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	<title>Anne Hathaway-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Anne Hathaway-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Romeo ist ein Lauch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 21:27:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&#38;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&#38;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/romeo-ist-ein-lauch/">Romeo ist ein Lauch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&amp;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&amp;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana Mischke und Heiko Wohlgemuth wortgewandt und pointenreich ins Deutsche übertragen wurde.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3543 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg" alt="" width="400" height="273" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x525.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1343w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Max Martin sagt den meisten wahrscheinlich erstmals nichts. Doch Backstreet Boys, *NSYNC, P!nk, Katy Perry, Britney Spears, Justin Timberlake, Bon Jovi, Ariana Grande, Celine Dion, Taylor Swift oder The Weekend sind allen ein Begriff. Das sind nur einige der Künstler, für die Martin TOP 10 Songs geschrieben hat. Allein seit 1999 sind 50 Songs, die er komponiert hat, weltweit in den TOP 10 gelandet. 27 mal erreichte eines seiner Werke bisher sogar die Topplatzierung! Musikalisch ist diese Show also ein Selbstläufer.</p>
<p>David West Read (Autor von „Schitt’s Creek“) fiel die Aufgabe zu, diese Hits in ein Bühnentaugliches Gewand zu kleiden. In enger Zusammenarbeit entstand so nach vielen Jahren &#8222;&amp;Juliet&#8220;, das 2019 in Manchester uraufgeführt und seither in weiteren fünf Ländern Erfolge feiert(e).</p>
<p>Die Idee von &#8222;&amp;Julia&#8220; ist clever: Anne Hathaway, William Shakespeare&#8217;s gelangweilte, einsame, aber ziemlich clevere Gattin folgt ihrem Mann nach London und schlägt ihm &#8211; unverhandelbar &#8211; vor, das Ende von seinem gerade erst uraufgeführten &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220; zu ändern. Ihr ist Julia zu sehr abhängig und wenig daran interessiert, ihre eigenen Träume zu leben. Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben sind mehr als nur zufällig, musste sie Shakespeare doch überstürzt heiraten, da sie schwanger war, und hatte danach keine andere Aufgabe als das Haus und die Kinder zu hüten, während ihr Mann sich in London in die Arbeit und das Vergnügen stürzte.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3536 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1749w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das kreative Autorenpaar ersinnt daraufhin gänzlich divergierende Fortschreibungen von Julia&#8217;s Leben, manchmal ergänzen sie sich in ihren Ideen, meistens jedoch setzt sich Anne mit ihren fortschrittlichen Impulsen durch. Außer als William plötzlich beschließt, dass Romeo doch nicht vom Gift getötet wurde, wieder in Julias neuem Leben auftaucht und alles durcheinanderbringt.</p>
<p>Inszenatorisch hat Read die parallelen Handlungsstränge sehr clever miteinander verflochten. Ideen vom Ehepaar Shakespeare werden in der Folgeszene direkt umgesetzt. Sehr treffend, dass Anne als Julias &#8222;Bestie&#8220; April in diesen Szenen auch meist mit auftaucht und die Handlung quasi direkt mitsteuert. Julias weitere Gefährten sind Angelique (ursprünglich als Julias Amme an ihrer Seite) und die non-binäre May.</p>
<p>Die Ladies &#8211; April, May und Juli(a) &#8211; brechen auf nach Paris, wo sie das Leben feiern wollen. Sie schleichen sich auf den Renaissance Ball, den Lance DuBois für seinen Sohn Francois ausgerichtet hat, um eine Braut für ihn zu finden (alternativ würde er ihn zur Armee schicken). Dass Franky &#8211; wie ihn Julia sehr schnell nennt &#8211; gar nicht weiß, ob er Frauen oder Männer liebt, bekommt Papa Lance gar nicht mit. Denn das zufällige Aufeinandertreffen von May und Franky offenbart sofort tiefe Zuneigung, wohingegen das Treffen von Julia und Franky eher in Richtung Zweckehe und Win-Win-Gemeinschaft mündet. Die vom Vater begrüßte und Julia aus Verpflichtung Franky gegenüber stattfindende Hochzeitsfeier endet natürlich im Chaos, zumal plötzlich auch Romeo in Paris auftaucht und nichts unversucht lässt, seine Julia zurückzuerobern. Die jedoch hat inzwischen gelernt, dass Romeo kein Kostverächter war und seine Liebhaber:innenschar sehr groß ist. Julia weiß nicht, was sie wirklich will, aber so weitermachen wie bisher, möchte sie auf keinen Fall!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3541 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x671.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x503.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1006.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1803w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Ende der Story ist leider etwas abrupt und fällt im Vergleich zur Entwicklung der Story davor deutlich ab. Hier hilft die Musik sehr, über diese Schwäche hinwegzublicken.</p>
