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	<title>Frank Logemann-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Frank Logemann-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Kein schöner Ort&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Nov 2024 14:52:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Grand Hotel&#8220; hat als Buch und Film vor knapp 100 Jahren große Erfolge gefeiert. 1989 folgte (nach einem ersten erfolglosen Versuch in den späten 1950er Jahren) das Broadway-Debüt des Musicals und hat sich seither als anspruchsvolles Stück einen Namen gemacht. Dass sich ein Drei-Sparten-Haus wie Lüneburg an diesen alles andere als leichten Stoff wagt, ist ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Grand Hotel&#8220; hat als Buch und Film vor knapp 100 Jahren große Erfolge gefeiert. 1989 folgte (nach einem ersten erfolglosen Versuch in den späten 1950er Jahren) das Broadway-Debüt des Musicals und hat sich seither als anspruchsvolles Stück einen Namen gemacht. Dass sich ein Drei-Sparten-Haus wie Lüneburg an diesen alles andere als leichten Stoff wagt, ist bemerkenswert.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3604 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Mindestens genau ungewöhnlich ist, dass mit Philipp Kochheim ein in Lüneburg bisher unbekannter Regsisseur die Inszenierung übernahm. Dazu wurden viele musicalische Gäste engagiert, um dem Stück auch hier gerecht zu werden.</p>
<p>Die Bühne von Barbara Bloch sieht auf den ersten Blick vielversprechend aus. Düster, ein wenig in die Jahre gekommen und ganz sicher nicht so wie man sich ein Grand Hotel vorstellt, doch irgendwie spannend. Auch die Kostüme und deren detailverliebtes Design sind sehr gelungen.</p>
<p>Doch schon die ersten fünf Minuten überfordern viele im Publikum. Die Gäste und Angestellten reden kreuz und quer durcheinander und man fragt sich, wann es endlich losgeht. Dieser Grad der Irritiation wird im Laufe der insgesamt 110 Minuten (die aus gutem Grund ohne Pause aufgeführt werden) ins nahezu Unermessliche gesteigert. Es fällt schwer, den Beweggründen der Protagonisten zu folgen &#8211; wahlweise sind sie einfach zu oberflächlich wie Flämmchen oder zu undurchschaubar wie Kringelein. Auch musikalisch fehlt der rote Faden, auch wenn sich die Lüneburger Symphoniker redlich bemühen, die anspruchsvollen Kompositionen verdaulich zu Gehör zu bringen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3606 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein Drittel der Songs stammt aus der Feder von Maury Yeston (&#8222;Titanic&#8220;). Hier harmonieren Gesang und Orchester in der für ihn typischen Weise und man bekommt zumindest ansatzweise das Gefühl in einem Musical zu sitzen. Tatsächlich wird das Stück erst ca. 40 Minuten vor Schluss wirklich rund.</p>
<p>Das liegt zum einen sicherlich am historischen Hintergrund, vor dem die Handlung stattfindet: Berlin 1928, der Judenhass wird immer sichtbarer und nationalsozialistisches Gedankengut erobert immer mehr den Alltag. Doch auch die weitgehend dunkle Bühne, die Kostüme und Choreographien, die schrägen Charaktere &#8211; all das erschwert den Genuss dieses Bühnenkunstwerks sehr.</p>
<p>Natürlich gibt es auch hier Licht und Schatten, wobei man nach dem Licht schon sehr suchen muss: Da ist bspw. Masha Karell als Primaballerina Elizaveta Grushinskay, die herrlich exzentrisch, zutiefst unsicher und gleichzeitig sehr naiv ist. Karell verleiht der Figur Substanz und tanzt auf dem sprichwörtlichen Drahtseil. Man hat unweigerlich Mitleid mit ihr. Frank Logemann darf als todkranker Buchhalter Otto Kringelein das Publikum von einem sorgenfreien Leben träumen lassen, erdet aber alle auch direkt, wenn er die Fäden zwischen Flämmchens übergriffigen Chef, seinem nahenden Tod und seiner Verletzlichkeit spannt. Den abgebrannten, aber nicht minder gewitzten Baron von Gaigern darf Markus Schneider spielen. Er hat einen sehr dankbaren Part, der ihm ermöglicht, eine große Bandbreite an Gefühlen und Können (sowohl tänzerisch alös auch gesanglich) zu zeigen. Er spielt federleicht und jungenhaft, wenn er mit Flämmchen schäkert, gleichzeitig gelingt ihm die Gratwanderung zwischen geplangten Betrug und ehrlicher Zuneigung zu Elizaveta ganz hervorragend. Wann immer Karell und Schneider gemeinsam auf der Bühne sind, fühlt sich das Publikum wohl.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3605 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Aber reichen diese wenigen Highlights? Leider nein. Die weiteren Rollen bieten charakterlich wenig &#8222;Spielfläche&#8220;, auf der sich die Darstellerinnen und Darsteller austoben könnten. Die Choreographien (Riccardo den Nigris) sind weder Fisch noch Fleisch: Mal ein hauch von Fosse, dann wieder Charleston, dann Contemporary &#8211; so richtig kann man nicht erkennen, wo die Reise hier hingehen soll.</p>
<p>Was ist nun die Ursache für diese sehr gemischten Gefühle, mit denen man das Theater verlässt? Die Künstler auf und unter der Bühne sind allesamt Könner ihres Fachs. Und auch das bewährte Lüneburger Team bei Kulissen, Kostümen und Ensemble funktioniert. Liegt es nur an der Regie? Schwer zu sagen&#8230; Das Stück ist nicht leicht und dass man unweigerlich an &#8222;Black Rider&#8220; erinnert wird, ist beim Kochheims HIntergrund vielleicht nicht gänzlich abwegig. Doch auch das allein kann es nicht sein.</p>
<p>Vielleicht ist es wirklich die Gesamtkomposition aus dunkler Bühne, dunklem politischen Hintergrundgeschehen, tragischer Handlung, wenig liebenswerten Charakteren und musikalischem Anspruch, die das &#8222;Grand Hotel&#8220; in Lüneburg zu einem Ort macht, an dem man sich nicht wirklich gern aufhält&#8230;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">23</span><span class="Bold">. November 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Masha Karell, Frank Logemann, Katharina Maria Abt, Markus Schneider, Karl Schneider, Kirsten Patt, Marc Westphal, Marcus Billen, Steffen Neutze, Sascha Littig</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Philipp Kochheim / Robert Wright &amp; George Forrest &amp; Maury Yeston<br />
</span><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Das Bryan Adams Musical kann mit dem Film nicht mithalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2019 12:15:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Bryan Adams]]></category>
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		<category><![CDATA[Patricia Meeden]]></category>
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		<category><![CDATA[Pretty Woman]]></category>
