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	<title>Villa Sonnenschein-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Villa Sonnenschein-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Sodom und Gomorrha auch im neunten Jahr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2014 12:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2005 verwandelt sich das Schmidt Theater jedes Jahr für einige Wochen in die „Villa Sonnenschein“, ein Altersheim, in dem renitente Rentner, verliebte Twens, sexgeile Führungskräfte und besserwissende Pflanzen und Dekoelemente ihr Unwesen treiben. Die Handlung bleibt dabei unverändert, nur die Sprüche werden aktuellen Gegebenheiten angepasst und man bekommt den Eindruck, dass sie jährlich spitzer ...</p>
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<p class="Body">Seit 2005 verwandelt sich das Schmidt Theater jedes Jahr für einige Wochen in die „Villa Sonnenschein“, ein Altersheim, in dem renitente Rentner, verliebte Twens, sexgeile Führungskräfte und besserwissende Pflanzen und Dekoelemente ihr Unwesen treiben.</p>
<p class="Body">Die Handlung bleibt dabei unverändert, nur die Sprüche werden aktuellen Gegebenheiten angepasst und man bekommt den Eindruck, dass sie jährlich spitzer und sarkastischer werden. Doch gerade diese Unverblümtheit macht den Charme dieses Stücks aus.</p>
<p class="Body">Wenn ein Dr. Mathieu sagt „Wenn ich das Gammelfleisch hier eingepackt habe, können wir los ins Restaurant.“ bleibt einem das Lachen nur kurz im Hals stecken.</p>
<p class="Body">Immer wieder großartig ist Julio, der Ableger vom Ableger vom Ableger vom Ableger der Pflanze, die bei Don Juan im Zimmer stand. Er attestiert Bufdi Felix einen „Flirtfaktor von 15. Knäckebrot hat 10.“</p>
<p class="Body">Schön ist auch die Ankündigung des Auftritts von Heimbewohnerin Carlotta von Pörtschach „nicht als Spatz von Paris, sondern als grauer Star von Hamburg“.</p>
<p class="Body">Das Publikum kringelt sich vor Lachen, wenn die Sonne folgende Weisheit zum Besten gibt: „Wenn man sein Ohr an den Bauzaun des Berliner Flughafens legt, hört man die Elbphilharmonie leise kichern.“</p>
<p class="Body">Auch neu und absolut sehenswert sind die Nippelpuschen von Gustav. Corny Littmann hat offenbar viel Spaß an der Rolle dieses Kotzbrockens mit weichem Herzen. Dafür müht er sich auch gern mit dem Rollstuhl auf der Rampe ab und erschreckt die Zuschauer in Reihe eins, wenn er plötzlich ungebremst auf die zurollt.</p>
<p class="Body">Die Darsteller der Wiederaufnahmepremiere kennen ihre Rollen aus dem Effeff. Benjamin Zobrys gibt einen jugendlichen, schüchternen, gewitzten Felix und seine Spielfreude ist ansteckend. Franziska Kuropka spielt die verliebte Melanie, die sich erst spät zwischen dem oberflächlichen Schönling Dr. Mathieu und dem liebevollen, herzensguten Felix entscheiden kann.</p>
<p class="Body">Auch Heiko Wohlgemuth hat Freude an der Rolle des egozentrischen Dr. Mathieu. Aber auch als dezent sexfixierte Pflanze Julio gewinnt er die Sympathien des Publikums. Die grantelnde Heimleiterin Mechthild wird einmal mehr von Carolin Spieß gegeben, die den Hausdrachen einschüchternd und berechnend darstellt. Das Paar Carlotta und Gustav wird von Ingrit Dohse und Hans B. Götzfried gespielt. Ihr liebevoller Umgang lässt es einem warm ums Herz werden. Bleibt noch Johanna Haas, die als zweite Hand, Kissen, Bettpfanne etc. eher im Hintergrund spielt, aber ohne sie würden viele Szenen gar nicht funktionieren.</p>
<p class="Body">Heimlicher Star des Abend war allerdings Carlos, der Hund von Corny Littmann, der nach der Pause und beim Schlussapplaus die Bühne im Sturm eroberte. Ob sich die Französische Bulldogge ihres Star-Appeals bewusst ist?</p>
<p class="Body">Martin Lingnaus Songs verlieren ihre Wirkung auch nach neun Jahren nicht. Das Publikum lässt sich anstecken, klatscht mit und hat sichtlich Spaß. Auch Heiko Wohlgemuths Texte treffen zielsicher ins Schwarze: Politisch unkorrekt, undiplomatisch und wunderbar böse &#8211; genauso kennen und mögen wir „Villa Sonnenschein“!</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Wiederaufnahme: </span></strong>10. Januar 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Benjamin Zobrys, Franziska Kuropka, Carolin Spieß, Heiko Wohlgemuth</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Corny Littmann / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Herrlich politisch unkorrekt und bitterböse</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/herrlich-politisch-unkorrekt-und-bitterboese/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jan 2013 14:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Spieß]]></category>
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		<category><![CDATA[Heiko Wohlgemuth]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Taylor]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Knorz]]></category>
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		<category><![CDATA[Regina Lemnitz]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidt Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Villa Sonnenschein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manche Dinge müssen reifen, um wirklich gut zu werden. „Villa Sonnenschein“ gehört nicht dazu. Schon in der Premiere vor mehr als sieben Jahren schluckte man als Zuschauer mehr als einmal kalt, wenn Mechthild ihre Heimbewohner auf skrupelloseste Art und Weise um die Ecke bringen will und Dr. Mathieu seine „Verführungskünste“ schamlos an Melanie ausprobiert. Schnappatmung ...</p>
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<p class="Body">Manche Dinge müssen reifen, um wirklich gut zu werden. „Villa Sonnenschein“ gehört nicht dazu. Schon in der Premiere vor mehr als sieben Jahren schluckte man als Zuschauer mehr als einmal kalt, wenn Mechthild ihre Heimbewohner auf skrupelloseste Art und Weise um die Ecke bringen will und Dr. Mathieu seine „Verführungskünste“ schamlos an Melanie ausprobiert.</p>
<p class="Body">Schnappatmung und Fremdschämen sind auch bei der diesjährigen Wiederaufnahme an der Tagesordnung. Wird doch Mechthild als „die Hitlerin“ bezeichnet und Gustavs Vorliebe für Pornografie mit deutlichen Worten beschrieben.</p>
<p class="Body">Die Mischung aus alten „Villa Sonnenschein“-Hasen und neuen Puppenspielern bringt frischen Wind ins Schmidt Theater. Zu keinem Zeitpunkt wird es langatmig und man möchte unbedingt wissen, welche Bosheiten sich die Heimleiterin und der egoistische Doktor noch so ausdenken, um ihren perfiden Plan in die Tat umzusetzen.</p>
