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	<title>2017-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>2017-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Liebevoll-komische Rundreise durch die Märchenwelt</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Dec 2017 14:49:40 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
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<h3>Update, 28.12.2017</h3>
<p>In der diesjährigen Wiederaufnahme steht erneut Franziska Kuropka in ihrer Paraderolle als 13. Fee und böse Stiefmutter auf der Bühne. Sie überstrahlt in Verschlagenheit alle Kollegen und jagt einigen Kindern mit ihren nebelumwobenenen Auftritten einen ordentlichen Schrecken ein. Doch auch als rappende Rapunzel und Ossi-Zwerg hat Kuropka die Lacher auf ihrer Seite. Neu im Ensemble ist Christian Petru, der als symatisch-schusseliges Schneiderlein eine Märchenschönheit nach der anderen befreit. Natürlich helfen hierbei aber der Zufall und eine gehöige Portion Glück gehörig mit.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-2174 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2013/12/Es_war_einmal_09-e1514723810774-400x333.jpg" alt="" width="281" height="234" /></p>
<p>Veit Schäfermeier steht erstmal als Vater und König auf der Bühne. Er macht seine Sache mehr als gut und bringt viele mit seiner gar nicht wirklich strengen Art zum Lachen. Katrin Taylor macht in sämtlichen Prinzessinnenrollen ene gute Figur: Ob als tumpes Dornröschen, liebliches Schneewittchen oder selbstbewusstes Rotkäppchen &#8211; durch den Wechsel von Dialekten und Habitus unterscheiden sich die Figuren so sehr, dass nicht jedes Kind sofort merkt, dass überall die gleiche Schauspielerin dahintersteckt. Timo Riegelsbeger komplettiert das Ensemble an diesem Tag und ist ein sehr niedlicher böser Wolf zum Knuddeln. Auch als leicht trotteliger Diener des Königs macht er viel Spaß.</p>
<p>Am Ende jubelt das Publikum begeistert und klatscht und tanzt zwischen den Stuhlreihen mit. &#8222;Es war einmal&#8220; ist hervorragende Familienunterhaltung und kann  jedem, der Freude an wortwitzigem Musiktheater für Groß &amp; Klein hat, dringend ans Herz gelegt werden.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<hr />
<p class="Body">Papa ist alles andere als Märchenfest &#8211; das merken seine drei Kinder mehr als deutlich als er ihnen die Geschichte vom „Tapferen Schneiderlein“ in einer sehr kreativen Fassung erzählt.</p>
<p class="Body">Das Schneiderlein erlegt sieben Fliegen mit einem Schlag, soweit so richtig. Gut, die Fliegen saßen nicht auf einem Pflaumenmusbrot, sondern auf einem Honigbrot&#8230; Aber richtig schräg wird es als der König, der dem vermeintlich übermächtigen Schneiderlein unlösbare Aufgaben stellt, die Hand seiner Tochter verspricht. Und dieses Töchterlein ist Schneewittchen. Da blättert man dann doch im Geiste in seinen Grimmschen Märchenbüchern und überlegt, welche Querverbindung man vergessen haben könnte.</p>
<p class="Body">Doch es kommt noch besser. Dss Schneiderlein muss nicht nur Dornröschen aus seinem 100jährigen Schlaf wachküssen, Rapunzel aus em Turmgefängnis retten und das Rotkäppchen sicher zu seiner Großmutter bringen. Nein, das Schneiderlein muss ich auch mit dem Froschkönig, Hänsel &amp; Gretel und Schneewittchens böser Stiefmutter herumschlagen.</p>
<p class="Body">Was wie das pure dichterische Chaos klingt, entpuppt sich als Riesenspaß für Groß und Klein auf der Bühne des Schmidt Theaters. Es läuft so einiges durcheinander, aber die Kinder lieben den jammernden und ganz und gar nicht bösen großen grauen Wolf. Sie unterstützen das Schneiderlein bei all seinen Abenteuern und helfen Dornröschen und Rapunzel lautstark gegen ihre Widersacher. Dass die böse Stiefmutter ausgebuht wird, versteht sich von selbst.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2173 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2013/12/Es_war_einmal_08-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" /></p>
<p class="Body">Auch Handpuppen kommen in diesem Stück in Gestalt von singenden Rosen und dem extrem flirtenden Froschkönig zu Ruhm. Kids haben an dieser Art von Mitmachtheater sehr viel Freude.</p>
<p class="Body">Aber auch für die erwachsenen Besucher bietet „Es war einmal&#8230;“ viel. Heiko Wohlgemuth hat gewohnt spitzfindige Dialoge und Songtexte geschrieben. Während Kinder so etwas wie „Wir gehen in den Har(t)z4!“ oder „&#8230;nur Spiegel-Leser wissen mehr.“ oder „Rapunzel, Du hast die Haare schön!“ einfach überhören, wissen die Großen ganz genau, was dahinter steckt und schütten sich aus vor Lachen.</p>
<p class="Body">Martin Lingnau hat schmissige, abwechslungsreiche Songs für das Märchenmusical geschrieben. Seine Handschrift ist unverkennbar, mitklatschen ist ausdrücklich erlaubt. Dass die Kreativen sich dabei selbst nicht so ernst nehmen, zeigt die Ballade „Dies ist ein trauriges Lied“, deren einziger Songtext aus der Wiederholung des Titels besteht.</p>
<p class="Body">Doch auch tänzerisch hat „Es war einmal“ einiges zu bieten. Benjamin Zobrys hat den Darstellern schwungvolle Choreographien beigebracht, die auch das Publikum zum Mittanzen anregen.</p>
<p class="Body">Auch die Darsteller haben sichtlich Spaß, allen voran Franziska Kuropka, die sich als 13. Fee und böse Stiefmutter in der Ablehnung des Publikums weidet. Als überdrehte gute Fee und überschwänglicher Ossi-Zwerg hat sie aber ganz klar die Sympathien auf ihrer Seite. Auch Marco Knorz begeistert als sympathisch-tolpatschiges Schneiderlein. Torsten Hammann schüchtert allein ob seiner puren Statur als König ein. Seine sonore Stimme sorgt für Gänsehautschauer. Doch auch als schwuler Zwerg und schusseliger Papa macht er Spaß. Hakan T. Aslan ist der böse Wolf, dem gleich mehrfach der Bauch aufgeschnitten wird. Auch als „Türken-Zwerg“ sorgt er mit wunderbaren Sprüchen für Lacher („Hab‘ ich Kino im Gesicht, oder was?!“). Johanna Haas ist als Schneewittchen, Rotkäppchen, Dornröschen und Rapunzel zu sehen. Allesamt hübsche Prinzessinnen. Haas ist zuckersüß und gibt jeder der vier Ladys ihren eigen Stil.</p>
