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	<title>Kira Primke-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Kira Primke-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Kurzweilige Unterhaltung mit viel Lokalkolorit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Sep 2015 14:44:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist wunderbar zu erleben, dass ureigens britische Stücke, die von spitzen Formulierungen und tiefschwarzem Humor leben, auch in Deutschland einen Platz finden können. So bringt in dieser Spielzeit das Schauspielhaus Bochum die absurde Musicalkomödie „Spamalot“ auf die Bühne. Musicals kennt man in diesem Haus sonst eher nicht, aber vielleicht hat man sich hier gerade ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/kurzweilige-unterhaltung-mit-viel-lokalkolorit/">Kurzweilige Unterhaltung mit viel Lokalkolorit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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<p>Es ist wunderbar zu erleben, dass ureigens britische Stücke, die von spitzen Formulierungen und tiefschwarzem Humor leben, auch in Deutschland einen Platz finden können. So bringt in dieser Spielzeit das Schauspielhaus Bochum die absurde Musicalkomödie „Spamalot“ auf die Bühne.</p>
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Musicals kennt man in diesem Haus sonst eher nicht, aber vielleicht hat man sich hier gerade deshalb seit Februar 2015 mit allem erdenklichen Einsatz um diese Produktion gekümmert. Herausgekommen ist eine Inszenierung, die nah am <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Spamalot.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=554">Londoner Original</a></span> ist: 24 Darsteller in 150 Kostümen und unter 40 Perücken, 14 tatkräftige MItarbeiter, die für das Bühnenbild und die Kulissen verantwortlich zeichnen.Nicht zu vergessen, die acht Live-Musiker sowie eine bei Musicals ansonsten eher unübliche Souffleuse.</p>
<p class="Body">Das erfahrene Kreativteam hinter diesem penibel vorbereiteten Bühnenerfolg besteht aus Christian Brey (Regie), Anette Hachmann (Bühne und Kostüme), Tobias Cosler (Musikalische Leitung) sowie Kati Farkas (Choreografie). Sie alle leisten in ihrem Fachgebiet sehr gute Arbeit und das Gesamtergebnis ist mehr als gelungen.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Schon bei den einleitenden Worten des Historikers (Daniel Stock) wird deutlich: „Spamalot“ ist kein normales Musical. Hier nimmt sich nichts und niemand ernst. Das Publikum bricht folgerichtig schon beim ersten Getrappel der Kokosnusshufe von König Artus (Matthias Redlhammer) und seinem Diener Patsy (Ronny Miersch) in Lachen aus. Beim anschließenden „Er ist noch nicht tot“ sind die ersten Lachtränen zu erkennen.</p>
<p class="Body">Man muss sich auf diese Show einlassen, sonst hat man einfach keinen Spaß. Monty Python war nie und wird nie jedermann‘s Sache sein, doch die Bochumer Inszenierung macht es dem Zuschauer leicht, sich in der wirren Gralssuche von Artus und seiner Tafelrunde zu verlieren.</p>
<p class="Body">Ein politisch sehr aktiver Galahad (Dennis Herrmann), der sich ausführlich über die Tümpeltussi und den nicht demokratisch gewählten König Artus auslässt, passt genauso gut ins Bild wie eine Fee aus dem See (Kira Primke), die hochgradig exzentrisch und an eine Popdiva erinnernd, den Rittern ihren Weg weist.</p>
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<p class="Body">Für erste Juchzer im Publikum sorgt die Stimme Gottes, die von vielen sofort als die von TV-Moderator Harald Schmidt erkannt wird.  Als der in dieser Szene erwähne „heilige Schal“ in Form eines VfB Bochum Schals in die Höhe gestreckt wird, bricht im Publikum lauter Jubel los.</p>