		<category><![CDATA[Theater an der Elbe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Pretty Woman“ – das sind Gegensätze, die sich anziehen, hartes Business, in der Gefühle keinen Platz haben, und andererseits eine ungeahnte Verbundenheit, Vertrauen und Romantik pur. Der Film von 1990 hat Julia Roberts über Nacht zum Weltstar gemacht, während Richard Gere die Figur des knallharten und überaus charmanten Geschäftsmanns, der plötzlich Zugang zu seinen Gefühlen ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Pretty Woman“ – das sind Gegensätze, die sich anziehen, hartes Business, in der Gefühle keinen Platz haben, und andererseits eine ungeahnte Verbundenheit, Vertrauen und Romantik pur. Der Film von 1990 hat Julia Roberts über Nacht zum Weltstar gemacht, während Richard Gere die Figur des knallharten und überaus charmanten Geschäftsmanns, der plötzlich Zugang zu seinen Gefühlen findet/zulässt, perfektionierte.</p>
<p>„Pretty Woman“ – das sind auch Roxettes „It must have been love”, Princes “Kiss” in der Badewanne und Roy Orbisons Titelsong.</p>
<p>All dies sucht man auf der Musicalbühne im Hamburger Theater am Hafen vergeblich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2834 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Vivian_HighHeels_cMorris-Mac-Matzen-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Vivian_HighHeels_cMorris-Mac-Matzen-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Vivian_HighHeels_cMorris-Mac-Matzen.jpg 667w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Dabei startet es so schön, hat die Stage Entertainment doch Daniela Hoffmann, Julia Roberts deutsche Synchronstimme, für die Ansage im Theater (Handys aus, keine Fotos etc.) engagiert…</p>
<p>Bryan Adams and Jim Vallances Songs werden von einer kleinen Live-Band intoniert. Nur in 2-3 Szenen klingt der Rock an, der Adams weltberühmt gemacht hat. Ansonsten kommen die meisten Songs eher uninspiriert daher.<br />
„Welcome to Hollywood“ soll Energie und Freude transportieren, aber so richtig kommt beides nicht im Zuschauerraum an. Man spürt die Idee hinter dem Song, aber irgendwie können Gesang und Performance diese nicht zum Leben erwecken.</p>
<p>Vivian (das Kostüm entspricht 1:1 dem aus dem Film) und Edward werden direkt zu Beginn in ihren Lebenswelten mit ihren so unterschiedlichen Problemen vorgestellt. Vivian bekommt von ihrer Mitbewohnerin Kit auch direkt eine wesentliche Lebensweisheit mitgeteilt: „Vivian, Du kannst nicht immer alle glücklich machen, Du bist kein Tequila!“</p>
<p>Vivians Aktionsradius ist sehr farbenfroh, aber mehr als diese spartanischen Gerüste mit Leuchtreklame bekommt der Zuschauer nicht zu sehen. Die Kulissen (David Rockwell) sind insgesamt sehr sparsam und eher praktikabel als beeindruckend. Einem Vergleich mit anderen, opulenter ausgestatteten Broadway-Shows kann „Pretty Woman“ an dieser Stelle nicht standhalten.</p>
<p>Kein Wunder, dass Vivian dort nicht bleiben möchte: „Alles, nur nicht hier“ verdeutlicht dem Publikum, dass sie niemals auf dem Strip enden wollte und ihre Zukunft ganz klar woanders sieht. Bloß wo, das weiß Vivian noch nicht.</p>
<p>Die hemdsärmelige, bodenständige Kit de Luca wird von Maricel rollendeckend gespielt. Ihre überbordende Energie ist ansteckend und sie darf mit ihrer Rockröhre die schmissigsten Songs zum Besten geben.</p>
<p>Patricia Meeden hingegen kann zu Anfang gesanglich nicht überzeugen. Ihre samtige Stimme klingt leicht nasal und der ihr eigene Soul will nicht so recht zu den Songs passen. Letzteres gilt auch für Mark Seibert: „Sie hat etwas Besonderes“ scheint doch sehr schwer zu singen.</p>
<p>Doch die Harmonie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt, auch wenn es für die Handlung eher schwierig ist, dass beide altersmäßig dicht beieinander liegen und sie keine 18 Jahre trennen so wie Richard Gere und Julia Roberts.</p>
<p>Meeden ist fast Mitte Dreißig und somit 10 Jahre älter als Roberts damals im Film. Dadurch verändern sich beide Charaktere nicht unwesentlich. Vivian hat deutlich mehr Lebenserfahrung. Ihr fehlt die jugendliche Frechheit und Naivität. Die Verwandlung zur selbstbewussten Dame der Gesellschaft geht zu schnell und glatt. Vivian eckt hierbei zudem wesentlich weniger an.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2833 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Edward-Vivian_Finale_cMorris-Mac-Matzen-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Edward-Vivian_Finale_cMorris-Mac-Matzen-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Edward-Vivian_Finale_cMorris-Mac-Matzen-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Edward-Vivian_Finale_cMorris-Mac-Matzen.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Edwards Charakter wird dahingehend abgewandelt, dass er Vivian nicht nur sofort verfällt, sondern dass er – im Gegensatz zum Film – auch direkt feststellt, dass ihm im Leben etwas fehlt und er die Frau an seiner Seite vermisst. In der sehr schönen Ballade „Freiheit“ wird dies nur allzu deutlich. Die Einleitung mit Akustik-Gitarre und Cello hätte man gern im kompletten Song beibehalten können, um dessen Gefühl noch besser zu unterstreichen. Drums und E-Gitarre ab der zweiten Strophe gelingt dies nicht so gut.</p>
<p>Natürlich erwartet niemand, dass eine Bühnenadaption 1:1 dem entspricht, was die Zuschauer von der Leinwand kennen. Doch die Charaktere der Hauptfiguren so signifikant zu verändern, kann verstörend wirken. J. F. Lawton (Buch) und Jerry Mitchell (Regie) haben sich sicherlich etwas dabei gedacht.</p>
<p>Die Szenen mit dem Hotelmanager im Beverly Wilshire Hotel sind sehr gelungen. Paul Kribbe als Hotelmanager spielt mit großer Freude. Gesanglich ist er nicht der Stärkste, aber dies macht er durch seinen Charme und Witz wieder wett.</p>
<p>Die meisten Lacher bekommt Bellboy Giulio (Johnny Galeandro), ob nun durch seine Mimik, seine humorvollen Fahrstuhlfahrten oder sein übereifriges Gehorsam. Er sorgt überall – auf und vor der Bühne &#8211; für gute Laune.</p>
<p>Dass Vivian anstatt der Regeln eines offiziellen Dinners Tango-Tanzen lernt und somit die viel zitierten „schlüpfrigen kleinen Scheißerchen“ entfallen, passt einmal mehr zum fortgeschrittenen Bühnenalter: Mit Mitte 30 glaubt einem niemand mehr, dass man nicht weiß, wie man sich in einem vornehmen Restaurant zu benehmen hat, während Tango-Tanzen doch etwas „exotischer“ ist.</p>
<p>Die Kleider (Gregg Barnes) und Perücken (Josh Marquette) – insbesondere von Vivian – sehen wenig hochwertig aus. Sowohl die Sängerin am Piano als in der Folge auch Vivian sind in einfache Stoffbahnen gewandet, die so gar nichts mit der Schneiderkunst zu tun haben, wie man sie aus „Wicked“ oder „Paramour“ kennt. Auch hier kann man sich des Anscheins nicht erwehren, dass „Pretty Woman“ eine im Verhältnis sehr günstige Ensuite-Produktion ist, die sich prima als Tourproduktion eignet.</p>