<p class="Body">Die Puppen sind und bleiben die nicht zu verheimlichenden Stars der Show &#8211; und damit sind nicht nur die Heimmitarbeiter gemeint, sondern auch Wanddekorationen wie Sonne, Wildschein oder Lampe &#8211; nicht zu vergessen das Kissen, die Bettpfanne und Topfpflanze Julio. Dass Julio nicht irgendein Grünzeug ist, sondern als Ableger vom Ableger des Ablegers vom Ableger der Pflanze aus Casanovas Schlafzimmer ein Füllhorn an Liebesweisheiten parat hat, nützt nicht nur Bufdi Felix. Auch die Zuschauer kommen voll auf ihre Kosten, wenn Heiko Wohlgemuth sich den Blumentopf vor den Bauch schnallt und zu Samba-Rhythmen hüftkreisend über die Bühne fegt.</p>
<p class="Body">Auch über die Nachspeise, die Dr. Mathieu und Melanie bei Maître Juneau zu sich nehmen, sollte man getrost ein Weilchen nachdenken, denn die deutsche Übersetzung der französischen Speisenfolge trifft deren Inhalt nicht so ganz&#8230;</p>
<p class="Body">Zwei neue Gesichter hinter den Puppen sind Katrin Taylor und Marco Knorz. Beide spielen das auf Umwegen zueinander findende Traumpaar Melanie und Felix überaus charismatisch und setzen in ihren Soli und Duetten gesangliche Höhepunkte.</p>
<p class="Body">„Villa Sonnenschein“ ist ein großer Spaß &#8211; vermutlich mehr für Jung als für Alt, denn die Aussicht auf eine nahende Zukunft in einem ähnlichen Etablissement stimmt sicherlich nicht optimistisch.</p>
<p class="Body">Der Eindruck, dass die wenigen textlichen Anpassungen noch gemeiner, noch rücksichtsloser sind, täuscht sicherlich nicht. Der Wunsch, dass sich diese Tradition auch 2014 fortsetzt, ist groß und bleibt sicherlich nicht unerfüllt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>22. Januar 2013</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Marco Knorz, Regina Lemnitz, Carolin Spieß, Katrin Taylor, Heiko Wohlgemuth</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Corny Littmann / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Fantitsch<br />
</span></p>
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		<title>Kai Bronisch über Puppenspielen, Stadttheater und seinen West End Traum</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/kai-bronisch-ueber-puppenspielen-stadttheater-und-seinen-west-end-traum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2007 13:45:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews mit Darstellern]]></category>
		<category><![CDATA[Kai Bronisch]]></category>
		<category><![CDATA[Les Miserables]]></category>
		<category><![CDATA[Villa Sonnenschein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die beiden Schmidt-Häuser in Hamburg – das Schmidt Theater und das Schmidts Tivoli – gelten als eingeschworene Gemeinde. Die Darsteller wechseln sich in den verschiedenen Stücken ab, handverlesene Nachwuchstalente werden gefördert, nur selten verlässt jemand die Schmidt-Familie endgültig. Nun hat diese sehr spezielle Hamburger Familie Zuwachs bekommen; von Nachwuchs kann man jedoch bei einem gestandenen ...</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Die beiden Schmidt-Häuser in Hamburg – das Schmidt Theater und das Schmidts Tivoli – gelten als eingeschworene Gemeinde. Die Darsteller wechseln sich in den verschiedenen Stücken ab, handverlesene Nachwuchstalente werden gefördert, nur selten verlässt jemand die Schmidt-Familie endgültig.</p>
<p class="Body">Nun hat diese sehr spezielle Hamburger Familie Zuwachs bekommen; von Nachwuchs kann man jedoch bei einem gestandenen Musical-Darsteller wie Kai Bronisch nicht sprechen. Seit 1997 spielte er in verschiedensten Musicalproduktionen auf den Bühnen Deutschlands. Nebenbei dreht er noch für das Fernsehen (zurzeit „Marienhof“).</p>
<p class="Body">Zurzeit steht der sympathische (Wahl-)Hamburger in vier Produktionen parallel auf der Bühne: „Les Misérables“ und „Heidi“ in Dessau, „Kuss der Spinnenfrau“ in Lübeck und eben „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1160"><span style="color: #333399;">Villa Sonnenschein</span></a>“ in Hamburg. Und schon im Sommer beginnen die Proben für „Les Misérables“ in Lübeck. Da drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob man bei so vielen Bühnen-Engagements nicht durcheinander kommt?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kai Bronisch:</strong> </span>Ich fühle mich sehr privilegiert, dass ich die Möglichkeit habe künstlerisch in einer solch großen Bandbreite aktiv zu sein, denn meine Rollen sind sehr unterschiedlich. Vor allem bin ich glücklich, dass ich das alles auch logistisch hinbekomme.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Das ist vielleicht sogar die größere Herausforderung: Spielen in Hamburg, Lübeck und Dessau und bis vor kurzem Dreharbeiten in München. Das geht natürlich alles nur in Absprache mit den Theatern, denn für jede Rolle, die ich spiele, brauche ich einen Cover.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Ist es nicht ein ziemlich harter Bruch zwischen einer Fun-Show wie „Villa Sonnenschein“ und „Les Misérables“ von einem Tag auf den anderen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kai Bronisch:</strong> </span>Ja, der Bruch ist schon sehr stark. Am schlimmsten war es als ich morgens in Dessau „Heidi“ geprobt habe und abends in Lübeck „Ladies Night“ spielen musste. Unterschiedlicher können Rollen kaum sein. Aber in dem Moment, wo ich ein Theater betrete, befasse ich mich nur noch mit der aktuellen Rolle. Alles andere blende ich aus. Ich empfinde es als meine Pflicht als Schauspieler in dem jeweiligen Stück immer 100 %ig präsent zu sein.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wenn Sie ständig auf Achse sind und von einem Theater zum anderen durch die halbe Nation reisen – wann finden Sie Zeit zum Entspannen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch: </span></strong>Zum einen kann ich mich auf den Zugfahrten immer sehr gut entspannen. Zurzeit genieße ich es aber sehr, dass ich mit der U-Bahn zur Arbeit fahren kann und nicht drei Stunden irgendwohin fahren oder gar fliegen muss. Ansonsten bin ich ein sehr häuslicher Typ und treffe mich gern mit Freunden. Natürlich mache ich auch Sport, aber es gibt auch Tage, an denen ich einfach nur zu Haus bin und nichts mache oder im Internet surfe.