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	<title>Sabrina Weckerlin-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Sabrina Weckerlin-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Ohne Elsas Eispalast nicht der Rede wert</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2021 15:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2021]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ursprünglich war „Die Eiskönigin“ in Hamburg als Europa-Premiere geplant, nun waren die Engländer doch schneller (Europa-Premiere im West End im September 2021) und das Theater an der Elbe ist nun „nur noch“ der Ort der Deutschland-Premiere. Am Broadway wurde die Bühnen-Adaption des Disney-Hits lediglich zwei Jahre gespielt. Trotz einiger Tony Award Nominierungen gewann das Stück ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprünglich war „Die Eiskönigin“ in Hamburg als Europa-Premiere geplant, nun waren die Engländer doch schneller (Europa-Premiere im West End im September 2021) und das Theater an der Elbe ist nun „nur noch“ der Ort der Deutschland-Premiere.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-3174 " src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EISKOENIGIN_ZumErstenMalSeitLangem_MacMatzen_7122-scaled-e1643386040628-400x326.jpg" alt="" width="336" height="274" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EISKOENIGIN_ZumErstenMalSeitLangem_MacMatzen_7122-scaled-e1643386040628-400x326.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EISKOENIGIN_ZumErstenMalSeitLangem_MacMatzen_7122-scaled-e1643386040628-1024x834.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EISKOENIGIN_ZumErstenMalSeitLangem_MacMatzen_7122-scaled-e1643386040628-768x626.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EISKOENIGIN_ZumErstenMalSeitLangem_MacMatzen_7122-scaled-e1643386040628-1536x1252.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EISKOENIGIN_ZumErstenMalSeitLangem_MacMatzen_7122-scaled-e1643386040628.jpg 1555w" sizes="(max-width: 336px) 100vw, 336px" />Am Broadway wurde die Bühnen-Adaption des Disney-Hits lediglich zwei Jahre gespielt. Trotz einiger Tony Award Nominierungen gewann das Stück 2019 „nur“ einen Drama Desk Award für das „Beste Puppet Design“. Dennoch waren Zuschauer wie Kritiker von den technischen Finessen, die in der Show erstmalig in dieser Vollkommenheit gezeigt wurden, sehr angetan.</p>
<p>Kein Wunder also, dass die Stage Entertainment mit genau dieser Magie, diesem Zauber, die Werbetrommel rührt. Denn die Handlung von „Die Eiskönigin“ kennt sowieso fast jeder.</p>
<p>Inhaltlich gibt es nahezu keinerlei Abweichungen zum Animationsfilm. Versierte Kenner des Films vermissen jedoch Olafs wertvollen Hinweis, dass „gelb und Schnee ein No Go“ sind. Auch dass er seine Karottennase nicht ein einziges Mal verliert, fällt durchaus auch einigen Zuschauern auf.</p>
<p>Das Publikum lernt sehr aufgeweckte Schwestern kennen, die im Schloss von Arendelle ihre Kindheitstage genießen. Insbesondere Anna (bei der Premiere gespielt von Anastasia) ist ein echter Frechdachs und sorgt mit ihr herrlich forschen Art für viele Lacher. Hier haben auch die von Ruth Deny ins Deutsche übertragenen Dialoge einen nicht unwesentlichen Anteil („nicht hummeln, sondern helfen!“). Elsa (gespielt von Isabella) hingegen trägt schon früh an der Bürde ihrer Zauberkräfte und zieht sich nach dem Unfall, bei dem sie Anna schwer verletzt hat, gänzlich in ihr Schneckenhaus zurück. Die Spielfreude der beiden Mädchen ist ansteckend, da schaut das Publikum wohlwollend darüber hinweg, dass der Gesang ziemlich schief ist („Willst Du einen Schneemann bauen?“).</p>
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<p>Dass die beiden gesanglich exzellent auf die Rollenprofile passen, steht jedoch außer Frage. „Ich lass los“ ist auch im Bühnenmusical der Showstopper! Weckerlins Ausdrucksstärke und ihre Fähigkeit von den leisesten, zerbrechlichen Tönen bis hin zu raumgreifenden, energiegeladenen Passagen alles blitzsauber zu intonieren, sind beeindruckend. Die stehenden Ovationen waren – gerade auch im Zusammenspiel mit der Begeisterung für die magische Verwandlung der Bühne – mehr als gerechtfertigt. Auch der neue Song „Monster“ ist Weckerlin quasi auf den Leib geschrieben. Das Kostüm jedoch ist für eine Elsa absolut unpassend.</p>
<p>Pieper überzeugt vor allem mit ruhigeren Duetten wie „Wann warst Du schon mal verliebt?“ oder „Du bist alles“. Gerade im letztgenannten Duett fällt auf, wie ähnlich die Stimmfarben der beiden Hauptdarstellerinnen sind.</p>
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<p>Leider ist es das dann aber auch schon in Sachen Magie. Der Rest des Stücks plätschert recht unaufgeregt dahin und wären nicht Olaf, Kristoff und Sven bliebe es in Arendelle ganz schön finster. Olaf wird – genau wie Timon bei „Disney’s König der Löwen“ – von einem Darsteller gespielt und gesungen, der Kopf und Körper des Schneemanns vor den Bauch geschnallt hat und manuell steuert. Sven hingegen gleicht in der Funktionalität den Antilopen aus dem Nachbartheater: Ein Balletttänzer ist an Händen und Füßen mit Stelzen verbunden und stakst so als Rentier über die Bühne. Kein Wunder, denn die Puppets stammen von Michael Curry, der auch bei „Der König der Löwen“ für die Puppets verantwortlich zeichnete.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3169 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_KRISTOFF_Benet-Monteiro-cDisney_Foto-Johan-Persson-400x252.jpg" alt="" width="400" height="252" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_KRISTOFF_Benet-Monteiro-cDisney_Foto-Johan-Persson-400x252.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_KRISTOFF_Benet-Monteiro-cDisney_Foto-Johan-Persson.jpg 566w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Benét Monteiro und Antoine D. Banks-Sullivan verkörpern das lustig-tollpatschige Duo Kristoff und Sven. Wenn Kristoff im Zweigespräch mit Sven feststellt, dass „Kein Mensch ist so gut wie ein Rentier“ oder ihm seine Liebe zu Anna („Kristoffs Gute Nacht Lied“) gesteht, legt Monteiro sehr viel Gespür für Timing und genau die richtige Portion Gefühl in die Songs, um noch glaubwürdig zu wirken. Elindo Avastia hat als Olaf etwas leichteres Spiel: Das Publikum johlt beim Anblick des kleinen Schneemanns und freut sich mit ihm, wenn er vom „Sommer“ träumt und Hildegard, der Möwe, hinterherruft.</p>
<p>Fast alle Songs, die an diesem Abend zu hören sind, wurden von Kirsten Anderson-Lopez und Robert Lopez für das Bühnenmusical neu geschrieben. Stücke wie „Hygge“ oder „Hans aus dem Süden“ bleiben jedoch nicht wirklich haften. Nichtsdestoweniger bringen die neun Musiker unter der Leitung von Aday Rodriguez Toledo die Kompositionen kraftvoll zu Gehör. Auch wenn in Hamburg weniger als die Hälfte der Musiker im Orchestergraben sitzt als am Broadway, klingen die Stücke doch sehr ausgewogen und voluminös.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3168 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_ANNA-und-HANS_Celena-Pieper-u.-Milan-van-Waardenburg-c-Disney_Foto-Johan-Persson-400x301.jpg" alt="" width="400" height="301" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_ANNA-und-HANS_Celena-Pieper-u.-Milan-van-Waardenburg-c-Disney_Foto-Johan-Persson-400x301.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_ANNA-und-HANS_Celena-Pieper-u.-Milan-van-Waardenburg-c-Disney_Foto-Johan-Persson.jpg 460w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch die Choreografien (Associate Choreographer: Charlie Williams) sind nicht wirklich magisch, sondern eher eine unauffällige Ausschmückung der Handlung. Einzig bei „Fixxer upper“, wenn Pabbie (der stark an Aquaman erinnernde David Negletto) versucht, Anna das Leben zu retten, lassen sich wunderbar kreative Ansätze erkennen. Viele Ensemblenummern erinnern vom Staging her zudem an die Hexenjagd-Szenen bei „Wicked“. Überhaupt ist dies ein Thema, welches sehr stark betont wird. Als Anführer der Hexenjäger ist Eric Minsk als Pitzbühl in gewohnt enervierender Art zu sehen.</p>