<p>Dies gilt auch für die Kleider, die Vivian auf dem Rodeo Drive kauft: Die Hüte sind zu dezent und klein und die Kleider lange nicht so geschmackvoll wie man sie sich von einer millionenschweren Musicalproduktion gewünscht hätte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2835 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Vivian_red_cMorris-Mac-Matzen-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Vivian_red_cMorris-Mac-Matzen-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/01/JPG_72_dpi_RGB-PW_HH_Prio2_Vivian_red_cMorris-Mac-Matzen.jpg 667w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Zum Schluss des ersten Akts erklingen dann endlich ein paar vage Takte von Roy Orbisons Titelsong. Man spürt förmlich wie das Publikum dem entgegenfiebert. Dies wird mit dem zweiten Akt noch deutlicher, wo das Publikum direkt mit der „Pretty Woman“ Melodie begrüßt wird, die sich dann aber schrittweise in die wenig mitreißende Klangwelt von Bryan Adams und Jim Vallance verwandelt.</p>
<p>Vivian und Edward gehen zum Poloturnier und die Zuschauer sehen sich der Ascot-Szene aus „My Fair Lady“ gegenüber. Sowohl optisch (die High Society in schicken weißen Kleidern und Anzügen, allesamt mit Champagnergläsern in der Hand) als auch tonal erinnert „Das ist unsere Welt“ an diesen Klassiker.</p>
<p>Im folgenden Aufeinandertreffen von Kit und Vivian legt Kit eine Lebensbeichte ab und gibt Vivian einmal mehr den Rat, ihren Traum niemals aufzugeben. „Sie mich nur an“ ist berührend und zeigt die so gut versteckte weiche Seite der sonst so robusten Kit de Luca.</p>
<p>Es folgt die weltberühmte Szene mit der Halskette, die beim Zuklappen fast aus dem Schmuckkästchen fällt. Der Hotelmanager agiert als Dirigent und das Publikum kommt in den Genuss von zwei exzellenten Szenen aus La Traviata. Die beiden Sänger Rachel Bahler und Marco Trespioli sorgen für Gänsehaut und lenken ob ihres Könnens vollständig vom Geschehen in der mittig auf der Bühne platzierten Loge mit Vivian und Edward ab.</p>
<p>„Du und ich“ ist ein sehr schönes Stück von Edward, in dem er sich seiner Liebe zu Vivian Gewahr wird. Warum Tänzer um das Bett tanzen, auf dem das Paar von der Bühne gefahren werden, erschließt sich nicht.</p>
<p>Doch Edward ist nach dieser Nacht komplett verändert: Er rezitiert Shakespeare, hat keine Schuhe an und verpasst Geschäftstreffen.</p>
<p>Auch Vivian ist wie verwandelt: Sie hat plötzlich lange glatte Haare und schwört zu „Kein Weg zurück“ (guter Beat), dass sie niemals wieder zurück in die Gosse möchte.</p>
<p>Die Art wie Edward seinem einstigen Feind Morse die Zusammenarbeit zum Bau von Kreuzfahrtschiffen anbietet, ist sehr lustig. Edward und Morse (Frank Logemann) kommen beide sehr sympathisch über die Rampe.</p>
<p>Parallel muss sich Vivian der geschmacklosen Avancen von Edwards Anwalt Phil (Nigel Casey) erwehren, der ihr derart zusetzt, dass sie wegläuft. Doch auch hier greift der Hotelmanager ins Geschehen ein und gibt Edward den Tipp, wo er Vivian finden kann. Wer jetzt erwartet, dass Edward im weißen Rolls Royce vorfährt, wird enttäuscht. Stattdessen nimmt er auf der Rückenlehne der Bank unterhalb von Vivians Wohnung Platz und „reitet“ auf dem dort abgebildeten weißen Pferd, bis sie ihn zur erneut erklingenden Arie aus ‚La Traviata‘ erhört. Natürlich kann Vivian bei diesem Anblick nicht widerstehen (während sich das Publikum vor Lachen krümmt)…<br />
„Gewinner für immer! Du und ich – wenn wir es nicht schaffen, wer dann?“ so lautet eine Zeile aus dem finalen Song, die wohl belegen soll, dass Vivian und Edward das perfekte Paar sind.</p>
<p>Bei der Besetzung darf man einiges hinterfragen, finden sich doch zahlreiche Darsteller im Ensemble, deren Deutschkenntnisse noch ausbaufähig sind.<br />
Die Hauptrollen sind gut besetzt und harmonieren. Schauspielerisch überzeugen Meeden und Seibert, wenn man die Abwandlung ihrer Charaktere zugrunde legt. Gesanglich können beide mehr und kämpfen oft mit ihren Songs, was sehr schade ist.</p>
<p>Maricel füllt ihre sehr Rolle mit viel Lebensfreude und kann mit Bryan Adams‘ Kompositionen auch gesanglich am besten umgehen.</p>
<p>Die wichtigste Nebenrolle hat jedoch Paul Kribbe, der als ‚Happy Man‘, moralische Instanz und Hotelmanager die Fäden in der Hand hält. Sein Spiel sprüht vor Witz und Engagement.</p>
<p>Insgesamt kann „Pretty Woman“ als Musical jedoch nicht überzeugen. Wenn man sich anschaut, dass die Ticketpreise auf demselben Niveau liegen wie bei „König der Löwen“, „Paramour“ oder „Tanz der Vampire“ fragt man sich zwangsläufig, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis hier stimmt.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>gekürzt erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater an der Elbe, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 2. Oktober 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Patricia Meeden, Mark Seibert, Maricel, Paul Kribbe, Nigel Casey, Frank Logemann</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Jerry Mitchell / Bryan Adams</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment / Morris Mac Matzen<br />
</span></div>
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		<title>Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Dec 2017 20:18:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Ebeling]]></category>
		<category><![CDATA[Cindy Lauper]]></category>
		<category><![CDATA[DB Bonds]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Hees]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Schuster]]></category>
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		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jeannine Wacker]]></category>
		<category><![CDATA[Kinky Boots]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann Madaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“! Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2245 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen englischen Northampton, die nur dadurch vor der Schließung bewahrt wird, dass sich der Erbe traut, einen scheinbar unpopulären Weg einzuschlagen und die gesamte Produktion auf ein Nischenprodukt auszurichten.</p>
<p>Das Publikum wird ohne Begrüßung direkt in die Handlung katapultiert: Flankiert von einem in roten Pumps tanzenden Jungen, lernt der kleine Charlie Price das Schuster-Handwerk von der Pieke auf, entscheidet sich dann aber – unterstützt von seiner Verlobten Nicola – dagegen, in die Schuhfabrik der Familie einzusteigen und will sein Glück im Marketing einer Londoner Firma versuchen. Schone kurze Zeit nachdem das Paar in London Fuß gefasst hat, stirbt Charlies Vater und der Sohn kehrt zurück ins rückständige, alten Werten verhaftete Northampton.</p>