<p>Viele Songs wurden neu arrangiert, die Texte aber kaum verändert. Aus &#8222;…Baby One More Time&#8220; einen Tango zu machen, ist schon gewagt, funktioniert aber großartig. Hier hat Willemijn Verkaik als Anne Hathaway einen ersten großen Moment. Sie ist die perfekte Besetzung, verfügt über das perfekte Timing, hat eine komische Ader und singt begnadet, was im zweiten Akt zu spontanen Stehenden Ovationen führt (&#8222;That&#8217;s the way it is&#8220; von Celine Dion).</p>
<p>Auch die wieder aufflammende Romanze von Lance und Angelique (die früher auch als Amme in seinem Haus tätig war) ist sehr gewitzt mit eingeflochten. Jacqueline Braun erinnert sicherlich nur zufällig in Optik und Spiel an Melissa McCarthy. An komödiantischem Talent und Stimmgewalt mangelt es ihr sicherlich keinesfalls. Wie die beiden umeinander herumschleichen, um dann doch die Nacht miteinander zu verbringen, ist köstlich (&#8222;Teenage Dream/Break Free&#8220;). Dass Lance sehr ernste Absichten hat, glaubt man ihm sofort. Carlos de Vries kann den Wandel des strengen Familienoberhaupts zum gefühlvollen Verehrer und verständnisvollen Vater sehr gut nachzeichnen. &#8222;Shape of my heart&#8220; unterstreicht diese Wandlung sehr treffend.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3539 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch die Dreiecksbeziehung von May und Franky und Franky und Julia ist unterhaltsam nachgezeichnet. Am Ende entscheidet sich Franky für das, was sein Herz ihm sagt (&#8222;It&#8217;s Gonna Be Me&#8220;) und lässt die Hochzeit platzen. Oliver Edward ist dem Hamburger Publikum aus &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">Hamilton</a>&#8220; bekannt. Seine Stimme ist so markant, dass man mit geschlossenen Augen sofort Philipp vor sich sieht. Doch auch ihm gelingt es, seine Zerrissenheit und sein Gefühlschaos glaubwürdig über die Rampe zu bringen. &#8222;I Kissed a Girl&#8220; nachdem Franky und May sich zum ersten Mal küsste, ist wunderbar gefühlvoll und natürlich.</p>
<p>May ist die Symbolfigur für Diversität in diesem Stück. Manchmal ist es recht plakativ, doch Bram Tahamata spielt gewinnend über diese Offensichtlichkeiten hinweg. Sein &#8222;I&#8217;m Not a Girl, Not Yet a Woman&#8220; ist herzzerreißend. Und &#8222;Confident&#8220; (von Demi Lovato) ist DIE Hymne des Abends. Damit kann sich zweifelsohne jeder im Saal identifizieren. &#8222;What do you want from me&#8220; strotzt vor aufgestauter Energie und Gefühl. Richtig richtig gut!</p>
<p>Über Romeos Wiederauferstehung kann man zweifellos streiten. Amüsanterweise wird Romeo als Weichei im Mantel eines unsympathischen Selbstdarstellers beschrieben. Raphael Groß spielt diese Rolle sehr gut und so unterschreibt man die Aussage von Anne Hathaway &#8222;Romeo ist ein Lauch!&#8220; auch nur allzu gern. Es dauert eine Weile bis Romeo erkennt, dass seine Fassade ihn nicht weiterbringt. Julia stellt ihn mit &#8222;Since U been gone&#8220; sehr klar zur Rede und er nimmt sich vor, um sie zu kämpfen. Dazu zählt seine Performance auf der Hochzeit mit der &#8222;Bois Band&#8220; und &#8222;Everybody&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3538 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg" alt="" width="400" height="280" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x716.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x537.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1205w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch Julia kann er nicht zurückgewinnen. Anne hat sich für Julia kein Happy End gewünscht, sondern die Chance, eigene Entscheidungen zu treffen. Und so endet das Stück zwar mit einem Hoffnungsschimmer für Romeo, doch den Ton gibt in Zukunft ganz klar Julia an.</p>
<p>Chiara Fuhrmann ist eine souveräne, selbstbewusste Julia, die sich gesanglich mit Max Martins Songs wohlfühlt und die vielen Stimmungsschwankungen, die ihrer Figur auferlegt werden, sehr gut nachzeichnen kann. &#8222;Stronger&#8220;, &#8222;Oops!&#8230; I Did It Again&#8220;, &#8222;Roar&#8220; sind nur einige überzeugende Beispiele dafür.</p>
<p>Anne und William bekommen am Ende das, was beide sich gewünscht haben: Romeo &amp; Julia haben eine Zukunft &#8211; eventuell sogar gemeinsam &#8211; und Julia darf eine junge Frau sein, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. William entschuldigt sich bei seiner großen Liebe Anne (&#8222;I Want It That Way&#8220;) und akzeptiert, dass er eine starke Frau an seiner Seite hat. Andreas Bongard hat einerseits die namhafteste Rolle des Stücks, andererseits auch die blasseste: Shakespeare ist zwar der eigentliche Schöpfer von &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220;, doch alles was an diesem Abend passiert, ist von Anne initiiert worden. Diesen Spagat muss man erstmal schauspielerisch hinbekommen. Bongard gelingt dies durchaus gut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3537 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie bereits erwähnt, kommt das Ende etwas plötzlich und das Ensemble fackelt mit Justin Timberlake&#8217;s &#8222;Can&#8217;t Stop the Feeling!&#8220; ein riesiges Feuerwerk ab. Einmal mehr kann man die vielseitigen Kostüme von Paloma Young in all ihrer Pracht bewundern und sich von den modernen Choreografien von Jennifer Weber mitreißen lassen. Es hält niemanden mehr auf den Sitzen! Das Publikum feiert das Ensemble und Max Martins Welthits der letzten 25 Jahre!</p>
