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	<title>Barbara Obermeier-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Barbara Obermeier-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Genau so soll Andrew Lloyd Webbers Klassiker aussehen und klingen!</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Feb 2020 21:10:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Vereinigten Bühnen Wien sind dafür bekannt, dass sie große Musicalproduktionen aus einem Guss auf die Bühne bringen. So verwundert es wenig, dass in der diesjährigen Spielzeit der Schrottplatz, auf dem Andrew Lloyd Webbers „Cats“ den Jellicle Ball tanzen, bis in die 10 Reihe des Parketts reicht. Wie in den 1980er Jahren gibt es hier ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vereinigten Bühnen Wien sind dafür bekannt, dass sie große Musicalproduktionen aus einem Guss auf die Bühne bringen. So verwundert es wenig, dass in der diesjährigen Spielzeit der Schrottplatz, auf dem Andrew Lloyd Webbers „Cats“ den Jellicle Ball tanzen, bis in die 10 Reihe des Parketts reicht. Wie in den 1980er Jahren gibt es hier viel zu entdecken und man wird unweigerlich wieder zum neugierigen Kind.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2865 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sofort ins Auge sticht das Nummernschild am Schrottauto, in dem Jenny Fleckenreich ein Schläfchen hält: NAP70 – das zeugt von einem sehr langen Weg und einer breiten Vielfalt an Sets, denn in der Weltpremierenfassung prangte noch ein NAP1 an dem von Bühnen-Designer John Napier ersonnenen Pkw-Heck. Auch ansonsten gibt es kleine Farbänderungen und andere Marken auf dem Müllhaufen, den die Katzen ihr zuhause nennen, aber das Gefühl stimmt. Alan Walker hat hier ein sehr gutes Händchen für Originalität bewiesen.</p>
<p>Auch die Katzen selbst sind nur in Nuancen verändert, das Fell am Kopf vielleicht hier und da etwas flauschiger. John Napier, Tracy Stiles und Jenny Dean haben in Wien Hand angelegt und bis auf Macavity (der leider seiner farbenfrohen Fransen verlustig gegangen ist) sehen alle Katzen genauso aus, wie man sie in Erinnerung und liebgewonnen hat.</p>
<p>Das klingt alles ziemlich nach Standard und nichts Besonderem? Mag sein, aber genau diese Besinnung auf das Ursprüngliche macht diese Inszenierung so sehenswert. Kein sichtbarer Sparzwang, keine krampfhaften Kürzungen, einfach nur ein hervorragend gemachtes Ensuite-Musical.</p>
<p>Ein weiteres großes Plus an Produktionen der Vereinigten Bühnen Wien ist das große Orchester. Péter Bíró dirigiert an diesem Abend 27 Musiker, die Lloyd Webbers Kompositionen bis auf den letzten Ton perfekt intonieren. Im Zuschauersaal des Ronacher kommt der volle Sound in höchster Qualität an.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2863 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bei der Besetzung hat das Kreativteam rund um Associate Director Chrissie Cartwright, die das Stück ganz im Stil von Trevor Nunn und Gillian Lynne inszeniert hat, einige Schätze vorzuweisen. Allen voran Carin Filipcic, die sich die Rolle der Grizabella mit Wietske van Tongeren teilt. Ihre ausdrucksstarke Mimik, die verzweifelten Tanzschritte in Erinnerung an ihre Jugend – das allein weckt schon viel Mitleid. Ihre kraftvolle Stimme und die beeindruckende Stimmkontrolle machen „Erinnerung“ zu dem erwarteten Highlight des Abends. Danach muss man erstmal tief durchatmen, um sich emotional wieder zu sammeln.</p>
<p>Dominik Hees wirbelt als Unruhestifter Rum Tum Tugger über die Bühne. Mit seinem Charme wickelt er Kätzchen wie Publikum gleichermaßen um die Pfoten. Er verleiht Tugger eine rockig-soulige Note, die dem Chaos-Kater sehr gut zu Gesicht steht. Wenige, gekonnt platzierte Phrasierungen machen „Rum Tum Tugger“ und „Mr. Mistoffelees“ zu absoluten Schmankerln.</p>
