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	<title>Ilja Richter-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Ilja Richter-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Gelungenes Musiktheater mit viel Charme und „Star-Appeal“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Dec 2018 22:15:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Altonaer Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Steven Spielbergs biografische Gaunerkomödie „Catch me if you can“ mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks begeisterte im Jahr 2002 die Kinogänger. Inspiriert von diesem Erfolg und der abstrusen Lebensgeschichte von Frank Abagnale Jr. haben Marc Shaiman und Scott Wittman eine Musicalfassung geschrieben, zu der Terrence McNally das Libretto beisteuerte. Das Altonaer Theater in Hamburg zeigt ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Steven Spielbergs biografische Gaunerkomödie „Catch me if you can“ mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks begeisterte im Jahr 2002 die Kinogänger. Inspiriert von diesem Erfolg und der abstrusen Lebensgeschichte von Frank Abagnale Jr. haben Marc Shaiman und Scott Wittman eine Musicalfassung geschrieben, zu der Terrence McNally das Libretto beisteuerte. Das Altonaer Theater in Hamburg zeigt die deutsche Fassung von Werner Sobotka in der Spielzeit 2018/2019.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2420 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-13-c-G2-Baraniak-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-13-c-G2-Baraniak-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-13-c-G2-Baraniak-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-13-c-G2-Baraniak.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Mit Ilja Richter als Agent Carl Hanratty und Walter Plathe als Frank Abagnale Sr. wurden zwei bekannte Schauspieler verpflichtet, die das Publikum seit Jahrzehnten von der Bühne und aus dem Fernsehen kennt. Allein diese Namen ziehen viele neugierige Zuschauer an. So ist das Theater „zwischen den Jahren“ gut gefüllt und das Publikum wird schon beim Betreten des Saals im Wartebereich des Flughafens in Miami von Fluggästen empfangen. Ausgehend von seiner Verhaftung am Flughafen entspinnt sich die Geschichte des Verwandlungskünstlers und Trickbetrügers Frank Abagnale Jr., gespielt von Philipp Moschitz.</p>
<p>Die Idee, die vielen Stationen von Frank Jr. als eine Art Show zu inszenieren, geht vollends auf. Moschitz integriert das Publikum auf eine sehr charmante, gewinnende Art. Er hat den Schalk im Nacken und bringt alles mit, was man von einem Entertainer erwartet, inklusive Tanz und Gesang!</p>
<p>Der Auftaktsong „Live und ganz in Farbe“ hat viel Schwung und sorgt für richtig gute Laune. Die Choreographien hat Sven Niemeyer ideal an die 1960er Jahre angepasst; sie sind schön anzusehen, aber nicht zu anspruchsvoll. Auch „Jet Set“, eine Szene rund um das Leben von Piloten und Flugbegleitern, ist rundum gelungen mit tollen Choreographien und einer tollen Dynamik.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2419 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-11-c-G2-Baraniak-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-11-c-G2-Baraniak-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-11-c-G2-Baraniak-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-11-c-G2-Baraniak.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Hatz zwischen Agent Hanratty und Frank Jr. gleicht der Geschichte von Hase und Igel. Über lange Strecken ist Frank Jr. dem FBI eine Nasenlänge voraus. Ilja Richter spielt den fast schon besessenen Agenten sehr unaufdringlich, aber mit viel Sarkasmus und Nachdruck, wo es erforderlich ist. Außerdem tanzt und singt er auch ganz passabel (u. a „Der Mann da drin im Müll“).</p>
<p>Mit seinem unterhaltsamen Sprechgesang und seinem intensiven, hoch emotionalen Spiel wird Walter Plathe allen Erwartungen der Zuschauer gerecht. Hier agiert ein großer Schauspieler, was man in einem Stadttheater-Musical nicht unbedingt erwarten würde.</p>