<p>Ein Wort noch zu Philipp Gras, der die neunköpfige Band als musikalischer Leiter fulminant antreibt. Die Arrangements sind so musicaltauglich, dass sogar einzelne Instrumente, wie das gänsehautverursachende Cello, nicht nur zu hören sind, sondern sprichwörtlich inszeniert werden, was perfekt in den kompositorischen Gesamtrahmen passen.</p>
<p>&#8222;&amp;Julia&#8220; hat das Potential eine Hitshow für das Publikum von heute zu werden. Hierzu trägt auch bei, dass die Songs zu 99% auf Englisch gesungen werden. Manchmal wird ein Song durch eine deutsche erste Zeile eingleitet und dann aber im bekannten englischen Original fortgesetzt. Genau so kann man junge Menschen für das Genre Musical begeistern!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">30</span><span class="Bold">. Oktober 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Andreas Bongard, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen<br />
</span></p>
<hr />
<h2>Alles neu macht der März&#8230;</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3631 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x1151.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1025x1536.jpg 1025w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1366x2048.jpg 1366w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-scaled.jpg 1708w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Seit 6. März hat das Ensemble von &#8222;&amp;Julia&#8220; im Operettenhaus Verstärkung: Riccardo Greco ist als leidgeplagter, wortgewandter William Shakespeare zu erleben.</p>
<p>Doch nicht nur der Zuwachs auf der Bühne bringt neuen Schwung in das pfiffige Popmusical, auch die Straffung der Handlung &#8211; insbesondere zu Beginn des 1. Akts &#8211; tun dem Stück sehr gut. Kurzweilig , amüsant und musikalisch einfach nur ansteckend, begleitet das Publikum Julia auf ihrem eigenen (durch Shakespeares Frau Anne Hathaway erdachten) Weg in eine neue, selbstbestimmte Zukunft.</p>
<p>Chiara Fuhrmann hat sich sehr gut in die Rolle der selbestbewussten Julia eingefunden, Jacqueline Braun lässt als sie als ihre Amme bei fast keinem Schritt aus den Augen. Ausnahme sind die Momente, die die Amme mit ihrer großen Liebe Lance (Carlos de Vries) . Die beiden sind einmal mehr ein Garant fürs Lachmuskeltraining!</p>
<p>Bram Tahamata und Oliver Edward bestechen als May und Franky nicht nur durch ihre bis in den Rang spürbare Emotionalität, sondern auch mit ihrem Gesang. Illias Sidi-Yacoub darf in dieser Vorstellung &#8222;den Lauch&#8220; Romeo spielen und lässt aufhorchen. Auch Romeo zeigt Selbstbewusstein!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3632 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Herausragend ist auch diesmal Willemijn Verkaik, die Anne Hathaway mit bühnenfüllendem Engagement, Sinn für Pointen, einen gehörigen Portion Frechheit und einer Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht, zum Leben erweckt. An der Seite solch einer starken Frau hat es jeder Mann schwer, doch Greco gelingt es, den vermeintlich unterlegenen Schriftsteller mit dem perfekten Maß an Aufmüpfigkeit und Kreativität auszustatten, so dass das Autorenpaar seinen gemeinsamen Weg gleichberechtigt fortsetzen kann.</p>
<p>Das Publikum war auch gut vier Monate nach der Premiere begeistert! Die Song von Max Martin zünden ausnahmslos und man sieht schon in den ersten Minuten Zuschauer mitwippen und -klatschen. Wenn das nicht für den Erfolg dieser Show spricht, was dann?</p>
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<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
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<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">6</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Riccardo Greco, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #333399;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen</span></p>
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		<title>Les Misérables</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/les-miserables/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 07 Oct 2013 16:48:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Aaron Tveit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstklassige Schauspieler im erfolgreichsten Musical &#8211; und dennoch schreibt das Stück keine Filmgeschichte „Les Misérables“ gilt als eines der erfolgreichsten Musicals weltweit. Victor Hugos Revolutionsdrama „Die Elenden“ diente vor 35 Jahren Alain Boublil, Claude-Michel Schönberg und Herbert Kretzmer als Vorlage für ihren Musical-Welthit. Aufführungen in 23 Sprachen und 42 Ländern, pompöse Jubiläumsfeiern im Londoner Millennium ...</p>
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<h3>Erstklassige Schauspieler im erfolgreichsten Musical &#8211; und dennoch schreibt das Stück keine Filmgeschichte</h3>
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<div class="text-content style_External_390_285">