<p class="Body">Carolin Spieß, selbst seit Jahren festes Mitglied der Schmidt-Theater-Familie (u. a. „Villa Sonnenschein“, „Die Königs vom Kiez“), hat mit „Es war einmal“ ein ganz besonderes Weihnachtsmusical inszeniert. Ganz in der Tradition der Schmidtschen Musicalproduktionen haben die Zuschauer viel zu lachen, die Charaktere sind sehr sympathisch und gemeinsam mit den zweckdienlichen, aber nicht minder überraschenden Kulissen von Christine Grimm ergibt sich eine rundum gelungene Show und ganz bestimmt kein „Grims Grams“!</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>26. Dezember 2013</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Franziska Kuropka, Marco Knorz,  Thorsten Hamann, Johanna Haas, Hakan T. Aslan</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Carolin Spieß<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch<br />
</span></div>
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		<title>München feiert &#8222;drei singende Tunten im Fummel im australischen Outback&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2017 17:09:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Amber Schoop]]></category>
		<category><![CDATA[Angelika Sedlmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Kahl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Travestiekünstlerin Doris alias Tick lebt ein (mehr oder weniger) schönes Leben in Sydney als plötzlich Marion, seine Ehefrau, anruft und ihm eröffnet, dass er sich endlich auch mal um seinen achtjährigen Sohn kümmern soll. Als Aufhänger organisiert die patente Kleinstadt-Mutti eine Travestieshow in Alice Springs, in dem Tick als Star auftreten soll. Tick überzeugt die ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Travestiekünstlerin Doris alias Tick lebt ein (mehr oder weniger) schönes Leben in Sydney als plötzlich Marion, seine Ehefrau, anruft und ihm eröffnet, dass er sich endlich auch mal um seinen achtjährigen Sohn kümmern soll. Als Aufhänger organisiert die patente Kleinstadt-Mutti eine Travestieshow in Alice Springs, in dem Tick als Star auftreten soll.</p>
<p>Tick überzeugt die frisch verwitwete Bernadette und die leicht durchgeknallte Felicia (eigentlich Adam) von dem wohltuenden Tapetenwechsel. Stilecht starten die drei Grazien mit einem arg in die Jahre gekommenen Bus in Richtung Outback, denn Alice Springs ist wahrlich kein Vorort von Sydney.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2164 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26-400x259.jpg" alt="" width="400" height="259" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26-400x259.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26-768x497.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es kommt wie es kommen muss: Der Bus ächzt unter seinem Alter und bleibt schließlich liegen. Zum Glück findet sich in der Nähe der Mechaniker Bob, der welcher die Gelegenheit beim Schopfe packt, die Ladies als Ein-Mann-Boxen-Crew auf ihrer weiteren Reise zu unterstützen und so seiner sehr herrischen Ehefrau zu entfliehen. Bernadette und Bob verlieben sich ineinander, Felicia sorgt für jede Menge Chaos bei der Dorfbevölkerung und entgeht nur knapp einer Vergewaltigung, und Tick versucht bei allem den Überblick zu behalten. Dabei muss er selbst sehr darauf achten, dass er sich von seinen selbstgesteckten Erwartungen und Befürchtungen im Hinblick auf seine aktive Vaterschaft nicht auffressen lässt.</p>
<p>Wie auch im gleichnamigen Film, der seit seiner Premiere 1994 Kultstatus erlangt hat, gibt es ein Happy End für alle Protagonisten. Stephan Elliott, der Autor dieses bunten Filmfeuerwerks voller Discohits und deftiger Sprüche, hat gemeinsam mit Allan Scott auch das Buch für die Musicalfassung geschrieben. 11 Jahre nach seiner Weltpremiere in Sydney und immerhin noch ganze 6 Jahre nach der Broadway-Premiere kommt nun endlich eine deutsche Fassung dieses im anglo-australischen Raums gehypten Kultmusicals auf die Bühne.</p>
<p>Das Münchner Theater am Gärtnerplatz ist nicht gerade der erste Spielort, der einem für diese Show in den Sinn kommt &#8211; da lägen Köln, Düsseldorf, Hamburg und Berlin deutlich näher. Doch das Team von Intendant Josef E. Köpplinger hat schon in den letzten Jahren immer wieder von seinen Deutschlandpremieren international erfolgreicher Musicals (u. a. „Tschitti Tschitti Bang Bang“) reden gemacht. Das Kreativteam kann sich auf jeden Fall sehen lassen: Gil Mehmert übernahm die Regie, Melissa King choreographierte, Jeff Frohner zeichnete für die musikalische Leitung verantwortlich. Was sollte da noch schiefgehen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2162 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41-400x263.jpg" alt="" width="400" height="263" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41-400x263.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41-768x505.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch an der Besetzung gibt es nichts zu mäkeln, denn alle Protagonisten wurden tadellos ausgewählt: Armin Kahl gibt den zwischen der Verantwortung als Vater und dem ohnehin schon nicht besonders einfachen Leben als homosexueller Travestiekünstler hin- und hergerissenen Tick sehr überzeugend. Mal einfühlsam, mal verzweifelt, mal voller Sehnsucht oder mit vollem Körpereinsatz und Leidenschaft als Travestiekünstler – Tick durchlebt im Laufe des Abends ein reges Auf und Ab. Kahl kann dies gut transportieren. Leider liegen ihm die 1970er Jahre Popsongs („Go West“, I love the Nightlife“) nicht ganz so gut wie klassischer Musicalstoff („Jekyll &amp; Hyde“). Einzig mit Elvis’ „Always on my mind“ kann er zum Ende der Show sein Können zeigen.</p>
<p>Erwin Windegger schlüpft in die sehr gut passenden Kleider des Transvestiten Bernadette, die gleich zu Beginn den Verlust ihres Mannes Trumpet zu beklagen hat. So schräg und überzogen die Beerdigungsszene anmutet, so stilvoll leidend beherrscht Bernadette die Szenerie. Man kann sich keine bessere Besetzung für diese Rolle vorstellen als Windegger – auch gesanglich setzt er an diesem Abend Maßstäbe. Sein „I will survive“ sorgt für ausgiebigen Szenenapplaus.</p>
<p>Der dritte im Bunde ist Terry Alfaro als Adam, der in Habitus und Sprache dem filmischen Original sehr nahe kommt. Einerseits ist er zuckersüß wie ein Welpe, der nur spielen will, andererseits ist er sehr körperbewusst und sexgetrieben, was nicht selten zu brenzligen Situationen führt. Der Zickenalarm zwischen Adam alias Felicia und Bernadette ist gut dosiert und lässt die Vermutung zu, dass sich die beiden im Grund doch sehr sympathisch sind.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2165 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47-400x252.jpg" alt="" width="400" height="252" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47-400x252.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47-768x484.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47.jpg 999w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Namensgebend ist natürlich auch hier der zunächst noch mausgraue Bus „Priscilla“, der mit einem überdimensionalen, pink glitzernden Stöckelschuh auf dem Dach vom Publikum schon fast frenetisch bejubelt wird. Erst im Verlauf des Abends bekommt der Bus seinen rosa Anstrich. Diese Verwandlung ist bühnentechnisch sehr schön gelöst.</p>
