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	<title>2007-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>2007-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Ein Kindermusical über Mogli</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-kindermusical-ueber-mogli/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2007 09:41:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Busch]]></category>
		<category><![CDATA[Das Dschungelbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Dschungel-Buch – Das Mogli Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ines Lammers]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Sternenzelt Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer kennt den Disney-Film mit Mogli, Balu und Baghera nicht? Jeder kennt und liebt Balus „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Vertrau’ mir“ von Kaa… Da ist es schon sehr mutig, sich mit dem bekannten Stoff und ohne Disney’s Rückendeckung an diese Geschichte heranzuwagen. Doch genau das hat Kai Wagner gemacht. Im Dezember lief „Dschungel-Buch – ...</p>
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<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wer kennt den Disney-Film mit Mogli, Balu und Baghera nicht? Jeder kennt und liebt Balus „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Vertrau’ mir“ von Kaa… Da ist es schon sehr mutig, sich mit dem bekannten Stoff und ohne Disney’s Rückendeckung an diese Geschichte heranzuwagen. Doch genau das hat Kai Wagner gemacht. Im Dezember lief „Dschungel-Buch – Das Mogli Musical“ im Hamburger Sternenzelt-Theater.</p>
<p class="Body">Beim Betreten des Zelts werden die Zuschauer, zumeist Eltern mit kleinen Kindern, von einer Dschungelbühne begrüßt. Die Kulissen sind für eine kleine Produktion gut gelöst und ermöglichen das Spiel auf drei Ebenen: Dschungel, Wolfsfelsen und Affenstadt. Während die Kostüme eher zweckdienlich, auffallend häufig mit langen Mänteln umhüllte Darsteller, sind, sind die Masken sehr gut gelungen. Die Kinder können Affen problemlos von Balu, Mogli und natürlich dem bösen Shir Khan unterscheiden. Und darauf kommt es bei einer Kindershow an.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_637">
<div class="style_2">
<p class="Body">Alle wichtigen Figuren kommen auch in diesem Stück vor, wobei Wagner betont, dass er sich am Buch von Rudyard Kipling und weniger an der Disney-Fassung orientiert hat. Häufig gereicht es zum Nachteil einer Produktion, wenn der Autor des Stücks auch an der kreativen Umsetzung auf der Bühne mitarbeitet (prominentestes Beispiel „Dirty Dancing“). Auch in diesem Fall ist es so, dass es dem Musical sicherlich gut getan hätte, wenn mehr Eindrücke von außen eingeflossen wären. So fehlt den Kompositionen das Mitreißende, was gerade bei Kinderstücken unerlässlich ist. Natürlich hat Balu auch hier seinen Mitmachsong. Allerdings heißt er hier: „Umschabmdubmdabm“ und wirkt sehr aufgesetzt. Was nicht an der Leistung des Künstlers unter dem Teddyfell liegt (Sascha Kraft). Er macht aus dem, was ihm Wagner vorgesetzt hat das Beste. Was im Übrigen für das gesamte nur 8-köpfige Ensemble gilt.</p>
<p class="Body">Die Hauptrolle, Mogli, wird von Ines Lammers gespielt. Warum die Rolle mit einer Frau besetzt wurde, ist nicht ganz klar. Man könnte spekulieren, dass es an der guten Zusammenarbeit aus den Vorjahren liegt, vielleicht hat man auch keinen passenden männlichen Darsteller gefunden. Die Kinder jedenfalls stört es nicht. Moglis Freund und zwangsverpflichteter Aufpasser Balu wird von Sascha Kraft dargestellt, der seine Stimme sehr verstellen muss, aber den leicht schusseligen Sympathieträger der Show tadellos gibt. Andreas Busch und Oliver Jung sind die Raubkatzen. Während jedoch Busch den von seinem Schutzbefohlenen leicht genervten Baghera sehr überzeugend spielt, wirkt Jung zu aufgesetzt und unnatürlich. Anstatt böse sein eindeutiges Ziel – Mogli zu vertreiben &#8211; zu verfolgen, stolziert er einfach nur sehr arrogant über die Bühne. Das wieso und warum wird nicht deutlich. Sicherlich mag hier das Manko auch auf Seiten der Regie liegen.</p>
<p class="Body">Oliver Frischknecht ist sowohl als Moglis Wolfsvater Akela zu sehen als auch als Affenkönig King. Beide Rollen füllt er aus, wobei er das Majestätische und Respektzollende von Akela noch besser zum Ausdruck bringt als das Lebensfrohe des Affenkönigs. Die Rolle des Mädchens, das Mogli schlussendlich den Weg aus dem Dschungel zeigt, übernimmt Christiane Grebita, die nach zahlreichen Ensemblerollen in Großproduktionen, nun in eine etwas undankbare Rolle schlüpft. Tina Ajala hat als Kaa eine der schönsten Rollen. Auch wenn die Schlange weniger betörend als liebevoll einwickelt dargestellt wird, sind ihre Auftritte mit die besten der Show. Bleibt noch Mareike Schöneberger, die in verschieden kleineren Rollen – als Elefant Tarkan, als Affe, als Tänzerin &#8211; zu sehen ist.</p>
<p class="Body">Das Ensemble besteht aus jungen, aber erfahrenen Musicaldarstellern, die sich und ihre Fähigkeiten voll und ganz mit einbringen. Auch gesanglich sieht man an der ein oder anderen Stelle ein großes Talent aufblitzen. Zu mehr reicht es aber bei den ansonsten recht harmlosen Kompositionen nicht.</p>
<p class="Body">Was man diesem Kindermusical neben schönen Kulissen und sympathischen Darstellern zugute halten muss, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für nicht einmal 18 Euro wurden die Tickets angeboten. Da fallen einem spontan zahlreiche Shows ein, in denen wie hier Profis auf und neben der Bühne agieren, wo aber deutlich weniger Unterhaltung und Anspruch für einen wesentlich höheren Preis geboten wird. So betrachtet, ist das Sternezelt-Team auf dem richtigen Weg. Wenn bei den nächsten Musicals noch „unabhängige“ Regisseure und/oder Komponisten dazukommen, kann man sich auf eine runde Sache freuen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
</div>
</div>
</div>
