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	<title>Steffen Neutze-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Steffen Neutze-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Große Oper im Stadttheater</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Mar 2025 13:54:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bisher waren der Fortsetzung des Musical-Klassikers &#8222;Das Phantom der Oper&#8220; mangels Publikums-Interesse meist nur kurze Spielzeiten beschieden. Das Jahr im Hamburger Operettenhaus gehörte dabei mit zu den längsten. Die Handlung spielt 10 Jahre nach den weltbekannten Ereignissen in Paris. Das Phantom hat sich als Mister Y in einem Vergnügungspark auf Coney Island (New York) ein ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher waren der Fortsetzung des Musical-Klassikers &#8222;Das Phantom der Oper&#8220; mangels Publikums-Interesse meist nur kurze Spielzeiten beschieden. Das Jahr im <a href="https://www.musicals-online.com/love-never-dies/">Hamburger Operettenhaus</a> gehörte dabei mit zu den längsten.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3636 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_037-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Handlung spielt 10 Jahre nach den weltbekannten Ereignissen in Paris. Das Phantom hat sich als Mister Y in einem Vergnügungspark auf Coney Island (New York) ein neues Leben aufgebaut, Christine ist eine gefeierte Operndiva, die zu ihrem ersten Engagement nach New York eingeladen wird und die Reise mit ihrem Mann Raoul, dem Vicomte de Chagny und dem gemeinsamen Sohn Gustave, antritt.</p>
<p>Auf Coney Island laufen Christine und Raoul alsbald Meg Giry und ihrer Mutter in die Arme, die dem Phantom immer die Treue gehalten haben. Gustave hingegen ist fasziniert von der Kreativität, die von diesem magischen Ort auf Coney Island ausgeht.</p>
<p>Als das Phantom und Christine sich wiedersehen, schwelgen sie kurz in romantischen Erinnerungen an ihre bewegte und bewegende Zeit in Paris. Doch schnell wird klar, dass Christine zu ihrer Familie halten wird. Das Phantom nutzt Christines Loyalität erfolgreich aus und bringt sie dazu, noch einmal für ihn zu singen. Aufgrund dieses Auftritts kommt es zu Eifersucht seitens Meg, die kurzerhand Gustave entführt; Raoul ertränkt seinen wiederaufkeimenden Hass in Alkohol und stellt Christine ein Ultimatum, welches diese zugunsten ihrer Familie aber nicht akzeptieren kann.</p>
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<p>Das klingt nicht nur nach atemloser, dramatischer und hoch emotionaler Handlung, das ist es auch. Vielleicht ist es dieses Zuviel an verschiedensten Gefühlen, das &#8222;Love Never Dies&#8220; den Erfolg verwehrt hat. An der Musik und starken Charakteren kann es jedenfalls nicht liegen.</p>
<p>In dieser Spielzeit ist dieses Drama-Musical nun am Stadttheater Lüneburg zu sehen. Das Kreativ-Team des mit drei Bühnen gar nicht so kleinen Theaters hat sich selbst übertroffen: Barbara Bloch schafft mit ihrem Bühnenbild auf mehreren Ebenen mit Coney Islands Traumwelt (nicht nur die Quallen, die sich den Weg durch den Zuschauerraum zur Bühne bahnen, sind herzallerliebst), dem Reich von Mister Y alias dem Phantom, der Suite von Christine sowie den verspiegelten Geheimgängen in &#8222;Phantasma&#8220; immer wieder stilistisch runde Settings für die Handlung. Perfekt ergänzt werden diese durch das stimmig-kreative Kostümbild von Benjamin Burgunder, der den Kontrast zwischen geifernder Pressemeute bei Christines Ankunft in New York und den Künstlern auf Coney Island nicht deutlicher darstellen könnte: Gedeckte Brauntöne treffen auf eine überbordende Farbenpracht &#8211; sehr gelungen!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3638 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_149-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die neun Protagonisten sowie Haus- und Extrachor werden von den Lüneburger Symphonikern unter der Leitung von Christoph Bönecker begleitet. Andrew Lloyd Webbers Kompositionen flehen geradezu nach einer klassischen Begleitung und diese live und nicht vom Tonband zu hören, ist einfach eine Wohltat &#8211; zumal, wenn sie so auf den Punkt und fehlerfrei dargeboten wird, wie am Premierenabend. Wenn die Streicher beim Titelsong &#8222;Liebe stirbt nie&#8220; einsetzen, beginnt man sofort zu Träumen&#8230;</p>
<p>Diese vielen Menschen nicht nur akustisch, sondern auch tänzerisch leichtfüßig über die Bühne zu bewegen, fällt Olaf Schmidt zu. Seine Choreographien sind immer passend für die jeweils agierenden Darsteller gewählt, dennoch sieht man deutlich einige Schwachstellen.</p>
<p>Sich musikalische Gäste für einzelne Produktionen einzuladen, ist in Lüneburg eine liebgewonnene und bewährte Tradition. Thomas Borchert und Navina Heyne stehen nach dem &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/klassisches-drama-fuer-die-musicalbuehne/">Graf von Monte Christo</a>&#8220; nun bereits zum zweiten Mal auf dieser Bühne: Borchert in einer ihm aus zahlreichen &#8222;Phantom der Oper&#8220;-Vorstellungen sehr vertrauten Rolle, Heyne als Christine in einer ihr auf den Leib geschriebenen Paraderolle. Beide glänzen als ihre Bühnen Alter Egos: Borchert strotzt vor Energie &#8211; seine Art Gefühle zu zeigen, ist unverkennbar &#8211; und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise ist die verwirrend-verletzende Emotionswelt des Phantoms. Doch Heyne stiehlt ihm mit ihrem glockenhellen Sopran, ihrer Sanftheit, Verletzlichkeit und dem Selbstbewusstsein der verantwortungsvollen Mutter die Show. Aber so soll es ja auch sein, der Star ist Christine &#8211; das war schon immer so. Wen kümmert es da, dass die beiden das Spielalter der Figuren locker um einige Jahrzehnte übertreffen?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3639 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_307-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Oliver Arno ist als Vicomte de Chagny der fehlende Part dieser Ménage à Trois: Er spielt mit einer Intensität, die unter die Haut geht. Die Stimmungsschwankungen zwischen dem traurigen, kraftvollen &#8222;Welchen Grund hat sie?&#8220; hin zum energischen Duell &#8222;Wer verliert, geht unter&#8220; mit dem Phantom sind beeindruckend. In dieser Inszenierung sind sich Raoul und Phantom ganz klar ebenbürtig!</p>
<p>Anna Langer kommt als Meg die Rolle des &#8222;schmückenden Beiwerks&#8220; zu, die sie jedoch mit einer guten Energie ausstattet. Sie hat eine tolle Jazz-Stimme, die man in diesem Stück so nicht erwartet, kann bösartig und liebevoll sein und irgendwie bekommt man Mitleid mit diesem glücklosen Mädchen.</p>
<p>Kirsten Patt kann die Hin- und Hergerissenheit der loyalen Mme. Giry, die ihr Leben für den Erfolg ihrer Tochter Meg aufgegeben hat, sehr glaubhaft über die Rampe bringen. Ihre statthafte Erscheinung unterstreicht ihre Zielstrebigkeit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3637 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_114-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Sidekicks &#8211; Mister Y fleißige Helferlein Squelch (Steffen Neutze), Gangle (Sascha Littig) und Fleck (Sarah Hanikel) &#8211; sorgen für heitere Momente, was als mit Schaumstoff ausstaffierter &#8222;stärkster Mann der Welt&#8220; (Neutze), etwas zu rundliche Vogelfrau Fleck (Hanikel) und nicht wirklich mysteriös-fieser Gangle (Littig) sicherlich nicht immer leicht fällt. Doch gerade dieser Auflockerungen braucht das Stück, da es ansonsten deutlich zu schwer verdaulich wäre.</p>
