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	<title>Operettenhaus &#8211; Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Die Theatermagie zündet fast zu spät&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 18:11:38 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„1,21 Gigawatt? Mein Gott!“ – kaum ein Satz dürfte so eng mit einem Film verbunden sein wie dieser. „Zurück in die Zukunft“ gehört zu den großen Kultfilmen der 1980er-Jahre und hat Marty McFly, Doc Brown und den DeLorean längst zu Ikonen der Popkultur gemacht. Kein Wunder also, dass die Erwartungen an die Musicalfassung hoch sind. Schließlich ist es nicht irgendeine Geschichte, die hier auf die Bühne gebracht wird, sondern ein Film, den viele Zuschauer Szene für Szene kennen.</p>
<p>Dabei ist die Idee, den Stoff auf die Musicalbühne zu bringen, keineswegs eine schnell zusammengezimmerte Verwertung des Erfolgsfilms. Bob Gale, Co-Autor der Filmtrilogie, verantwortet auch das Musical und behielt gemeinsam mit Robert Zemeckis die kreative Kontrolle. Alan Silvestri, der bereits die ikonische Filmmusik komponierte, entwickelte gemeinsam mit Glen Ballard die neuen Songs. Nach der Uraufführung 2020 in Manchester, dem Wechsel ans Londoner West End und weiteren Stationen am Broadway wurde am 22. März 2026 der Fluxkompensator in Hamburg aktiviert.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3865 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_ThePowerOfLove_RaphaelGross_cJohanPersson-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_ThePowerOfLove_RaphaelGross_cJohanPersson-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_ThePowerOfLove_RaphaelGross_cJohanPersson-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_ThePowerOfLove_RaphaelGross_cJohanPersson-1024x682.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_ThePowerOfLove_RaphaelGross_cJohanPersson-1536x1024.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_ThePowerOfLove_RaphaelGross_cJohanPersson.png 2000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />An der Handlung gibt es naturgemäß wenig zu rütteln. Marty McFly ist ein typischer Teenager der 1980er-Jahre, der mit seinen Eltern wenig anfangen kann und seine Freizeit lieber mit Skateboard und Rock’n’Roll verbringt. Als sein Freund Doc Brown ihm seine neueste Erfindung präsentiert, nimmt die Geschichte ihren Lauf: Der DeLorean ist zur Zeitmaschine umgebaut worden und Marty landet im Jahr 1955. Dort begegnet er nicht nur seinen Eltern als Teenager, sondern bringt durch sein Auftauchen auch die eigene Existenz in Gefahr. Denn wenn George und Lorraine sich nicht ineinander verlieben, wird Marty nie geboren. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.</p>
<p>Die Musicalfassung hält sich dabei sehr eng an den Film. Das ist für Fans sicherlich die richtige Entscheidung. Vieles ist vertraut, manches wird musikalisch erweitert und gelegentlich bekommt eine Figur etwas mehr Raum. So beginnt der Abend mit einem Ensemble, das sich redlich bemüht, gute Laune über die Rampe zu bringen. Fast schon ein bisschen zu sehr. Die anschließende Audition lässt dann allerdings anklingen, was möglich ist – und steigert die Erwartungen an den Abend.</p>
<p>Besonders schön funktioniert die Beziehung zwischen Marty und Jennifer. Wenn Jennifer ihren Freund nach der vermasselten Audition mit „Egal, was gescheh’n wird“ tröstet, sind die beiden einfach süß zusammen. Dass Raphael Groß und Sonya Lachmann auf ungewöhnliche Art auch stimmlich harmonieren, macht diese Momente umso sympathischer.</p>
<p>Für Marty läuft es allerdings zunächst alles andere als rund. Die Zurückweisung bei der Audition ist noch nicht verarbeitet, da muss er zuhause einmal mehr erleben, wie sein Vater von Biff Tannen (Samuel Hoi Ming Chung) drangsaliert wird. Marty zerfließt zunächst gehörig in Selbstmitleid – bis Doc Brown und seine Zeitmaschine ins Spiel kommen.</p>
<h2>„Es funktioniert!“ – und wie!</h2>
<p>Wenn Doc Brown den DeLorean präsentiert, ist die Bühne endgültig im „Zurück in die Zukunft“-Universum angekommen. „Es funktioniert“ ist mitreißend und unterstreicht gleichzeitig die sympathische Schrulligkeit des Wissenschaftlers. Marko Formanek gibt Doc genau die Mischung aus Begeisterung, Überdrehtheit und liebenswertem Wahnsinn, die man von dieser Figur erwartet.</p>
<p>Und dann geht es zurück ins Jahr 1955&#8230;</p>
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<p>Weniger subtil geht es bei „Pretty Baby“ zu. Durch einen dummen Zufall verliebt sich Martys Mutter Lorraine in den Jungen, den sie für „Calvin Klein“ hält. Die Nummer bewegt sich hart an der Grenze zum Trash – und genau deshalb funktioniert sie zumindest als komischer Moment des Abends. Sandra Leitner spielt Lorraine überzeugend zwischen liebeshungriger Schülerin und wahlweise erschöpfter oder erfolgreicher Mutter. Dass sie diese verschiedenen Facetten glaubhaft zusammenbringt, gehört zu den Stärken der Besetzung.</p>
<p>Spätestens mit „Future Boy“ zeigt Raphael Groß, dass er sich die Figur des Marty McFly zu eigen gemacht hat. Und das ist durchaus bemerkenswert, denn die Fußstapfen von Michael J. Fox sind nicht gerade klein. Trotzdem ertappt man sich zu keinem Zeitpunkt dabei, den Filmstar zu vermissen. Groß spielt Marty nicht als Kopie, sondern findet seinen eigenen Zugang zu der Figur.</p>
<p>Das gilt überhaupt für die Besetzung: Sie ist durchweg gelungen. Die Rollen sind klar gezeichnet und die Darsteller verstehen es, die bekannten Figuren auf der Bühne lebendig werden zu lassen. Auch Samuel Hoi Ming Chung macht als Biff Tannen sehr deutlich, warum man diesen Typen schon im Film nicht leiden konnte.</p>
<p>Den zweiten Akt eröffnet Doc Brown mit „Was uns die Zukunft bringt“. Auch diese Nummer trieft vor einer Mischung aus Comedy, Trash und durchaus vorhandener Botschaft. Grenzwertig? Ja. Unterhaltsam? Ebenfalls ja.</p>