<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Sternenzelt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>November 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Andreas Busch, Oliver Jung, Sascha Kraft, Ines Lammers</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Kai Wagner<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Sternenzelt Theater<br />
</span></div>
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		<title>Weltpremiere oder Try-Out?</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/weltpremiere-oder-try-out/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 10:01:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ich war noch niemals in New York]]></category>
		<category><![CDATA[Jerry Marwig]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Marie Mäkelburg]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hohe Ziele hatte sich die Stage Entertainment gesteckt. „Ich war noch niemals in New York“ sollte das erste komplett selbst kreierte Musical des deutschen Musical-Multis werden. Dafür hat man vier Jahre Entwicklungsarbeit, monatelange Workshops und Castings und schließlich den millionenschweren Umbau der Operettenhaus-Bühne in Hamburg investiert. Herausgekommen ist – um es kurz zu machen – ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body">Hohe Ziele hatte sich die Stage Entertainment gesteckt. „Ich war noch niemals in New York“ sollte das erste komplett selbst kreierte Musical des deutschen Musical-Multis werden. Dafür hat man vier Jahre Entwicklungsarbeit, monatelange Workshops und Castings und schließlich den millionenschweren Umbau der Operettenhaus-Bühne in Hamburg investiert.</p>
<p class="Body">Herausgekommen ist – um es kurz zu machen – ein Stück mit viel Potential, das sich aber eindeutig noch im Entwicklungsstadium befindet. Im englischsprachigen Raum nennt man so etwas Try-Out: Ein neues Stück wird für einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen dem Publikum präsentiert, um es danach anhand des Feedbacks weiterzuentwickeln und – meist erst einige Monate später – zur Broadway-Reife zu bringen. Das wäre auch im Fall von „Ich war noch niemals in New York“ ein probates Mittel gewesen; nur leider wurde die am 2. Dezember uraufgeführte Show als Weltpremiere verkauft.</p>
<p class="Body">Doch der Reihe nach…</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_2351">
<div class="style_2">
<p class="Body">Schon bei der Präsentation der Cast ließ sich die Stage Entertainment nicht lumpen und lud die Medienvertreter auf die in Hamburg ankernde Queen Mary 2 ein. Die vorgestellten Hauptdarsteller rund um Kerstin-Marie Mäkelburg und Jerry Marwig überzeugten in vier Songs und rührten den anwesenden Udo Jürgens zu Tränen. Die gewählten Stücke überraschten durch ihre Musicaltauglichkeit und auch die Story versprach ein wirklich fundiertes neues Musical.</p>
<p class="Body">Alles ging seinen gewohnten Gang – Bühnenumbau, Proben – alles verlief weitestgehend reibungslos. Doch dann kam der 19. November, der Tag der Mitarbeiter-Preview. Und damit änderte sich alles, denn so richtig wusste keiner der Gäste etwas damit anzufangen… Die Musik war klasse, keine Frage, die Darsteller sehr gut, aber der Rest? Die Stage Entertainment zog die Reißleine und entband Co-Autor und Regisseur (und Artstic Director des Unternehmens) Christian Struppeck von seinen Aufgaben. Kurzerhand wurde Glenn Casale aus den USA als neuer Regisseur engagiert, der für den Hamburger Konzern bereits „Die Schöne und das Biest“ in Berlin inszeniert hatte.</p>
<p class="Body">Die internen Diskussionen kann man sich nach kurzfristig abgesagten Previews – und diese waren mit drei Wochen schon ungewöhnliche lang angelegt – oder dem ebenso spontan gestrichenen Press Call (der Termin, an dem die filmende und fotografierende Presse, eigene Bilder von 3-4 Szenen einer Show machen kann) gut vorstellen. Die Verschiebung der Premiere war sicherlich nie eine wirkliche Option und doch hätte das Künstlerherz diese mutige und kostspielige Entscheidung begrüßt und bevorzugt.</p>
<p class="Body">In den folgenden drei Wochen versuchte Casale das Beste aus der offenbar recht missglückten Arbeit seines Vorgängers zu machen. In einigen wenigen Szenen ist ihm dies auch durchaus geglückt, denn das Stück hat sich – auch oder gerade weil zwei komplette Songs gestrichen wurden – enorm weiterentwickelt. Und so nahm das Premierenpublikum die Show gern an.</p>
<p class="Body">Die erfolgreiche Business-Frau Lisa Wartberg hat nur Augen für ihre Karriere als Moderatorin. Für Ihre Mutter Maria, die von ihr in einem nicht wirklich schönen Altersheim geparkt wurde, hat sie kaum Zeit. Auch der Vater des Alleinerziehenden Vaters Axel Staudach, Otto, ist in diesem Heim untergebracht und bandelt mit Maria an. Als die beiden rüstigen Rentner beschließen zum Heiraten nach New York durchzubrennen und sich dazu auf Kosten der erfolg(reichen) Tochter auf einem Kreuzfahrtschiff einbuchen, gewinnt die Story im wahrsten Sinne des Wortes an Fahrt. Nachdem Lisa und Axel mitbekommen haben, dass ihre Eltern gemeinsam getürmt sind, bucht Lisa ebenfalls die einzig verbliebene Suite auf dem Schiff – die Hochzeits-Suite. Doch die drei – Florian, der Sohn von Axel ist ebenfalls mit von der Partie – verpassen das Schiff in Hamburg und jagen mit Axels’ betagten Jeep quer durch Europa, um das Schiff in Genua zu erreichen. Denn Axel hat Flugangst, also kommt Fliegen nicht in Frage.</p>
<p class="Body">In Genua gehen die drei an Bord und stellen fest, dass ihre Eltern die Zeit auf dem Schiff aufgrund einer Verwechslung in der Hochzeits-Suite genossen haben. Leider verlaufen die Überzeugungsversuche von Lisa und Axel alles andere als erfolglos. Die Eltern stellen sich stur und wollen das Schiff nicht verlassen. Lisa denkt nur an die Verleihung des Fernsehpreises und dass sie zurück muss, doch irgendwie bleibt sie dennoch an Bord und so legt das Kreuzfahrtschiff Richtung New York ab. Kurz zuvor lässt Lisa noch ihren Visagisten Fred und dessen Freund Costa einfliegen, um die nächste Sendung zu besprechen. Die beiden freuen sich sehr über diesen unerwarteten Kurzurlaub auf dem Schiff.</p>