<p>Als Munkustrap, den eleganten, schützenden Anführer der Katzen, wurde Alexander Auler besetzt. Seine erste große Rolle nach dem Ende des Studiums im vergangenen Jahr füllt der Niedersachse mit einer beachtlichen Bühnenpräsenz, der perfekten Stimmlage und einem lupenreinen Gesang. Vor dieser Leistung kann man nur der Hut ziehen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2867 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Lucius Wolter ist ein ungewöhnlich junger, leichtfüßiger Alt Deuteronimus, doch er spielt das Katzenoberhaupt mit viel Würde und verleiht ihm einen weisen und doch selbstbewussten Klang. Auch Birgit Arquin (Bombalurina) und Anneke Brunekreeft (Demeter) sind eine sehr gute Wahl für die erzählenden Katzen im Hintergrund.</p>
<p>Eigens für diese Inszenierung wurde die Growltiger-Szene neu geschrieben. Felix Martin überzeugt als zittriger, alter Theaterkater deutlich mehr als als swingender Piratenkapitän. Inhaltlich ändert sich nichts an der Handlung. Griddlebone (Barbara Obermeier) verdreht Growltiger den Kopf. Das große Schiffssegel jedoch, die auf die rückwärtige Leinwand projizierte Tower Bridge und die jazzig-swingende Matrosennummer geben ihr einen anderen, weniger düsteren Twist. Es ist Geschmackssache, ob man diese Neuerung mag. Für mich ist diese Änderung entbehrlich.</p>
<p>Dem geneigten Musical-Publikum ebenfalls bestens bekannt ist Denise Jastraunig, die als Jenny Fleckenreich die Kakerlaken das Steppen lehrt. Ihre Spielfreude ist ansteckend und die Zuschauer fühlen sich sehr gut unterhalten. Stephen Martin Allan zeigt tänzerische Höchstleistungen als Mr. Mistoffelees und verzaubert das Publikum spielend. Da blickt man dann auch gern darüber hinweg, dass er &#8211; ähnlich wie Gerben Grimmus als Skimbleshanks &#8211; über einen starken Akzent verfügt, unter dem das Verständnis der Texte leidet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2864 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Apropos Texte, auch diese entsprechend weitgehend dem Original von Michael Kunze, wenn auch in der leicht moderneren Fassung von vor 20 Jahren. Dass die Texte von der neuen Growltiger-Szene hierzu nicht so recht passen wollen, ist nur allzu verständlich.</p>
<p>Der Weg von Grizabella in die „Himmlischen Sphären“ führt einmal mehr über den Autoreifen. Dass dieser allerdings während des Aufstiegs vor und zurück „fährt“, ist sehr verwirrend. Doch die geniale Idee Grizabella auf einer Art Rampe in den Sternenhimmel zu ziehe und dort verschwinden zu lassen, ist großartig!</p>
<p>Ein ausverkauftes Haus auf einem Dienstag spricht für sich. Das Publikum war begeistert und stand schon wenige Sekunden nach dem letzten Ton auf, um die Darsteller jubelnd zu beklatschen. Hieran erkennt man einmal mehr, dass nichts dagegenspricht, Musical-Klassiker auf den Spielplan zu setzen – vorausgesetzt, man inszeniert nach dem Motto „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Denn nur so kann man ein bald 40 Jahre altes Musical über tanzende Katzen glaubwürdig präsentieren.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Ronacher Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">18</span><span class="Bold">. Februar 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Carin Filipcic, Dominik Hees, Lucius Wolter, Barbara Obermeier, Felix Martin, Alexander Auler, Stephen Martin Allan, Birgit Arquin, Anneke Brunekreeft, Gerben Grimmus </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Chrissie Cartwright / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Vereinigte Bühnen Wien / Michaela Flint<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Mozart! Das Musical &#8211; Live aus dem Raimund Theater</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/mozart-das-musical-live-aus-dem-raimund-theater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jun 2016 10:54:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Fassung von &#8222;Mozart!