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<p class="Body">„Les Misérables“ gilt als eines der erfolgreichsten Musicals weltweit. Victor Hugos Revolutionsdrama „Die Elenden“ diente vor 35 Jahren Alain Boublil, Claude-Michel Schönberg und Herbert Kretzmer als Vorlage für ihren Musical-Welthit. Aufführungen in 23 Sprachen und 42 Ländern, pompöse Jubiläumsfeiern im Londoner Millennium Dome (2010) oder der Royal Albert Hall (1995) zeigen mehr als deutlich, dass die tragische Geschichte von Jean Valjean, Fantine und Eponine die Herzen der Menschen erreicht.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Les_Miserables_2013_files/shapeimage_2.png" alt="" width="402" height="252" /></div>
<p class="Body">Schon Ende der 90er Jahre gab es Überlegungen, das Stück auf Zelluloid zu bannen, doch es dauerte weitere 20 Jahre bis die Ideen zum Film konkrete Formen annahmen. Für die Produzenten Tim Bevan und Eric Fellner von Working Title Films und Cameron Mackintosh war von vornherein klar, dass das Kreativteam der Bühnenfassung auch am Film mitarbeiten sollte. Und so entschied man sich gemeinsam mit Boublil, Schönberg und Kretzmer dafür, William Nicholson (u. a. „Gladiator“, „Shadowlands“) das Drehbuch zur Kinofassung schreiben zu lassen.</p>
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<p class="tinyText stroke_1">Nicholson kannte das Stück und bezeichnet sich selbst als begeisterten Fan: „Die Dynamik des Theatererlebnisses ergibt sich aus der Musik, während der Film naturalistischer ist, weil er realistischer und glaubwürdiger wirken muss. Deshalb musste ich die Handlungsstränge intensivieren.“</p>
<div class="text-content style_External_670_167">
<div class="style_2">
<p class="Body">Cameron Mackintosh machte unmissverständlich klar, dass es nicht um ein Abfilmen der Bühnenshow gehen sollte, sondern der Grundtenor des Musicals in jedem Einzelbild des Films erhalten bleiben müsse. Der Zufall half bei der Suche nach dem passenden Regisseur für diese Herausforderung. Tom Hooper („The King‘s Speech“) kannte das Musical zwar nicht, hatte aber bereits zuvor mit Nicholson gearbeitet und entschied nach dem Besuch der Show und dem Lesen von Nicholsons Skript, sich dieser Aufgabe zu stellen: „Die Gefühle, die das Musical in mir auslöste und die Wirkung des Drehbuchs überzeugten mich, dass ich hier die Chance bekam, sehr emotional arbeiten zu können.“</p>
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<p class="tinyText">Mackintosch fügt treffend hinzu: „Diese Musik funktioniert nur, wenn sie direkt in der Situation aufgenommen wird.“ Und so wurden alle Schauspieler mit In ear Ohrstöpseln ausgestattet, über die sie den Pianisten hören konnten, der die Partitur live zu ihrem Gesang einspielte und dank eines Monitors schauspielerische Pausen berücksichtigen konnte.</p>
<div class="text-content style_External_670_258">
<div class="style_2">
<p class="Body">Doch bevor die Schauspieler überhaupt ans Set und zum Singen kamen, mussten alle &#8211; auch die Hollywood-Größen Jackman und Crowe &#8211; ein Casting absolvieren. Produzent Fellner sagt dazu „Unsere Schauspieler müssen drei Voraussetzungen mitbringen: Starcharisma, Begabung und gesangliches Können. Wir haben Glück, denn heutzutage gibt es solche Darsteller. Praktisch alle Rollen haben wir mit unseren Wunschkandidaten besetzen können.“</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Les_Miserables_2013_files/shapeimage_10.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Nach Hugh Jackmans dreistündigem Castings überschlägt sich Regisseur Hooper vor Lob: „Wie es Hugh gelingt, auch während des Singens seine Rolle schauspielerisch zu interpretieren, ist absolut außergewöhnlich. Ich erlebe ihn als heiligen Gral, als genialen Schauspieler und Sänger.“ Auch Jackman war sofort vom „Les Misérables“-Virus infiziert: „Jean Valjean ist zutiefst menschlich, außergewöhnlich stoisch, kraftvoll und letztlich inspiriert er uns total. (&#8230;) Alle meine bisherigen Rollen waren die Vorarbeit zu diesem Film &#8211; meine Bühnenauftritte ebenso wie die Kinorollen. In dieser Figur kommt alles zusammen &#8211; es ist die Rolle meines Lebens.“</p>
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<div class="text-content style_External_256_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wenn man ein Musical authentisch auf die Leinwand bringen möchte, muss man die Hürde „Gesang“ nehmen. In „Les Misérables“ wird jede einzelne Zeile gesungen; dies ist auch im Film nicht anders. Da das Genre Film aber anderen Gesetzmäßigkeiten folgt als Theater, bat Hooper Boublil, Schönberg und Kretzmer auf Basis von Nicholsons Drehbuch eine neue musikalische Struktur und neue Texte zu entwerfen: „Ich wollte das Risiko eingehen und einem neuen Genre einmal etwas ganz anderes probieren. Von Anfang an wollte ich unbedingt live drehen. Wenn sich das als unmöglich erwiesen hätte, hätte ich den Film wahrscheinlich abgelehnt. Denn egal wie perfekt die Schauspieler zum Playback des Gesangs mimen &#8211; die Zuschauer merken einfach, dass es nicht echt wirkt.“</p>
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<div class="text-content style_External_395_352">
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<p class="Body">Russell Crowe, der als Inspektor Javert Jackmans Counterpart spielt,  sieht dies ähnlich: „Ich glaube, seit John Nash in „A Beautiful Mind“ hat mich keine Rolle derart begeistert. (&#8230;) Javert wird von einer ganz spezifischen Moral und einem entsprechenden Weltverständnis geprägt: Gut und Böse sind klare Gegensätze. Als er merkt, dass er Unrecht hat, weil nämlich der Mann, den er für böse hält, tatsächlich ein guter Mensch ist, ist Javert ein gebrochener Mann.“</p>