<p class="Body">Angesteckt von der zwangsläufig romantischen Stimmung auf einem Ozeanriesen entdecken Lisa und Axel, dass sie – obwohl sie so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht – sich ineinander verlieben. Lisa unterdrückt diese Gefühle eine Zeitlang erfolgreich, doch schließlich gewinnt Axels Charme. Im großen Finale vertragen sich Mutter und Tochter, Axel und sein Vater stellen fest, dass sie mehr gemeinsam haben als bisher gedacht und es wird eine Doppelhochzeit unter der Freiheitsstatue beschlossen.</p>
<p class="Body">Der Plot liefert eine Menge Potential für emotionale Verwicklungen; doch besteht dabei immer die Gefahr, dass die Autoren bei einer solchen Vielzahl von Charakteren den ein oder anderen blasser erscheinen lassen. Im Fall von „Ich war noch niemals in New York“ hat keiner der Protagonisten wirklichen Tiefgang. Es werden unzählige Klischees bedient, sei es nun die ewig gestresste, völlig überdrehte, egoistische Businessfrau, der raubeinige, besserwisserische Fotograf, der obercoole Teenie, das durchgestylte Schwulenpaar, dass mehr auf Schein als auf Sein Wert zu legen scheint. Leider wirken diese Charaktereigenschaften phasenweise so aufgesetzt und unnatürlich, dass man sich fragt, warum die Charaktere so stark überzeichnet wurden. Denn war nicht der ursprüngliche Ansatz eine Geschichte aus dem wahren Leben zu erzählen?</p>
<p class="Body">Eine Geschichte mit bekannten Songs zu erzählen, ist nicht neu, aber absolut legitim. Erfolgreiche Compilation Shows wie „Mamma Mia!“ oder „We Will Rock You“ machen es seit Jahren vor: Die Songs ergänzen eine ansonsten eher flache Rahmenhandlung und es funktioniert prächtig. 21 erfolgreiche Songs von Udo Jürgens sollen bei „Ich war noch niemals in New York“ das gleiche bewirken, nur leider misslingt dies, von ein oder zwei Ausnahmen mal abgesehen gänzlich. Viele Szenen wirken um die Songs herumgebaut. Da sagt Axel bspw. nach einem Streit mit Lisa sinngemäß „Das war’s dann wohl. Merci.“ Und plötzlich erklingt „Merci, Cherie“. Oder Lisa antwortet auf die Frage nach dem Thema ihrer nächsten Sendung „Wir sind zu dick!“ und es folgt „Aber bitte mit Sahne!“. Ähnlich konstruiert ist auch „Griechischer Wein“, der aus den sehnsüchtigen Erinnerungen Costas an sein Heimatland entsteht.</p>
<p class="Body">Vollends perfekt funktionieren neben dem Finale, nur die Szenen, in denen Lisa sinniert „Was wirklich wichtig ist“ und sich Fred und Costa über das gar nicht so „Ehrenwerte Haus“ aufregen, aus dem sie ausziehen müssen. In diesen beiden Passagen wirkt nichts mutwillig konstruiert und plump getextet, sondern Kontext und Song ergänzen sich optimal.</p>
<p class="Body">Auch wenn die Dialoge teilweise sehr witzig sind, was aber vor allem daran liegt, dass sich Kerstin Marie Mäkelburg und Jerry Marwig aufgrund ihrer gemeinsamen Bühnenerfahrung die Bälle pointiert zuwerfen können, strotzt das Buch von Gabriel Barylli nur so vor Längen. Wären nicht die hinreißenden Darsteller, man würde ziemlich schnell in Langweile verfallen… Denn auch das optische Feuerwerk bleibt bei „Ich war noch niemals in New York“ aus. Zwar sind einige Kostüme (Yan Tax) schön anzusehen (beispielsweise die roten Kostüme passend zu der Maskenball-Szene „Schöne Grüße aus der Hölle“, die „Chorus Line“-ähnlichen Silberfräcke der in Reihe tanzenden Bediensteten der Hochzeits-Suite („Bleib noch bis zum Frühstück“), oder die Matrosenanzüge der verdächtig an „On the town“ erinnernden tanzenden und singenden Matrosen zur Instrumental-Einspielung von „Buenos Dias, Argentina“ bzw. „Alles im Griff“), eine einheitliche Linie ist jedoch leider auch hier nicht erkennen. Es scheint als hätten auch in diesem Kreativbereich viele Köche die Suppe zu stark gewürzt. Zudem kommt, dass die Choreographien von Kim Duddy ebenfalls recht einfallslos wirken. Ob nun die Kick-Line in der Hochzeits-Suite oder die mit Sahnetorten tanzenden Schiffsgäste – irgendwie hat man auch das alles schon gesehen. Schade.</p>
<p class="Body">Die Schiffskulissen (David Gallo) sind hingegen wundervoll anzuschauen und beeindrucken durch ihre Größe und Detailgenauigkeit. Warum jedoch das Schiff, das in Hamburg ablegt, in der Mitte geteilt und dann nach links und rechts aus dem Sichtfeld gefahren wird, ist nicht nur unverständlich, sondern in einer Schifffahrtsstadt wie Hamburg mehr als unangebracht. Da schaut man sich lieber die Drehbühne an, die drei verschiedene Sets ermöglich und fragt sich, wie man so etwas in das kleine Operettenhaus gebracht hat. Die Bühnenfüllende Hochzeit-Suite kommt in penetrantem Flieder daher, ermöglicht viele Spielebenen und erinnert an die Wohnung des Regisseurs in „The Producers“. Aber das mag Zufall sein. Bei den übrigen Schiffskulissen hat man ebenfalls das Gefühl es so oder ähnlich schon gesehen zu haben, aber bei einem Stück, das auf einem Schiffsdeck spielt, bleibt das kaum aus. Denn so unterschiedlich sind auch Kreuzfahrtschiffe auf dem Deck nicht.</p>
<p class="Body">Das vorbeifahrende Kreuzfahrtschiff (Ist es nun die MS Deutschland oder nicht? Auf den Rettungsbooten steht es, am Schiffsbug nicht.) zum Auftakt des zweiten Akts ist schlichtweg atemberaubend. Da zieht eine halbe Schiffslänge am Publikum vorbei und alle paar Meter entspannt sich eine neue Szene, auf dem Oberdeck, an der Reling, an der Bar, am Heck, und erst später wundert man sich „Wo bitte lassen die diese Großkulissen in dem kleinen Theater? Sie werden die Seitenbühnen wohl kaum um 50m in beide Richtungen verlängert haben.“. Solche Effekte wollen wir mehr sehen. Was wir aber auf keinen Fall mehr sehen wollen, sind TUI Reisebüros und Mc Donald’s Burger-Tüten. Bei Eintrittspreisen am Samstagabend von über 120 Euro möchte man kein Product Placement sehen. Werbung gibt es im Fernsehen und Kino schon mehr als genug, das muss jetzt nicht auch noch auf der Musicalbühne Einzug erhalten.</p>
<p class="Body">Kommen wir zu dem, was diese Show dennoch sehenswert macht – und das sind die Darsteller. Kerstin Marie Mäkelburg darf als Lisa weiblich und mit allen Zickenallüren agieren, die man einer Prominenten nachsagt. Mit ihrem komödiantischen Talent meistert sie ihre Rolle perfekt und auch gesanglich überzeugt sie sowohl in langsamen als auch forschen Songs. Allerdings muss man Mäkelburg und ihre Art zu spielen und singen mögen, denn sie ist schon recht speziell und passt nicht in die Schublade der typischen Musicaldarstellerin. Aber wir finden sie einfach prima!</p>