<p>Hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne, Verpflichtung und Liebe versucht Charlie sein Bestes, muss aber feststellen, dass die Fabrik schon lange nicht mehr profitabel ist. Schweren Herzens versucht er die langgedienten Mitarbeiter zu kündigen, was bei der quirligen Lauren einen Redeschwall auslöst, in dem sie Charlie nahelegt, „out of the box“ zu denken</p>
<p>Er erinnert sich an einem Abend in London, an dem er &#8211; seinen Frust in Alkohol ertränkend &#8211; auf die Drag Queen Lola traf. Eigentlich wollte er sie vor zudringlichen Halbstarken schützen, doch am Schluss bekommt er von Lola versehentlich einen Schlag versetzt und sie päppelt ihn wieder auf. Genauer gesagt fallen im die instabilen Absätze von Lolas extravaganten Stiefeln auf, die die Last eines erwachsenen Mannes schlichtweg nicht tragen können.</p>
<p>Er gewinnt Lola als Designerin und überzeugt die Belegschaft ihn in den kommenden Wochen dahingehend zu unterstützen, dass er seine neue Idee auf der Mailänder Schuhmesse vorstellen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2246 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg" alt="" width="400" height="261" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Weg nach Mailand ist jedoch sehr holprig. Nicola zwingt Charlie, sich zwischen ihr und der Schuhfabrik zu entscheiden, und betrügt ihn zu allem Überfluss noch mit ihrem gemeinsamen Londoner Boss. Lola kehrt zurück zu ihren Wurzeln – aufs Land, wo Vorurteile über Cross-Dresser, Homosexuelle und jede Form der „Andersartigkeit“ die Regel sind. Natürlich sind auch die Fabrikarbeiter nicht frei von dieser Denke. Die Männer machen keinen Hehl daraus, dass ihnen der Mann in Frauenkleidern mehr als suspekt ist und sie ihn lieber heute als morgen wieder loswerden würden. Die Frauen hingegen freunden sich schnell mit Lola an.</p>
<p>Doch Charlie überspannt den Bogen: Er erwartet viel zu viel von seinen schwer schuftenden Mitarbeitern, beleidigt Lola, die sich daraufhin tief verletzt von ihm abwendet, und steht plötzlich vor den Scherben (nicht nur) seiner Existenz.</p>
<p>Die Geschichte von Charlie und Lola beruht auf einer wahren Begebenheit, insofern ist es nicht selbstverständlich, dass es ein Happy End gibt. Doch sowohl ihn der UK-Verfilmung von 2005 als auch in der von Harvey Fierstein (Buch) und Cindy Lauper (Musik) geschaffenen Musicalfassung wird der Ausblick auf die schillernde Zukunft von Charlie und Lola thematisiert, die, nachdem Charlie sich aufrichtig bei Lola entschuldigt hat, in Mailand mit ihren Stiefeln erfolgreich sind.</p>
<p>Am 3. Dezember 2017 feierte die deutsche Bühnenfassung (Songtexte: Kevin Schroeder, Dialoge: Ruth Deny) dieses nur auf den ersten Blick glitzernd-oberflächlichen Musicals im Operettenhaus in Hamburg seine Premiere. Da der Film in Deutschland nicht allzu bekannt ist, gehen die Zuschauer ohne große Erwartungen in diese Show und kommen begeistert wieder heraus. Genau so funktioniert erfolgreiches Musical, was die zahlreichen Tony Awards, Laurence Olivier Awards etc. der vergangenen Jahre unterstreichen.</p>
<p>Der Zauber dieses Stücks liegt in der stimmigen Handlung, den sympathischen Charakteren, der direkten Art, in der Vorurteile thematisiert und ausgeräumt werden, sowie in Cindy Laupers schmissigen Songs und nicht zuletzt an der guten Hamburger Besetzung, die von Regisseur und Choreograph Jerry Mitchell &#8211; und seinen lokalen Kollegen DB Bonds (Regie) und Rusty Mowery (Choreographie) &#8211; perfekt in Szene gesetzt wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2247 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg" alt="" width="242" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg 242w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 303w" sizes="auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px" />Da ist beispielsweise Franziska Schuster als Charlies Verlobte Nicola, die keinen Hehl daraus macht, was ihr Ziel ist: ein erfolgreiches Leben in London, fernab der kleingeistigen Dorfumgebung. Schuster legt viel Energie in die Interpretation der sehr selbstbewussten Nicola, die im Laufe des Abends immer unsympathischer wird, da sie so gar kein Verständnis für Charlies Pflichtgefühl hat und eiskalt ihr Ding durchzieht.</p>
<p>Zum Publikumsliebling entwickelt sich Jeannine Wacker, die Charlie als Lauren gehörig den Kopf wäscht, als er sie feuern will, und damit die Initialzündung zur Rettung der Fabrik gibt. Ihre teilweise gesungenen Monologe („Die Liste falscher Kerle“) sind nicht nur treffsicher intoniert, sondern auch mit viel Gespür für Komik und Timing vorgetragen, so dass man die quirlige Blondine schnell ins Herz schließt. Gerade bei Lauren und ihrer immer offensichtlicheren Verliebtheit in Charlie fallen auch die pfiffigen Texte von Schroeder und Deny sehr positiv ins Gewicht.</p>
<p>Ein ebenfalls sehr liebevoller Charakter ist George, der langgediente Assistent der Familie Price, gespielt vom Hamburger Theaterliebling Tilmann Madaus. Georges nicht gänzlich kritiklose Loyalität gegenüber Charlie ist beeindruckend und als er seiner Zuneigung zu Lola Ausdruck verleiht, jubeln ihm die Zuschauer begeistert zu.</p>
<p>Die vorurteilsbehaftete Dorfgemeinschaft wird von Benjamin Ebeling als (Möchtegern-)Macho Don verkörpert. Er gibt den distanzierten, grantelnden Fabrikarbeiter, der sich zunächst von Lola vorführen lässt, weil er sie nicht sofort als Mann in Frauenkleidern erkennt, um dann Stimmung gegen den Eindringling zu machen. Am Schluss ist es jedoch er, der alle Kollegen davon überzeugt, Charlie und Lola in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ebeling kann diese Wandlung sehr glaubwürdig nachzeichnen.</p>
