<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Thomas Christ-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<atom:link href="https://www.musicals-online.com/tag/thomas-christ/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.musicals-online.com/tag/thomas-christ/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Jun 2022 10:53:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/09/cropped-08062B90-DABA-4778-9C77-84DA20A86023_1_105_c-e1695646822420-1-32x32.jpeg</url>
	<title>Thomas Christ-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<link>https://www.musicals-online.com/tag/thomas-christ/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Ein gut gemachtes Konzert, das auch im Live-Stream überzeugt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-gut-gemachtes-konzert-das-auch-im-live-stream-ueberzeugt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Aug 2021 10:58:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
		<category><![CDATA[André Haedicke]]></category>
		<category><![CDATA[Chris de Burgh]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Schöne]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Henschel]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Fulda]]></category>
		<category><![CDATA[Johanna Zett]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Seibert]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Brussmann]]></category>
		<category><![CDATA[Riccardo Greco]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Hood]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musicals-online.com/?p=3121</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schon im letzten Jahr sollte „Robin Hood“ im Schlosstheater Fulda Premiere feiern. Pandemiebedingt hatte man diese jedoch zunächst auf 2021 verschoben. Inzwischen wurde sie sogar auf 2022 verlegt. Aber um allen – Darstellern, Musikern und Zuschauern – die Wartezeit zu verkürzen, wurde am 6. August 2021 ein hochwertig umgesetztes Konzert gegeben, welches auch per Live-Stream ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-gut-gemachtes-konzert-das-auch-im-live-stream-ueberzeugt/">Ein gut gemachtes Konzert, das auch im Live-Stream überzeugt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon im letzten Jahr sollte „Robin Hood“ im Schlosstheater Fulda Premiere feiern. Pandemiebedingt hatte man diese jedoch zunächst auf 2021 verschoben. Inzwischen wurde sie sogar auf 2022 verlegt. Aber um allen – Darstellern, Musikern und Zuschauern – die Wartezeit zu verkürzen, wurde am 6. August 2021 ein hochwertig umgesetztes Konzert gegeben, welches auch per Live-Stream ins Internet übertragen wurde.</p>
<p>Lediglich 200 Gäste konnten in der Orangerie des Schlosses Fulda live dabei sein, als Chris de Burgh und Dennis Martin der Welt ihr neues Werk präsentierten. An den heimischen Endgeräten jedoch wollten sich mehr als 35.000 Zuschauer dieses Live-Konzert nicht entgehen lassen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3132 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-17-683x1024-1-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-17-683x1024-1-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-17-683x1024-1.jpg 683w" sizes="(max-width: 267px) 100vw, 267px" />Die Besetzung für dieses Konzert bestand aus Darstellern, die schon in vielen Stücken der Spotlight Musicals GmbH zu sehen waren, sowie Gästen, die dem Publikum durch zahlreiche andere Shows bekannt sind. Mark Seibert, Johanna Zett sowie Riccardo Greco gehörten zu den „Zugereisten“, die als Robin Hood, Lady Marian und Guy von Gisbourne auf der Bühne standen. Reinhard Brussmann, Christian Schöne, Dennis Henschel, André Haedicke und Thomas Christ wiederum sind für regelmäßige Besucher der Schlossfestspiele in Fulda bekannte Gesichter.</p>
<p>Dazu kamen noch 15 weitere Sängerinnen und Sänger, die an diesem Abend als Chor fungierten sowie das große Orchester unter der Leitung von Frank Hollmann. Die Bühne war also wirklich voll! Schön, so etwas endlich wieder sehen zu können!</p>
<p>Chris de Burgh und Dennis Martin führten von einer Couch am Bühnenrand durch den Abend und erläuterten den szenischen Hintergrund der einzelnen Songs. An Anekdoten rund um die Entstehung des Stücks wurde ebenfalls nicht gespart. Diese Moderation wirkte über weite Teile sehr hölzern und einstudiert, wurde aber durch den sympathischen Chris de Burgh wettgemacht, der auch mit 50 Jahren Bühnenerfahrung kein bisschen von seinem Charme und irischen Witz verloren hat.</p>
