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	<title>Ronacher-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Ronacher-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Genau so soll Andrew Lloyd Webbers Klassiker aussehen und klingen!</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Feb 2020 21:10:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Vereinigten Bühnen Wien sind dafür bekannt, dass sie große Musicalproduktionen aus einem Guss auf die Bühne bringen. So verwundert es wenig, dass in der diesjährigen Spielzeit der Schrottplatz, auf dem Andrew Lloyd Webbers „Cats“ den Jellicle Ball tanzen, bis in die 10 Reihe des Parketts reicht. Wie in den 1980er Jahren gibt es hier ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vereinigten Bühnen Wien sind dafür bekannt, dass sie große Musicalproduktionen aus einem Guss auf die Bühne bringen. So verwundert es wenig, dass in der diesjährigen Spielzeit der Schrottplatz, auf dem Andrew Lloyd Webbers „Cats“ den Jellicle Ball tanzen, bis in die 10 Reihe des Parketts reicht. Wie in den 1980er Jahren gibt es hier viel zu entdecken und man wird unweigerlich wieder zum neugierigen Kind.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2865 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18162_1300x850_CATS_9_19-13.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sofort ins Auge sticht das Nummernschild am Schrottauto, in dem Jenny Fleckenreich ein Schläfchen hält: NAP70 – das zeugt von einem sehr langen Weg und einer breiten Vielfalt an Sets, denn in der Weltpremierenfassung prangte noch ein NAP1 an dem von Bühnen-Designer John Napier ersonnenen Pkw-Heck. Auch ansonsten gibt es kleine Farbänderungen und andere Marken auf dem Müllhaufen, den die Katzen ihr zuhause nennen, aber das Gefühl stimmt. Alan Walker hat hier ein sehr gutes Händchen für Originalität bewiesen.</p>
<p>Auch die Katzen selbst sind nur in Nuancen verändert, das Fell am Kopf vielleicht hier und da etwas flauschiger. John Napier, Tracy Stiles und Jenny Dean haben in Wien Hand angelegt und bis auf Macavity (der leider seiner farbenfrohen Fransen verlustig gegangen ist) sehen alle Katzen genauso aus, wie man sie in Erinnerung und liebgewonnen hat.</p>
<p>Das klingt alles ziemlich nach Standard und nichts Besonderem? Mag sein, aber genau diese Besinnung auf das Ursprüngliche macht diese Inszenierung so sehenswert. Kein sichtbarer Sparzwang, keine krampfhaften Kürzungen, einfach nur ein hervorragend gemachtes Ensuite-Musical.</p>
<p>Ein weiteres großes Plus an Produktionen der Vereinigten Bühnen Wien ist das große Orchester. Péter Bíró dirigiert an diesem Abend 27 Musiker, die Lloyd Webbers Kompositionen bis auf den letzten Ton perfekt intonieren. Im Zuschauersaal des Ronacher kommt der volle Sound in höchster Qualität an.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2863 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18159_1300x850_CATS_9_19-5.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bei der Besetzung hat das Kreativteam rund um Associate Director Chrissie Cartwright, die das Stück ganz im Stil von Trevor Nunn und Gillian Lynne inszeniert hat, einige Schätze vorzuweisen. Allen voran Carin Filipcic, die sich die Rolle der Grizabella mit Wietske van Tongeren teilt. Ihre ausdrucksstarke Mimik, die verzweifelten Tanzschritte in Erinnerung an ihre Jugend – das allein weckt schon viel Mitleid. Ihre kraftvolle Stimme und die beeindruckende Stimmkontrolle machen „Erinnerung“ zu dem erwarteten Highlight des Abends. Danach muss man erstmal tief durchatmen, um sich emotional wieder zu sammeln.</p>
<p>Dominik Hees wirbelt als Unruhestifter Rum Tum Tugger über die Bühne. Mit seinem Charme wickelt er Kätzchen wie Publikum gleichermaßen um die Pfoten. Er verleiht Tugger eine rockig-soulige Note, die dem Chaos-Kater sehr gut zu Gesicht steht. Wenige, gekonnt platzierte Phrasierungen machen „Rum Tum Tugger“ und „Mr. Mistoffelees“ zu absoluten Schmankerln.</p>