&#8220;, die im Sommer 2015 in Wien ihre Premiere feierte, konnte eingefleischte Fans weder inszenatorisch und von der Besetzung her wirklich überzeugen. Wer es nicht geschafft hat, sich die Show in Wien anzusehen, bevor sie nach China verlegt wurde, kann sich nun mit einer exzellenten DVD ein eigenes Bild von der ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Fassung von &#8222;Mozart!&#8220;, die im Sommer 2015 in Wien ihre Premiere feierte, konnte eingefleischte Fans weder inszenatorisch und von der Besetzung her wirklich <a href="http://www.musicals-online.com/?p=154"><span style="color: #333399;">überzeugen</span></a>. Wer es nicht geschafft hat, sich die Show in Wien anzusehen, bevor sie nach China verlegt wurde, kann sich nun mit einer exzellenten DVD ein eigenes Bild von der Neu-Inszenierung machen.</p>
<p>Technisch gibt es wie bei allem Live-Aufnahmen aus den Wiener Musicalhäusern &#8211; sei es Audio oder Video &#8211; nichts auszusetzen. Die Aufnahme ist gestochen scharf, ruckelt nicht und der Regisseur setzt im Bildschnitt die richtigen Akzente. Es handelt sich um eine Live-Aufnahme aus dem Theater und genau das ist es auch! Die Nahaufnahmen sind nicht zu nah, zu jeder Zeit bleibt man Zuschauer. Nicht so, wie bei <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=305">&#8222;Miss Saigon&#8220;</a></span>, wo die Intimität zwischen den handelnden Akteuren durch die eingesetzte Kameratechnik nahezu vollständig verloren geht.</p>
<p>Dieser Live-Mitschnitt hat zwei sehr große Vorteile. Zum einen erlebt man die einzelnen Szenen noch intensiver, da die Mimik der Darsteller sehr gut eingefangen wird. Sitzt man im Theater vor der Bühne gehen durch die Distanz viele mimische Details fast zwangsläufig verloren.</p>
<p>Außerdem kommen die von mir bei Theaterbesuch wenig geschätzten Hintergrundprojektionen durch die vielen Totalen sehr gut zur Geltung. Sie bilden schöne Räume und schaffen zusammen mit dem guten Lichtdesign in einigen Szenen ein eindrucksvoll stimmiges Gesamtbild.</p>
<p>Insofern ist diese DVD sehr sehenswert und wirklich jedem zu empfehlen, der es nicht nach Wien geschafft hat.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span> </strong>Bernie Boess</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Oedo Kuipers, Thomas Borchert, Mark Seibert, Ana Milva Gomes, Barbara Obermeier</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Buch:</span></strong> Sylvester Levay / Michael Kunze</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Verleih / Fotos: </span></strong>MG-Sound Studios Vienna</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><center><iframe loading="lazy" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/flVs6XKHYIY" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/flVs6XKHYIY?autoplay=1"></iframe></center></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Eine verkrampfte Neu-Inszenierung ohne Charme</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-verkrampfte-neu-inszenierung-ohne-charme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2015 18:56:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im September 2015 hob sich für „Mozart!“ 14 Jahre nach der Derniere der allerersten Produktion erneut der Vorhang in Wien. Diesmal war jedoch nicht mehr das Theater an der Wien die Heimstatt des erfolgreichen deutschen Musicalexports, sondern das Raimund Theater. Nach mehr als 20 Inszenierungen in Europa und Asien kam für diese Wiederaufnahme das Kreativteam ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<p>Im September 2015 hob sich für „Mozart!“ 14 Jahre nach der Derniere der allerersten Produktion erneut der Vorhang in Wien. Diesmal war jedoch nicht mehr das Theater an der Wien die Heimstatt des erfolgreichen deutschen Musicalexports, sondern das Raimund Theater.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Nach mehr als 20 Inszenierungen in Europa und Asien kam für diese Wiederaufnahme das Kreativteam von 1999 erneut zusammen und versprach eine außergewöhnliche neue Fassung: Harry Kupfer (Regie), Yan Tax (Kostüme), Dennis Callahan (Choreographie) und Hans Schavernoch (Bühnenbild) haben schon die Weltpremiere geschaffen. Auch Michael Kunze (Buch und Liedtexte) und Sylvester Levay (Musik) haben sich für die Neu-Inszenierung einige Neuerungen überlegt und zudem ein neues Liebesduett zwischen Mozart und seiner Constanze komponiert.</p>
