body">In der Zwischenzeit lernen die Zuschauer die Kakerlaken kennen, die sich den Keller zu Eigen gemacht haben. Breidenbach und Fortenbacher sehen in den Kostümen urkomisch aus, was im Publikum ganz klar die gewünschte Wirkung erzielt.</p>
<p class="Body">Die folgende Nummer zeigt einmal mehr Fortenbachers stimmliche Bandbreite, auch wenn ein klassisches Stück zu der übrigen bunten Mischung aus Musicalsongs und Welthits nicht so recht passen will. Vor allem im Hinblick auf die anschließende Diskussion über nutzlose Körperteile („Deine Beine können wir essen, frisieren kannst Du ja auch im Sitzen!“). Das Duett aus „Hungry Eyes“ und einem „Help“-Medley ist wieder sehr komisch inszeniert (Corny Littmann).</p>
<p class="Body">Als Gernot den beiden erläutert, dass sie nun doch freigelassen werden, da die Polizei „dumme Fragen“ stellt, brennt bei Winona eine Sicherung durch. Denn Puschi hat ihr klar gemacht, dass er ihr Gehabe nicht tolerieren wird und auch ein wenig von dem zu erwartenden Presserummel abbekommen möchte.</p>
<p class="Body">Jeder Widerspruch („Shout!“) von Puschi ist zwecklos. Winona hat ihn an die Rohre gefesselt und mach mit „Ich will nichts mehr hören“ („Mamma Mia“) deutlich, was ihn erwartet. Winona wird „befreit“ und stellt sich der wartenden Pressemeute. Puschi hingegen sinniert „Always look on the bright side of Life“. Das Publikum geht einmal mehr richtig mit, pfeift und klatscht, was Lungen und Hände hergeben.</p>
<p class="Body">Und damit endet dieses aberwitzige Stück. Nicht nur das Publikum, auch die beiden Künstler auf der Bühne haben sichtlich Spaß an dieser kurzweiligen Unterhaltung. Für Musicalkenner bieten sich viele versteckte Anspielungen, die wirklich urkomisch inszeniert werden. Das gelingt aber nur, da sowohl Carolin Fortenbacher als auch Nik Breidenbach komödiantische und gesangliche Ausnahmekünstler sind, die in beiden Bereichen überzeugen können.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidtchen, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>1. August 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Nik Breidenbach, Carolin Fortenbacher</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Buch:</span></strong> <span class="Bold">Corny Littmann / Mirko Bott<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch<br />
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		<title>Die Köpfe hinter dem CREATORS-Wettbewerb</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-koepfe-hinter-dem-creators-wettbewerb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Oct 2014 13:52:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creators-Wettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Kreativen]]></category>
		<category><![CDATA[Corny Littmann]]></category>
		<category><![CDATA[Creators]]></category>
		<category><![CDATA[Heiko Wohlgemuth]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lingnau]]></category>
		<category><![CDATA[Mirko Bott]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidt Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der letzten Ausgabe haben wir bereits mit Corny Littmann darüber gesprochen, was ihn dazu bewegt hat, einen Wettbewerb für Musical-Autoren und -Komponisten durchzuführen. Diesmal haben wir uns mit dem erfolgreichen Kreativteam des Hamburger Schmidt Theater und Schmidt&#8217;s Tivoli zusammengesetzt, um zu erfahren, warum die deutsche Musicallandschaft schon lange auf einen Wettbewerb dieser Art gewartet ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_3 shape-with-text flowDefining">
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<p class="Body">In der letzten Ausgabe haben wir bereits mit Corny Littmann darüber gesprochen, was ihn dazu bewegt hat, einen Wettbewerb für Musical-Autoren und -Komponisten durchzuführen. Diesmal haben wir uns mit dem erfolgreichen Kreativteam des Hamburger Schmidt Theater und Schmidt&#8217;s Tivoli zusammengesetzt, um zu erfahren, warum die deutsche Musicallandschaft schon lange auf einen Wettbewerb dieser Art gewartet hat.</p>