<p>Flankiert werden die „drei Pimmel im Fummel am Himmel“ (einer der deftigen Sprüche aus der Show) von drei Diven (Jessica Kessler, Amber Schoop, Dorina Garuci), die mal mit Engelsflügen ausstaffiert den Bus erklimmen, mal mit Cindy Lauper Gedenkfrisur popmusikalisches Beiwerk sind.</p>
<p>Wesentlich mehr in Erinnerung bleibt da Angelika Sedlmeier als Sophie, die von Bernadette als Vokuhila-Fee tituliert wird und sich noch den Ratschlag anhören muss, „sich den Tampon anzuzünden, um die Muschi damit in die Luft zu jagen, denn das wird der einzige Bums sein, den sie in diesem Leben noch haben wird.“ Eine herausragende Szene! Sedlmeier gibt aber auch ein besonders ekliges Exemplar Western-Frau ab, der man nicht im Dunkeln auf der Straße begegnen möchte.</p>
<p>Sympathiepunkte sammelt auch Frank Berg als Mechaniker Bob. Von seiner Hilfsbereitschaft und seinem komplett wertfreien Umgang mit den drei Paradiesvögeln aus Sydney kann sich manch einer gern eine Scheibe abschneiden. Bobs Frau Cynthia (überragend gespielt von Marides Lazo) scheint dem Alkohol sehr zugetan und erfreut mit ihrer sehr besonderen Form der „Pop“-Musik die Herren im Dorf über alle Maßen. Doch Bob fühlt sich mehr und mehr zu Bernadette hingezogen. Die aufblühende Zuneigung der beiden, das anfängliche Zögern Bernadettes, das liebevolle Werben Bobs – all dies ist mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert und wird von beiden Darstellern nicht weniger gefühlvoll über die Rampe gebracht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2160 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70-400x263.jpg" alt="" width="400" height="263" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70-400x263.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70-768x505.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Gil Mehmert versteht sich sehr auf die Ausarbeitung der Charaktere, die im Mittelpunkt stehen. An seiner Personenregie gibt es nichts zu kritisieren. Die Show funktioniert von der ersten Minute an, in der Otto-Normal-Staatstheater-Abokunde erlebt, wie eine echte Travestieshow „aussieht“, über den Auftakt vom zweiten Akt, in dem acht Zuschauer auf der Bühne ihre Tanz- und Lassokünste unter Beweis stellen dürfen, bis hin zur Fast Forward Show in Alice Springs, in der Kostüme und Hits fast im Minutentakt gewechselt werden, und dem wunderschönen Finale, in dem der achtjährige Benji seinem Papa Tick völlig selbstverständlich sagt, dass natürlich auch sein Freund mit ihnen gemeinsam im Haus leben kann.</p>
<p>Melissa King passt ihre Choreographien der jeweiligen Umgebung perfekt an. Ob nun Travestieshow, Square Dance in Broken Hills, Rollschuh-Einlage mit bunten Schirmen oder der Bierbank-Einschüchterungs-Tanz der männlichen Dorfbewohner als sie feststellen, dass die verführerische Felicia ein Mann ist &#8211; jede Choreographie ist anders, keine langweilig und man guckt dem Ensemble gern zu.</p>
<p>„Priscilla“ ist deftig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Michael Alexander Rinz hat hier bei der Adaption keine Scheu gezeigt und nennt die Dinge schonungslos beim Namen. Das ist einerseits sehr erfrischend und führt zu Szenenapplaus, anderseits dürften einige ob der klaren Ansagen, die von der Bühne geschmettert werden, sicherlich auch verschämt oder betreten zu Boden schauen, ,.</p>
<p>Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend ist die Tontechnik, die mehrfach durch nicht offene Mikros, zu leise Mikros, zu laute Musik im Vergleich zum Gesang o. ä. aktiv ins Geschehen eingreift, was nicht gerade zum Gesamtgenuss beiträgt.</p>
<p>Doch die Mehrheit des Publikums ist begeistert und spendet langen Applaus am Ende der knapp zweieinhalbstündigen Show. Cast &amp; Creatives von „Priscilla“ haben sich diese Anerkennung redlich verdient. Es ist eine Gute-Laune-Show, in der das ein oder andere ernste Thema angeschnitten wird, ohne diese zu sehr in den Vordergrund zu zerren. Und so verlässt man das frisch renovierte Staatstheater am Gärtnerplatz mit einigem Redebedarf und guter Popmusik im Ohr.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Staatstheater am Gärtnerplatz, München</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 16. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>Armin Kahl, Erwin Windegger, Terry Alfaro, Frank Berg, Angelika Sedlmeier, Tanja Schön, Marides Lazo, Jessica Kessler, Amber Schoop, Dorina Garuci</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Choreographie:</span></strong> Gil Mehmert / Melissa King</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Marie-Laure Briane<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<title>Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Dec 2017 20:18:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
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		<category><![CDATA[Tilmann Madaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“! Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2245 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen englischen Northampton, die nur dadurch vor der Schließung bewahrt wird, dass sich der Erbe traut, einen scheinbar unpopulären Weg einzuschlagen und die gesamte Produktion auf ein Nischenprodukt auszurichten.</p>
<p>Das Publikum wird ohne Begrüßung direkt in die Handlung katapultiert: Flankiert von einem in roten Pumps tanzenden Jungen, lernt der kleine Charlie Price das Schuster-Handwerk von der Pieke auf, entscheidet sich dann aber – unterstützt von seiner Verlobten Nicola – dagegen, in die Schuhfabrik der Familie einzusteigen und will sein Glück im Marketing einer Londoner Firma versuchen. Schone kurze Zeit nachdem das Paar in London Fuß gefasst hat, stirbt Charlies Vater und der Sohn kehrt zurück ins rückständige, alten Werten verhaftete Northampton.</p>
<p>Hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne, Verpflichtung und Liebe versucht Charlie sein Bestes, muss aber feststellen, dass die Fabrik schon lange nicht mehr profitabel ist. Schweren Herzens versucht er die langgedienten Mitarbeiter zu kündigen, was bei der quirligen Lauren einen Redeschwall auslöst, in dem sie Charlie nahelegt, „out of the box“ zu denken</p>