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Stimmt es, dass das Schmidt’s ein ganz besonderes Theater ist?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch: </span></strong>Auf jeden Fall. Das Theater hat seinen ganz eigenen Charme. Es ist ein sehr familiäres Haus. Alle, die hier arbeiten, sind ein besondere Schlag Mensch. An den anderen Stadttheatern hängt immer noch ein Riesenapparat an Künstlern und Sparten dran. Hier kennt man einfach jeden. Alle wollen hier sein und haben Lust hier zu spielen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Wie sind Sie zum Schmidt Theater gekommen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kai Bronisch:</strong> </span>Ich bin sehr gut mit Nik Breidenbach befreundet, der den Dr. Mathieu vor mir gespielt hat. Und da wir vom Typ her recht ähnlich sind, schlagen wir uns manchmal gegenseitig vor. So erhielt ich eines Tages einen Anruf und wurde zum Vorsingen und Puppenspielen eingeladen. Dafür muss man schon ein gewisses Talent mitbringen, aber ich habe einfach eine Szene improvisiert, was offensichtlich für gut befunden wurde.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Ist es schwer, mit der Puppe umzugehen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch: </span></strong>Nein, ich würde es eher als spannend bezeichnen. Ich stelle hier ja nicht meinen eigenen Körper und mein Können in Vordergrund, sondern muss alles durch meinen rechten Arm in die Puppe leiten, um Dr. Mathieu diese Rolle spielen zu lassen. Es eine unglaublich große Herausforderung, aber zugleich auch ein großer Spaß. Das hängt damit zusammen, dass ich mich von der Figur distanzieren kann. Ich kann viel offener und offensiver spielen als sonst. Das ist für mich eine ganz neue Art von Kreativität. Wenn man das Ganze perfekt beherrscht, entwickelt die Puppe ihr Eigenleben.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Haben Sie durch die Puppe nicht eine größere Distanz zum Publikum?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kai Bronisch:</strong> </span>Nein, denn wir verstecken uns ja nicht hinter den Puppen. Da ich Dr. Mathieu ja meine Beine und Stimme leihe, bin ich mir meiner Präsenz sehr bewusst. Der Glücksfall ist allerdings der, dass mich die Zuschauer hinter der Puppe nicht mehr wahrnehmen. Deshalb versuche ich immer so zu spielen, dass Dr. Mathieu vor meinem Gesicht ist. Wir versuchen quasi durch die Puppen hindurchzugucken und nicht daran vorbei eine zweite Spielebene zu schaffen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Ihre bisherigen Engagements waren meist bei eher unbekannten, aber deshalb nicht weniger anspruchsvollen Musicals wie „Me and my Girl“ oder „Kuss der Spinnenfrau“ o. a., die viele für besonders wertvoll halten. Ist das Absicht oder Zufall? Suchen Sie sich Ihre Rollen nach dem Anspruch des Stücks aus?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch:</span> </strong>Irgendwie bin ich da von Anfang an reingeschlittert. Ich hatte mich gerade entschlossen, meine Ausbildung an der Stage Schoool abzubrechen, weil ich damit nicht so richtig zufrieden war und auf Privatunterricht umzuschwenken, als ich durch einen Zufall von der „Tommy“-Audition in Lübeck erfahren habe. Ich habe mich dort total blauäugig beworben und wurde direkt genommen. Die Kontakte, die ich vor zehn Jahren gemacht habe, tragen mich auch heute noch.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Dadurch, dass ich immer an Stadttheatern gespielt habe, hatte ich häufiger die Chance, in Stücken zu spielen, die nicht „Mainstream“ sind. Ich habe dort nur wenig Vorgaben und kann eine Rolle von Null auf kreieren. Ich möchte meine Rollen mit Liebe und Seele spielen und genau das ermöglichen mir das Schmidt’s und andere Stadttheater.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Das klingt fast so, als würde man Sie auf einer der großen Ensuite-Bühnen auch in Zukunft nicht antreffen.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch: </span></strong>Ich weiche den Stücken der Stage Entertainment nicht bewusst aus, es ist nur bisher kein Musical dabei gewesen, in dem ich mich gesehen hätte. Außerdem drehe ich neben dem Theater noch für das Fernsehen und mache Werbung. Dafür brauche ich Zeit, die ich nicht hätte, wenn ich Ensuite spielen würde.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Natürlich habe ich auch probiert, mal in eine Ensuite-Produktion zu kommen: Mein erstes Musical war „Cats“ und ich wollte immer den Munkustrap spielen. Auch heute noch finde ich diese Rolle sehr interessant. Ich habe mich wirklich sehr oft auf diesen Part beworben und bin nie genommen worden. Da habe ich es dann irgendwann gelassen. Ich bin an Stadttheatern sehr erfolgreich, offenbar gehöre ich nicht in die Welt der Ensuite-Produktionen. Und genau das sehe ich jetzt als meinen Weg.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Gibt es denn noch einen Traum, den Sie sich beruflich erfüllen möchten?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch: </span></strong>Ja, ich möchte unbedingt einmal im West End arbeiten. Meine beiden Top-Theater-Erlebnisse waren „Jerry Springer“ und „The Producers“. Beide Shows waren sehr innovativ. Aber sie haben mich vor allem deshalb gefesselt, weil ich bis heute nicht fassen kann, wie man mit soviel Energie und Lebensfreude spielen kann. Die Darsteller, die dort im Ensemble stehen, stehen hier in Deutschland in der ersten Reihe.<br />
Ich wüsste zu gern, wie die das im West End schaffen, soviel Seele zu transportieren und sich achtmal pro Woche so zu motivieren, dass jede Show klingt wie eine Premiere und man das Gefühl, dass alle Schauspieler nur für einen selbst gespielt haben.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Aber ist es als Deutscher nicht extrem schwer, in London ein Engagement zu bekommen? Der Markt ist dort doch viel umkämpfter als hier und die Qualität der Künstler, wie Sie ja selbst beschreiben, um einiges höher.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kai Bronisch:</strong> </span>Dass das auch als Deutscher geht, hat meine Kollegin Julia Möller bei „Les Misérables“ gerade erst bewiesen. Auch Gido Schimanski war im Ensemble von der „Sinatra“-Show letztes Jahr dabei.<br />