<p class="Body">Martin Lingnau komponiert seit Ende der 1990er Jahre Musicals und Revuen, die auf den Bühnen von Schmidt Theater und Schmidt&#8217;s Tivoli erfolgreich sind. Aus seiner Feder stammen u. a. „Swinging St. Pauli“, „Heiße Ecke“ oder „Die Königs vom Kiez“. Im November feierte er gleich zwei Weltpremieren: Im Schmidt Theater wurde zum ersten Mal „Der Kleine Störtebeker“ – die Kindheitsgeschichte des berühmten Freibeuters – aufgeführt, während auf der anderen Seite der Elbe „Das Wunder von Bern“, die neueste Eigenproduktion der Stage Entertainment Weltpremiere feierte.</p>
<p class="Body">Seit 15 Jahren bildet er mit Heiko Wohlgemuth ein eingeschworenes Team. Der Schauspieler, Songtexter, Autor und Übersetzer hat nicht nur die meisten aktuellen Schmidt-Produktionen mitgeschrieben, seine pointierten Texte hört man auch beim „Schuh des Manitu“ oder „Hairspray“.</p>
<p class="Body">Das jüngste Mitglied der Kreativschmiede Schmidt Theater ist Mirko Bott. Seit 10 Jahren ist er als Programmchef mit im Boot und hat sich seither dort auch als Autor einen Namen gemacht. So stammt u. a. die musikalische Komödie „Oh Alpenglühn“ mit Nik Breidenbach und Carolin Fortenbacher von ihm, auch bei den &#8222;Königs vom Kiez&#8220; hat er das Buch mitgeschrieben. „Nebenbei“ inszeniert er an Stadttheatern, um seiner Leidenschaft für Opern und Operetten zu frönen, und zeichnete sich in den letzten 7 Jahren für mehr als dreißig Schows auf den Schiffen der AIDA-Flotte als Autor und Regisseur verantwortlich.</p>
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<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Ihnen liegt der CREATORS-Wettbewerb auch persönlich sehr am Herzen. Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, diesen Wettbewerb zu starten?</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Weil es echt mal Zeit wird! In der Popularmusik gibt es seit Jahrzehnten den Popkurs, da helfen sich Popmusiker gegenseitig und bekommen Unterstützung von Textern, Autoren und Beratern. Etwas Vergleichbares fehlt in unserer Branche.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wie kam es dazu, dass Sie gemeinsam als Schmidt Theater und Schmidt&#8217;s Tivoli Kreativteam diesen Wettbewerb initiierten?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau: </span></strong>Ursprünglich war das Ganze Corny Littmanns Idee, die aus einer Reihe von vielen Gesprächen entstanden ist. Es stand immer wieder die Frage im Raum: Wieso gibt es eigentlich so wenig originäre deutsche Musicals? Es gibt so viele Autoren, die für Film oder Fernsehen schreiben, es gibt Popsong-Komponisten, Comedy-Autoren&#8230; Aber warum gibt es nur so wenige, die für neue Musicals arbeiten?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Mirko Bott: </span></strong>Wir alle waren sofort Feuer und Flamme. Einen Wettbewerb in dieser bisher noch nicht dagewesenen Form in Deutschland umzusetzen – da kam neben der Neuköllner Oper eigentlich nur unser Haus als erfolgreichstes deutsches Privattheater in Betracht. Wir haben die Möglichkeit, eine entsprechende Öffentlichkeit zu erreichen und wir stehen genau für das, was wir mit diesem Wettbewerb sagen wollen: Es gibt so viele Talente in unserem Land, wieso werden immer nur Shows vom Broadway oder West End übersetzt und hier abgespielt? Das mag ja grundsätzlich nicht verkehrt sein, aber es läuft gänzlich unbeteiligt an den hiesigen kreativen Menschen vorbei. Ich glaube, die Zeit, in der man Musical als einen Exoten aus den USA gesehen hat, ist – auch dank Helmut Baumanns unermüdlicher Arbeit am Theater des Westens – vorbei.</p>
<figure id="attachment_102" aria-describedby="caption-attachment-102" style="width: 401px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-102" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/DSC04866-300x200.jpg" alt="HeikoWohlgemuth_Creators_2014" width="401" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/DSC04866-300x200.jpg 300w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/DSC04866-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/DSC04866-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px" /><figcaption id="caption-attachment-102" class="wp-caption-text">Heiko Wohlgemuth</figcaption></figure>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Aber für viele ist Musical immer noch „Elisabeth“ oder „Rudolf“ und immer ein großes Kostümdrama. Aber so etwas wie „Hair“ oder „Tommy“ sind doch auch Musicals&#8230; Ich habe den Dünkel gegenüber dem Musical nie verstanden. Ich