<p>Bleiben noch die beiden Hauptfiguren: Lola und Charlie. Den gefallenen Sohn, der sein Glück in der Fremde (und in Frauenkleidern) gefunden hat, gibt Gino Emnes, dem Hamburger Publikum bestens bekannt aus seiner Zeit als Simba beim „König der Löwen“. Der schüchterne, wenig entscheidungsfreudige Charlie Price wird von Dominik Hees gespielt. Beide füllen ihre Rollen sehr gut aus, wobei Emnes natürlich die dankbarere Rolle hat: Sein Charakter ist tiefgründiger, er steht über lange Strecken in High Heels und schillernden Kostümen auf der Bühne und darf auch mal exzentrisch-tuntig über sie Stränge schlagen. Doch Hees agiert absolut auf Augenhöhe. Ihr Duett „Nie dieser Sohn“, in dem beide mit den so unterschiedlichen Erwartungen ihrer Väter an sie hadern, ist sehr schön.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2243 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg" alt="" width="400" height="291" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch „Kinky Boots“ lebt vor allem von den großvolumig inszenierten, häufig bunten Ensembleszenen (u. a. „So’n sexy hohes Teil“, „Komm steh auf / Sei Du“). Nicht nur Cindy Laupers Popsongs zünden hier richtig gut, auch das Schillernde, was einem auf jedem Show-Plakat entgegen strahlt, wird hier sichtbar: Sechs herausragende Drag-Queens, Lolas Angels, setzen mit ihrer Eleganz und tänzerischem Vermögen Maßstäbe. Dort wo einige Songs schlichtweg zu lang sind (1-2 Strophen weniger wäre bspw. bei „Hier fängt es an“ und „Nie dieser Sohn“ definitiv mehr gewesen), sorgen die Angels für Entertainment und Abwechslung.</p>
<p>Auch optisch überzeugt „Kinky Boots“ – so wie die Kostüme von Lola und den Angels schillern, blinken und leuchten, so „farblos“ und verwaschen, dadurch aber sehr treffend, kommen die Kostüme der Fabrikarbeiter daher (Kostümdesign Gregg Barnes). Auch die Fabrik selbst wird durch das exzellente Lichtdesign (Kenneth Posner, in Hamburg Jeremy Cunningham und Phil Kong) zum Leben erweckt. Man spürt, hier hat sich jemand wirklich Gedanken zu einem stimmigen Gesamtkonzept gemacht. Dazu gehört auch der exzellent gestagte Boxkampf von Lola und Don, der in Slow Motion keinen Fehler verzeiht.</p>
<p>Die Botschaft von „Kinky Boots“ ist glasklar: „Verstell Dich nicht, lebe Dein Leben und bleib wie Du bist!“ Genau dieses Bekenntnis zur gelebten Individualität jenseits aller Vorurteile wird vom Publikum gefeiert. Nur selten kommt es vor, dass die Zuschauer schon während der Final-Nummer tanzend, klatschend und johlend in den Reihen stehen. Doch „Kinky Boots“ trifft den Nerv der Zeit! Bleibt zu hoffen, dass diese Show nicht wie der Film nur von einer Minderheit besucht wird, sondern dass sich die breite Masse von dieser wunderbaren Botschaft anstecken lässt und in Scharen ins Operettenhaus strömt, dass passenderweise direkt auf der Reeperbahn, der Hauptstraße des Hamburger Rotlichtviertels, liegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3</span><span class="Bold" style="color: #000080;">. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Gino Emnes</span>, Dominik Hees, Franziska Schuster, Jeannine Wacker, Tilmann Madaus, Benjamin Ebeling, Frank Logemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> DB Bonds / Cindy Lauper</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson</span></div>
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		<title>Literarische Bühnenadaption auf technisch und künstlerisch sehr hohem Niveau</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/literarische-buehnenadaption-auf-technisch-und-kuenstlerisch-sehr-hohem-niveau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2015 13:46:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Ana Thorén]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Lichtenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Lamla]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Fulda]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Lamla]]></category>
		<category><![CDATA[Schlosstheater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im deutschsprachigen Raum ist Robert Louis Stevenson’s berühmter Abenteuerroman &#8222;Die Schatzinsel&#8220; nicht annähernd so bekannt wie beispielsweise in Großbritannien. Doch auch hierzulande gab es Versuche, den Stoff für ein weniger lesefreudiges Publikum aufzubereiten, zuletzt mit Hansjörg Thurn’s Verfilmung mit Ritchie Müller in der Hauptrolle (2007). Die Spotlight Musicals GmbH geht noch einen Schritt weiter und ...</p>
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<div id="body_content">
<p>Im deutschsprachigen Raum ist Robert Louis Stevenson’s berühmter Abenteuerroman &#8222;Die Schatzinsel&#8220; nicht annähernd so bekannt wie beispielsweise in Großbritannien. Doch auch hierzulande gab es Versuche, den Stoff für ein weniger lesefreudiges Publikum aufzubereiten, zuletzt mit Hansjörg Thurn’s Verfilmung mit Ritchie Müller in der Hauptrolle (2007).</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Spotlight Musicals GmbH geht noch einen Schritt weiter und bringt in diesem Jahr die Uraufführung des gleichnamigen Musicals auf die Bühne des Fuldaer Schlosstheaters.</p>
<p class="Body">Schon mit der Herleitung der Handlung wird die volle Aufmerksamkeit des Publikums gefordert: Louis’ Vater erzählt seinem kleinen Sohn Piratengeschichten zum Einschlafen (in Hintergrund durch sehr gelungene Projektionen eines Segelschiffs unterstützt). Plötzlich wird einer der Piraten von Käpt’n Flint angeschossen und bricht zusammen. Der kleine Louis stellt sein Spielzeugsegelboot neben den vermeintlich toten Piraten und verlässt die Bühne.</p>
</div>
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<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_292">
<div class="style_2">
<p class="Body">In der nächsten Szene wacht dieser Pirat auf und entpuppt sich als erwachsener Louis, der sich – sehr zum Leidwesen seines Vaters – wieder einmal in seinen Traumwelten verloren hat. Das intensive Duett von Vater und Sohn zeigt direkt zu beginn, dass Dennis Martin ein ausgeprägtes Händchen für typisch musicalesque Kompositionen hat. Hingegen sind die Choreographien der Piratenbande und der Pariser Künstlertruppe weniger originell.</p>
<p class="Body">Die szenischen Wechsel zwischen dem Wohnzimmer der Stevenson’s und beispielsweise der Pariser Schaffensstätte der Bohemians gelingt ganz hervorragend: Der Blick auf das Geschehen auf der jeweiligen Hälfte der zweigeteilten Bühne wird durch entsprechend hälftig emporgezogene Vorhänge fokussiert. Schlicht, aber effektvoll.</p>
<p class="Body">Von Lloyd, dem aufgeweckten Sohn von Fanny Osborne, wird Louis dazu gebracht, seine Piratengeschichte als Kinderroman zu Papier zu bringen. Fortan entwickeln sich beide Handlungsstränge parallel und es ist manchmal nicht leicht, den schnellen Szenenwechseln zu folgen. Dies liegt aber vor allem auch daran, dass Friedrich Rau sowohl als Louis Stevenson als auch als Dr. Livesey (dem Arzt in der „Schatzinsel“) zu sehen ist. Gleiches gilt für Benjamin Klein, der als Lloyd die spannende Geschichte von Jim in der „Schatzinsel“ liest und zuvor noch als junger Louis auf der Bühne zu sehen ist. Auch Anna Thorén (Fanny Osborne, Mrs Hawkins), Norbert Lamla (Vater Stevenson und Käpt’n Smollett) und Andreas Lichtenberger (Käpt’n Flint und Long John Silver) spielen Doppelrollen. Da diese Figuren jedoch alle charakterlich nicht sehr weit voneinander entfernt sind, kann es durchaus etwas dauern, bis man die Folgeszene komplett verortet hat.</p>