<p>Als Munkustrap, den eleganten, schützenden Anführer der Katzen, wurde Alexander Auler besetzt. Seine erste große Rolle nach dem Ende des Studiums im vergangenen Jahr füllt der Niedersachse mit einer beachtlichen Bühnenpräsenz, der perfekten Stimmlage und einem lupenreinen Gesang. Vor dieser Leistung kann man nur der Hut ziehen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2867 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18170__785.7698.CATS_.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Lucius Wolter ist ein ungewöhnlich junger, leichtfüßiger Alt Deuteronimus, doch er spielt das Katzenoberhaupt mit viel Würde und verleiht ihm einen weisen und doch selbstbewussten Klang. Auch Birgit Arquin (Bombalurina) und Anneke Brunekreeft (Demeter) sind eine sehr gute Wahl für die erzählenden Katzen im Hintergrund.</p>
<p>Eigens für diese Inszenierung wurde die Growltiger-Szene neu geschrieben. Felix Martin überzeugt als zittriger, alter Theaterkater deutlich mehr als als swingender Piratenkapitän. Inhaltlich ändert sich nichts an der Handlung. Griddlebone (Barbara Obermeier) verdreht Growltiger den Kopf. Das große Schiffssegel jedoch, die auf die rückwärtige Leinwand projizierte Tower Bridge und die jazzig-swingende Matrosennummer geben ihr einen anderen, weniger düsteren Twist. Es ist Geschmackssache, ob man diese Neuerung mag. Für mich ist diese Änderung entbehrlich.</p>
<p>Dem geneigten Musical-Publikum ebenfalls bestens bekannt ist Denise Jastraunig, die als Jenny Fleckenreich die Kakerlaken das Steppen lehrt. Ihre Spielfreude ist ansteckend und die Zuschauer fühlen sich sehr gut unterhalten. Stephen Martin Allan zeigt tänzerische Höchstleistungen als Mr. Mistoffelees und verzaubert das Publikum spielend. Da blickt man dann auch gern darüber hinweg, dass er &#8211; ähnlich wie Gerben Grimmus als Skimbleshanks &#8211; über einen starken Akzent verfügt, unter dem das Verständnis der Texte leidet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2864 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9-768x502.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/18161_1300x850_CATS_9_19-9.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Apropos Texte, auch diese entsprechend weitgehend dem Original von Michael Kunze, wenn auch in der leicht moderneren Fassung von vor 20 Jahren. Dass die Texte von der neuen Growltiger-Szene hierzu nicht so recht passen wollen, ist nur allzu verständlich.</p>
<p>Der Weg von Grizabella in die „Himmlischen Sphären“ führt einmal mehr über den Autoreifen. Dass dieser allerdings während des Aufstiegs vor und zurück „fährt“, ist sehr verwirrend. Doch die geniale Idee Grizabella auf einer Art Rampe in den Sternenhimmel zu ziehe und dort verschwinden zu lassen, ist großartig!</p>
<p>Ein ausverkauftes Haus auf einem Dienstag spricht für sich. Das Publikum war begeistert und stand schon wenige Sekunden nach dem letzten Ton auf, um die Darsteller jubelnd zu beklatschen. Hieran erkennt man einmal mehr, dass nichts dagegenspricht, Musical-Klassiker auf den Spielplan zu setzen – vorausgesetzt, man inszeniert nach dem Motto „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Denn nur so kann man ein bald 40 Jahre altes Musical über tanzende Katzen glaubwürdig präsentieren.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Ronacher Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">18</span><span class="Bold">. Februar 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Carin Filipcic, Dominik Hees, Lucius Wolter, Barbara Obermeier, Felix Martin, Alexander Auler, Stephen Martin Allan, Birgit Arquin, Anneke Brunekreeft, Gerben Grimmus </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Chrissie Cartwright / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Vereinigte Bühnen Wien / Michaela Flint<br />
</span></p>
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		<title>Eine unterkühlte Strippenzieherin in ausgefallenen, puritanischen Kulissen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-unterkuehlte-strippenzieherin-in-ausgefallenen-sehr-puritanischen-kulissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2016 17:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