finde es unglücklich, wenn staatlich subventionierte Theater ihre Experimentalstücke auf und ab spielen und nur damit die Zahlen stimmen „Sekretärinnen“ von Franz Wittenbrink mit auf den Spielplan nehmen. Sie bedienen sich des Schmidt-Humors und blicken dünkelnd auf uns herunter, weil wir ja „Boulevard“ machen, frisieren aber letztlich mit solchem „Trash“ ihre Zahlen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau:</span></strong> Ich glaube, in Deutschland ist Musical immer noch ein verkanntes Genre. Es wird gleichgesetzt mit Seifenopern. Heiko und ich betreiben da seit fast 20 Jahren Entwicklungshilfe und es ist wirklich schön zu sehen, das so langsam etwas vorangeht. Kevin Schröder, Marc Schubring und Wolfgang Adenberg – das sind tolle Kollegen, die sehr schöne Sachen schreiben.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Dennoch ist die Autoren- und Komponistenszene in Deutschland sehr überschaubar. Wie wichtig ist es da, direkte Nachwuchsarbeit zu betreiben und den jungen Kolleginnen und Kollegen vielleicht auch Hilfestellung zu geben, wie sie ihre Stücke am besten in den Theatern platzieren?</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Normalerweise kommen die Ideen auf Papier in den Theatern an. Aber eine Idee singt nicht, sie lacht oder weint auch nicht. Das Tolle an diesem Wettbewerb ist, dass wir allen die Möglichkeit geben, ihre Idee plastisch zu machen; Man hört wie eine Komposition klingt, hört, ob die Dialoge funktionieren und bekommt sofort mit, ob einen die Handlung packt oder nicht. Damit trennen wir auch die Spreu vom Weizen und können den wirklich förderungswerten jungen Kollegen finanziell und mit Know-How zur Seite stehen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Mirko Bott: </span></strong>Wie so viele andere Menschen im Theater hatten ja auch wir unsere Durst- und Leidensphase am Anfang. Man muss Klinken putzen, macht Regieassistenzen und hofft, dass man von einem Haus irgendwann eine eigene kleine Regie angeboten bekommt. Es spielt aber noch eine andere Sache eine Rolle: Jeder Intendant, auch wir, bekommt wahrscheinlich jeden Tag zwölf neue Ideen auf den Tisch. An der ersten Seite kann man schon sehr viel erkennen und weiß, ob das Stück in das Programm des Hauses passt oder nicht. Die, die es schaffen, ihre Idee in zehn Sätzen knackig zu präsentieren und sich vorher informiert habe, ob ihre Idee programmatisch in das gewünschte Theater passt, habe eine echte Chance.</p>
<p class="Body">Ich halte es für einen Fehler, seine Ideen und Stücke wahllos breit zu streuen. Ich verstehe das natürlich, denn der Markt ist hart umkämpft. Aber durch diese Produktion von Papierstapeln auf den Tischen der Theatermacher wird denen, die ein wirklich interessantes Stück haben, die Gelegenheit genommen, entdeckt zu werden.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Martin Lingnau:</strong> </span>Wen das jedoch überfordert, der ist hier am falschen Platz und sollte seine Berufswahl vielleicht auch nochmal überdenken.</p>
<figure id="attachment_101" aria-describedby="caption-attachment-101" style="width: 274px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-101 " src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MartinLingnauByNinaGruetzmacher-205x300.jpg" width="274" height="401" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MartinLingnauByNinaGruetzmacher-205x300.jpg 205w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MartinLingnauByNinaGruetzmacher-768x1124.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MartinLingnauByNinaGruetzmacher-700x1024.jpg 700w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MartinLingnauByNinaGruetzmacher.jpg 1367w" sizes="auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px" /><figcaption id="caption-attachment-101" class="wp-caption-text">Martin Lingnau</figcaption></figure>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Auf der CREATORS-Pressekonferenz haben Sie, Herr Lingnau, Ihrem großen Bedauern Ausdruck verliehen, dass es zwar Filmförderungen usw. gibt, aber im Musicalbereich weit und breit nichts Vergleichbares vorhanden ist.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau: </span></strong>Das liegt einfach daran, dass das Genre an sich so verkannt ist und als Medium überhaupt nicht ernst genommen wird. Um so schöner ist es, dass Corny Littmann da jetzt ohne Förderung seine eigene Förderung aufbaut.