<p class="Body">Dies mündet dann einige Szenen später in der direkten Danksagung von Artus an Gott („Harald, ich danke Dir.“) und Bochum („Tief im Westen“). Die an anderer Stelle hinabgelassene Bochumer Skyline macht einmal mehr klar, in wessen Hoheitsgebiet man sich hier befindet.</p>
<p class="Body">Während die höhnischen Franzosen fast schon zu nervtötend sind, erntet Bedevere‘s („Bidde wer? Ach ich!“) Präsentation des hölzernen Hasen, den er quasi einmal rund um die Bühne zieht, bevor er bei seinen Mitstreitern ankommt, jede Menge Lacher und Szenenapplaus.</p>
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<p class="Body">Richtet man sein Augenmerk auf die Bühnenkünstler muss man leider feststellen, dass Matthias Redlhammer zwar ein stattlich-verschusselter König ist, jedoch gesanglich deutliche Defizite aufweist. Kira Primke spielt die zickige Diva hervorragend und zeigt ihre gesangliche Bandbreite. Leider trifft auch sie nicht jeden Ton.</p>
<p class="Body">Wett macht dies Ronny Miersch alias der ewig verkannte Diener Patsy. Sein „Always look on the bright side of life“ trägt er mit einem herausragenden britischen Akzent vor und holt aus dieser Nummer alles heraus, was drin steckt. Auch sein „Ich bin allein“ kurz vor dem Finale bleibt als eines der Highlights hängen.</p>
<p class="Body">Die taktgenaue Tanz- und Gesangseinlage des (eigentlich überhaupt kein bisschen) tapferen Sir Robin (Michael Kamp) ist urkomisch und auch die vorausgehende Fake-Steppeinlage der vier Tänzer lässt das Zwerchfell hüpfen.</p>
<p class="Body">Etwas so noch nicht Dagewesenes bietet das Ensemble anstelle des geplanten Medleys von Andrew Lloyd Webber Songs: Anstatt eines aufgrund von Rechtelizenzen kostenpflichtigen Songs aus Webbers und anderen Musical-Hits stellen die Darsteller die entsprechenden Rollen pantomimisch dar und animieren das Publikum die Refrains der entsprechenden Lieder zu singen. Dies klappt erstaunlich gut und die Zuschauer applaudieren sich danach minutenlang selbst.</p>
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<p class="Body">Daniel Stock überzeugt als sehnsuchtsvoller Prinz Herbert. Als er zum besten gibt, dass er nicht „g-e-k-u-p-p-e-l-t“ ist, wird noch ein wenig mehr Lokalkolorit hinzugefügt, denn im Saal weiß jeder, dass dies ein Song aus dem seit 1988 in Bochum erfolgreichen „Starlight Express“ ist.</p>
<p class="Body">Der bis kurz vor Schluss eher blass bleibende Sir Lancelot (Jan Krauter) hat sein großes Coming Out mit einer farbenfrohen Erinnerung an RTL‘s „Tutti Frutti“ Show aus den 1980er Jahren. Doch diese Regenbogen-überspannte Szene funktioniert choreographisch wie gesanglich hervorragend.</p>
<p class="Body">Fast im Vorbeigehen lernt das Publikum noch, dass sich leere Kokosnussschalen auch als Defibrilatoren eignen und dass die Fee aus dem See auf den schönen Namen Jennifer hört.</p>
<p class="Body">Das Finale kommt dann etwas plötzlich, ist aber sehr ansprechend inszeniert.</p>
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<p class="Body">Die Bochumer „Spamalot“-Produktion beinhaltet nahezu alle Monty Python Gags, die man bei der musikalischen Version der „Ritter der Kokosnuss“ erwarten kann: Die Ritter vom Ni fehlen genauso wenig wie der Schwarze Ritter, der seiner sämtlichen Extremitäten verlustig geht. Auch das fiese Kampfkaninchen, Dennis Galahads verdächtig männliche Mutter und die fliegende Kuh der Franzosen fehlen nicht.</p>