<p class="Body">Jerry Marwig, der wie Kerstin Marie Mäkelburg in Hamburg alles andere als unbekannt ist – immerhin standen beide schon in den Schmidt Theatern auf der Bühne -, gibt einen sehr sympathischen brummigen Fotografen. Man nimmt ihm ab, dass ihm die zickige Moderatorin zunächst extrem auf die Nerven geht, spürt aber sofort, dass hinter dieser vermeintlich rauen Schale mehr steckt. Die Szenen mit Sohn Florian sind liebevoll und man schaut beiden gern zu. Gesanglich ist Marwig ebenfalls ohne Fehl und Tadel.</p>
<p class="Body">Das Paar Mäkelburg/Marwig harmoniert perfekt &#8211; in jeder Hinsicht. Gleiches gilt für Fred und Costa, gespielt von Veit Schäfermeier und Ronny Rindler. Die beiden geben ein wundervolles Paar ab. Ihre tiefe Zuneigung kommt absolut glaubwürdig über die Rampe. Und ja, die beiden dürfen sich küssen! Aber ist so was heutzutage immer noch erwähnenswert? Dass Rindler kein Grieche ist, glaubt ihm aufgrund seines antrainierten Akzents niemand. Schäfermeier brilliert in seinen Songs und stiehlt dem Liebespaar Axel/Lisa damit fast die Show. Dies merkt man besonders beim Schlussapplaus, wo Schäfermeier mindestens gleichviel, wenn nicht sogar mehr Beifall bekommt als Mäkelburg und Marwig.</p>
<p class="Body">Die „Renter on tour“ werden gespielt von Ingeborg Krabbe und Horst Schultheis. Beide geben ein süßes Paar ab, die langjährige Schauspielerfahrung ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings verhält es sich mit dem Singen nicht ganz so einwandfrei. So bleibt der Titelsong „Ich war noch niemals in New York“ kaum im Gedächtnis, weil Krabbe es nicht vermag, diesen mit Gefühl und viel Stimme zu interpretieren. Aber ansonsten begleitet man die beiden grauen Eminenzen der Show als Zuschauer gern auf ihrem Weg, auch wenn diese mit zunehmendem Fortgang des Stücks immer mehr in den Hintergrund gerückt werden.</p>
<p class="Body">Bleibt noch Florian, der von einer Vielzahl Nachwuchsdarstellern gespielt wird. In der Premiere war dies Robert Köhler. Die Jungen können nichts dafür, dass sie extrem cool und mit penetrantem Denglish auf der Bühne stehen. Allerdings dürfen sie in zwei Songs auch ihre gesanglichen Talente unter beweis stellen und Köhler macht dies mit Bravour und stellt damit vorübergehend all Erwachsenen auf der Bühne in den Schatten.</p>
<p class="Body">Auch musikalisch muss man sich an einiges, was Michael Reed dort arrangiert hat, erst gewöhnen. Der sonst vorhandene Drang bei Udo Jürgens Klassikern wie „17 Jahr, blondes Jahr“ oder „Immer wieder geht die Sonne auf“ mitzusingen, bleibt einem doch so manches Mal im Halse stecken. Aber die meisten Songs zünden und Bernhard Volk und sein im vergleich zu „Mamma Mia!“ beachtlich angewachsenes Orchester sorgen für gute Laune im Publikum.</p>
<p class="Body">Wie bereits eingangs erwähnt, hat „Ich war noch niemals in New York“ eine Menge Potential, das bisher nicht ausgeschöpft wird. Viele einzelne Szenen sind nett anzuschauen, doch ergeben sie leider kein einheitliches Ganzes. Das steckt noch eine ganze Menge Entwicklungsarbeit drin. In wenigen Monaten wird das Stück sicherlich „rund“ sein und das Publikum nicht nur durch seine Musik und Darsteller von den Sitzen reißen, sondern weil es ein überzeugendes Musicalwerk ist. Bisher ist es lediglich ein Try-Out, der viel zu früh als Weltpremiere auf die Bühne kam.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
</div>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>2. Dezember 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Kerstin Marie Mäkelburg, Jerry Marwig</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Glenn Casale / Udo Jürgens<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Broadway-Feeling im Schwabenländle</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/broadway-feeling-im-schwabenlaendle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 09:20:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Lucy Scherer]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Seibert]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Wicked]]></category>
		<category><![CDATA[Willemijn Verkaik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich kann auch Deutschland am weltweiten Hype um die beiden Hexen von Oz teilhaben. Seit 15. November ziehen die grüne Elphaba und die aufmerksamkeitsheischende Glinda das Publikum im Palladium Theater in ihren Bann. Stephen Schwartz’ Kompositionen funktionieren auch mit einem deutlich kleineren Orchester als am Broadway, die Ozianer begeistern auch in geringerer Anzahl als im ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
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<div class="style_2">
<p class="Body">Endlich kann auch Deutschland am weltweiten Hype um die beiden Hexen von Oz teilhaben. Seit 15. November ziehen die grüne Elphaba und die aufmerksamkeitsheischende Glinda das Publikum im Palladium Theater in ihren Bann.</p>
<p class="Body">Stephen Schwartz’ Kompositionen funktionieren auch mit einem deutlich kleineren Orchester als am Broadway, die Ozianer begeistern auch in geringerer Anzahl als im West End. „Wicked“ ist eine perfekte Show, bei der von Musik über Bühnenbild bis hin zu Story und Kostümen einfach alles stimmt. Die Zuschauer werden in die magisch-grüne Welt von Oz hineingezogen und verlassen das Theater wie verzaubert.</p>
<p class="Body">„Wicked“ bringt mehr als nur einen Hauch von Broadway ins beschauliche Stuttgart-Möhringen. Die Standortfrage wurde lange diskutiert und auch nach der Show darf man auf die längerfristige Akzeptanz der Show durch das schwäbische Publikum gespannt sein. Der Boden für einen großen Erfolg ist in jedem Fall bereitet.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1310">
<div class="style_2">
