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	<title>Thomas Zaufke-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Thomas Zaufke-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Märchen mal anders – und hochaktuell!</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Dec 2019 15:08:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Frederik von Mansberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 2010 gibt das Theater Lüneburg jedes Jahr Jugendlichen eine Plattform, um gemeinsam mit erwachsenen Profis ein Musical zu erarbeiten. In den letzten Jahren gehörten Stücke wie „13“, „Spring Awakening“ oder „Next to Normal“ zu den Themen, die im kleinen T3 Theater direkt neben dem Großen Haus gezeigt wurden. Auch „Grimm“ von Peter Lund (Buch) ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2010 gibt das Theater Lüneburg jedes Jahr Jugendlichen eine Plattform, um gemeinsam mit erwachsenen Profis ein Musical zu erarbeiten. In den letzten Jahren gehörten Stücke wie „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1227">13</a></span>“, „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1276">Spring Awakening</a></span>“ oder „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1053"><span style="color: #333399;">Next to Normal</span></a>“ zu den Themen, die im kleinen T3 Theater direkt neben dem Großen Haus gezeigt wurden.</p>
<p>Auch „Grimm“ von Peter Lund (Buch) und Thomas Zaufke (Musik) reiht sich ein die Riege anspruchsvoller, da inhaltlich sehr aktueller Stoffe. Lund ermöglicht einen anderen Blickwinkel auf bekannte Märchen der Gebrüder Grimm. Jeder kennt „Rotkäppchen“ und „Der Wolf und die sieben Geißlein“ – aber ist der Wolf, dem in diesen beiden Märchen die Rolle des Bösewichts zukommt, wirklich so grausam wie beschrieben? Gibt es vielleicht Gründe für sein Verhalten? Es lohnt sich, hier mal hinter die Fassade zu schauen, denn auch und gerade Märchen sind nicht frei von Vorurteilen und Stereotypen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2779 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-5.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die 14-jährige Dorothea lebt als Mensch inmitten von Hunden, Schweinen und Ziegen. Die Dorfgemeinschaft funktioniert: Bürgermeister Sultan, der alte Hofhund des Bauern, ist Wächter und Ratgeber zugleich, Gisella kümmert sich aufopferungsvoll um ihre sieben Geißlein, Schweinchen Schlau und seine Geschwister Didi und Dicklinde sorgen für Abwechslung. Keiner von ihnen traut sich jedoch in den Wald, denn dort ist es gefährlich – so sagt man zumindest.</p>
<p>Doch Oma Eulalia, eine leicht wunderliche alte Eule, hat sich genau dorthin zurückgezogen und scheint sich sehr wohl zu fühlen.</p>
<p>Eines Tages möchte Dorothea Oma Eule, von der sie auch das verhasste rote Käppchen geschenkt bekommen hat, besuchen gehen. Im Wald trifft sie auf den jungen Wolf Grimm. Beide fühlen sich magisch angezogen vom „Unbekannten“ und verstehen sich auf Anhieb sehr gut. Während Dorothea sofort merkt, dass an den Gerüchten um den bösen Wolf nichts dran ist und im Dorf ein gutes Wort für ihn einlegt, verhindert sie gleichzeitig, dass der Wolf seine Vorurteile über Menschen ablegen kann, denn sie gesteht ihm nicht, dass sie zu dieser von als „gefährlichsten und niederträchtigsten“ bezeichneten Art auf der Erde gehört.</p>
<p>Nach anfänglichem Aufeinanderzugehen im Dorf siegen Neid und Missgunst, und die von Schweinchen Schlau gesäten Vorbehalte fallen auf fruchtbaren Boden. Obwohl er nichts getan hat, wird der Wolf verurteilt und des Dorfes verwiesen. Dorothea ist verletzt und geschockt, aber so richtig tritt sie für ihren neuen Freund dann auch wieder nicht ein. Sie bleibt im Dorf und nimmt mit regelmäßigen Treffen im Wald vorlieb.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2778 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass diese ganze Dorfwelt voller Vorurteile, Gerüchte, Hass und Missgunst hätte verhindert werden können, lag vor 14 Jahren in den Pfoten Sultans: Gemeinsam mit seinem Kumpel, dem Vater von Grimm, hat er eine List ersonnen, wie sie den Bauern davon abbringen konnten, den alten, nutzlosen Hofhund zu erschießen. Der Plan funktionierte, doch als es dann darum ging, dem Bauern zu verheimlichen, wo der Wolf und seine Familie wohnten, konnte Sultan nicht aus seiner Haut: Der Hund ist des Menschen bester Freund! Er verriet seinen Kumpel und machte sich dessen Todes schuldig.</p>