<p class="Body">Dieser Abend birgt jede Menge Spaß und zeigt, dass Stadttheater, wenn sie sich trauen und das entsprechende Budget statt in Schauspiel oder Oper zur Abwechlsung einmal in neue Musicals investieren, durchaus imstande sind, großen West End Shows das Wasser zu reichen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Bochum</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>11. September 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Matthias Redlhammer, Ronny Miersch, Kira Primke, Dennis Herrmann, Jan Krauter, Daniel Stock, Michael Kamp</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">John Du Prez &amp; Eric Idle / Christian Brey<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schauspielhaus Bochum<br />
</span></div>
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		<title>Leider gänzlich misslungene Bühnenfassung der BDSM-Weltbesteller</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/leider-gaenzlich-misslungene-buehnenfassung-der-bdsm-weltbesteller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2014 11:24:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[49 1/2 Shades of Grey]]></category>
		<category><![CDATA[André Haedicke]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrice Reece]]></category>
		<category><![CDATA[Capitol Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Dustin Smalles]]></category>
		<category><![CDATA[Gerburg Jahnke]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Christof Scheibe]]></category>
		<category><![CDATA[Kira Primke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zehn Tage vor der Deutschlandpremiere von 49 1/2 Shades of Grey“ hieß es: Steht weniger drauf, ist aber mehr drin. Wirklich sehr kurzfristig musste die Mehr! Entertainment GmbH den Namen für die deutschsprachige Fassung von „50 Shades of Grey – A musical parody“ ändern. Marketing- und PR-technisch sicherlich ein Alptraum und alles andere als lustig. ...</p>
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<p class="Body">Zehn Tage vor der Deutschlandpremiere von 49 1/2 Shades of Grey“ hieß es: Steht weniger drauf, ist aber mehr drin. Wirklich sehr kurzfristig musste die Mehr! Entertainment GmbH den Namen für die deutschsprachige Fassung von „50 Shades of Grey – A musical parody“ ändern. Marketing- und PR-technisch sicherlich ein Alptraum und alles andere als lustig.</p>
<p class="Body">Denn genau das soll das Stück ja sein: eine lustige, musikalische Parodie auf den BDSM-Bestseller „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James. 70 Millionen Exemplare der Trilogie wurden weltweit verkauft. Da bleibt es nicht aus, dass sich auch Bühnen und Filmemacher diesem Stoff nähern. Es gibt einige parodistische Bühnenadaptionen; die deutsche Version basiert auf der in Los Angeles erfolgreichen Musicalparodie „50 Shades of Grey“, die inzwischen den Zusatz  „The original parody“ trägt, und seit 21. Februar auch in New York zu sehen ist.</p>
</div>
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<p class="Body">Für alle, an denen der Hype um Christian Grey und seine Gespielin Anastasia Steele (Ana) vorbeigegangen ist: Ana springt für ihre Mitbewohnerin bei einem Interview mit dem Milliardär Christian Grey ein. Sie verliebt sich Hals über Kopf und auch Christian ist von ihrer Unschuld sehr angetan. Ohne Umwege führt er die naive junge Frau in seine Welt von Fesselspielen, Doms und Subs, was Ana zunächst überfordert. Aber sie findet zusehends Gefallen an seinen Züchtigungen und als er sich ihr auch emotional öffnet, ihr von seiner traumatischen Kindheit erzählt, verfällt sie ihm vollends.</p>