<p class="Body">Wer also „Mozart!“ bereits zuvor in Wien, Hamburg oder Tecklenburg besucht hatte, sah dem neuen „Mozart!“ gespannt und voller Vorfreude entgegen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_285">
<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Schon während der, durch starke Nebengeräusche beeinträchtigten, Ouvertüre zeigt sich einer der wesentlichen Unterschiede: Die Bühne ist hell, im Hintergrund werden (unscharfe) Fotos und Gemälde eingeblendet. Dieses Setting bleibt während der gesamten Aufführung weitgehend unverändert. Es gibt nur sehr wenige Großkulissen (bspw. der Bischofsstab, vom dem später in der Show Leopold Mozart herabsteigt). Das Ensemble bringt seine Stühle mit auf die Bühne, platziert diese dem Szenenthema entsprechend oder tanzt mit ihnen. Die Sinnhaftigkeit dieser Stühlerückerei bleibt dem Zuschauer verborgen.</p>
<p class="Body">Yan Tax hat die Kostüme teilweise einer argen Modernisierung unterzogen: die Baronin von Waldstätten tritt in drei farblich identischen Abendkleidern auf, wie sie auch heutzutage auf dem Wiener Opernball getragen werden könnten. Ihre Eleganz und Erhabenheit beeinträchtigt dies jedoch nicht.</p>
<p class="Body">Mozart selbst ist komplett in weiß gewandet, was seine Verletzlichkeit unterstreicht; der rebellenhafte Charakter bleibt hier jedoch auf der Strecke. Dies liegt sicherlich auch daran, dass es die bekannte Rastaperücke nicht mehr gibt und der Hauptdarsteller mit seiner natürlichen Frisur auf der Bühne steht.</p>
<p class="Body">Apropos Perücken, hier wurden ebenfalls deutliche Abstriche gemacht: Die feine Wiener Gesellschaft und die ihr eigene Extravaganz lässt sich an der braven Haarpracht und den lediglich farblich unterschiedlichen VoKuHiLa-Kleidern nicht mehr ablesen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_261_278">
<div class="style_2">
<p class="Body">Colloredo, Leopold und Nannerl Mozart hingegen haben sich optisch gar nicht verändert. So wirken diese Figuren bei all den anderen Veränderungen fasst schon wie ein Ruhepol. Auch bei Familie Weber und Constanze hat sich kostümseitig nur wenig getan, außer dass diese durch die Kleidungsfetzen und den Einsatz von löchrigen Jeans jetzt eher an eine Prilblumen-Hippie-Kommune erinnert.</p>
<div class="tinyText stroke_3">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_8.png" alt="" /></div>
</div>
<div>Doch wenden wir uns dem Inhalt zu. Alle Szenen wurden neu gestaged, was beispielsweise bei „Ich bin Musik“ dazu führt, dass dem Song durch zahlreiche Unterbrechungen Intensität genommen wird.</div>
</div>
</div>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Interessant ist auch, dass Mozart sein Genie, den kleinen Amadé, direkt anspricht und ins Spiel einbezieht. Das passt so gar nicht zu dem ursprünglichen Bild, dass Amadé als sein genialer Schatten im Hintergrund und für andere unbemerkt agiert.</p>
<p class="Body">Erstaunlich und sehr bedauerlich ist, dass Constanze bei „Irgendwo wird immer getanzt“ eher an eine depressive, alleingelassene Ehefrau erinnert als an das Energiebündel, als das sie in früheren Inszenierungen ihrem Frust Ausdruck verliehen hat. Die Intensität dieses Songs verpufft gänzlich.</p>
<p class="Body">Dass sich Mozart bei seiner Auflehnung gegen den Fürsterzbischof hinter dem Piano stehen bleibt und sich dadurch unnötig klein macht gegenüber dem Fürsten, nimmt der Szene „Ich bleibe in Wien“ ihre Aussagekraft.</p>