<p class="Body">Das deutsche Ensemble braucht sich hinter seinen internationalen Kollegen nicht zu verstecken. Angelika Wedekind gibt eine hervorragende Madame Akaber (im Original Mme. Morrible), die mit viel Wortwitz und unterschwelliger Intriganz von der ersten bis zur letzten Minute überzeugt. Carlo Lauber nimmt man den „seelenvollen Mann“ und Zauberer von Oz durchaus ab, ein bisschen mehr manipulative Hinterhältigkeit würde seiner Interpretation jedoch gut zu Gesicht stehen. Dass Lauber weder ein herausragender Sänger und Tänzer ist, kann man ihm verzeihen. Nicole Radeschnig beweist viel Leidensfähigkeit als Nessarose und bleibt trotz ihres noch sehr jungen Alters vor allem wegen ihres lupenreinen Gesangs in Erinnerung. Stefan Stara gibt den Moq (im Original Boq) leider sehr hart und abgeklärt. Das Sympathische, Naiv-Verliebte des Manschkin-Jungen und das Mitleiderregende des späteren Blechmanns gelingt ihm jedoch nicht zu transportieren. Auch gesanglich lässt sich aus seinen beiden Songs sehr viel mehr herausholen.</p>
<p class="Body">Kommen wir zu den drei Hauptpersonen, aus deren Dreiecksbeziehung sich eine Geschichte mit großer Tragweite für ganz Oz entwickelt.</p>
<p class="Body">Mark Seibert, der als Fiyero die Wahl hat zwischen der hübschen und beliebten Glinda und der grünen und aufmüpfigen Elphaba, gibt den Beau nicht ganz so vergnügungssüchtig du egozentrisch wie in anderen Inszenierungen. Doch das schadet der Figur keineswegs, im Gegenteil: Der zusätzliche Tiefgang macht den Fiyero bedeutender für den Fortgang der Geschichte und hebt diese eher undankbare Herrenrolle aus dem Dasein als hübsches Anhängsel heraus. Optisch wie gesanglich lässt Seibert es an nichts vermissen. Sein schöner warmer Tenor passt ausgezeichnet zu Schwartz’ Popkompositionen.</p>
<p class="Body">Die schöne, beliebte und am Schluss der Show offiziell als „gut“ geadelte Glinda spielt die junge Lucy Scherer. Ein Springinsfeld voll überbordender Energie und Lebensfreude, der versucht, alle in seine rosarote Prinzessinnenwelt zu ziehen. Die Freude am Spiel ist der Regensburgerin in jeder Szene anzumerken. Besonders überzeugend gelingen ihr Szenen wie „Heiß geliebt“ (im Original „Popular“), wo sie quietschend über die Bühne springt und versucht, Elphaba von ihrem Lebensstil zu überzeugen. Durch ihre fröhliche und mitreißende Interpretation verzeiht man ihr auch, dass sie nicht alle Gesangspassagen 100%ig meistert. Es passt einfach zu dem Bild der gar nicht s perfekten Glinda.</p>
<p class="Body"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-1705 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Wicked2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Bleibt noch Elphaba, deren Liebe zu Fiyero einen Keil zwischen sie und Glinda treibt und deren Einladung zum Zauberer von Oz die Eifersucht Glindas noch weiter schürt.</p>
<p class="Body">Mit der Holländerin Willemijn Verkaik hat die Stage Entertainment eine Künstlerin verpflichtet, die optisch &#8211; mit Eleganz und Bühnenpräsenz -, stimmlich – ihr „Frei und Schwerelos“ (im Original „Defying Gravity“) ist einer von Idina Menzel kreierten Rolle mehr als würdig -, und schauspielerisch – ihre ausdrucksstarke Mimik ist atemberaubend – schlichtweg zauberhaft ist. Einfach wundervoll!</p>
<p class="Body">Ohne Zweifel können sich beide deutschen Hexen mit ihren Kolleginnen in London messen und würden nicht verlieren…</p>
<p class="Body">Kleinere Änderungen machen die Show Deutschland-kompatibel: Zahlreiche Anspielungen und Erläuterungen zum „Zauberer von Oz“, dessen Handlung „Wicked“ teilweise nachgelagert ist, teilweise parallel dazu verläuft, sollen das Publikum noch weiter in die magische Welt von Oz integrieren. Doch eigentlich braucht es diese Anspielungen nicht, denn „Wicked“ ist auch ohne die Rahmenhandlung eine zauberhafte Geschichte um eine sehr spezielle Freundschaft zweier Hexen wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.</p>
<p class="Body">Optisch hält man sich weitestgehend an die internationalen Produktionsvorgaben. Lediglich das Astgeflecht wurde noch weiter in den Saal hineingezogen und ermöglicht so den fliegenden Affen bei ihrer Befreiung auch über die Köpfe des Publikums zu entfliehen. Ein toller Effekt!</p>
<p class="Body">Davon abgesehen, überzeugen Kostüm-, Masken- und Bühnenbildabteilungen auch in Deutschland auf ganzer Linie. Obgleich keine Disney-Produktion ist „Wicked“ an Farbenfreude kaum zu überbieten und liefert in vielen Szenen ein optisches Feuerwerk.</p>
<p class="Body">Der größte Unterschied zu den internationalen Produktionen liegt natürlich in der Sprache. Man hat sich hierzulande daran gewöhnt, dass bei Broadway- oder West End Importen jedes Wort übersetzt wird. Manchmal gelingt dies sehr gut, wie bspw. im Fall von „We Will Rock You“, manchmal wird, wie im Fall von „Mamma Mia!“ die deutsche Sprache doch sehr verbogen, um passend gemacht zu werden.</p>
<p class="Body">Die Trennung der Übertragung von Dialog- und Songtexten hat sich hierbei sehr bewährt. Bei „Wicked“ zeichnet erneut Ruth Deny („3 Musketiere“, „Mamma Mia!“, etc.) für die Adaption der Dialoge verantwortlich. Ihr Gespür für Pointen stellt sie mehr als einmal unter Beweis und so verzeiht man ihr auch Stilblüten wie „Dorothy’s Hündchen Lotto, nee Toto“. Spitzfindig und geistreich liefern sich die Protagonisten ihre verbalen Schlagabtausche dank Ruth Deny.</p>