<p class="Body">Gerburg Jahnke (verantwortlich für Buch und Regie) empfängt das erwartungsvolle Publikum mit einer perfekt auf das Stück abgestimmten Ansage: „Mr. Grey befiehlt Ihnen, das Handy auszuschalten!“. Der Auftritt der vierköpfigen Band in Lack und Leder bildet den vielversprechenden Auftakt zu einem spaßig-skurillen Abend.</p>
<p class="Body">Was dann folgt, ist jedoch eine Aneinanderreihung von Plattitüden, Banalitäten und Fremdschämen. Diesbezüglich hat sich Jahnke sehr eng an die Buchvorlage gehalten. Beispiele gefällig?: „Du siehst heute aus wie geleckt.“ &#8211; „Das wüsste ich aber!“, „Hunger-Pipi-kalt, so sind Mädchen halt!“, „Das Loch tief in mir gehört geflickt!“. Das Niveau könnte kaum geringer sein.</p>
<p class="Body">Schöne Ideen wie die Darstellung von Anas innerer Göttin als unrasiertem Mann mit J.Lo-Po im Glitzerfummel sowie das sexy Mobiliar in Christian Greys Appartement kann man dem deutschen Kreativteam nicht positiv anschreiben, da beides aus der US-Produktion übernommen wurde.</p>
<p class="Body">In der Musicalparodie ist Ana das Klischee der pummeligen, verunsicherten Jungfrau, die ihre Nase nur in Bücher steckt und von Männern allenfalls als Kumpel wahrgenommen wird. Christian Grey hingegen ist ein kleiner, unangenehm aufdringlicher, wenig eloquenter, sexfixierter Mann mit Zwangsstörungen und ebenfalls einigen Pfunden zuviel auf den Rippen. Entsprechend singen beide auch von „Elefant und Maus“ als sie sich kennenlernen.</p>
<p class="Body">Anas Kollege José, das fleischgewordene Vorurteil des stumpfen, eindimensionalen Latino-Lovers, wird mit aller sprachlichen Genialität um sie: „Warum bist Du so spröde, findest Du mich etwa öde?, das wäre blöde.“ Auch sehr treffend: „Ist Deine Mango bereit zum Tango?“</p>
<p class="Body">Wenn die beiden Männer um die sie in Breite und Körperlänge deutlich überragende Ana Flamenco tanzen, ist das schon sehr albern. Anas Erkenntnis „Ich bin nicht allein“ zu den Klängen von „I will follow him“ zeigt was für eine wundervolle Soulstimme in Beatrice Reece steckt, wirkt aber irgendwie deplatziert.</p>
<p class="Body">Das Stück ist so aufgebaut, dass ein Lesekreis frustrierter Enddreißigerinnen den ersten „Shades of Grey“-Band liest, um wieder mehr Spannung in ihren Beziehungsalltag zu bekommen. Mal schauen die drei von außen auf die Handlung, mal diskutieren sie ihre Ansichten und Erlebnisse, dann plötzlich werden sie Teil der Geschichte, beraten Ana und unterhalten sich mit deren innerer Göttin. Das alles ist sehr verwirrend, durch die zahlreichen Ebenenwechsel nicht sehr konsequent und für den Zuschauer schwer nachvollziehbar.</p>
<p class="Body">Extrem affig wird es als Christian (André Haedicke) in einem bauchfreien, rosa Einteiler Ana verführen will, ihr aber gleichzeitig verdeutlicht, dass er kein Gefühlsmensch sei: „Alles was geht, ist ein Fick!“ Dazu tanzt er mit drei überlebensgroßen pinkfarbenen Phallen mit behaartem Skrotum und lässt Sprüche vom Stapel wie „Ihr Ladies von der Düssel, schnuppert mal an meinem Rüssel!“ Das ist so trivial und so bemüht frivol, dass es nicht einmal ansatzweise komisch ist. Das Lachen bleibt einem bei so viel Stillosigkeit und Lieblosigkeit bei der Entwicklung des Charakters im Hals stecken.</p>
<p class="Body">Zu Beginn des zweiten Akts werden hinter einer Leinwand Schattenspiele veranstaltet, bei denen von Liebeskugeln über Dildos, Karotten und Auberginen alles Mögliche zwischen die weit gespreizten Beine einer Dame versenkt werden. Wirklich witzig ist auch das nicht&#8230;</p>
<p class="Body">Ein Mann im Panda-Kostüm verleitet die drei Leserinnen zu einer kurzen Sinnierung über ihre Männer, die wie „ein fauler Panda auf der Veranda“ abhängen. Das einzig Schöne an dieser Szene ist die Melodie des 80er Jahre Hits „Eternal Flame“.</p>