<p>Regisseur Georg Münzel gelingt es, die schauspielerische Distanz zwischen seinen Solisten zu nutzen und in ein unterhaltsames Gesamtkunstwerk zu verwandeln. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Finale des ersten Aktes („Weihnachten ist mir die liebste Zeit“): Einerseits ist dieser Song sehr amüsant, andererseits bekommt jeder der Beteiligten (Moschitz, Richter, Plathe und Lillemor Spitzer als Paula Abagnale) seinen Moment mit Tiefgang.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2418 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-4-c-G2-Baraniak-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-4-c-G2-Baraniak-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-4-c-G2-Baraniak-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-4-c-G2-Baraniak.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Frivol, frech und weiterhin sehr unterhaltsam geht es weiter mit „Was der Arzt verordnet“. Frank Jr. hat vom Piloten zum Arzt „umgeschult“ und trifft auf seine große Liebe Brenda (Carina Böhmer). Auch Brendas Eltern (Olaf Paschner und Lillemor Spitzer) verspricht er das Blaue vom Himmel und lügt sie an. Spitzer zeigt an dieser Stelle ein besonders großes komödiantisches Talent und erntet viele Lacher.</p>
<p>Brendas schön trauriges Abschiedssolo „Flieg, Flieg ins Glück“ (&#8222;Fly, Fly Away&#8220;) wurde nicht komplett übersetzt, funktioniert aber dennoch sehr gut. Böhmer interpretiert den gefühlvollen Titel sehr gut.</p>
<p>Wir sind wieder zurück am Flughafen von Miami. Mit „Goodbye“ möchte Frank Jr. seine ganz persönliche Show auf dem Zenit beenden, was ihm Hanratty aber nicht zugestehen kann. Moschitz beweist einmal mehr seine schauspielerische Intensität und sein sehr gutes Körpergefühl. Das Publikum hat er auf jeden Fall um den Finger gewickelt.</p>
<p>Es folgt das finale „Seltsam aber wahr“, in dem deutlich wird, dass Hanratty und Frank Jr. im wahrsten Wortsinn (verbildlicht durch Handschellen) aneinanderhängen. Richter und Moschitz harmonieren sehr gut und ihre Spielfreude ist bis zum Schluss deutlich spürbar.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2416 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-1-c-G2-Baraniak-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-1-c-G2-Baraniak-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-1-c-G2-Baraniak-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/01/Catch-me-1-c-G2-Baraniak.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass „Catch me if you can“ so gut funktioniert, liegt nicht nur an der wirklich gelungenen Besetzung, sondern vor allem auch am durchdachten Gesamtkonzept. Daran haben auch Johannes Fischer (Bühne) und Volker Deutschmann (Kostüme) einen nicht unwesentlichen Anteil. Nicht vergessen darf man natürlich die kleine Band unter der Leitung von Felix Meyerle. Sie vertonen Marc Shaimans Kompositionen mit viel Schwung und lassen keine Sekunde nach.</p>
<p>„Catch me if you can“ ist Stadttheater-Unterhaltung auf hohem Niveau und eine sehr willkommene Abwechslung zu den vielen „My Fair Lady“-Inszenierungen, die ansonsten in Stadttheatern so gern gezeigt werden.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Altonaer Theater, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 28. Dezember 2018</span></div>
<div><span style="color: #000080;"><strong>Darsteller:</strong> Philipp Moschitz, Ilja Richter, Walter Plathe, Lillemor Spitzer, Carina Böhmer</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Georg Münzel / Marc Shaiman</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> <span class=" _2iem" role="heading" aria-level="4">G2 Baraniak<br />
</span></span></div>
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		<title>Klassische Inszenierung mit einem herausragenden Prof. Higgins</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/klassische-inszenierung-mit-einem-herausragenden-prof-higgins/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2016 11:43:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Hersfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Hersfelder Festspiele]]></category>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Es ist fast schon eine Tradition, dass die Bühnenbilder und Kulissen in der Stiftsruine Bad Hersfeld, kreativ und absolut stimmig zur Handlung des jeweiligen Stücks sind. Da bildet auch das diesjährige Sommermusical „My Fair Lady“ keine Ausnahme.</p>