<p>Diese Gratwanderung zieht sich allerdings durch den gesamten Abend. Immer wieder stellt sich die Frage, wo genau die Macher eigentlich hinwollen: Ist das gerade eine klassische Musicalkomödie? Ein augenzwinkernder Nostalgietrip? Oder doch eher Slapstick? Die Grenzen sind fließend. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. „Zurück in die Zukunft“ lebt schließlich von seinem Humor. Aber gelegentlich wirkt die Inszenierung, als würde sie sich nicht ganz entscheiden können, wie weit sie die Komik treiben möchte.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3870 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_RaphaelGross_als_MartyMcFly_cJohanPersson-400x267.png" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_RaphaelGross_als_MartyMcFly_cJohanPersson-400x267.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_RaphaelGross_als_MartyMcFly_cJohanPersson-768x512.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_RaphaelGross_als_MartyMcFly_cJohanPersson-1024x682.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_RaphaelGross_als_MartyMcFly_cJohanPersson-1536x1024.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_RaphaelGross_als_MartyMcFly_cJohanPersson.png 2000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sehr gelungen ist „Wer will der kann“: Marty versucht seinem Vater George ein wenig Selbstbewusstsein einzutrichtern und ihm Tipps zu geben, wie er Lorraine erobern kann. Schließlich hängt davon nicht weniger ab als Martys eigene Existenz. Die Nummer bringt diese absurde Ausgangslage sehr amüsant auf den Punkt.</p>
<p>Ein echter Ruhepol ist „Ein Hoch auf alle Träumer“. Doc Brown erinnert sich an bekannte und weniger bekannte Wissenschaftler und Forscher, die die Welt verändert haben. Hier bekommt die Figur einmal eine andere Facette und die Show etwas mehr Herz.</p>
<h2>Das größte Fragezeichen bleibt für mich die Musik</h2>
<p>Alan Silvestri und Glen Ballard haben für das Musical zahlreiche neue Songs geschrieben. Ergänzt werden diese durch die bekannten Hits „The Power of Love“, „Earth Angel“ und „Johnny B. Goode“. Die Songliste umfasst insgesamt 23 Nummern. Und genau hier liegt das Problem: Es sind zu wenige bekannte Songs.</p>
<p>Natürlich kann ein Musical nicht ausschließlich aus Hits des Films bestehen. Aber gerade bei „Zurück in die Zukunft“ gehört die Musik untrennbar zum Zeitgefühl und zur Identität des Films. Die neuen Nummern funktionieren auf der Bühne durchaus, schaffen es aber nicht immer, den Vibe und den Zeitgeist des Originals zu transportieren. Das spürt man leider auch an den (ausbleibenden) Reaktionen des Publikums.</p>
<p>Wenn dann bei „Johnny B. Goode“ endlich ein wirklich bekannter Song erklingt, spiegeln die Zuschauer dies unmittelbar: Sie sind begeistert, klatschen mit und feiern diesen Moment. Genau hier spürt man plötzlich, was diese Show musikalisch eigentlich könnte.</p>
<p>„The Power of Love“ sorgt später noch einmal für einen dieser vertrauten Momente, bevor „Back in Time“ die Show beschwingt abrundet.</p>
<p>Dass die Kostüme passen, ist bei einer Geschichte, die zwischen 1985 und 1955 hin- und herspringt, keine Nebensache. Die unterschiedlichen Jahrzehnte werden klar voneinander abgegrenzt und auch die Choreografien unterstützen das jeweilige Zeitgefühl. Aber all das ist am Ende nur die Vorbereitung auf das, worauf vermutlich jeder Zuschauer gewartet hat: die Zeitreise.</p>
<p>Die letzten 15 bis 20 Minuten sind pure Theatermagie!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3868 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Uhrturm_JanKersjes_als_DocBrown_cJohanPersson-400x256.png" alt="" width="400" height="256" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Uhrturm_JanKersjes_als_DocBrown_cJohanPersson-400x256.png 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Uhrturm_JanKersjes_als_DocBrown_cJohanPersson-768x492.png 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Uhrturm_JanKersjes_als_DocBrown_cJohanPersson-1024x655.png 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Uhrturm_JanKersjes_als_DocBrown_cJohanPersson-1536x983.png 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Uhrturm_JanKersjes_als_DocBrown_cJohanPersson.png 2000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Hier wird endlich alles aufgefahren, was eine große Musicalproduktion ausmacht: ausgeklügelte Technik, viel Licht, tolle Effekte, ein fliegendes Auto und brennende Reifenspuren auf der Straße. Der DeLorean wird zum Star der Show. Und genau so muss es sein!</p>
<p>Es ist erstaunlich, wie sehr sich die Show in diesen letzten Minuten noch einmal steigert. Gerade weil die Handlung durch den Film bekannt ist, muss die Bühne nicht mit überraschenden Wendungen punkten. Sie muss zeigen, wie sie das, was wir kennen, auf die Bühne bringt. Und hier liefert die Produktion ab.</p>
<p>Dass der DeLorean überhaupt so eng mit der Geschichte verbunden ist, ist übrigens eine ziemlich kuriose Erfolgsgeschichte. Der DMC-12 war vor dem Film ein kommerzieller Flop. Erst Robert Zemeckis und Bob Gale machten das Auto zur Zeitmaschine und damit zur Ikone. Heute ist der DeLorean aus der Bildsprache von „Zurück in die Zukunft“ nicht mehr wegzudenken.</p>
<p>Nachdem Marty dafür gesorgt hat, dass seine Eltern sich tatsächlich ineinander verlieben, geht es zurück ins Jahr 1985. Natürlich ist die Sache damit noch lange nicht erledigt. Denn seine Reise nach 1955 hat Spuren hinterlassen. Goldie Wilson ist Bürgermeister, George McFly ein bekannter Autor, Lorraine eine erfolgreiche Familienmanagerin und Biff Tannen plötzlich der Handlanger. Nur eine Frage bleibt: Wo ist Doc Brown?</p>