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Heiko Wohlgemuth:</span></strong> Es gibt dieses Genre ja durchaus in Deutschland. Aber dadurch, dass das Medium ein so wenig eigenständig Deutsches ist und primär lizenzierte Shows aus Amerika gespielt werden, gibt es da noch viel Nachholbedarf. Man müsste endlich mehr Platz schaffen für deutsche Stoffe, für originäre Stoffe, für selbst entwickelte Stoffe, die es dann auch auf die große Bühne schaffen, wie bspw. „Das Wunder von Bern“.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Aber liegt es daran, dass es diese Stoffe nicht gibt oder dass die Intendanten und Dramaturgen auf Nummer Sicher gehen?</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Wenn „Dirty Dancing“ draufsteht, dann mag die Show aussehen wie sie will, sie verkauft Tickets. Es ist halt die Frage, was man möchte&#8230; Natürlich birgt es ein gewisses Risiko, ein Stück von einem jungen, unbekannten Autoren zu spielen, aber nur dann wird es auch etwas Besonderes. Gerade im subventionierten Theater sollte man dieses Risiko aber eingehen können.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Martin Lingnau:</strong> </span>Aber das kann man denen natürlich nicht vorschreiben. Es kann nur ein fließender Prozess sein und vielleicht ist ja der CREATORS-Wettbewerb ein kleiner Anstoß in die richtige Richtung.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Im Prinzip wissen Sie aber doch am besten wie es gehen kann. Was hat Ihrer Karriere den größten Anschub gegeben?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau: </span></strong>Einen Ort zu haben, in dem man aufgeführt wird. Das Vertrauen zu haben, dass man schreiben darf&#8230;</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>In einer Umgebung zu arbeiten, in der man konstruktiv kritisiert und gefördert wird.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Mirko Bott:</strong> </span>Wir drei sitzen bei jeder großen Produktion mit Corny Littmann zusammen und besprechen alles. Manchmal kommt auch Martin mit einer Idee auf uns zu, die uns sofort begeistert. Es ist glücklicherweise hier im Haus so, dass ein Stück von der Idee, über die Entwicklung bis hin zu den Proben und der Inszenierung viele lustige Instanzen durchläuft.</p>
<p class="Body">Da spielen auch die Schauspieler und Sänger eine wichtige Rolle. Wir haben immer Darsteller, die in der Lage sind, bei der Probe etwas Verrücktes anzubieten, um die Ideen von Autoren und Regisseur zu ergänzen. Es kommt nicht vor, dass Corny mit einem sturen Regiekonzept an eine Produktion rangeht. Sondern es wird vielmehr sechs Wochen lang Spielwiese gemacht und entwickelt. Es wird gebastelt und ausprobiert, bis die Szene irgendwann stimmt. Da gibt es sehr viel Potential für Kreativität.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Sie sind als Team alle perfekt aufeinander eingespielt. Das ist schon eine sehr besondere Situation, wenn man sich die übrige Musicallandschaft anschaut.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau: </span></strong>Dieses Privilegs sind wir uns voll bewusst. Wir haben das Schmidt Theater ja mit geprägt, insofern ist es ein Geben und Nehmen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Heiko Wohlgemuth: </span></strong>Ich finde es besonders angenehm, dass sich hier niemand über seine Position definiert. Das ist an manchen anderen Häusern anders.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Martin Lingnau:</strong> </span>Ja, das ist wirklich super. Wir spielen uns die Bälle zu; das passiert von ganz allein. Oft weiß man schon, was der andere denkt. Häufig schreiben wir auch die Geschichte zusammen oder Heiko sitzt stundenlang mit mir im Studio und wir arbeiten an den Sounds.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Würden Sie sagen, dass Autoren und Komponisten als Duo größere Chancen hätten, Ihre Stücke aufführen zu lassen?</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Das kann man schon so sagen. Man muss sich halt finden und es muss passen.</p>