Mir ist vollkommen egal, in welchem Stück – obwohl sich natürlich „Avenue Q“ geradezu anbieten würde. Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht nach London fliegen und an den nächsten Auditions teilnehmen soll.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span> </strong>Sie stehen auf der Bühne, vor der TV-Kamera und machen Werbung, Wofür schlägt Ihr Herz am meisten?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kai Bronisch:</strong> </span>Ganz klar für die Bühne. Ich mag es einfach, wenn der Vorhang aufgeht und keiner sagt: „Ey, das machen wir jetzt noch mal.“ Und das Ganze dann so oft bis es allen gefällt. Wenn auf der Bühne etwas nicht funktioniert, muss man eben improvisieren und es wieder hinbiegen.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Bei Ihrer Premiere als Dr. Mathieu hat man live erlebt, dass Sie ein Talent für Improvisationen haben. Wie viel konnten Sie von sich selbst in die Rolle mit einbringen? Immerhin gibt es die Figur schon seit eineinhalb Jahren.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch: </span></strong>Mir wurde von Anfang an freie Hand gelassen. Ich konnte mir eine eigene Stimme und eigene Charakterzüge für Dr. Mathieu ausdenken. Gemeinsam haben wir meine Ideen dann bewertet, verworfen oder weiter ausgebaut. Da hier alle Rolle mehrfach besetzt sind, ergeben sich auch immer wieder neue spannende Konstellationen mit anderen Energieflüssen. Keine Show ist wie die andere – das ist für mich ein Geschenk.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Obwohl Dr. Mathieu nun wahrlich kein Sympathieträger ist?</p>
<p class="Body" style="text-align: left; padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kai Bronisch:</span></strong> Ist er nicht? Ich finde eigentlich schon. Er wird nur verkannt (lacht). Ich werde sonst meistens für die netten Jungs besetzt, da macht es sehr viel Spaß, hier einen Charakter zu spielen, der nicht so nett ist. Natürlich ist Dr. Mathieu ein Unsympath, er macht einfach das, was er will. Und genau das finde ich toll. Mit dieser Puppe kann ich eine ganze Menge Dinge machen, die ich selbst nicht tun würde.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint:</span></strong> Wir danken Ihnen für dieses nette Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß als „Bad Guy“ Dr. Mathieu.</p>
<p class="Body">Mehr Informationen unter <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.adenberg.de/" href="http://www.kaibronisch.de/">www.kaibronisch.de</a></span></p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/kai-bronisch-ueber-puppenspielen-stadttheater-und-seinen-west-end-traum/">Kai Bronisch über Puppenspielen, Stadttheater und seinen West End Traum</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Sex und Crime im Altersheim“ geht weiter</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/sex-und-crime-im-altersheim-geht-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Feb 2007 11:24:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Corny Littmann]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Kuropka]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Radermacher]]></category>
		<category><![CDATA[Kai Bronisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Villa Sonnenschein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich kann auch Deutschland am weltweiten Hype um die beiden Hexen von Oz teilhaben. Seit 15. November ziehen die grüne Elphaba und die aufmerksamkeitsheischende Glinda das Publikum im Palladium Theater in ihren Bann. Stephen Schwartz’ Kompositionen funktionieren auch mit einem deutlich kleineren Orchester als am Broadway, die Ozianer begeistern auch in geringerer Anzahl als im ...</p>
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<p class="Body">Endlich kann auch Deutschland am weltweiten Hype um die beiden Hexen von Oz teilhaben. Seit 15. November ziehen die grüne Elphaba und die aufmerksamkeitsheischende Glinda das Publikum im Palladium Theater in ihren Bann.</p>
<p class="Body">Stephen Schwartz’ Kompositionen funktionieren auch mit einem deutlich kleineren Orchester als am Broadway, die Ozianer begeistern auch in geringerer Anzahl als im West End. „Wicked“ ist eine perfekte Show, bei der von Musik über Bühnenbild bis hin zu Story und Kostümen einfach alles stimmt. Die Zuschauer werden in die magisch-grüne Welt von Oz hineingezogen und verlassen das Theater wie verzaubert.</p>
<p class="Body">„Wicked“ bringt mehr als nur einen Hauch von Broadway ins beschauliche Stuttgart-Möhringen. Die Standortfrage wurde lange diskutiert und auch nach der Show darf man auf die längerfristige Akzeptanz der Show durch das schwäbische Publikum gespannt sein. Der Boden für einen großen Erfolg ist in jedem Fall bereitet.</p>
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<p class="Body">Eineinhalb Jahre nach der Uraufführung startete am 31. Januar bereits die dritte Spielzeit der „Villa Sonnenschein“ Hamburger Schmidt Theater.</p>
<p class="Body">Nicht nur die Menschen hinter den Puppen haben sich verändert, sondern auch einige Puppen haben ein neues Gesicht bekommen. Es geht aber immer noch um den Zivi Felix, der sich engagiert seiner Aufgabe im Altersheim „Villa Sonnenschein“ widmet. Doch kaum dort angekommen, verliebt er sich Hals über Kopf in Melanie, die schöne Tochter der fiesen Heimleiterin Mechthild. Diese versucht, die Gefühlsduseleien ihrer Tochter zu unterbinden und mit dem ersten Arbeitstag der charmanten Chauvis Dr. Mathieu beginnt Melanie tatsächlich zu zweifeln.</p>
<p class="Body">Währenddessen leiden die vier Heimbewohner zusehends unter den Allüren ihres Hausdrachens Mechthild. Die ersinnt nämlich gemeinsam mit Dr. Mathieu einen heimtückischen Plan, der sie dauerhaft von der Pflegearbeit befreit.</p>
<p class="Body">Doch die Heimbewohner sind gar nicht so verkalkt wie es scheint: Gemeinsam mit den diversen Dekorationsgegenständen, u. a. einem Wildschweinkopf, der Lampe und einer Pflanze, kommen sie dem hinterhältigen Arzt und der ihm hörigen Heimleiterin auf die Schliche und als positiver Nebeneffekt des ganzen finden Felix und Melanie schlussendlich doch zueinander. Wenn das nicht der Stoff für einen spannenden Musicalabend ist&#8230;</p>
<p class="Body">Da im Schmidt Theater Unterhaltung und Spaß im Vordergrund stehen, wird das Stück lange nicht so dramatisch und düster dargeboten wie es vielleicht in anderen Häusern zu erwarten wäre. Mit einer gehörigen Portion Wortwitz, viel Sinn für Situationskomik und Improvisationstalent wird ein Abend in der „Villa Sonnenschein“ zu einem Angriff auf die Lachmuskeln.</p>
