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	<title>Österreich-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Eine ausgewogene Mischung</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2022 09:26:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Abla Alaoui]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Boublil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Miss Saigon&#8220; hat mit seinen inzwischen 33 Jahren nichts an Strahlkraft einbüst. Noch immer trifft die Geschichte von Kim und Chris ins Herz. Die Auswirkungen des Vietnamkrieges auf die Menschen vor Ort sowie die Soldaten, die traumatisiert in die USA zurückgekehrt sind, macht mehr als nur betroffen. Nach den erfolgreichen Wiederaufnahmen im West End 2014 ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Miss Saigon&#8220; hat mit seinen inzwischen 33 Jahren nichts an Strahlkraft einbüst. Noch immer trifft die Geschichte von Kim und Chris ins Herz. Die Auswirkungen des Vietnamkrieges auf die Menschen vor Ort sowie die Soldaten, die traumatisiert in die USA zurückgekehrt sind, macht mehr als nur betroffen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-3214" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-400x285.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-400x285.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-1024x730.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-768x548.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-1536x1095.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-2048x1460.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Nach den erfolgreichen Wiederaufnahmen im West End 2014 und am Broadway 2017 durfte sich auch Wien auf die Premiere dieses berührenden Klassikers freuen. Pandemie-bedingt fand die Premiere im Januar 2022 zwar deutlich später statt als geplant, doch die fünf Monate Spielzeit im zuvor komplett renovierten Raimund Theater sorgten für ein volles Haus!</p>
<div>Jean-Pierre Van Der Spuy hat das Musical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil in Wien inszeniert. Einiges erinnert an Oper (bspw. wenn der Geist vion Thuy Kim erscheint), anderes an klassisches Broadway / West End Musical (u. a. &#8222;American Dream&#8220;). Insgesamt sind viele Szenen jedoch recht langatmig, was dem Stück nicht wirklich zugute kommt. Dadurch wirkt es noch düsterner und getragener als es ohnehin aufgrund der tragischen Handlung schon ist.</div>
<div></div>
<div>
<p><img decoding="async" class="wp-image-3211 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-400x285.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-400x285.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-1024x730.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-768x547.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-1536x1095.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-2048x1460.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass es leider bei einigen Darstellern an der deutschen Aussprache hapert. Christian Rey Marbella ist eine exzellente Wahl für den Engineer, aber er hat mit den deutschen Texten und deren Geschwindigkeit doch häufig arg zu kämpfen. Doch es gelingt ihm ganz großartig das Publikum mit typisch wienerischen Ausdrücken für sich zu gewinnen. Seine schelmische Art trägt ebenfalls dazu bei, dass man mit dem ansonsten sehr egoistischen Zuhälter auch etwas Mitleid empfindet. In der englischen Originalsprache ist er ganz sicher rundum überzeugend!</p>
</div>
<div></div>
<div>Aynrand Ferrer stand mit Christian Rey Marbella bereits während der UK &amp; Ireland Tour von &#8222;Miss Saigon&#8220; auf der Bühne. Ihr selbstbewusster Ausdruck ist ein beeindruckender Gegenpol zu der schüchternen Kim zu Beginn des Stücks. Selten hat man eine so starke Kim gesehen. Auch gesanglich weiß die junge Philippina absolut zu überzeugen.</div>
<div></div>
<div>Eine weitere Debütantin auf Wiener Bühnen ist Annemarie Lauretta, die als Gigi ein deutliuches Statement setzt. Stimmlich lässt sie aufhorchen und stellt auch schauspielerisch und täzerisch ihre Kollegen in den Schatten. Ebenfalls zum ersten Mal in Wien zu sehen, ist James Park als ungewöhnlich beeindruckender Thuy. Man spürt (und hört) seine klassische Opernausbildung. Er hat eine sehr einschüchternde Präsenz, was dieser ansonsten meist unscheinbaren Figur sehr gut zu Gesicht steht.</div>
<div></div>
<div><img decoding="async" class="alignright wp-image-3212" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-285x400.jpg" alt="" width="214" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-285x400.jpg 285w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-730x1024.jpg 730w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-768x1077.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-1095x1536.jpg 1095w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-1460x2048.jpg 1460w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-scaled.jpg 1825w" sizes="(max-width: 214px) 100vw, 214px" />Gino Emnes ist für das Wiener Publikum ein alter Bekannter. Als John kommt ihm die Rolle des väterlichen Freundes und im zweiten Akt des geläuterten Aufklärers zu, der versucht, wenigstens ansatzweise wieder gutzumachen, was der Einmarsch der Amerikaner in Vietnam zerstört hat. &#8222;Bui Doi&#8220; ist der erwartete Showstopper. Der Chor ist grandios, das Orchester geht (nicht nur in diesem Song) unter die Haut. Emnes! nachdrückliches Spiel und die Art wie er die Worte &#8222;Bui Doi&#8220; betont, machen diesen mahnenden Song noch intensiver.</div>
<div></div>
<div>Gleichsam nachdrücklich sind Gesang und Spiel von Abla Alaoui, die Chris&#8216; liebende Ehefrau Ellen mit viel Fingerspitzengefühl gibt und gleichzeitig versucht, die Gefühle von Kim nicht zu verletzen. Beides gelingt ihr hervorragend.</div>
<p>Seit einigen Jahren gilt Oedo Kuipers in Wien als feste Größe. So überrascht es nicht, dass er als GI Chris eine der Hauptrollen in &#8222;Miss Saigon&#8220; übernehmen darf. Er spielt gefühlvoll, wo es erforderlich ist, geht aber auch stark aus sich heraus, wenn es die Umstände erfordern. Auch gesanglich passt er sehr gut auf das Rollenprofil.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3213" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-400x285.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-400x285.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-1024x730.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-768x547.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-1536x1095.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-2048x1460.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Neben den sehr guten Darstellerinnen und Darstellern lebt &#8222;Miss Saigon&#8220; auch von der ein oder anderen technischen Finesse. Dazu zählt natürlich der Cadillac, der während des &#8222;American Dream&#8220; des Engineers auf die Bühne gefahren kommt. Doch in erster Linie ist es immer wieder spannend zu sehen, wie der &#8222;Huey&#8220;, der im Vietnamkrieg eingesetzte Helikopter Bell UH-1 Iroquois, dargestellt wird. In der Wiener Inszenierung kann dies vollumfänglich als gelungen bezeichnet werden. Zunächst nur eine Projektion, öffnet sich kurz darauf ein Vorhang und gibt den Blick frei auf einen &#8222;schwebenden&#8220; Huey mit drehenden Rotoren (sowohl oben als auch am Heck), in den die US-Soldaten reinklettern. Diese Szene zeigt die Arbeit von Produktionsdesign (Totie Driver und Matt Kinley), Lichtdesign (Bruno Poet), Sounddesign (Mick Potter), Projektionen (Luke Halls) und Orchestrierung (William David Brohn) in Reinkultur. Chapeau!</p>