<p>Genial gelungen ist die Visualisierung der Hexenjagd als Elsa auf der Suche nach ihrer Schwester alle Bewohner Arendelles zu Eisblöcken gefrieren lässt. Hier greifen Licht, Kostüm und Choreografie perfekt ineinander.</p>
<p>Unter diesem Schwerpunkt leidet jedoch die Ausarbeitung der Bindung der beiden Schwestern zuweilen sehr. Hier wurde viel Potential verschenkt, das Stück für Erwachsene attraktiver zu machen.</p>
<p>Milan van Waardenburg steht als Prinz Hans auf der Bühne. Er hat eine recht undankbare Rolle, da er den langweiligen Prinzen nur allzu glaubhaft verkörpert und sich auch gesanglich nicht absetzen kann. Am spannendsten wird er, wenn Hans Anna sein wahres Ansinnen gesteht: Sehr schön düster und gefährlich reiht er sich ein in die Riege derer, die auf Hexenjagd gehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3170 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_OLAF_Elindo-Avastia_cDisney_Foto-Johan-Persson-400x264.jpg" alt="" width="400" height="264" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_OLAF_Elindo-Avastia_cDisney_Foto-Johan-Persson-400x264.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/01/JPG-72-dpi-RGB-EIS_HH_OLAF_Elindo-Avastia_cDisney_Foto-Johan-Persson.jpg 566w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch wenn es eigentlich völlig selbstverständlich sein sollte, möchten wir an dieser Stelle erwähnen, dass das Ensemble von „Die Eiskönigin“ sicherlich das mit Abstand „diverseste“ Ensemble ist, das je auf einer deutschen Musicalbühne gestanden hat. Das Königspaar ist maximalpigmentiert und asiatisch (Dominik Doll und Lanie Sumalinog), Olaf und Kristoff sind ebenfalls maximalpigmentiert (Avastia und Monteiro), dazu kommen zahlreiche weitere Künstler aus dem europäischen, englischen und amerikanischen Raum. Warum dies bemerkenswert ist? Weil in diesem Fall ganz bewusst die Ebene des Klischeedenkens (Olaf muss weiß sein, Kristoff und das Königspaar müssen skandinavisch aussehen) verlassen wurde und schlichtweg die besten Darsteller für diese Rollen besetzt wurden. Chapeau, liebes Casting-Team.</p>
<p>Elsas Eispalast muss die komplette Show tragen, was leider nicht durchgehend gelingt. Technische Neuerungen sucht man in den übrigen Szenen nahezu vergebens. Ja, es gibt ein oder zwei magische Broadway-Momente, doch das allein ist nicht genug. Den Aufwand, den es bedurfte, die komplette Bühne zu verkabeln und mit LEDs auszustatten sowie die 30 Computer zu programmieren, die jeden Abend die Kulissen und Bühne zum Erstrahlen bringen, nimmt man als Zuschauer nicht wahr. Dafür braucht es Wow-Momente. Und den gibt’s in der „Eiskönigin“ nur einmal.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>gekürzt erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater an der Elbe, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">8</span><span class="Bold">. November 2021<br />
<strong>Darsteller:</strong> Sabrina Weckerlin, Celena Pieper, Benét Monteiro, Antoine D. Banks-Sullivan, David Negletto, Eric Minsk, Milan van Waardenburg, Dominik Doll, Lanie Sumalinog<br />
<strong>Musik / Regie: </strong>Kirsten Anderson-Lopez &amp; Robert Lopez / Adrian Sarple<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac-Maatzen<br />
</span></span></p>
</div>
</div>
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		<title>Professionelle Behandlung von musikalischen Entzugserscheinungen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/professionelle-behandlung-von-musikalischen-entzugserscheinungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 09:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Gino Emnes]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pasquale Aleardi]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann das Live-Erlebnis ersetzen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2962 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Wie alle anderen Theater auch, muss die Stage Entertainment seit Monaten auf Einnahmen in Millionenhöhe verzichten. Doch der Musicalkonzern hat sich etwas überlegt, um in diesen Pandemie-geplagten Zeiten wenigstens ein bisschen Live-Musical-Feeling zu erzeugen. Mit der Premiere ihres Konzert-Formats „MUSICALSTARS UNPLUGGED“, einem Live-Konzert, welches dem Publikum per (kostenpflichtigem) Stream zur Verfügung gestellt wurde, soll allen die Wartezeit verkürzt werden, bis der Theaterbetrieb endlich wieder aufgenommen werden darf.</p>
<p>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs und Sabrina Weckerlin liefern gemeinsam mit der siebenköpfigen Live-Band ein buntes Potpourri an Musical-Songs – natürlich zumeist aus Stage Entertainment Shows – ab, das insbesondere aufgrund außergewöhnlicher Interpretationen einige Highlights bietet.</p>
<p>Pasquale Aleardi („Panamour“) führt als Moderator durch den Abend. Jeder Darsteller muss sich allein oder paarweise musikalischen Challenges stellen. Die Künstler sinnieren über die gemeinsame Vergangenheit, die Herausforderungen von Corona-Beschränkungen und was sie an den Challenge-Songs besonders mögen.</p>
<p>So kommt es, dass Sabrina Weckerlin eine Gänsehaut-Fassung des „Ewigen Kreis“ aus „Der König der Löwen“ zum Besten gibt. Ihre Stimmfarbe und greifbaren Emotionen verleihen dem Song eine ganz neue Tiefe. Als Duettpartner steht ihr Gino Emnes zur Seite, der das Stück natürlich aus dem Effeff kennt. Emnes darf dann mit „Waiving through a window“ aus dem Broadway und West End Hitmusical „Dear Evan Hansen“ seinerseits zeigen, was er technisch und stimmlich draufhat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2963 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg" alt="" width="400" height="205" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-1024x526.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-768x394.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-1536x788.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-2048x1051.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Auch die nächste Gruppe – Mathias Edenborn und Kristina Love mit Gino Emnes – liefert ungewöhnliche Versionen bekannter Songs: Edenborns „Music of the Night“ wirkt durch die alleinige Begleitung mit einer Akustikgitarre ganz pur und verletzlich, während Love mit Emnes das perfekte Duo formt, wenn sie „A whole New World“ aus „Aladdin“ singen. Die beiden warmen Soulstimmen harmonieren wundervoll.</p>
<p>Sabrina Weckerlin und Mathias Edenborn lassen in der Folge noch einmal ihre gemeinsame Zeit bei „Wicked“ aufleben und zeigen mit „Solang ich Dich hab“, dass sie nicht zufällig als Elphaba und Fiyero besetzt wurden, auch wenn Edenborn ganz klar macht, dass er – trotz seines jugendlich-frischen Klangs – sicherlich kein College Prince mehr ist und somit für die neue Fassung von „Wicked“ in Hamburg nicht zur Verfügung steht.</p>
<p>Anton Zetterholm kann zwar aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen nicht mit seinen Kollegen auf der Bühne stehen, wird aber mit einigen Grußbotschaften in das Konzert integriert, u. a. ein sehr gefühlvolles „Dir gehört mein Herz“ mit seiner sichtlich schwangeren Frau Harriet Jones.</p>
<p>Lustige Einsätze steuern Pasquale Aleardi und John Voijs mit Einlagen aus „Ich war noch niemals in New York“ bei: Aleardi singt „Griechischer Wein“ auf griechisch, während Voijs ihn an der Gitarre begleitet und simultan übersetzt. Das Voijs mehr bieten kann als den Gassenhauer „Ehrenwertes Haus“ wird mehr als deutlich, aber die Stimmung passt perfekt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2961 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die Runde wird komplettiert von Maricel, die neben ihrem Showstopper „Rodeo Drive“ aus „Pretty Woman“ noch eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Version der „Totalen Finsternis“ zum Besten gibt: Maricel ist eindeutig zu rockig und Edenborn im Verhältnis zu brav. So verpufft die Intensität dieses Songs.</p>