<p>Der taucht selbstverständlich standesgemäß aus der Zukunft auf und hat Marty einiges zu berichten – ausgerechnet mitten im Song „The Power of Love“. Die Geschichte wird also an dieser Stelle nicht ganz zu Ende erzählt&#8230;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3875 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Zeitreise_RaphaelGross_cMattCrockett-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Zeitreise_RaphaelGross_cMattCrockett-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Zeitreise_RaphaelGross_cMattCrockett-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Zeitreise_RaphaelGross_cMattCrockett-1024x681.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Zeitreise_RaphaelGross_cMattCrockett-1536x1022.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2026/08/ZIZ_HH_Zeitreise_RaphaelGross_cMattCrockett.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Zurück in die Zukunft – Das Musical“ ist dann am stärksten, wenn es sich traut, groß zu sein. Die Besetzung stimmt, die Kostüme passen, die Choreografien funktionieren und spätestens bei den großen technischen Momenten zeigt die Produktion, warum ein solcher Stoff überhaupt auf die Musicalbühne gehört.</p>
<p>Raphael Groß überzeugt als Marty McFly und schafft das Kunststück, die Figur nicht einfach zu kopieren. Marko Formanek gibt Doc Brown die notwendige Schrulligkeit, Sandra Leitner macht Lorraine zu einer der interessanteren Figuren des Abends und auch die weitere Besetzung ist sehr überzeugend.</p>
<p>Schade ist allerdings, dass die neuen Songs den Geist des Films nicht immer treffen. Gerade weil „The Power of Love“, „Earth Angel“ und „Johnny B. Goode“ so unmittelbar funktionieren, wird deutlich, wie sehr die Show von den bekannten Songs profitiert. Ein paar mehr davon hätten dem Musical sicher gutgetan.</p>
<p>Auch die Mischung aus Komödie und Slapstick ist nicht immer ganz trennscharf. Manchmal fragt man sich, ob die Szene gerade bewusst überdreht sein soll oder ob sie einfach ein bisschen zu viel des Guten ist.</p>
<p>Aber dann kommt das Finale&#8230; Und spätestens wenn der DeLorean über die die Köpfe der Zuschauer fliegt, die Reifenspuren brennen und Licht und Technik miteinander verschmelzen, ist man wieder genau dort, wo man sein möchte: zurück in der Zukunft.</p>
<p>Und dafür hat sich die Reise dann doch gelohnt.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<p><span style="color: #000080;"><strong>Theater:</strong> Operettenhaus Hamburg<br />
<strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 23. August 2026</span><span style="color: #000080;"><br />
<strong>Darsteller:</strong> Raphael Groß, Marko Formanek, Sandra Leitner, Eiko Keller, Samuel Hoi Ming Chung, Charles-Douglas Mitchell, Siegmar Tonk</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Regie / Choreografie:</strong> John Rando / Chris Bailey<br />
<strong>Fotos:</strong> Johan Persson</span></p>
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		<title>Romeo ist ein Lauch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 21:27:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&#38;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&#38;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&amp;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&amp;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana Mischke und Heiko Wohlgemuth wortgewandt und pointenreich ins Deutsche übertragen wurde.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3543 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg" alt="" width="400" height="273" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x525.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1343w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Max Martin sagt den meisten wahrscheinlich erstmals nichts. Doch Backstreet Boys, *NSYNC, P!nk, Katy Perry, Britney Spears, Justin Timberlake, Bon Jovi, Ariana Grande, Celine Dion, Taylor Swift oder The Weekend sind allen ein Begriff. Das sind nur einige der Künstler, für die Martin TOP 10 Songs geschrieben hat. Allein seit 1999 sind 50 Songs, die er komponiert hat, weltweit in den TOP 10 gelandet. 27 mal erreichte eines seiner Werke bisher sogar die Topplatzierung! Musikalisch ist diese Show also ein Selbstläufer.</p>
<p>David West Read (Autor von „Schitt’s Creek“) fiel die Aufgabe zu, diese Hits in ein Bühnentaugliches Gewand zu kleiden. In enger Zusammenarbeit entstand so nach vielen Jahren &#8222;&amp;Juliet&#8220;, das 2019 in Manchester uraufgeführt und seither in weiteren fünf Ländern Erfolge feiert(e).</p>
<p>Die Idee von &#8222;&amp;Julia&#8220; ist clever: Anne Hathaway, William Shakespeare&#8217;s gelangweilte, einsame, aber ziemlich clevere Gattin folgt ihrem Mann nach London und schlägt ihm &#8211; unverhandelbar &#8211; vor, das Ende von seinem gerade erst uraufgeführten &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220; zu ändern. Ihr ist Julia zu sehr abhängig und wenig daran interessiert, ihre eigenen Träume zu leben. Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben sind mehr als nur zufällig, musste sie Shakespeare doch überstürzt heiraten, da sie schwanger war, und hatte danach keine andere Aufgabe als das Haus und die Kinder zu hüten, während ihr Mann sich in London in die Arbeit und das Vergnügen stürzte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3536 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1749w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das kreative Autorenpaar ersinnt daraufhin gänzlich divergierende Fortschreibungen von Julia&#8217;s Leben, manchmal ergänzen sie sich in ihren Ideen, meistens jedoch setzt sich Anne mit ihren fortschrittlichen Impulsen durch. Außer als William plötzlich beschließt, dass Romeo doch nicht vom Gift getötet wurde, wieder in Julias neuem Leben auftaucht und alles durcheinanderbringt.</p>
<p>Inszenatorisch hat Read die parallelen Handlungsstränge sehr clever miteinander verflochten. Ideen vom Ehepaar Shakespeare werden in der Folgeszene direkt umgesetzt. Sehr treffend, dass Anne als Julias &#8222;Bestie&#8220; April in diesen Szenen auch meist mit auftaucht und die Handlung quasi direkt mitsteuert. Julias weitere Gefährten sind Angelique (ursprünglich als Julias Amme an ihrer Seite) und die non-binäre May.</p>