<p>Spannend ist, dass zu Beginn des Stücks die alles andere als harmonische Beziehung von Robin von Loxley und seinem Vater thematisiert wird. Reinhard Brussmann ist ein unnachgiebiger, strenger Vater, der mit seinem Sohn häufig aneinandergerät („Wie ein wahrer Loxley“). Mark Seibert, der eigensinnige Spross, hält dagegen und schließt sich aus purem Trotz den Kreuzzügen an. Dieser Robin ist alles andere als sympathisch!</p>
<p>Im Duett mit seiner sehr jungen Frau Marian (sie ist erst 14 Jahre alt), tritt ein anderer, mitfühlender Robin zutage. Chris de Burgh singt die erste Strophe auf Englisch, dann übernehmen Seibert und Zett.</p>
<p>In der Folge lernt das Publikum alle relevanten Charaktere kennen, allen voran Thomas Christ, den machthungrigen Sheriff von Nottingham, dem alles Recht ist, um seine Tochter Marian bestmöglich zu verheiraten. Der gutmütige und in diesem Stück wohl nicht ganz so schusselige Bruder Tuck wird von André Haedicke gesungen. Seine Stimme bleibt im Kopf!</p>
<p>Will Scarlett und auch Marian müssen sich bei „Entrechtet, geächtet“ den Anschuldigungen des Sheriffs erwehren. Henschel als Scarlett lässt aufhorchen.</p>
<p>Dass Dennis Martin maßgeblich für dieses Musical mit verantwortlich ist, lässt sich spätestens bei „Wie ein guter Vater“ nicht mehr verleugnen. Deutlich erinnert die Melodie an „Die Päpstin“ und „Bonifatius“. Die Kombination von E-Gitarre und Streichern gelingt sehr charmant.</p>
<p>Beim Duett „Ich weiß nicht, wer Du bist“ meint man zu wissen, dass der Komponist Sabrina Weckerlin vor Augen hatte, als er den Song schrieb. Doch auch Zett hat eine sehr schöne Stimmfarbe, die gut zu diesem Song passt. Zudem harmoniert sie gesanglich sehr gut mit Seibert.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3133 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-11-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-11-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-11-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/08/Robin-Hood-Stream-by-Stephan-Drewianka-11-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Robin ist nach seiner Rückkehr sehr mit sich selbst beschäftigt („Woran kann ich noch glauben?“), doch Marian rüttelt ihn unmissverständlich wach („Du bist nicht allein auf dieser Welt“). Seibert gelingt es, sein ziemlich psyeudo-dramatisches Solo sehr dosiert über die Rampe zu bringen, so dass es nicht ins Kitschige abdriftet. Auch das finale Duett der beiden („Endlich frei sein“) unterstreicht die große Harmonie der beiden. Das klingt schon jetzt richtig gut.</p>
<p>Christian Schöne hat seinen großen Auftritt als fieser König John mit „Eine neue Zeit“. Kurzerhand feuert er den zögerlichen Sheriff von Nottingham und ersetzt ihn durch seinen getreuen Guy von Gisbourne. Schöne, Greco und Christ liefern sich einen sehr intensiven Austausch, wobei Schöne als Despot die überzeugendste Vorstellung gibt.</p>
<p>In der Folge kommt es zu der bekannten Rivalität zwischen Robin und Gisbourne, die in Grecos Solo „Ich oder Du“ gipfelt. Grecos beeindruckende Mimik lässt die Zuschauer sehr gut nachfühlen, dass er sich von König John unfair behandelt fühlt.</p>
<p>Die Entrechteten feiern ihren gelungenen Coup („Wir hab‘n die Kohle“) mit einem ‚Irish Jig Song‘. Warum Dennis Martin der Ansicht war, dass diese Partynummer unbedingt irisch sein musste (wenn Nottingham doch mitten im tiefsten England liegt), erschließt sich nicht. Dass Chris de Burgh diesen Song jedoch mal eben so aus dem Handgelenk geschüttelt hat, glaubt man wiederum sofort. Diese Musik liegt ihm einfach im Blut!</p>
<p>Statt des eigentlichen Final-Songs, den sich die Macher für die Premiere im kommenden Jahr aufheben, wurde mit „Robin Hood“ eine Ensemble-Nummer aus der Mitte des Stücks gewählt, die aber ebenfalls viel Energie freisetzt. Dass dieser Song Ähnlichkeiten mit „Fassade“ aus Frank Wildhorns „Jekyll &amp; Hyde“ ausweist, spielt hier sicherlich eine nicht unwesentliche Rolle.</p>
<p>Als Zugabe erlebt das Publikum den Chris de Burgh, den es kennt: Mit „High on Emotion“ bringt er alle zum Klatschen und Tanzen. Wer kann, der kann! Und das auch noch mit bald 73 Jahren!</p>