<p>Ein Highlight dieses Konzerts ist sicherlich einmal mehr Sabrina Weckerlin, die Lady Gagas „Always remember us this way“ ( „A star is born“) sehr zu ihrer eigenen Überraschung auf Wunsch von Maricel singt. Gute Emotionen, berührende Mimik und eine beeindruckende stimmliche Wandlungsfähigskeit machen diesen Moment sehr besonders.</p>
<p>Gemeinsam performen die Darsteller dann noch eine mehrsprachige Version von „Du hast einen Freund“, die nur noch Kristina Loves „Nutbush City Limits“ und dem finalen „Simply the Best“ aus „Tina Turner – Das Musical“ getoppt wird.</p>
<p>Dieses singende Get-Together ist eine schöne Idee – insbesondere, wenn es wirklich nur den Auftakt zu einer Reihe von Konzerten bieten sollte. Der Preis von fast 15 Euro (für 30 Tage unbegrenztes Streamen) ist für die Qualität, die die Stage Entertainment hiermit abliefert, absolut gerechtfertigt. Die Darsteller hatten sichtlich Spaß während der Aufzeichnung und die Band sorgt für die richtige Energie.</p>
<p>Ja, auch dieser Stream ersetzt kein Live-Konzert, kommt aber ziemlich nah dran. Es bleibt zu hoffen, dass sich Theater und Politik im Laufe der Wintermonate tragfähige Konzepte überlegen, um die Häuser endlich wieder mit Leben zu füllen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus Hamburg via Stream</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs, Sabrina Weckerlin </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Dr. Britta Heiligenthal<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen</span></p>
</div>
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		<title>Eine sehr befremdliche Verfilmung des Samtpfoten-Musicals</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-sehr-befremdliche-verfilmung-des-samtpfoten-musicals/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 20 Dec 2019 09:38:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Fast 40 Jahre nach der Uraufführung des Bühnenmusicals in London (1981) bringt Regisseur Tom Hooper seine Vorstellung einer modernen „Cats“-Fassung auf die Leinwand. Es ist sehr populär, Musicals von der Bühne auf Celluloid zu bannen. Beim “Phantom der Oper“ und “Into the Woods“ gelang dies nur mäßig überzeugend. Doch „Die Schöne und das Biest“ und ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast 40 Jahre nach der Uraufführung des Bühnenmusicals in London (1981) bringt Regisseur Tom Hooper seine Vorstellung einer modernen „Cats“-Fassung auf die Leinwand.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2761 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/63113-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/63113-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/63113.jpg 660w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es ist sehr populär, Musicals von der Bühne auf Celluloid zu bannen. Beim “<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=331">Phantom der Oper</a></span>“ und “Into the Woods“ gelang dies nur mäßig überzeugend. Doch „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1898"><span style="color: #333399;">Die Schöne und das Biest</span></a>“ und auch „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=345">Les Misérables</a></span>“ (ebenfalls von Hooper) erzielten mehr als Achtungserfolge in der Musical-Fangemeinde. Von „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=339">Mamma Mia</a></span>“ ganz zu schweigen</p>
<p>Zahlreiche weitere Verfilmungen sind bereits in Planung – darunter „Joseph“ und „In the Heights“. Auch von „Sunset Boulevard“ als Leinwandmusical träumt Andrew Lloyd Webber seit einigen Jahren sehr medienwirksam.</p>
<p>Doch 2019 sind erstmal T. S. Eliots „Practical Cats“ an der Reihe. Schon als im Sommer der erste Trailer veröffentlich wurde, ging ein Raunen durch die Musical-Gemeinde: Das was dort gezeigt wurde, hatte herzlich wenig mit dem zu tun, was man von einem Musicalfilm mit höchsten technischen Raffinessen erwartet hatte. Leider kann auch das vollständige Werk diesen Eindruck nicht bessern.</p>
<p>Es beginnt mit der Ouvertüre, die sehr zurückhaltend aus den Kinolautsprechern plätschert. Zudem fehlen dem versierten Theatergänger natürlich die rundum blinkenden Katzenaugen im Saal. Doch wirklich erwarten konnte man diesen Effekt im Kino nicht.</p>
<p>Tom Hooper hat nach eigener Aussage eine Fantasy-Version von „Cats“ geschaffen, die sich offenbar dadurch auszeichnet, dass Menschen mit computererzeugtem Fell durch London streifen. Das Größenverhältnis, wenn die menschlichen Katzen am Eros-Brunnen auf dem Piccadilly Circus tanzen, passt jedoch nicht. Auch der Trafalgar Square sieht in der Finalszene eher aus wie ein Gemälde, das im Hintergrund platziert wurde. Auch ist eher irritierend, dass die Füße und Hände der Schauspieler „original“ sind und nur in wenigen Szenen einige Katzen Schuhe tragen (bspw. in der Stepp-Szene von Skimbleshanks). Berücksichtigt man dann auch noch die von Jenny Fleckenreich dressierten Mäuse und Kakerlaken, die ebenfalls menschliche Gesichter haben, wird es vollends skurril.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2765 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/francesca-hayward-cats-2-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/francesca-hayward-cats-2-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/francesca-hayward-cats-2.jpg 618w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Bewegungen der Katzen sind leider weniger geschmeidig und sehen nach Computertechnik aus, die an Computerspiele der späten 90er Jahre erinnert. Idris Elbas‘ Kopf ist schlecht in die Szenen geschnitten und die Sprünge sowie Tanzschritte der Samtpfoten sind gänzlich unnatürlich. Katzen, die beim Springen verschwimmen oder deren Füße beim Tanzen den Boden nicht berühren, sind einfach unecht. Hinzu kommen noch die Gesichter, die auf unnatürliche Art mal breiter und mal schmaler werden, sowie die Ohren, die sich häufig sehr „kreativ“ und auf keinen Fall felin durch die Gegend bewegen.</p>
<p>Auch wenn im Abspann gefühlt 500 Mitarbeiter aufgelistet werden, die die visuellen Effekte er- und bearbeitet haben, wird man das Gefühl nicht los, dass hier die Erfahrung mit dem Genre fehlte. Alternativ ist es natürlich auch vorstellbar, dass Hooper eine sehr spezielle Vorstellung der Bewegungsabläufe von Katzen und dem computervisuellen Aufbau der Umgebung hatte, die sich für Otto Normal Musical-Besucher nicht nachvollziehen lässt.</p>
<p>Doch abgesehen von den überholten Visual Effects, steht ja bei einem Musical die Musik im Vordergrund. Andrew Lloyd Webber hat an einige Songs noch einmal Hand angelegt, was im Sinne einer Modernisierung vollkommen legitim ist. Dennoch passt es zu den Chaos-verbreitenden Katzen Mungojerrie und Rumpleteazer überhaupt nicht, wenn sie anstatt zu einer flippigen Uptempo-Nummer nun zu einem Swing &amp; Jazz Song Unfug stiften. Die Idee, Skimbleshanks, den Kater vom Nachtexpress, steppen zu lassen, verwirrt zunächst ebenfalls sehr. Doch die Art wie diese Szene sich entwickelt und die Tatsache, dass der Stepptanz durchaus „nach vorne“ geht, sorgen für ein stimmiges Gesamtbild.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2766 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/james-corden-cats-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/james-corden-cats-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/james-corden-cats.jpg 618w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch einige Charaktere wurden für den Film überarbeitet. Allen voran natürlich die schüchterne Victoria, die im Film durchaus Selbstbewusstsein zeigt, sich in Mr. Mistoffelees verliebt und sogar einen eigenen neuen Song bekommt, der von Taylor Swift und Andrew Lloyd Webber stammt. Apropos Mr. Mistoffelees – ihn anstatt des gewitzten, schlauen Zauberers als ängstlichen Tollpatsch darzustellen, dessen Magie eher in seinen fehlschlagenden Tricks liegt, wird viele Musicalfans ärgern.</p>
<p>Auch Rum Tum Tugger bekommt eine wesentlich kleinere Rolle, da viele seiner Gesangspassagen von Munkustrap übernommen werden. Frauenheld? Fehlanzeige! Growltiger verkommt gar zur Nebenrolle. Dafür sind Bustopher Jones, Jenny Fleckenreich, Macavity und Old Deuteronomy wesentlich präsenter, was aber nicht zuletzt auch an deren Besetzung liegt.</p>