<p>Er erinnert sich an einem Abend in London, an dem er &#8211; seinen Frust in Alkohol ertränkend &#8211; auf die Drag Queen Lola traf. Eigentlich wollte er sie vor zudringlichen Halbstarken schützen, doch am Schluss bekommt er von Lola versehentlich einen Schlag versetzt und sie päppelt ihn wieder auf. Genauer gesagt fallen im die instabilen Absätze von Lolas extravaganten Stiefeln auf, die die Last eines erwachsenen Mannes schlichtweg nicht tragen können.</p>
<p>Er gewinnt Lola als Designerin und überzeugt die Belegschaft ihn in den kommenden Wochen dahingehend zu unterstützen, dass er seine neue Idee auf der Mailänder Schuhmesse vorstellen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2246 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg" alt="" width="400" height="261" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Weg nach Mailand ist jedoch sehr holprig. Nicola zwingt Charlie, sich zwischen ihr und der Schuhfabrik zu entscheiden, und betrügt ihn zu allem Überfluss noch mit ihrem gemeinsamen Londoner Boss. Lola kehrt zurück zu ihren Wurzeln – aufs Land, wo Vorurteile über Cross-Dresser, Homosexuelle und jede Form der „Andersartigkeit“ die Regel sind. Natürlich sind auch die Fabrikarbeiter nicht frei von dieser Denke. Die Männer machen keinen Hehl daraus, dass ihnen der Mann in Frauenkleidern mehr als suspekt ist und sie ihn lieber heute als morgen wieder loswerden würden. Die Frauen hingegen freunden sich schnell mit Lola an.</p>
<p>Doch Charlie überspannt den Bogen: Er erwartet viel zu viel von seinen schwer schuftenden Mitarbeitern, beleidigt Lola, die sich daraufhin tief verletzt von ihm abwendet, und steht plötzlich vor den Scherben (nicht nur) seiner Existenz.</p>
<p>Die Geschichte von Charlie und Lola beruht auf einer wahren Begebenheit, insofern ist es nicht selbstverständlich, dass es ein Happy End gibt. Doch sowohl ihn der UK-Verfilmung von 2005 als auch in der von Harvey Fierstein (Buch) und Cindy Lauper (Musik) geschaffenen Musicalfassung wird der Ausblick auf die schillernde Zukunft von Charlie und Lola thematisiert, die, nachdem Charlie sich aufrichtig bei Lola entschuldigt hat, in Mailand mit ihren Stiefeln erfolgreich sind.</p>
<p>Am 3. Dezember 2017 feierte die deutsche Bühnenfassung (Songtexte: Kevin Schroeder, Dialoge: Ruth Deny) dieses nur auf den ersten Blick glitzernd-oberflächlichen Musicals im Operettenhaus in Hamburg seine Premiere. Da der Film in Deutschland nicht allzu bekannt ist, gehen die Zuschauer ohne große Erwartungen in diese Show und kommen begeistert wieder heraus. Genau so funktioniert erfolgreiches Musical, was die zahlreichen Tony Awards, Laurence Olivier Awards etc. der vergangenen Jahre unterstreichen.</p>
<p>Der Zauber dieses Stücks liegt in der stimmigen Handlung, den sympathischen Charakteren, der direkten Art, in der Vorurteile thematisiert und ausgeräumt werden, sowie in Cindy Laupers schmissigen Songs und nicht zuletzt an der guten Hamburger Besetzung, die von Regisseur und Choreograph Jerry Mitchell &#8211; und seinen lokalen Kollegen DB Bonds (Regie) und Rusty Mowery (Choreographie) &#8211; perfekt in Szene gesetzt wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2247 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg" alt="" width="242" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg 242w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 303w" sizes="auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px" />Da ist beispielsweise Franziska Schuster als Charlies Verlobte Nicola, die keinen Hehl daraus macht, was ihr Ziel ist: ein erfolgreiches Leben in London, fernab der kleingeistigen Dorfumgebung. Schuster legt viel Energie in die Interpretation der sehr selbstbewussten Nicola, die im Laufe des Abends immer unsympathischer wird, da sie so gar kein Verständnis für Charlies Pflichtgefühl hat und eiskalt ihr Ding durchzieht.</p>
<p>Zum Publikumsliebling entwickelt sich Jeannine Wacker, die Charlie als Lauren gehörig den Kopf wäscht, als er sie feuern will, und damit die Initialzündung zur Rettung der Fabrik gibt. Ihre teilweise gesungenen Monologe („Die Liste falscher Kerle“) sind nicht nur treffsicher intoniert, sondern auch mit viel Gespür für Komik und Timing vorgetragen, so dass man die quirlige Blondine schnell ins Herz schließt. Gerade bei Lauren und ihrer immer offensichtlicheren Verliebtheit in Charlie fallen auch die pfiffigen Texte von Schroeder und Deny sehr positiv ins Gewicht.</p>
<p>Ein ebenfalls sehr liebevoller Charakter ist George, der langgediente Assistent der Familie Price, gespielt vom Hamburger Theaterliebling Tilmann Madaus. Georges nicht gänzlich kritiklose Loyalität gegenüber Charlie ist beeindruckend und als er seiner Zuneigung zu Lola Ausdruck verleiht, jubeln ihm die Zuschauer begeistert zu.</p>
<p>Die vorurteilsbehaftete Dorfgemeinschaft wird von Benjamin Ebeling als (Möchtegern-)Macho Don verkörpert. Er gibt den distanzierten, grantelnden Fabrikarbeiter, der sich zunächst von Lola vorführen lässt, weil er sie nicht sofort als Mann in Frauenkleidern erkennt, um dann Stimmung gegen den Eindringling zu machen. Am Schluss ist es jedoch er, der alle Kollegen davon überzeugt, Charlie und Lola in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ebeling kann diese Wandlung sehr glaubwürdig nachzeichnen.</p>
<p>Bleiben noch die beiden Hauptfiguren: Lola und Charlie. Den gefallenen Sohn, der sein Glück in der Fremde (und in Frauenkleidern) gefunden hat, gibt Gino Emnes, dem Hamburger Publikum bestens bekannt aus seiner Zeit als Simba beim „König der Löwen“. Der schüchterne, wenig entscheidungsfreudige Charlie Price wird von Dominik Hees gespielt. Beide füllen ihre Rollen sehr gut aus, wobei Emnes natürlich die dankbarere Rolle hat: Sein Charakter ist tiefgründiger, er steht über lange Strecken in High Heels und schillernden Kostümen auf der Bühne und darf auch mal exzentrisch-tuntig über sie Stränge schlagen. Doch Hees agiert absolut auf Augenhöhe. Ihr Duett „Nie dieser Sohn“, in dem beide mit den so unterschiedlichen Erwartungen ihrer Väter an sie hadern, ist sehr schön.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2243 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg" alt="" width="400" height="291" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch „Kinky Boots“ lebt vor allem von den großvolumig inszenierten, häufig bunten Ensembleszenen (u. a. „So’n sexy hohes Teil“, „Komm steh auf / Sei Du“). Nicht nur Cindy Laupers Popsongs zünden hier richtig gut, auch das Schillernde, was einem auf jedem Show-Plakat entgegen strahlt, wird hier sichtbar: Sechs herausragende Drag-Queens, Lolas Angels, setzen mit ihrer Eleganz und tänzerischem Vermögen Maßstäbe. Dort wo einige Songs schlichtweg zu lang sind (1-2 Strophen weniger wäre bspw. bei „Hier fängt es an“ und „Nie dieser Sohn“ definitiv mehr gewesen), sorgen die Angels für Entertainment und Abwechslung.</p>