<p>„Robin Hood“ als Musical-Konzert war eine willkommene Abwechslung im aktuellen Corona-Trott. Viele der Songs zünden sicherlich erst richtig, wenn sie in ihre Handlung eingebettet sind. Doch man bekommt einen guten Eindruck, was nächstes Jahr in Fulda zu erwarten ist. Die Konzert-Besetzung ist in jedem Fall sehens- bzw. hörenswert. Ob sie es auch sein werden, die im kommenden Sommer die Premiere spielen, wird die Zeit zeigen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Orangerie Schloss Fulda</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Live-Stream:</strong> 6</span><span class="Bold">. August 2021</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Mark Seibert, Riccardo Greco, Johanna Zett, Reinhard Brussmann, Christian Schöne, Dennis Henschel, André Haedicke, Thomas Christ </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Dennis Martin / Chris de Burgh<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stephan Drewianka<br />
</span></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ein-gut-gemachtes-konzert-das-auch-im-live-stream-ueberzeugt/">Ein gut gemachtes Konzert, das auch im Live-Stream überzeugt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Titelheld hat in dieser Inszenierung keine Chance gegen Fagin!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-titelheld-hat-in-dieser-inszenierung-keine-chance-gegen-fagin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Nov 2017 20:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Murray]]></category>
		<category><![CDATA[Femke Soetenga]]></category>
		<category><![CDATA[Leander Härtel]]></category>
		<category><![CDATA[Lionel Bart]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver!]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Schiffner]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Widder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=2233</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lionel Barts beliebter Klassiker steht in Lübeck in dieser Spielzeit in einer sehr voluminösen Inszenierung von Wolf Widder auf dem Spielplan. Charles Dickens Roman vom kleinen Waisenjungen Oliver, der nach einer schauerlichen „Waisenhauskarriere“ in den Fängen der Taschendiebbande von Fagin landet und bei einem seiner Beutezüge dank einer sehr glücklichen Fügung seinen Großonkel kennenlernt, ist ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/der-titelheld-hat-in-dieser-inszenierung-keine-chance-gegen-fagin/">Der Titelheld hat in dieser Inszenierung keine Chance gegen Fagin!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lionel Barts beliebter Klassiker steht in Lübeck in dieser Spielzeit in einer sehr voluminösen Inszenierung von Wolf Widder auf dem Spielplan. Charles Dickens Roman vom kleinen Waisenjungen Oliver, der nach einer schauerlichen „Waisenhauskarriere“ in den Fängen der Taschendiebbande von Fagin landet und bei einem seiner Beutezüge dank einer sehr glücklichen Fügung seinen Großonkel kennenlernt, ist hinlänglich bekannt. Spätestens nach dem letzten großen West End Revival 2009 haben viele Theater den Stoff wieder für sich entdeckt.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2236 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13-400x258.jpg" alt="" width="400" height="258" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13-400x258.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13.jpg 600w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Katja Lebelt hat für die Handlung zu Beginn der Industrialisierung den passenden düsteren Rahmen geschaffen. Den grauen, teilweise mit verblichenen Postern plakatierten Hauswänden stehen farbenfrohe Kleider der Damen der Middle und Upper Class gegenüber. Auch die Kinder von Fagins Diebesbande und Nancy tragen den ein oder anderen farbenfrohen Akzent zur Schau.</p>
<p>Mit beweglichen Elementen wird durch wenige Handgriffe aus Fagins Räuberhöhle schnell ein Marktplatz. Durch diesen effektvollen Einsatz von Bühnenteilen beweist das Theater Lübeck einmal mehr, dass sich (nicht nur) seine Musicalproduktionen sehen lassen können.</p>
<p>Spannend an dieser Produktion ist zudem die große Anzahl an kleinen und großen Darstellern auf der Bühne: Neben den Chören der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen sowie des Katharineums ist der beachtliche Statisterie-Chor zu erleben. Hinzu kommen noch mehr als 20 Solisten, in diesem Jahr angeführt von den Gästen Chris Murray als Fagin, Thomas Christ als Bill Sikes und Femke Soetenga als Nancy.</p>