<p>Fragezeichen bleiben beim &#8222;Erinnerungswalzer&#8220; von Meg und Christine&#8230; Beide waren im Opernballett, Walzer wurde in Paris nie getanzt. Es bleibt wohl das Geheimnis des Intendanten Friedrich von Mansberg, weshalb er sich ausgerechnet Walzer für diese Szene ausgesucht hat. Auch die Tatsache das Gustave von Mädchen gespielt wird, sorgt beim geneigten Zuschauer für Falten auf der Stirn: Gibt es in ganz Lüneburg keine Jungen im passenden Alter, die diese Rolle spielerisch und gesanglich zu meistern in der Lage sind? Ich möchte das bezweifeln. Mädchen in Jungenrollen sind heutzutage nun wirklich nicht mehr &#8222;State of the Art&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3640 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/03/LoveNeverDies_FotoJQ_383-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass bei Christines großem Auftritt (&#8222;Liebe stirbt nie&#8220;) vom Balkon über ihr rot erstrahlender Eisnebel auf die in einem roten Glitzerkleid gewandete Heyne herabfällt, erinnert tatsächlich eher an Drama &amp; Blut und weniger an romantische Gefühle. Hier wäre weniger vielleicht dann ausnahmsweise doch mehr gewesen.</p>
<p>Doch Heynes Gesang versöhnt für diese kleinen Irritationen in der Inszenierung. Es ist wundervoll zu sehen, dass auch selten gespielte und durchaus anspruchsvolle Stücke wie &#8222;Der Graf von Monte Christo&#8220; oder &#8222;Love Never Dies&#8220; für Spielzeiten an Stadttheatern ausgewählt werden. Immer nur &#8222;My Fair Lady&#8220; wäre auch wirklich zu langweilig. Danke für diesen Mut!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">1</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Thomas Borchert, Navina Heyne, Oliver Arno, Kirsten Patt, Anna Langner, Steffen Neutze, Sascha Littig, Sarah Hanikel, Anneke Kramer / Lotta Wroblewski</span><br />
<span style="color: #333399;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik:</strong> Friedrich von Mansberg / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></span></p>
</div>
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		<title>Kein schöner Ort&#8230;</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/kein-schoener-ort/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 24 Nov 2024 14:52:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Grand Hotel&#8220; hat als Buch und Film vor knapp 100 Jahren große Erfolge gefeiert. 1989 folgte (nach einem ersten erfolglosen Versuch in den späten 1950er Jahren) das Broadway-Debüt des Musicals und hat sich seither als anspruchsvolles Stück einen Namen gemacht. Dass sich ein Drei-Sparten-Haus wie Lüneburg an diesen alles andere als leichten Stoff wagt, ist ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Grand Hotel&#8220; hat als Buch und Film vor knapp 100 Jahren große Erfolge gefeiert. 1989 folgte (nach einem ersten erfolglosen Versuch in den späten 1950er Jahren) das Broadway-Debüt des Musicals und hat sich seither als anspruchsvolles Stück einen Namen gemacht. Dass sich ein Drei-Sparten-Haus wie Lüneburg an diesen alles andere als leichten Stoff wagt, ist bemerkenswert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3604 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_020-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Mindestens genau ungewöhnlich ist, dass mit Philipp Kochheim ein in Lüneburg bisher unbekannter Regsisseur die Inszenierung übernahm. Dazu wurden viele musicalische Gäste engagiert, um dem Stück auch hier gerecht zu werden.</p>
<p>Die Bühne von Barbara Bloch sieht auf den ersten Blick vielversprechend aus. Düster, ein wenig in die Jahre gekommen und ganz sicher nicht so wie man sich ein Grand Hotel vorstellt, doch irgendwie spannend. Auch die Kostüme und deren detailverliebtes Design sind sehr gelungen.</p>
<p>Doch schon die ersten fünf Minuten überfordern viele im Publikum. Die Gäste und Angestellten reden kreuz und quer durcheinander und man fragt sich, wann es endlich losgeht. Dieser Grad der Irritiation wird im Laufe der insgesamt 110 Minuten (die aus gutem Grund ohne Pause aufgeführt werden) ins nahezu Unermessliche gesteigert. Es fällt schwer, den Beweggründen der Protagonisten zu folgen &#8211; wahlweise sind sie einfach zu oberflächlich wie Flämmchen oder zu undurchschaubar wie Kringelein. Auch musikalisch fehlt der rote Faden, auch wenn sich die Lüneburger Symphoniker redlich bemühen, die anspruchsvollen Kompositionen verdaulich zu Gehör zu bringen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3606 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_425-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein Drittel der Songs stammt aus der Feder von Maury Yeston (&#8222;Titanic&#8220;). Hier harmonieren Gesang und Orchester in der für ihn typischen Weise und man bekommt zumindest ansatzweise das Gefühl in einem Musical zu sitzen. Tatsächlich wird das Stück erst ca. 40 Minuten vor Schluss wirklich rund.</p>
<p>Das liegt zum einen sicherlich am historischen Hintergrund, vor dem die Handlung stattfindet: Berlin 1928, der Judenhass wird immer sichtbarer und nationalsozialistisches Gedankengut erobert immer mehr den Alltag. Doch auch die weitgehend dunkle Bühne, die Kostüme und Choreographien, die schrägen Charaktere &#8211; all das erschwert den Genuss dieses Bühnenkunstwerks sehr.</p>
<p>Natürlich gibt es auch hier Licht und Schatten, wobei man nach dem Licht schon sehr suchen muss: Da ist bspw. Masha Karell als Primaballerina Elizaveta Grushinskay, die herrlich exzentrisch, zutiefst unsicher und gleichzeitig sehr naiv ist. Karell verleiht der Figur Substanz und tanzt auf dem sprichwörtlichen Drahtseil. Man hat unweigerlich Mitleid mit ihr. Frank Logemann darf als todkranker Buchhalter Otto Kringelein das Publikum von einem sorgenfreien Leben träumen lassen, erdet aber alle auch direkt, wenn er die Fäden zwischen Flämmchens übergriffigen Chef, seinem nahenden Tod und seiner Verletzlichkeit spannt. Den abgebrannten, aber nicht minder gewitzten Baron von Gaigern darf Markus Schneider spielen. Er hat einen sehr dankbaren Part, der ihm ermöglicht, eine große Bandbreite an Gefühlen und Können (sowohl tänzerisch alös auch gesanglich) zu zeigen. Er spielt federleicht und jungenhaft, wenn er mit Flämmchen schäkert, gleichzeitig gelingt ihm die Gratwanderung zwischen geplangten Betrug und ehrlicher Zuneigung zu Elizaveta ganz hervorragend. Wann immer Karell und Schneider gemeinsam auf der Bühne sind, fühlt sich das Publikum wohl.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3605 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/GrandHotel_FotoJQ_097-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Aber reichen diese wenigen Highlights? Leider nein. Die weiteren Rollen bieten charakterlich wenig &#8222;Spielfläche&#8220;, auf der sich die Darstellerinnen und Darsteller austoben könnten. Die Choreographien (Riccardo den Nigris) sind weder Fisch noch Fleisch: Mal ein hauch von Fosse, dann wieder Charleston, dann Contemporary &#8211; so richtig kann man nicht erkennen, wo die Reise hier hingehen soll.</p>