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		<category><![CDATA[Evita]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Publikum findet sich in einer Kinoatmosphäre wieder: Auf der Leinwand wird ein Film mit Argentiniens First Lady Eva Duarte de Perón gezeigt. Plötzlich bricht der Film ab und im Saal wird verkündet, dass ebendiese Schauspielerin, von ihrem Volk liebevoll Evita genannt, soeben verstorben ist. Andrew Lloyd Webbers düsterer Auftakt zur musikalischen Erzählung von Eva ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content" class="bumper">
<p>Das Publikum findet sich in einer Kinoatmosphäre wieder: Auf der Leinwand wird ein Film mit Argentiniens First Lady Eva Duarte de Perón gezeigt. Plötzlich bricht der Film ab und im Saal wird verkündet, dass ebendiese Schauspielerin, von ihrem Volk liebevoll Evita genannt, soeben verstorben ist.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_318">
<div class="style_2">
<p class="Body">Andrew Lloyd Webbers düsterer Auftakt zur musikalischen Erzählung von Eva Peróns bewegtem Leben, verschlägt dem Publikum regelmäßig die Sprache. Auch im Wiener Ronacher Theater bleibt dieser Effekt nicht aus. Das 24-köpfige Orchester unter der Leitung von Carsten Paap kann hier seine volle symphonische Stärke ausspielen und sorgt direkt zu Beginn für einen Gänsehautmoment. Verstärkt wird die beklemmende Situation durch die Trauergemeinde, die den Sarg in einem virtuellen Regen weißer Rosen von der Bühne trägt.</p>
<div class="tinyText stroke_2">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Evita_Wien_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="283" height="401" /></div>
</div>
<p class="Body">Die Verwandlung von der dunklen Friedhofsstimmung zum fröhlichen Musikabend in Evitas Heimatdorf Junín gelingt ganz vorzüglich. Auch die angedeutete Häuserfront in Buenos Aires, vor der sich Evitas Liebhaber die Klinke in die Hand geben („Adiós und Danke“), wirkt sehr gut.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Stephan Prattes hat mit seinem Bühnenbild eine kalte, düstere Umgebung geschaffen, in der nur Evita und diejenigen, die sie mit ihrer Präsenz ehrt, im Licht stehen.</p>
<p class="Body">Dass Evita nicht nur die Männer im Allgemeinen, sondern insbesondere mächtige Männer um den Finger wickelt, wird in der dem ersten Treffen von Perón und Evita vorgeschalteten Szene klar: Die Mächtigen Argentiniens sind eigentlich nur Schießbudenfiguren, die eine nach der anderen „umfallen“, bis nur noch Perón übrig bleibt.</p>
<p class="Body">Die Treppen- und Geländer-Konstruktion, welche die verschiedenen Spielebenen (Peróns Villa, Casa Rosada) ermöglicht, ist großartig, wenn auch eine etwas wackelige Angelegenheit, da sie regelmäßig schon bespielt wird, während die einzelnen Elemente noch „zusammengesetzt“ werden. Zum ersten Mal kommt diese Konstruktion in voller Größe bei „Ich wäre wirklich gut für Dich“ zum Einsatz. Das sich öffnende Schlafzimmer wirkt aufgrund der umgebenden Stahlkonstruktion trotz der großen Bühne sehr intim.</p>
<p class="Body">Wenn sich Evita in der nächsten Szene Peróns bisheriger Geliebter auf unzweifelhafte Art entledigt („Du nimmst den Koffer wieder in die Hand“), wird einmal mehr deutlich, dass die deutschen Texte aus Michael Kunzes Übersetzung von 1981 nicht mehr zeitgemäß sind und auch nicht immer zu Lloyd Webbers Kompositionen passen wollen. „Star Quality“ mit „Glitter und Glanz“ zu übersetzen, passt nicht ganz. Das bei der „Regenbogen-Tour“ nahezu alle Designernamen in der deutschen Übersetzung fehlen, nimmt dem Song einen Teil seiner Bedeutung, auch wenn er dadurch vielleicht leichter zu singen ist.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_261_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Auch bei „Wach auf, Argentinien“ harmonieren die deutschen Texte wegen ihrer anderen Betonung nicht wirklich mit der Melodie des Stücks.</p>