<p>Auch optisch überzeugt „Kinky Boots“ – so wie die Kostüme von Lola und den Angels schillern, blinken und leuchten, so „farblos“ und verwaschen, dadurch aber sehr treffend, kommen die Kostüme der Fabrikarbeiter daher (Kostümdesign Gregg Barnes). Auch die Fabrik selbst wird durch das exzellente Lichtdesign (Kenneth Posner, in Hamburg Jeremy Cunningham und Phil Kong) zum Leben erweckt. Man spürt, hier hat sich jemand wirklich Gedanken zu einem stimmigen Gesamtkonzept gemacht. Dazu gehört auch der exzellent gestagte Boxkampf von Lola und Don, der in Slow Motion keinen Fehler verzeiht.</p>
<p>Die Botschaft von „Kinky Boots“ ist glasklar: „Verstell Dich nicht, lebe Dein Leben und bleib wie Du bist!“ Genau dieses Bekenntnis zur gelebten Individualität jenseits aller Vorurteile wird vom Publikum gefeiert. Nur selten kommt es vor, dass die Zuschauer schon während der Final-Nummer tanzend, klatschend und johlend in den Reihen stehen. Doch „Kinky Boots“ trifft den Nerv der Zeit! Bleibt zu hoffen, dass diese Show nicht wie der Film nur von einer Minderheit besucht wird, sondern dass sich die breite Masse von dieser wunderbaren Botschaft anstecken lässt und in Scharen ins Operettenhaus strömt, dass passenderweise direkt auf der Reeperbahn, der Hauptstraße des Hamburger Rotlichtviertels, liegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3</span><span class="Bold" style="color: #000080;">. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Gino Emnes</span>, Dominik Hees, Franziska Schuster, Jeannine Wacker, Tilmann Madaus, Benjamin Ebeling, Frank Logemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> DB Bonds / Cindy Lauper</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson</span></div>
</div>
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		<title>Der Mythos Marlene auf grandiose Weise entzaubert</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-mythos-marlene-auf-grandiose-weise-entzaubert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2017 20:24:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Marie Mäkelburg]]></category>
		<category><![CDATA[Marlene Dietrich]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos Marlene]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidtchen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie kennen Marlene Dietrich nur von den gleichnamigen Hosen? „Der blaue Engel“ – irgendwann mal gehört, aber nie gesehen? Sie haben nie verstanden, warum um diese Frau so ein Hype veranstaltet wurde? Dann gehen Sie unbedingt ins Schmidtchen und schauen sich „Mythos Marlene“ an. Kerstin Marie Mäkelburg entführt das Publikum knapp zwei Stunden lang in ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie kennen Marlene Dietrich nur von den gleichnamigen Hosen? „Der blaue Engel“ – irgendwann mal gehört, aber nie gesehen? Sie haben nie verstanden, warum um diese Frau so ein Hype veranstaltet wurde?</p>
<p>Dann gehen Sie unbedingt ins Schmidtchen und schauen sich „Mythos Marlene“ an. Kerstin Marie Mäkelburg entführt das Publikum knapp zwei Stunden lang in die Lebens- und Gedankenwelt der Stilikone und des Hollywood-Lieblings.</p>
<p>Ausgehend von ihrem Tod im Jahr 1992 blickt Marlene zurück auf ihre lange, sehr bewegte Vergangenheit. Schon in jungen Jahren war sie in Berlin ein gefragter Stummfilmstar, doch erst nach der Veröffentlichung von „Der blaue Engel“ im Jahr 1930 nahm ihre Karriere Fahrt auf und sie ging mit Regisseur Josef von Sternberg in die USA, deren Staatsbürgerschaft sie 1939 annahm.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2135 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/11/MythosMarlene_09_c_OliverFantitsch-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/11/MythosMarlene_09_c_OliverFantitsch-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/11/MythosMarlene_09_c_OliverFantitsch.jpg 667w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Marlene Dietrich war kein Kind von Traurigkeit, sie nutzte ihre Gelegenheiten, hielt sich nicht an Konventionen, führte eine offene Ehe und kämpfte zeitlebens gegen das durch „die fesche Lola“ (ihre Rolle im „Blauen Engel“) entstandene Image des liederlichen deutschen Fräuleins an. Dabei „kann ich doch viel mehr“. Aber wirklich sehen, wollte das wohl kaum jemand&#8230;</p>
<p>Kerstin Marie Mäkelburg ähnelt der Dietrich allein schon durch ihre Statur sowie ihre sehr markante, tiefe Stimme. Spielend leicht intoniert sie deutsche, englische und französische Titel – natürlich auch „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.</p>
<p>Mit unbestreitbarer Arroganz und Bitterkeit zieht Mäkelburg (alias die Dietrich) über unfähige Maskenbildner, gutgläubige Männer und die ihr entgegengebrachten Vorurteile her. Sie lässt an niemandem – außer ihrem geliebten Gatten Rudi – ein gutes Haar.</p>
<p>Mit einer gewissen Süffisanz in Ausdrucksweise und Habitus macht sie den Zuschauern unmissverständlich klar, dass sie sich zwar der Anerkennung durch „ihr“ Publikum bewusst war und diese auch für ihre Zwecke einzusetzen wusste, dass sie aber letztendlich für ihr Umfeld nur Verachtung übrig hatte. Ein netter, sympathischer Mensch scheint Marlene Dietrich nicht gewesen zu sein.</p>
<p>Wenn sie von ihrer Tochter Marie berichtet („Mein kleines Baby“) spürt man keinen Mutterstolz, geschweige denn Liebe, sondern eine große Erwartungshaltung, dass auch die eigene Tochter ihrer Mutter dienen und keine Widerworte zu geben habe.</p>
<p>Sie schwärmt von Burt Bacharach („Kisses sweeter than wine“) und Frank Sinatra (den sie im Rahmen ihres „Engagements als Zirkusdirektor in Las Vegas“ kennenlernte), zitiert Ernest Hemingway und bringt klar zum Ausdruck, dass sie mit Charlie Chaplin nie etwas anfangen konnte.</p>