<p>Doch auch diese schwere Verfehlung wird am Ende von der Dorfgemeinschaft hingenommen – um des lieben Friedens willen…</p>
<p>Sätze wie „Wir sind nicht allein auf der Welt“, „Der Klimaschutz fängt beim Fleischverzicht an“ oder „Brennende Wälder als Futter für Rinder“ verpuffen leider. Auch die (gleichgeschlechtliche) Liebe von Dicklinde und Schweinchen Wild wird nicht mit einer entsprechenden Botschaft versehen, als der Wolf fragt, was daran normal sein soll, dass zwei weibliche Schweine sich verlieben.</p>
<p>Hier hätte man sicherlich noch deutlich plakativer sein können – dem Unterhaltungswert des Stücks hätte dies sicherlich keinen Abbruch getan.</p>
<p>Im Laufe des Stücks klingen viele Argumente gegen die allgegenwärtigen Märchen-Klischees an. Die Figuren zeigen auf, dass viele Geschichten, die man sich erzählt, nicht plausibel oder schlichtweg erfunden und nicht wahr sind. Doch trotz dieser zahlreichen Hinweise und Protestaufrufe siegen Alltag und Bequemlichkeit: Der Wolf lebt wieder im Wald, Oma Eule bleibt ebenfalls dort, Dorothea und die anderen bleiben im sicheren Dorf. Die einzige Ausnahme ist Schweinchen Dicklinde, die in Schweinchen Wild ihre große Liebe gefunden hat und ihr altes Leben gegen ein gemeinsames Leben im Wald eintauscht.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2777 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-3.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Insgesamt 18 Darsteller wirbeln über die Bühne und die beiden Spielebenen rechts und links davon. Die Inszenierung von Friedrich von Mansberg gefällt, da sie viel Spielraum lässt für individuelle Interpretationen. Warum Schweinchen Schlau von zwei sich mäßig ergänzenden Jugendlichen gespielt wird, erschließt sich nicht, und auch die Anleihe beim „König der Löwen“ als Rotkäppchen nach deren Rettung wie Simba dem Dorfvolk präsentiert wird, ist eher überflüssig. Hingegen ist das gemeinsame Sprechen von Sätzen durch Didi und Dicklinde sehr gelungen und auch Didis Verzweiflung als sich Dicklinde von ihr abwendet sehr gut inszeniert.</p>
<p>Die Choreographien von Rhea Gubler sind gut auf die Nachwuchskünstler angepasst, auch wenn sich hier einmal mehr deutlich sichtbar Tanztalent ausmachen lässt.</p>
<p>Sascha Littig gibt den erfahrenen, aber leider wenig weisen Bürgermeisterhund Sultan. Gesanglich und von der Bühnenpräsenz her reicht niemand an häufigen Gast auf Lüneburgs Bühnen heran. Seinen Sohn Rex spielt Gunt Temuujin, der die Wandlung vom feigen Hündchen zum selbstbewussten Nachwuchs-Wächter ganz passabel nachzeichnet. Er hat eine schöne Stimme, ihm fehlt es aber noch ein wenig an Übung, um dieses Handwerkszeug auch gekommen einsetzen zu können.</p>
<p>Von den Jugendlichen sticht Anton Frederik von Mansberg heraus: Er spielt den jungen Wolf Grimm sehr authentisch, kann Gefühle gut über die Rampe bringen und überzeugt gesanglich in allen emotionalen und kompositionsbedingten Höhen und Tiefen. Er hat eine sehr spannende Stimmfarbe und man darf gespannt sein, was man von diesem talentierten Theaterfamilienspross in Zukunft noch hören bzw. sehen wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2781 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/GRIMM_c_tw_AndreasTamme-9-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Schauspielerisch ist das gesamte junge Ensemble sehr stark, die schwächen zeigen sich insbesondere im Gesang. Dies gilt für Nike Just (Dorothea), Jona Hoek (Schweinchen Wild), Leonie Wiegmann (Schweinchen Didi) und Viktoria Flecke (Schweinchen Dicklinde) gleichermaßen. Sie alle spielen ihren teilweise schrägen Rollen mit viel Einsatz, dass so manches Mal die Stimme wackelt, was bei einem freien Jugendensemble zu verzeihen ist.</p>