<p class="Body">Durchaus spannend ist hingegen die Choreographie (Vincent Paterson) in einigen Szenen. Während die Tanzeinlagen meistenteils eher unspektakulär sind und dem Ensemble das Latino-Feeling nahezu gänzlich abgeht, sticht die Interpretation von „Fort mit diesem Weib“, in der Peróns Mitstreiter aus ihrer Abneigung gegen die Verbindung von Perón mit der nicht schicklichen Schauspielerin keinen Hehl machen, deutlich hervor. Der Tanz von und mit den Stühlen verleiht der intensiven Szene noch mehr Nachdrücklichkeit.</p>
</div>
</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_670_285">
<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Evita_Wien_2016_files/shapeimage_4.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Zu Beginn des zweiten Akts zeigt sich, wer in dieser Inszenierung mit die beste Arbeit abgeliefert hat: Prattes’ Integration des Zuschauerraums in das Bühnenbild und andersherum (Stahlgitter an den Balustraden der Ränge, Säulen wie im Zuschauersaal auf der Bühne) schafft eine spürbare Nähe zwischen Darstellern und Zuschauern.</p>
<p class="Body">Die berühmteste Szene („Wein nicht um mich Argentinien“) wird auf einer Brücke in der Bühnenmitte gespielt. Die im Hintergrund projizierte Frontansicht der Casa Rosada lenkt jedoch leider von den Protagonisten ab. Nichtsdestoweniger kann Katharine Mehrling hier mit ihrem rauen Charme punkten. Sie spielt die First Lady, die ihrem Mann bedingungslos den Rücken stärkt, sehr souverän. Dennoch wird mehr als deutlich, dass sie ihren Mann genauso bedingungslos im Griff hat.</p>
<p class="Body">In der zweiten Hälfte des Stücks nimmt man Mehrling die Evita eher ab als im ersten Akt. Die lebensfrohe, jugendliche Landschönheit gelingt ihr bei weitem nicht so glaubhaft wie die berechnende, wenig feminine First Lady, die alles – auch ihre Gesundheit – dem Erfolg ihres Mannes unterordnet.</p>
<p class="Body">Dies wird während der „Regenbogen-Tour“ (Evitas Reise wird optisch auf einer farbenfroh umrandeten Europakarte nachgezeichnet) umso deutlicher: Um jeden Preis möchte sie die Europäer für die Politik ihres Mannes gewinnen. Als die Engländer sie brüskieren (sie wurde in einem Landhaus anstatt im Buckingham Palace empfangen), zeigt sie deutlich, welch eine Diva in der kleinen Lady steckt.</p>
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</div>
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<div class="text-content style_External_395_375">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die insgesamt überzeugendste schauspielerische und gesangliche Leistung liefert Fabio Diso als Che ab: „Spendengelder fließen“ bringt er mit viel Energie und Sarkasmus über die Rampe. Auch im „Walzer für Eva und Che“ kann er überzeugen, selbst wenn die Szene insgesamt etwas träge inszeniert ist und man den kämpferischen Tanz mit wechselnder Führung der beiden Protagonisten vermisst. Dafür fällt das Lichtdesign (Andrew Voller) in dieser Szene sehr positiv auf.</p>
<p class="Body">Etwas über das Ziel hinaus schießt Regisseur Vincent Paterson mit dem Gebet „Santa Evita“, in dem er Eva als Madonna in einem Bilderrahmen hoch über den Köpfen der Betenden schweben lässt.</p>
<p class="Body">Das einzige Solo von Thomas Borchert als Juan Perón („Wie ein Diamant“) ist hingegen wieder höchst beklemmend inszeniert. Wenn er am Ende in die Mündungen der auf ihn gerichteten Waffen blickt, schluckt der ein oder andere Zuschauer kalt.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Evita_Wien_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Evitas letzte Momente, in denen sie noch einmal ihr nur 33-jähriges Leben Revue passieren lässt, ist sicherlich eines der Highlights der neuen Wiener Produktion: Evita sitzt am Bühnenrand in einem Rollstuhl und wichtige Ereignisse spielen sich vor ihr auf der Drehbühne ab.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_318">
<div class="style_2">
<p class="Body">Mehrling wirkt zart und gebrechlich als sie sich für ihre letzte Ansprache hinstellt, gestützt von Perón. Auch wenn diese Verletzlichkeit in ihrer Stimme nicht zu hören ist, schauspielerisch meistert sie diese Sequenz hervorragend.</p>