<p>Leander Härtel müht sich als Oliver Twist redlich, den hohen Erwartungen, die mit dieser Rolle verbunden sind, gerecht zu werden. Da er im Vergleich zu vielen anderen Kindern auf der Bühne recht groß ist, fehlt ihm der „Niedlichfaktor“. Zudem singt er tendenziell eher klassisch und wechselt sehr oft zwischen Kopf- und Bruststimme. Das Unbefangene, Kindliche, was diesen cleveren, vom Schicksal gebeutelten Jungen ausmacht, geht Härtel leider gänzlich ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2235 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06-266x400.jpg" alt="" width="266" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06-266x400.jpg 266w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06.jpg 333w" sizes="auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px" /></p>
<p>Als Artful Dodger, der Vorzeige-Taschendieb aus Fagins Bande, steht mit Paul Schiffner ein frecher Junge auf der Bühne, der zwar optisch und spielerisch ganz sympathisch über die Rampe kommt, leider die Spielfreude jedoch gesanglich nicht umsetzen kann. Schon sein erster Song („Komm, fühle dich ganz zuhaus“), eine schwungvolle Mitklatschnummer, gerät durch die fade Interpretation schnell wieder in Vergessenheit.</p>
<p>Sicherlich mag es streng erscheinen, mit den Kindern auf der Bühne so hart ins Gericht zu gehen. Doch bei „Oliver“ stehen eigentlich genau diese Kinder im Mittelpunkt des Interesses&#8230; Eigentlich. In Lübeck ist der Star der Show jedoch ganz klar Fagin! Chris Murray spielt mit wechselnden Dialekten, ist gesanglich über jeden Zweifel erhaben, behandelt die Kinder fast väterlich-liebevoll und wirkt phasenweise wie die Karikatur des fiesen Bandenchefs.</p>
<p>Herausragend ist die Szene, in der Fagin sich seiner ganz persönlichen Schmuckschatulle widmet und mit den einzelnen Schmuckstücken spielt, ihnen Namen gibt und sich wie ein Kind in diesem Spiel verliert. Scheinbar ist Wolf Widders Idee von Fagin von einer gewissen Schizophrenie geprägt. Doch obwohl man Fagin eigentlich anders kennt, passt diese Charakterausarbeitung sehr gut und ist mit Chris Murray perfekt besetzt.</p>
<p>Femke Soetenga darf die Rolle der „großen Schwester“ spielen, die sich rührend um Oliver kümmert, gleichzeitig an ihrer Liebe zum gewalttätigen Bill Sikes fast verzweifelt und am Ende ihr Leben gibt, um Oliver vor Sikes zu retten. Leider wird sie am Premierenabend ein Opfer der Tontechnik, denn ihre durchaus kraftvollen Soli kommen durch einen dicken Wattevorhang beim Publikum an. So kann das an sich lustige „Um-Pa-Pa“ natürlich nicht zünden. Durch ihr einfühlsames Spiel macht sie jedoch vieles wieder wett.</p>
<p>Bill Sikes gerät in dieser Inszenierung fast zu einer Randfigur. Thomas Christ spielt grausam und blutrünstig, kann aber mit den wenigen Gesangspassagen kaum zeigen, was tatsächlich in ihm steckt. Immerhin hat er auch in Lübeck schon Hauptrollen wie Jean Valjean („Les Misérables“) überzeugend gespielt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2239 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die weiteren Figuren sind rollendeckend besetzt – allen voran natürlich Mr. Bumble, dessen Interpretation dem Publikumsliebling Steffen Kubach sichtlich Spaß macht. Auffällig ist, dass das Stück insgesamt sehr dialoglastig ist. Die Songs treten in der aktuellen Inszenierung fast in den Hintergrund. Dies liegt sicherlich nicht an dem wie immer großen, klangvollen Lübecker Orchester unter der Leitung Adrian Pavlovs. Doch so richtig springt der Funke nicht über.</p>
<p>Dies spürt man auch beim Premierenapplaus, bei dem die heutzutage fast obligatorischen stehenden Ovationen nur sehr schleppend den Saal erobern. Doch auch hier zeigt der Applaus, dass das Publikum insbesondere von Chris Murray besonders angetan schien. Nicht nur sein finales Lamento („Überdenke ich meine Lage“) ist absolut großartig.</p>
<p>Nach dieser teilweise recht langatmigen Inszenierung, in der es nur wenige Lichtblicke (u. a. die Choreographien von Harald Kratochvil) gab, bleibt die Frage: Geht es in diesem Stück um Oliver und das Happy End, das er nach fast drei Stunden erleben darf, oder vielleicht doch um das abwechslungsreiche Leben, das den Charakter von Fagin zu einem Spannungsfeld aus Überleben und Wahnvorstellungen geformt hat?</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 17. November 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Chris Murray, Femke Soetenga, Thomas Christ, Steffen Kubach, Leander Härtel, Paul Schiffner</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Wolf Widder / Lionel Bart</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Malzahn<br />