<p class="Body">Zu den ewig fraglichen Szenen zählt auch weiterhin „In Salzburg ist Winter“. Auch die neuen Fassung gibt keinen Aufschluss über den weiteren Sinn der Szene, außer das Ensemble in Gänze Tanzen und singen zu lassen. In diesem Fall hopsen die Darsteller mit ihren Stühlen über die Bühne, was die Szenerie noch lächerlicher macht.</p>
<p class="Body">Doch es gibt auch nach wie vor die Szenen, die den inneren Kampf und die Auseinandersetzung Mozarts mit seiner Umwelt, insbesondere seinem Vater, zeigen: „Was für ein grausames Leben“ und „Wie wird man seinen Schatten los?“ gehören dazu. „Warum kannst Du mich nicht lieben?“ gehört zu den wenigen ganz pur inszenierten Momenten, in denen der singende Charakter im Mittelpunkt steht und der Zuschauer durch nichts abgelenkt wird.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_395_375">
<div class="style_2">
<p class="Body">Musikalisch hat sich ebenfalls einiges getan: „Die Wunder sind vorüber“ hat eine neue Melodie bekommen, „Ich bin extraordinär“ wird dank E-Gitarre und Schlagzeug zu einer fulminanten Rocknummer. Cäcilia Weber setzt ihre Tochter Constanze mit „Du hast ihn an der Angel“ sehr unter Druck. Der Song ist genauso neu wie das Liebesduett „Wir zwei zusammen“, das die liebevolle Beziehung von Mozart und Constanze sehr trefflich beschreibt.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Als eher schwierig stellt sich das neue Arrangement von „Papa ist tot“ heraus: Die Parts von Nannerl und Constanze sind teilweise so disharmonisch, dass man überhaupt nicht verstehen kann, was die Damen singen.</p>
<p class="Body">Denjenigen, die sich wünschten, in einem Musical über Mozart auch mehr von seinen Kompositionen zu hören, wird ebenfalls Genüge getan: Allein die „Zauberflöte“ wird in einem Medley mehr als eine Minute gespielt. Zahlreiche weitere Einspielungen („Titus“ etc.) wurden ebenfalls in das Stück eingeflochten.</p>
<p class="Body">Das finale, ebenfalls neue, Duett von Mozart und seinem neidvollen Erzfeind Colloredo „Der einfache Weg“ erinnert mehr an „Elisabeth“ und mag nicht so ganz zu „Mozart!“ passen.</p>
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<p class="Body">Beim Finale, Mozarts Tod, besingt das Ensemble „Das Wunder Mozart“ vor eingeblendeten Notenblättern und Programmheften von Opernhäusern. Hierzu zählen auch die Met und die Sydney Opera, die zu Mozarts Lebzeiten sicherlich nicht mit seinen Werken bespielt wurden. Am Ende bleiben als einzige Mozart und Amadé vor einer überdimensionalen Einblendung von Wolfgang Amadeus Mozarts Konterfei auf der Bühne.</p>
<p class="Body">Das Kreativteam hat an Eindrücken und Modernisierungen seiner neuen Fassung nicht gespart. Doch genau dies ist es, was diese Inszenierung so diskussionswürdig macht: Die ständig wechselnden Einblendungen im Hintergrund lenken zu sehr vom Bühnengeschehen ab und sind nur selten eine passende Ergänzung der eigentlichen Szenerie. Einige Kostüme wurden modernisiert, andere sind unverändert, wieder andere sind irgendetwas dazwischen. Auch hiermit sorgt man für mehr Verwirrung und nimmt dem Publikum die Chance, sich auf die eigentlichen Charaktere zu konzentrieren.</p>
<p>Doch auch an der Personenregie hat Harry Kupfer einiges verändert. Die Figuren sind deutlich weniger stark ausgeprägt als in früheren Inszenierungen und kaum einem gelingt es, seine Rolle so zu interpretieren, dass sie dem Zuschauer im Gedächtnis bleibt. Zu den Ausnahmen gehören Thomas Borchert (Leopold Mozart) und Barbara Obermeier (Nannerl). Gernot Romic (Wolfgang Mozart) und Ana Milva Gomes (Baronin von Waldstätten) holen alles aus ihren Charakteren heraus, was nach der Überarbeitung noch möglich ist.</p>
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_2.png" alt="" width="398" height="245" /></div>
<p class="Body">Jon G. Goldsworthy hat als Graf Arco ein gutes Auftreten, er kuscht nach oben und tritt nach unten. Familie Weber, allen voran Cäcilia (Susanna Panzner) ist laut und überzeugt durch ihre Durchtriebenheit, doch bleibt sie alles in allem recht fad. Schade, dass gerade Cäcilias überkandideltes, extravagantes Verhalten nicht mehr erkennbar ist.</p>