<p>Paula Franke hat als Gisella Geiß eine sehr dankbare Rolle: Sie spielt und singt die meckernde Alleinerziehende mit leichtem Hang zum Anbiedern an vermeintliche Mächtige (wahlweise Sultan, Schweinchen Schlau oder Grimm) sehr gut.</p>
<p>Margarita Georgiadis zeigt als Oma Eule den richtigen Weg auf – auch wenn nicht jeder folgen möchte oder kann. Sie spielt mit viel Talent für Pointen und ist sich ihrer Präsenz sehr bewusst. Auch ihrem Gesang hört man gern zu.</p>
<p>„Grimm“ ist unterhaltsame Gesellschaftskritik, die in Lüneburg etwas zu brav gerät. Doch man kann den Jugendlichen unumwunden attestieren, dass sie ihre Rollen mit viel Engagement spielen und diese durchaus tiefergehend erarbeitet haben.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Junge Bühne T3, Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">20</span><span class="Bold">. Dezember 2019</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Sascha Littig, Margarita Georgiadis, Paula Franke, Nike Just, Anton Frederik von Mansberg (*Namensnennungen vorbehaltlich der Bestätigung der Besetzung durch das Theater)</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Friedrich von Mansberg / Thomas Zaufke<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Andreas Tamme</span></p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Grimm! &#8211; Ein Abschlussprojekt setzt Maßstäbe</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/grimm-ein-abschlussprojekt-setzt-massstaebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2017 18:49:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Amina Liedtke]]></category>
		<category><![CDATA[Christin Reiter]]></category>
		<category><![CDATA[David Lee Krohn]]></category>
		<category><![CDATA[Dorothee Weingarten]]></category>
		<category><![CDATA[Grimm!]]></category>
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		<category><![CDATA[Mainz]]></category>
		<category><![CDATA[Nathalie Hack]]></category>
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		<category><![CDATA[Sol Spies]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Zaufke]]></category>
		<category><![CDATA[Valerie Wilhelm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2017 macht der erste Jahrgang der Mainzer „Musical Arts Academy of the Performing Arts“ seinen Abschluss, den Björn Breckheimer seit Übernahme des Direktoriums der Schule im Jahre 2013 von Anfang an begleitete. Zehn Absolventen und sechs Zweit- und Viertsemester stehen beim Abschlussprojekt in den Mainzer Kammerspielen auf der Bühne. Mit „Grimm!“ von Peter Lund (Buch) ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>2017 macht der erste Jahrgang der Mainzer „Musical Arts Academy of the Performing Arts“ seinen Abschluss, den Björn Breckheimer seit Übernahme des Direktoriums der Schule im Jahre 2013 von Anfang an begleitete. Zehn Absolventen und sechs Zweit- und Viertsemester stehen beim Abschlussprojekt in den Mainzer Kammerspielen auf der Bühne.</p>
<p>Mit „Grimm!“ von Peter Lund (Buch) und Thomas Zaufke (Musik) haben sich die Dozenten im wahrsten Sinn ein „ausgezeichnetes“ Stück ausgesucht, denn 2015 erhielt diese ungewöhnliche Auseinandersetzung mit den Märchen unserer Kindheit den Deutschen Musical Theater Preis für das „Beste Buch“.</p>
<p>Erzählt wird die Geschichte von Dorothea und Grimm, besser bekannt als Rotkäppchen und der böse Wolf. Dorothea ist es Leid von allen als Rotkäppchen bezeichnet zu werden, immerhin ist sie ja schon 14 Jahre alt und das dörfliche Korsett geht ihr mächtig gegen den Strich. Sie ist neugierig und abenteuerlustig und geht im Wald auf Entdeckungsreise. Sie trifft auf Grimm, der sich sofort in die süße Blondine verliebt. Auch Dorothea verliebt sich, doch die beiden haben eine Menge Vorurteile auf beiden Seiten des Zauns zu beseitigen&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2031 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6375-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6375-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6375-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6375.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dorothea möchte, dass Grimm die Tiere im Dorf kennenlernt, denn dort gibt es viele Geschichten vom bösen Wolf, die so auf Grimm nicht zutreffen und Dorothea möchte, dass die Dorfbewohner ihren Grimm so kennenlernen, wie er wirklich ist. Grimm wiederum ist voller Hass gegen die Menschen – das blutrünstigste und grausamste Tier der Erde – da sie seine Eltern umgebracht haben. Er ahnt nicht, dass Dorothea auch ein Mensch ist, da er selbst bisher nie einen Menschen gesehen hat.</p>