</span></div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/der-titelheld-hat-in-dieser-inszenierung-keine-chance-gegen-fagin/">Der Titelheld hat in dieser Inszenierung keine Chance gegen Fagin!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Endlich mal eine glaubwürdige Ikone</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/endlich-mal-eine-glaubwuerdige-ikone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 11:48:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Evita]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Fallheier]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Michaela Kovarikova]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1777</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit September 2008 wird Andrew Lloyd Webbers „Evita“ in einer sehr frischen Inszenierung im Theater Lübeck aufgeführt. Jörg Fallheier verzichtet auf die üblichen Klischees und zeigt eine sehr menschliche Evita, umgeben von ebenso ‚normalen’ Weggefährten wie Perón oder Ché. Bei den großen Ensemblenummern kann das Theater Lübeck wie immer aus dem Vollen schöpfen und fährt ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/endlich-mal-eine-glaubwuerdige-ikone/">Endlich mal eine glaubwürdige Ikone</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Seit September 2008 wird Andrew Lloyd Webbers „Evita“ in einer sehr frischen Inszenierung im Theater Lübeck aufgeführt. Jörg Fallheier verzichtet auf die üblichen Klischees und zeigt eine sehr menschliche Evita, umgeben von ebenso ‚normalen’ Weggefährten wie Perón oder Ché.</p>
<p class="Body">Bei den großen Ensemblenummern kann das Theater Lübeck wie immer aus dem Vollen schöpfen und fährt nehmen dem kompletten Gesangsensemble den Extrachor sowie den Kinder- und Jugendchor auf. Das wirkt in den Massenszenen unter Peróns Balkon sehr intensiv und beim Requiem um ein Vielfaches beklemmender als man es sonst gewohnt ist.</p>
<p class="Body">Die Handlung wird ohne Schnörkel erzählt, die Figuren sind klar und es werden nur die Hauptakteure optisch und akustisch hervorgehoben.</p>
<p class="Body">Michaela Kovarikova ist eine junge Darstellerin, die altersmäßig exzellent auf die Rolle passt. Endlich mal keine Enddreißigerin / Mittvierzigerin, die den Zuschauer über lange Strecken des Stücks weismachen will, sie sei in ihren Zwanzigern. Allein diese Tatsache trägt schon viel zur Glaubwürdigkeit der Figur Evita bei. Mit viel jugendlicher Energie und Frische wickelt sie nicht nur Perón um den Finger. Ihre Ausstrahlung wirkt auch noch in den letzten Reihen des Theaters. Man vermag zu erahnen, warum ein ganzes Land dieser zierlichen, energischen Frau verfallen ist.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_453">
<div class="style_2">
<p class="Body">Lokalmatador Steffen Kubach gibt einen wunderbar aristokratischen Juan Perón, lässt aber auch tiefe Gefühle für die Frau an seiner Seite durchblicken.  Das Zusammenspiel von ihm und Michaela Kovarikova ist trotz des beeindruckenden Größenunterschiedes (Kubach überragt Kovarikova um geschätzte 30 cm) stimmig. Sie harmonieren in den Liebesszenen und zeigen ebenso viel Kraft in ihren Auseinandersetzungen.</p>
<p class="Body">Der Dritte im Bunde ist Thomas Christ als Ché. Frech wirbelt er über die Bühne, hält dem Fußvolk gekonnt den sprichwörtlichen Spiegel vor, treibt die Descamisados an, stachelt sie wenn nötig auf und gibt dem ganzen Spektakel die notwendige nachdenklich-sarkastische Note.</p>
<p class="Body">Gesanglich setzen Thomas Christ und Michaela Kovarikova die Highlights. Das liegt natürlich zum einen an den intensiven Soli und Duetten ihrer Rollen, aber denen muss man auch erst einmal gewachsen sein. Und das sind beide Darsteller! Gekonnt setzen sie die verschiedenen Leidensphasen ihrer Charaktere akustisch um. Bei beiden schwingt immer sehr viel Emotion mit.</p>
<p class="Body">Ludwig Pflanz treibt sein großes Orchester erneut zu Höchstleistungen an und rundet so das Gesamterlebnis „Evita“ im Theater Lübeck ab.</p>
<p class="Body">Seit Jahren erfreut das Theater in der Marzipanstadt sein Publikum mit gelungenen Inszenierungen weltbekannter Musicals und bisher sind diese auch immer ein voller Erfolg gewesen! Weiter so!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>13. September 2008</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Thomas Christ, Michaela Kovarikova, Steffen Kubach</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong> Regie / <span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Jörg Fallheier  / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck<br />