<p class="Body">Karin Fritz hat auf der rechten Seite die schäbigen Bars am Covent Garden nachgebaut, wo sich Eliza als Blumenverkäuferin um jeden Penny bemüht. Links ist der Blick frei auf eine gepflegte Rasenfläche mit dahinter liegender Straße, die in einer Szene stilecht mit einem wunderschönen Jaguar befahren wird. Die Rasenfläche zieht sich über den Mittelteil zwischen den Säulen entlang und wird zeitweilig zum Treffpunkt von Pferd und Adel in Ascot.</p>
<p class="Body">Zentrale Spielfläche ist jedoch ein nach zwei Seiten zu öffnendes Zelt, in dem sich Prof. Higgins Wohn- und Arbeitszimmer befindet. Mit scheinbar wenigen Mitteln hat Fritz eine rundum gelungene Umgebung für die Liebesgeschichte von Prof. Higgins und Eliza Doolittle geschaffen.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/My_Fair_Lady_2016_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
<p>Schon bei der Ouvertüre weiß man, hier war jemand am Werk, der die Location kennt: Das Orchester unter der bewährten Leitung von Christoph Wohlleben ist exzellent ausgesteuert. Druckvoll kreieren die Musiker eine wohlige Atmosphäre und ziehen die Zuschauer schon mit den ersten beiden Stücken in ihren Bann. Diese fast schon zu harmonische Abmischung gereicht einigen Darstellern im Laufe des Abends zum Nachteil, da sie sich gegen das Orchester nur schwerlich durchsetzen können. Doch insgesamt darf man Joern Grünsfelder für die gelungene Tontechnik in dieser herausfordernden Umgebung gratulieren.</p>
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<div class="text-content style_External_669_1746">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Besuchern der Royal Opera Covent Garden und den herumlungernden Tagelöhnern hat Ella Späte sehr gut herausgearbeitet. Während die Bettler und Tagelöhner in schmutzigen Grau-und Brauntönen gekleidet sind, strahlen die Operngäste in blitzsauberen Pastelltönen die ihrem Stand angemessene Eleganz aus. Auch die helle Grundstimmung der Ascot-Szene unterstreicht Späte insbesondere durch ausgefallene Hüte und geschmackvolle Kleider. Insbesondere das rosa Kleid von Mrs. Eynsford-Hill und die gelbe Robe von Eilza ragen hier heraus. Auf die Schirme hätte Späte jedoch gern mehr Augenmerk legen können. Diese sehen aus wie von der Stange, nur einer erinnert an die im ausklingenden 19. Jahrhundert üblichen Stockschirme.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Doch das größte Lob gebührt Cusch Jung. In Personalunion führte er Regie und übernahm die Hauptrolle. Beides gelingt ihm ganz vorzüglich. Nicht nur, dass die Charaktere alle ideal besetzt sind. Jungs Personenregie ist so ausgefeilt, dass jeder Einzelne sehr authentisch wirkt.</p>
<p class="Body">Zudem inszenierte er das Stück mit viel Humor und einer großen Portion Selbstironie: Oberst Pickering sorgt beispielsweise für viele Lacher, wenn er bei Eliza Lerneinheiten so durcheinander kommt, dass er selbst von „jrienen Pistazien“, einer Diskussion „um 3 Uhr frie“ und einer Oper von Lohengrün“ spricht. Das Publikum schüttet sich aus vor Lachen! Auch seine Motivationsversuche (das von Bundeskanzlerin Angela Merkel geprägte „Wir schaffen das!“) während Elizas Ü-Übungen sind sehr charmant. Den sprichwörtlichen Vogel schießt Pickering aber als Experte für Ballkleider ab: „Ich hab Ihnen ja gesagt, dass dieser französische Modesalon amaçon nichts taugt!“ So gewieft darf man seinen Hauptsponsor gern unterbringen. Chapeau!</p>
<p class="Body">Cusch Jung spielt Prof. Higgins so wie man es sich wünscht: extrem überheblich, von sich und seinem Können über alle Maßen überzeugt, herablassend zu Eliza und die Männerfreundschaft mit Oberst Pickering genussvoll auskostend. Man glaubt Jung diese Facetten sofort.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/My_Fair_Lady_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="360" height="429" /></div>