<p>Die Wiener Inszenierung von &#8222;Miss Saigon&#8220; hat definitiv ihre starken Momente, doch auch einige Längen. Hundertprozentig aus einem Guss wirkt die Produktion nicht, so sie reißt das Publikum zu stehenden Ovationen hin. Was will man mehr?!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Raimund Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">11</span><span class="Bold">. Juni 2022</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Aynrand Ferrer, Christian Rey Marbella, Annemarie Lauretta, James Park, Gino Emnes, Abla Alaoui, Oedo Kuipers</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Jean-Pierre Van Der Spuy / Claude-Michel Schönberg<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson<br />
</span></p>
</div>
</div>
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			</item>
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		<title>Genau so soll Andrew Lloyd Webbers Klassiker aussehen und klingen!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/genau-so-soll-andrew-lloyd-webbers-klassiker-aussehen-und-klingen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Feb 2020 21:10:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Auler]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Anneke Brunekreeft]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Obermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Arquin]]></category>
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		<category><![CDATA[Dominik Hees]]></category>
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		<category><![CDATA[Stephen Martin Allan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Vereinigten Bühnen Wien sind dafür bekannt, dass sie große Musicalproduktionen aus einem Guss auf die Bühne bringen. So verwundert es wenig, dass in der diesjährigen Spielzeit der Schrottplatz, auf dem Andrew Lloyd Webbers „Cats“ den Jellicle Ball tanzen, bis in die 10 Reihe des Parketts reicht. Wie in den 1980er Jahren gibt es hier ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vereinigten Bühnen Wien sind dafür bekannt, dass sie große Musicalproduktionen aus einem Guss auf die Bühne bringen. So verwundert es wenig, dass in der diesjährigen Spielzeit der Schrottplatz, auf dem Andrew Lloyd Webbers „Cats“ den Jellicle Ball tanzen, bis in die 10 Reihe des Parketts reicht. Wie in den 1980er Jahren gibt es hier viel zu entdecken und man wird unweigerlich wieder zum neugierigen Kind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2865 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sofort ins Auge sticht das Nummernschild am Schrottauto, in dem Jenny Fleckenreich ein Schläfchen hält: NAP70 – das zeugt von einem sehr langen Weg und einer breiten Vielfalt an Sets, denn in der Weltpremierenfassung prangte noch ein NAP1 an dem von Bühnen-Designer John Napier ersonnenen Pkw-Heck. Auch ansonsten gibt es kleine Farbänderungen und andere Marken auf dem Müllhaufen, den die Katzen ihr zuhause nennen, aber das Gefühl stimmt. Alan Walker hat hier ein sehr gutes Händchen für Originalität bewiesen.</p>
<p>Auch die Katzen selbst sind nur in Nuancen verändert, das Fell am Kopf vielleicht hier und da etwas flauschiger. John Napier, Tracy Stiles und Jenny Dean haben in Wien Hand angelegt und bis auf Macavity (der leider seiner farbenfrohen Fransen verlustig gegangen ist) sehen alle Katzen genauso aus, wie man sie in Erinnerung und liebgewonnen hat.</p>
<p>Das klingt alles ziemlich nach Standard und nichts Besonderem? Mag sein, aber genau diese Besinnung auf das Ursprüngliche macht diese Inszenierung so sehenswert. Kein sichtbarer Sparzwang, keine krampfhaften Kürzungen, einfach nur ein hervorragend gemachtes Ensuite-Musical.</p>
<p>Ein weiteres großes Plus an Produktionen der Vereinigten Bühnen Wien ist das große Orchester. Péter Bíró dirigiert an diesem Abend 27 Musiker, die Lloyd Webbers Kompositionen bis auf den letzten Ton perfekt intonieren. Im Zuschauersaal des Ronacher kommt der volle Sound in höchster Qualität an.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2863 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bei der Besetzung hat das Kreativteam rund um Associate Director Chrissie Cartwright, die das Stück ganz im Stil von Trevor Nunn und Gillian Lynne inszeniert hat, einige Schätze vorzuweisen. Allen voran Carin Filipcic, die sich die Rolle der Grizabella mit Wietske van Tongeren teilt. Ihre ausdrucksstarke Mimik, die verzweifelten Tanzschritte in Erinnerung an ihre Jugend – das allein weckt schon viel Mitleid. Ihre kraftvolle Stimme und die beeindruckende Stimmkontrolle machen „Erinnerung“ zu dem erwarteten Highlight des Abends. Danach muss man erstmal tief durchatmen, um sich emotional wieder zu sammeln.</p>
<p>Dominik Hees wirbelt als Unruhestifter Rum Tum Tugger über die Bühne. Mit seinem Charme wickelt er Kätzchen wie Publikum gleichermaßen um die Pfoten. Er verleiht Tugger eine rockig-soulige Note, die dem Chaos-Kater sehr gut zu Gesicht steht. Wenige, gekonnt platzierte Phrasierungen machen „Rum Tum Tugger“ und „Mr. Mistoffelees“ zu absoluten Schmankerln.</p>
<p>Als Munkustrap, den eleganten, schützenden Anführer der Katzen, wurde Alexander Auler besetzt. Seine erste große Rolle nach dem Ende des Studiums im vergangenen Jahr füllt der Niedersachse mit einer beachtlichen Bühnenpräsenz, der perfekten Stimmlage und einem lupenreinen Gesang. Vor dieser Leistung kann man nur der Hut ziehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2867 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Lucius Wolter ist ein ungewöhnlich junger, leichtfüßiger Alt Deuteronimus, doch er spielt das Katzenoberhaupt mit viel Würde und verleiht ihm einen weisen und doch selbstbewussten Klang. Auch Birgit Arquin (Bombalurina) und Anneke Brunekreeft (Demeter) sind eine sehr gute Wahl für die erzählenden Katzen im Hintergrund.</p>
<p>Eigens für diese Inszenierung wurde die Growltiger-Szene neu geschrieben. Felix Martin überzeugt als zittriger, alter Theaterkater deutlich mehr als als swingender Piratenkapitän. Inhaltlich ändert sich nichts an der Handlung. Griddlebone (Barbara Obermeier) verdreht Growltiger den Kopf. Das große Schiffssegel jedoch, die auf die rückwärtige Leinwand projizierte Tower Bridge und die jazzig-swingende Matrosennummer geben ihr einen anderen, weniger düsteren Twist. Es ist Geschmackssache, ob man diese Neuerung mag. Für mich ist diese Änderung entbehrlich.</p>