<p class="Body">Anne Hathaway hat eine sehr enge Beziehung zu „Les Misérables“: Ihre Mutter hat bei einer US-Tournee im Ensemble und als Fantine auf der Bühne gespielt. Hathaway kennt die Melodien also seit Kindertagen. Hooper hält große Stücke auf die Schauspielerin: „ Anne verfügt über die außergewöhnliche Fähigkeit, sich durch einen Song schauspielerisch auszudrücken. Es geht ja nicht nur darum, einen Song zu singen. Sie muss Großaufnahmen bestreiten und dabei das Lied interpretieren &#8211; die Anforderungen dafür unterscheiden sich völlig von dem, was den Bühnendarstellern abverlangt wird.“</p>
<p class="Body">Für Hathaway steht vor allem die Verletzlichkeit von Fantine im Mittelpunkt: „Fantines unendliches Leid lässt die Liebe im Rest des Films umso intensiver strahlen.“ Sie brachte sich weit mehr als üblich in diese Rolle ein. In der Szene, in der Fantine ihre Locken verkauft, ließ sie sich ihr eigenes Haar abschneiden und hungerte sich zudem 11 kg ab, um Fantines körperlichen Verfall glaubhaft spielen zu können.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Les_Miserables_2013_files/shapeimage_8.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Dass Samantha Barks als Eponine engagiert wurde, war kein Zufall. Von 2010 bis 2011 gehörte sie zum Londoner „Les Misérables“-Ensemble und sie überzeugte Hooper und Mackintosh im Handumdrehen.</p>
<p class="Body">Die Eltern der kleinen Eponine, die schrägen Wirtsleute Thénardier, sind auf der Bühne aufgrund ihrer extrovertierten, kruden Art Publikumslieblinge. Debra Hayward (Working Title) bestätigt: „,Master of the House‘ ist einer der beliebtesten Titel des Musicals. Wir mussten gar nicht lange suchen: Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen sind das perfekte Komikerpaar. Dass sie beide auch hervorragend singen können, war dann das Sahnehäubchen oben drauf.“</p>
<p class="Body">Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg waren auch bei den Dreharbeiten vor Ort. Das spornte die Schauspieler noch mehr an, erinnert sich Hathaway: „ Wir wollten sie unbedingt zufrieden stellen, beeindrucken und ihre Vision zum Leben erwecken.“ Dass sie alle live singen musste, machte diese Aufgabe nicht eben kleiner. Tom Hooper begründet seine Entscheidung: „Wenn der Schauspieler zum Playback mimen muss, kann er nicht mehr spontan agieren, weil er sich millisekundengenau auf einen Plan einstellen muss, der bereits vor Monaten festgelegt wurde. Doch wenn er live singen darf, hat er die Freiheit, die Illusion zu erzeugen, dass die Figur ganz intuitiv reagiert und handelt, was sich ganz intensiv auf den realistischen Eindruck der Darstellung auswirkt. „Les Misérables“ wird von intensiven Gefühlen geprägt und ich wollte den Schauspielern mehrere Optionen ermöglichen, die erst durch das Spiel entstehen.“</p>
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<div class="text-content style_External_399_385">
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<p class="Body">Simon Hayes, verantwortlich für den Ton, wusste von Anfang an, dass diese Art, ein Musical zu drehen, eine Herausforderung für sein Team werden würde. Doch die Schauspieler unterstützten Hooper in seiner Entscheidung. Während Jackman zugesteht, dass es sich um eine große Herausforderung handelt, betont er aber zugleich die Freiheiten im Spiel, die durch diese besondere Form des Drehens ermöglicht wurden. Crowe freut sich, dass er emotional nicht eingeschränkt wurde: „Darin liegt, glaube ich, der Schlüssel zu dieser sehr erfüllenden Erfahrung,“</p>
<p class="Body">Überhaupt loben Hugh Jackman und Russell Crowe das Engagement ihres Regisseurs sehr: „Genau wie Hugo ist er von der Geschichte besessen &#8211; bis ins letzte Detail. Er ist unglaublich intelligent, hat das Material völlig im Griff und beherrscht die Musik absolut souverän. Ich halte ihn für einen großen Filmemacher, und er hat sich den Mount Everest des Filmemachens vorgenommen.“ sagt Jackman, während</p>
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<div class="text-content style_External_670_201">
<div class="style_2">
<p class="Body">Crowe sich erinnert: „Tom brachte sich mit jeder Faser seines Körpers in dieses Projekt ein. Er arbeitete sieben Tage die Woche, blieb dabei aber trotzdem die Ruhe selbst. Er ist ein harter Bursche. Wenn er etwas will, dann bekommt er es auch. Solche Regisseure wünscht man sich!“</p>
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Les_Miserables_2013_files/shapeimage_7.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Die Voraussetzungen für die filmische Adaption eines Musical-Klassikers konnten besser kaum sein: Die Künstler, deren Köpfen das Werk entsprang, der erfolgreiche Musicalproduzent, der genau weiß, was gut für „sein Baby“ ist, ein Drehbuchautor und Regisseur, die sich blind verstehen und ganz tief in die Geschichte eintauchen und sich auf die Bedeutung von vermeintlichen Kleinigkeiten ein lassen, talentierte und engagierte Schauspieler und Sänger &#8211; alle brannten gleichermaßen für dieses anspruchsvolle Projekt.</p>
<h4 class="Body">Warum also entfacht die Handlung nicht dasselbe emotionale Feuerwerk wie die Bühnenversion?</h4>