<p class="Body">Auch sein genervtes Lamento „Lass’ ein Weib an Dich heran“ / „Kann denn eine Frau nicht sein wie ein Mann?“ bringt er genervt, mit glaubhafter Empörung in sehr gutem Sprechgesang zum Ausdruck. Dass er auch eine komische Seite hat, zeigt sich, wenn er sich als beleidigte Leberwurst im Wagen seiner Mutter verkriecht, nachdem Eliza ihm einen Korb gegeben und seine Mutter ihm eine Standpauke gehalten hat. Man hört förmlich das „Stell Dich nicht so an!“, dass die Zuschauer diesem im Selbstmitleid zerfließenden Professor entgegenschmettern wollen.</p>
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<div class="text-content style_External_259_292">
<div class="style_2">
<p class="Body">Ein weiterer stilistischer Pluspunkt sind die Choreographien von Melissa King. Sie erinnern sicherlich nicht nur zufällig an die Tänze aus „Mary Poppins“ oder „Chitty Chitty Bang Bang“, deren Verfilmungen ja zeitgleich mit dem „My Fair Lady“-Film die Welt eroberten.</p>
<p class="Body">„Wäre det nich wundascheen?“ und „Mit ’nem kleenen Stückchen Glück“ sind nur einige Beispiele, wo die schwungvollen, stimmigen Choreographien die Zuschauer zum Mitwippen einladen. Perfekt gelungen ist auch „Bringt mich pünktlich zum Altar“, wo die Stepptänzer zunächst im Publikum tanzen, um dann nach und nach auf die Bühne zurückzukehren. Das alles wirkt schon sehr ausgefeilt und wird zudem nahezu fehlerfrei von den Darstellern umgesetzt.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Ganz sanft und ruhig, aber nicht weniger glaubwürdig, wird Jung, wenn er sich auf seine einzigartige Weise eingesteht, dass er sich in Eliza verliebt hat: „Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht“ spielt ganz ausgezeichnet mit dem Kontrast von Selbstgespräch und Ballade.</p>
<p class="Body">Der Grund für Prof. Higgins Selbstverzweifel und Verwirrung ist Eliza Doolittle, die er in sechs Monaten mit gnadenlosem Drill zu einer Dame der Gesellschaft getrimmt hat. Mit Sandy Mölling wurde für diese Rolle eine bühnenerfahrene Popsängerin gefunden, die insbesondere die burschikosen Elemente des Charakters sehr glaubhaft über die Rampe bringt. Ihr Berliner „Rinnsteinjargon“ ist schön görig und empört („Baden bekommt ma nich!“) und passt gut zum Habitus des stolzen Blumenmädchens. Dass sie den Berliner Slang gerade im Gesang so manches Mal nicht konsequent durchzieht, ist etwas schade, aber das Gesamtbild passt dennoch. Mölling singt gerade in den tieferen Lagen sehr sauber und strahlt nicht nur bei „Wäre det nich wundascheen?“ eine große Sympathie aus.</p>
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<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/My_Fair_Lady_2016_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Eliza macht pflichtschuldigst alle ihre Sprachübungen . egal wie müde oder frustriert sie ist. Beim Anfeuern von Pferd Dover in Ascot fällt sie jedoch in ihre Gossensprache zurück („Mach hin, sonst streu ick Dir Pfeffa in’n Arsch!“) und vergisst die mühsam antrainierte gute Schule. Mölling interpretiert beide Extreme mit viel Gefühl und der genau richtigen Energie.</p>
<p class="Body">Als sich Higgins und Pickering nach dem erfolgreichen Treffen beim König selbst feiern und Eliza dabei komplett ignorieren, möchte man Mölling, die wie ein Häufchen Elend über die Bühne schleicht, einfach nur tröstend in den Arm nehmen. Die folgende Auseinandersetzung mit Higgins ist kraftvoll und wird von Jung und Mölling mit raumgreifender Intensität umgesetzt. Klasse!</p>
<p class="Body">Das Spiel mit dem Feuer, als Eliza sich endlich stark genug fühlt, Prof. Higgins in seine Schranken zu weisen („Tu’s doch“) ist eine weitere Szene, die das überaus gelungene Zusammenspiel von Mölling und Jung unterstreicht: Sehr plakativ, trotzig und selbstbewusst, fordert Eliza ihren Lehrer heraus, bis sie schließlich auf ihm sitzt und den Kuss einfordert, den Higgins ihr im Streit „androht“.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Wer in dieser Beziehung die Hosen anhat, wird nicht erst in der letzten Szene deutlich, in der Eliza sich in Higgins Arbeitszimmer schleicht, die Füße auf seinen Tisch legt und ihm neckisch eine der Pralinen anbietet, die er früher als Belohnung für erfolgreiche Sprachübungen eingesetzt hat. Schon ihre klare Ansage „Ohne Dich“, einmal mehr sehr sympathisch von Mölling intoniert, zeigt Higgins, wie stark die junge Frau ist, in die er sich gegen seinen Willen verliebt hat.</p>
<div class="tinyText stroke_0">