<p class="Body">Auch bei den Songtexten von Michael Kunze gibt es nur wenig auszusetzen. Wer das Original nicht kennt, fühlt sich mit den Adaptionen des erfahrenen Musicalautors sehr wohl. Kritisch wird es nur dort, wo die Bedeutung von Inhalten verändert wird. Wenn von einem „Tag in der grünen Smaragdstadt“ gesungen wird, fragt man sich unweigerlich, ob es auch gelbe, rote und blaue Smaragde gibt (im Original heißt es „One short day in the Emerald City“). Aus dem kämpferisch-herausfordernden „Defying Gravity“ ein fröhliches „Frei und Schwerelos“ zu machen, zielt auch deutlich an der eigentlichen Aussage des Songs vorbei. Und wenn die Bürger von Oz konstatieren „Keiner weint um Hexen“ (im Original „No one mourns the Wicked“) scheinen alle zu vergessen dass auch Glinda eine Hexe ist. Doch wir wollen die Liste nicht zu lang werden lassen… Durch diese Uminterpretationen verschieben sich Inhalte und Beziehungen zwischen den Charakteren, die Kennern des Originals nur bedingt gefallen. Der größte Fauxpas ist jedoch der krampfhafte Versuch, das Wort „Wicked“ in der Inszenierung unterzubringen. Am Schluss von Fiyeros und Elphabas Duett „Solang ich Dich hab“ sagt Elphaba im Original „For the first time of my life I feel … wicked!“. Funktioniert perfekt und jeder weiß, was gemeint ist. Auf Deutsch sagt sie dann folgerichtig: „Zum ersten Mal im Leben fühle ich mich … wicked!“ <em>Wie bitte???</em> Die Bedeutung des Wortes „wicked“ im Englischen ist vielschichtig und sicherlich nicht leicht zu übersetzen, doch warum man in dieser Szene vollkommen inkonsequent das englische Wort benutzt und nicht ein weitaus zweckdienlicheres und verständlicheres „verzaubert“ einsetzt, erschließt sich nicht.</p>
<p class="Body">Doch trotz dieser kleinen textlichen Schwächen ist „Wicked“ eine Show, die man in Deutschland gern länger sehen würde. Auch wenn das Wetter am Premierenabend sehr frostig war und das Premierenpublikum zwar begeistert, aber wenig wirklich frenetisch war, hoffen wir, dass sich dieser Import lange auf deutschen Bühnen halten wird. Denn „Wicked“ ist eine Show, die man – nicht nur als Musicalfan – gesehen haben muss!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Apollo Theater, Stuttgart</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>November 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Lucy Scherer, Mark Seibert, Willemijn Verkaik</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Joe Mantello  / Stephen Schwartz<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></div>
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		<title>Das Original ist ein echtes Original</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/das-original-ist-ein-echtes-original/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 10:31:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Emmanuele]]></category>
		<category><![CDATA[Fliegende Bauten]]></category>
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		<category><![CDATA[Little Shop of Horrors]]></category>
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		<category><![CDATA[Tom Tucker]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="id5" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_453">
<div class="style_3">
<p class="Body">Wie oft haben wir das Prädikat “Das Original auf der Bühne” in den letzten Monaten im Musical- und Entertainmentbereich hören müssen. Und wie oft traf es nicht zu… Die neue Inszenierung von „Little Shop of Horrors“, die noch bis Anfang Februar in den Fliegenden Bauten in Hamburg zu sehen ist, trägt diesen Zusatz zu Recht. Nicht nur, dass das Stück in der englischen Ursprungssprache gezeigt wird und die Darsteller durch die Bank „native Speaker“ sind, auch die Handlung entspricht der wesentlich düstereren Fassung, an deren Ende die Weltherrschaft von Audrey II steht.</p>
<p class="Body">Die Produktion ist von der ersten bis zur letzten Minuten gelungen. Eric Emmanuele hat sämtliche potentielle Längen im Keim erstickt und eine kurzweilige, abwechslungsreiche Inszenierung des Ashman/Menken-Klassikers geschaffen. Morgan O’Brien und Lindsey Stokes überzeugen schauspielerisch als Seymour und Audrey vollends. Während jedoch O’Brien auch gesanglich eine sehr gute Leistung absolviert, hört man von Stokes mehr als einmal einige schiefe Töne.</p>
<p class="Body">Mr. Mushnik (John Wiseman) und der Zahnarzt Orin Scrivello (Tom Tucker) bleibt charakterlich etwas blass, was für beide Darsteller mehr als schade ist, haben sie doch ihre Bühnenpräsenz bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt.</p>
<p class="Body">Großartig ist die Leistung der Bühnenbildner unter der Leitung von Frank Thannhäuser (Imperial Theater). Mehr als nur zweckdienlich wird Mushniks Laden auf einem Drehpodest platziert. So lassen sich Änderungen wie eine wachsende Audrey II vom Publikum unbemerkt vornehmen, während dieses das Geschehen auf der Straße vor dem Blumenladen folgt.</p>
<p class="Body">Highlight sind – wie so oft bei diesem Stück – die Stimmen von Audrey II und den Soulgirls. Mal rockig, mal soulig, aber immer sehr eindringlich fordert Keith „Elliott“ Munnerlyn als Audrey II auch noch den letzten Tropfen Blut von Seymour. Das Zusammenspiel mit Benjamin Drnec als Bewegungsapparat der außerordentlich gelungenen Pflanzenpuppe(n) klappt hervorragend und ist sehr synchron.</p>
<p class="Body">Die Soulgirls Electra Weston, Amanda Whitford und Bridget Fogle bringen ihre Stücke mit unglaublich viel Energie über die Rampe. Gemeinsam mit der Live-Band unter der Leitung von Andrea Simmendinger sorgen die drei „Wuchtbrummen“ für Stimmung und die Begeisterung des Publikums mündet in einem kollektiven Tanzrausch zu „Mean Green Mother From Outer Space“.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Fliegende Bauten, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">November 2007</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Morgan O’Brien, Lindsey Stokes, Tom Tucker, John Wiseman</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Eric Emmanuele<br />
</span></span></p>
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		<title>Rockmusical ohne viel Tamtam</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/rockmusical-ohne-viel-tamtam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 10:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Melcher]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jesper Tyden]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus Christ Superstar]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Flora]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Idee zu einer konzertanten Aufführung von Andrew Lloyd Webbers Rockmusical kam Bernd Steixner (Musikalischer Leiter von „Les Misérables“ und Initiator der JCS-Konzertreihe) nachdem er Jesper Tydén auf dessen Solokonzerten mehrfach bei „Gethsemane“ auf dem Piano begleiten durfte: „Ich habe ihn daraufhin einfach gefragt, ob er nicht Lust hätte, die ganze Partie des Jesus zu ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body">Die Idee zu einer konzertanten Aufführung von Andrew Lloyd Webbers Rockmusical kam Bernd Steixner (Musikalischer Leiter von „Les Misérables“ und Initiator der JCS-Konzertreihe) nachdem er Jesper Tydén auf dessen Solokonzerten mehrfach bei „Gethsemane“ auf dem Piano begleiten durfte: „Ich habe ihn daraufhin einfach gefragt, ob er nicht Lust hätte, die ganze Partie des Jesus zu singen.“</p>