</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/endlich-mal-eine-glaubwuerdige-ikone/">Endlich mal eine glaubwürdige Ikone</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreative Regie entstaubt den Klassiker</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/kreative-regie-entstaubt-den-klassiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 10:18:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kai Bronisch]]></category>
		<category><![CDATA[Les Miserables]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1750</guid>

					<description><![CDATA[<p>Diesmal also in Lübeck. Zum x-ten Mal sterben die Studenten den Barrikadentod auf einer Stadttheaterbühne, zum x-ten Mal wurde versucht, einem Klassiker des Musicals neues Leben einzuhauchen, zum x-ten Mal gab ein mehr als 40-köpfiges Ensemble alles, um die Bühne vor Energie vibrieren zu lassen. Nichts Neues also im Norden? Der gleiche langweilige Einheitsbrei wie ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/kreative-regie-entstaubt-den-klassiker/">Kreative Regie entstaubt den Klassiker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Diesmal also in Lübeck. Zum x-ten Mal sterben die Studenten den Barrikadentod auf einer Stadttheaterbühne, zum x-ten Mal wurde versucht, einem Klassiker des Musicals neues Leben einzuhauchen, zum x-ten Mal gab ein mehr als 40-köpfiges Ensemble alles, um die Bühne vor Energie vibrieren zu lassen.</p>
<p class="Body">Nichts Neues also im Norden? Der gleiche langweilige Einheitsbrei wie bei allen Stadttheater-Inszenierungen zuvor? Nein, weit gefehlt! Alle kreativen Abteilungen des Lübecker Theaters machen aus ihren eher bescheidenen Möglichkeiten das Allerbeste.</p>
<p class="Body">So bilden zwei bewegliche Bühnenelemente links und rechts nicht nur den Rahmen für die großen Ensemblenummern, sondern verleihen der Bühne durch Drehen und Wenden ein immer wieder neues, zweckdienliches Gesicht: das ABC-Lokal lässt sich genauso gut vom Rest abtrennen wie das Wirtshaus der Thénardiers oder das Totenbett von Fantine.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_789">
<div class="style_2">
<p class="Body">Szenen wurden umarrangiert, ohne dass es merklich ins Gewicht fallen würde: Die Gerichtsszene beispielsweise, in der sich Jean Valjean Javert zu erkennen gibt, mutiert hier zu einem Monolog Valjeans. Andere Sequenzen wurden so phantastisch an die Bühne angepasst, dass selbst Kenner und Liebhaber der Londoner Originalproduktion ihren Hut ziehen. Dazu zählt der Selbstmord Javerts (der Darsteller geht in Richtung Hinterbühne und verschwindet dabei zusehends im Nebel, der aus dem herabgesenkten Bühnenboden aufsteigt) genauso wie die Kampfszenen auf den Barrikaden (das Publikum fühlt sich durch die auf sie anlegenden Soldaten direkt mitten im Geschehen). Auch „Dunkles Schweigen an den Tischen“ wurde durch die Masken tragenden Studenten im Hintergrund sehr viel gespenstischer und albtraumartiger als in so mancher Ensuite-Produktion.</p>
<p class="Body">Die Inszenierung von Wolf Widder ist also schon mal rundum gelungen. Aber wie so viele andere Bombast-Musicals steht und fällt auch „Les Misérables“ mit der Auswahl, Präsenz und Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten.</p>
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1752 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/LesMis2_2007.png" alt="" width="259" height="335" />Mit Thomas Christ hat man in Lübeck auf einen Künstler gesetzt, der den Sträfling Valjean mit viel Intensität und großer Leidensfähigkeit über die Rampe bringt. Sein Stimmumfang kommt bestens mit der anspruchsvollen Partitur zurecht, nicht einmal bei „Bring ihn Heim“ ist der kleinste Wackler zu hören – im Gegenteil!.</p>
<p class="Body">Sein Counterpart Javert wird vom Lübecker Publikumsliebling Steffen Kubach gespielt. Auch wenn dieser phasenweise durch sein Kostüm eher an einen Zirkusdirektor erinnert als an den gestrengen Polizisten. Diese unfreiwillige Komik wirkt sich auf Kubachs gesangliche Leistung zum Glück in keinster Weise aus. Seine schöne warme Stimme zeugt einmal mehr von der Wandlungsfähigkeit des Sängers – von Albin über Prof. Higgins und Molina bis hin zu Inspektor Javert – das schafft nicht jeder. Leider lässt Kubach es das ein oder andere Mal an der unabdingbaren Boshaftigkeit des Valjean-besessenen Inspektors vermissen.</p>