<p class="Body">Das Kreativteam für diese Neuinszenierung ist international und sorgt für viel frischen Wind. Vincent Paterson zeigt eine unbarmherzige Evita, die weder mit anderen noch mit sich Nachsicht kennt. Sein Che ist bitterböse und über alle Maßen sarkastisch. Alle anderen, auch Juan Perón, geraten zu Randnotizen.</p>
<p class="Body">Obwohl er in Sachen Choreographie über eine beeindruckende Vita verfügt (er hat Tourneen für und mit Madonna und Michael Jackson choreographiert), kann er bei „Evita“ damit leider nicht überzeugen. Die meisten Choreographien sind nicht akzentuiert genug, um den Latino- und Popklängen gerecht zu werden. Zudem sind sie sehr Mainstream und wenig originell, mit Ausnahme der bereits erwähnten Stuhltanzszene.</p>
<p class="Body">Stephan Prattes liefert mit seiner optischen Version von „Evita“ ein Meisterstück ab. Sicherlich polarisiert diese Art des Bühnenbildes stark, doch für mich funktioniert dieses Zusammenspiel zwischen grobschlächtigen Materialien und der hell erstrahlenden Welt von Evita sehr gut. Robert Schwaighofers Kostüme, an denen es nichts zu beanstanden gibt, fügen sich hier perfekt ein. Langweilig? Nein, sicherlich nicht. Rollendeckend und zeitgemäß? Auf jeden Fall!</p>
<p class="Body">Koen Schoots kann mit seinem großen Orchester musikalisch aus dem Vollen schöpfen. Das Orchester im Ronacher wird immer gern so groß wie irgend möglich besetzt – und genau dies zahlt sich am Ende aus. Die Musicals in diesem Haus klingen immer phantastisch! Auch bei „Evita“ lassen es die Musiker an nichts vermissen.</p>
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</div>
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<div class="text-content style_External_261_280">
<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Evita_Wien_2016_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Die Besetzung ist zumindest bei der Titelrolle sehr ungewöhnlich. Katharine Mehrling, sonst eher im Jazz und Chanson zuhause, klingt für eine Evita zu dunkel und ist vom Habitus her auch deutlich kantiger als ihre Rollenvorgängerinnen.</p>
<p class="Body">Dass Evita sich ihrer weiblichen Reize sehr bewusst war und diese treffsicher eingesetzt hat, nimmt man Mehrling nicht ab. Hingegen bringt sie Machthunger und Ehrgeiz der argentinischen First Lady absolut glaubwürdig rüber. Ihre Stärken liegen im Schauspiel und hier insbesondere im zweiten Akt, in dem sie den Aufstieg und Zerfall der zierlichen Diva sehr gut nachzeichnet.</p>
</div>
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<div class="text-content style_External_670_369">
<div class="style_2">
<p class="Body">Der Erzähler und erklärte Feind Evitas ist Che. Auch wenn sich ihre Wege in der Realität nie gekreuzt haben, bietet das Gegenspiel der erfolgreichen Schauspielerin und des aufmüpfigen Revolutionärs viel Raum für charakterstarke Interpretation. Fabio Diso ist sicherlich noch ein wenig jung, um die Erfahrung ausspielen zu können, über die Erstbesetzung Drew Sarich verfügt, doch er macht seine Sache sehr gut. Gesangliche Unsicherheiten macht er mit einem charmanten, energiegeladenen Spiel wieder wett und kann so ein sehr gutes Gesamtbild abliefern.</p>
<p class="Body">Die einzigen beiden Männer aus Evitas Leben, die Andrew Lloyd Webber in seinem Musical auftauchen lässt, sind der Sänger Magaldi und ihr späterer Ehemann Perón. Während Magaldi von Evita als Sprungbrett nach Buenos Aires genutzt wird, hat sie an der Seite Peróns ganz andere Pläne für Argentinien.</p>
<p class="Body">Vladimir Korneev spielt den glücklosen Sänger und kann mit seinen beiden Szenen zumindest gesanglich etwas glänzen. Thomas Borchert hat als Juan Perón noch weniger solistische Momente. Perón ist sicherlich eine der eher undankbareren Rollen im Musical: Eigentlich eine Hauptfigur, aber leider nur wenig ausgearbeitet und nur dazu dienend, den Weg einer Schauspielerin in die Politik aufzuzeigen. Borchert spielt rollendeckend mit wenig Profilschärfe. Er kann nur mit einem Song wirklich glänzen. Doch das Zusammenspiel mit Mehrling funktioniert und die beiden harmonieren als Paar sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Borchert zeigt deutlich, dass sich Perón seiner Position in dieser Ehe durchaus bewusst war. Mehr ist aus dieser Rolle nicht herauszuholen.</p>