<p class="Body">Das Besondere an diesem Stück sind nicht die Menschen, sondern die Puppen. Bis auf die vier Heimbewohner (eine davon agiert als „Piep“-Ton in ihrem Bett, gibt aber den entscheidenden Hinweis zur Aufklärung des Komplotts) werden alle anderen Charaktere durch Handpuppen dargestellt. Die meisten Darsteller spielen zudem nicht nur eine Puppe, sondern leihen ihre Stimme gleich mehreren der teilweise recht skurrilen Charaktere. Einen ausführlichen Bericht über die Geschehnisse auf und hinter der Bühne lesen Sie in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Villa_Sonnenschein_2006.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=463">hier</a></span>.</p>
<p class="Body">Die beiden Antipathieträger des Stücks, Mechthild und Dr. Mathieu, werden in der Wiederaufnahme von Franziska Kuropka und Kai Bronisch gegeben. Während Franziska Kuropka schon in anderen Produktionen des Schmidt Theater bzw. Schmidt’s Tivoli mitgewirkt hat, ist Kai Bronisch neu in Schmidt-Familie. Wie sich das anfühlt, erzählt er uns in einem ausführlichen <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Kai_Bronisch.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=840">Gespräch</a></span>.</p>
<p class="Body">Kuropka macht sich ihre „Villa Sonnenschein“-Erfahrung zunutze und stellt Mechthild mal als intrigantes Biest mal als sexsüchtige Schlampe gleichermaßen überzeugend dar. Der Neuzugang Bronisch hat eine der publikumswirksamsten Figuren auf seiner rechten Hand und tritt damit in die Fußstapfen von Premieren-Mathieu Nik Breidenbach, der zurzeit bei „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ auf RTL zu sehen ist. Bronisch muss sich hinter dem langjährigen Schmidt-Darsteller jedoch nicht verstecken. Er macht sich den unsympathischen Schleimer Mathieu zunutze und fühlt sich als Ekelpaket scheinbar genauso wohl, wie als besserwissender „Chica-Checker“ Julio (eine Topfpflanze).</p>
<p class="Body">Dass noch nicht alle Abläufe perfekt sitzen und zur Freude von Heiko Wohlgemuth (Text), der sich die Premiere natürlich nicht entgehen ließ, einige lustige Improvisationen erforderlich waren, störte keinen der anwesenden Premierengäste. Für die meistens gehören kleinere Pannen im Schmidt’s einfach dazu, denn seien wir mal ehrlich, wenn dort auch jede Show nach Schema F ablaufen würde, wie in den großen Ensuite-Produktionen, würde das Hamburger Traditionshaus deutlich an Charme verlieren.</p>
<p class="Body">Jan Radermacher gibt einen bemitleidenswerten Felix, dem man sofort abnimmt, dass er nicht versteht, wie die Welt sich dreht. Genauso wie er stand auch Miriam Lotz alias Melanie bereits in dem Rentner-Musical auf der Bühne. Das Zusammenspiel funktioniert sehr gut und man sieht beiden den Spaß an der Arbeit an. Das gilt auch für die weiteren Darsteller: Carin Abicht als Ehemänner-verschleißende Operndiva Carlotta, Burkhard Heim als dementer Hubert, Lisa Huk als zweiter Arm der Puppen, Kissen und Lampe usw. sowie Chef des Hauses Corny Littmann als grantelnder Gustav.</p>
<p class="Body">Das Musical des Schmidtschen Dreigestirn Lingnau/Wohlgemuth/Matschoß ist trotz der Spielstätte Aletrsheim lebensfroh, deutet auf Missstände hin, ohne dabei auch nur im Mindesten ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das zeigt sich auch in der Werbung im Flyer und auf Plakaten in Hamburg: Da wird der Zivi Felix einfach mal „unterbelichteter Arschabwischer“ tituliert, Dr. Mathieu avanciert zum „tiefgreifenden Unterhalter“ und Corny Littmann alias Gustav ist schlicht der „Porno-Downloader“. Genau diese Spitzfindigkeiten sind es, die das Publikum an „seinem“ Schmidt’s liebt. Und deshalb kommen alle immer wieder. Es gibt keinen Grund daran etwas zu ändern. Der Erfolg gibt dem Team schlichtweg Recht.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>31. Januar 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Kai Bronisch, Franziska Kuropka, Jan Radermacher</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Martin Lingnau / Corny Littmann<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schmidt Theater<br />
</span></p>
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		<title>Villa Sonnenschein &#8211; Von Puppen und Menschen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/463/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2006 09:35:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Backstage]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidt Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Villa Sonnenschein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kennen Sie Tukulele? Nein? Dann wird es aber Zeit… Tukulele ist das bevorzugte Reiseziel von Dr. Mathieu und weckt in der „Villa Sonnenschein“ in Form einer Dia-Show Fernweh. An der Nordküste der Insel Mubatomba im südmipentinischen Meer gelegen, dient Tukulele seit einigen Jahren Pharmakonzernen als Ort für Kongresse korrupter Kassenärzte. Wer sich die Dias von ...</p>
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<p>Kennen Sie Tukulele? Nein? Dann wird es aber Zeit…</p>
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<p class="Body">Tukulele ist das bevorzugte Reiseziel von Dr. Mathieu und weckt in der „Villa Sonnenschein“ in Form einer Dia-Show Fernweh. An der Nordküste der Insel Mubatomba im südmipentinischen Meer gelegen, dient Tukulele seit einigen Jahren Pharmakonzernen als Ort für Kongresse korrupter Kassenärzte. Wer sich die Dias von Dr. Mathieu genauer anschaut, erkennt im Hintergrund den Hamburger Hafen. Genau das ist der Kult hinter der Show…</p>
<div><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Villa_Sonnenschein_2006_files/shapeimage_3.png" alt="" width="307" height="394" /></div>
<p class="Body">Das Schmidt Theater ist seit 1988 eine feste Größe im Hamburger Kultur- und Nachtleben. Neben TV-Auftritten, Bühnenpräsenz in den skurrilsten Rollen und Ausflügen ins Regiefach ist Corny Littmann, der Inhaber vom Schmidt Theater und dem daneben liegenden Schmidt’s Tivoli, auch Künstlerischer Leiter bei Seelive Tivoli, die die AIDA-Clubschiffe mit verschiedensten Showprogrammen ausstatten.</p>
<p class="Body">blickpunkt musical warf einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen des mit 400 Plätzen gar nicht so kleinen Kulttheaters auf dem Hamburger Kiez und traf dabei Corny Littmann, der als Inhaber des Theaters alle Zügel fest in der Hand hält, unterhielt sich mit Nik Breidenbach über die Ähnlichkeit zwischen einem Schauspieler und seiner Puppe und folgte Multitalent Heiko Wohlgemuth in die Puppenwerkstätten, erfuhr von ihm wie das „Altersheim“-Stück entstand und warum er immer wieder als Darsteller mit auf der Bühne steht.</p>