<p>Dem geneigten Musical-Publikum ebenfalls bestens bekannt ist Denise Jastraunig, die als Jenny Fleckenreich die Kakerlaken das Steppen lehrt. Ihre Spielfreude ist ansteckend und die Zuschauer fühlen sich sehr gut unterhalten. Stephen Martin Allan zeigt tänzerische Höchstleistungen als Mr. Mistoffelees und verzaubert das Publikum spielend. Da blickt man dann auch gern darüber hinweg, dass er &#8211; ähnlich wie Gerben Grimmus als Skimbleshanks &#8211; über einen starken Akzent verfügt, unter dem das Verständnis der Texte leidet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2864 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Apropos Texte, auch diese entsprechend weitgehend dem Original von Michael Kunze, wenn auch in der leicht moderneren Fassung von vor 20 Jahren. Dass die Texte von der neuen Growltiger-Szene hierzu nicht so recht passen wollen, ist nur allzu verständlich.</p>
<p>Der Weg von Grizabella in die „Himmlischen Sphären“ führt einmal mehr über den Autoreifen. Dass dieser allerdings während des Aufstiegs vor und zurück „fährt“, ist sehr verwirrend. Doch die geniale Idee Grizabella auf einer Art Rampe in den Sternenhimmel zu ziehe und dort verschwinden zu lassen, ist großartig!</p>
<p>Ein ausverkauftes Haus auf einem Dienstag spricht für sich. Das Publikum war begeistert und stand schon wenige Sekunden nach dem letzten Ton auf, um die Darsteller jubelnd zu beklatschen. Hieran erkennt man einmal mehr, dass nichts dagegenspricht, Musical-Klassiker auf den Spielplan zu setzen – vorausgesetzt, man inszeniert nach dem Motto „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Denn nur so kann man ein bald 40 Jahre altes Musical über tanzende Katzen glaubwürdig präsentieren.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Ronacher Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">18</span><span class="Bold">. Februar 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Carin Filipcic, Dominik Hees, Lucius Wolter, Barbara Obermeier, Felix Martin, Alexander Auler, Stephen Martin Allan, Birgit Arquin, Anneke Brunekreeft, Gerben Grimmus </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Chrissie Cartwright / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Vereinigte Bühnen Wien / Michaela Flint<br />
</span></p>
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		<title>Ein Hoch auf mutige Regisseure &#8211; in diesem Fall Carsten Lepper &#8211; und Darsteller!</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Feb 2020 09:49:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch vor einem Jahr hätte sicherlich niemand damit gerechnet, dass die neu gegründete „The Musical Showroom“ als ihre Premierenproduktion Andrew Lloyd Webbers selten gespieltes „Aspects of Love“ zeigen würde. Doch genau das erreichten Carsten Lepper, Christian Ariel Heredia und Doris Spiegl. Ihr Ziel: Mit zeitgemäßen Musicals im Stil von Off-Broadway Shows auf einem hochprofessionellen Niveau ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor einem Jahr hätte sicherlich niemand damit gerechnet, dass die neu gegründete „The Musical Showroom“ als ihre Premierenproduktion Andrew Lloyd Webbers selten gespieltes „Aspects of Love“ zeigen würde. Doch genau das erreichten Carsten Lepper, Christian Ariel Heredia und Doris Spiegl. Ihr Ziel: Mit zeitgemäßen Musicals im Stil von Off-Broadway Shows auf einem hochprofessionellen Niveau Zuschauer zu berühren und zu begeistern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2849 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Aufführungsstätte wurde die TheaterArche in Wien gefunden, in der gut 100 Zuschauer in sehr intimem Rahmen an sieben Abenden im Februar 2020 der Lebens- und Liebesgeschichte von Rose, Alex, George, Giulietta und Jenny folgen konnten.</p>
<p>Und diese Geschichte hat es in sich:</p>
<p>Zunächst verliebt sich die mäßig erfolgreiche Schauspielerin Rose in ihren erst 17-jährigen Bewunderer Alex. Dieser überredet sie, mit ihr in das Landhaus seines Onkels zu kommen. Nach ein paar Tagen treffen sie dort Onkel George, dem Rose Hals über Kopf verfällt. Georges staatsmännisches Gebaren, sein Stil und natürlich auch sein Geld wirken ungemein anziehend. Es kommt zum Eklat als Rose Alex mitteilt, dass sie zwar beide liebt, aber bei George bleiben wird. Alex geht zum Militär und trifft erst 13 Jahre später wieder auf seinen Onkel und Rose, die inzwischen eine gemeinsame Tochter, Jenny, haben. Irgendwie rauft man sich zusammen und Alex bleibt dort. Kritisch wird es einmal mehr als Jenny sich zwei Jahre später in Alex verliebt und dieser die Gefühle – wohlwissend, dass es nicht sein darf – erwidert. George steigert sich so sehr in die Sorge um seine Tochter hinein, dass er schließlich einen tödlichen Herzinfarkt erleidet.</p>
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<p>Andrew Lloyd Webber hat für dieses Drei-Generationen-Musical mit „Love changes everything“ einen seiner größten Hits geschrieben. Auch wenn das Stück selbst nicht sehr bekannt ist (die deutschsprachige Premiere fand 1995 in Dresden statt), diesen Song kennen viele, da er zum Standard-Repertoire der meisten Soloalben von Musicalkünstlern auf der ganzen Welt gehört. Darüber hinaus besticht dieses Musical durch eine Vielzahl teils romantischer, teils sehr intensiver Duette und Balladen. Man muss jedoch über die teilweise etwas altmodischen deutschen Texte hinwegblicken, die Michael Kunze ja bereits vor über 25 Jahren schrieb.</p>
<p>„Aspects of Love“ gehört sicherlich nicht zu den leicht verdaulichen Stücken aus dem Hause Lloyd Webber. Dass die Songs aber von lediglich drei Musikern schwungvoll und voluminös intoniert werden, ist beachtlich.</p>
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<p>Mit Wietske van Tongeren (Rose), Karin Seyfried (Giulietta), Alexander Sasanowitsch (Alex), Ulrich Allroggen (George) und Abla Alaoui (Jenny) wurden exzellente Darsteller gecasted, welche die volle Klaviatur der Emotionen beherrschen.</p>
<p>Komplettiert wurde das Ensemble mit so klangvollen Namen wie André Bauer und Jana Werner sowie Georg Prohazka, Alina Kölblinger und Paul Csitkovics in den Nebenrollen.</p>
<p>Für solch ein intensives Stück ist die pure Nähe zwischen Darstellern und Publikum Gold wert. Alexander Sasanowitschs Sensibilität als junger Alex kommt so noch viel direkter über die Rampe. Mit seiner wundervollen verletzlichen Stimme verleiht er Alex jungenhaften Charme. Im zweiten Akt, wenn seine Figur 13 Jahre älter ist, tritt er selbstbewusst und dennoch gefühlvoll in Erscheinung. Sasanowitsch zeichnet Alex‘ emotionale Achterbahnfahrt sehr glaubwürdig nach und lässt es auch gesanglich an nichts missen.</p>
<p>Auch Georg Prohazka als von Rose entsprechend titulierter „Schnulzensänger“ ist großartig. Ihn bei „Parlez vous francais“ so klingen zu lassen wie das 1940er Jahre Radio, welches er zu Beginn der Szene einschaltet, ist ein großartiger Regie-Kniff. Er überzeugt aber ebenfalls als Roses Liebhaber Hugo und vor allem in den Tanzszenen, denn auch hier kann seine Vita schon einige Erfolge vorweisen.</p>