<p>Die Ladies &#8211; April, May und Juli(a) &#8211; brechen auf nach Paris, wo sie das Leben feiern wollen. Sie schleichen sich auf den Renaissance Ball, den Lance DuBois für seinen Sohn Francois ausgerichtet hat, um eine Braut für ihn zu finden (alternativ würde er ihn zur Armee schicken). Dass Franky &#8211; wie ihn Julia sehr schnell nennt &#8211; gar nicht weiß, ob er Frauen oder Männer liebt, bekommt Papa Lance gar nicht mit. Denn das zufällige Aufeinandertreffen von May und Franky offenbart sofort tiefe Zuneigung, wohingegen das Treffen von Julia und Franky eher in Richtung Zweckehe und Win-Win-Gemeinschaft mündet. Die vom Vater begrüßte und Julia aus Verpflichtung Franky gegenüber stattfindende Hochzeitsfeier endet natürlich im Chaos, zumal plötzlich auch Romeo in Paris auftaucht und nichts unversucht lässt, seine Julia zurückzuerobern. Die jedoch hat inzwischen gelernt, dass Romeo kein Kostverächter war und seine Liebhaber:innenschar sehr groß ist. Julia weiß nicht, was sie wirklich will, aber so weitermachen wie bisher, möchte sie auf keinen Fall!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3541 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x503.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x671.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1006.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1803w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Ende der Story ist leider etwas abrupt und fällt im Vergleich zur Entwicklung der Story davor deutlich ab. Hier hilft die Musik sehr, über diese Schwäche hinwegzublicken.</p>
<p>Viele Songs wurden neu arrangiert, die Texte aber kaum verändert. Aus &#8222;…Baby One More Time&#8220; einen Tango zu machen, ist schon gewagt, funktioniert aber großartig. Hier hat Willemijn Verkaik als Anne Hathaway einen ersten großen Moment. Sie ist die perfekte Besetzung, verfügt über das perfekte Timing, hat eine komische Ader und singt begnadet, was im zweiten Akt zu spontanen Stehenden Ovationen führt (&#8222;That&#8217;s the way it is&#8220; von Celine Dion).</p>
<p>Auch die wieder aufflammende Romanze von Lance und Angelique (die früher auch als Amme in seinem Haus tätig war) ist sehr gewitzt mit eingeflochten. Jacqueline Braun erinnert sicherlich nur zufällig in Optik und Spiel an Melissa McCarthy. An komödiantischem Talent und Stimmgewalt mangelt es ihr sicherlich keinesfalls. Wie die beiden umeinander herumschleichen, um dann doch die Nacht miteinander zu verbringen, ist köstlich (&#8222;Teenage Dream/Break Free&#8220;). Dass Lance sehr ernste Absichten hat, glaubt man ihm sofort. Carlos de Vries kann den Wandel des strengen Familienoberhaupts zum gefühlvollen Verehrer und verständnisvollen Vater sehr gut nachzeichnen. &#8222;Shape of my heart&#8220; unterstreicht diese Wandlung sehr treffend.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3539 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch die Dreiecksbeziehung von May und Franky und Franky und Julia ist unterhaltsam nachgezeichnet. Am Ende entscheidet sich Franky für das, was sein Herz ihm sagt (&#8222;It&#8217;s Gonna Be Me&#8220;) und lässt die Hochzeit platzen. Oliver Edward ist dem Hamburger Publikum aus &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">Hamilton</a>&#8220; bekannt. Seine Stimme ist so markant, dass man mit geschlossenen Augen sofort Philipp vor sich sieht. Doch auch ihm gelingt es, seine Zerrissenheit und sein Gefühlschaos glaubwürdig über die Rampe zu bringen. &#8222;I Kissed a Girl&#8220; nachdem Franky und May sich zum ersten Mal küsste, ist wunderbar gefühlvoll und natürlich.</p>
<p>May ist die Symbolfigur für Diversität in diesem Stück. Manchmal ist es recht plakativ, doch Bram Tahamata spielt gewinnend über diese Offensichtlichkeiten hinweg. Sein &#8222;I&#8217;m Not a Girl, Not Yet a Woman&#8220; ist herzzerreißend. Und &#8222;Confident&#8220; (von Demi Lovato) ist DIE Hymne des Abends. Damit kann sich zweifelsohne jeder im Saal identifizieren. &#8222;What do you want from me&#8220; strotzt vor aufgestauter Energie und Gefühl. Richtig richtig gut!</p>
<p>Über Romeos Wiederauferstehung kann man zweifellos streiten. Amüsanterweise wird Romeo als Weichei im Mantel eines unsympathischen Selbstdarstellers beschrieben. Raphael Groß spielt diese Rolle sehr gut und so unterschreibt man die Aussage von Anne Hathaway &#8222;Romeo ist ein Lauch!&#8220; auch nur allzu gern. Es dauert eine Weile bis Romeo erkennt, dass seine Fassade ihn nicht weiterbringt. Julia stellt ihn mit &#8222;Since U been gone&#8220; sehr klar zur Rede und er nimmt sich vor, um sie zu kämpfen. Dazu zählt seine Performance auf der Hochzeit mit der &#8222;Bois Band&#8220; und &#8222;Everybody&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3538 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg" alt="" width="400" height="280" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x537.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x716.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1205w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch Julia kann er nicht zurückgewinnen. Anne hat sich für Julia kein Happy End gewünscht, sondern die Chance, eigene Entscheidungen zu treffen. Und so endet das Stück zwar mit einem Hoffnungsschimmer für Romeo, doch den Ton gibt in Zukunft ganz klar Julia an.</p>
<p>Chiara Fuhrmann ist eine souveräne, selbstbewusste Julia, die sich gesanglich mit Max Martins Songs wohlfühlt und die vielen Stimmungsschwankungen, die ihrer Figur auferlegt werden, sehr gut nachzeichnen kann. &#8222;Stronger&#8220;, &#8222;Oops!&#8230; I Did It Again&#8220;, &#8222;Roar&#8220; sind nur einige überzeugende Beispiele dafür.</p>