<p>Was ist nun die Ursache für diese sehr gemischten Gefühle, mit denen man das Theater verlässt? Die Künstler auf und unter der Bühne sind allesamt Könner ihres Fachs. Und auch das bewährte Lüneburger Team bei Kulissen, Kostümen und Ensemble funktioniert. Liegt es nur an der Regie? Schwer zu sagen&#8230; Das Stück ist nicht leicht und dass man unweigerlich an &#8222;Black Rider&#8220; erinnert wird, ist beim Kochheims HIntergrund vielleicht nicht gänzlich abwegig. Doch auch das allein kann es nicht sein.</p>
<p>Vielleicht ist es wirklich die Gesamtkomposition aus dunkler Bühne, dunklem politischen Hintergrundgeschehen, tragischer Handlung, wenig liebenswerten Charakteren und musikalischem Anspruch, die das &#8222;Grand Hotel&#8220; in Lüneburg zu einem Ort macht, an dem man sich nicht wirklich gern aufhält&#8230;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">23</span><span class="Bold">. November 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Masha Karell, Frank Logemann, Katharina Maria Abt, Markus Schneider, Karl Schneider, Kirsten Patt, Marc Westphal, Marcus Billen, Steffen Neutze, Sascha Littig</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Philipp Kochheim / Robert Wright &amp; George Forrest &amp; Maury Yeston<br />
</span><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Klassisches Drama für die Musicalbühne</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/klassisches-drama-fuer-die-musicalbuehne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2023 12:02:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Marchetti]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Frederik von Mansberg]]></category>
		<category><![CDATA[Der Graf von Monte Christo]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Falk Steingräber]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Ringe]]></category>
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		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Navina Heyne]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Hennes]]></category>
		<category><![CDATA[Pia Naegeli]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borchert]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wem Alexandre Dumas&#8216; Klassiker der Weltliteratur nich geläufig ist, für den gibt es hier eine sehr kurze Zusammenfassung des Geschehens: <em>Edmond Dantès wird Opfer einer infamen Intrige, gerade in dem Moment, in dem sein berufliches und privates Glück perfekt scheint. Soeben zum Kapitän befördert, feiert er die Verlobung mit der schönen Mercédès – und im nächsten Moment verliert er nicht nur seine Freiheit, sondern auch seine große Liebe an einen Widersacher. </em><br />
<em>Viele Jahre sitzt Dantès im Gefängnis, während sich seine Feinde an Reichtum und gesellschaftlicher Anerkennung erfreuen. Ein Mitgefangener verrät ihm den Weg zu einem Schatz auf der Mittelmeerinsel Monte Christo, den Dantès nach dessen erfolgreicher Hebung zu einer ausgeklügelten Rache nutzt: Als geheimnisvoller „Graf von Monte Christo“ kehrt er zurück…</em> (Quelle: <a href="https://www.theater-lueneburg.de/stuecke/der-graf-von-monte-christo/">Theater Lüneburg</a>)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3425 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Frank Wildhorn und Jack Murphy haben den dramatischen Stoff für die Weltpremiere in St. Gallen 2009 geschrieben. Wildhorn hat bekanntermaßen ein Händchen für düstere Themen, bei denen der Zuschauer tief in die Seelen der Protagonisten blickt. Und so beginnt auch dieses Stück mit einem sehr pathetischen Opening (der Verlobung von Edmond und Mercédès), bei dem zwei Dinge direkt deutlich werden: Thomas Borchert und Navina Heyne sind auch auf der Bühne ein Traumpaar, aber Walzer tanzen können die Paare auf der Bühne allesamt nicht.</p>
<p>Navina Heyne hat eine wunderschöne Stimmfarbe, sanft und tief, eher untypisch für das Musicalfach, aber perfekt für diese Rolle! Thomas Borchert war schon 2009 ein wenig zu alt für den zu Beginn des Stücks erst 19-jährigen Edmond, dennoch gelingt es ihm, dessen Naivität und Gutgläubigkeit glaubwürdig darzustellen.</p>
<p>&#8222;Niemals allein&#8220; ist &#8222;ein typischer&#8220; Wildhorn. Man fühlt sich sehr an &#8222;Jekyll &amp; Hyde&#8220; erinnert als sich das Paar voneinander verabschieden muss, da Edmond aufgrund einer Intrige neidvoller Adliger gefangengenommen wird. Fast wirkt es so als wäre Mercédès gestorben, denn sie wird auf der Bühne mit Rosen bedeckt, doch da sie wenig später wieder singt, ist dies wohl nur ein inszenatorisch missglückter Einfall.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3423 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" /></p>
<p>Im Gefängnis, in dem Edmond 14 lange Jahre verbringen muss, trifft er auf Abbé Faria, den Sascha Littig mit einer gewissen Cleverness und Unbedarftheit spielt. Edmond lernt viel von Faria &#8211; vor allem im Gefängnis zu überleben und sich nicht seiner Todessehnsucht hinzugeben. Kurz bevor Faria selbst stirbt, weiht er Edmond noch in das Geheimnis des Schatzes von Monte Christo ein. Das Duett (&#8222;Könige&#8220;) ist sehr schön und unterstreicht die Bedeutsamkeit der Beziehung von Edmond und Faria.</p>
<p>Luisa Vampa, die Piratin, die Edmond nach Monte Christo bringt, ist von Cornelia Brunn (Bühnen- und Kostümbild) vortreffelich eingekleidet worden. Leider will die Choreographie (Olaf Schmidt) so gar nicht zu grobschlächtiegn Priaten passen. Sie hüpfen eher etwas albern zu &#8222;Piraten &#8211; Wahrheit oder Wagnis&#8220; herum. Fragen wirft auch auf, warum Wolfgang Berthold (Regie) Edmond in der Schatzhöhle Geldscheine hochwerfen lässt. Die gab es damals nun ganz sicher noch nicht&#8230;</p>
<p>Wir erfahren, dass Mercédès in der Zwischenzeit nicht nur Edmonds Erzfeind Mondego geheiratet hat, sondern beide auch einen gemeinsamen Sohn haben. Einmal mehr stellt Heyne ihr gesangliches Können bei &#8222;Wie mich die Welt umarmt&#8220; unter Beweis. Für Edmond, der unerkannt auf Rache sinnt, ist diese Erkenntnis die Hölle auf Erden, was Thomas Borchert in der gleichnamigen Szene eindringlich zum Ausdruck und zu Gehör bringt.</p>
<p>In Rom begegnet er Albert de Morcerf, dem Sohn von Mercédès und Mondego, der es dank militärischer Verdienste inzwischen zum Graf von Morcerf gebracht hat. Edmond hat zunächst keine Ahnung, wer der Junge ist, nutzt aber seine Verbindung zur Piratin Vampa, die Albert entführt hat, und kann ihn aus ihren Händen befreien. Als Graf von Monte Christo wird daraufhin von den dankbaren Eltern nach Paris eingeladen, wo er mit seiner luxuriösen Lebensführung und seinem exotischen, orientalisch gefärbten Geschmack Aufsehen in der adligen Gesellschaft. Auf einem Ball erkennt Mercédès ihn wieder, doch er versucht, sich rauszureden und blendet alle anderen erfolgreich. &#8222;Diese Augen/Der Mann ist tot&#8220; ist ein hervorragender Beleg dafür, wie sehr Borchert und Heyne harmonieren.</p>