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<p>Mindestens ebenso viele Sympathiepunkte erhält Abla Alaoui, auch wenn ihre sich auf den 2. Akt begrenzte Spielzeit ihre Chancen hier einschränkt. Doch Alaoui spielt mit soviel kindlicher Freude und singt so glockenklar („Meerjungfrauen-Song“), dass man unweigerlich schützend seine Hand um ihre Schultern legen möchte als sie erkennt, dass ihr angebeteter Alex sie ablehnt.</p>
<p>Alina Kölblinger und Paul Csitkovics treten vorrangig bei den Umbauten und in größeren Ensembleszenen in Erscheinung. Sie haben sichtlich Spaß an dem was sie machen und sorgen auch tänzerisch für einen schönen Rahmen (Choreographie: Linda Hold &amp; Birgit Wanka-Noisternig.</p>
<p>Die etwas wichtigen Nebenrollen übernehmen André Bauer und Jana Werner, wahlweise als Roses Theaterdirektor Marcel („Du hast die Macht zu zaubern“) oder als Georges Haushälterin Elizabeth. Auch ihnen kann man die Spielfreude nicht absprechen. Ihre Erfahrung macht sich bei den vielen Rollenwechseln sicherlich ebenfalls bezahlt.</p>
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<p>Im Mittelpunkt der Handlung und folglich auch im Mittelpunkt des Abends steht jedoch Rose, die von Wietske van Tongeren gespielt wird. Diese Rolle ist nicht nur sehr anspruchsvoll, weil der Charakter die meiste Zeit mit auf der Bühne ist, sondern vor allem deshalb, weil emotional und gesanglich eine große Bandbreite abgerufen werden muss: von der erfolglosen, frustrierten Schauspielerin über die frisch verliebt turtelnde Geliebte bis hin zur berühmten Schauspielerin, Ehefrau und Mutter. Über allem schwebt, dass Rose beide Männer – Alex und George – liebt, jeden auf seine Weise. Dass sie auch Experimente mit Giulietta macht und sich einen Liebhaber leistet, macht die Figur von Rose nicht einfacher. Weiß sie wirklich, was sie will? Dass sie nicht alles haben kann und nicht alle Menschen um sie herum nach ihrer Pfeife tanzen, muss sie schmerzlich erfahren als Jenny sich in Alex verliebt und schlussendlich George stirbt. In einem Akt höchster Verzweiflung – Alleinsein ist so gar nichts für Rose – gesteht sie Alex einmal mehr ihre Liebe („Alles nur nicht einsam“) und bittet ihn zu bleiben. Doch er lehnt ab und verlässt sie.</p>
<p>Van Tongeren hat hier eine wirklich große Aufgabe zu stemmen, was ihr über weite Strecken auch sehr gut gelingt (zauberhaft: „Wach ich oder träum ich“). In der finalen Szene sorgt sie mit ihrem Wutausbruch, der in ein verheultes Liebesgeständnis mündet, für Gänsehaut und Tränen in den Augen. Carsten Lepper, Artistic Director und Regisseur, hätte sich keine bessere Hauptdarstellerin wünschen können, denn diese ganzen Gefühle zu kontrollieren und gezielt abzurufen, ist keine leichte Aufgabe.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2845 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86260671_480604385948655_2014022534323765248_o.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es ist unübersehbar, dass Lepper eine Vision hatte, als er sich um die Rechte für dieses Stück bewarb. Die Charaktere harmonieren und ergänzen einander. Allroggen spielt ebenso glaubwürdig den Lebemann mit Geliebter wie den Ehemann mit Frau und Kind. Seyfried bewegt sich im leichten Fach gleichermaßen souverän wie als durchsetzungsstarke Frau. Sasanowitsch wirkt an der Seite von Rose genauso authentisch wie als erwachsener Mann, der sich der Avancen von Jenny nicht erwehren kann und will. Ganz zu schweigen von seinem Quickie mit Giulietta. Das hierfür in beachtlich kurzer Zeit viel gemeinsam erarbeitet wurde, wird deutlich.</p>
<p>Das Ensemble agiert als einheitliches Ganzes und der rote Faden im Hinblick auf die Klarheit der Gefühle ist deutlich erkennbar. Lepper, der die Rolle des Alex vor über 20 Jahren bei der Schweizer Erstaufführung im Stadttheater Bern selbst gespielt hat, weiß genau, worauf es bei einer gelungenen Personenregie ankommt und entlockt seinen Darstellern emotionale und gesangliche Höchstleistungen.</p>
<p>Auch schöne Ideen, wie die Nutzung eines „Leinwandvorhangs“, der mal mit Bildmotiven, mal mit Farbverläufen immer wieder neue Stimmungen heraufbeschwört, funktioniert sehr gut. Christian Ariel Heredia hat hier viel Fingerspitzengefühl gezeigt und es gelingt ihm, die kleine Bühne nicht zu überfrachten, was beileibe nicht jeder schafft.</p>
<p>„Aspects of Love“ ist ein gelungener Auftakt. Ich wünsche „The Musical Showroom“, dass noch viele weitere Produktionen ähnlichen Anspruchs und Qualität folgen werden.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> TheaterArche, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">16</span><span class="Bold">. Februar 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Wietske van Tongeren, Karin Seyfried, Alexander Sasanowitsch, Ulrich Allroggen, Abla Alaoui, André Bauer, Jana Werner, Georg Prohazka, Alina Kölblinger, Paul Csitkovics</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Carsten Lepper / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> The Musical Showroom/ Christian Ariel Heredia<br />
</span></p>
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		<title>Die Besetzung sorgt für einige Fragezeichen &#8211; trotz traumhaftem Ambiente und einem Orchester in Bestform</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-besetzung-sorgt-fuer-einige-fragezeichen-trotz-traumhaftem-ambiente-und-einem-orchester-in-bestform/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 07 Jul 2019 05:15:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das nennt man wohl eine kaiserliche Umgebung: Das Publikum wird von einer großen Bühne im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn bei Sonnenuntergang und hochsommerlichen Temperaturen empfangen. Das große Orchester der Vereinigten Bühnen Wien füllt diese Bühne fast komplett und lässt nur drei Gänge frei, auf denen die Akteure an diesem Abend agieren. Damit die mehr als ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das nennt man wohl eine kaiserliche Umgebung: Das Publikum wird von einer großen Bühne im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn bei Sonnenuntergang und hochsommerlichen Temperaturen empfangen. Das große Orchester der Vereinigten Bühnen Wien füllt diese Bühne fast komplett und lässt nur drei Gänge frei, auf denen die Akteure an diesem Abend agieren. Damit die mehr als je 10.000 Zuschauer der beiden konzertanten Aufführungen auch nah am Geschehen sein können, wird die Bühne links und rechts von zwei überdimensionalen Leinwänden flankiert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2567 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/elisabeth_schoenbrunn_gp_┬®_h_prammer_B1070110-400x238.jpg" alt="" width="400" height="238" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/elisabeth_schoenbrunn_gp_┬®_h_prammer_B1070110-400x238.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/elisabeth_schoenbrunn_gp_┬®_h_prammer_B1070110-768x457.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/elisabeth_schoenbrunn_gp_┬®_h_prammer_B1070110-1024x610.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/elisabeth_schoenbrunn_gp_┬®_h_prammer_B1070110.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass eine Open Air Location gewisse Herausforderungen mit sich bringt, hört man leider von Anfang an. Der Klang ist nicht ausgewogen, leise Töne sind kaum zu verstehen und die Mikros sind oftmals nicht rechtzeitig offen.</p>