<p>Besonders beklemmend ist die Interpretation von „Sag mir, wo die Blumen sind“, die im Zusammenhang mit Marlene Dietrichs deutlicher Positionierung gegen Hitler und das NS-Regime treffsicher platziert ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2134 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/11/MythosMarlene_07_c_OliverFantitsch-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" />Einer der emotionalsten Songs ist jedoch „Puff, der Zauberdrachen“, in dem Mäkelburg das Publikum hinter die maskuline, selbstbewusste Fassade der Dietrich lässt und die Hollywood-Diva ein wenig menschlicher und anfassbarer macht.</p>
<p>Dass die Berliner sie nach ihrer Zeit in den USA nicht mit offenen Armen empfangen haben, hat Marlene Dietrich arg zugesetzt. Wie sehr sie darunter gelitten hat, ihre geliebte Heimat in Trümmern zu sehen und die unverhohlene Abneigung der Berliner zu spüren, bricht sich in „Ruinen von Berlin“ Bahn, das Mäkelburg gleich viersprachig intoniert.</p>
<p>„Mythos Marlene“ ist kein heiteres, oberflächliches One-Woman-Stück. Doch die Verbitterung, die Verletztheit, die Härte von der Dietrich fesseln das Publikum. Hierzu trägt sowohl die schlanke Inszenierung nur mit Pianist Markus Schell und einem überdimensionalen Reisekoffer, der als Garderobe auf der Bühne dient, als auch das herausragende, teilweise nur auf einen Spot reduzierte Licht bei. Dadurch wird „La Dietrich“ noch mysteriöser.</p>
<p>Kerstin Marie Mäkelburg ist eine Erscheinung. Die Rolle der eleganten Diva steht ihr sehr gut zu Gesicht. Gleich ob im weißen (Fake Fur) Pelz oder im klassischen Frack – ihre Bühnenpräsenz lässt einen das Auge keine Sekunde von ihr abwenden. Sie bleibt zu jedem Zeitpunkt in ihrer Rolle, auch wenn einige Ansichten von Marlene Dietrich mindestens diskussionswürdig sind und im Zuschauerraum zu Raunen führen.</p>
<p>Erst nach dem Finale fällt die sprichwörtlich Maske und das gewinnende Lächeln von Kerstin Marie Mäkelburg bricht sich Bahn. Das Publikum ist restlos begeistert. Stehende Ovationen und auch während der Verabschiedung durch Hausherr Henning Mehrtens nicht enden wollende „Bravo“ Rufe belegen, dass das Schmidt Theater mit diesem Programm den Nerv der Zeit getroffen hat.</p>
<p>Nach dieser Show verstehen Sie den Menschen Marlene Dietrich sicherlich besser, es wird jedem im Schmidtchen klar, warum dieses „preußische Mädel“ alle um den Finger wickeln konnte. Man geht mit jeder Menge Gesprächsstoff und Dankbarkeit für solch eine hochprofessionelle, ergreifende Show aus dem Theater.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidtchen, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 18. November 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darstellerin: </strong></span>Kerstin Marie Mäkelburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Bearbeitung:</span></strong> Corny Littmann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<title>Der Titelheld hat in dieser Inszenierung keine Chance gegen Fagin!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Nov 2017 20:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Murray]]></category>
		<category><![CDATA[Femke Soetenga]]></category>
		<category><![CDATA[Leander Härtel]]></category>
		<category><![CDATA[Lionel Bart]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver!]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Schiffner]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf Widder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lionel Barts beliebter Klassiker steht in Lübeck in dieser Spielzeit in einer sehr voluminösen Inszenierung von Wolf Widder auf dem Spielplan. Charles Dickens Roman vom kleinen Waisenjungen Oliver, der nach einer schauerlichen „Waisenhauskarriere“ in den Fängen der Taschendiebbande von Fagin landet und bei einem seiner Beutezüge dank einer sehr glücklichen Fügung seinen Großonkel kennenlernt, ist ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lionel Barts beliebter Klassiker steht in Lübeck in dieser Spielzeit in einer sehr voluminösen Inszenierung von Wolf Widder auf dem Spielplan. Charles Dickens Roman vom kleinen Waisenjungen Oliver, der nach einer schauerlichen „Waisenhauskarriere“ in den Fängen der Taschendiebbande von Fagin landet und bei einem seiner Beutezüge dank einer sehr glücklichen Fügung seinen Großonkel kennenlernt, ist hinlänglich bekannt. Spätestens nach dem letzten großen West End Revival 2009 haben viele Theater den Stoff wieder für sich entdeckt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2236 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13-400x258.jpg" alt="" width="400" height="258" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13-400x258.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Katja Lebelt hat für die Handlung zu Beginn der Industrialisierung den passenden düsteren Rahmen geschaffen. Den grauen, teilweise mit verblichenen Postern plakatierten Hauswänden stehen farbenfrohe Kleider der Damen der Middle und Upper Class gegenüber. Auch die Kinder von Fagins Diebesbande und Nancy tragen den ein oder anderen farbenfrohen Akzent zur Schau.</p>
<p>Mit beweglichen Elementen wird durch wenige Handgriffe aus Fagins Räuberhöhle schnell ein Marktplatz. Durch diesen effektvollen Einsatz von Bühnenteilen beweist das Theater Lübeck einmal mehr, dass sich (nicht nur) seine Musicalproduktionen sehen lassen können.</p>
<p>Spannend an dieser Produktion ist zudem die große Anzahl an kleinen und großen Darstellern auf der Bühne: Neben den Chören der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen sowie des Katharineums ist der beachtliche Statisterie-Chor zu erleben. Hinzu kommen noch mehr als 20 Solisten, in diesem Jahr angeführt von den Gästen Chris Murray als Fagin, Thomas Christ als Bill Sikes und Femke Soetenga als Nancy.</p>
<p>Leander Härtel müht sich als Oliver Twist redlich, den hohen Erwartungen, die mit dieser Rolle verbunden sind, gerecht zu werden. Da er im Vergleich zu vielen anderen Kindern auf der Bühne recht groß ist, fehlt ihm der „Niedlichfaktor“. Zudem singt er tendenziell eher klassisch und wechselt sehr oft zwischen Kopf- und Bruststimme. Das Unbefangene, Kindliche, was diesen cleveren, vom Schicksal gebeutelten Jungen ausmacht, geht Härtel leider gänzlich ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2235 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06-266x400.jpg" alt="" width="266" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06-266x400.jpg 266w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06.jpg 333w" sizes="auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px" /></p>