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<p class="Body">„Villa Sonnenschein“ war im Sommer 2005 die Eröffnungsproduktion für das „neue“ Schmidt Theater. Der Premiere ging der Abriss des 1988 von Corny Littmann eröffneten Schmidt Theaters und der zeitgemäße Wiederaufbau voraus. „Die Gewissheit, dass das alte Theater verschwindet, war schon schwer zu ertragen.“ gibt Corny Littmann zu, „Jetzt ist alles sehr modern. Wir haben hier eine wunderbare Symbiose aus dem Alten und dem notwendig Neuen geschaffen. Die Bühnentechnik wurde aktuellen Standards angepasst, die Garderobensituation, die im alten Theater wirklich sehr unglücklich war, entspricht dem eines modernen Theaters. Es ist uns gelungen, den alten Geist in das neue Theater hinüberzubringen. Ich sehne mich nicht zurück nach dem kleinen Schmidt Theater. In unserem neuen Haus bin ich rundum glücklich.“</p>
<p class="Body">Die beiden Theater von Corny Littmann lassen immer wieder durch erfolgreiche Eigenproduktionen aufhorchen. Dazu zählen u. a. „Fifty, Fifty“, „Swinging St. Pauli“, die „Heiße Ecke“ und seit letztem Jahr eben die „Villa Sonnenschein“. Nicht ohne Stolz erläutert Corny Littmann das Konzept: „Wir machen konsequent Eigenproduktionen. Wir leben davon, dass wir eigene Stücke erfinden und diese auf der Bühne weiterentwickeln. Dazu gehört natürlich auch ein über die Jahre gewachsenes kleines Kreativteam.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Villa_Sonnenschein_2006_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Mit Martin Lingnau, Thomas Matschoß und Heiko Wohlgemuth haben wir erfolgreiche Komponisten, Autoren und Texter direkt bei uns im Haus. Der beste Beweis für den Erfolg unseres Teams sind die verschiedenen Tour-varianten von „Swinging St. Pauli“ und von der „Heißen Ecke“ ist im letzten November schon die 500. Vorstellung gelaufen. Wenn man es auf den Punkt bringen will, kann man sagen, dass wir die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten konsequent ausnutzen. Das Gegenbeispiel ist die Stage Entertainment, die mit der deutschen Fassung von „Mamma Mia!“ alle Kritiker hat verstummen lassen und sich mit „Pinkelstadt“ richtig was getraut hat. Aber seitdem? Es kommt eben nichts nach. Das ist im Vergleich zu deren Möglichkeiten ziemlich dürftig. Und wir stellen laufend neue Eigenproduktionen auf die Bühne.“</p>
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<p class="Body">Sprechende Puppen und Bettpfannen, singende Blumen und Wildschweine sowie stundenlang piepsende Hauptdarsteller – all das bietet die „Villa Sonnenschein“ (<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.alexander-flint.de/Michaela/Musicals/ALT Musicalsite/html/villa_sonnenschein.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1657">Premierenbericht</a></span>). Die Figuren, das Bühnenbild, die Texte zeugen von viel Kreativität im Hintergrund. Doch wie kommt man auf die Idee ein Musical über die korrupten, menschenverachtenden Vorgänge in einem Altersheim zu machen? Mit-Autor Heiko Wohlgemuth berichtet von der ursprünglichen Idee, ein Musical über den Kiez zu machen „mit Feuerschluckern, boxenden Känguruhs usw. Daraus wurde dann letztlich erstmal die „Heiße Ecke“. Aber die Idee, etwas mit Puppen zu machen war immer noch da. Nachdem ich mit Corny und Martin dann „Avenue Q“ am Broadway gesehen hatte, waren wir so begeistert, dass sich gleich die ersten Ideen entwickelten. Für mich als Henson-Fan – ich liebe die Muppet Show, Sesamstraße usw. – eröffnete sich eine große Spielwiese. Schon als ich hier im Schmidt’s angefangen habe, habe ich schnell Puppen wie das sprechende Mikro und Pit Bull in die Programme eingebaut, an denen ich beteiligt war.“ „Das mit den Puppen ist keine neue Erfindung von uns. Wir fanden das, was die in New York gemacht haben einfach klasse und haben überlegt, wie wir das bei uns in Deutschland umsetzen können.“ ergänzt Corny Littmann.</p>
<p class="Body">Heiko Wohlgemuth führt weiter aus, dass die Puppen in „Villa Sonnenschein“ in dem vollen Bewusstsein eingesetzt wurden, dass Vergleiche mit „Avenue Q“ gemacht werden. „Doch das Puppenspiel ist ja nicht in Amerika erfunden worden und auch nicht hier. Es ist nur in dieser Form Deutschland noch nicht umgesetzt worden. Ich könnte das Argument verstehen, wenn wir die Handlung abgekupfert hätten. Für mich war der Hauptgrund für den Einsatz der Puppen, dass man damit direkt an die Kinderseele jedes Zuschauers rührt.“ Corny Littmann fügt hinzu, dass es für die Gäste ein besonderer Reiz ist, herauszufinden, wie und von wem die verschiedenen Puppen gespielt werden. „Bei „Avenue Q“ gibt es nur einen Überraschungsmoment, wo eine Pizzapackung anfängt zu sprechen. Diese Idee haben wir zwar aufgenommen, aber bei uns sprechen Bettpfannen, Kissen, Blumen usw. – viel mehr und viel ungewöhnlichere Gegenstände.“</p>
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<p class="Body"><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Villa_Sonnenschein_2006_files/shapeimage_6.png" alt="" width="310" height="399" />Jetzt wissen wir zwar, weshalb die Puppen eingesetzt wurden, aber so richtig klar ist immer noch nicht, warum Rentner im Mittelpunkt der Handlung stehen und Corny Littmann für seine Rolle sogar eigens Rollstuhl fahren lernen musste. Heiko Wohlgemuth versucht, das zu erklären: „Alte Leute sind von einer ganz bestimmten Aura umgeben. Man empfindet automatisch Mitgefühl und Sympathie für einen alternden US-Schauspieler, der sich durch eine Talk-Show schlägt. Den Ausschlag hat bei mir der Besuch von „Titanic“ gegeben. Ich fand das Stück im Großen und Ganzen eher fade. Als ich das alte Ehepaar gesehen habe, dachte ich – ja, da ist es wieder. Ich fühlte mich durch deren Geschichte wesentlich mehr berührt als durch die ganzen jungen Schicksale, die dort dargestellt wurden. So kam es zu der Idee, die Handlung in ein Altersheim zu verlegen.“</p>