<p>Dafür fühlen sich „Elisabeth“-Fans mit den angedeuteten Choreographien und den Originalkostümen sehr wohl. Der Wiedererkennungswert ist unbestreitbar. 27 Jahre nach der Uraufführung in Wien erleben die Zuschauer ein Konzert mit den Original-Kaiserpaar von 1992 in den Hauptrollen: Pia Douwes schlüpft einmal mehr in das enge Korsett der österreichischen Kaiserin, während Viktor Gernot als Franz Joseph I. erneut vergeblich um ihre Liebe und Unterstützung kämpft.</p>
<p>Doch auch Mark Seibert als Tod und Daniela Ziegler als Erzherzogin Sophie haben ihre Rollen bereits in früheren Bühnenfassungen gespielt. Komplettiert wird die Riege der bekannten Cast durch David Jakobs als Luigi Lucheni, Lukas Perman als Erzherzog Rudolf, Hans Neblung als Herzog Max und Patricia Nessy als Herzogin Ludovika / Frau Wolf. 16 weitere Darstellerinnen und Darsteller sorgen für ein rundes Gesamtbild.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2568 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_2-310x400.jpg" alt="" width="310" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_2-310x400.jpg 310w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_2.jpg 654w" sizes="auto, (max-width: 310px) 100vw, 310px" />Douwes transportiert die Naivität und Hoffnung der jungen Sisi routiniert, während Gernot dem glücklosen jungen Kaiser sehr viel Gefühl verleiht. Beide Darsteller haben das Spielalter ihrer Rollen natürlich lange hinter sich gelassen, was manches Mal zu unfreiwilliger Komik führt. Auch stimmlich war Douwes an diesem Abend hörbar angeschlagen, was die zahlreich anwesenden Fans wohlwollend überhörten. Als die beiden in vollem Ornat zum Auftakt des zweiten Akts in einer echten Pferdekutsche vorfahren, kennt die Begeisterung kein Halten!</p>
<p>Doch auch Mark Seibert setzt als Marionettenspieler gelungene Akzente. „Der letzte Tanz“ ist der erwartete Showstopper und bei „Die Schatten werden länger“ steckt er Perman spielend in die Tasche.</p>
<p>Daniela Ziegler zieht als Erzherzogin Sophie schauspielerisch alle Register, dafür muss man bei ihr deutliche Abstriche beim Gesang machen, was insbesondere beim Solo „Ist das nun mein Lohn?“ deutlich hörbar ins Gewicht fällt.</p>
<p>Ein Highlight ist sicherlich, dass Komponist Sylvester Levay den Taktstock von Michael Römer übernimmt, um „Ich gehör nur mir“ zu dirigieren. Diese Ehre wurde bisher nur sehr wenigen Zuschauern zuteil. Das ohnehin fulminant aufspielende Orchester wurde durch diesen besonderen Moment noch mehr in den Mittelpunkt dieses Musical-Konzerts gerückt.</p>
<p>Die Ensemble-Nummer („Caféhaus“, „Milch“, „Hass“) entwickeln auch mit reduzierten Choreographien und ohne Kulissen eine beeindruckende Intensität. Die handverlesenen Darstellerinnen und Darsteller überzeugen vollends.</p>
<p>David Jakobs gelingt es als Lucheni nicht ganz, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. „Kitsch“ bleibt – nicht zuletzt auch wegen der schlechten Tontechnik – deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch während Luchenis weiterer Szenen wirkt Jakobs‘ Spiel häufig leicht aufgesetzt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2569 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_1-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_1-400x254.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_1-768x488.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/Eli_2019_1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Lukas Perman gibt den verstoßenen Sohn, Rudolf, sehr gefühlvoll und spielt mit großem Einsatz. Während sein Flehen zur Mutter in akustischer Mangelhaftigkeit untergeht, ist sein Kampf mit dem Tod durchaus ansprechend, wenn er auch Mark Seibert nicht wirklich etwas entgegenzusetzen hat.</p>
<p>Pia Douwes hat im obligatorischen Bilderrahmen und mit den großen Roben (Yan Tax) die optisch beeindruckendsten Momente. Viktor Gernot rührt mit „Boote in der Nacht“ zu Tränen. Doch in dieser konzertanten Fassung ist eindeutig der Tod das bestimmende Element. Seibert ist charmant, gefährlich und – egal in welcher Ecke der Bühne er steht – immer präsent. Auch gesanglich trotz er den Unwägbarkeiten und überzeugt.</p>
<p>So schön die Idee auch sein mag, die Originalbesetzung der Uraufführung nach fast 30 Jahren auf der Bühne zu vereinen, so unglücklich sind die unzähligen Nahaufnahmen, die jede einzelne Falte in den Gesichtern des ganz und gar nicht mehr jungen Kaiserpaars hervorheben. Zudem ist es deutlich nachteilig, dass die Darsteller vorrangig von unten gefilmt werden: Dieser Winkel lässt niemanden gut aussehen.</p>
<p>Fans von Michael Kunzes und Sylvester Levays Welthit kommen bei diesen konzertanten Aufführungen sicherlich auf ihre Kosten. Auch die einmalige Kombination von einem großen Orchester auf der Bühne und einer Teilinszenierung mit Kostümen, einigen Kulissen und Choreographien ist sehenswert. Gil Mehmert hat hier an vielen Stellen gute Ideen umgesetzt. Doch verglichen mit der Bühnenshow – egal, ob Originalshow von 1992 oder aktuelle Tourfassung von 2015 – bleibt dieses Konzert am Ende mittelmäßig.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000080;"><a style="color: #000080;" href="https://youtu.be/GX5dgYKSdhs"><strong>Promo-Video der Vereinigten Bühnen Wien</strong></a></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Ehrenhof Schloss Schönbrunn, Wien</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 5. Juli 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Pia Douwes, Viktor Gernot, Mark Seibert, David Jakobs, Lukas Perman, Daniela Ziegler, Hans Neblung, Patricia Nessy</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Gil Mehmert / Sylvester Levay</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> VBW / Showfactory / Herwig Prammer<br />
</span></div>
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		<title>Dramatisch, menschlich und so aktuell wie nie</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/dramatisch-menschlich-und-so-aktuell-wie-nie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jun 2019 07:55:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Ariana Schirasi-Fard]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Chasity Crisp]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Fröhlich]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Messner]]></category>
		<category><![CDATA[Daniela Dett]]></category>
		<category><![CDATA[Gernot Romic]]></category>
		<category><![CDATA[Gino Emnes]]></category>
		<category><![CDATA[Hanna Kastner]]></category>
		<category><![CDATA[Landestheater Linz]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Davids]]></category>
		<category><![CDATA[Myrthes Monteiro]]></category>
		<category><![CDATA[O. J. Lynch]]></category>