<div>Mit Gunther Emmerlich und Ilja Richter wurden zwei weitere namhafte Darsteller für das Sommermusical engagiert: Emmerlich begeistert als liebevoller „Teddybär“, Oberst Pickering.</div>
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<div class="style_2">
<p class="Body"><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/My_Fair_Lady_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" />Seine humorigen Sprüche, seine umsorgende Haltung gegenüber Eliza und seine leider nur in wenigen Momenten anklingende tiefe Gesangsstimme sorgen für gute Laune. Bemerkenswert ist auch das gute Zusammenspiel mit Cusch Jung. Die beiden werfen sich die Bälle gekonnt zu. „Es grünt so grün“ ist einer der schwungvollsten Songs des Abends und die drei Darsteller sind in dieser Szene sehr nahbar. Auch „Sie sind’s, der es geschafft hat“ unterstreicht die tiefe Freundschaft der beiden Männer, an der man im Publikum keinerlei Zweifel hegt.</p>
<p class="Body">Ilja Richter steht als Elizas Vater Alfred P. Doolittle auf der Bühne. Seine Stimme ist auch mit Berliner Akzent (der im übrigen gern noch ausgeprägter hätte sein können) unverkennbar. Er hat eine dankbare Rolle, darf albern sein und flirten und animiert das Publikum mit „Bringt mich pünktlich zum Altar“ zum Klatschen. Dass er nicht der stärkste Sänger und Tänzer ist, verzeiht man ihm.</p>
<p class="Body">Zwei weitere Damen des insgesamt 27-köpfigen Ensembles (plus Statisterie) darf man nicht unerwähnt lassen: Gertraut Jesserer gibt eine herrliche resolute Mrs. Higgins, die Eliza gekonnt unter ihre Fittiche nimmt als sie erkennt, wie gut das Mädchen ihrem so wenig gesellschaftsfähigen Sohn tut. Als Prof. Higgins „gute Seele“, Mrs. Pearce, die ihrem Arbeitgeber aber weiß Gott nicht kritiklos gegenüber steht, erleben die Zuschauer Jessica Kessler. Sie hat zwar keine große Rolle, aber es gelingt ihr dank ihrer Bühnenpräsenz dennoch einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.</p>
<p class="Body">Last but not least gibt es noch Marlon Wehmeier, der den liebestrunkenen Freddy Eynsford-Hill mit viel Naivität und jungenhaften Charme spielt. Sein „In der Straße, wo du lebst“ ist naturgemäß zu süß, um ein Showstopper zu sein. Doch Wehmeier macht das Beste aus dieser doch recht undankbaren Rolle des glücklosen Verehrers.</p>
<p class="Body">Die Musical-Produktionen der Bad Hersfelder Festspiele sollten einen festen Platz im Sommerkalender eines jeden Musicalfans haben. Denn es gibt kaum ein andere Open Air Spielstätte, wo Jahr für Jahr Musicals auf solch hohem Niveau abgeliefert werden. „My Fair Lady“ ist ein weiterer Beleg dafür, dass Klassiker, die klassisch und nicht mit pseudomoderner Brechstange inszeniert werden, das Publikum begeistern.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stiftsruine, Bad Hersfeld</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>4. Juli 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Sandy Mölling, Cusch Jung, Gunther Emmerlich, Ilja Richter, Jessica Kessler, Marlon Wehmeier, Gertraut Jesserer </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span> </strong>Frederick Loewe / Cusch Jung<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Bad Hersfelder Festspiele</span></div>
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		<title>Pinkelstadt &#8211; das Anti-Musical</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Nov 2006 09:02:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch von Greg Kotis liefert die Vorlage für ein Musical, das die Welt nicht braucht. Die völlig abstruse Handlung um das Recht kostenlos öffentliche Bedürfnisanstalten aufsuchen zu dürfen, garantiert einen amüsanten Abend, der vor allem durch Wolfgang Adenbergs Wortwitz und die hervorragende Cast &#8211; allen voran Thorsten Tinney und Katharine Mehrling &#8211; besticht. Im ...</p>
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<p class="Body">Das Buch von Greg Kotis liefert die Vorlage für ein Musical, das die Welt nicht braucht.</p>
<p class="Body">Die völlig abstruse Handlung um das Recht kostenlos öffentliche Bedürfnisanstalten aufsuchen zu dürfen, garantiert einen amüsanten Abend, der vor allem durch Wolfgang Adenbergs Wortwitz und die hervorragende Cast &#8211; allen voran Thorsten Tinney und Katharine Mehrling &#8211; besticht.</p>