</div>
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<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_258_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die musikalische Vielseitigkeit zeigt sich in Szenen wie „Seid willkommen“, in der die Pariser Künstler die alleinreisende Amerikanerin Fanny mit ihrem Sohn Lloyd begrüßt: Die Ensemblenummer erinnert stark an Country-Musik der Südstaaten.</p>
<p class="Body">Auch „Ich bin das Kommando“ von Käpt’n Smollett, in dem der altgediente Flottenkapitän seine zusammengewürfelte Schiffsmannschaft einnordet, macht Spaß und hat schon beinahe Gassenhauerqualität.</p>
<p class="Body">Bei „Alles auf eine Karte“ stimmt nicht nur der Song, auch die Hintergrundprojektion der Hispaniola ist mehr als gelungen.</p>
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<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Zum Ende hin, als Stevenson’s Roman „Die Schatzinsel“ zu einem Erfolg geworden ist und er mit Fanny und Lloyd von New York nach Edinburgh reist, um sich von der Stadt entsprechend ehren zu lassen, zeigt sich auch das Feingefühl der Kostümbildner: Die Kleider und Anzüge der schottischen adligen Gesellschaft sind sehr detailliert ausgearbeitet.</p>
<p class="Body">Leider endet die Ehrung für einen der heutzutage erfolgreichsten britischen Autoren in einem Eklat: Die schottische Gesellschaft kann die wilde Ehe von Louis und Fanny nicht akzeptieren und ergeht sich in bösen Lästereien. Der freiheitsliebende Autor nimmt dies zum Anlass mit seiner neuen Familie erneut ein Schiff zu besteigen und auf der Suche nach neuen Abenteuern in See zu stechen. Kurz bevor das Stück endet, bittet er noch Lloyd seine „Schatzinsel“ zu Ende zu erzählen, woraufhin dieser sich mit dem bösen Piratenanführer Long John Silver versöhnt, in dem er seinen verschollenen Vater gefunden hat.</p>
<p class="Body">So verwirrend es manchmal ist, der Handlung in jeder Sekunde zu folgen, so gut ist die Auswahl der Darsteller gelungen: Friedrich Rau überzeugt als verzweifelter, gefühlvoller junger Autor voller Ideen genauso wie als Arzt, der sein letztes Hemd gibt, um für den kleinen Jim da zu sein. Anna Thorén zeigt die starke Frau, die Fanny als Alleinerziehende sein muss, um in einer männerdominierten Welt ernst genommen zu werden, aber auch sehr viel Beschützerinstinkt und Liebe, wenn es um Lloyd oder Louis geht.</p>
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<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_258_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Rolle des strengen Vaters liegt Norbert Lamla genauso wie die des versierten Flottenkommandanten. Seine erhabene Bühnenpräsenz und sein beeindruckender Bariton unterstützen diese starken Charaktere perfekt. Andreas Lichtenberger tritt sowohl als egozentrischer Käpt’n Flint als auch als einbeiniger Long John Silver gekonnt robust auf. Doch im Zusammenspiel mit dem kleinen Jim gelingt es ihm auch, die weiche Seite des Piraten zu zeigen. Einer von Flint’s Weggefährten ist Billy Bones, gespielt von Frank Logemann, dem es sichtlich Freude zu bereiten scheint als raubeiniger Pirat sein Umfeld zu erschrecken. Lutz Standop vereint als Squire Trelawney sowie als Bürgermeister viele Lacher auf sich und kann mit diesem exzentrischen Charakter durchaus überzeugen.</p>
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<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_150">
<div class="style_2">
<p class="Body">Ein besonderes Eregnis &#8211; insbeondere für die jüngeren Zuschauer im Publikum &#8211; ist die Schatzsuche der Piraten. Denn natürlich führt sie ihr Weg auch durch den Saal, wo sie lautstark jeden sprichwörtlichen Stein umdrehen, um HInweise auf den legendären Schatz von Käpt‘n Flint zu finden.</p>
<p class="Body">„Die Schatzinsel“ bietet auch als Musical sehr viel Stoff, der erst einmal verdaut werden will. Doch es fällt leicht, sich darauf einzulassen. Zum einen ob der durchaus charmanten Protagonisten, zum anderen, weil es den Kreativen durchaus gelungen ist, das Stück trotz zweier paralleler Handlungsstränge kurzweilig und auch für kleine Musicalbesucher unterhaltsam zu</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schlosstheater, Fulda</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>26. Juli 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Friedrich Rau, Ana Thorén, Andreas Lichtenberger, Frank Logemann, Norbert Lamla</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Dennis Martin<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals GmbH<br />
</span></div>
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		<title>Ein akustisch schwieriges Pop-Oratorium</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-akustisch-schwieriges-pop-oratorium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Sep 2014 11:51:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Die 10 Gebote]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Falk]]></category>
		<category><![CDATA[Doris Marlis]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Agar]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Kunze]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Falk]]></category>
		<category><![CDATA[Pop-Oratorium]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[St. Michaelis]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Poslovski]]></category>
		<category><![CDATA[Yosefine Buohler]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Es gibt wohl kaum einen passenderen Ort als eine Kirche, um das von Dieter Falk und Michael Kunze 2010 neu arrangierte Poporatorium &#8222;Die 10 Gebote&#8220; aufzuführen. Die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, die ihre musikalische Kompatibilität jährlich zu Weihnachten eindrucksvoll unter Beweis stellt, ist optisch ein wundervoller Spielort: die mehr als 500 Chormitglieder finden auf den beiden großen Balkonen Platz, das Publikum verteilt sich auf der restlichen Empore und im nahezu ausverkauften Kirchenschiff.</p>
<p class="Body">Das stimmungsvolle Lichtdesign hüllt den Altarbereich in Goldtöne. Die andächtige Stimmung überträgt sich sofort auf das Publikum &#8211; in Kirchen benimmt man sich eben (auch heutzutage). Anstatt von Notenbüchern tragen die beiden Erzähler (Yosefine Buohler und Paul Falk) überdimensionale Bibeln mit sich herum. Sie sind modern gekleidet und begegnen den Zuschauern so auf Augenhöhe. Die übrigen Darsteller tragen rollenkonforme Kostüme &#8211; am aufwendigsten ist dabei das farbenfroh schillernde Pharaokostüm.</p>
</div>
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</div>