<p class="Body">Ist es wirklich interessant, ein Musical 40 Jahre nach der Veröffentlichung seiner ersten Aufnahme und 38 Jahre nach dessen Uraufführung in London noch einmal auf eine große Bühne zu bringen? Ja, auf jeden Fall! Insbesondere dann, wenn wie in Wien die Inszenierung in vielen Bereichen frisch und ungewöhnlich ist.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold">Theater:</span> Ronacher, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span> 26. März 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold">Darsteller:</span> Katharine Mehrling, Fabio Diso, Thomas Borchert</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold">Regie / Bühne:</span> Vincent Paterson / Stephan Prattes</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold">Fotos: </span>VBW / Deen van Meer</span></div>
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		<title>Völlig ohne Fehler – die ideale Disney-Familienshow</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/voellig-ohne-fehler-die-ideale-disney-familienshow/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 13 Dec 2015 17:26:10 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Maria-Danaé Bansen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>40 Jahre nachdem Julie Andrews als liebevoll-strenges Kindermädchen Mary Poppins die Herzen der Kinobesucher eroberte, erlebte das gleichnamige Musical seine Weltpremiere in Bristol, UK. Weitere zehn Jahre später hob sich im Wiener Ronacher Theater der Premierenvorhang für die deutschsprachige Fassung. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Stück in der Spielzeit 2015/2016 in nahezu identischer Besetzung ...</p>
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<p>40 Jahre nachdem Julie Andrews als liebevoll-strenges Kindermädchen Mary Poppins die Herzen der Kinobesucher eroberte, erlebte das gleichnamige Musical seine Weltpremiere in Bristol, UK. Weitere zehn Jahre später hob sich im Wiener Ronacher Theater der Premierenvorhang für die deutschsprachige Fassung. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Stück in der Spielzeit 2015/2016 in nahezu identischer Besetzung wieder aufgenommen.</p>
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<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
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<p class="Body">„Mary Poppins“ ist ein weltbekanntes und beliebtes Familienmusical und so wundert es wenig, dass auch kurz vor Weihnachten eine große Anzahl Kinder im Theater dem Spektakel entgegenfieberte.</p>
<p class="Body">Schon die erste Großkulisse – das Haus von Familie Banks im Kirschbaumweg 17 – lässt staunen: Es ist fahrbar, die Front lässt sich aufklappen und gibt den Blick frei auf zwei bespielbare Etagen. Die Einrichtung ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und es macht Freude, hier alle Kleinigkeiten zu entdecken.</p>
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<p class="Title"><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_3.png" alt="" />An diesem Abend steht Maria-Danaé Bansen als Kindermädchen auf der Bühne und es wird direkt deutlich, dass das Musical keine Kopie des Films ist: Mary Poppins ist deutlich strenger und reservierter als auf der Leinwand.</p>
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<p class="Body">Die erste große Ensemblenummer ist schon sehr farbenfroh: „So ein wunderschöner Tag mit Mary“ wird links und rechts von überdimensionalen 3D-Blumen flankiert, die Kostüme strahlen in allen Regenbogenfarben, selbst Miss Larks Hund ist grün. Bühnen- und Kostümdesign (Rosalind Coombes, Matt Kinley und Christine Rowland) haben hier hervorragende, sehr harmonische Arbeit geleistet.</p>