<p>Bustopher Jones wird von einem herrlich süffisanten James Corden gespielt. Dass er auch singen kann, beweist er seit Jahren u. a. in seiner „Late Late Show“. Rebel Wilson beweist ihr Talent für Komik und Timing als Jenny Fleckenreich. Idris Elba gibt den magisch-gefährlichen Macavity, der alle Katzen, die mit ihm um die Wiedergeburt konkurrieren, kurzerhand auf ein Themseboot verschleppt.</p>
<p>Den größten „Aufschrei“ gab es in der Community jedoch als bekannt wurde, dass Judi Dench das Katzen-Oberhaupt Old Deuteronomy spielen würde. Old Deuteronomy eine Frau? Das kann doch nicht funktionieren! So las man überall… Doch dank der herausragenden Schauspielerin Judi Dench fällt diese wesentliche Änderung im Vergleich zur Bühnenversion nicht ins Gewicht. Sie spielt mütterlich, zeigt Herz und lässt es an nichts vermissen, was man mit Old Deuteronomy verbindet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2771 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/ian-mckellan-cats-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/ian-mckellan-cats-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/ian-mckellan-cats.jpg 618w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Schauspielerische Exzellenz beweist auch Ian McKellen als Theaterkater Gus. Man hat unfassbar viel Mitgefühl mit diesem altersschwachen Katerchen.</p>
<p>Weitere Weltstars, die für dieses Fantasy-Musical engagiert wurden, sind Jennifer Hudson als Grizabella, Jason Derulo als Rum Tum Tugger und Taylor Swift als Bombalurina. Mit Francesca Hayward als Victoria, Robbie Fairchild als Munkustrap und Laurie Davidson als Mr. Mistoffelees sind viele Schauspieler zu erleben, die man sonst vor allem aus TV-Serien kennt.</p>
<p>An Namen hat „Cats 2.0“ also einiges zu bieten…</p>
<p>Ja, viele Katzen sehen anders aus als man es von der Bühne gewohnt ist, dazu zählen insbesondere Old Deuteronomy, der beige und nicht mehr dunkelbraun ist, und Macavity, der schlicht braun ist anstatt orange-rot-schwarz. Doch diese Fellwechsel kann man als künstlerische Freiheit durchgehen lassen.</p>
<p>Dass die Katzen allerdings mit Rum Tum Tugger in einer Milchbar feiern, ist unverständlich, da Katzen schlichtweg keine Kuhmilch trinken (sollten).</p>
<p>Tom Hooper hat in einem Interview gesagt, dass er mit der Catnip-Szene („Macavity“) neue filmische Maßstäbe setzen wollte. Der geneigte Kinobesucher sucht diese Maßstäbe, denn eine Taylor Swift, die sich als Bombalurina auf einem Halbmond räkelt und langsam in einem Theatersaal herabgelassen wird, während alle Katzen um sie herum durch das Catnip komplett high werden, ist absolut nichts Außergewöhnliches.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2762 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/63115-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/63115-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/63115.jpg 660w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Schwierig wird es auch bei Gesang und Tanz… Nicht alle Schauspieler in diesem Musicalfilm sind auch herausragende Sänger. Dafür bestechen sie mit einer gnadenlos guten Mimik (insbesondere McKellen, Corden, Wilson, Derulo). Tänzerisch kann man niemanden in diesem Film wirklich einschätzen, da sämtliche Choreographien durch die Computerbearbeitung unrealistisch wirken. Andy Blankenbuehler hat ein Händchen für moderne Choreos (siehe „Hamilton“), doch zu „Cats“ wollen diese – zumindest in der für den Zuschauer sichtbaren Fassung – nicht passen. Von Gillian Lynnes felinen Tanzsequenzen ist in Hoopers „Cats“ jedenfalls nichts mehr zu erkennen.</p>
<p>Nina Schneider hat einige der ursprünglichen deutschen Texte von Michael Kunze in das 21. Jahrhundert übertragen. Leider klingen diese nicht selten plump und unbeholfen (bspw. „Rum Tum Tugger“, „Einladung zum Jellicle Ball“).</p>
<p>Für die deutsche Fassung wurde einmal mehr einige Rolle doppelt durch einen Synchronsprecher und einen Sänger besetzt. Im Fall von Munkustrap, bei dem Patrick Stanke beide Parts übernahm, geht dies leider daneben, denn viele Sprechgesangspassagen klingen schrecklich schief. Da die raumgreifenden großen Songs von Munkustrap stark gekürzt wurden, kommt Stankes schöne Stimme leider kaum zur Geltung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2764 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/idris-elba-cats-2-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/idris-elba-cats-2-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/12/idris-elba-cats-2.jpg 618w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Patricia Meeden singt den weltbekannten Showstopper „Memory“, der auf Deutsch aber jetzt auch nicht mehr „Erinnerung“ heißt. Sie kann &#8211; im Gegensatz zu Jennifer Hudson – mit ihrer Interpretation vollends überzeugen.</p>
<p>Philipp Büttner („Aladdin“) kommt die Aufgabe zu, Jason Derulo zu „synchronisieren“. Da Rum Tum Tugger in dieser filmischen Fassung aber nicht allzu viel zu sagen hat, fällt es Büttner leicht, mit diesem Part zu überzeugen.</p>
<p>Manuel Straube verleiht Bustopher Jones eine sehr gelungene deutsche Stimme. Gleiches gilt für Thomas Rauscher und Pia Allgaier, die Gus und Bombalurina ihre deutschen Stimmen leihen.</p>
<p>Andreas Bongard (Mr. Mistoffelees) und Sabrina Weckerlin (Cassandra) verkaufen sich leider in dieser seltsamen Musicalfassung sehr unter Wert. Auch Toby Heinz und Carin Filipcic haben als Mungojerrie und Rumpleteazer so ihre liebe Müh.</p>
<p>Zudem muss man leider auch noch anmerken, dass man deutlich hört, dass die Songs im Studio eingesungen wurden. Man spürt keinerlei Atmosphäre, nur kalte klare Wände um den Gesang. Auch dies ist bei einem Stück wie „Cats“ sehr bedauerlich.</p>
<p>Insgesamt kann man sagen, dass Tom Hoopers Fantasy-Film das Lyrische und Magische gänzlich abgeht, was „Cats“ seit fast vier Jahrzehnten ausmacht. Diese Verfilmung reiht sich nahtlos in die Reihe mit dem „Phantom der Oper“ und „Into the Woods“ ein und lässt direkt auf „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://www.youtube.com/watch?v=U0CL-ZSuCrQ">In the Heights</a></span>“ hoffen, das im Gegensatz zu „Cats“ nach dem ersten Trailer sehr vielversprechend aussieht.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Tom Hooper</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Judi Dench, Ian McKellen, James Corden, Rebel Wilson, Jason Derulo, Taylor Swift, Jennifer Hudson, Francesca Hayward, Robbie Fairchild, Laurie Davidson</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> Andrew Lloyd Webber / 1 Song mit Taylor Swift</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Verleih / Fotos: </span></strong>Universal Pictures International</span></div>
</div>
</div>
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			</item>
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		<title>Legendärer Historienstoff vortrefflich vermusicalt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/legendaerer-historienstoff-vortrefflich-vermusicalt/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2018 05:49:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ausgehend von der Krönung von Papst Joannes Anglicus wird rückblickend die Lebensgeschichte von Johanna erzählt, die schon direkt nach ihrer Geburt vom Vater als Wechselbalg bezeichnet wird. Heimlich lehrt die Mutter Johanna lesen und schreiben, was im 9. Jahrhundert n. Chr. alles andere als angebracht war für ein Mädchen. Zudem bringt sie ihrer Tochter bei, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgehend von der Krönung von Papst Joannes Anglicus wird rückblickend die Lebensgeschichte von Johanna erzählt, die schon direkt nach ihrer Geburt vom Vater als Wechselbalg bezeichnet wird.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2269 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196-400x283.jpg" alt="" width="400" height="283" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196-400x283.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Heimlich lehrt die Mutter Johanna lesen und schreiben, was im 9. Jahrhundert n. Chr. alles andere als angebracht war für ein Mädchen. Zudem bringt sie ihrer Tochter bei, dass es neben dem katholischen Glauben noch andere Glaubensformen und Götter gibt, wie bspw. den germanischen Göttervater Odin.</p>