<p>Als Artful Dodger, der Vorzeige-Taschendieb aus Fagins Bande, steht mit Paul Schiffner ein frecher Junge auf der Bühne, der zwar optisch und spielerisch ganz sympathisch über die Rampe kommt, leider die Spielfreude jedoch gesanglich nicht umsetzen kann. Schon sein erster Song („Komm, fühle dich ganz zuhaus“), eine schwungvolle Mitklatschnummer, gerät durch die fade Interpretation schnell wieder in Vergessenheit.</p>
<p>Sicherlich mag es streng erscheinen, mit den Kindern auf der Bühne so hart ins Gericht zu gehen. Doch bei „Oliver“ stehen eigentlich genau diese Kinder im Mittelpunkt des Interesses&#8230; Eigentlich. In Lübeck ist der Star der Show jedoch ganz klar Fagin! Chris Murray spielt mit wechselnden Dialekten, ist gesanglich über jeden Zweifel erhaben, behandelt die Kinder fast väterlich-liebevoll und wirkt phasenweise wie die Karikatur des fiesen Bandenchefs.</p>
<p>Herausragend ist die Szene, in der Fagin sich seiner ganz persönlichen Schmuckschatulle widmet und mit den einzelnen Schmuckstücken spielt, ihnen Namen gibt und sich wie ein Kind in diesem Spiel verliert. Scheinbar ist Wolf Widders Idee von Fagin von einer gewissen Schizophrenie geprägt. Doch obwohl man Fagin eigentlich anders kennt, passt diese Charakterausarbeitung sehr gut und ist mit Chris Murray perfekt besetzt.</p>
<p>Femke Soetenga darf die Rolle der „großen Schwester“ spielen, die sich rührend um Oliver kümmert, gleichzeitig an ihrer Liebe zum gewalttätigen Bill Sikes fast verzweifelt und am Ende ihr Leben gibt, um Oliver vor Sikes zu retten. Leider wird sie am Premierenabend ein Opfer der Tontechnik, denn ihre durchaus kraftvollen Soli kommen durch einen dicken Wattevorhang beim Publikum an. So kann das an sich lustige „Um-Pa-Pa“ natürlich nicht zünden. Durch ihr einfühlsames Spiel macht sie jedoch vieles wieder wett.</p>
<p>Bill Sikes gerät in dieser Inszenierung fast zu einer Randfigur. Thomas Christ spielt grausam und blutrünstig, kann aber mit den wenigen Gesangspassagen kaum zeigen, was tatsächlich in ihm steckt. Immerhin hat er auch in Lübeck schon Hauptrollen wie Jean Valjean („Les Misérables“) überzeugend gespielt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2239 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die weiteren Figuren sind rollendeckend besetzt – allen voran natürlich Mr. Bumble, dessen Interpretation dem Publikumsliebling Steffen Kubach sichtlich Spaß macht. Auffällig ist, dass das Stück insgesamt sehr dialoglastig ist. Die Songs treten in der aktuellen Inszenierung fast in den Hintergrund. Dies liegt sicherlich nicht an dem wie immer großen, klangvollen Lübecker Orchester unter der Leitung Adrian Pavlovs. Doch so richtig springt der Funke nicht über.</p>
<p>Dies spürt man auch beim Premierenapplaus, bei dem die heutzutage fast obligatorischen stehenden Ovationen nur sehr schleppend den Saal erobern. Doch auch hier zeigt der Applaus, dass das Publikum insbesondere von Chris Murray besonders angetan schien. Nicht nur sein finales Lamento („Überdenke ich meine Lage“) ist absolut großartig.</p>
<p>Nach dieser teilweise recht langatmigen Inszenierung, in der es nur wenige Lichtblicke (u. a. die Choreographien von Harald Kratochvil) gab, bleibt die Frage: Geht es in diesem Stück um Oliver und das Happy End, das er nach fast drei Stunden erleben darf, oder vielleicht doch um das abwechslungsreiche Leben, das den Charakter von Fagin zu einem Spannungsfeld aus Überleben und Wahnvorstellungen geformt hat?</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 17. November 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Chris Murray, Femke Soetenga, Thomas Christ, Steffen Kubach, Leander Härtel, Paul Schiffner</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Wolf Widder / Lionel Bart</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Malzahn<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<title>Gelungene Ausstattung trifft auf ungewöhnliche Arrangements und oberflächliche Charaktere</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Nov 2017 16:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Clodagh Long]]></category>
		<category><![CDATA[English Theatre]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Jekyll & Hyde]]></category>
		<category><![CDATA[Jessica Singer]]></category>
		<category><![CDATA[John Addison]]></category>
		<category><![CDATA[Samantha Dorsey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das English Theatre in Frankfurt überzeugt Publikum wie Kritiker seit Jahren mit hochklassigen Schauspiel- und Musicalinszenierungen. Das für jedes Stück neu zusammengestellte Ensemble verfügt über jahrelange Erfahrung in seinem Fach. Gleiches gilt für die Kreativen hinter den Kulissen. Auch für das vor 20 Jahren zum ersten Mal am Broadway gezeigte Musical von Frank Wildhorn und ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das English Theatre in Frankfurt überzeugt Publikum wie Kritiker seit Jahren mit hochklassigen Schauspiel- und Musicalinszenierungen. Das für jedes Stück neu zusammengestellte Ensemble verfügt über jahrelange Erfahrung in seinem Fach. Gleiches gilt für die Kreativen hinter den Kulissen.</p>
<p>Auch für das vor 20 Jahren zum ersten Mal am Broadway gezeigte Musical von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse gelten diese Rahmenbedingungen. Neil Irish hat eine sehr treffende Umgebung für die schaurige Geschichte des experimentierfreudigen Dr. Jekyll und mordlüsternen Edward Hyde geschaffen: Die sechsköpfige Band nimmt (in zeitgenössischen Kostümen) auf der Empore Platz, die an der Balustrade den Blick frei gibt auf die darunter liegende Rundbühne, deren rückwärtige Hälfte durch reich gefüllte Laborregale begrenzt und an den Seiten von einer groben Holzkonstruktion und Metalltreppen flankiert wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2194 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1396-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />So stimmungsvoll wie die Bühne sind Irish auch die Kostüme gelungen, die allesamt perfekt ins viktorianische London passen, wo die Geschichte von Jekyll/Hyde, Emma und Lucy bekanntlich spielt.</p>
<p>Wildhorns Kompositionen wurden für die Inszenierung in Frankfurt von Tom Attwood großteils neu arrangiert, was irritierende Elemente Spanischer Gitarre, Club-Sounds und Sprechgesang hervorbringt. Dass der „eher orchestralen Musik“ durch diese Überarbeitung wie in der Pressemitteilung angegeben „härtere Rockklänge“ gegenüberstehen, muss jedoch nach dem Besuch der Premiere eindeutig angezweifelt werden. „Dangerous Game“ in aktuellem Club-Sound zu spielen, will so gar nicht so diesem düsteren, sexuell aufgeladenen Song passen. Hingegen ist die Idee „Actor-Musicians“ einzubinden, die als Stride oder Nellie keine unwesentlichen Rollen spielen und in anderen Szenen die Band an Klarinette und Cello unterstützen, sehr gelungen. Doch musikalisch sind diese neuen Arrangements recht fragwürdig.</p>