<p>Anne und William bekommen am Ende das, was beide sich gewünscht haben: Romeo &amp; Julia haben eine Zukunft &#8211; eventuell sogar gemeinsam &#8211; und Julia darf eine junge Frau sein, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. William entschuldigt sich bei seiner großen Liebe Anne (&#8222;I Want It That Way&#8220;) und akzeptiert, dass er eine starke Frau an seiner Seite hat. Andreas Bongard hat einerseits die namhafteste Rolle des Stücks, andererseits auch die blasseste: Shakespeare ist zwar der eigentliche Schöpfer von &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220;, doch alles was an diesem Abend passiert, ist von Anne initiiert worden. Diesen Spagat muss man erstmal schauspielerisch hinbekommen. Bongard gelingt dies durchaus gut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3537 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Wie bereits erwähnt, kommt das Ende etwas plötzlich und das Ensemble fackelt mit Justin Timberlake&#8217;s &#8222;Can&#8217;t Stop the Feeling!&#8220; ein riesiges Feuerwerk ab. Einmal mehr kann man die vielseitigen Kostüme von Paloma Young in all ihrer Pracht bewundern und sich von den modernen Choreografien von Jennifer Weber mitreißen lassen. Es hält niemanden mehr auf den Sitzen! Das Publikum feiert das Ensemble und Max Martins Welthits der letzten 25 Jahre!</p>
<p>Ein Wort noch zu Philipp Gras, der die neunköpfige Band als musikalischer Leiter fulminant antreibt. Die Arrangements sind so musicaltauglich, dass sogar einzelne Instrumente, wie das gänsehautverursachende Cello, nicht nur zu hören sind, sondern sprichwörtlich inszeniert werden, was perfekt in den kompositorischen Gesamtrahmen passen.</p>
<p>&#8222;&amp;Julia&#8220; hat das Potential eine Hitshow für das Publikum von heute zu werden. Hierzu trägt auch bei, dass die Songs zu 99% auf Englisch gesungen werden. Manchmal wird ein Song durch eine deutsche erste Zeile eingleitet und dann aber im bekannten englischen Original fortgesetzt. Genau so kann man junge Menschen für das Genre Musical begeistern!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">30</span><span class="Bold">. Oktober 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Andreas Bongard, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen<br />
</span></p>
<hr />
<h2>Alles neu macht der März&#8230;</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3631 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" />Seit 6. März hat das Ensemble von &#8222;&amp;Julia&#8220; im Operettenhaus Verstärkung: Riccardo Greco ist als leidgeplagter, wortgewandter William Shakespeare zu erleben.</p>
<p>Doch nicht nur der Zuwachs auf der Bühne bringt neuen Schwung in das pfiffige Popmusical, auch die Straffung der Handlung &#8211; insbesondere zu Beginn des 1. Akts &#8211; tun dem Stück sehr gut. Kurzweilig , amüsant und musikalisch einfach nur ansteckend, begleitet das Publikum Julia auf ihrem eigenen (durch Shakespeares Frau Anne Hathaway erdachten) Weg in eine neue, selbstbestimmte Zukunft.</p>
<p>Chiara Fuhrmann hat sich sehr gut in die Rolle der selbestbewussten Julia eingefunden, Jacqueline Braun lässt als sie als ihre Amme bei fast keinem Schritt aus den Augen. Ausnahme sind die Momente, die die Amme mit ihrer großen Liebe Lance (Carlos de Vries) . Die beiden sind einmal mehr ein Garant fürs Lachmuskeltraining!</p>
<p>Bram Tahamata und Oliver Edward bestechen als May und Franky nicht nur durch ihre bis in den Rang spürbare Emotionalität, sondern auch mit ihrem Gesang. Illias Sidi-Yacoub darf in dieser Vorstellung &#8222;den Lauch&#8220; Romeo spielen und lässt aufhorchen. Auch Romeo zeigt Selbstbewusstein!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3632 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" />Herausragend ist auch diesmal Willemijn Verkaik, die Anne Hathaway mit bühnenfüllendem Engagement, Sinn für Pointen, einen gehörigen Portion Frechheit und einer Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht, zum Leben erweckt. An der Seite solch einer starken Frau hat es jeder Mann schwer, doch Greco gelingt es, den vermeintlich unterlegenen Schriftsteller mit dem perfekten Maß an Aufmüpfigkeit und Kreativität auszustatten, so dass das Autorenpaar seinen gemeinsamen Weg gleichberechtigt fortsetzen kann.</p>
<p>Das Publikum war auch gut vier Monate nach der Premiere begeistert! Die Song von Max Martin zünden ausnahmslos und man sieht schon in den ersten Minuten Zuschauer mitwippen und -klatschen. Wenn das nicht für den Erfolg dieser Show spricht, was dann?</p>
</div>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">6</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Riccardo Greco, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #333399;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen</span></p>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer lebt, wer stirbt, wer schreibt Geschichte?</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 18:05:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Hamilton&#8220; ist auf den ersten Blick ein durch und durch US-amerikanisches Stück: Im Mittelpunkt steht mit Alexander Hamilton einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Das von ihm eingeführte Federal Reserve System ist bis heute prägend für das Land. Doch tatsächlich geht es auch um einen Imigranten, der aus dem Nichts kommt, das, was er gut ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Hamilton&#8220; ist auf den ersten Blick ein durch und durch US-amerikanisches Stück: Im Mittelpunkt steht mit Alexander Hamilton einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Das von ihm eingeführte Federal Reserve System ist bis heute prägend für das Land.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3252 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch tatsächlich geht es auch um einen Imigranten, der aus dem Nichts kommt, das, was er gut kann (Schreiben) bis zum Exzess betreibt, Erfolge feiert, an Grenzen stößt und die Menschen verletzt, die ihm am nächsten stehen. Diese Geschichte von A. Ham, einem jungen Mann, der Fehler machte und sich nicht scheute, dazu zu stehen, diese Geschichte kann man auch ganz wunderbar einem deutschen Musicalpublikum erzählen. Tragische und schwere Stücke funktionieren in Deutschland auf Ensuite-Bühnen schon seit vielen Jahren nicht mehr wirklich, doch die sehr besondere Art und Weise, in der Lin-Manuel Miranda und sein Team Hamiltons überaus abwechslunsgreiches Leben auf der Bühne nachzeichnen, zieht die Zuschauer in ihren Bann.</p>