<p>Johannas Selbstständigkeit und ihr ausgeprägter Wissensdrang führen dazu, dass Aeskulapius, der eigentlich ihren Bruder auf die Klosterschule in Dorstadt mitnehmen möchte, auf sie aufmerksam wird. Als der Vater seine Zustimmung verweigert, dass auch Johanna mit auf die Klosterschule geht, laufen die Kinder nachts von zuhause weg. Gemeinsam gehen sie auf die Klosterschule und Johanna wird zum Schützling von Markgraf Gerold, der sie vor allen Anfeindungen durch die Klosterbrüder bewahrt.</p>
<p>Nach einem Normannenangriff, dem außer Johanna alle im Kloster zum Opfer fallen, sieht sie ihre einzige Chance darin, sich fortan als Mann zu verkleiden und geht als Mönch ins Kloster Fulda. Auch dort macht sie sich jedoch schnell Feinde, denn entgegen der katholischen Vorgaben beschäftigt sie sich intensiv mit den Schriften von Hippokrates und wendet dessen Heilungsmethoden erfolgreich an.</p>
<p>Doch genau diese Heilungskünste ebnen ihr den weg nach Rom, wo sie schon nach kurzer Zeit zum Leibarzt des Papstes wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2263 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sie, von der natürlich in Rom (außer Aeskulapius) keiner ahnt, dass sie eine Frau ist, erfreut sich ob ihres medizinischen Fachwissens großer Beliebtheit beim Volk. Als nach der Vergiftung ein neuer Papst gewählt wird, fällt die Wahl der Kardinäle auf sie. Am Ziel ihrer Träume angekommen, muss Johanna, gekrönt als Papst Joannes Anglicus, lernen, dass ihre Liebe zu Gerold und ihre Schwangerschaft sich nicht verheimlichen lassen. In einem dramatischen Finale erleidet Johanna eine Fehlgeburt vor den Augen der römischen Bürger, die sie selbst nicht überlebt.</p>
<p>Diese dem Reich der Mythologie entstammende Geschichte erlaubt viel Spielraum für Intrigen, und auch tiefe Gefühle – ob nun Liebe oder Hass – sind unumgänglich. Eine wahre Fundgrube für jeden Musicalautor! Dennis Martin (Musik), Peter Scholz (Produktion), Christoph Jilo (Dramaturgie) sowie Stanislav Moša (Regie) konnten für ihre Inszenierung, die in diesem Jahr zum zweiten Mal in Fulda gezeigt wurde, aus dem Vollen schöpfen.</p>
<p>Die wandelbare Drehbühne (Christopher Weyers) kommt dann auch entsprechend pompös daher. Ob römischer Säulengang, die ärmliche Hütte von Johannas Eltern, die Klosterschule, ein Bordell oder die päpstlichen Gemächer – mit wenigen zusätzlichen Großkulissen und den Treppenelementen lässt sich alles im „Handumdrehen“ glaubwürdig auf die Bühne bringen.<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2271 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Etwas unnötig sind die Projektionen auf die Leinwand im Hintergrund der Großkulisse. Man sieht zum einen nicht viel davon, zum anderen gibt es immer mal wieder Fehlermeldungen, die davon zeugen, dass das verwendete System wohl noch nicht ganz ausgegoren ist.</p>
<p>Musikalisch bekommt das Publikum dank zusätzlicher Halbplaybacks vom Band einen fulminanten Sound geboten. Damit wird auch die vierte Reprise von „Wechselbalg“ nicht langweilig. Dennis Martins hat den Schwerpunkt ganz klar auf die Soli und Duette der Protagonisten gelegt. Ensemblenummern wie „Im Namen des Herrn“ oder „Jahrmarkt in St. Deny“ sind zwar lustig, aber mehr als Füllmaterial sind sie am Ende nicht.</p>
<p>Hingegen hat „Wehrlos, machtlos“, das Liebesduett von Johanna und Gerold im ersten Akt, das Zeug zu einem über die Grenzen dieses Stücks hinaus bekannten Musicalhit. Das liegt aber auch daran, dass Sabrina Weckerlin und Mark Seibert hierfür schlicht die ideale Besetzung sind. Ihre Stimmen harmonieren perfekt.</p>
<p>Die großartige Besetzung ist es auch, die „Die Päpstin“ so sehenswert macht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2265 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sabrina Weckerlin ist die Rolle der Johanna auf den Leib geschrieben. Sie ist in jeder Sekunde präsent, man leidet mit ihr, erlebt ihre Zweifel, aufkeimenden Gefühle für Gerold und Trauer um den verlorenen Bruder hautnah mit. Gesanglich ist sie über jeden Zweifel erhaben. Ihre Bandbreite reicht von gefühlvoller Ballade bis hin zu kraftvollen Rocknummern und sie überzeugt mit jedem einzelnen Song. „Allein“ ist ein Beispiel dafür, wie sie alle Zuschauer allein mit ihrer Stimme in ihren Bann zieht.</p>
<p>Doch auch Mark Seibert als Markgraf Gerold darf sowohl seine gefühlvolle als auch seine kämpferische Seite zeigen. Besonders schön war sein (geplanter?) Versprecher „Ich werde Wien &#8230; äh Rom noch heute verlassen!“. Die Zuschauer, die Seibert noch aus „Elisabeth“ oder „Mozart!“ kennen, hatten hier hörbar ihren Spaß!</p>
<p>Reinhard Brussmann ist das personifizierte Gewissen. Als Aeskulapius ist er Erzähler und Johannas Mentor gleichermaßen. Er hilft dem Publikum das Geschehen historisch einzuordnen und passt auf, dass Johanna nicht zu schaden kommt. Sein warmer Bariton geht unter die Haut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2264 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Rolle des Fieslings Anastasius hat Christian Schöne übernommen. Anastasius ist ein durch und durch machtbesessener, missgünstiger und neidischer Mensch, der Johannas Erfolg an der Klosterschule genauso missachtet wie ihren steilen Aufstieg in Rom bis zum Papst Joannes Anglicus – auch wenn er bis kurz vor Schluss nicht ahnt, dass diese beiden Widersacher ein und dieselbe Person sind. Angetrieben von seinem Vater Arsenius (Daniele Nonnis) setzt er alles daran, selbst Papst zu werden, was ihm zeitlebens nicht gelingen wird. Schöne verleiht diesem unangenehmen Charakter sehr viel Glaubwürdigkeit und bildet einen guten Gegenpart zu Weckerlins sanfter, aber nicht minder gewinnender Ausstrahlung. Nonnis ist als machtverwöhnter Vater Arsenius ebenfalls sehr überzeugend und hat seinen Sohn sehr gut im Griff (bis dieser ihn aus eigenem Machtdurst umbringt).</p>
<p>Lutz Standop darf als Bischof Fulgentius und Prior Rabanus seine Wandlungsfähigkeit zeigen. Als vulgärer Bischoff und noch viel mehr als warmherziger Prior weiß er zu überzeugen. Ihm kommt auch die Rolle zu, Johanna einmal mehr vor den Anfeindungen ihres Umfeldes zu schützen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2266 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 730w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein weiteres Highlight dieser Cast ist Anke Fiedler als Johannas Mutter sowie „Cesarin von Rom“, die mit ihrem Bordell so manche politische Entscheidung gewinnbringend für sich genutzt hat. Auch sie hat eigentlich nur ein Solo je Figur, legt hier aber soviel Energie hinein, dass sie das Publikum begeistert.</p>
<p>Am Ende sind es 5-6 Songs und 3-4 Protagonisten, die die gesamte Energie dieses Stücks transportieren und die Charaktere musikalisch beschreiben. Das ist schade für die anderen Darsteller, denn immerhin mühen sich hier mehr als 30 Künstler ab. Sie versuchen, die Lebensfreude und Ablehnung der Bevölkerung rund um Johanna in ihren verschiedenen Lebenslagen auszudrücken und geben ihr bestes, die Choreographien von Julia Poulet umzusetzen, was leider jedoch regelmäßig durch verpasste Einsätze misslingt.</p>
<p>Auch Stanislav Moša verleiht dem Stück nicht den erforderlichen Zusammenhalt. Es wäre wünschenswert, die Szenen zwischen den großen Duellen und Duetten von Johanna und Gerold oder Gerold und Anastasius mit Sinnhaftigkeit zu füllen. Die etwas planlos durch die Luft fliegenden Raben oder der an den „Zigeunerball“ im „Glöckner von Notre-Dame“ erinnernde „Jahrmarkt in St. Deny“ sind nur zwei Beispiele dafür, dass Buch und Regie deutliche Schwächen aufweisen.</p>