<p>Seine Feinde hat er sich inzwischen zu Freunden gemacht. So hat er sie jederzeit unter Kontrolle und kann seinen Racheplan weiter verfolgen. In der Szene und dem Song &#8222;Die Falle/Zuviel ist nie genug&#8220; gipfelt dann die falsche Freundschaft von Edmond, Danglars, Villefort und Mondego. Insbesondere Letzterer muss mächtig einstecken als Edmond der feinen Gesellschaft verrät, dass Mondego nur durch den Verrat seines Befehlshabers an den Feind zu zweifelhafte, Ruhm, gelang. Albert (gespielt von Anton Frederik von Mansberg) fordert vom Grafen Genugtuung für seinen Vater, was jedoch seine Mutter Mercédès zu verhindern sucht. Sie hat die wahre Identität des Grafen erkannt und appelliert an sein Gewissen, das Leben des Jungen zu verschonen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3422 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Dantès hat Mercédès immer noch nicht verziehen, dass sie Mondego geheiratet hat, und weigert sich mit den Worten: &#8222;Mitleid ist etwas für Schwache.&#8220; Mercédès denkt über ihr vergeudetes Leben nach und macht sich Vorwürfe, weil sie nicht auf Edmond gewartet hat und träumt immer noch davon wieder mit ihm zusammen sein &#8211; Gefühle, die Heyne während &#8222;All die Zeit&#8220; berührend intoniert.</p>
<p>Das Duell findet statt, doch Albert trifft den Grafen nicht. Als sich dieser anschickt, den jungen Widersacher zu töten, taucht dessen Freundin Valentine (Pia Naegeli) auf und gesteht ihm ihre Liebe (&#8222;Schöner Schein&#8220;). Berührt von soviel Ehrlichkeit und Leidenschaft lässt Edmond von seinem Vorhaben ab. Er erinnert sich als frühere Tage. &#8222;Der Mann, der ich einst war&#8220; ist sicherlich einer der Showstopper und Thomas Borchert perfekt auf den Leib geschrieben.</p>
<p>Kurz danach kommt es zum klärenden Gespräch zwischen Mercédès und Edmond, welches jedoch durch Mondego gestört wird, der auf Rache sinnt. Doch er verliert den Kampf gegen seinen Erzfeind (&#8222;Hölle auf Erden&#8220;). Edmond wird von seinen Schuldgefühlen übermann, doch Mercédès gelingt es, ihm klarzumachen, dass Mondego seiner eigenen Besessenheit und Rachsucht zum Opfer gefallen ist. Mercédès Liebe und Mitgefühl öffnen Edmond den Weg in eine Zukunft. Eine Zukunft an der Seite der Frau, die er noch immer über alles liebt. Mit &#8222;Niemals allein&#8220; endet Alexandre Dumas spannende Geschichte vom Graf von Monte Christo.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3424 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Frank Wildhorn ist es gelungen, die verschiedenen emotionalen Spielarten ganz vorzüglich zu vertonen. Natürlich bleibt er sich selbst treu und so hat das Stück musikalisch einen hohen Wiedererkennnungswert. Die Besetzung der Hauptrollen ist perfekt: Thomas Borchert atmet die Rolle des von Gefühlen jeglicher Couleur getriebenen Grafen und ist gesanglich und schauspielerisch über jeden Zweifel erhaben. Navina Heyne überrascht durch ihr für ein Musical untypische, doch außerordentlich warme und gefühlvolle Stimme. Auch ihr gelingt es, die emotionale Achterbahnfahrt des Lebens von Mercédès authentisch nachzuzeichnen. Gerd Achilles kommt die Rolle des hasserfüllten, von Neid getriebenen Bösewichts Mondego zu, die er mit berückender Energie ausfüllt. Fast könnte man meinen, die Feindschaft der Männer sei echt.</p>
<p>&#8222;Der Graf von Monte Christo&#8220; ist viel Stoff in relativ kurzer Zeit, noch dazu ist die Handlung vor vielen hundert Jahren angesiedelt. Doch es gelingt Wolfgang Berthold das Stück kurzweilig und mit genau dem richtigen Fokus auf die Protagonisten und deren Handlungsmotive umzusetzen. Wie schön, dass sich ein Stadttheater statt eines Standard-Musicals auch einmal solch ein anspruchsvolles Stück ausgesucht hat. Gern mehr davon!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">11</span><span class="Bold">. November 2023</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Thomas Borchert, Navina Heyne, Sascha Littig, Gerd Achilles, Steffen Neutze , Oliver Hennes, Franziska Ringe, Andrea Marchetti, Anton Frederik von Mansberg, Pia Naegeli, Eric Keller, Falk Steingräber</span><br />
<span class="Bold"><span style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik: </strong>Wolfgang Berthold / Frank Wildhorn</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Fotos: </strong>Andreas Tamme</span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=RvqyCVR9A84" title="DER GRAF VON MONTE CHRISTO | Großes Haus" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/RvqyCVR9A84?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/RvqyCVR9A84?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hier wird einem wohlig-warm ums Herz</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/hier-wird-einem-wohlig-warm-ums-herz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jan 2020 15:26:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Tremmel]]></category>
		<category><![CDATA[Die Drei von der Tankstelle]]></category>
		<category><![CDATA[Franka Kraneis]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich von Mansberg]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Schneider]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Hanikel]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Neutze]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Kratz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bitte wie? „Die Drei von der Tankstelle“ ist schon 90 Jahre alt? Dabei sind Songs wie „Ein Freund, ein guter Freund“, „Irgendwo auf der Welt“, „Die Liebe der Matrosen“ oder „Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen“ doch wie so präsent als hätten sie den Film grad erst gestern gesehen. Die Erklärung ist einfach: Es gibt ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bitte wie? „Die Drei von der Tankstelle“ ist schon 90 Jahre alt? Dabei sind Songs wie „Ein Freund, ein guter Freund“, „Irgendwo auf der Welt“, „Die Liebe der Matrosen“ oder „Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen“ doch wie so präsent als hätten sie den Film grad erst gestern gesehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2913 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-2-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-2-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-2-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-2-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Erklärung ist einfach: Es gibt zwei Versionen von dieser Operette. Der Originalfilm mit Willy Fritsch, Oskar Karlweis, Heinz Rühmann und Lilian Harvey in den Hauptrollen wurde 1930 in Berlin uraufgeführt, jedoch 1937 von der Film-Oberprüfstelle ohne Begründung verboten. 1955 wurde die ehemalige Tonfilmoperette unter demselben Namen von Hans Wolff mit Adrian Hoven, Walter Müller, Walter Giller sowie Germaine Damar als Hauptdarsteller erneut verfilmt. Auch wenn das Remake die Kritiker nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinriss, wurde sie doch dank der TV-Ausstrahlung gut 10 Jahre später einem breiteren Publikum bekannt und erfreut sich seither auch als Musicalkomödie großer Beliebtheit.</p>
<p>Auch das Berliner Schlossparktheater hatte das Stück vor 15 Jahren zeitweilig im Repertoire. In dieser Spielzeit zeigt das Theater Lüneburg im kleinen T.NT neben dem eigentlichen Großen Haus als 6-Personen-Stück mit gelungenen Regiekniffen und Live-Band.</p>
<p>Kurt, Hans und Willy kommen von einer Weltreise zurück und finden Willys ehemaligen Familienbesitz völlig heruntergewirtschaftet vor. Sie haben kein Geld, Willys Erbe ist durchgebracht und da schon der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht und ihnen auch die letzten Habseligkeiten abnimmt, beschließen die drei, sich von ihrem letzten Geld eine Tankstelle zu kaufen.</p>