<p class="Body">Im alten Berliner Schloßparktheater steht ein ausgezeichnetes Ensemble im Rampenlicht und performt eines der kuriosesten Musicals unserer Zeit. Greg Kotis Geschichte von staatlich sanktionierten Bedürfnisanstalten, die nach dem “Großen Stunk” nur noch gegen eine permanent steigende Gebühr nutzbar sind &#8211; private Örtchen sind verboten &#8211; ist eine außerordentlich gut geschriebene an den Haaren herbeigezogene Fiktion. Oder nicht?</p>
<p class="Body">Aris Sas als kämpferischer Antiheld Jonny Stark, der so gar nicht musical-like für seine Überzeugungen sterben muss, überzeugt sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Jedoch macht es sein Charakter nicht eben einfach, sich mit ihm als Held der Geschichte zu identifizieren oder ihm in seiner Revolte gegen die GmbHarn &amp; Klo KG nachzueifern.</p>
<p class="Body">Gabriele Ramm ist als gestrenge Klofrau Elfriede Fennichfux genauso gut besetzt wie als liebende Mutter, die ihre uneheliche Tochter Freya vor dem Lynchmord der aufgebrachten Revoluzzer schützt. Sara Fonseca wirkt als Freya von Mehrwerth sehr unschuldig und wird dadurch ihrer späteren Rolle als Anführerin der Massen (Ähnlichkeiten mit “Evita” sind absolut gewollt) nicht wirklich gerecht.</p>
<p class="Body">Apropos Evita, in Pinkelstadt erlebt das musical-geschulte Publikum viele Aha-Effekte, da einige Szenen einfach aus anderen Stücken kopiert wurden. So feiert man ein &#8211; zugegeben etwas ungewöhnliches &#8211; Wiedersehen mit den revoltierenden, fahnenschwenkenden Studenten aus “Les Misérables”, trifft Rose und Jack aus dem Hollywood-Blockbuster “Titanic”, erlebt die aufkeimende Liebe zwischen Tony und Maria aus der “West Sidfe Story” mit, sieht Choreographien aus “Fosse” und wohnt der berühmten Balkonszene aus “Evita” bei &#8211; nur ohne Balkon versteht sich.</p>
<p class="Body">Doch das gesamte Stück würde ohne den Erzähler und Dorfpolizisten Wachtmeister Kloppstock nicht funktionieren. Mit Thorsten Tinney wurde ein charismatischer Darsteller gefunden, der den Wechsel zwischen Erzähler außerhalb der Handlung und dem nur unterschwellig fiesen Wachtmeister von Pinkelstadt ausgezeichnet meistert. Mit vor Selbstironie triefendem Sarkasmus begrüßt er die Zuschauer und macht gleich allen klar, dass sie hier kein Happy-End-Musical erwarten dürfen, bei dem alle glücklich und freudestrahlend von der Bühne gehen.</p>
<p class="Body">
Unterstützt wird er bei seinen Erläuterungen von Klein Erna (Katharine Mehrling). Als freche Göre mit Berliner Schnauze fragt sie dem smarten Polizisten Löcher in den Bauch und lässt zwischendurch von Zeit zur Zeit ihr Genie aufblitzen.</p>
<p class="Body">Genie &#8211; das stellen auch Wolfgang Adenberg und Ruth Deny wieder unter Beweis. Ihre bis ins kleinste Detail durchdachten Texte allein wären es wert, dieses Stück zu schauen. Dieses Team sollte viel mehr Stücke gemeinsam bearbeiten &#8211; dann käme endlich wieder etwas mehr Anspruch in die sonst so 08/15-übersetzten Musicals.</p>
<p class="Body">Die gefälligen Kompositionen von Mark Hollmann tragen ebenfalls dazu bei, dem Zuschauer die an sich recht dramatische Geschichte von Jonny Stark und seinen Mitstreitern leicht verdaulich zu präsentieren.</p>
<p class="Body">Das ganze “Pinkelstadt”-Ensemble sprüht vor ansteckender Energie und lässt die Zuschauer vergessen, dass ein komplett überflüssiges Musical sehen, auf das die Welt zum einen nicht gewartet hat und das zum anderen ohne den obligatorischen Moral-Zeigefinger auskommt.</p>
<p class="Body">Kurzum: Unerwartet großartige, kurzweilige Unterhaltung auf höchsten Niveau.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schloßparktheater, Berlin</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">2006</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Katherine Mehrling, Aris Sas, Ilja Richter, Thorsten Tinney</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Buch / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Greg Kotis / Mark Hollmann<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
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