<p class="Body">Barbara Obermeier macht als Nannerl eine glaubhafte Wandlung von der schüchternen, traurigen kleinen Schwester zur selbstbewussten jungen Frau durch. Ihr Bedauern über den Wegzug des Bruders („Der Prinz ist fort“) gehört zu den schönsten und zugleich traurigsten Stücken des Abends.</p>
<p class="Body">Emanuel Schikaneder, dem die Vereinigten Bühnen Wien in der kommenden Spielzeit ein eigenes Musical widmen, wird von Martin Pasching sehr gut gespielt. Es ist eine kleine, aber für das Geschehen nicht unwesentliche Rolle, was Pasching gut umzusetzen weiß.</p>
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<p class="Body">Als Wegbereiterin Mozarts, Baronin von Waldstätten, steht Ana Milva Gomes auf der Bühne des Raimund Theaters. Ihre warme Stimme passt gut zu der selbstbewussten Baronin und obgleich Gomes im Verhältnis sehr jung ist, gelingt es ihr, die über jeden Zweifel erhabene Dame der Wiener Gesellschaft glaubhaft darzustellen. Mark Seibert gibt den nicht weniger mächtigen Fürsterzbischof Colloredo. Er agiert durchaus rollendeckend, aber man vermisst die akzentuierten, selbstherrlichen Gesten, die Felix Martin in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Mozart.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1393">Hamburg</a></span> perfektioniert hat. Aus den gesungenen Schlagabtauschen mit Mozart (Romic) geht er keinesfalls immer als Sieger hervor.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_3.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Ein weiterer starker Charakter, mit dem sich Wolfgang Mozart zeitlebens auseinandersetzte, war sein Vater. Thomas Borchert hat diese Rolle bereits bei der Uraufführung 1999 gespielt und kann aus dem Vollem schöpfen. Er ist streng, kann aber auch Gefühle zeigen. An seiner Interpretation gibt es nichts zu deuteln und man ist dankbar, dass dieser unbeugsame Charakter mit einem so erfahrenen Darsteller besetzt wurde.</p>
<p class="Body">Bleibt noch Franziska Schuster als Constanze Weber/Mozart/Nissen. Ihr gelingt es mit jugendlicher Leichtigkeit, Mozart den Kopf zu verdrehen und sie spielt die quirlige Rumtreiberin sehr gut.</p>
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<p class="Body">Angeführt wird das Ensemble von Gernot Romic, der als Zweitbesetzung von Wolfgang Mozart zu sehen ist. Dessen jungenhaften Charme und die Gleichgültigkeit gegenüber Machtpersonen kann er sehr glaubhaft über die Rampe bringen und auch wenn nicht alle Töne hundertprozentig sitzen und einige Passagen zu schnell für ihn scheinen, weiß er als Freigeist Wolfgang Mozart zu überzeugen.</p>
<p class="Body">Was lässt sich als Fazit für diese Neu-Inszenierung festhalten? Manchmal ist es einfach gut, etwas Funktionierendes nicht zu ändern. Durch die vielen Projektionen, die Szenenwechsel mittels Stuhlverschiebungen und die uneinheitliche Linie bei den Kostümen wird das Publikum stark vom eigentlichen Inhalt und der Hauptfigur abgelenkt. Auch die geänderten Arrangements und neue Texte, die sich nicht reimen, gepaart mit schwach ausgearbeiteten Charakteren lassen diese Inszenierung nicht überzeugend wirken.</p>
<p class="Body">Die neue Generation Musicalbesucher kennt nur diese Inszenierung, die in der kommenden Spielzeit auf Tour geschickt wird. Ob sich diesen Zuschauern der Hype vermittelt, der einst von diesem dunklen, charakterstarken Musical ausging? Ich wage dies zu bezweifeln.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Raimund Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span> </strong>12. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span> </strong>Gernot Romic, Ana Milva Gomes</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Bühne:</span> </strong>Harry Kuper / Hans Schavernoch</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos: </span></strong>VBW / Deen van Meer 2015</span></div>