<p class="Body">Bernd Steixner hatte von Anfang an eine ganz genaue Vorstellung, wen er für welche Rolle besetzen würde. Ob allerdings auch alle Zeit hatten, das Projekt neben ihren Engagements durchzuführen, war unklar. Letztlich war es, was die Künstler auf der Bühne anging, doch alles viel leichter als erwartet: „Alle von mir gefragten Darsteller waren von der Idee sofort begeistert. Und obwohl ich ihnen keine feste Gage garantieren konnte, machten alle aus Liebe zu „Jesus Christ Superstar“ mit. Es ist schon toll, wenn man sich seine Traumcast selbst zusammenstellen kann.“ beschreibt Bernd Steixner den Audition-Prozess, der keiner war. Mit Jesper Tydén als Jesus, Alex Melcher als sein Widerpart Judas, Ann Christin Elverum als Maria Magdalena, Alex Lycke als Pilatus, Perrin M. Allen als Herodes, Tom Tucker als Kaiaphas, Seth Lerner als Annas, Michael Kelley als Simon und Veit Schäfermeyer als Petrus hatte Bernd Steixner nahezu ausschließlich Darsteller um sich geschart, mit denen er bereits in Essen bei „Elisabeth“ oder bei „Les Misérables“ im Theater des Westens zusammen gearbeitet hat.</p>
<p class="Body">Dennoch liefen die Proben für die Konzertreihe eher unkonventionell ab, da es bis zum ersten Auftrittsdatum am 15. November in Hamburg keine gemeinsamen Proben gab. „In Hamburg kamen zum ersten Mal alle zusammen. Bernd Steixner hat vorher mit den Sängern und Musikern einzeln oder in kleinern Gruppen geprobt.“ erinnert sich Jesper Tydén. Auch die Background-Chöre waren in Hamburg, Essen und Berlin jeweils andere und wurden unabhängig von den Protagonisten einstudiert.</p>
<p class="Body">Aufgrund der begrenzten Zeit aller Beteiligten, lag es nahe, „Jesus Christ Superstar“ konzertant auf die Bühne zu bringen: „Der Schwerpunkt liegt hierbei natürlich auf der Musik. Für uns als Darsteller bedeutet das, dass man mit einfachsten Mitteln, d. h. mit wenig Technik, versuchen muss, die Story wiederzugeben und nicht nur einzelne Songs. Da es keine regiegeführten Szenen gibt, ist man im Acting etwas freier.“ erläutert Jesper Tydén die speziellen Erfordernisse von „Jesus Christ Superstar – in concert“.</p>
<p class="Body">Die Aufführung in Hamburg stellte zudem eine besondere Herausforderung dar, da kaum einer der beteiligten Künstler oder Musiker bisher in der Neuen Flora auf der Bühne gestanden hatte. „Es war eine große Belastung, da so viel Unvorhergesehenes passieren kann. Außerdem gab es auch keine ‚szenischen’ Proben.“, erzählt Hauptdarsteller Jesper Tydén. „Aber das Publikum war super motivierend. Da hat sich die ganze Anspannung mit einem Schlag gelöst.“</p>
<p class="Body">Die Begeisterung des bedauerlicherweise überschaubaren Neue Flora-Publikums schien grenzenlos. Der Funke sprang schon nach den ersten Szenen auf die Zuschauer über. Denn allen Beteiligten auf der Bühne war ihr Engagement und die Leidenschaft für das Rockmusical deutlich anzumerken. Am überzeugendsten war die Judas-Interpretation von Alex Melcher. Er legte in alle Leidensfacetten des Jesus-Verräters so viel Intensität, dass er damit alle anderen an die Wand spielte. Jesper Tydén hatte vor allem in den ruhigeren Szenen kleine Schwierigkeiten damit, der explosiven Leistung von Alex Melcher etwas entgegenzusetzen. Jedoch betonte er die starke, kämpferische Seite von Jesus und machte so einiges wieder wett.</p>
<p class="Body">Schlichtweg grandios waren Michael Kelley als Simon und Alex Lycke als Pilatus. Beiden gelang eine perfekte Intonierung. Wer braucht da schon opulente Kostüme und Bühnenbilder?</p>
<p class="Body">Gleiches gilt für Tom Tucker, Seth Lerner und Veit Schäfermeier, die als Kaiaphas, Annas und Petrus eine hervorragende Besetzung abgaben. Besonders deutlich wurde die Leistung durch die Berücksichtigung des Songs ‚Then We Are Decided.’ „Dieser Song wurde &#8211; ebenso wie ‚Could we start again, please?’ &#8211; für die Verfilmung von „Jesus Christ Superstar“ hinzugefügt. Ich finde es ganz spannend, dass durch dieses Duett die Beziehung zwischen Kaiaphas und Annas deutlich gemacht wird und somit die Motive für ihr Handeln klarer werden.“ begründet Bernd Steixner die Wahl der Filmversion für die Konzertreihe.</p>
<p class="Body">Perrin M. Allen (ehem. Musikalischer Leiter von „Mamma Mia!“) ließ es sich nicht nehmen, aus seiner Rolle als König Herodes, die einzige bühnenfüllende Szene zu machen. Er rockte durch das Theaterparkett und zeigte auf der Bühne, dass er wesentlich mehr kann als „nur“ den Dirigentenstab zu schwingen. Dafür erntete er minutenlangen Szenenapplaus – nicht zuletzt auch deshalb, weil viele seiner Hamburger Kollegen mit im Publikum saßen.</p>
<p class="Body">Ann Christin Elverum wurde ein Opfer der an diesem Abend eher mäßigen Tontechnik: Ein nicht einwandfrei funktionierendes Mikrophon, machte es ihr unmöglich, sich gegen die laute Rockband durchzusetzen. Sie schien durch diese Unwägbarkeiten derart eingeschüchtert, dass sie nicht mehr als eine solide Leistung ablieferte, womit sie jedoch die Herzen der Zuschauer nicht wirklich erreichen konnte.</p>
<p class="Body">Alex Melcher zeigte am deutlichsten seinen Unmut über die Tücken des Sounds und brachte den Titelsong ‚Jesus Christ Superstar’ noch aggressiver zur Geltung als eigentlich erforderlich. Man spürte förmlich wie er sich den Frust aus der Seele sang. Bernd Steixner entschuldigt diese Mängel: „Es war ein großes musikalisches und logistisches Puzzle, das an diesem Tag zusammengefügt wurde.Ganz besonders schwierig war es für unsere beiden Tontechniker, denn die hatten natürlich nur die Probe am Nachmittag um sich mit der Situation vertraut zu machen. Da muss man dann schon kleine Abstriche in Kauf nehmen.“</p>