<p class="Body">Die Studenten Marius und Enjolras werden von Tomasz Dziecielski und Kai Bronisch gespielt. Bedauerlicherweise ist Bronisch dem sympathischen Polen nicht nur körperlich, sondenr auch stimmlich haushoch überlegen, so dass Marius’ Soli zwar schön anzuhören sind, aber blass bleiben, wohingegen das kraftvolle Revolutionslied von Enjolras noch lange nachklingt.</p>
<p class="Body">Die drei Damen, Simone Tschöke, Andrea Stadel und Katharina Schutza als Fantine, Cosette und Eponine lassen sich von ihren Kollegen an die Wand spielen. Tschöke Sticht weder in Spiel noch Gesang sonderlich aus der Mende der Statisterie und des großen Chors hervor. Eponines Showstopper ist hier nicht „Nur für mich“, sondern ihre sehr ergreifende Sterbeszene. Aber im Gegensatz zu Cosette taucht Eponine als eigenständiger Charakter auf, während Stadel ganz in ihrer Mäuschenrolle aufgeht und nahezu unsichtbar ist. Zudem fällt sie durch ihre sehr klassische Stimmfärbung eher negativ auf als positiv. Musical ist eben nicht Oper.</p>
<p class="Body">Bleiben noch die Thénardiers. Für jeden Darsteller sind die durchgeknallten Wirtsleute eine willkommene Abwechslung, da sie viel Raum für Improvisation bieten. Während Simone Mende optisch und akustisch fast noch zu lieb für die Schreckschraube Mme Thénardier ist, nutzt Manfred Ohnoutka das Potential der Rolle und macht sich die Bühne zu Eigen. Selbst wenn das Publikum nicht so mitgeht, wie in anderen Inszenierungen, ist ihm der Spaß in jeder Sekunde anzumerken.</p>
<p class="Body">Szenische Kniffe wie die Barrikade, die nach der Schlacht von den Überlebenden Frauen abgetragen wird oder die toten Studenten, die in der Masse der Trauernden zu verschwinden scheinen, wenn diese über die Bühne prozessieren, runden diese Inszenierung ab.</p>
<p class="Body">„Les Misérables“ in Lübeck ist eine kreative und frische Inszenierung der Boublil/Schönberg-Erfolgs und definitiv eine Reise in die Niederegger-Stadt wert!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>September 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Kai Bronisch, Thomas Christ, Steffen Kubach</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Buch:</span></strong> <span class="Bold">A. Boublil / C.-M. Schönberg<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck<br />
</span></p>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/kreative-regie-entstaubt-den-klassiker/">Kreative Regie entstaubt den Klassiker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aurora und ihre Männer in Lübeck</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/aurora-und-ihre-maenner-in-luebeck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Dec 2006 10:12:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kuss der Spinnenfrau]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann von Blomberg]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=1746</guid>

					<description><![CDATA[<p>In dieser Spielzeit stand die Premiere von John Kanders und Fred Ebbs beklemmendem Musical über die Phantasien des Häftlings Molina auf dem Programm des Lübecker Theaters. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Musiktheater-Inszenierungen des norddeutschen Hauses immer eine Reise wert – sei es nun „La Cage aux Folles“ oder „My Fair Lady“. Im Vergleich ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/aurora-und-ihre-maenner-in-luebeck/">Aurora und ihre Männer in Lübeck</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">In dieser Spielzeit stand die Premiere von John Kanders und Fred Ebbs beklemmendem Musical über die Phantasien des Häftlings Molina auf dem Programm des Lübecker Theaters. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Musiktheater-Inszenierungen des norddeutschen Hauses immer eine Reise wert – sei es nun „La Cage aux Folles“ oder „My Fair Lady“. Im Vergleich zu diesen beiden farbenfrohen Stücken, die mit bekannten Songs und einer im Grunde fröhlichen Handlung aufwarten konnten, ist das Gefängnismusical allein schon von der Umgebung her eher düster.</p>