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		<title>Mozart!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/mozart/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 13 Dec 2015 13:12:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Ana Milva Gomes]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Obermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Seibert]]></category>
		<category><![CDATA[Mozart]]></category>
		<category><![CDATA[Oedo Kuipers]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borchert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fans werden dieses Album lieben! Nach 15 Jahren gibt es endlich eine Neuaufnahme des Wiener Hitmusicals von Sylvester Levay und Michael Kunze. Hit Squad Records stellt einmal mehr unter Beweis, dass sie Live-Aufnahmen aus den Wiener Theater perfektioniert haben. Kein Knarzen, kein Rauschen stört den Hörgenuss. Der Zuhörer hört genau das, was er auf der ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Fans werden dieses Album lieben!</h3>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Nach 15 Jahren gibt es endlich eine Neuaufnahme des Wiener Hitmusicals von Sylvester Levay und Michael Kunze. Hit Squad Records stellt einmal mehr unter Beweis, dass sie Live-Aufnahmen aus den Wiener Theater perfektioniert haben. Kein Knarzen, kein Rauschen stört den Hörgenuss. Der Zuhörer hört genau das, was er auf der Bühne des Raimund Theaters gesehen hat.</p>
<p class="Body">Das Doppelalbum beinhaltet 50 Songs, inklusive dreier neuer Stücke, die eigens für die Neuinszenierung geschrieben wurden. Neben einer umfangreichen Inhaltsangabe enthält das Booklet viele Szenenfotos aus der neuen Inszenierung von 2015 sowie den Songtext des neuen Liebesduetts von Mozart und Constanze.</p>
<p class="Body">Neben der Premierenbesetzung, die auf dem Doppelalbum zu hören ist, sind auch alle 34 Musiker des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien, die das Stück unter der Leitung von Koen Schoots jeden Abend live intoniert haben, namentlich genannt. Dies unterstreicht den Stellenwert, den die Musiker für die Wiener Musikerproduktionen haben. Deutsche Musicalproduzenten können sich von dieser Sichtweise gern eine Scheibe abschneiden.</p>
<p class="Body">Gleichermaßen vor- und nachteilig an dieser CD ist, dass man die vielen kleineren und größeren Änderungen sehr genau hören und die Möglichkeit nutzen kann, sich diese zur Verdeutlichung auch mehrfach anzuhören. So fallen textliche und musikalische Neuerungen deutlich mehr ins Gewicht, was <a>nicht immer gut</a> ist.</p>
<p class="Body">Thomas Borchert kann als Leopold Mozart seine ganze Erfahrung in die Waagschale legen. Ana Milva Gomes ist eine sehr junge, aber nichtsdestoweniger sehr souveräne Baronin von Waldstätten. Oedo Kuipers gibt den jugendlichen Springinsfeld Mozart mit viel Gefühl, doch es fehlt ihm manchmal an bühnenfüllendem Volumen. Auch Mark Seibert als Colloredo ist meist entweder zu seicht im Ausdruck oder klingt unnatürlich aufgesetzt. Dies wird unter anderem bei „Ich bleibe in Wien!“ deutlich. Sowohl Kuipers als auch Seibert intonieren ihren Schlagabtausch nicht kraftvoll genug. Es klingt alles zu glatt und fehlerfrei. Doch gerade bei der Intensität dieses Songs darf man stimmlich auch gern mal an die Grenzen gehen, um die starke Abneigung der beiden Protagonisten hervorzuheben.</p>
<p class="Body">Akustische Highlights sind „Schließ’ Dein Herz in Eisen ein“ (Thomas Borchert), „Was für ein grausames Leben“ (Oedo Kuipers), „Gold von den Sternen“ (Ana Milva Gomes) sowie die imposanten Ensemblenummern „Hier in Wien!“ und „Mozart, Mozart!“.</p>
<p class="Body">Das Orchester spielt fulminant. Die Streicher zum Auftakt von „Was für ein grausames Leben!“ sorgen für Gänsehaut. Auch „Wie wird man seinen Schatten los?“ klingt orchesterseitig großartig. Schade, dass der Gesang hier auch zu glatt und unaufgeregt ist.</p>