<p class="Body">Die sich weiter entwickelnde Beziehung von Ana und Christian wird in „Ein ganz normales Pärchen“ skizziert, während dessen Christian Ana am Halsband hinter sich her führt. Die Texte dieses leider sehr banalen Stücks lassen aufhorchen, bleiben aber auch nicht länger haften. Hier wurde die Chance auf einen Ohrwurm vertan.</p>
<p class="Body">Die drei Leseratten werden nun selbst experimentierfreudig, zeigen ihre Lack-/Leder-/Latex-Outfits und geben eine anschauliche Anleitung zum Umgang mit Liebeskugeln inklusive der daraus resultierenden musikalischen Ergüsse von Steeldrums bis Kirchenglocken, die bei jeder Bewegung erschallen. Diese Szene hat durchaus Potential, aber auch hier fehlt das gewisse Etwas.</p>
<p class="Body">Vollends ins Trashfach gleitet Anas erste Züchtigung ab: Mit einem überdimensionalen Kochlöffel, einem gigantischen Tischtennisschläger und am Schluss gar mit Darth Vaders Lichtschwert („Ana, ich bin Dein Vater!“) klopft der Mini-Grey auf die einladende Kehrseite seiner Sub Ana.</p>
<p class="Body">Nun schlägt die große Stunde von Anas sehr dominanter, innerer Göttin, die sie ganz gezielt in Christians Arme treibt. „Lass es raus“ zu J.Los „Let&#8217;s get loud“ inklusive wackelnder XXL-Hinterteile gehört zu den wenigen Highlights der Show. Die Choreographien von Paul Kribbe sind schwungvoll, abwechslungsreich und das Publikum klatscht begeistert mit.</p>
<p class="Body">Nach dieser Szene endet die Show plötzlich. Nachdem sich die Irritation darüber gelegt hat, brandet Applaus auf. Wobei es schon befremdlich ist, dass die hauseigenen Mitarbeiter als erstes aufstehen und den Darstellern zujubeln&#8230;</p>
<p class="Body">Es folgt eine Zugabe „Das Loch war leer, jetzt ist es voll.“ zu „When the saints go marching in“. Der obligatorische Premierenschlussapplaus versiegt direkt nach der Rede von Regisseurin Gerburg Jahnke und das Publikum verlässt den Saal.</p>
<p class="Body">Diese Musicalparodie hält leider über weite Strecken nicht, was sie verspricht. Sie ist nicht von dem spitzen Humor gekennzeichnet, den man von Gerburg Jahnke gemeinhin kennt. Im Gegenteil, allzu platte Dialoge und Songtexte (für letztere zeichnet Anna Bolk verantwortlich) lassen das Niveau ins Bodenlose sinken. Die Band unter der Leitung von Jan Christof Scheibe leistet Beachtliches, schafft es aber leider auch nicht, diese Show aus der Belanglosigkeit zu ziehen.</p>
<p class="Body">Dort, wo es ein klein wenig Potential gibt, werden die Szenen nicht konsequent zu Ende gestaltet. Mehrfach warten die Zuschauer auf den zündenden Aha-Effekt, den genialen Kniff, aber die Show bleibt banal, unaufgeregt und plump.</p>
<p class="Body">Die Darsteller mühen sich redlich, auch wenn man ihnen den Spaß an der Arbeit nicht anmerkt. Beatrice Reece spielt und singt die Ana gut und überzeugend. Kira Primke als Mauerblümchen Susanne und in einer Doppelrolle als Anas notgeile Freundin Katrin sorgt für viele Lacher. Dustin Smalles bringt als José und innere Göttin etwas Schwung und Abwechslung in diese ansonsten recht lahme Show, die weder eine Parodie ist noch ein Trashical, sondern vielmehr den Eindruck eines mit heißer Nadel, zu schnell gestrickten Musiktheaterstücks macht, das aufgrund zahlreicher Löcher und gefallener Maschen unförmig und unpassend wirkt.</p>
<p class="Body">Das Publikum hofft die ganze Zeit &#8211; insgesamt knapp zweieinhalb Stunden – auf den Höhepunkt, wartet dass sich der Knoten löst und bleibt am Ende doch etwas ratlos und unbefriedigt zurück.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Capitol Theater, Düsseldorf</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>16. Februar 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Beatrice Reece, André Haedicke, Dustin Smalles, Kira Primke</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Gerburg Jahnke / Jan Christof Scheibe<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Jens Hauer<br />