<p>Da die drei Freunde im Schichtdienst arbeiten, lernen sie unabhängig voneinander die gleichermaßen hübsche und selbstbewusste Lilian kennen. Sie weiß nicht recht, für wen sie sich entscheiden soll und folgt dem Rat ihrer zukünftigen Stiefmutter Edith, alle drei zu einer Feier einzuladen. Eigentlich mag Lilian Edith überhaupt nicht, da diese ihrer Meinung nach ihren Vater, einen reichen Unternehmer, nur wegen seines Geldes ausnutzt. Doch Lilian ist so verzweifelt, dass sie hier den Rat einer erfahrenen Frau wie Edith nur zu gern annimmt.</p>
<p>Als Willy, Kurz und Hans feststellen, dass sie alle von derselben Frau eingeladen wurden, kommt es zum Streit. Lilian hat sich insgeheim für Willy entschieden, doch der lehnt aus verletztem Stolz jeden weiteren Kontakt mit ihr ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2912 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-6-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-6-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-6-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-6-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Erneut braucht es eine List von Edith, um wieder alle miteinander ins Gespräch zu bringen und nebenbei auch die die Hochzeit ihres Vaters kategorisch ablehnende Lilian wieder milde zu stimmen: Lilians Vater bietet Willy einen Direktorposten in einem befreundeten Unternehmen an, den dieser – sehr geschmeichelt – annimmt. Als er jedoch merkt, dass dies ein abgekartetes Spiel zu sein scheint, stellt er die Bedingung, dass seine beiden Freunde ebenfalls dort angestellt werden. Dadurch kann er die Freundschaft retten. Lilian gewinnt nach einiger Überzeugungsarbeit Willys Herz endgültig für sich und auch Edith bekommt nun endlich Lilians Segen und kann deren Vater, liebevoll Mops genannt, heiraten. Happy End!</p>
<p>Die charmanten, teilweise trotteligen, aber niemals wirklich bösartigen Protagonisten machen es den Zuschauern leicht, Zugang zur Handlung finden. Zudem sorgt der hohe Wiedererkennungsgrad von Werner Richard Heymanns Melodien sofort für gute Laune, mitschunkeln und deutlich hörbares Mitsummen. Man fühlt sich direkt wohl, wie auf Omas Couch mit Kakao in der Hand und einem Lächeln im Gesicht.</p>
<p>Die Bühne wird bestimmt von zwei Sofaelementen sowie der Zapfsäule. Links und rechts im Zuschauersaal befindet sich Vater Cossmanns Büro und das private Wohnzimmer. Die Darsteller bespielen das komplette Theater, Auf- und Abgänge finden nicht auf von der Seitenbühne statt, sondern auf über die Zuwege im hinteren Zuschauersaal. Dadurch werden die Figuren noch nahbarer. Zudem werden einige Zuschauer durch verschiedene Aktionen wie das Hochhalten des Vollstreckungsbescheids des Finanzamts oder als neue Freundinnen von Kurz und Hans direkt ins Geschehen mit eingebunden. Ein großer Spaß für alle – außer für die Damen, die mehr oder weniger freiwillig mit auf die Bühne dürfen.</p>
<p>Eine kleine Bühne mit einer Autothematik nicht zu überfrachten, ist nicht immer leicht. In Lüneburg agieren die Darsteller mit übergroßen, sehr detailgetreuen Spielzeugautos, die auch mal als Handtasche, Einkaufskorb oder Telefon fungieren. Überaus charmant und clever von Barbara Bloch, die auch hier für die Bühne verantwortlich zeichnet!</p>
<p>Dass der zweite Akt im Foyer beginnt und die Darsteller ihre erste Nummer inmitten von Pausengetränken und Snacks zum Besten geben, begeistert alle Anwesenden. Regisseur Friedrich von Mansberg steht zwischen den Zuschauern und darf direkt die ersten Fragen zu dieser außergewöhnlichen Idee beantworten. Auch dass einer der Sänger im Fahrstuhl zur Gruppe hinzustößt und man ihn dort – alle Darsteller singen unverstärkt – nicht hört, sorgt für Lacher auf allen Seiten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2909 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass alle Darsteller quasi „zum Anfassen“ nah sind, ist ein großer Pluspunkt dieser Inszenierung. Einzig bedauerlich ist, dass die fünfköpfige Band unter der Leitung von Phillip Barczewski, den Gesang manchmal schlicht übertönt. Denn die für dieses Stück besetzten Darsteller spielen und singen sehr überzeugend. Alle sind feste Ensemblemitglieder des Theaters Lüneburg und stehen dort folglich auch noch in vielen weiteren Stücken auf der Bühne. Was ihnen allen gemein ist, ist ihr klassischer Gesangshintergrund. Dieser passt perfekt zu Heymanns Melodien. Auch das von allen in Perfektion übernommene rollende „R“ trägt viel zur Authentizität des Stücks bei.</p>
<p>Alexander Tremmel gibt einen sehr zielbewussten und sympathischen Willy. Er singt wunderschön wienerisch, was perfekt passt, und übernimmt ganz klar die Führungsrolle.</p>
<p>Hans wird von Steffen Neutze einerseits etwas schüchtern, andererseits aber auch sehr energisch dargestellt. Gesanglich ist er häufig zu leise, dabei zeigt er doch an einigen Stellen, dass er ausreichend Druck aufbauen kann, um sich gegen die Band durchzusetzen. Karl Schneider spielt den eher faulen und den leichten Künsten zugetanen Kurt. Gesanglich kann man sich keine bessere Besetzung wünschen, denn „Hallo, Du süße Frau“ ist eines der Highlights des Abends.</p>
<p>Die drei spielen sich gekonnt die Bälle zu, doch als sie nach dem unerwarteten Zusammentreffen mit Lilian in Ediths Club ihren Frust im Alkohol ertränken, schüttet sich das Publikum erst richtig aus vor Lachen. Ein tolles Trio!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2911 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/DIE-DREI-VON-DER-TANKSTELLE_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Franka Kraneis spielt eine sehr selbstbewusste Lilian, die nicht nur ihren Vater, sondern auch die Drei von der Tankstelle mit viel Charme um den Finger wickelt. Ihre Mimik, Gestik und Akzentuierung beim Singen passen perfekt in die damalige Zeit. Ihre Duette mit den drei Tankstellen-Betreibern sind alle sehr unterschiedliche und auf ihre Art sehr süß.</p>
<p>Als clevere Edith steht Sarah Hanikel auf der Bühne des T.NT. Einerseits wirkt sie als Attraktion eines Amüsierclubs in ihrer Kleidungswahl eher billig, anderseits macht sie dies aber durch ihre Lebenserfahrung und das nötige Maß an Durchtriebenheit wett. Sie ist nicht die stärkste Solistin und bringt „Die Liebe der Matrosen“ &#8211; stilecht im Matrosen-Kostümchen – nicht sehr souverän über die Rampe, doch das Gefühl stimmt. Und darauf kommt es an diesem Abend an.</p>
<p>Ulrich Kratz ist gleich in fünf kleinen Rollen zu erleben, wobei die von Vater Cossmann die größte ist. Er spricht in verschiedenen Dialekten, was ihm mal mehr, mal weniger gut gelingt, aber ob nun als polternder Anwalt oder von den beiden Frauen in seinem Leben gegängelter „Mops“ – Kratz erntet viele Sympathiepunkte. „Hoppla, jetzt komm ich“ zeigt seine komische Seite. Er ist der Grand Seigneur des Ensembles, daran gibt es keinen Zweifel.</p>