<p>Sieben Jahre nach der Broadway-Premiere und fünf Jahre nachdem &#8222;Hamilton&#8220; auch das <a href="https://www.musicals-online.com/?p=2661">West End</a> im Sturm eroberte, kommt nun das deutschsprachige Publikum in den Genuss der ersten nicht-englischen Fassung dieses Musicalhits. Aber kann man die englischen Songtexte und Raps &#8222;einfach&#8220; so übersetzen? Es hat (auch wegen der Corona-Pandemie) ganze drei Jahre gedauert, bis die deutsche Version von Lin-Manuel Miranda freigegeben wurde. Kevin Schroeder und Rapper Sera Finale haben sich in ihrer Zusammenarbeit immer wieder gegenseitig herausgefordert und von vornherein nicht den Fehler gemacht, die fast 27.500 englischen Worte 1:1 zu übersetzen. Sie mussten auf Metrik, Inhalt sowie Sprachstruktur achten und natürlich auch den nicht zu vernachlässigenden Wortwitz unter einen &#8222;singbaren&#8220; Hut bringen. In diesem <a href="https://www.mopo.de/rausgehen/kultur/arschbombe-ins-konfetti-wie-ein-rapper-den-musical-hype-hamilton-uebersetzte/">Interview</a> beschreibt Sera Finale sehr eindrücklich, wie herausfordernd dieses Projekt war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3253 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-768x510.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-1024x680.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-1536x1020.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson.jpg 1768w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch ich habe, wie viele andere, daran gezweifelt, dass man dieses Hochgeschwindigkeits-Musical zielgenau ins Deutsche übertragen kann. Doch ich zolle der Leistung von Sera Finale und Kevin Schroeder höchsten Respekt. Die Texte sind pfiffig, unterhaltsam, rasend schnell und zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt. Und: Man versteht wirklich alles! &#8222;Young, scrappy &amp; hungry&#8220; mit &#8222;Jung, scharf &amp; geladen&#8220; zu übersetzen, klingt bspw. erstmal nicht ganz richtig, doch im Kontext passt es hervorragend. Von solch freien Adaptionen gibt es viele und sie sind rundum gelungen.</p>
<p>Doch gerade &#8222;Hamilton&#8220; entfaltet seine ganze Kraft erst durch die Künstler auf der Bühne. Auch in Hamburg steht eine bunte Mischung aus Musicaldarstellern, Rappern und Popsängern auf der Bühne. Genauso wie in New York und London ist die Besetzung so divers wie sie nur sein kann. Die 34 Ensemble-Mitglieder stammen aus 13 verschiedenen Nationen. So hatte sich Miranda seinen &#8222;Hamilton&#8220;-Cast 2015 ausgedacht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3248 " src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-370x400.jpg" alt="" width="291" height="315" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-370x400.jpg 370w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-768x831.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-946x1024.jpg 946w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975.jpg 1383w" sizes="auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px" />Auch optisch steht die Bühne im Operettenhaus der Orginalversion im Richard Rodgers Theatre (David Korins) in nichts nach. Gleiches gilt für die Kostüme (Paul Tazewell). Das dies so konsequent umgesetzt wurde, ist sehr zu begrüßen, denn krampfthaft auf den deutschen Markt angepasste Sets sorgen in den allerseltensten Fällen für eine Verbesserung. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal das originale Lichtdesign (Howell Binkely), das auch in Hamburg wunderbare Räume auf der ansonsten recht einfarbig hölzernen Bühne erschafft.</p>
<p>Schon mit dem Opening Song wird das Publikum direkt in eine musikalisch ungewohnte Welt entführt. &#8222;Alexander Hamilton&#8220; zeigt fast die komplette Bandbreite dessen, was im Laufe der Show noch geboten wird. Alle Sänger intonieren die deutschen Hiphop-Texte akkurat und die Timings sind perfekt. Das ist besonders deshalb bemerkenswert, da für die meisten von ihnen Deutsch nicht die Muttersprache ist. Aber weder bei Gino Emnes (Aaron Burr), noch bei Daniel Dodd-Ellis (Lafayette / Jefferson) oder Benét Monteiro (Alexander Hamilton) hört man dies. Kein Vergleich zu den immer noch üblichen phonetischen &#8222;Überraschungen&#8220; wie bspw. bei &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/?p=3110">Wicked</a>&#8220; oder immer wieder beim &#8222;Starlight Express&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3255 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Eine präzise Intonierung ist bei dieser Show essentiell. Sich verhaspeln? Ein Texthänger? Mirandas Kompositionen verzeihen keinen Fehler. Dessen sind sich die Künstler ganz sicher bewusst und dennoch sieht alles so leicht und locker aus, wie man es sich wünscht. Da bleibt nur wenig Zeit für freche Grimassen, &#8222;zufällige&#8220; Mic Drops usw. Doch auch diese bauen die Künstler erfolgreich mit ein.</p>
<p>Monteiro gelingt die Gratwanderung zwischen ehrgeizigem, immer korrektem Politiker und gefühlvollem, geläutertem Ehemann und Vater ganz herovrragend. Es sprüht vor Energie, bringt die Choreographien und rasanten Songs gleichermaßen überzeugend über die Rampe. Dabei hat er den sprichwörtlichen Schalk im Nacken und erobert damit die Sympathien des Publikums im Handumdrehen. Hamiltons jahrelanger Widersacher, Aaron Burr, wird von Gino Emnes mit viel Verbissenheit und Berechnung gespielt. Burrs Bedauern, dass ausgerechnet er es ist, der das Genie Hamilton erschießt, nimmt man Emnes sofort ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3249 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-768x1152.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-1024x1536.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-1365x2048.jpg 1365w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson.jpg 1382w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Hamiltons Wegbegleiter, der Marquis de Lafayette, Hercules Mulligan und John Laurens, sorgen von Anfang an für richtig Stimmung: Dodd-Ellis rappt sich gekonnt durch den 1. Akt, nur in den Schatten gestellt von Redchild, der Mulligan eine nachdrückliche Präsenz verleiht. Oliver Edward spielt Hamiltons treuesten Freund John Laurens sehr nahbar. Alle drei dürfen in der zweiten Hälfte in weiteren Rollen glänzen: Dodd-Ellis als der sicherlich nicht nur zufällig an Prince erinnernde Jefferson, Redchild als kränkelnder Madison und Edward als Philip Hamilton. Hier zeigen sie noch einmal eine ganz andere, mal extravagante (Jefferson), mal sensible (Philip Hamilton), Facette. Dieser inszenartorische Kniff ist großartig, verlangt den Darstellern aber auch sehr viel ab.</p>