		<category><![CDATA[Ragtime]]></category>
		<category><![CDATA[Riccardo Greco]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Flaherty]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei sich aufnimmt und ihrem Sohn und Bruder so vorlebt, das alle Menschen gleich sind. Dann gibt es Coalhouse Walker Jr., einen Jazzpianisten aus Harlem, Vater des Babys, das in Mutters Obhut aufwächst, der wegen seiner Impulsivität und seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns immer wieder in Rassenkonflikte gerät. Schließlich repräsentiert der Erfinder Tate mit seiner Tochter jüdische Einwanderer aus Lettland. Ihm gelingt es mit Witz und Geschick, Karriere zu machen und dabei die weiße Oberschicht um den Finger zu wickeln.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2559 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Im Linzer Landestheater wird eine deutsche Fassung gezeigt, die vom Bruckner Orchester Linz unter der musikalischen Leitung von Tom Bitterlich voluminös intoniert wird. 27 Darsteller, darunter namhafte Gäste wie Gino Emnes (Coalhouse), Myrthes Monteiro (Sarah), Riccardo Greco (Tate) und Carsten Lepper (Vater), und der große Chor des Landestheaters werden den schwungvollen, abwechslungsreichen Kompositionen mehr als gerecht.</p>
<p>Schon bei der Ouvertüre zeigt sich, dass auch bei Inszenierung (Matthias Davids) und Bühne (Hans Kudlich) alles genau durchdachte wurde: Der Sichtschutzvorhang wird an einer Stelle „durchsichtig“ und man sieht den Sohn von Mutter und Vater agieren. Die drei Gemeinschaften werden vorgestellt – jede in ihrer eigenen Farb- und Melodiewelt. Zeitgenossen wie der Magier Houdini (in der besuchten Vorstellung anlässlich der Linzer Pride Parade mit Regenbogensocken von der Decke schwebend), Vaudeville-Sternchen Evelyn Nesbit und Bürgerrechtler Booker T. Washington geben der Handlung einen zusätzlichen stimmigen Rahmen.</p>
<p>Die Rassenkonflikte jener Zeit, die Vorurteile gegenüber Andersartigen, der Schutz der eigenen Familie vor Einflüssen von außen – all dies kommt einem gut 100 Jahre später nur allzu vertraut vor. Auch hierzulande werden Mitbürger anderer Hautfarbe oder Religion schief angesehen und Vorurteile sind allgegenwärtig. „Ragtime“ führt einem das nur allzu deutlich vor.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2555 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Innerhalb der Gemeinden läuft alles harmonisch ab, schwierig wird es immer dann, wenn es zu Überschneidungen und Schnittmengen kommt. So ist Vater unumstößlich vom Denken der weißen Amerikaner als bessere Klasse überzeugt, während Mutter hier deutlich liberalere Ansichten hat, gern selbst arbeiten und sich in der Gesellschaft nützlich möchte. Coalhouse verdient mit seiner Musik so gut, dass er sich das Statussymbol der Reichen, ein eigenes Auto, leisten kann, was auf der einen Seite seiner angebeteten Sarah sehr gefällt, jedoch umgehend zu Neidern bei den Weißen führt. Tate, selbst getrieben von Vorurteilen gegenüber „Kinder-stehlenden Weißen“, wird nicht müde, sich neue Jobs zu suchen, um sich und seine Tochter zu ernähren. Sein Daumenkino führt ihn auf den Pfad des Erfolgs: Er wird Filmregisseur! Keiner fragt mehr nach seiner Herkunft – auch Mutter, die er im Rahmen seiner neuen Aufgabe trifft, wirft frühere Vorbehalte über Bord und lässt sich vom ihm den Hof machen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2557 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Drama nimmt seinen Lauf als Weiße aus Neid auf Coalhouses Wohlstand dessen Auto zertrümmern, woraufhin Coalhouse sein Recht auf juristische Wiedergutmachung einfordert. Dieses wird im als Afro-Amerikaner verwehrt. Als sich Sarah für ihren zukünftigen Ehemann einsetzen will, wird sich von überreagierenden Polizisten getötet. Es entspannen sich Rassenunruhen, an deren Ende Mutters Bruder Coalhouse in seinem Kampf unterstützt und sich plötzlich Vater gegenübersieht, der sich (nachdem er derjenige war, der Coalhouse der Polizei gemeldet hat)  – nicht ohne Hintergedanken – als Unterhändler anbietet, um die von Coalhouse und seinen Begleitern geplante Sprengung der Bibliothek zu verhindern.</p>
<p>Am Ende wird Coalhouse erschossen, sein Sohn wächst bei Mutter auf, Vater stirbt im Krieg und schließlich finden Tate und Mutter mitsamt ihren drei Kindern zueinander.</p>
<p>„Ragtime“ hält viel Zwischenmenschliches bereit. Die Zuschauer können viele Handlungen nachvollziehen oder sich mit einem der vielschichtigen Charaktere identifizieren. Matthias Davids setzt seine Darsteller gekonnt in Szene, ohne gängige Klischees überzustrapazieren. Kleinigkeiten wie bspw. die Änderung der Farbe von Coalhouses Hut von beige zu schwarz, wenn dieser beschließt, mit allen Mitteln für sein Recht zu kämpfen, zeigen das Fingerspitzengefühl, mit dem Davids hier zu Werke geht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2554 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg" alt="" width="400" height="221" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Daniela Dett zeigt als Mutter früh, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Sie widersetzt sich Vater zwar nicht um jeden Preis, kommt aber durch stetige, konsequente Handlungen an ihr Ziel. Sie spielt gefühlvoll und lässt diese Emotionen auch in ihren Gesang einfließen. Vater wird von Carsten Lepper sehr streng und unerbittlich gegeben. Vater ist wahrlich kein Sympathieträger. Schräge, zuweilen bissige Charaktere liegen Lepper und so scheint er sich auch als Bösewicht in „Ragtime“ nicht unwohl zu fühlen.</p>
<p>Die von Mutter aufgenommene Sarah wird von Myrthes Monteiro sanft und leidenschaftlich gespielt. Sie zeigt Lebensfreude im Zusammenspiel mit Coalhouse, verletzte Gefühle nach der Geburt des gemeinsamen Sohns und unerbittlichen Kampfgeist, wenn sie versucht, Coalhouse auf den richtigen Weg zurückzuführen. Monteiro weiß ihr gesangliches Vermögen gekonnt einzusetzen und überzeugt vor allem in den Balladen. Zu Tränen rührt allerdings Chasity Crisp, die als Sarahs Freundin auf deren Beerdigung singt und damit die Mitglieder der drei Gemeinden auf der Bühne vereint.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2558 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Gino Emnes übernimmt in der Linzer Produktion die präsenteste Rolle: Er ist der charmante Ragtime-Pianist in der Bar in Harlem, der um Sarah und sein Kind kämpfende Beinahe-Ehemann, der verbitterte und frustrierte Kämpfer für die Rechte der Afro-Amerikaner. Seine Energie ist ansteckend, sein Gesang raumgreifend. Emnes ist vielseitig („König der Löwen“, „Rocky“, „Tina“) und als Coalhouse kann er sein ganzes Potential ausspielen.</p>
<p>Ebenso glaubwürdig ist Riccardo Greco als Tate. Er lässt einen hebräischen Akzent mit einspielen, nutzt Stereotype ohne diese auszureizen und lässt die Zuschauer die Liebe zur Tochter greifbar spüren. Dass auch er gesanglich mit seinen Kollegen in einer Liga spielt, beweist er nachdrücklich.</p>