<p>„Die Drei von der Tankstelle“ ist ein gelungenes Stück deutscher Film- und Bühnengeschichte. Von Mansberg hat es mit Fingerspitzengefühl und viel Menschlichkeit inszeniert. Charaktere, Bühne und Kostüme ergeben ein rundum gelungenes Gesamtbild und so verlassen die Zuschauer das Theater wenn nicht summend und singend, so zumindest versonnen lächelnd.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>gekürzt erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 17. Januar 2020</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Alexander Tremmel, Steffen Neutze, Karl Schneider, Franka Kraneis, Sarah Hanikel, Ulrich Kratz</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musikalische Leitung:</span></strong> Friedrich von Mansberg / Phillip Barczewski </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lüneburg / Andreas Tamme<br />
</span></div>
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		<title>Gute Laune und Lebensfreude, wohin man schaut</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gute-laune-und-lebensfreude-wohin-man-schaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2019 22:37:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
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		<category><![CDATA[Debbie Reynolds]]></category>
		<category><![CDATA[Donald O’Connor]]></category>
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		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Merle Hoch]]></category>
		<category><![CDATA[Nacio Herb Brown]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Schmidt]]></category>
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		<category><![CDATA[Steffen Neutze]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon das Lesen des Musicaltitels zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Unweigerlich spitzt man die Lippen und beginnt die weltbekannte Melodie aus dem Film von 1952 zu pfeifen. Auf dem herbstlich-feuchten Weg ins Theater ist man geneigt, sogar fröhlich in Pfützen zu springen, so warm und wohlig ist das Gefühl, das dieser Song auslöst. Der ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon das Lesen des Musicaltitels zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Unweigerlich spitzt man die Lippen und beginnt die weltbekannte Melodie aus dem Film von 1952 zu pfeifen. Auf dem herbstlich-feuchten Weg ins Theater ist man geneigt, sogar fröhlich in Pfützen zu springen, so warm und wohlig ist das Gefühl, das dieser Song auslöst.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2740 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-12-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-12-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-12-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-12-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Film mit Gene Kelly, Donald O’Connor und Debbie Reynolds in den Hauptrollen zählt nicht nur für das American Film Institute als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Du_sollst_mein_Gl%C3%BCcksstern_sein#Das_Titellied">bester Musicalfilm aller Zeiten</a>. Es gibt also reichlich Vorschusslorbeeren für diesen Stoff.</p>
<p>In den 1980er Jahren wurde das Stück dann von Betty Comden und Adolph Green für die Musicalbühne adaptiert. Die Musik stammt von Nacio Herb Brown.</p>
<p>1983 war Premiere in London, 2012 gab es im West End ein großes Revival und seither entdecken immer Stadttheater diesen beschwingten Stoff für sich.</p>
<p>In Lüneburg wird die alternative deutsche Fassung von Roman Hinze gezeigt, die aber (glücklicherweise) viele Songs im Original von Arthur Freed belässt.</p>
<p>Barbara Bloch hat die Bühne sehr passend mit diversen Großkulissen in Form von Filmrollen oder Filmklappen ausgestattet. Diese werden als Hintergrund oder Projektionsfläche genutzt, aber auch durchaus immer mal wieder in die Choreographien (Olaf Schmidt) eingebunden. Auch große Glitzersterne, die den Prunk der aufkommenden Tonfilmindustrie vortrefflich unterstreichen, wurden an der Bühnendecke platziert. Mindestens ebenso treffsicher ist das Kostümbild von Susanne Ellinghaus: Elegante schwarze Fräcke, Lackschuhe und weiße Schals bei den Herren, mit Federn besetzte, schillernde Kleider mit farblich abgestimmten Accessoires wie Taschen und Schuhen bei den Damen – hier fehlt es an nichts.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2735 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Highlight ist natürlich auch hier der Regen, der sich am Ende des ersten Akts literweise über die Bühne ergießt und so Don Lockwood zu einem verliebten Tänzchen in den Pfützen animiert. Für ein Stadttheater ein wirklich beeindruckendes Szenenbild.</p>
<p>Ulrich Stöcker (musikalische Leitung) spielt mit den Lüneburger Symphonikern schon bei der Ouvertüre fulminant auf und lässt im Laufe des Abends keinen Deut nach. Die Zuschauer werden sofort von den liebevollen, warmen Klängen umarmt.</p>
<p>Auch die Tontechnik, die in den letzten Jahren im Theater Lüneburg häufig zu wünschen übrigließ, reiht sich ein in den gelungenen Rahmen.</p>
<p>Die Choreographien, die von vier Tanzpaaren sehr ansprechend (wenn auch nicht immer synchron) umgesetzt werden, sind ebenfalls schön anzusehen. Federfächer und Stepptanz – beides gehört unumstößlich dazu, wenn man an Gene Kelly denkt, der ja die Filmvorlage mit inszeniert hat. Zwar verfügen die Hauptdarsteller allesamt nicht über ein sehr ausgeprägtes Tanztalent, doch sie haben Spaß und das wirkt ansteckend.</p>
<p>Olaf Schmidt, der auch für die Regie verantwortlich zeichnet, schickt das Publikum mit den Schwarz-weiß-Videos aus den 1920er Jahren, die sehr gekonnt mit Ausschnitten der Musical-Hauptdarsteller verwoben sind, direkt auf eine Zeitreise in die Stummfilmära. Produzenten, Regisseure und Schauspieler sehen sich mit den populärer werdenden Tonfilmen ganz neuen Herausforderungen gegenüber. Ganz nebenbei müssen noch zahlreiche Affären und Intrigen möglichst pressewirksam verkauft werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2739 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-1-734x1024-287x400.jpg" alt="" width="287" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-1-734x1024-287x400.jpg 287w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-1-734x1024.jpg 734w" sizes="auto, (max-width: 287px) 100vw, 287px" />Dora Bailey (gespielt von Kirsten Patt) ist das Bindeglied zwischen Bühnengeschehen und Zuschauern. Ihre Reportagen sind es, die immer wieder einen Wechsel des Blickwinkels ermöglichen. Im Mittelpunkt des Interesses steht das Stummfilm-Traumpaar Don Lockwood und Lina Lamont. Während Lina in ihrer tumben Art jedoch alles glaubt, was die Presse über das Paar schreibt, und daher von ihrer baldigen Verlobung ausgeht, steht für Don fest, dass es sich bei ihrer „Beziehung“ um reines Schauspiel für die Reporter handelt. Privat ist er weit davon entfernt, sich in Lina zu verlieben.</p>
<p>Doch Don war nicht immer ein gefeierter Star und so lernt das Publikum direkt am Anfang auch Cosmo kennen, seinen Weggefährten, mit dem er seit Kindheitstagen dem Künstler- und Schauspielertraum nachjagte. Auch in Hollywood ist Cosmo an Dons Seite – wenn auch nur als Pianist.</p>
<p>Die schöne heile Stummfilmwelt bekommt einen herben Knacks als sich Don in die Sängerin und Nachwuchsschauspielerin Kathy verliebt. Lina wird ihm immer egaler und er versucht, jede freie Minute mit Kathy zu verbringen. Als Studioboss R. F. Simpson beschließt, ab sofort auch Tonfilme zu drehen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können, winkt Kathys große Chance. Denn Lina Lamont mag vielleicht hübsch anzusehen sein, aber ihre quäkend-schrille Stimme ist nicht zu ertragen, ganz zu schweigen von ihrem Gesang. Cosmo hat die Idee, die Filme mit Lina zu drehen und die Tonspur hinterher von Kathy neu aufnehmen zu lassen.</p>