<p>Die Schuyler Schwestern sind ebenfalls hervorragend gecasted: Chasity Crisp ist eine sehr fürsorgliche Angelica und stellt als große Schwester ihr eigenes Glück hinter ihre Pflicht. Crisps soulige Stimme geht unter die Haut und sorgt insbesondere in den Duetten mit Ivy Quainoo als Eliza für Gänsehaut. Die gesanglichen Harmonien sind hier perfekt ausgearbeitet. Quainoo kennen viele als Gewinnerin von &#8222;The Voice of Germany&#8220;. Dass sie singen kann, muss sie nicht beweisen. Aber auch schauspielerisch steht sie den Kolleginnen in nichts nach. Sie zeichnet die komplette Bandbreite von der verliebten Braut bis zur trauernden Witwe sehr gefühlvoll nach.</p>
<p>Die dritte im Bunde ist Mae Ann Jorolan, die als kleine Peggy eine Nebenrolle übernimmt (mit ihrem ersten Auftritt aber ganz klar die Lacher auf ihrer Seite hat), aber als Maria Reynolds ihre verführerische Seite zeigen und ihre tolle rauchige Stimme zu Gehör bringen darf.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3251 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch Charles Simmons als George Washington und Jan Kersjes als King George III., zwei unumstrittene Führungspersönlichkeiten. Simmons ist väterlich-schützend, macht klare Ansagen und verkörpert den ersten US-Präsidenten sehr überzeugend. Kersjes hat die dankbarste Rolle in &#8222;Hamilton&#8220;. Er darf als amüsant-zickiger Side-Kick das Geschehen in den USA kommentieren und nimmt kein Blatt vor den Mund. Kersjes&#8216; Mimik, seine Spielfreude, gepaart mit King George&#8217;s fieser, überheblicher Art lassen das Publikum schon juchzen, wenn er nur die Bühne betritt.</p>
<p>Die zehn Protagonisten (einen einzelnen Hauptdarsteller gibt es nicht) müssen nicht nur ihre Charaktere verstehen, darstellen und gesanglich wiedergeben können, auch tänzerisch werden sie mit eingebunden, was allen gut gelingt. Andy Blankenbuehlers Choreographien sind zackig, präzise und unterstreichen das Gesungene durch Bewegungen bis in Detail. Leider schaffen es die Tänzerinnen und Tänzer nicht durchgehend, dieses hohe Niveau zu halten (Kisha Howard, Resident Dance Supervisor). Mehrfach tanzt jemand aus der Reihe oder verpasst seinen/ihren Einsatz. Das ist schade.</p>
<p>Die zehn Musiker unter der Bühne begleiten das Geschehen auf der Bühne gekonnt. Philipp Gras sorgt für das richtige Tempo, was bei &#8222;Hamilton&#8220; durchaus herausfordernd sein kann. Einzig die verstärkenden Einspieler (u.a. bei &#8222;Rewind&#8220;) klingen sehr seltsam.</p>
<p>&#8222;Hamilton&#8220; auf Deutsch ist ein rundum gelungenes Experiment. Mehr als das, es ist endlich mal wieder ein Stück Broadway an der Elbe, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Ja, die Show ist anders als alles, was man bisher hierzulande gesehen hat. Doch wenn man sich darauf einlässt, wird man vollumfänglich belohnt. Derart viele Emotionen, verpackt in Pop, Hiphop und Rap von höchster Güte, findet man sonst nirgends auf dem Musicalmarkt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Medienpremiere: </span></strong><span class="Bold">5</span>. Oktober 2022</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Benét Monteiro, Gino Emnes, Charles Simmons, Daniel Dodd-Ellis, Redchild, Oliver Edward, Jan Kersjes, Chasity Crisp, Ivy Quainoo, Mae Ann Jorolan</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik &amp; Buch:</span></strong> <span class="Bold">Thomas Kail (Resident Director: Denise Obedekah) / Lin-Manuel Miranda<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson<br />
</span></div>
</div>
</div>
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			</item>
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		<title>Professionelle Behandlung von musikalischen Entzugserscheinungen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/professionelle-behandlung-von-musikalischen-entzugserscheinungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 09:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Gino Emnes]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pasquale Aleardi]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann das Live-Erlebnis ersetzen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2962 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" /></p>
<p>Wie alle anderen Theater auch, muss die Stage Entertainment seit Monaten auf Einnahmen in Millionenhöhe verzichten. Doch der Musicalkonzern hat sich etwas überlegt, um in diesen Pandemie-geplagten Zeiten wenigstens ein bisschen Live-Musical-Feeling zu erzeugen. Mit der Premiere ihres Konzert-Formats „MUSICALSTARS UNPLUGGED“, einem Live-Konzert, welches dem Publikum per (kostenpflichtigem) Stream zur Verfügung gestellt wurde, soll allen die Wartezeit verkürzt werden, bis der Theaterbetrieb endlich wieder aufgenommen werden darf.</p>
<p>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs und Sabrina Weckerlin liefern gemeinsam mit der siebenköpfigen Live-Band ein buntes Potpourri an Musical-Songs – natürlich zumeist aus Stage Entertainment Shows – ab, das insbesondere aufgrund außergewöhnlicher Interpretationen einige Highlights bietet.</p>
<p>Pasquale Aleardi („Panamour“) führt als Moderator durch den Abend. Jeder Darsteller muss sich allein oder paarweise musikalischen Challenges stellen. Die Künstler sinnieren über die gemeinsame Vergangenheit, die Herausforderungen von Corona-Beschränkungen und was sie an den Challenge-Songs besonders mögen.</p>