<p>Dieses Musical ist unsagbar berührend und inhaltlich (leider) so aktuell wie nie zuvor. Es wird viel zu selten gespielt, umso schöner ist es, eine so aufwendige und durchdachte Produktion zu erleben. Das Landestheater Linz spielt hier sein ganzes Können aus. Die Bühnentechnik mit verschiedensten Hubelemente, Treppen und Großkulissen macht jeder Ensuiteproduktion Konkurrenz. Licht und Ton sind einwandfrei. Ein großes Orchester im Graben vor der Bühne zeigt, wie Musicals sein sollen. Fünf noch so exzellente Musiker können auch mit dem besten Halbplayback nicht das Gefühl erzeugen, welches live gespielte Drums, Streich- und Blasinstrumente vermögen. Chapeau, liebes Landestheater Linz!</p>
<p>Nicht zuletzt machen auch die zahlreichen musikalischen Gäste diese Inszenierung sehenswert.</p>
<p>Man darf gespannt sein, wie das Landestheater seine beiden großen Musicalproduktionen „Sister Act“ und „A funny thing happened on the way to the Forum“ in der kommenden Spielzeit umsetzt. Qualitativ hat man hier ein Füllhorn, das man sich auch für so manches Stadt- oder Staatstheater in Deutschland wünschen würde.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://www.youtube.com/watch?list=RDUs-YUdNAD78&amp;v=Us-YUdNAD78"><strong>Promo-Video des Landestheaters Linz zu &#8222;Ragtime&#8220;</strong></a></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Landestheater Linz</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 29. Juni 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Gino Emnes, Daniela Dett, Riccardo Greco, Myrthes Monteiro, Carsten Lepper, Gernot Romic, O. J. Lynch, Ariana Schirasi-Fard, Hanna Kastner, Christof Messner, Christian Fröhlich, Chasity Crisp</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Matthias Davids / Stephen Flaherty</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Reinhard Winkler<br />
</span></div>
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		<title>Ein gelungenes Casting, ein gutes Orchester und ein verwirrendes Finale</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-gelungenes-casting-ein-gutes-orchester-und-ein-verwirrendes-finale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2016 17:02:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[A Chorus Line]]></category>
		<category><![CDATA[Baayork Lee]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Klagenfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Marvin Hamlisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Bowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als 40 Jahre liegt die Broadway-Premiere dieses Marvin Hamlisch Klassikers zurück. Kaum einer der 26 Darsteller, die in diesem Jahr im Stadttheater Klagenfurt auf der Bühne stehen, war damals, also im Sommer 1975, überhaupt schon geboren. Und doch kann jeder einzelne die Handlung von „A Chorus Line“ nur zu gut nachempfinden. Dieses Musical beschreibt ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<p>Mehr als 40 Jahre liegt die Broadway-Premiere dieses Marvin Hamlisch Klassikers zurück. Kaum einer der 26 Darsteller, die in diesem Jahr im Stadttheater Klagenfurt auf der Bühne stehen, war damals, also im Sommer 1975, überhaupt schon geboren. Und doch kann jeder einzelne die Handlung von „A Chorus Line“ nur zu gut nachempfinden. Dieses Musical beschreibt sehr authentisch und ohne jeglichen Glamour wie Musicalrollen am Broadway besetzt wurden und bis heute werden.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_280">
<div class="style_2">
<p class="Body">Auch heute noch – und das nicht nur am Broadway – entscheidet neben dem fachlichen Können auch die eigene Charakterstärke und Persönlichkeit darüber, ob ein Darsteller eine Rolle bekommt.</p>
<p class="Body">„A Chorus Line“ beschreibt diesen Casting Prozess anhand von acht für ein neues Broadway-Musical zu besetzenden Rollen. Das Publikum lernt jeden einzelnen der 16 Finalisten sehr gut kennen. Die finale Entscheidung obliegt – wie im wahren Leben – dem Regisseur.</p>
<div class="tinyText stroke_0">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
</div>
</div>
<p>In diesem Fall ist Regisseur Zach auch gleichzeitig der Choreograph der neuen Show und spornt die Bewerber somit auf allen Ebenen zu Höchstleistungen an.</p>
</div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_234">
<div class="style_2">
<p class="Body">Gleich zu Beginn findet sich das Publikum in den ersten Gruppenauditions wieder: Zach lässt alle in verschiedenen Kombinationen vortanzen und entscheidet sich dann für 16 Darstellerinnen und Darsteller, die in die nächste Runde kommen. Diese 16 Menschen könnten unterschiedlicher kaum sein: Da ist die erfahrene, aber zu sehr von sich selbst überzeugte Sheila; Cassie möchte die Schatten ihrer früheren Erfolge vertreiben; Kristine und Al möchten es als Paar gemeinsam auf die Bühne schaffen, und Greg seine Homosexualität frei ausleben. Alle Finalisten eint der unbedingte Wunsch und Wille, einen der acht ausgeschriebenen Jobs zu bekommen.</p>
<p class="Body">Tänzerisch sind dazu alle imstande. Doch Zach nimmt sich jeden einzeln vor. Die einfache Frage „Erzähle etwas von Dir!“ stellt einige vor eine große Herausforderung. Es kommen verschiedenste Schicksale zum Vorschein: der kleine Bruder, der seiner großen Schwester nacheifert, problematische Kindheiten von Missachtung bis hin zu Misshandlungen, die zerplatzten Träume von Teenagern, Minderwertigkeitskomplexe wegen körperlicher oder ethnischer Gründe – die Liste scheint endlos.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_261_304">
<div class="style_2">
<p class="Body">Doch genau darum geht es: Die Teilnehmer sollen sich ihrer Gefühle bewusst werden und lernen, was sie antreibt. Solange sie diese Emotionen vor sich und anderen verstecken, können sie nie wirklich frei auf einer Bühne agieren.</p>
<p class="Body">Nachdem jeder einen mehr oder weniger intensiven Seelenstriptease hingelegt hat, tauchen sie wieder im Ensemble unter. Doch jeder hat etwas über sich gelernt und steht nun mit einem anderen Selbstbewusstsein vor dem Publikum.</p>
<div class="tinyText stroke_1">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="400" height="246" /></div>
</div>
<p class="Body">Die verschiedenen Charaktere wurden in Klagenfurt exzellent gecastet. Baayork Lee, die in Klagenfurt Regie führte, stand selbst in der</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Uraufführung am Broadway als Connie auf der Bühne und weiß daher ganz genau, worauf es ankommt. Die Darsteller sind sehr gut besetzt. Allen voran Carsten Lepper als Zach, Ines Hengl-Priker als Sheila, Mario Saccoccio als Greg, Sarah Bowden als Cassie, Bronwyn Tarboton als Maggie und Wei-Ken Liao als Paul.</p>
<p class="Body">Es fällt auf, dass das Ensemble sehr international ist. Das mag zu den Rollenprofilen gut passen, wirkt sich aber leider auch stark auf die Phonetik aus. Nicht jeder Darsteller spricht akzentfrei Deutsch. Zudem haben nahezu alle einen tänzerischen Schwerpunkt, weshalb die ohnehin schon wenigen gesungenen Highlights dieser Show leider an Intensität verlieren. Bronwyn Tarboton bildet hier als Maggie eine Ausnahme: Sie wirkt sehr authentisch in ihrem Bestreben, sich von ihrer besten Sete zu zeigen. Das Terzett mit Marina Petkov (Bebe) und Ines Hengl-Priker (Sheila), in dem alle drei ihre gemischten Gefühle gegenüber dem Ballett zum Ausdruck bringen („Im Ballett“), gehört zu den intensivsten Momenten des Abends.</p>