<p>Dies scheint auch ganz hervorragend zu funktionieren, bis Lina dahinterkommt. Sie ist nicht bereit, ihren Ruhm mit Kathy zu teilen – gleiches gilt für Don. In ihrer verblendeten Selbstliebe ist Lina fest davon überzeugt, dass die Zuschauer sie auch weiterhin vergöttern werden. Sie erpresst Don und Kathy damit, die Scharade auffliegen zu lassen und so Kathys Hollywood-Karriere im Keim zu ersticken. Don, Kathy und auch R. F. sehen keine Chance sich Lina entgegenzustellen.</p>
<p>Auf der Eröffnungs-Pressekonferenz des neuesten Films („Der tanzende Kavalier“) wird Lina vom begeisterten Publikum aufgefordert, ein Stück aus dem Film zu singen. Es ist einmal mehr Cosmo, der den rettenden Einfall hat und Kathy hinter dem Vorhang singen lässt, während Lina nur die Lippen dazu bewegt. Don zieht heimlich den Vorhang auf, Cosmo greift ebenfalls zum Mikro und Lina wird zum Gespött der versammelten Presse.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2737 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-8-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-8-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-8-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-8-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Für die Hauptrollen hat sich das Theater Lüneburg wieder drei Gäste eingeladen: Gerd Achilles ist als Don Lockwood zu erleben, Merle Hoch ist die selbstbewusste und talentierte Kathy Seldon und Kristian Lucas gibt Dons cleveren besten Freund Cosmo.</p>
<p>Den meisten Applaus erntet jedoch Beate Weidenhammer, deren Interpretation der nervtötenden, quietschenden Lina Lamont ihresgleichen sucht. Ihr Solo „Was läuft hier schief?“ ist schreiend komisch. Dass man absichtlich so schief singen kann, ist – in diesem Fall – unglaublich gut.</p>
<p>Kathy Seldon ist nicht minder selbstbewusst, doch kennt sie ihre Grenzen und ist von sich bei weitem nicht so überzeugt wie Lina. Merle Hoch verleiht der jungen Sängerin viel Weichheit und Raffinesse. Sie ist sehr sympathisch und man kann verstehen, warum sich Don in dieses Mädchen verguckt. Hochs klare Stimme kommt insbesondere bei „You are my Lucky Star“ und „Would you?“ sehr schön zur Geltung.</p>
<p>Gerd Achilles gelingt die Gratwanderung vom übertrieben spielenden Stummfilmstar zum normalen schwer verliebten Mann ganz hervorragend. Mit seinem Tenor verleiht er „Singin‘ in the Rain“ oder „Fit as a Fiddle“ viel Schwung. Seine Energie schwappt zusammen mit dem Pfützenwasser über die Rampe und die Zuschauer bekommen nicht genug.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2742 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-6-1024x484-400x189.jpg" alt="" width="400" height="189" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-6-1024x484-400x189.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-6-1024x484-768x363.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/SINGIN-IN-THE-RAIN_c_tw_AndreasTamme-6-1024x484.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die zweite Reihe scheint Cosmos Schicksal zu sein. Doch durch spitzbübische Ideen und viel Wortwitz gelingt es ihm, sich immer wieder bemerkbar zu machen. Kristian Lucas scheint sich in dieser Rolle sehr wohl zu fühlen. Er ist absolut überzeugend! Vor allem Szenen wie Dons Vokaltraining („Moses Supposes“ – herausragend: Marcus Billen als Sprecherzieher) und den Szenen, in denen er mit Achilles und Hoch gemeinsam auf der Bühne steht („Got to dance“, „Good morning“) ist seine Spielfreude greifbar. Doch auch sein Solo „Make &#8218;Em Laugh“ bereitet viel Freude.</p>
<p>Ulrich Kratz darf als R. F. Simpson ganz in der Rolle der „grauen Eminenz“ aufgehen. Sein Bariton dröhnt klangvoll durch den Saal – ihm widerspricht man nur sehr zögerlich. Doch auch die durch Linas Erpressung ausgelöste Hilflosigkeit nimmt man ihm ab. Ebenfalls aus dem Haus-Ensemble ist Steffen Neutze, der als gestresster Regisseur Roscoe Dexter viele Lacher auf sich vereint.</p>
<p>„Singin in the Rain“ bringt sehr viel gute Laune mit. Wenn es noch dazu, wie in Lüneburg, so leichtfüßig und unterhaltsam inszeniert wird, dass Zuschauer und Darsteller gleichermaßen Freude daran haben, gibt es nichts hinzuzufügen. Beim Finale mitsummende Zuschauer und auch ein Jahr nach der Premiere nicht enden wollender Applaus sprechen für sich.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">21. November 2019</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Gerd Achilles, Merle Hoch, Kristian Lucas, Beate Weidenhammer, Ulrich Kratz, Steffen Neutze</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Olaf Schmidt / Nacio Herb Brown<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Andreas Tamme</span></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Schwere Kost – auf Celluloid wie auf der Musicalbühne nicht leicht zu verdauen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/schwere-kost-auf-celluloid-wie-auf-der-musicalbuehne-nicht-leicht-zu-verdauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2019 20:42:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Doktor Schiwago]]></category>
		<category><![CDATA[Dorothea Maria Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Jeannine Michèle Wacker]]></category>
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		<category><![CDATA[Ulrich Kratz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den mit fünf Oscars ausgezeichneten Film von 1965 mit Omar Sharif, Geraldine Chaplin und Julie Christie in den Hauptrollen kennen sicherlich viele. Das über drei Stunden lange Epos über die Lebens- und Liebesgeschichte des Poeten und Arztes Dr. Jurij Schiwago erfordert Sitzfleisch, denn die Handlung zwischen 1. Weltkrieg und Russischer Revolution birgt kaum amüsante Momente. ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Den mit fünf Oscars ausgezeichneten Film von 1965 mit Omar Sharif, Geraldine Chaplin und Julie Christie in den Hauptrollen kennen sicherlich viele. Das über drei Stunden lange Epos über die Lebens- und Liebesgeschichte des Poeten und Arztes Dr. Jurij Schiwago erfordert Sitzfleisch, denn die Handlung zwischen 1. Weltkrieg und Russischer Revolution birgt kaum amüsante Momente.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2724 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-3-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-3-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-3-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-3-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der als Waise bei einem befreundeten Paar seiner Eltern aufwachsende Jurij heiratet in jungen Jahren Tonia, deren Tochter. Im Krieg lernt er die Krankenschwester Lara kennen und lieben. Sie ist so anders als die brave Tonia: leidenschaftlich, energisch und ungemein anziehend. Noch während sie an der Front sind, verfällt Jurij Lara vollends. Doch beide sind vernünftig und so geht Jurij zurück zu seiner Frau und seinem Sohn und Lara zieht nach Yuriiatin, wo sie hofft, ihren Mann und ihre Familie zu finden.</p>