<figure id="attachment_103" aria-describedby="caption-attachment-103" style="width: 269px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-103 " src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/FAN140902_Mirko_Bott04-Kopie-200x300.jpg" width="269" height="404" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/FAN140902_Mirko_Bott04-Kopie-200x300.jpg 200w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/FAN140902_Mirko_Bott04-Kopie-768x1154.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/FAN140902_Mirko_Bott04-Kopie-681x1024.jpg 681w" sizes="auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px" /><figcaption id="caption-attachment-103" class="wp-caption-text">MIrko Bott</figcaption></figure>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau:</span></strong> Es hilft auf jeden Fall, wenn man eingespielt ist. So haben wir über die Jahre eine eigene Handschrift entwickelt, die man erkennt und das ist ein schönes Gefühl.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Ist es eigentlich geplant, dass Sie gemeinsam mit den Teilnehmern an deren Stücken arbeiten?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau: </span></strong>Das wird sich zeigen. Es hängt davon ab, was sie brauchen, was sie wollen. Ich habe eine große Vorfreude darauf, schönen Stoffen und schönen Songs zu begegnen und nette Leute kennenzulernen. Es geht auf keinen Fall darum, den Stücken unseren Stempel aufzudrücken.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Dem kann ich nur zustimmen. Ich freue mich, wenn es endlich losgeht und wir voneinander und miteinander lernen können.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wie soll CREATORS die deutsche Musiktheaterlandschaft verändern?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Mirko Bott: </span></strong>Ich würde mir wünschen, dass mindestens 20-30 Produzenten, Theaterverantwortliche und Operndirektoren das Angebot annehmen, sich innerhalb von zwei Tagen 4-6 Stücke anzusehen. Anschauen verpflichtet ja nicht zum Kauf. Wir servieren ihnen alles auf einem Büfett und sie können sich die Rosinen raus picken, mit denen sie dann eine Uraufführung an ihrem Haus gestalten. Wenn es angenommen wird, sind wir gern bereit, so einen Wettbewerb alle 2 Jahre durchzuführen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Martin Lingnau: </span></strong>Ich fänd es super, wenn viele junge, neue Autoren und Komponisten den Mut haben, Stücke zu entwickeln, die Gehör finden und dann auch aufgeführt werden. Es wäre schön, wenn sich die Musiktheater-Landschaft dadurch ein wenig öffnet.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Mir würde es gefallen, etwas Modernes zu hören. Dass bspw. ein paar Teenies mit einer Elektropop-Show daherkommen. Etwas aus einer Ecke, in die ich sonst nicht komme, auch weil ich zu alt dafür bin.</p>
<p class="Body">Ich hoffe aber, es kommen nicht nur die Kreativen, die „mal gucken wollen, wie es die anderen machen“, sondern vor allem Intendanten und Verlage, die sich für neue Musicals interessieren.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Es ist ja nicht gesagt, dass die Stücke im Schmidt Theater oder Schmidt&#8217;s Tivoli aufgeführt werden&#8230;</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Heiko Wohlgemuth:</strong> </span>Nein, es geht darum, frischen Leuten ein Podium zu geben. Egal an welcher Bühne es dann letztendlich vielleicht zur Aufführung kommt. Wir wollen Schnittstelle zwischen Machern und Theatern oder Verlagen sein. Natürlich fragt man sich, warum dieser Wettbewerb nicht von Joop van den Ende initiiert wurde. Aber umso besser&#8230; Es geht uns darum, den Kolleginnen und Kollegen eine Plattform zu bieten. Eigentlich können sich die Teilnehmer freuen, dass sie zu so günstigen Konditionen einen Verlag finden und dass ihr Stück mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aufgeführt wird.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Wir sind gespannt, wie sich dieser Wettbewerb entwickelt. Vielen Dank für die umfassenden Einblicke.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;"><em>leicht gekürzt erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin<br />
</a></span></em>Fotos: Nina Gruetzmacher / Oliver Fantitsch / Genbu Arts</p>
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		<item>