<p>Der Bürgermeister des Dorfs ist Sultan, der mit seinem ziemlich feigen Sohn, dem Jäger Rex, für Ordnung sorgt. Dass es Sultan ist, der Grimms Eltern auf dem Gewissen hat, weil er seine eigene Haut retten wollte, erfährt Grimm zum Glück nicht. Rex ist der beste Freund von Dorothea und sehr argwöhnisch hinsichtlich ihrer neuen Bekanntschaft. Ihm wäre es am liebsten, sie würde diese gefährliche Bestie weder treffen noch ins Dorf bringen.</p>
<p>Diese Meinung teilt Schweinchen Schlau, die ihre Schwestern Schweinchen Doof und Schweinchen Dick zunächst noch gut im Griff hat. Auch gelingt es ihr, die Erzählungen einiger Dorfbewohner so umzudrehen, dass daraus die Märchen vom „Rotkäppchen“ und dem „Wolf und den sieben Geißlein“ werden, die jedes Kind kennt. Doch die Wahrheit war ganz anders.</p>
<p>Das belegt auch die alleinerziehende Ziege Gisela, die mit ihren sechs Geißlein ebenfalls im Dorf lebt. Sieben sind es nie gewesen.</p>
<p>Dann gibt es noch Oma Eule, die sich schon vor langem aus dem Dorf zurückgezogen hat und als „wunderliche Alte“ verschrien, glücklich mitten im Wald lebt. Sie war es auch, die nicht nur Grimm aufgezogen hat, sondern auch Schweinchen Wild Obdach gibt.</p>
<p>Im Laufe der Handlung verlieben sich Schweinchen Dick, das in Wirklichkeit gar nicht dick ist, und Schweinchen Wild, das optisch sehr an Scaramouche aus „We Will Rock You“ erinnert, ineinander. Sie kämpfen mit den Vorurteilen ihrer Umgebung und müssen auch bei sich selbst einige Mauern einreißen, bevor sie endlich zu ihrer Liebe stehen können.</p>
<p>Schweinchen Schlau mutiert immer mehr zum Möchtegern-Diktator des Dorfes – gerade in der heutigen politischen Umgebung ein wunderbarer gesellschaftlicher Spiegel der Tatsache, wie einfach sich Menschen beeinflussen lassen. Doch am Ende ist es Schweinchen Doof, das eigentlich gar nicht doof, sondern nur etwas schusselig ist, welches die Pläne ihrer Schwester verrät.</p>
<p>Für Dorothea und Grimm gibt es kein Happy End, da die Mauern in den Köpfen der meisten Dorfbewohner einfach zu hoch sind und es auch beiden nicht gelingt, sich von diesen Vorurteilen selbst zu befreien.</p>
<p>„Grimm!“ sprüht nur so vor Wortwitz und Anspielungen auf die heutige Zeit. Es ist spannend, wie man eine bekannte Geschichte so entzaubern kann, dass plötzlich alles in einem ganz anderen, nicht weniger schlüssigen Licht erscheint.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2032 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6643a-328x400.jpg" alt="" width="328" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6643a-328x400.jpg 328w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/DSC_6643a.jpg 656w" sizes="auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px" />Musikalisch bedient Zaufke von Swing über Walzer bis hin zu „klassischem“ Musical-Pop eine breite, sehr gefällige Klaviatur. Die Rahmenbedingungen dieses Stücks sind schlichtweg perfekt!</p>
<p>Auch die Umsetzung in Mainz kann getrost als sehr gelungen bezeichnet werden. Die Bühne, hier insbesondere die Bäume, hat Nathalie Meyer mehr als nur zweckdienlich gestaltet. Die Kostüme (Claudia Wehner) haben hingegen eher Amateurniveau. Die Teddyfellfetzen an den Hüten der Hunde und die unterschiedlichen Plüschkleider der Geißlein sind ganz süß, aber insgesamt bleiben die Kostüme im Hintergrund.</p>