<p>Dennoch wird das Publikum durch „Die Päpstin“ sehr gut unterhalten, denn dramatische Stoffe mit charismatischen Hauptfiguren funktionieren – wie nicht zuletzt der Erfolg von „Elisabeth“ belegt. Und zumindest was die Songs der Titelfigur und deren Besetzung angeht, hat das Kreativteam in Fulda alles richtig gemacht.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schloßtheater Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 7. Juli 2018</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Sabrina Weckerlin, Mark Seibert, Reinhard Brussmann, Anke Fiedler, Lutz Standop, Christian Schöne</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Stanislav Moša / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<title>Abstriche in der Inszenierung, aber die Oberhausener Cast ist erstklassig!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2017 20:59:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Klaws]]></category>
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		<category><![CDATA[Phil Collins]]></category>
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		<category><![CDATA[Tarzan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Hamburg und Stuttgart macht Phil Collins „Affenzirkus“ nun in Oberhausen Station. Das Metronom Theater ist viel kleiner als die Neue Flora oder das Apollo Theater, nicht nur was den Zuschauersaal betrifft, sondern auch hinsichtlich der Bühnengröße. Doch die Kreativen haben sich etwas einfallen und Tarzans Dschungel links und rechts der Bühne weit ins Auditorium ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Hamburg und Stuttgart macht Phil Collins „Affenzirkus“ nun in Oberhausen Station. Das Metronom Theater ist viel kleiner als die Neue Flora oder das Apollo Theater, nicht nur was den Zuschauersaal betrifft, sondern auch hinsichtlich der Bühnengröße. Doch die Kreativen haben sich etwas einfallen und Tarzans Dschungel links und rechts der Bühne weit ins Auditorium wuchern lassen. Die Gorillas können so über Brücken und Tunnel durch den Saal toben.</p>
<p>Unverändert, wenn auch aus geringerer Höhe als in Hamburg und Stuttgart, springen die akrobatischen Dschungelbewohner hinunter und schwingen über den Köpfen des Publikums hin und her. Aufgrund des arenaartigen Zuschauerraumes im Metronom, der ohne Rang auskommt, wurden laut Stage Entertainment neue Flugelemente kreiert und die Flüge noch rasanter gestaltet. Dies fällt besonders beim ersten Auftauchen der Gorillas sichtbar ins Gewicht. Das an diesem Samstag Abend voll besetzte Haus ist begeistert!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1106 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_springende-Affen-400x274.jpg" alt="" width="400" height="274" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_springende-Affen-400x274.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_springende-Affen-768x527.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_springende-Affen.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Schade ist jedoch, dass anstatt der fransigen Seitenwand-Verkleidung, welche die Höhlen der Gorillas stilisiert, aber effektvoll verdeckten, nun eine an Blättersilhouetten erinnernde Dekoration der Rück- und Seitenwände eingesetzt wird. Dies ist zwar vermutlich deutlich „tourfähiger“, macht den Dschungel aber weniger geheimnisvoll. Gleiches gilt für die fehlende 9m Spinne, die in Oberhausen nur noch durch 3-4 große Spinnenbeine symbolisiert wird, die von hinten durch das Netz kommen. Dass Terks „Höhle“ nicht mehr von oben abgeseilt wird, sondern stattdessen eine Art Thron auf einem Regal in die Szene geschoben wird, ist natürlich ebenfalls dem kleineren Umfeld geschuldet. Doch hiermit geht leider viel Charme und Effekt verloren.</p>
<p>Durch die Anpassungen verändert sich auch die Wirkung weiterer Szenen. Dazu gehört beispielsweise auch Janes erste Erkundung des Dschungels: Der Boden der Bühne ist nicht mehr durch wallende Stoffbahnen bedeckt, und die Blumen „fallen vom Himmel“ anstatt aus dem Bühnenboden nach oben zu wachsen und sich zu voller Pracht zu entfalten. Auch der Wasserfall, der in einen See auf der Bühne mündet, gerät deutlich kleiner. Und Tarzans Spiele mit dem Feuer wirken irgendwie deplatziert.</p>
<p>Die Besetzung in Oberhausen liest sich jedoch wie das „Who is Who“ der deutschen Musicalszene: Alexander Klaws als Tarzan, Sabrina Weckerlin als Kala, Patrick Stanke als Kerchak. Das allein weckte schon hohe Erwartungen. Hinzu kommen Japheth Myers und Massimiliano Pironti, die ihre Rollen als Professor Porter und Terk schon in Hamburg bzw. Stuttgart gespielt hatten. Tessa Sunniva van Tol (Jane) und Patrick Imhof (Clayton) komplettieren die Riege der Hauptdarsteller.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1105 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Kerchak-und-Kala-e1484341723482-400x290.jpg" width="400" height="290" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Kerchak-und-Kala-e1484341723482-400x290.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Kerchak-und-Kala-e1484341723482-768x558.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Kerchak-und-Kala-e1484341723482.jpg 851w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sabrina Weckerlin zeigt schon in den ersten Szenen viel Einfühlungsvermögen und mütterliche Sorge. Ihr Zusammenspiel mit dem jungen Tarzan ist sehr sympathisch und „Dir gehört mein Herz“ interpretiert Weckerlin unendlich sanft und zärtlich.</p>
<p>Als brummiger Silberrücken Kerchak kann Patrick Stanke leider nicht ganz überzeugen. Er wirkt zu jung für den Sippenchef und reicht auch gesanglich kaum an die Dominanz und Stärke heran, die man von diesem erwartet. Die Szene, in der Kala und Kerchak sich über Tarzans Zukunft entzweien, ist aber von beiden sehr gut gespielt und macht klar, dass beide starke Charaktere sind, die sich keinesfalls einfach so unterordnen.</p>
<p>Massimiliano Pironti ist schön verspielt und albert herum, ohne den Bogen zu überspannen. Auch gesanglich kann er die überbordende Energie des halbstarken Gorillas Terk gut über die Rampe bringen. Das wird auch in der Auftaktszene zum zweiten Akt („Chaos im Lager“) deutlich, in der Terk mit anderen Gorillas zur großen Freude der Zuschauer jede Menge Unheil anrichtet.</p>
<p>Tessa Sunniva van Tol ist eine sehr selbstbewusste Jane, die in der männerdominierten Forscherwelt problemlos ihre Frau steht. Ihre holländische Herkunft kann sie nicht gänzlich verhehlen, doch fällt diese in den Gesangspassagen nicht ins Gewicht. Insbesondere ihr Duett mit Klaws („Auf einmal“) ist wunderbar harmonisch. Van Tol ist eine sehr gute Wahl, da sie nicht so süßlich ist wie manche ihrer Vorgängerinnen, sondern man sich sehr gut vorstellen kann, wie sie später an Tarzans Seite den Dschungel auf Vordermann bringt.</p>
<p>Janes schusselig-liebevollen Vater gibt erneut Japheth Myers. Er hatte diese Rolle im Laufe der Jahre perfektioniert und man nimmt ihm den alternden, überaus britischen Forscher in jeder Sekunde ab.</p>
<p>Auch Alexander Klaws bringt viele Jahre Erfahrung als Tarzan mit. Während er jedoch im ersten Akt noch vergleichsweise unauffällig bleibt, setzt er mit „Fremde wie ich“ in der zweiten Hälfte eine Hausmarke. Wenn er für sich feststellt: „Ich bin ein Mensch“ kann man fast eine Stecknadel fallen hören, so sehr haben sein Song und seine Interpretation die Zuschauer gefesselt.</p>
<p>Hinzu kommt noch die ausgeprägte Athletik, die Klaws im Vergleich zu Hamburg noch weiter ausgebaut zu haben scheint. Nicht nur seine eingesprungenen Vorwärtsrollen sind beachtlich!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1108 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Tarzan-und-Jane--e1484341759632-400x269.jpg" width="400" height="269" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Tarzan-und-Jane--e1484341759632-400x269.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/01/TAR_OB_Szenenmotiv_Tarzan-und-Jane--e1484341759632.jpg 535w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass es in Disney’s „Tarzan“ weniger um die Liebesgeschichte zwischen Affenmann und Forschertochter geht, sondern vielmehr um die enge Bindung der Gorillafamilie und insbesondere von Kala zu ihrem menschlichen Sohn, wird zum Ende hin glasklar: zum einen als sich Kala von Tarzan verabschiedet, der sich entschlossen hat mit Jane nach England zu gehen („Dir gehört mein Herz“), und danach als Kerchak stirbt und Kala von ihm Abschied nimmt („Wie Sonne und Mond“). Die Emotionen, die vor allem Weckerlin in diesen Szenen zeigt, sind greifbar.</p>