<p class="Body">An der Optik liegt es sicherlich nicht. Die Spielorte sind gut gewählt und wirken trotz des massiven Einsatzes von digitaler Technik glaubwürdig und authentisch. Produktionsdesignerin Eve Stewart hat hier ganze Arbeit geleistet. Ebenso überzeugende Arbeit liefert Kostümdesigner Paco Delgado ab. Auch auf der großen Leinwand erkennt man die Farbwelten wieder, die der Bühnenfassung zugrunde liegen: Blautöne für die Fabrikarbeiterinnen, Braun- und Grautöne für die Bettler auf den Straßen, verblasste Farbenvielfalt bei den Prostituierten usw.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Vielleicht tragen die hervorragenden Make-Ups von Lisa Westcotts Team  eine Teilschuld? Denn wer möchte schon in Großaufnahme die schmutzigen Zahnstummel in Fantines (Anne Hathaways) Mund sehen oder in den blutunterlaufenen Augen von Jean Valjean (Hugh Jackman) jedes Äderchen erkennen.</p>
<p class="Body">Handwerklich ist daran nichts auszusetzen, doch die Nähe zum Elend, die hier im Gegensatz zur Bühne mehr als nur angedeutet wird, ist vielleicht doch etwas zu viel des Guten.</p>
<p class="Body">Danny Cohens beklemmend intensive Kameraführung lebt von Nahaufnahmen und verliert sich in Details, die man in dieser Intensität nicht unbedingt sehen möchte. Auch dies könnte ein Indiz dafür sein, dass es vielleicht nicht ganz so gut war, die Distanz zwischen Bühne und Publikum durch diese Detailverliebtheit aufzuheben.</p>
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<p class="Body">Die Sorge, dass die Filmfassung dem Musical in Sachen musikalischer Opulenz nicht gerecht wird, ist unbegründet. Was Anne Dudley, Stephen Metcalfe, Becky Bentham zusammen mit Simon Hayes Live-Mitschnitten des Gesangs am Set geschaffen haben, kann sich durchaus hören lassen.</p>
<p class="Body">Bleiben die Akteure vor der Kamera. So sehr das Kreativteam von seiner Wahl auch überzeugt sein mag, so sehr mehren sich doch die Zweifel, dass beim Casting vielleicht anderen Darstellern der Vorzug hätte gegeben werden können (und in manchen Fällen sogar müssen).</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Les_Miserables_2013_files/shapeimage_9.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Hugh Jackman steckt wirklich sehr tief in der Rolle des zu Unrecht verfolgten Jean Valjean. Seine spielerische Intensität ist atemberaubend, wobei er als Sträfling und Flüchtiger noch etwas mehr zu überzeugen weiß als als Bürgermeister und Pflegevater von Cosette. Gesanglich meistert er eine der anspruchsvollsten männlichen Musicalrollen gut, auch wenn er an berühmte Vorgänger wie Colm Wilkinson nicht heranreicht. Seine Oscar-Nominierung hat Hugh Jackman dennoch vollkommen zurecht erhalten.</p>
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<p class="Body">Russell Crowe spielt den „Bösewicht“ Javert. Dass auch der Inspektor mehrere Facetten hat und sein einseitiges Agieren gegenüber Valjean reflektiert, wird dank Crowes schauspielerischer Erfahrung sehr deutlich. Seine raue Rockstimme wirkt jedoch oft nicht passend für den strengen Javert und allzu häufig verfällt er in Sprechgesang. Das tut zwar der Figur als solcher keinen Abbruch, hat aber mit einer Musicalperformance wenig zu tun.</p>
<p class="Body">Ähnlich enttäuscht ist man von Anne Hathaway. Sie spielt stark und bringt die Leiden der Fantine klar zur Geltung. Und doch wirkt es phasenweise „over-acted“ und man vermisst die zarte Seite der verständlicherweise sehr verbitterten Arbeiterin. Gesanglich ist hier, wie man so schön sagt, noch viel Luft nach oben. Hathaways eher schrille Klangfarbe macht es schwer, mit Fantine echtes Mitgefühl zu entwickeln, obwohl die sterbende Mutter der kleinen Cosette dies mehr als verdient hat.</p>
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<p class="Body">Wie viel mehr Freude macht dagegen die auf der Leinwand noch unbekannte Samantha Barks! Warum „On my own“ zu Weltruhm gelangt ist, wird in ihrer Darbietung deutlich. Dass sie auch schauspielerisch bestehen kann, zeigt sich in Eponines  Sterbeszene: Sanft und unsagbar verletzlich liegt sie in den Armen des von ihr so geliebten Marius und kann wenigstens ein einziges Mal fühlen, dass sie ihm etwas bedeutet. Barks kann diese Klaviatur überzeugend bedienen.</p>
<p class="Body">Eddie Redmayne ist als besagter Marius zu erleben. Erfrischend aufmüpfig und nicht ganz so arg blass wie seine Bühnen-Alter Egos schwankt er zwischen der jungen Liebe zu Cosette und dem Kampf mit seinen Kommilitonen gegen die Mächtigen Frankreichs. An Redmaynes Besetzung kann man nichts aussetzen. Gleiches gilt für Amanda Seyfried, die als Cosette zu sehen ist. Im Gegensatz zu Redmayne bleibt sie &#8211; zugegebenermaßen rollendeckend &#8211; im Hintergrund und ist eher schmückendes Beiwerk. Sicherlich nicht leicht, aus einer solchen Rolle das Beste zu machen, aber Seyfried gelingt dies.</p>
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<p class="Body">So energisch Redmayne als Marius ist so unauffällig bleibt Aaron Tveit als Enjolras. Man fragt sich zwischenzeitlich, wer denn nun der Anführer der Studenten ist &#8211; er oder Marius? Dafür singt er sehr schön und führt das Ensemble in ein beeindruckendes „Red and Black“.</p>