<p>Claudia Wehner (Mainzer Kammerspiele) hat das Abschussprojekt inszeniert und hierbei sehr gute Arbeit geleistet. Sie wird in ihrer Regie jedem der so besonderen, teils arg exzentrischen Charaktere gerecht, überzeichnet diese in einem verträglichen Maß, ohne jedoch den Blick für das durchaus jüngere Zielpublikum zu verlieren.</p>
<p>Eine schwere Aufgabe hatte offenbar Chris Ertelt, die zu Zaufkes schwungvollen, abwechslungsreichen Melodien ebenso mitreißende Choreographien auf das Parkett bringen musste. Leider waren diese jedoch mehrheitlich wenig anspruchsvoll und zudem noch asynchron ausgeführt. Ob dies an den Choreographien an sich, zu wenig Probenfokus auf diesen Bereich oder dem individuellen Tanztalent der Absolventen lag, ist schwer zu beurteilen.</p>
<p>Die musikalische Leitung lag in den Händen von Björn Breckheimer. Wie auch schon in den letztjährigen Weihnachtsprojekten der Musical Arts Academy werden Stärken und Schwächen einiger Nachwuchsdarsteller insbesondere im Gesang deutlich. Im Bereich Schauspiel können hingegen alle 10 Absolventen überzeugen.</p>
<p>Breckheimer und Ertelt haben gemeinsam über die Besetzung der Rollen entschieden. Wie immer kann man hier unterschiedlichster Ansicht sein. Doch Làszló Nagy ist es sehr gute Wahl für Grimm. Er kann die Zerrissenheit, das Wilde sowie die Sanftheit und Verletzlichkeit der vermeintlichen Bestie sehr gut transportieren. Einzig bei schnellen Gesangspassagen mit viel Text wird es aufgrund seines Akzents manchmal schwierig ihm zu folgen.</p>
<p>Valerie Wilhelm gibt eine sympathische Dorothea, deren Energie und Willen, die alten Zöpfe abzuschneiden, spürbar ist. Leider kann sie gesanglich und tänzerisch nicht ganz so überzeugen.</p>
<p>Für viele lustige Momente ist Christin Reiter als Gisela Geiß zuständig. Wenn sie meckernd ihre Soli singt (und dabei ihre schöne Stimme mutwillig „verzerrt“) oder den bei ihren Geißlein unfreiwillig babysittenden Wolf lüstern zu verführen versucht, sorgt das für großes Gelächter.</p>
<p>Nathalie Hack kann als Oma Eule aus dem Vollen schöpfen. Ihr liegen exzentrische Charaktere, und auch wenn sie ihr tänzerisches Können in dieser Rolle nicht zeigen kann, ist ihre Spielfreude ansteckend. Ähnliches gilt für Sol Spies als Schweinchen Wild: Sie sieht nicht nur aus wie eine rotzige Göre, ihr Habitus und ihre Sprache sind absolut entsprechend. Ihr macht dieses unangepasste Schwein sichtlich Spaß! Gesanglich bleiben aber sowohl Spies als auch Hack hinter den Erwartungen zurück.</p>
<p>Amina Liedtke darf als Schweinchen Doof ihre Vielseitigkeit zeigen: Sie spielt das Dummchen genauso glaubwürdig wie das an Gollum erinnernde fiese Schweinchen. Zudem singt und tanzt sie in jeder Szene einwandfrei. Sie kann alle drei Sparten des Musicals gleichermaßen gut bedienen, dennoch empfiehlt sie sich mit ihrem Gespür für Comedy und das Publikum eher für komische als dramatische Rollen.</p>
<p>David Lee Krohn spielt nicht nur Rex, er hat das Stück mit seinen Mitschülern auch musikalisch einstudiert. Krohn kann sich sehr gut in Charaktere einarbeiten, er spielt auch den wankelmütigen Hund absolut glaubwürdig. Schade, dass man von seiner sehr guten Stimme an diesem Abend kaum etwas hört.</p>
<p>Der komplette Abschluss-Jahrgang hat bereits Engagements über den Sommer. Das zeigt sowohl die hohe Qualität der Ausbildung in Mainz als auch das gute Netzwerk des Leitungsteams, dem das Wohl seiner Schützlinge auch nach der Ausbildung am Herzen liegt. Mit dieser Abschlusspräsentation haben die Kreativen die Latte für nachfolgende Jahrgänge sehr hoch gelegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>gekürzt</em> <em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Kammerspiele, Mainz</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 21. April 2017</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="Bold">Nathalie Hack, David Lee Krohn, Amina Liedtke, László Nagy, Sol Spies, Christin Reiter, Dorothee Weingarten, Valerie Wilhelm, Julian Schlier</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Thomas Zaufke / Claudia Wehner</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Andreas Liebisch<br />
</span></div>
</div>
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