<p class="Body">Das Publikum nahm diese Schwächen nicht übel und applaudierte noch als die Darsteller und Musiker längst in die Katakomben der Neuen Flora entschwunden waren. Auch der Initiator zeigte sich sehr zufrieden: „Von der musikalischen Seite bin ich sehr zufrieden. Es war uns allen klar, dass ein solches Projekt gewisse Risiken birgt. Ich hatte zwar vorher mit fast allen Beteiligten geprobt, aber erst an diesem Tag kamen zum ersten Mal alle zusammen. Das verursacht natürlich am Tag selber einen unglaublichen Stress und man kann das nur wagen, wenn man sich auf seine Leute 100 %ig verlassen kann. Die Musiker haben ihre Sache wirklich großartig gemacht, das konnte man glaube nicht nur hören sondern auch sehen. Über die Sänger brauche ich kein Wort zu verlieren. Ich bin so stolz, diese Riege zusammen auf einer Bühne zu haben! Ich möchte keinen einzelnen hervorheben, denn ich denke alle waren perfekt für ihre Parts.“ Dem bleibt nichts hinzuzufügen.</p>
<p class="Body">Die große Leistung aller und der unermüdliche Einsatz haben sich gelohnt. Allerdings ist es sehr bedauerlich – um nicht zu sagen unentschuldbar – dass von Seiten der Stage Holding nicht mehr getan wurde, diese Eigeninitiative zu unterstützen. Denn die ansonsten recht gut geschmierte Werbe- und PR-Maschinerie wurde für diese Konzertreihe nicht zur Verfügung gestellt. Dass ein Großplakat im Foyer nicht ausreicht, um ein 2000 Plätze Theater zu füllen, dürfte jedem klar sein. Ein solch minimalistisches Marketing erstickt jeden Ehrgeiz im Kein und wird dem Anspruch und der erbrachten Leistung aller Beteiligten in keinster Weise gerecht.</p>
<p class="paragraph_style">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Neue Flora, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>15. November 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Alex Melcher, Jesper Tydén</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Idee<span class="Bold"> / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Bernd Steixner  / Andrew Lloyd Webber<br />
</span></span></p>
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		<title>Ein mäßiges 50er Jahre Revival</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-maessiges-50er-jahre-revival/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2007 10:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Thannhäuser]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jukebox Saturday Night]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Theater am Holstenwall]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="id5" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_587">
<div class="style_3">
<p class="Body">„The Fabulous Fifties“ – so lautet der Untertitel der letzten Show aus der Feder von Frank Thannhäuser. Wer „Hossa“ oder „Hot Stuff“ kennt, freute sich auf ein Hitfeuerwerk der bekannten Rock`n`Roll Songs aus den 50er Jahren. Doch diese Vorfreue wurde herbe enttäuscht… Natürlich waren viele typische 50er Jahre Sounds zu hören, doch die wenigsten davon waren dem Publikum einschlägig bekannt. So mühte sich das achtköpfige Ensemble redlich ab, die Zuschauer zum Mitmachen zu animieren. Wirklich gelingen wollte das jedoch nicht. Erst beim für Thannhäuser-Shows üblichen finalen Medley wurden bekannte Songs verarbeitet und die Gäste kamen in Klatsch- und Tanzlaune. Aber 20 Minuten am Schluss sind leider zu wenig, um die ganze Show positiv zu betrachten.</p>
<p class="Body">Das beeindruckendste an „Jukebox Saturday Night“ ist das gelungene Bühnenbild. Über die komplette Bühnenhöhe und -breite erstrecken sich die Konterfeis von Ikonen der 50er Jahre wie Marilyn Monroe, James Dean und natürlich Elvis. Hier hat die Kulissenwerkstatt des Royal Theater wieder einmal ganze Arbeit geleistet.</p>
<p class="Body">Auch die Choreographien von Sebastian Kraft sind schwungvoll und passen exzellent zur Musik. In manchen Szenen erscheinen sie jedoch für das Ensemble zu komplex und so schummeln sich einige Darsteller mehr durch die Tänze als dass sie wirklich synchron oder aufeinander abgestimmt tanzen.</p>
<p class="Body">Das Ensemble setzt sich zusammen aus „Imperial Theater“-Urgewächsen wie Sebastian Kraft und Frank Thannhäuser, wartet aber auch mit Neuzugängen wie Bianca Arndt und Jessika Bierik auf. Besonders Marion Campbell vermag mit ihrer vollen Soulstimme den Saal in Schwingung zu versetzen. Gleichzeitig verfügt sie über ein ausgeprägtes schauspielerisches Talent, so dass es eine wahre Wonne ist, ihr zuzusehen und zu hören. Von ihren Kollegen, zu denen auch Vanessa Wilcek, Alexander Grimm und Alexander Zamponi gehören, spielt sich niemand in der Vordergrund, was einerseits sehr sympathisch ist, da alle gleichermaßen Beachtung verdienen und bekommen, andererseits aber den Eindruck einer gleichförmigen Gruppe stärkt, die mit wenig Energie agiert.</p>
<p class="Body">Das Muster der Show kann funktionieren – „Hossa“ beweist dies regelmäßig, doch dafür sind bekannte Songs, die das Publikum mitsingen kann, unerlässlich. Daran hakt es leider bei „Jukebox Saturday Night“. Grundsätzlich könnte eine Show mit Elvis, Bill Haley und wie sie alle hießen ein Kassenschlager werden, aber ohne diese Gassenhauer funktioniert sie leider nicht.</p>
<p class="Body">Es gibt Gerüchte, dass Frank Thannhäuser das Royaltheater, das er erst vor zwei Jahren übernommen und umgebaut hat, im Sommer wieder abstoßen möchte. Das wäre sehr schade, denn Stücke wie „Hossa“ liefen und laufen dort vor ausverkauftem Haus. Man kann nur hoffen, dass er einen Investor findet, der dieses Haus weiter betreiben wird.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht unter Pseudonym in blickpunkt musical</em></p>
</div>
<div class="tinyText stroke_0"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater am Holstenwall, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>November 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Frank Thannhäuser<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Imperial Theater<br />
</span></div>
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