</span></p>
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		<title>Liebevoll inszenierter Klassiker</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/liebevoll-inszenierter-klassiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 11:01:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Altonaer Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kira Primke]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Tinney]]></category>
		<category><![CDATA[Tino Andrea Honegger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder gern hört man „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ – weiß man doch, dass Eliza damit den entscheidenden Schritt vom Blumenmädchen aus der Gosse zur jungen Dame der Londoner Gesellschaft geschafft hat. Die Plakate in Hamburg ließen eine moderne Produktion des Lerner/Loewe-Stücks vermuten, doch Regisseur Willi Welp hatte eine Überraschung parat. ...</p>
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<div class="style_3">
<p class="Body">Immer wieder gern hört man „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ – weiß man doch, dass Eliza damit den entscheidenden Schritt vom Blumenmädchen aus der Gosse zur jungen Dame der Londoner Gesellschaft geschafft hat.</p>
<p class="Body">Die Plakate in Hamburg ließen eine moderne Produktion des Lerner/Loewe-Stücks vermuten, doch Regisseur Willi Welp hatte eine Überraschung parat. Anstatt die Handlung wie üblich in London nachzuzeichnen, hat er das ganze auf ein Kreuzfahrtschiff verlegt. Dieser Ortswechsel wird durch schräg stehende Möbel, Wassermotive auf der Bühnenrückwand, Algenähnliche Gewächse in Mrs. Higgins Räumlichkeiten (Bühne: Matthias Moebius) und durch das unverkennbare Erklingen von Schiffshörnern (als auch Prof. Higgins endlich merkt, dass er Eliza liebt und sie in seine Arme schließt) vielleicht sogar etwas zu dezent umgesetzt.</p>
<p class="Body">Spannend versprach auch die Besetzung zu werden: nur neun Darsteller und eine sechsköpfige Band traten an, um dieses üblicherweise groß und ausladend klingende Musical auf die Bühne des Altonaer Theaters zu bringen. Gleich vorweg: Akustisch lässt „My Fair Lady“ nichts zu wünschen übrig. Matthias Stötzel (musikalische Leitung) hat Frederick Loewes Kompositionen für die kleine Band, das Songbird Orchestra, neu arrangiert und so machen die sechs Musiker, die während der ganzen Vorstellung im hinteren Bühnenbereich stehen bzw. sitzen, jedem großen Orchester spielend Konkurrenz. Dass anstatt einer Vielzahl von Darstellern ganze zwei Herren das Ensemble von „May Fair Lady“, also die Bettler am Covent Garden, die Saufkumpanen von Alfred P. Doolittle, die feine Gesellschaft in Ascot und auf dem Diplomatenball, wirkt zunächst befremdlich, funktioniert aber tadellos. Das liegt aber vor allem auch daran, dass Sascha Kraft und Andreas Busch in den verschiedenen Charakteren ihre Wandlungsfähigkeit sowie ausreichend komödiantisches Talent beweisen und ganz nebenbei auch noch gesanglich überzeugen.</p>