<p>Am Ende bleibt Tarzan natürlich mit seiner Jane im Dschungel, der Professor segelt mit seinem Gefangenen Clayton (von Imhof sehr ruppig-norddeutsch gespielt) nach England zurück und die Gorillasippe ist glücklich über ihren neuen Anführer.</p>
<p>„Tarzan“ ist eine abwechslungsreiche und inhaltsvolle Disney-Show, die auch in der optisch angepassten Oberhausener Fassung Spaß macht. Jedoch macht vor allem die sehr gute Besetzung und die detaillierte Herausarbeitung der Charaktere diese Inszenierung sehens- und empfehlenswert.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Metronom Theater, Oberhausen</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">7</span>. Januar 2017</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Alexander Klaws, Tessa Sunniva van Tol, Sabrina Weckerlin, Patrick Stanke, Japheth Myers, Massimiliano Pironti, Patrick Imhof</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Phil Collins / Bob Crowley<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Ein farbenfrohes Spektakel frei nach Noah Gordon</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2016 11:14:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
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		<category><![CDATA[Spotlight Musicals]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Adenberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen. Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei ...</p>
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<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei erfundenen Sequenzen aus Philipp Stölzls Film (2013) und kreiert damit schlussendlich ein buntes, charakterstarkes Bühnenfeuerwerk, in dem alle Gewerke ein gelungenes Gesamtkunstwerk ergeben.</p>
<p class="Body">Unterstützung holt sich Martin von Marian Lux (Musik) sowie Wolfgang Adenberg und Christoph Jilo (Texte). Gemeinsam gelingt es ihnen, die lange, verschachtelte Handlung kurzweilig und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="tinyText stroke_2">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_2499">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wie rau der Umgang im England des beginnenden 11. Jahrhunderts untereinander war, zeigt das Ensemble eindrucksvoll in „Die Zeiten sind hart“. Die Ellenbogengesellschaft spiegelt sich in Kim Duddys moderner, abwechslungsreicher Choreographie wider. Teile des Ensembles rotten sich tänzerisch immer wieder gegen andere zusammen; der Klassenkampf ist allgegenwärtig. Und mittendrin der kleine Rob, der nicht weiß wie er nach dem Tod des Vaters als einziger „Mann“ im Haus seine Mutter und Schwestern versorgen soll.</p>
<p class="Body">Als seine Mutter an der Seitenkrankheit (heute Appendizitis oder Blinddarmentzündung genannt) stirbt, nimmt sich ein Bader des kleinen Jungen an und schürt in ihm den Drang, Krankheiten heilen zu wollen. Robs besondere Gabe, mit seinen Händen den bevorstehenden Tod seines Gegenübers spüren zu können, nutzt der Bader für seine Zwecke aus. „Für Leib und Seele“ ist ein in sich stimmiger Song, kompositorisch vielleicht etwas zu glatt, doch die Texte funktionieren sehr gut und das durchtriebene Wesen des Baders kommt klar zum Vorschein.</p>
<p class="Body">Der Wechsel vom Kind Rob zum Erwachsenen gelingt inszenatorisch sehr gut. Robs Neugierde und Wissensdrang treiben ihn weg vom Bader. „Ich muss es tun“ erinnert vage an Frank Wildhorns „Jekyll &amp; Hyde“, passt aber gut zu Robs Ambitionen, die Heilkunst zu studieren und England den Rücken zu kehren. Der Bader unterstützt ihn in seinen Ambitionen und empfiehlt ihm einen jüdischen Medicus namens Ibn Sina, der im persischen Isfahan an der Madrassa menschliche Heilkunst lehrt.</p>
<p class="Body">Auch „Das ist mein Weg“ ist poppig und eingängig, doch melodisch einmal mehr zu glattgeschliffen. Was hier allerdings störend auffällt, ist der große Anteil Hall, den man unter die Stimmt von Friedrich Rau (Rob) gelegt hat. Es klingt so, als würde er in einer Kirche singen, was sich auch bei Sabrina Weckerlins (Mary) Soli wiederholt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.</p>
<p class="Body">Auf seiner Reise gen Süden strandet Rob wetterbedingt in einem kleinen Dorf, in dem sich nach und nach alle versammeln, die nach Persien weiterziehen wollen. „Wir stecken fest in diesem Nest“ ist ein überaus fröhliches, interkulturelles Wehklagen aller Anwesenden, das mit seinen jüdischen, irischen und poppigen Klangelementen und den mitreißenden, modernen Choreographien trotz der frustrierenden Situation der Protagonisten für jede Menge guter Laune im Publikum sorgt.</p>
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<div>Die Reprise des Songs in Slow-Motion überzeugt ebenfalls durch eine sehr akzentuierte, sauber getanzte Choreographie.</div>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="305" height="377" />Rob und Mary verlieben sich schon bei ihrem ersten Treffen und genießen die Zeit zu Zweit. So schön „Kilmarnock“ (Mary Solo, in dem sie sich an ihre schottische Heimat erinnert) ist, so banal kommt das Trennungsduett der beiden Liebenden daher als feststeht, dass Rob seinen Plan, ein Medicus zu werden, weiterverfolgen und nicht mit Mary und ihrem Vater nach Schottland zurückkehren wird.</p>
<p>Der Kulissenwechsel vom Balkan zur Silhouette Isfahans ist sehr gelungen, da man den Sandsturm, durch den Rob sich durchkämpft, nutzt, um die Bühne komplett umzugestalten und in eine andere, farbenfrohere Welt zu tauchen.</p>
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<p class="Body">Die Aussage „Unter diesem Dach lebt das Wissen der Welt“ ist zwar ein wenig pathetisch, doch es entspricht der Wahrheit, dass die Wissenschaft in Persien zu der damaligen Zeit deutlich fortgeschrittener war und man intensiver forschte als in England.</p>
<p class="Body">Um an der Madrassa studieren zu können, muss sich Rob als Jude verkleiden und nimmt mit „Jesse ben Benjamin“ einen neuen Namen an. Er macht große Fortschritte und findet in Mirdin und Karim, dem Neffen des Schahs, gute Freunde.</p>
<p class="Body">Lutz Standop gibt den pflichtbewussten Juden Mirdin, der als erster aus der Gruppe von Ibn Sina zum Hakim (Arzt) ernannt wird. Sein jüdisches Gebet gehört zu den absoluten Highlights des Abends. Es wirkt sehr authentisch und Standop trägt es vollkommen unaufgeregt vor, so dass Melodie und Sprache ihre volle Wirkung entfalten können.</p>
<p class="Body">Als Karim, der Klassenclown, aber nicht minder clevere Schüler Ibn Sinas, steht Andreas Wolfram auf der Bühne des Schlosstheaters. Die extrovertierte Art und der Sarkasmus, die diese Figur ausmachen, kann er überaus glaubwürdig transportieren und mehr als einmal sorgt er für Lacher mit seinem spitzbübischen Charme.</p>
<p class="Body">Am Ende des ersten Akts geht es allen gut und sie feiern ein großes Fest („Hier im Herzen der Stadt“). Die Kostüme (Ulrike Kremer) sind farbenfroh, die Choreographien sind arabisch angehaucht und das Ensemble platzt fast vor Energie. Die strahlenden Gesichter und ausdrucksstarke Mimik und Gestik sind an einigen Stellen dann aber doch zu viel. Dies mag aber der Tatsache geschuldet sein, dass die besuchte Vorstellung gefilmt wurde und jeder noch ein bisschen mehr als sonst gezeigt hat.</p>
<p class="Body">So positiv der erste Akt endete, so erschütternd startet die zweite Hälfte: „Die Pest ist in der Stadt“ und rafft große Teile der Bevölkerung dahin. Dazu gehören auch der Schah und dessen Bruder. Daher wird Karim, der so gar keinen Bezug zum Herrschertum hatte, der neue Schah.</p>