<p>John Addison, der schon 2014 im English Theatre als Sam in „Ghost“ zu sehen war, übernimmt die anspruchsvolle Titelrolle. Seine einschlägigen Erfahrungen als „Raoul“ oder „Marius“ sind schon in seinem ersten Solo unüberhörbar. Er singt sauber, klar und mit Kraft. Dass die Band ihn bei „Pursue the truth“ phasenweise übertönt (und sich dies im Laufe des Abends gerade in den Uptempo-Nummern mehrfach wiederholt), macht es Addison nicht gerade leichter.</p>
<p>Bei den Choreographien verschenkt Cydney Uffindell-Phillips viel Potential. Sie hat nur zwölf Darsteller auf der Bühne, die nicht alle geborene Tänzer sind, was man aber bei den in der Originalfassung eher ruckartigen Bewegungen bei „Facade“ oder „Murder“ auch nicht sein muss. Doch leider ist bei den weniger durchchoreographierten Szenen – mit Ausnahme der Schlussapplausordnung – keine Struktur erkennbar. Schade auch, dass die Gelegenheit nicht genutzt wurde, ausgerechnet am 11. November (an dem traditionell mit Mohnblumen Kriegsveteranen gedankt wird) die an die Gesellschaft verteilten <em>Poppies</em> in den Tanz einzubinden. So wedeln die Darsteller einfach nur unmotiviert damit herum, was leider wenig stilvoll ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2193 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_1181-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Samantha Dorsey steht als Dr. Jekylls Verlobte Emma Carew auf der Bühne. Sie füllt die Rolle sehr gut aus, verleiht der vermeintlich angepassten Adelstochter ihren eigenen Willen und überzeugt gesanglich schon bei ihrem ersten Auftritt („Take me as I am“).</p>
<p>Als Nellie ist Jessica Singer zu erleben. Sie spielt und singt die Chefin im „Red Rat Club“ mit viel Leidenschaft und Sex Appeal. Unweigerlich fragt man sich, warum nicht sie für die selbstbewusste Lucy besetzt wurde, die nicht nur Jekyll/Hyde mit ihrem Spiel um den Finger wickelt. Stattdessen gibt Clodagh Long die Prostituierte, die am Ende Hydes Mordlust zum Opfer fällt. Long singt wunderschön und beinahe unschuldig, doch ihre eher kindliche Stimme, ihr braver Gesichtsausdruck und ihre wenig anrüchige Art sich zu bewegen, werfen Fragen nach der Auslegung dieses Charakters aus. Dazu kommt noch, dass „Bring on the men“ eher als blasse Moulin Rouge Version inszeniert wird, anstatt als schlüpfrig-deftige Anmachnummer in einem Bordell.</p>
<p>Dass Emma und Lucy nicht die beiden Welten der viktorianischen Ober- und Unterschicht repräsentieren, wird bei ihren wundervollen Duett „In his eyes“ klar: Die beiden wirken wie Zwillinge, die sich nur durch ihre unterschiedlichen Kleider unterscheiden. Mimik, Habitus und Stimmlage sind absolut identisch. Sehr schade, dass hier kein Wert auf Trennschärfe gelegt wurde.</p>
<p>Diesen Bruch mit dem Bekannten, das Abrücken vom Erwartbaren zieht sich an vielen Stellen durch diese Inszenierung von Tom Littler. Nicht nur Lucy, Nellie und das „Red Rat“ sind eher unspektakulär und die Charaktere blass, auch und gerade für Jekyll/Hyde legt Littler einen offenbar sehr schwachen Charakter zugrunde. Im Programmheft wird dargelegt, dass die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde schon immer falsch wahrgenommen wurde: Weder ist Dr. Jekyll ein guter Mensch, noch Hyde eine Zufallsentdeckung oder gar sein böses Alter Ego, gegen das er im Rahmen seiner Forschung ankämpft. Vielmehr ist Dr. Jekyll ein unterdrückter Mann, der seine aggressiven und sexuellen Neigungen als Edward Hyde endlich ausleben kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2192 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/02/jekyll_hyde_c_Kaufhold_0541-copy.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Legt man diese Denkweise zugrunde, kann man ansatzweise nachvollziehen, warum bei der Verwandlung von Jekyll in Hyde kaum eine Änderung wahrzunehmen ist – weder optisch noch stimmlich zeigt Addison eine deutliche Wandlung. In der „Confrontation“ wird noch deutlicher, dass sich Jekyll und Hyde nur marginal voneinander unterscheiden. Zwar wird mit gelungenen Lichtwechseln (Licht-Design: Richard G. Jones) der Kampf zweier Charaktere angedeutet, doch wirklich hören oder spüren kann man hiervon nichts.</p>
<p>Schöne Einfälle wie die permanente (gesellschaftliche) Beobachtung unter der Dr. Jekyll während einer Experimente steht (das Ensemble steht in weißen Kitteln an der Balustrade oberhalb des Labors und folgt dem dortigen Geschehen unter sichtbarer Anteilnahme) werden durch unerklärliche Einschnitte wie das spontane Wiederauferstehen der von Hyde Ermordeten während des Songs „Murder“ zunichte gemacht. „I am not dead yet“ stand letztes Jahr bei „Spamalot“ auf dem Programm. Da wirkt es schon unfreiwillig komisch, wenn Lady Beaconsfied und General Glossop sich mitten im Song wieder aufrichten und mitsingen. Als dann noch Lord Savages Kopf nach dem Überfahren durch den Zug am anderen Ende der Bühne wieder aufgefangen wird, ist die Grenze zur Persiflage überschritten.</p>
<p>Dass Dr. Jekyll bei seiner Hochzeit durch die ihm in einer Art Halluzination erscheinende blutüberschmierte Lucy plötzlich wieder zu Hyde wird, ist auch eher überraschend für die Gäste und trägt zur allgemeinen Verwirrung des Publikums bei.</p>
<p>Wildhorns und Bricusses „Jekyll &amp; Hyde“ funktioniert, weil es in sich stimmig, düster, sexy und spannend zugleich ist, weil es verschiedene Welten gegenüberstellt, mit Klischees spielt und die Figuren perfekt in dieses Gesamtkonzept eingebettet sind. Nimmt man diesem Musical die zugrundeliegende Wechselwirkung von Gut und Böse und inszeniert es so scheinbar willkürlich wie Littler es in Frankfurt gemacht hat, bleiben viele Fragezeichen übrig.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen <em>in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> English Theatre, Frankfurt</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 11. November 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>John Addison, Samantha Dorsey, Jessica Singer, Clodagh Long</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Frank Wildhorn / Tom Littler</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Martin Kaufhold<br />
</span></div>
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