<p class="Body">Erfahrungsgemäß ändert sich bei den Eigenproduktion aus der Schmidt’s-Fabrik während des Spielbetriebs noch eine ganze Menge. Auch bei der „Villa Sonnenschein“ wurde in den ersten 100 Shows noch viel an den Dialogen, den Gags, den Songs usw. gebastelt. „Unsere Stücke werden zu einem gewissen Anteil auch immer vom Ensemble mitgeschrieben.“ erläutert Heiko Wohlgemuth, „Alle, die in irgendeiner Form daran beteiligt sind, geben uns Tipps und Anregungen, die wir dann diskutieren. Aber ich kann mich an keine Show erinnern, bei der wir noch drei Tage vor der Premiere so viel geändert haben. Wir hatten drei verschiedene Openings für die „Villa Sonnenschein“ und haben immer wieder probiert, welches am besten ankommt. Und wenn ein Gag an einem Tag nicht funktioniert hat, haben wir ihn am nächsten Tag geändert.“</p>
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<p class="Body">Das Spielen der Puppen gehört zu den Dingen, die sich das Team gemeinsam erarbeitet hat. Heiko Wohlgemuth, der als Zweitbesetzung von Dr. Mathieu ebenfalls regelmäßig auf der Bühne steht, erzählt, dass für richtigen Unterricht bei einem professionellen Puppenspieler keine Zeit war: „Keiner von uns hatte Erfahrungen im Puppenspiel. So was lernt man eben nicht auf der Schauspielschule.“ Nik Breidenbach pflichtet seinem Kollegen bei: „Der Umgang mit den Puppen hat sich von selbst entwickelt. Ich liebe es, mit diesen Puppen zu spielen. Man ist so dicht dran am Publikum. Ich spiele durch die Puppe hindurch und verstecke mich auch irgendwie dahinter. Es ist eine andere Art zu Spielen, die mir als Schauspieler auch eine andere Freiheit ermöglicht.“ Hinter der Bühne geht es – für den Zuschauer unsichtbar – oft recht hektisch zu. Die fünf puppenspielenden Darsteller spielen ja nicht nur eine, sondern teilweise bis zu drei Figuren. Nik Breidenbach ist neben dem eitlen Dr. Mathieu auch noch als allwissende, ständig plappernde Pflanze Julio und als Tod zu erleben: „Raus aus dem Doktor, rein in die Pflanze, den Gang hinter mir dann so freihalten, dass die anderen von vorbeigehen können, mich das Publikum aber nicht sieht.</p>
<p class="Body">Mit dem einen Arm noch in Julio, in der anderen Hand schon den Tod… Es ist alles recht eng und muss sehr schnell gehen, aber es macht einen Heidenspaß.“ Heiko Wohlgemuth ergänzt nüchtern (aber nicht ohne Stolz): „Wir haben auch eine gute Truppe.“</p>
<p class="Body">Was bei einem Aufenthalt in der „Villa Sonnenschein“ auffällt, ist dass die Puppen eine gewisse Ähnlichkeit mit ihren spielenden Menschen haben. Nik Breidenbach lacht: „Das kann gar nicht sein. Dr. Mathieu war schon fertig, bevor ich überhaupt wusste, dass ich diese Rolle spielen würde.“ Auch Heiko Wohlgemuth bestätigt, dass die Puppen sich überhaupt nicht an den Darstellern orientieren konnten, da aufgrund des Zeitdrucks Auditions und Puppenbau parallel stattfanden. Der Bau der Puppen stellte dabei eine wesentlich größere Herausforderung dar, als vorher angenommen: „Ein professioneller Puppenbauer braucht ca. zwei Jahre Vorlauf für das Kreieren von Puppen. Wir hatten aber nur vier Wochen Zeit. Wir haben viele Entwürfe gesehen, aber keiner war das, was wir uns vorgestellt hatten.“ Das „Villa Sonnenschein“-Team fand die Rettung dann schließlich im eigenen Haus: Götz Furhmann, Darsteller in der „Heißen Ecke“, entwarf innerhalb von 24 Stunden einen Dr. Mathieu, der alle umhaute. „Ich weiß noch, wie er damit durch das Terrassenfenster schaute und wir alle befreit ausatmeten.“ beschreibt Heiko Wohlgemuth die Erleichterung über diese Schicksalsfügung.</p>
<div class="tinyText stroke_3">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Villa_Sonnenschein_2006_files/shapeimage_7.png" alt="" width="403" height="169" /></div>
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<p class="Body">Da mit Dr. Mathieu eine der wichtigsten Figuren schon fertig gestellt war, befasste sich Götz Fuhrmann mit den weiteren Charakteren. Anhand der Charakterbeschreibung von Heiko Wohlgemuth machte er sich Gedanken zu den Gesichtszügen jeder einzelnen Puppe und modellierte diese in Ton vor. Da alle Puppen verschiedene Gefühlsregungen zeigen, durften die Gesichter auf keinen Fall eindimensional sein. Nach ein bisschen Tüftelarbeit standen die markanten Falten und Furchen in den Tonmodellen fest. Anhand des hieraus gefertigten Gipsabdrucks wurden die Puppenköpfe dann aus Silikon gefertigt und mit Weichschaum aufgefüllt. Diese Materialien sind unerlässlich, da sie am leichtesten sind, denn immerhin tragen die fünf Darsteller ihre Puppen jeden Abend zweieinhalb Stunden herum und einen Bandscheibenschaden wollte keiner riskieren. Während sich Götz Fuhrmann also um die „menschlichen“ Puppen kümmerte, hat sich Multitalent Heiko Wohlgemuth an die Bettpfanne und Sonnenblumen gemacht. Hierbei stand vor allem die einfache Handhabung im Mittelpunkt: Man kann nicht 20 Personen hinter die Bühne stellen, um Lampen, Wildschwein, Bingo-Karton usw. zu spielen. Die lebendigen Requisiten mussten von maximal einer Person spielbar bleiben. Zahlreiche Versionen hat er durchprobiert bis er die sehr lebhaften Figuren fertig gestellt hatte.</p>
<p class="Body">Auf die Frage, wie viel man von sich selbst in die Figuren einbringt, ernten wir allgemeines Gelächter. „Die Figuren sind so abstrakt, dass man sich gar nicht mit ihnen identifizieren kann. Insofern macht es keinen Unterschied, ob man den Doktor, eine Pflanze oder ein Kissen spielt.“ so Nik Breidenbach. Heiko Wohlgemuth ergänzt: „Auf der Reeperbahn laufen jede Menge verschrobener Charaktere herum, die prima Vorlagen für Puppen jeglicher Art abgeben.“ Bei Corny Littmann verhält es sich etwas anders. Der schrullige, todessehnsüchtige Gustav ist wieder eine dieser Rollen, in denen sich der Chef am wohlsten zu fühlen scheint. „Je länger ich eine Rolle spiele, desto größer werden die Ähnlichkeiten. Dennoch arbeiten wir viel mit Klischees und stellen die Figuren völlig überspitzt dar.“ sagt Corny Littmann. Heiko Wohlgemuth gibt zu, dass er sich beim Schreiben dieser Rolle stark an Oma Lizzy aus „Pension Schmidt“ orientiert hat, die ebenfalls durch ihre unfreundliche, ruppige Art und ihre grenzwertigen Sprüche auffiel. Und natürlich wurde auch diese Figur von Corny Littmann gespielt.</p>
<p class="Body">Das Schmidt Theater und sein Chef sind Hamburger Originale, die Eigenproduktionen des Kreativ-Team Lingnau/Matschoß/Wohlgemuth sind Kult und bei soviel spürbarer Familiarität und Bodenständigkeit ist nachvollziehbar, warum auch in Zukunft viele Gäste den Weg an den Spielbudenplatz Nr. 27 finden werden.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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		<title>Skurrile Puppenshow</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/skurrile-puppenshow/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2005 17:20:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2005]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Zobrys]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Spieß]]></category>