<p class="Body">Als Mrs. Higgins steht mir Hannelore Droege eine sehr erfahrene Theaterschauspielerin zum wiederholten Mal auf der Bühne in Hamburg-Altona. Als schrullig-liebenswerte Mutter des unangepassten Henry Higgins hat sie die Sympathien auf ihrer Seite. Torsten M. Krogh, unverkennbar und unüberhörbar ein Hamburger Urgewäschs, gibt einen wundervoll vertrottelten Alfred P. Doolittle. Es kommt kein Zweifel auf, dass man mit diesem unfreiwillig zu Reichtum gelangenden Herrn, jede Menge Spaß haben kann, er aber dennoch an den richtigen Stellen Tiefgang und Seele zeigt. In der Doppelrolle von Mrs. Pearce, der Hausdame von Prof. Higgins, und Mrs. Eynsford-Hill, der Mutter des unsterblich in Eliza verliebten Freddy, ist Claudia Reimer zu sehen. Sie versucht das Beste aus diesen undankbaren Rollen herauszuholen und erntet vor allem als Mrs. Pearce für ihren trockenen Humor so manchen Lacher. Der in allen Inszenierungen von „My Fair Lady“ mitleidig belächelte, bis über beide Ohren verliebte Freddy Eynsford-Hill wird in Hamburg von Tino Andrea Honegger gegeben. Wie so oft erweist sich diese scheinbar einfache Rolle auch in dieser Produktion als Knackpunkt, denn stimmlich ist der junge Schweizer der Rolle bei Weitem nicht gewachsen, auch wenn er durch sein charmantes Spiel und seine liebevolle Art vieles wieder wett macht.</p>
<p class="Body">Kommen wir zu den drei Hauptfiguren: Prof. Higgins, der mit Oberst Pickering darum wettet aus der rüden Eliza Doolittle innerhalb von nur sechs Monaten eine feine Dame machen zu können. Den unangenehmen, sehr von sich eingenommenen Sprachlehrforscher spielt Thorsten Tinney. Das herrische, unnachgiebige Wesen des Charakters nimmt man ihm sofort ab. Mitfühlend erlebt der Zuschauer mit, wie sich Higgins alias Tinney gegen seine Gefühle für Eliza wehrt und möchte ihm doch eigentlich zurufen, dass sie ihm und seinem Herzen aus Stein nur gut tun kann. Gesanglich meistert Tinney, der in den letzten Jahren in „Jekyll &amp; Hyde“, dem „Kleiner Horroladen“ und „Pinkelstadt“ zu sehen war, auch die leisen Töne mit viel Gefühl. Seine Bühnenpräsenz stellt alle anderen in den Schatten. Klaus Falkhausen gibt den gar nicht so strengen Oberst Pickering, den Ersatzvater von Eliza. Seine jahrelange Erfahrung auf und hinter der Bühne kann er voll ausspielen und ist zu jeder Sekunde glaubhaft. Besonders Freude machen die Szenen mit Mrs. Higgins, in der sich Pickering in Ausreden verstrickt und sich kaum mehr selbst zu befreien vermag.</p>
<p class="Body">Als Gegenstand der Wette zwischen diesen beiden älteren Herren, das Blumenmädchen Eliza Doolittle, wurde von Kira Primke engagiert. Ihre Rolle macht ihr sichtlich Spaß. Gesanglich ist an der ausgebildeten Opernsängerin nichts auszusetzen, sie nimmt jede Hürde scheinbar im Vorbeigehen. Auch von ihrem Auftreten her taugt sie durchaus als Sympathieträgerin. Einzig die Trennschärfe zwischen Straßendirne und späterer Lady hätte sie noch deutlicher herausarbeiten können. Zu häufig sind die beiden Mädchen sich akustisch zu ähnlich. Noch etwas mehr Mut zu Straßenslang (auch und gerade im Gesang) und auch dieses winzige Manko löst sich auf.</p>
<p class="Body">„My Fair Lady“ im Altonaer Theater macht Freude, das Publikum geht beschwingt und mit einem Lied auf den Lippen aus dem Theater. Wer sich von dieser Spiel- und Lebensfreude anstecken lassen will, hat dazu auf der Norddeutschland-Tournee der Inszenierung in den nächsten Wochen Gelegenheit dazu. Im Winter kehrt die Produktion dann wieder in ihr Stammhaus nach Hamburg zurück.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Altonaer Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>August 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Tino Andrea Honegger, Kira Primke, Thorsten Tinney</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Willi Welp<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Altonaer Theater</span></div>
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