<p class="Body"><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Les_Miserables_2013_files/shapeimage_6.png" alt="" />Den Reigen der bekannten Schauspieler komplettieren Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen. Beide haben erwiesenermaßen ein Gespür für außergewöhnliche, schräge Charaktere, gern auch am Rande der Gesellschaft lebend. Ebenso haben beide mehrfach ihr komödiantisches Talent bewiesen. Sie als gute Sänger zu bezeichnen, fällt aber schwer. Und doch kann man ihnen dies nicht anlasten, von den Thénardiers erwartet man keinen lupenreinen Sopran oder einen voll-warmen Bariton. Da darf es gern auch mal schiefe Töne und ungewöhnliche melodische Interpretationen geben.</p>
<p class="Body">„Les Misérables“ auf Leinwand zu bannen, bedeutet auch, dass man ein enorm großes Ensemble braucht. Neben hunderten Statisten haben es  auch zahlreiche namhafte Musicaldarsteller in die Cast geschafft. Allen voran natürlich Colm Wilkinson, der erste Londoner Jean Valjean, der im Film als Bischof den gestürzten Valjean wieder auf den Pfad der Tugend führt. Nur wenige Noten reichen, um auch hier seine Klasse und den hohen Grad an Gefühl zu beweisen, den Wilkinson mit seiner Stimme transportieren kann.</p>
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<div id="id17" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_318">
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<p class="Body">Gesellschaft bekommt er von Frances Ruffelle (Eponine der ersten Stunde), die als eine der Huren zu sehen ist sowie Michael Jibson (<span style="color: #000080;"><a style="color: #000080;" title="Our_House.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=573">„Our House“ &#8211; The Musical</a></span>) als herrlich fieser Vorarbeiter. Weitere Darsteller, die sich in Londoner Musicalproduktionen verdient gemacht haben, sind Daniel Evans („Sunday in the Park with George“), Bertie Carvel („Matilda“), Katy Secombe (Mme. Thénardier in „Les Misérables“), Caroline Sheen (Fantine in „Les Misérables“) und Hannah Waddingham („Spamalot“). Im übrigen kennen auch Daniel Huttlestone und Isabelle Allen als Gavroche und junge Cosette ihre Rollen von der Bühne des Londoner Queen‘s Theatre.</p>
<p class="Body">Ein Fazit fällt nicht leicht, denn die Grundbedingungen für die Verfilmung von „Les Misérables“ konnten besser nicht sein. Aber einige Fehlgriffe in der Besetzung, zu intensive und detaillierte Nah- und Großaufnahmen lassen den Zauber des Stücks verblassen.</p>
<p class="Body">Es ist nicht leicht, ein erfolgreiches Bühnenmusical zu verfilmen. Das mussten schon Joel Schumacher mit dem „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Phantom_der_Oper_2004.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=331">Phantom der Oper</a></span>“, Phyllida Lloyd mit „<span style="color: #000080;"><a style="color: #000080;" title="Mamma_Mia_2008.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=339">Mamma Mia</a></span>“ und Tim Burton mit „<span style="color: #000080;"><a style="color: #000080;" title="Sweeney_Todd_2007.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=318">Sweeney Todd</a></span>“ leidvoll erfahren. Es hat sicherlich einen Grund, warum der Funke bei Musiktheaterstücken, die man live im Theater erlebt, viel intensiver und direkter überspringt, als er es bei einer Leinwandproduktion jemals könnte.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
</div>
<div class="text-content style_External_270_116">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Tom Hooper</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Hugh Jackman, Anne Hathaway, Russell Crowe, Sacha Baron Cohen, Samantha Barks, Aaron Tveit, Eddie Redmayne </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Texte:</span></strong> Alain Boublil / Claude-Michel Schönberg</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Verleih / Fotos:</strong> </span>Universal Pictures</span></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Les Misérables &#8211; Highlights aus dem Film</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/les-miserables-highlights-aus-dem-film/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2013 12:58:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Hathaway]]></category>
		<category><![CDATA[Hugh Jackman]]></category>
		<category><![CDATA[Les Miserables]]></category>
		<category><![CDATA[Russell Crowe]]></category>
		<category><![CDATA[Sacha Baron Cohen]]></category>
		<category><![CDATA[Samantha Barks]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Grandioser Musicalstoff gesungen von hervorragenden Schauspielern &#8211; leider kein Genuss! Die Verfilmung von „Les Misérables“ war lange überfällig. Am Casting für die weltbekannten Figuren Jean Valjean, Javert, Fantine, Eponine, Cosette, Thénardier und Mme Thénardier, Marius und Enjolras kann man kaum etwas aussetzen, denn es wurden durchweg sehr gute Schauspieler gewählt, die ihre tragischen Rollen überzeugend ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Grandioser Musicalstoff gesungen von hervorragenden Schauspielern &#8211; leider kein Genuss!</h3>