<p class="Body">Anhand der Romanvorlage von <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig">Manuel Puigs</a></span> wird die Geschichte des Sträflings Molina erzählt. Der homosexuelle Molina bekommt mit Valentin einen neuen Zellenkameraden in seinem südamerikanischen Gefängnis. Molina sitzt wegen Unzucht mit Minderjährigen ein und Valentin muss sich verantworten, weil er marxistischer Revolutionär ist. Zunächst mögen sich die beiden eher unsympathisch, aber mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft und Molina verliebt sich in den raubeinigen Valentin.</p>
</div>
<div id="body_layer">
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_587">
<div class="style_2">
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1748 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Spinnenfrau2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Um sich den Gefängnisalltag zu erleichtern, flieht Molina in einer Traumwelt aus Hollywood-Filmen der 30er und 40ern. Vor allem die Diva Aurora stellt er sich in verschiedensten Gestalten vor, von denen die prägendste die Spinnenfrau ist. Valentin lässt sich von dieser Phantasiewelt anstecken.</p>
<p class="Body">Der gutgläubige Molina wird von den Gefängnisaufsehern mit einem Besuch bei seiner Mutter geködert, wenn er Valentins Verbündete verrät. Er täuscht Kooperation vor, verrät seinen Zellenkameraden jedoch nicht und wird wieder verhaftet. Vor den Augen Valentins wird Molina von der Gefängnisdirektorin erschossen. Valentin bricht schreiend zusammen.</p>
<p class="Body">Schon in den letzten Lübecker Musicals waren es die Kulissen, die dem Stück einen besonderen Touch gegeben haben. Das ist auch beim „Kuss der Spinnenfrau nicht anders. Die Gefängniszelle ist permanent vorn rechts auf der Bühne zu sehen. Nach hinten abgeschirmt durch eine variable Wand. Die Traumwelten von Molina entwickeln sich in einer raumschiffähnlichen, bühnenfüllenden Konstruktion, die mal zum Gefängnishof wird, mal zu einem schwarz-weißen Spinnennetz, mal zum Picknick-Platz oder zum Restaurant seines langjährigen Geliebten Gabriel. Eine beeindruckende Szene ist die verlockende Spinnenfrau im Zentrum eines überdimensionalen Auges, in dem die Spinnennetze durch ein schwarz-weißes Muster angedeutet sind. Großartig!</p>
<p class="Body">Dass das Geschehen immer unter Aufsicht der Gefängnisleitung vor sich geht, spürt auch das Publikum, denn die Gefängnisdirektorin sitzt die meiste Zeit in einer der Logen und wirft ihre Anweisungen sehr effektvoll vor dort auf die Bühne.</p>
<p class="Body">So beklemmend die Handlung als solche ist, so erfrischend die Ideen von Pascale Chevroton (Regie und Choreographie) wie sie Auroras Männer inszeniert. Die acht Tänzer lockern die ein oder andere Szene auf, ohne jedoch komplett in den Vordergrund zu treten. So bleibt der Eindruck einer Traumwelt erhalten. Auch der eingesetzte Herrenchor des Theaters Lübeck trägt dazu bei, dieses Stück in seiner Beklemmung zu stärken. Wenn sich die Großkulisse in der Mitte öffnet und zwischen unterer und oberer Hälfte singende Köpfe zum Vorschein kommen, läuft einem schon ein Schauer über den Rücken. Nach dem Tod Molinas, der in dem beeindrucken Finale integriert ist, bleibt es erst einmal still im Publikum. Das Gesehene braucht einige Sekunden um zu sacken. Doch dann bricht sich die Begeisterung bahn und die Darsteller bekommen den verdienten Beifall.</p>
<p class="Body">In der besuchten Vorstellung spielte Tilmann von Blomberg den träumenden Molina. Er war genauso überzeugend wie Thomas Christ als Valentin. Mit beiden litt man während ihrer Vergiftungen oder Misshandlungen durch das Gefängnispersonal mit. Mit beiden freute man sich, die Freundschaft aufkeimen zu sehen. Vasiliki Roussi als Aurora und Spinnenfrau gefiel durch ihre grazile Art. Ihre Stimme wollte jedoch nicht so recht passen. Andrea Jolly gibt eine einschüchterne Gefängnisdirektorin und lässt es nicht an Bösartigkeit und Kaltherzigkeit vermissen.</p>
<p class="Body">Somit ist auch die diesjährige Musicalproduktion des Lübecker Theaters gelungen und die Reise nach Lübeck lohnt sich auch in dieser Spielzeit.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
</div>
</div>
</div>
<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Tilmann von Blomberg, Thomas Christ, Vasiliki Roussi</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Buch<span class="Bold"> / Musik:</span></strong> <span class="Bold">John Kander / Fred Ebb<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck</span></div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/aurora-und-ihre-maenner-in-luebeck/">Aurora und ihre Männer in Lübeck</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