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="441" height="263" /></div>
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<p class="Body">Gleichzeitig gelingt es Rob an einem Rattenkadaver zu veranschaulichen wie sich die Pest ausbreitet. Den Ärzten und Studenten der Madrassa gelingt es, die Krankheit durch strikte Hygienemaßnahmen einzudämmen und schließlich ganz zu bekämpfen.</p>
<p class="Body">Reinhard Brussmann zeigt als Ibn Sina viel Tiefe und Stattlichkeit. In sein Solo „Die Gabe“ legt er viel Gefühl und sein warmer Bariton sorgt für eine wohlige Gänsehaut.</p>
<p class="Body">Das genaue Gegenteil hiervon ist Wolfram als neuer Schah: Er wirkt kampflustig und ist getrieben von Rache. Er ist arrogant und behandelt seine Angestellten und sein Volk von oben herab. Karim sonnt sich im Gehorsam seiner Untertanen („Ala Schah“; leider wieder mit zu viel Hall) und merkt zu spät, dass er seine Freundschaft zu Mirdin und Rob damit aufs Spiel setzt.</p>
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<p class="Body">Rob nimmt Karims „Geschenk“ an als er in einer der Sklavinnen Mary erkennt und ehelicht diese Ihr Vater wurde ermordet und sie nach Isfahan verschleppt. Der Sternenhimmel, der die Bühne überspannt, als die beiden ihr unerwartetes Wiedersehen feiern („Wenn die Sterne mit uns sind“), ist sehr gelungen.</p>
<p class="Body">Obwohl sich alles in ihm aufbäumt und er sich und seine Frau am liebsten sofort in Sicherheit bringen möchte, muss Rob doch seine Aufgabe erfüllen: Er muss einfach wissen, wie es in einem Menschen aussieht. Er liefert sich einen beeindruckenden Schlagabtausch mit Ibn Sina, der ihm nachdrücklich davon abrät, hier auf eigene Faust zu handeln, da dies allen Regeln des Islams widersprechen würde.</p>
<p class="Body">Rob setzt sich darüber hinweg („Ich muss es tun“) und beginnt im dunklen Keller der Madrassa Leichen aufzuschneiden und das abzuzeichnen, was er dabei entdeckt.</p>
<p class="Body">Parallel bereiten die beiden Frauen von Mirdin und Rob alles für die Rückkehr von Mirdin vor, der als Leibarzt des jungen Schahs mit auf dessen Feldzug musste. Der Text zu diesem Damen-Duett („Ein Arzt in der Familie“) ist mit einem Augenzwinkern abgefasst und macht viel Freude.</p>
<p class="Body">Leider erliegt Mirdin jedoch kurz nach der Rückkehr seinen schweren Verletzungen, die er sich zuzog als er &#8211; ganz pflichtbewusster Arzt – Verwundeten auf dem Schlachtfeld helfen wollte.</p>
<p class="Body">Rob schäumt vor Wut als er merkt, wie leichtfertig Karim das Leben von Mirdin aufs Spiel setzte. Es ist „Alles nur ein Spiel“ – mit dieser Aussage Karims kann und will Rob sich nicht zufrieden geben. Es kommt zu einem finalen Wortgefecht der beiden früheren Freunde.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Diese Szene ist absolut treffend inszeniert (Regie: Holger Hauer), spielt sie sich doch auf einem Schachbrett ab. Karim hat Rob dieses Spiel seinerzeit gelehrt, nun stehen die beiden (Karim in Schwarz, Rob in Weiß) oberhalb der Tanzfläche, auf der zwei Gruppen schwarz und weiß gekleideter Tänzer gegeneinander antreten, und keiner hört dem anderen mehr zu.</p>
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<p class="Body">Wolframs leichtes Nuscheln lässt Karim noch hochm</p>
<p class="Body">ütiger erscheinen. Dass er mit seinen Handlungen, zu denen auch die Vergewaltigung von Mary gehört, letztlich Robs Leben gerettet hat, vermag dieser nicht verstehen zu wollen. Rob sieht in Karim all das Böse gegen das er zeitlebens angekämpft hat. Karim schickt Rob weg aus Isfanan– einmal mehr, um ihn zu retten – denn der Schah weiß, dass seine Widersacher schon vor der Toren der Stadt stehen. Er sollte Recht behalten &#8211; Karim wird von seinen Feinden ermordet.</p>
<p class="Body">Kurz bevor Rob und Mary Isfanan verlassen, schleicht sich dieser nochmal zu Ibn Sina, der sich selbst gestellt hat, als man herausfand, dass sich jemand an den Leichen zu schaffen gemacht hat.</p>
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<p class="Body">Rob ist tief getroffen als er davon erfährt und zeigt ihm seine Aufzeichnungen. „Wenn wir jetzt nicht weitergeh’n“ ist ein gleichsam berührendes und motivierendes Abschiedslied des großen Ibn Sina. Als dieser Rob erzählt, dass er schon lange schwer krank ist und Rob mithilfe seiner Gabe den nahenden Tod seines Meisters sieht, weiß er, dass sich Ibn Sina nicht für ihn, sondern letztendlich für die Wissenschaft geopfert hat.</p>
<p class="Body">Mit diesem Vermächtnis machen sich Rob und Mary wieder auf nach Schottland, wo sie etwas spontan in der nächsten Szene schon mit ihrem 8-jährigen Sohn am Tisch sitzen, der sich die Geschichte des Medicus von seinem Vater hat erzählen lassen. „Es fühlt sich nach Heimat an“ ist ein trauriges, aber irgendwie doch versöhnliches Finale für diese aufregende Reise.</p>
<p class="Body">Es passiert tatsächlich viel in diesem gut zweieinhalbstündigen Musical. Und es gibt viel anzuschauen. Ein Literaturepos adaptiert man eben nicht „mal eben so“ für die Bühne. Alles in allem kann man den Kreativen jedoch nur zu ihrem gelungenen Werk gratulieren.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_4.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Bühne, Kostüm und Licht (Pia Virolainen) ergänzen sich perfekt und schaffen so stimmungsvolle Welten – egal ob im dunklen, dreckigen London oder im sonnig-bunten Persien – in denen es viele gut ausgearbeitete Details zu erspähen gibt.</p>
<p class="Body">Musikalisch ist „Der Medicus“ kein herausragendes Werk, dazu ähneln sich die Songs zu sehr. Einzig das jüdische Gebet hat das gewisse Etwas. Daran ändern auch die exzellenten Orchestrierungen und Arrangements von einem Könner wie Michael Reed nichts. Sicherlich spielt hier mit hinein, dass einige Stücke durch zu viel Hall ihre emotionale Wirkung nicht erzielen konnten.</p>
<p class="Body">Was dieses Stück aber vor allem sehenswert macht, sind die Darsteller, die sich der Mammutaufgabe gestellt haben, Charakteren Leben einzuhauchen, zu denen sicherlich viele Zuschauer &#8211; entweder dank ihrer eigenen Phantasie nach dem Lesens des Buchs oder durch den Film – bereits konkrete Vorstellungen im Kopf hatten.</p>
<p class="Body">Am besten gelingt dies Andreas Wolfram, Lutz Standop und Reinhard Brussmann. Sie machen ihre so unterschiedlichen Figuren erlebbar. Wolfram mit viel Süffisanz, Standop durch viel Demut und Brussmann durch ihm eigene stattliche Bühnenpräsenz.</p>
<p class="Body">Friedrich Rau steht in fast jeder Szene auf der Bühne und absolviert somit jeden Abend ein beachtliches Programm. Sein Rob ist energisch und authentisch. Er überzeugt als guter Freund genauso wie als wissbegieriger Student mit eigenem Kopf.</p>
<p class="Body">Sabrina Weckerlin hat als Mary ihren Vater (Léon van Leuwwenberg) gut im Griff. Dass sie die Vergewaltigung durch den Schah stoisch über sich ergehen lässt und hinterher voller Zweifel und Selbsthass wieder zu ihrem Mann zurückkehrt, bringt Weckerlin sehr gut über die Rampe. Gesanglich verkauft sie sich hier jedoch eindeutig unter Wert. Denn außer leisen, wehklagenden Tönen ist von ihr als Mary leider nichts zu hören.</p>
<p class="Body">Das insgesamt 32-köpfige Ensemble gewinnt das Publikum mit seinen schwungvollen Tanzeinlagen und guter (wenn auch manchmal etwas zu ausgeprägter, wachsartiger) Mimik für sich. Da ist es nur zu verständlich, dass die Zuschauer schon bei den ersten Klängen des Finales aufstehen und die Darstellerinnen und Darsteller mit tosendem Applaus feiern.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Schlosstheater, Fulda</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> </span>12. August 2016</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Friedrich Rau, Sabrina Weckerlin, Andreas Wolfram, Lutz Standop, Reinhard Brussmann, Léon van Leuwwenberg<br />
</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Dennis Martin / Holger Hauer<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals GmbH</span></div>
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