<div>Matthew Bourne, der in der Londoner Originalproduktion für Regie und Choreographie verantwortlich zeichnete, hat in Wien würdige Vertreter gefunden: Sowohl Anthony Lyn (Regie) also auch Geoffrey Garratt (Choreographie) verstehen ihr Handwerk. Die Personenregie ist gelungen und die Charaktere sind durchweg spannend und mitreißend. Choreographisch gibt „Mary Poppins“ viel her, das Publikum wippt schon bei den ersten Noten von „Mit nem Teelöffel Zucker“ mit; die tanzenden Statuen sowie die flotte Queen Victoria sorgen für jede Menge guter Laune. Vom über die Dächer wirbelnden Kaminkehrergeschwader ganz zu schweigen.</div>
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<div class="text-content style_External_261_304">
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<p class="Body">Ein deutlicher inszenatorischer Unterschied zum Film lässt sich beispielsweise in der Szene „Mit nem Teelöffel Zucker“ feststellen: Anstatt des chaotischen Kinderzimmers wird zu diesem weltbekannten Stück die komplett zerlegte Küche auf magische Weise wieder in ihren Ursprungszustand versetzt.</p>
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Auch „Supercalifragilisticexpialigetisch“ findet auf der Bühne in einem gänzlich anderen Rahmen statt: Mary Poppins besucht mit den Kindern und Bert den Buchstaben- und Wörter-Shop von Mrs.  Corry, die im Film gar nicht auftaucht. Dort treffen sich die ungewöhnlich-sten Gestalten und es geht es sehr laut und bunt zu. Das Publikum ergeht sich nach dieser Szene in minutenlangem Applaus. Sie ist aber auch ein wahrhaftiges Bühnenfeuerwerk!</p>
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<p class="Body">Bei „Mary Poppins“ geht aber auch düsterer zu. Ein Beispiel hierfür ist die Bank, in der Janes und Michaels Vater arbeitet. Das schwarz-weiße Bühnenbild ist großartig und die Mimik der Angestellten herrlich überzogen. Auch die Vogelfrau bringt ihre Bitte nach Futter vor einem eher dunklen Hintergrund vor.  Hierbei wird sie von Mary Poppins unterstützt und die Kinder, insbesondere Jane, verstehen die Botschaft sofort.</p>
<p class="Body">Etwas gruselig und für kleine Kinder möglicherweise beängstigend sind die lebendig werdenden Spielsachen der Kinder („Spielt Euer Spiel“). Sie sind sehr phantasievoll gestaltet und keins sieht aus wie das andere. Doch es kann einen schon einschüchtern, wenn die von Jane nicht sonderlich liebevoll behandelte Stoffpuppe Valentin dem Puppenhaus in voller Lebensgröße entsteigt.</p>
<p class="Body">Dass Mary Poppins die Kinder verlässt und Miss Andrew, Papa Banks ehemaliges Kindermädchen, die Geschicke im Kirschbaumweg übernimmt, ist ebenfalls neu. Miss Andrew ist weder eine Augenweide noch wirkt sie sehr fürsorglich. Sie ist genau der strenge Drachen, den die Kinder immer gefürchtet haben. Und auch Papa Banks muss irgendwann einsehen, dass seine Erinnerungen an Miss Andrew im Laufe der Jahrzehnte wohl mehr als nur ein wenig verschwommen sind. Der folgerichtige „Abgang“ von Miss Andrew führt zu großem Jubel im Publikum. Diese Schreckschraube jagt aber auch jedem mit ihrem (lupenrein vorgetragenen) „Krautsaft und Fischöl“ Schauer über den Rücken.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Im Gegensatz dazu liefert „Drachensteigen“ wieder ein harmonisch-liebevolles Bühnenbild gepaart mit jeder Menge Liebe, die sich in wohligen Wogen über den Zuschauern ausbreitet.</p>
<p class="Body">Zu den optischen und tänzerischen Highlights des Abends gehört das Kaminkehrerballett über den Dächern Londons: mit „Schritt für Schritt“ erobern die steppenden schwarzen Männer und Frauen die Bühne und als Bert dann noch über den Köpfen der Zuschauer hoch oben im Bühnenportal steppend die Szenerie quert, kennt de Begeisterung kein Halten. Sowas sieht man nicht alle Tage!</p>
<p class="Body">Hübsch anzusehen ist auch Mary Poppins Regenschirm, der Sternbilder erzeugt, die sich bis in Publikum erstrecken.</p>
<p class="Body">Szenisch kann man in diesem Stück unglaublich viel entdecken. Jedes Bild hält seine eigenen kleinen oder großen Überraschungen parat. Dadurch wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Hinzu kommt die schmissige Musik der Shermann-Brüder, die von George Stiles und Anthony Drewe um nicht weniger klangvolle Songs ergänzt und von Wolfgang Adenberg gekonnt ins Deutsche übertragen wurde.</p>