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<div class="Normal">
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<div class="text-content style_External_669_553">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dass eine Kirche für jeden Tontechniker eine Herausforderung darstellt, merkt man auch am 13. September 2014 nur allzu deutlich. Schon bei den ersten gemeinsamen Songs sind die Solisten kaum zu hören und kommen gegen den Chor nicht an. Auch das mehr rockig als poppig aufspielende Orchester übertönt die Solisten nahezu gänzlich. Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob es sich nicht vielleicht doch um ein Rockoratorium handelt, denn die Botschaft der Sängerinnen und Sänger gehen leider unter und der Konzertcharakter überwiegt.</p>
<p class="Body">Einzig Stefan Poslovski schafft es, sich als Pharao durchzusetzen. Bei &#8222;It&#8217;s hard to be a God&#8220; kommt man in den Genuss der durchaus pfiffigen Texte von Michael Kunze. Einen ähnlich guten Eindruck hinterlässt Jonathan Agar als Naroch. Beide sind in ihren Uptempo-Songs gut zu verstehen. Warum Sascha Krebs (Moses) und Frank Logemann  (Aaron) von der Technik vernachlässigt wurden, verwundert doch arg. Denn die beiden sind nun wahrlich nicht für ihre dünnen Stimmchen bekannt. Vor allem Logemann hat unter der Tontechnik zu leiden, da während seines großen Solos sein Mikrofon komplett ausfällt und die Tontechniker es nicht schaffen, das Problem in den Griff zu bekommen.</p>
<p class="Body">Was dem Publikum den Genuss dieses Oratoriums verdirbt, ist einzig die miserable Tontechnik: kratzende Mikros, zu spät geöffnete Ports, Echo, zusätzlicher Hall und ein mumpfiges Schlagzeug sind nur die Spitze des Eisbergs.</p>
<p class="Body">Schöne inszenatorische Ideen von Regisseurin Doris Marlis, wie beispielsweise Moses, der von der Kanzel die 10 Gebote verkündet, die zudem von den Erzählern in zeitgenössische Sprache &#8222;übersetzt&#8220; werden, geraten hier leider ins Hintertreffen.</p>
<p class="Body">Dass es nicht so einfach ist, ein Publikum zum Mitklatschen zu animieren, zumal wenn ein Titel musikalische Rhythmusbrüche hat, müssen alle Darsteller leidvoll erfahren. Dabei hilft es dann auch nicht, dass auch und gerade die Chormitglieder, an denen sich vermutlich viele Zuschauer orientieren, keinen einheitlichen Klatschrhythmus haben. Das Ganze mündet in furchtbar chaotischem Klatschen zum Finale &#8222;Liebe ist das Gebot&#8220;. Vielfach sind zudem die Applauspausen nicht klar und es tritt eine beklemmende Stille ein.</p>
<p class="Body">Das Fazit kann an diesem Tag leider nur lauten: Idee sehr gut, Umsetzung mangelhaft. Das Orchester unter der Leitung von Doris Vetter grooved über weite Teile des Konzerts, die Darsteller bemühen sich redlich, die riesige Kirche akustisch zu füllen, was aus den genannten Gründen misslingt.</p>
<p class="Body">Wirklich überzeugen kann am Ende nur Stefan Poslovski als exaltierter Pharao, was man auch am aufbrandenden Schlussapplaus erkennt.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> St. Michaelis, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">13</span>. September 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Sascha Krebs, Stefan Poslovski, Jonathan Agar, Frank Logemann, Yosefine Buohler, Paul Falk</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Doris Marlis / Dieter Falk, Michael Kunze<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Krafft Angerer<br />
</span></p>
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		<title>Endlich tanzen sie wieder!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/endlich-tanzen-sie-wieder/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 08:18:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Cats]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Knights]]></category>
		<category><![CDATA[Tour]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">Fast auf den Tag genau 10 Jahre ist es her, dass der letzte Jellicle Ball im Hamburger Operettenhaus stattfand. Doch seit 6. Januar 2011 sind alle Katzen wieder in der Hansestadt: Munkustrap und Rum Tum Tugger, Grizabella und Gus, Skimbleshanks und Jenny Fleckenreich, Mr. Mistoffelees und natürlich Alt Deuteronimus. 27 Katzen haben &#8211; wenn auch nur für einige Wochen &#8211; Asyl im imposanten Theaterzeit im Herzen Hamburgs gefunden.</div>
<div class="style_2">
Nicht nur für mich war „Cats“ das erste Musical, das ich &#8211; vor mehr als 20 Jahren! &#8211; gesehen habe. Andrew Lloyd Webbers Klassiker war jahrzehntelang die Galionsfigur der Branche; das Stück, an dem sich alle anderen messen lassen mussten &#8211; sei es nun in Sachen Anspruch für die Künstler (Gesang, Tanz und Schauspiel sind hier wie in kaum einem anderen Musical gefordert) oder auch Spieldauer. „Cats“ gehört neben dem „Phantom der Oper“, „Starlight Express“ und „Les Misérables“ auch heute noch zu den bekanntesten, am längsten gespielten Musicals weltweit.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Und doch mussten die Produzenten Maik Klokow und Michael Brenner vermutlich reichlich Zweifler überzeugen als sie diesen vermeintlich angestaubten Klassiker erneut durch Deutschland schicken wollten. Eines kann man jedoch schon am Tag der Tour-Premiere in Hamburg festhalten: Ihre Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Die Ticketverkäufe sind sehr gut, die Spielzeit in Hamburg wurde bereits vorzeitig um zwei Wochen verlängert und die Show begeistert auch nach 20 Jahren!</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Der Bühnenbau im 1800 Plätze fassenden Theaterzelt (trotz Minusgraden sehr angenehm warm) erinnert an die Weltpremierenbühne in New London Theatre: Der Zuschauer sitzt fast komplett rundherum um die Bühne und kann das Geschehen aus (fast) jedem Winkel verfolgen. Die liebevoll arrangierten Schrottplatzelemente zeigen ebenfalls englische Wurzeln, findet man dort doch Packungen von Cookies und Waschmitteln, die es nur auf der Insel hinter dem Ärmelkanal gibt. Auch die Kostüme entsprechen weitgehend der englischen Originalproduktion, was man vor allem an Rum Tum Tugger und Mr. Mistoffelees sieht, deren Fell in der Hamburger Ursprungsfassung noch an einigen Stellen anders gefleckt war.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Optisch war demnach alles beim Alten und man musste nicht mit Überraschungen rechnen. Und genau dafür möchte man dem Kreativteam danken: Keine krampfhafte Modernisierung, zwanghafte Entstaubung oder zusätzliche Special Effects, die ein modernes Publikum in Staunen versetzen &#8211; nein, pure klassische Musical-Kunst ist es, die Chrissie Cartwright und Japheth Myers in ihrer Inszenierung zur Aufführung bringen.</p>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_259_301">