<p>Doch in Moskau ist nichts mehr wie es vor dem 1. Weltkrieg war: Aristokraten werden geächtet, wenn nicht sogar direkt ermordet, und auch Jurij und seine Familie müssen hungern und führen ein Leben im Versteck. Sie beschließen zu fliehen – ausgerechnet nach Yuriiatin. Jurij versucht das Zusammentreffen mit Lara solange wie irgend möglich hinauszuzögern, doch irgendwann fällt ihm zuhause die Decke auf den Kopf und er geht in die Bibliothek, in der Lara seit ihrer Flucht arbeitet. Die Liebe zwischen den beiden entbrennt erneut…</p>
<p>Tonia spürt, dass sich Jurij von ihr entfernt, konfrontiert Lara irgendwann und muss feststellen, dass sie dieser Frau nicht böse sein kann. Sie beschließt nach Moskau zurückzukehren, um von dort nach Paris zu fliehen. Jurij bleibt in Yuriiatin.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2718 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-7-1024x683.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dort trifft er erneut auf Pawel, der sich jetzt Strelnikow nennt und als Revolutionsführer jeden bekämpft, der &#8211; aus seiner Sicht – Russland schadet. Dazu zählt auch Jurij, der mit seinen Gedichten für einiges Ungemach gesorgt hat. Aber die beiden verbindet auch eine persönliche Feindschaft, ist Pawel doch Laras Ehemann. Allerdings hat er sie direkt verstoßen, nachdem er von ihrem leichtfertigen Lebensstil vor ihrer Beziehung erfährt (sie hatte sich dem machtbesessenen Viktor Komarovskij hingegeben). Doch Pawel liebt Lara noch immer und kämpft zeitlebens gegen diese Gefühle an, was ihn zu einem verbitterten Feldherrn macht.</p>
<p>Für Lara und Jurij wird es in Yuriiatin gefährlich. Als Viktor Komarovskij ihnen anbietet, ihnen zur Flucht zu verhelfen, bleibt Jurij unter einem Vorwand dort. Er verspricht Lara nachzukommen, bleibt aber in Yuriiatin, da seine Anwesenheit die Geliebte einer viel zu großen Gefahr aussetzen würde.</p>
<p>Strelnikow, der dem Erschießungskommando der Roten Armee entkommen konnte, trifft auf der Suche nach Lara auf Jurij. Als er erfahren muss, dass seine große Liebe geflohen ist und sein Lebensinhalt, die Revolution, niedergeschlagen ist, entscheidet er sich für den Freitod.</p>
<p>Jurij hingegen bleibt bis zu seinem Tod in Yuriiatin.</p>
<p>Das Stück beginnt mit der Beerdigung von Jurijs Vater und endet mit der Beerdigung von Jurij (nur 27 Jahre später), zu der nur Lara und ihre gemeinsame Tochter erscheinen.</p>
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<p>Barbara Bloch (Bühne) und Christine Bertl (Kostüme) schaffen einen gelungenen Rahmen für die düstere Handlung. Die haushohen Metallkreuze aus der Auftaktszene bleiben die ganze Zeit auf der Bühne, werden ab und ab von anderen mobilen – ganz in Rost-Rot gehaltenen &#8211; Kulissen verdeckt. Die Brücke im Bühnenzentrum ermöglicht viele Spielmöglichkeiten, die von Strieb gekonnt genutzt werden.</p>
<p>Bertl greift insbesondere die Unterschiedlichkeit von Tonia und Lara sehr gekonnt auf: Während Tonia in weiten, wallenden Gewändern gekleidet ist, trägt Lara Hosenanzüge, die eher modern geschnitten sind und der selbstbewussten jungen Frau sehr gut stehen.</p>
<p>Für die drei Hauptrollen hat sich das Theater Lüneburg drei Gäste ans Haus geholt: Kristian Lucas als Dr. Schiwago, Dorothea Maria Müller als Lara und Jeannine Michèle Wacker als Tonia. In weiteren wichtigen Rollen sind die Ensemblemitglieder Ulrich Kratz (Viktor Komarovskij) und Steffen Neutze (Pawel / Strelnikow) zu sehen. Weitere 13 Darsteller sowie der Opern- und Extrachor komplettieren das eindrucksvolle Gesamtbild. Nicht zu vergessen die Kinderdarsteller, die die jungen Alter Egos von Jurij, Tonia und Lara verkörpern.</p>
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<p>Lucas‘ Jurij ist ein sympathischer, pflichtbewusster Arzt. Besonders die gefühlvollen Momente beim Schreiben der Gedichte gelingen ihm sehr gut. Man spürt, dass in Jurij kein klassischer Aristokrat schlummert, sondern ein Freigeist, den er aber die meiste Zeit unterdrücken muss. Sein schnörkelloser Tenor passt gut zu Lucy Simons Kompositionen. Die Duette – insbesondere mit Jeannine Michèle Wacker („Ich seh‘ den Mond“) – sind sehr harmonisch. Doch auch das Zusammenspiel mit Dorothea Maria Müller ist glaubwürdig.</p>
<p>Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, was nicht zuletzt auf Striebs ausgeprägtes feinstoffliche Personenregie zurückzuführen ist. Die Gefühlswirrungen und -wandlungen aller fünf Protagonisten sind sehr gut nachzuvollziehen.</p>
<p>Man nimmt Wacker die verliebte und besorgte Ehefrau genauso ab, wie die verständnisvolle, ihren Sohn schützende Mutter.</p>
<p>Ulrich Kratz ist als herrischer Mäzen rollenkonform sehr unsympathisch und einschüchternd, doch man glaubt ihm am Schluss gern, dass er echte Gefühle für Lara hegt (auch wenn sie diese nicht erwidert).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2720 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-13-683x1024-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-13-683x1024-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/11/DOKTOR-SCHIWAGO_c_tw_AndreasTamme-13-683x1024.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Beeindruckend spielt Steffen Neutze: Sein warmer Bariton passt hervorragend sowohl zum verletzten Pawel als auch zum gefährlichen und besessenen Revolutionsführer. Auch ihm nimmt man die starken Gefühle ab, die den Lebensweg seiner Figur beherrschen. Sein finales Zitat „Du hast geliebt, ich hatte Macht. Wer kann schon sagen, wer von uns beiden die Zeit besser genutzt hat?“ gibt dies ziemlich präzise wieder.</p>
<p>„Die Liebe wählt uns“ wird von Müller und Lucas mit viel Gefühl umgesetzt: Lara und Jurij wollen sich gegen ihre Gefühle nicht wehren, obwohl beide wissen, dass es falsch ist, sich ihnen hinzugeben. Die beiden geben auf der Bühne durchaus ein glaubwürdiges Paar ab. Ihr Liebesduett „Lass und teilen, was uns bleibt“ ist gleichermaßen tragisch wie romantisch.</p>
<p>Eine ganze andere Emotionslage müssen Müller und Wacker bei „Sie und ich“ verarbeiten. Beiden gelingt dies hervorragend. Die Zuschauer verstehen die Beweggründe für das Handeln von beiden Frauen.</p>
<p>Den Song, den jeder mit „Doktor Schiwago“ verbindet, sing jedoch der Damenchor. „Einst kommt der Tag“ wurde von Sabine Ruflair sehr gefällig auf die weltbekannte Melodie von Maurice Jarre („Lara’s Theme“) geschrieben.</p>
<p>In dieser Inszenierung wird viel Wert auf die Authentizität der handelnden Personen gelegt. Dass hierbei der Spannungsbogen ein wenig vernachlässigt wird, ist verständlich und bei diesem an sich schon langatmigen Stoff auch verzeihbar. Die Musik an sich ist gefällig und passt gut in das Russland des beginnenden 20. Jahrhunderts. Doch beschwingten Schrittes verlässt man das Theater sicherlich nicht. „Doktor Schiwago“ bleibt auch als Bühnenfassung ein schwer zu verarbeitenden Stoff für das Publikum.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">16. November 2019</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Kristian Lucas, Dorothea Maria Müller, Jeannine Michèle Wacker, Steffen Neutze, Ulrich Kratz</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Olaf Strieb / Lucy Simon<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Andreas Tamme<br />
</span></p>
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