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<p class="Body">Doch wirklich beeindruckend ist das gelungene Casting in Wien: Maria-Danaé Bansen macht ihre Sache als sogenannte Zweibesetzung der Titelfigur mehr als nur gut macht. Sie ist Mary Poppins! An ihrer Seite erlebt das Publikum David Boyd als Tausendsassa Bert, der Dick van Dyke in Sachen Charme und Witz in nichts nachsteht. Zudem setzt er tänzerisch und spielerisch Maßstäbe für alle, die ihm in dieser Rolle nachfolgen.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_2.png" alt="" width="400" height="246" /></div>
<p class="Body">Reinald Kranner gibt einen sehr sehr strengen George Banks: Er agiert unerbittlich – sowohl gegenüber seinen Kindern und Angestellten als auch gegenüber seiner Frau Winifred. Kranners schauspielerische Leistung ist großartig, was insbesondere bei dem Wiederentdecken seines Mitgefühls und seiner Erinnerung an glückliche Tage deutlich wird. Milica Jovanovic ist die gefühlvolle Ehefrau und Mutter, die immer wieder zwischen ihrem Mann und seinem Umfeld vermittelt und zudem dem phasenweise leicht chaotischen Haushalt vorsteht. Jovanovic gelingt es, dieser vermeintlichen Nebenrolle Stärke und Charakter zu verleihen.</p>
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<p class="Body">Tania Golden gibt die resolute Köchin Mrs. Brill und lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen. Sie erinnert in Habitus und Komik an Hella von Sinnen, was dieser Figur exzellent zu Gesicht steht. Als sie im zweiten Akt wie eine britische Feuerwehr losjault, weil eine wertvolle Vase vor ihren Füßen zerschellt, sorgt sie für viele Lacher im Publikum.</p>
<p class="Body">Die Vogelfrau und ihre eindringliche Bitte, ihr für zwei Penny Vogelfutter abzukaufen, bilden den bei Disney üblichen moralischen Zeigefinger. Sandra Pires gelingt es, diese kurze Szene mit viel Einfühlungsvermögen über die Rampe zu bringen. Ihr Song trifft direkt ins Herz und man sieht mehrere Zuschauer, die sich verstohlen Tränen aus den Augen wischen.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Für das Gegenteil von Tränen der Rührung – nämlich Ekel und Abscheu – sorgt Maaike Schuurmans als Miss Andrew. Sie regiert mit harter Hand und singt dabei so glasklar und eiskalt, dass man Gänsehaut bekommt. Auch ihre unerbittliche Art und Weise, den Kindern Krautsaft und Fischöl als Allheilmittel einflößen zu wollen, ist beeindruckend.</p>
<p class="Body">Tara Marie Oberkofler und Moritz Krainz wirbeln als liebenswerte Quälgeister Jane und Michael Banks über die Bühne. Beide spielen so charmant und authentisch, dass man sich fragt, ob sie je etwas anderes gemacht haben. Auch das Kindercasting war also ein absoluter Glücksgriff.</p>
<p class="Body">Bleibt noch das Orchester, das an diesem Abend unter der Leitung von Michael Römer auftrumpfte: Es wird einmal mehr deutlich, dass Musical als Form des Live-Entertainment am besten funktioniert, wenn alle Gewerke – Musik, Bühne, Darsteller – bis ins Kleinste ausgefeilt sind und perfekt ineinandergreifen. Keine Musik vom Band, kein reduziertes Ensemble, exzellente Hauptdarsteller, keine Sparkulissen und Billigkostüme: So muss es sein, dann zahlt man auch gern angemessene Ticketpreise.</p>
<p class="Body">„Mary Poppins“ zeigt eindrucksvoll, wie eine erfolgreiche Disney-Show aussieht und was es braucht, um das Publikum zweieinhalb Stunden vorzüglich zu unterhalten.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div id="body_content"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Ronacher, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>11. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Maria-Danaé Bansen, David Boyd</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Matthew Bourne / Anthony Lyn</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Fotos:</strong> </span>Deen van Meer</span></p>
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