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">So spult sich die bekannte Geschichte der Katzen ab, die um die Gunst von Alt Deuteronimus buhlen, der am Ende entscheidet, welche von ihnen wieder geboren wird.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Die Casting-Verantwortlichen habe großartige Arbeit geleistet: Jack Rebaldi gibt einen starken Munkustrap. Seine beeindruckende  Bühnenpräsenz und volle Stimme erzeugen nicht nur in der Katzenschar Bewunderung für diesen Katzenanführer.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Grizabella ist sicherlich eine der dankbarsten Rollen im Musiktheater und Masha Karell füllt die Rolle der alten Glamour-Katze sehr gut aus. Sie singt sich zwar nicht in die höchsten Höhen, doch gefällt ihre Interpretation von „Mondlicht“.<br />
Vielleicht ist ihre Mimik an einigen Stellen etwas zu menschlich und zu wenig katzenhaft, aber wirklich ins Gewicht fällt das kaum.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Dominik Hees schlüpft in die Rolle des Katzen-Chauvis Rum Tum Tugger und wickelt jedes Kätzchen spielend um den Finger (oder besser: um den Schwanz). Obwohl er den vorlauten und selbstbewussten Kater sehr gut über die Rampe bringt, ist sowohl stimmlich als auch schauspielerisch noch Potential vorhanden, denn einiges wirkte noch zu aufgesetzt. Man wünscht sich etwas mehr Rock und Frivolität &#8211; beides zeichnet Rum Tum Tugger aus.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Für die Gumbie-Katze, Jenny Fleckenreich, wurde mit Ann Christin Elverum ebenfalls eine Künstlerin mit jahrelanger Musicalerfahrung engagiert. Ihre Spielfreude und die wunderbare Stimme geben der steppenden Katze noch mehr Schwung als sie ohnehin schon hat.<br />
Den wichtigsten Kater spielt Martin Berger: Man vermag sich kaum vorzustellen wie sehr er unter dem riesigen Fellumhang von Alt Deuteronimus schwitzt und doch strahlt er Würde und Weisheit aus und überzeugt vollends.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Als Theaterkater Gus darf Frank Logemann aus dem Vollen schöpfen und zwischen tatterndem Katzengreis und jugendlichem Katzenliebhaber (Growltiger) wechseln. Zudem „rollt“ er auch als Bustopher Jones über die Bühne. Der Vielseitigkeit dieser Rollen wird er sowohl stimmlich als auch schauspielerisch mehr als gerecht. Warum aus der Operetteneinlage eine Whiskylastige Pub-Hymne wurde, erschließt sich nicht wirklich, aber dieses Stück im Stück war schon immer etwas schwierig und hat den Handlungsfluss eher gestoppt als gefördert.Die Gute-Laune-Katze ist seit jeher Skimbleshanks. Der Eisenbahnkater<br />
wird von Paul Knights mitreißend gespielt, getanzt und gesungen. Die  Szene, in der die Katzen aus Schrottteilen eine Dampflok bauen, zaubert<br />
auch heute noch den Allermeisten ein Lächeln aufs Gesicht.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Mr. Mistoffelees gehört ebenfalls zu den Publikumslieblingen. Mark John Richardson ist sich dieser Tatsache bewusst und bezieht das Publikum in<br />
sein Spiel ein. Seine Pirouetten lösen bei den Zuschauern wahre Jubelstürme aus.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Tänzerisch spielt sich auch Jason Winter in den Vordergrund. Während er als Plato noch eine Katze von vielen ist, sticht er als böser Macavity nicht<br />
nur wegen seiner kraftvollen und dennoch feingliedrigen Bewegungen hervor, sondern auch durch seine intensive Mimik.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Überhaupt wurden &#8211; so scheint es &#8211; starke Persönlichkeiten gecastet, die „ihren“ Katzen ein sehr individuelles Auftreten verleihen. Schaut man in die grandios geschminkten Gesichter verschwinden die Künstler nicht gänzlich hinter Maske und Make-Up, sondern haben noch genug Spielraum, sie selbst zu sein. So bleiben auch Mungojerrie und Rumpleteazer (Tommie Luyben und Marleen de Vries) nicht nur durch die amüsante Geschichte und die eigenwillige Choreographie im Kopf, sondern auch durch ihre ausdrucksstarken Gesichter.Wenn man an dieser neu aufgelegten Tournee-Fassung überhaupt etwas kritisieren will, sind es die &#8211; im Nachgang an das Ende der Ensuite-Produktion &#8211; „optimierten“ Texte, die mehr holprig als flüssig über die Lippen kommen. Alt Deuteronimus klingt eher nach einer schweren Krankheit als nach dem ehrwürdigen Chef der Jellicle Cats &#8211; warum also nicht auch hier beim Original bleiben: Old Deuteronomy?</div>
<div class="style_2">
Die Authentizität der Tourproduktion spiegelt sich leider aber auch darin wieder, dass man nicht alle Darsteller einwandfrei versteht. Hier muss die Phonetikabteilung dringend nacharbeiten, aber auch der Sound-Designer sollte an dieser Stelle noch nachbessern, denn allzu oft scheint das akustische Verhältnis zwischen Gesang und Instrumenten zugunsten des Orchesters unausgewogen.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Schon im Operettenhaus war eine spannende Frage, wo das Orchester platziert wurde. Dieses Rätsel ist im Zelt umso größer, da von einem richtigen Backstage-Bereich nichts zu sehen ist und unter der Bühne ganz sicher kein Platz ist, da diese nur 50 cm über dem Kopfsteinpflaster des Heiligengeistfeldes gebaut ist. Die Antwort ist sehr unromantisch: Das Orchester wurde um fast 50 % dezimiert und die verbliebenen zehn Musiker spielen in Containern hinter dem Bühnenzelt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Auch diesen für eine Tour notwendigen Verschlankungen ist es zuzuschreiben, dass vorn beim Publikum mehrfach das Schlagzeug viel zu laut ankommt und in anderen Szenen die Streicher fast gar nicht zu hören sind. Aber das ist dank moderner Tontechnik kein unlösbares Problem.<br />
„Cats“ wieder in Hamburg auf die Bühne zu bringen &#8211; war das wirklich eine gute Idee? Ja! Das Musical ist rund, jede Szene funktioniert, es ist echtes Musical als Kunsthandwerk, es begeistert und hinterlässt 1800 glücklich strahlende Zuschauer! Kann es eine bessere Begründung geben?</div>
<div class="style_2">
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Zelt auf dem Heiligengeistfeld, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>6. Januar 2011</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Martin Berger, Dominik Hees, Eric Lee Johnson, Paul Knights, Masha Karell, Frank Logemann, Jack Rebaldi</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> Andrew Lloyd Webber<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Nilz Böhme / Mardo<br />
</span></div>
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