<p class="Body">Das neue Duett zwischen Frau Weber und ihrer Tochter Constanze („Du hast ihn an der Angel“) hat eine gute Energie. Brigitte Oelke kann die fiesen Hintergedanken der Mutter gut transportieren, während Franziska Schuster ihre Auflehnung gegen die hinterhältige Mutter ebenfalls überzeugend zum Ausdruck bringt. Die Hinleitung zum Motiv der Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ ist ein sehr unterhaltsamer Kniff des Kreativteams.</p>
<p class="Body">Auch Barbara Obermeier weiß als Nannerl ihre Momente im Rampenlicht zu nutzen. Ihr „Der Prinz ist fort“ schwankt zwischen Trotz und Verletzlichkeit. Ihr zuzuhören ist ein Genuss.</p>
<p class="Body">Hingegen erinnert Constanzes Protestsong „Irgendwo wird immer getanzt“ eher an das Gejammer einer gelangweilten Ehefrau als an das genervte Aufbegehren der vom Gatten verschmähten Muse. Bedauerlich, dass dieser so intensive Song in dieser Inszenierung so abgeflacht wurde.</p>
<p class="Body">Ähnlich dünn kommt „Wie kann es möglich sein?“ daher. Mark Seibert fehlt es zumindest akustisch an Intensität und Verzweiflung. Es gelingt ihm leider nicht, die Gratwanderung zwischen Bewunderung und Abscheu glaubhaft zu intonieren. Deutlich besser steht ihm da schon „Der einfache Weg“, einer neuen Szene, in der Colloredo versucht, Mozart eine Brücke zu bauen, was aber einmal mehr misslingt. Der Song klingt sehr nach „Rebecca“ und mag – wenn auch aus der gleichen kreativen Feder wie „Mozart!“ – nicht so recht zum Rest passen.</p>
<p class="Body">So einwandfrei die Aufnahme an sich ist, so herausragend das Orchester auch spielt. Es nützt alles nichts, wenn die Darsteller – aus regietechnischen Gründen oder eigenem Unvermögen – nicht die erforderliche Energie übertragen können, welche die rockig-poppigen Songs von Sylvester Levay brauchen, um vollends zu begeistern. Schade.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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		<title>Natürlich Blond</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/natuerlich-blond/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 13:31:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Goebel]]></category>
		<category><![CDATA[Ana Milva Gomes]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Obermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Neubauer]]></category>
		<category><![CDATA[Natürlich Blond]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Einfach nur blond ist auf dieser Aufnahme gar nichts!</h3>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Die Vereinigten Bühnen Wien legen mit der Gesamtaufnahme zu ihrem Broadway-Import „Natürlich Blond“ eine lupenreine Live-Aufnahme vor. Das brillante Orchester der Vereinigten Bühnen ergeht sich in schmissigen Popmelodien und sorgt beim Zuhörer für sofortige gute Laune. Die Musiker spielen auf diesem Album alles andere als eine Nebenrolle: Gleich drei der 25 Stücke sind rein instrumental und begeistern.</p>
<p class="Body">Die Songs sind qualitativ hochwertig intoniert und fast von allein wippen die Füße im Takt und man schnipst mit. Die Energie der Komposition ist ansteckend.</p>
<p class="Body">Barbara Obermeier überzeugt als Jura-Studentin Elle sowohl in den quietschigen Passagen als auch mit leisen Zwischentönen. Man hört die Spielfreude, kann aber die durchlebten Emotionen ebenso gut nachempfinden.</p>
<p class="Body">Besonders schön sind auch die typisch österreichischen Textanpassungen wie „heurige Preise“ oder „Jus studieren“. Das führt außerhalb der Alpenrepublik sicherlich zu leichten Verständnisschwierigkeiten, kommt aber der Authentizität der Darbietung ungemein zu Gute.</p>
<p class="Body">Darüber hinaus besticht die Doppel-CD als rundum gelungene Ensembleleistung. Neben der Hauptdarstellerin ragt keiner aus der Menge heraus. Doch dies ist ganz klar als Pluspunkt zu werten, dreht sich doch auf der Bühne alles nur um die Lady in Pink, Elle.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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