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		<category><![CDATA[Thomas Matschoß]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Villa Sonnenschein“ ist die erste Musical-Eigenproduktion, die im neue renovierten Schmidt Theater zur Aufführung kommt. Die Produktion verlangt den Darstellern einiges an Vielseitigkeit ab: Neben Singen, Tanzen und Schauspielen müssen sie in diesem Musical auch noch Puppenspieler sein. Und damit sind nicht nur Handpuppen gemeint, sondern auch ein Wildschwein, Lampen, Pflanzen, die Sonne, eine Bettpfanne ...</p>
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<p class="Body">„Villa Sonnenschein“ ist die erste Musical-Eigenproduktion, die im neue renovierten Schmidt Theater zur Aufführung kommt. Die Produktion verlangt den Darstellern einiges an Vielseitigkeit ab: Neben Singen, Tanzen und Schauspielen müssen sie in diesem Musical auch noch Puppenspieler sein. Und damit sind nicht nur Handpuppen gemeint, sondern auch ein Wildschwein, Lampen, Pflanzen, die Sonne, eine Bettpfanne und Kissen.</p>
<p class="Body">Die Gestaltung der Puppen erinnert auf den ersten Blick sehr an die amerikanischen „Avenue Q“-Kollegen und kaum jemand wird eine gewisse Inspiration durch die erfolgreiche Broadway-Show ernsthaft abstreiten, doch steckt der Teufel hier im Detail: Die Bedienung der Puppen erfolgt beispielsweise nicht mit Stöcken, sondern die Hamburger Darsteller stecken mit einem Arm in ihrer Puppe, während die Arme sich nicht einzeln bewegen lassen.</p>
<p class="Body">Das junge und im Schmidt’s mehrfach bewährte Kreativ-Team bestehend aus Martin Lingnau (Musik), Heiko Wohlgemuth (Texte), Thomas Matschoß (Buch) hat sich ausgerechnet ein Altenheim als Spielstätte für die ungewöhnliche Show ausgesucht. Dort verbringen Carlotta und Hubert (Ingrit Dohse und Uli Pleßmann) zusammen mit dem ewig meckernden Gustav (Corny Littmann) ihren Lebensabend und sind den Allüren der rücksichtslosen Heimleiterin Mechthild (Carolin Spieß) hoffnungslos ausgeliefert.</p>
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<p class="Body">Unruhe bringt der Zivi Felix (Benjamin Zobrys) in die Villa Sonnenschein. Nicht nur, dass er die rüpelhaften Behandlungsmethoden nicht mitmacht, er verliebt sich auch noch in Melanie(Miriam Lotz), die Tochter von Mechthild. Als dann plötzlich Dr. Mathieu (Nik Breidenbach), der neue Arzt, auftaucht und für einige emotionale Verwirrung bei Mechthild und Melanie sorgt, ist das Chaos komplett.</p>
<p class="Body">Auch wenn es zunächst so scheint, als würden Mechthild und Dr. Mathieu das Altenheim nach ihren Vorstellungen von Grund auf und ohne Rücksicht auf (geplante) Verluste umgestalten können, am Ende siegt – dank der tatkräftigen Unterstützung von Wildschwein und Lampe und der nicht zu verachtenden Lebenserfahrung von Carlotta, Hubert und Gustav – doch das Gute.</p>
<p class="Body">Lediglich drei Personen treten „nur“ als Menschen auf – der Rest des Ensembles hat immer eine Puppe zu bedienen. Das Zusammenspiel von Puppe und Mensch funktioniert lückenlos und ohne holprige Stellen. Es macht viel Spaß erwachsenen Menschen beim Puppenspielen zuzusehen. Man ist mehr als einmal hin- und hergerissen, wem man beim Fortgang der Geschichte folgt: den Puppen oder den Menschen hinter ihnen.</p>
<p class="Body">Nik Breidenbach kann sich im Laufe des Abends sowohl als schleimiger Verführer austoben als auch als allwissende (mit fließend französischem Akzent parlierende) Pflanze die Heimbewohner mit seinen Weisheiten nerven. Corny Littman scheint mit der rollstuhlfahrenden (Zuschauer durch riskante Bremsmanöver erschreckenden) „Kodderschnauze“ Gustav, wiederum eine ideale Rolle gefunden haben. Permanent schlechte Laune verbreitend, versucht er die jungen Menschen von der Nutzlosigkeit des Seins zu überzeugen – natürlich ohne Erfolg. Carolin Spieß macht als unsympathische machthungrige Heimleiterin richtig Spaß und überzeugt genauso wie Benjamin Zobrys als schüchterner Zivi Felix. Etwas blass bleibt lediglich Miriam Lotz als Melanie.</p>
<p class="Body">Die Kulissen auf der wesentlich vergrößerten Bühne des Schmidt’s sind zweckdienlich und halten mal als Aufenthaltsraum oder auch als Umgebung für ein schräges Kasperle-Theater her. Über plappernde Bettpfannen oder einen Mini-Sensenmann muss sich hier nun wirklich niemand wundern. Während eine der Türen im Hintergrund die ganze Zeit über verschlossen bleibt, befindet sich hinter der anderen die Patientin „Piep“ – eine Dame, die nur noch auf ihr Ableben zu warten scheint, von den anderen Heimbewohnern jedoch als vollwertige Leidensgenossin angesehen wird. Die Querverweise auf die sterbende Piep sind ganz eindeutig die Handschrift vom Schmidt Theater. Genauso so schräg und unangepasst erwarten die Zuschauer „ihr“ Schmidt’s.</p>
<p class="Body">Was man jedoch als Stammgast so nicht erwartet hat, ist die etwas unstimmige Musik. Teilweise könnte man sie sogar als langweilig bezeichnen. Üblicherweise bestechen Martin Lingnaus Kompositionen durch Geschwindigkeit und Witz, doch in diesem Fall passt sich die Musik dem Thema Rentner an und dümpelt recht unaufregend dahin. Das ganze Gegenteil sind die Texte von Heiko Wohlgemuth, die phasenweise erfrischend frech, verliebt säuselnd, herrisch befehlend oder einfach nur motzig daherkommen.</p>
<p class="Body">Das Gesamtbild bei der „Villa Sonnenschein“ stimmt. Man bekommt zu großen Teilen, das was man vom Schmidt’s kennt und wird nicht von soviel Neuem überrascht, dass man meint, man säße im falschen Theater. Die Idee mit den Handpuppen ist sicherlich nicht neu, aber sie ist in dieser Form das erste Mal in Europa zu sehen und macht Lust auf mehr.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>August 2005</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Nik Breidenbach, Carolin Spieß, Benjamin Zobrys</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Buch<span class="Bold"> / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Thomas Matschoß  / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schmidt Theater</span></div>
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