		<title>Neue Musicals braucht das Land!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/neue-musicals-braucht-das-land/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2014 13:42:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creators-Wettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews mit Kreativen]]></category>
		<category><![CDATA[Corny Littmann]]></category>
		<category><![CDATA[Creators]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Aust]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidt Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Juli 2014 wurde im Hamburger Schmidt Theater ein neuartiger Wettbewerb für Musical-Autoren und -Komponisten aus der Taufe gehoben. Die Idee dazu stammt von Theaterchef Corny Littmann selbst. „musicals“ sprach mit dem umtriebigen Regisseur und Schauspieler über die Hintergründe von CREATORS. Corny Littmann: Gleich zu Beginn möchte ich es Wichtiges loswerden, das offenbar viele nicht ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Juli 2014 wurde im Hamburger Schmidt Theater ein neuartiger Wettbewerb für Musical-Autoren und -Komponisten aus der Taufe gehoben. Die Idee dazu stammt von Theaterchef Corny Littmann selbst. „musicals“ sprach mit dem umtriebigen Regisseur und Schauspieler über die Hintergründe von CREATORS.</p>
<p><strong>Corny Littmann:</strong> Gleich zu Beginn möchte ich es Wichtiges loswerden, das offenbar viele nicht verstanden haben: Es geht im ersten Schritt nicht darum, ein fertiges Stück einzureichen. Vielmehr geht es darum, eine Idee bestehend aus zwei Spielszenen und drei unterschiedlichen Songs zu präsentieren. Aus dem Exposé sollte die grobe Geschichte hervorgehen; die beiden Spielszenen sollten die Figuren verdeutlichen. Die Musiktitel dürfen gern in einer nicht orchestrierten, nicht ausarrangierten Arbeitsfassung eingereicht werden.</p>
<p>Es geht um die Präsentation einer Idee, die erst im zweiten Schritt und mit der entsprechenden Zeit – zwischen der Präsentation und den Showcases im Herbst liegen ja mehrere Monate – zu einer ersten Stückfassung ausgearbeitet wird. Und in der Regel ist diese erste Stückfassung nicht die letzte.</p>
<p><strong>Michaela Flint:</strong> Sie selbst sind Quereinsteiger in die Theaterszene. Für CREATORS sind ausdrücklich Profis aufgerufen sich zu beteiligen. Würden Sie sagen, dass es essentiell ist, den Beruf eines Autors oder Komponisten von der Pike auf zu lernen?</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_675_1050">
<div class="style_2">
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Corny Littmann:</span> </strong>Ganz und gar nicht. Es gibt unentdeckte Talente, die niemals eine Autorenschule besucht haben und Komponisten, die ihr Handwerk nie traditionell gelernt haben. Es ist für den Wettbewerb nicht ausschlaggebend, welche Ausbildung man gemacht hat. Es ist jeder aufgerufen, sich am Wettbewerb zu beteiligen, der eine Idee hat und diese mit drei Songs und zwei Spielszenen präsentieren möchte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-96 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Corny_Littmann_01-200x300.jpg" alt="Corny Littmann" width="264" height="396" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Corny_Littmann_01-200x300.jpg 200w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Corny_Littmann_01-768x1153.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Corny_Littmann_01-682x1024.jpg 682w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/Corny_Littmann_01.jpg 1228w" sizes="auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px" /></p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Gibt es aus Ihrer Sicht ein Erfolgsrezept, um ein neues Stück in der deutschen Musicallandschaft zu etablieren?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Corny Littmann:</span></strong> Der Untertitel unseres Wettbewerbs heißt „Neue Musicals braucht das Land“. Daraus geht ja gewissermaßen schon hervor, dass neue Musicals es schwer haben. Warum haben sie es schwer? Zum einem, da große Veranstalter auf erfolgreiche Stoffe aus dem Ausland setzen. Das fing mit „Cats“ und „Phantom der Oper“ an, aber die Liste ist endlos. Diese Veranstalter haben wenig Vertrauen, was auch vor dem Hintergrund des Erfolges eines Stücks wie „Ich war noch niemals in New York“ sehr verwunderlich ist. Dass daraus nicht der Schluss gezogen wurde, in erster Linie für den deutschen Markt zu produzieren , ist schade.</p>