<p class="Body">Hingegen kann Jane-Lynn Steinbrunn als Diana Morales leider nicht überzeugen. Wie schrecklich ihre High School-Zeit wirklich war, kann sie mit „Gar nichts“ leider nicht transportieren. Dies liegt aber auch daran, dass das Orchester hier – wie auch in anderen Szenen – zu stark im Vordergrund steht. Sowohl Schlagzeug als auch Bläser des 20-köpfigen Orchesters sind sehr dominant und übertönen häufig alle anderen Akteure.</p>
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<p class="Body">Diese Ausrede kann allerdings bei „Ich bereu es nie“ (im Original „What I did for love“) nicht mehr gelten. Hier fehlt es Steinbrunn schlichtweg an Gefühl und stimmlicher Fertigkeit (Tempo und Töne entgleiten ihr mehrfach), um diesen emotionalen Song über die Rampe zu bringen.</p>
<p class="Body">Mario Saccoccio gibt als Greg ohne Umschweife seine Erfahrungen mit Mädchen zum Besten. An seiner Homosexualität und den für den gläubigen Juden daraus resultierenden Problemen haben diese jedoch nichts geändert. Saccoccio wirkt ebenfalls sehr glaubwürdig und ist ein Sympathieträger in der Truppe.</p>
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="310" height="399" />Im 1985er Film präsentierte Audrey Landers als Val mit „Dance: Ten, Looks: Three“, besser bekannt als „Tits and Ass“, ihre neu hinzugewonnenen Reize. In der deutschsprachigen Fassung verliert dieser Song allein schon durch die holprige Übersetzung (Michael Kunze): „Spitz und rund“ ist nun wahrlich eine sehr prüde Adaption der äußeren Merkmale, um deren Zurschaustellung es in dieser Szene geht. Caroline Ciglenec versucht, dieser Figur Leben einzuhauchen, was ihr leider trotz guter Ausstrahlung und angenehmer Stimme nicht gelingt.</p>
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<p class="Body">Sarah Bowden, die als ehemals sehr erfolgreiche Solistin (und Ex-Frau von Zach) Cassie auf der Bühne des Stadttheaters Klagenfurt steht, hat eine raumgreifende Bühnenpräsenz. Sie legt viel Gefühl in ihre Interpretation, auch wenn ihr tänzerisch der letzte Schliff fehlt. Die Szene, in der sie Zach sprichwörtlich die Leviten liest, ist sehr intensiv und glaubwürdig. Schlussendlich überzeugt sie nicht nur Zach im Stück, sondern auch das Publikum mit ihrer Darbietung.</p>
<p class="Body">Besagter Ex-Mann Zach, der Regisseur und Choreograph des geplanten neuen Boradway-Musicals, kommentiert zu diesem Zeitpunkt das Geschehen seit fast eineinhalb Stunden aus dem Off. Genaugenommen sitzt Carsten Lepper in der letzten Reihe des Parketts, was man, wenn man nicht direkt in seiner Nähe sitzt, nicht mitbekommt, da er wie der Rest des Publikums im Dunkeln sitzt. Hier wäre es sicherlich schöner gewesen, das Regiepult links oder rechts in eine der Logen zu stellen – der Platz wäre vorhanden gewesen. So jedoch erlebt das Publikum den strengen, zielstrebigen Regisseur nur am Beginn des Stücks und zum Ende hin. Lepper nimmt man durchweg ab, dass er nur das Beste will – für die Show, den einzelnen Darsteller und letztlich auch sich selbst. Er hat hohe Ansprüche, an denen er sich am Schluss (beim großen Finale) selbst messen lassen muss. Schauspielerisch liefert Lepper die stärkste Leistung des Ensembles ab.</p>
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<p class="Body">Dass er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keinen ausgeprägten tänzerischen Hintergrund hat, fällt kaum auf. In der finalen Szene („One“) fügt er sich nahtlos in die Reihe der schillernd gewandeten Tänzerinnen und Tänzer ein.</p>
<p class="Body">Wei-Ken Liao hat als Paul einen fast achtminütigen Monolog zu absolvieren. Mithilfe von Zach gelingt es Paul, sich zu öffnen und jahrelang aufgestaute, aber gut verdrängte Gefühle brechen sich Bahn: Er hat schon früh eine beachtliche Karriere als Drag Queen gemacht und diese – genauso wie seine Homosexualität – vor seinen Eltern geheim gehalten, bis sie irgendwann durch einen Zufall davon erfahren und mit ihm brechen. Liao wirkt in Statur und Habitus sehr zerbrechlich und kann diese Figur sehr glaubwürdig interpretieren. Das Setting dieser Szene – Paul allein im Spot auf einer ansonsten schwarzen Bühne – steigert die Intensität dieser Szene noch einmal.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/A_Chorus_Line_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" width="330" height="399" /></div>
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<p class="Body">Apropos Spot und Licht – das Lichtdesign wirkt in dieser Inszenierung manches Mal etwas wirr. Insbesondere die Spotfahrer verpassen regelmäßig ihre Einsätze, was bei einer so sparsam inszenierten Show, in der es in erster Linie auf die Menschen auf der Bühne ankommt, deutlich auffällt.</p>
<p class="Body">Die bekannte Auswahlszene, in der Zach aus den verbliebenen 16 Teilnehmern acht auswählt und nach vorn treten lässt, die aber dann – entgegen ihrer deutlich sichtbaren Erleichterung – die Rollen nicht bekommen haben, gelingt in Klagenfurt sehr gut. Die Emotionen – Freude, Frust, Erleichterung, Trauer – sind in den Gesichtern der Darsteller gut ablesbar.</p>
<p class="Body">Das eigentliche Finale von „A Chorus Line“ bildet die Premiere der neuen Broadway-Show. Das Ensemble kommt in schillernden Kostümen auf die Bühne, schwingt Zylinder und Stock und steppt was die Schuhe hergeben. Dann fällt der Vorhang und das Licht im Saal geht an. Kein Darsteller betritt mehr die Bühne. Das Publikum, das zunächst zum Schlussapplaus ansetzte und diesen minutenlang beibehielt, verlässt kopfschüttelnd und irritiert den Saal.</p>
<p class="Body">Man mag mich gern als Kulturbanausen bezeichnen, doch am Ende einer mehr als zweistündigen Performance den Künstlern auf der Bühne keinen Dankesapplaus spenden zu dürfen, ist mehr als befremdlich. Selbst wenn Film und Originalshow mit dem Schwarzen Vorhang enden, in Europa – zumindest in Kontinentaleuropa – versteht man dies nicht und mag sich damit auch nicht zufrieden geben.</p>
<p class="Body">Die Künstler – Darsteller wie Musiker – haben für die Zuschauer ihr Bestes gegeben und sollten dafür auch mit dem entsprechenden Applaus entlohnt werden. Man kann dem Stadttheater Klagenfurt nur dringend raten, einen Schlussapplaus zu integrieren, um den Beigeschmack, den dieser „Rausschmiss“ verursacht, zu vermeiden.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stadttheater Klagenfurt</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span></strong> 29. März 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Carsten Lepper, Sarah Bowden</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span> </strong>Baayork Lee</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Fotos:</strong> </span>Stadttheater Klagenfurt</span></div>
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