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_665_1024">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=345">Verfilmung</a></span> von „Les Misérables“ war lange überfällig. Am Casting für die weltbekannten Figuren Jean Valjean, Javert, Fantine, Eponine, Cosette, Thénardier und Mme Thénardier, Marius und Enjolras kann man kaum etwas aussetzen, denn es wurden durchweg sehr gute Schauspieler gewählt, die ihre tragischen Rollen überzeugend spielen. Würde es sich doch bloß nicht um eine Musical-Verfilmung handeln, bei der der Gesang zudem live am Filmset eingesungen wurde.</p>
<p class="Body">Der obligatorische Soundtrack zum Film gibt in 20 Highlight-Songs (inkl. dem eigens für die Verfilmung komponierten neuen Titel „Suddenly“) einen groben Abriss über das Geschehen von Victor Hugos „Elenden“. Jeder Protagonist hat die Chance in einem Solo zu glänzen. Schön wäre es, wenn außer Samantha Barks, Aaron Tveit und Eddie Redmayne, jemand diese Gelegenheit auch genutzt hätte.</p>
<p class="Body">Beim Anhören lässt es die Aufnahme an jeglichem Gefühl fehlen. Keine der wirklich tragischen Figuren erregt das Mitgefühl, das ihr zusteht. Einzig die Ensemblenummern lassen erahnen, warum „Les Misérables“ zu den Welt meist gespielten Musicals zählt.</p>
<p class="Body">Liegt es an der Art der Aufnahme? Oder ist der Grund in den mangelnden gesanglichen Fertigkeiten der Schauspieler zu suchen? Denkt man an Colm Wilkinson, Michael Ball, Patti LuPone und Frances Ruffelle bekommt man unweigerlich eine Gänsehaut &#8211; allein ob der Emotionen, die diese herausragenden Musicaldarsteller bei einer Studioaufnahme zu transportieren vermögen. Den Hollywood-Schauspielern gelingt dies leider nicht. Man kann ihnen jedoch nicht nachsagen, dass sie sich keine Mühe geben würden. Sicherlich haben alle viel geprobt, um sich die anspruchsvollen Kompositionen von Claude-Michel Schönberg anzueignen.</p>
<p class="Body">Die einzigen, die sich auf eine fundierte Musicalerfahrung berufen können sind Hugh Jackman, Samantha Barks und Aaron Tveit. Alle standen schon in verschiedenen Musicals in London und New York auf der Bühne und wissen, was es braucht, um überzeugend zu spielen und zu singen. Während Barks und Tveit ihre Rollen als Eponine und Enjolras souverän intonieren, scheint Hugh Jackman mit Jean Valjeans Songs phasenweise deutlich überfordert. Aber Jean Valjean ist nicht ohne Grund eine der schwierigsten Rollen für einen Musicaldarsteller, wird hierfür doch eine große stimmliche Bandbreite vorausgesetzt, über die Jackman nicht im gewünschten Ausmaß verfügt.</p>
<p class="Body">Amanda Seyfried und Helena Bonham Carter hatten in „Mamma Mia“ und „Sweeney Todd“ bereits das Vergnügen ihre gesanglichen Fähigkeiten zu beweisen. Im Hinblick auf „Les Misérables“ verkaufen sie sich jedoch &#8211; Gesangsausbildung hin oder her &#8211; eindeutig unter Wert. Weder vermag Seyfried das Liebliche und Süße von Cosette glaubhaft zu verkörpern, noch gelingt es Bonham Carter die durchaus vorhandenen Facetten der exzentrischen Mme Thénardier zu zeigen.</p>
<p class="Body">Russell Crowe steht mit seiner Rockband seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne. Damit kann er die Energie und den unbedingten Willen von Inspektor Javert eindrucksvoll umsetzen. Hier jedoch von gutem Gesang zu sprechen, wäre vermessen. Crowe hat eine sehr spezielle Gesangsstimme, die ihn immer dann verlässt, wenn höhere Tonlagen gefordert sind.</p>
<p class="Body">Blutige Anfänger im Musicalfach sind Anne Hathaway, Eddie Redmayne und Sacha Baron Cohen. Während man Sacha Baron Cohen sein mangelndes Gesangstalent als schräger Wirt Thénardier noch nachsieht, sind Anne Hathaways Versuche, Fantines Leiden akustisch umzusetzen, einfach nur schmerzhaft für den Zuhörer. Gefühl sucht man vergebens und Intensität mit Gesang auszudrücken, heißt bei Weiten nicht, dass man die Worte herausschreit.</p>
<p class="Body">Eddie Redmayne stimmt hingegen versöhnlich. Denn mit dem richtigen Gesangslehrer kann man Emotionen in Songs legen und dennoch den richtigen Ton treffen. Sein Marius ist solide &#8211; auch wenn er sich nicht nachhaltig ins Gedächtnis singt.</p>
<p class="Body">Ein akustisches Déjà-Vu hat man beim Hören des Bischofs von Digne, der von dem „Les Misérables“-Veteran schlechthin, Colm Wilkinson, gegeben wird. Auch Frances Ruffelle, Eponine der ersten Stunde, ist als Prostituierte mit dabei, geht aber im Ensemblegesang unter.</p>
<p class="Body">Apropos Ensemble: Die unzähligen Sängerinnen und Sänger, die in den Chören zu hören sind, schaffen es zumindest zeitweilig, das richtige „Les Misérables“-Gefühl zu erzeugen (bsp. „ABC-Café / Red and Black“). Hier hat man gut daran getan, erfahrene West End- und Broadway-Darsteller zu engagieren.</p>
<p class="Body">Dass man sich seitens des Produktionsteams entschieden hat, die live am Set eingesungene Tonspur auch für den Soundtrack zu nutzen, kann nur als Fehlentscheidung gewertet werden. Häufig irritieren Nebengeräusche, von klarem Gesang kann kaum die Rede sein, da dieser dem zeitgleich stattfindenden intensiven Spiel untergeordnet wird. Da hilft auch die für den Soundtrack neu arrangierte, sehr gelungene Orchestrierung nicht. So mag Cameron Mackintosh im Booklet noch so begeistert von den neuen technischen Möglichkeiten zur Aufnahme von Live-Performances schwärmen &#8211; in diesem Fall überwiegt ein gedämpfter Gesamteindruck.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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