<p class="Body">Der zweite Grund ist, dass es wirklich nur sehr wenige musicalbegeisterte Intendanten in deutschen Stadttheatern gibt. Vielfach wird wahllos zwischen Oper, Operette und Musical hin- und hergetauscht. Letzteres füllt ja immerhin die Kassen. Dazu muss jedoch das in den Stadttheatern angestellte Musiktheater-Personal diese drei Sparten bedienen können; doch allzu häufig kann es die Ansprüche des Publikums gar nicht erfüllen. Wie auch? Kein Sänger kann Oper, Operette und Musical abdecken. Oper und Operette – ja, Operette und Musical geht auch, aber alles drei zusammen ist völlig unmöglich.</p>
<p class="Body">Musical als eigene Kunstform wird an den deutschen Stadttheatern herzlich wenig gepflegt. Es ist aber nicht nur eine Frage des Personals am Theater, sondern auch der Möglichkeiten eines Theaters, qualifiziertes Personal stückweise dazu zu engagieren. Das Problem liegt also in der Struktur der Theater selbst.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Es liegt also nicht nur am mangelnden Mut oder der fehlenden Neugierde der Intendanten?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Corny Littmann:</span></strong> Die fachlichen Kapazitäten sind in den meisten Häusern nur teilweise vorhanden. Es gibt mutige Intendanten, wie Reinhard Simon in Schwedt, der eine witzige Fassung der „Heißen Ecke“ sehr erfolgreich aufgeführt hat. Er hat in Kauf genommen, dass es musikalisch nicht unbedingt ein Glanzlicht war und auf die Geschichte gesetzt. Aber sowas ist eine ganz große Ausnahme.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Was hat den Ausschlag gegeben, den CREATORS-Wettbewerb genau jetzt zu starten?</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Corny Littmann:</span></strong> Zum einem macht es uns ungeheuren Spaß zu forschen und nach Neuem zu suchen. Zum anderen bringen Schmidt Theater und Schmidt&#8217;s Tivoli heutzutage die meisten Eigenproduktionen der deutschen Musicallandschaft auf die Bühne. Dies wollen wir natürlich auch mit diesem Wettbewerb deutlich machen: Hier werden neue Musicals auf die Bühne gebracht – und das sehr erfolgreich!</p>
<p class="Body">Als Theaterproduzenten wissen wir aber aus eigener Erfahrung, dass es einen wesentlichen Unterschied macht, ob man bedrucktes Papier und eine CD vor sich liegen hat oder ob man die Chance hat, ein Stück ausschnittweise auf der Bühne zu sehen. Dieser Wettbewerb ist ein guter Weg – auch für uns – neue Stücke greifbar, erfahrrbar, erlebbar zu machen.</p>
<p class="Body">Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt – gerade auch mit der sehr prominenten Jury und der Verbindung zum Deutschen Bühnenverein und dem Fachmagazin „musicals“ &#8211; viele interessierte Intendanten, Dramaturgen und Theaterleiter zwei Tage nach Hamburg zu locken, die sich darüber freuen, dass sie sich endlich einmal etwas Neues anschauen können.</p>
<p class="Body">Insofern ist es für alle Beteiligten – sowohl Autoren und Komponisten als auch Theaterleiter und Dramaturgen – eine Win-Win-Situation. Die Autoren und Komponisten haben die Möglichkeit, ihr Werk vorzustellen; andere können es in einer Arbeitsfassung sehen und sich entscheiden, ob sie dieses Stück bearbeiten und uraufführen möchten.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Was wünschen Sie sich, was das Ergebnis von CREATORS sein soll?</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Corny Littmann:</strong> </span>Ich wünsche mir, dass ganz viele von den Stücken, die jetzt eingereicht werden, an einem deutschen Theater uraufgeführt werden. Ich wäre richtig stolz darauf – und das Wort Stolz gebrauche ich nur selten –, wenn wir nach Mannheim, Düsseldorf oder wo auch immer reisen und sagen könnten, wir sind als Geburtsthelfer dabei gewesen. Das wäre für mich das Schönste überhaupt!</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Wir danken Ihnen für dieses Interview und sind gespannt, auf die Teilnehmerbeiträge für CREATORS.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;"><em>leicht modifiziert erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span><br />
</a>Fotos: Stefan Malzkorn / Oliver Fantitsch</em></p>
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