<p>So kommt es, dass Sabrina Weckerlin eine Gänsehaut-Fassung des „Ewigen Kreis“ aus „Der König der Löwen“ zum Besten gibt. Ihre Stimmfarbe und greifbaren Emotionen verleihen dem Song eine ganz neue Tiefe. Als Duettpartner steht ihr Gino Emnes zur Seite, der das Stück natürlich aus dem Effeff kennt. Emnes darf dann mit „Waiving through a window“ aus dem Broadway und West End Hitmusical „Dear Evan Hansen“ seinerseits zeigen, was er technisch und stimmlich draufhat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2963 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg" alt="" width="400" height="205" /></p>
<p>Auch die nächste Gruppe – Mathias Edenborn und Kristina Love mit Gino Emnes – liefert ungewöhnliche Versionen bekannter Songs: Edenborns „Music of the Night“ wirkt durch die alleinige Begleitung mit einer Akustikgitarre ganz pur und verletzlich, während Love mit Emnes das perfekte Duo formt, wenn sie „A whole New World“ aus „Aladdin“ singen. Die beiden warmen Soulstimmen harmonieren wundervoll.</p>
<p>Sabrina Weckerlin und Mathias Edenborn lassen in der Folge noch einmal ihre gemeinsame Zeit bei „Wicked“ aufleben und zeigen mit „Solang ich Dich hab“, dass sie nicht zufällig als Elphaba und Fiyero besetzt wurden, auch wenn Edenborn ganz klar macht, dass er – trotz seines jugendlich-frischen Klangs – sicherlich kein College Prince mehr ist und somit für die neue Fassung von „Wicked“ in Hamburg nicht zur Verfügung steht.</p>
<p>Anton Zetterholm kann zwar aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen nicht mit seinen Kollegen auf der Bühne stehen, wird aber mit einigen Grußbotschaften in das Konzert integriert, u. a. ein sehr gefühlvolles „Dir gehört mein Herz“ mit seiner sichtlich schwangeren Frau Harriet Jones.</p>
<p>Lustige Einsätze steuern Pasquale Aleardi und John Voijs mit Einlagen aus „Ich war noch niemals in New York“ bei: Aleardi singt „Griechischer Wein“ auf griechisch, während Voijs ihn an der Gitarre begleitet und simultan übersetzt. Das Voijs mehr bieten kann als den Gassenhauer „Ehrenwertes Haus“ wird mehr als deutlich, aber die Stimmung passt perfekt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2961 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" /></p>
<p>Die Runde wird komplettiert von Maricel, die neben ihrem Showstopper „Rodeo Drive“ aus „Pretty Woman“ noch eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Version der „Totalen Finsternis“ zum Besten gibt: Maricel ist eindeutig zu rockig und Edenborn im Verhältnis zu brav. So verpufft die Intensität dieses Songs.</p>
<p>Ein Highlight dieses Konzerts ist sicherlich einmal mehr Sabrina Weckerlin, die Lady Gagas „Always remember us this way“ ( „A star is born“) sehr zu ihrer eigenen Überraschung auf Wunsch von Maricel singt. Gute Emotionen, berührende Mimik und eine beeindruckende stimmliche Wandlungsfähigskeit machen diesen Moment sehr besonders.</p>
<p>Gemeinsam performen die Darsteller dann noch eine mehrsprachige Version von „Du hast einen Freund“, die nur noch Kristina Loves „Nutbush City Limits“ und dem finalen „Simply the Best“ aus „Tina Turner – Das Musical“ getoppt wird.</p>
<p>Dieses singende Get-Together ist eine schöne Idee – insbesondere, wenn es wirklich nur den Auftakt zu einer Reihe von Konzerten bieten sollte. Der Preis von fast 15 Euro (für 30 Tage unbegrenztes Streamen) ist für die Qualität, die die Stage Entertainment hiermit abliefert, absolut gerechtfertigt. Die Darsteller hatten sichtlich Spaß während der Aufzeichnung und die Band sorgt für die richtige Energie.</p>
<p>Ja, auch dieser Stream ersetzt kein Live-Konzert, kommt aber ziemlich nah dran. Es bleibt zu hoffen, dass sich Theater und Politik im Laufe der Wintermonate tragfähige Konzepte überlegen, um die Häuser endlich wieder mit Leben zu füllen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus Hamburg via Stream</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs, Sabrina Weckerlin </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Dr. Britta Heiligenthal<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen</span></p>
</div>
</div>
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		<title>Musik hat keine Farbe</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/musik-hat-keine-farbe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Mar 2019 16:32:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Denise Lucia Aquino]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Love]]></category>
		<category><![CDATA[Mandela Wee Wee]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolas Heiber]]></category>
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		<category><![CDATA[Tina - Das Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Tina Turner]]></category>
		<category><![CDATA[Zelma Bullock]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Hype um die Deutschlandpremiere von „Tina – Das Tina Turner Musical“ ist groß. Endlich wieder ein Hitmusical für Deutschland! Schon für die Präsentation der Hauptdarstellerin Kristina Love hatte die Stage Entertainment im vergangenen Herbst Tina Turner aus der Schweiz eingeflogen. Aber hält das Musical, was die Stage Entertainment verspricht? Die schon vor der Premiere ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hype um die Deutschlandpremiere von „Tina – Das Tina Turner Musical“ ist groß. Endlich wieder ein Hitmusical für Deutschland! Schon für die Präsentation der Hauptdarstellerin Kristina Love hatte die Stage Entertainment im vergangenen Herbst Tina Turner aus der Schweiz eingeflogen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2523 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Nutbush-Foto-Manuel-Harlan-400x246.jpg" alt="" width="400" height="246" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Nutbush-Foto-Manuel-Harlan-400x246.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Nutbush-Foto-Manuel-Harlan.jpg 681w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Aber hält das Musical, was die Stage Entertainment verspricht? Die schon vor der Premiere am 3. März 2019 mehr als 150.000 verkauften Tickets zeigen: Die Vorfreude ist riesig! Auch im Saal des Operettenhauses ist die Stimmung von Anfang an gut – kein Wunder, beginnt die Show doch mit den Klängen von „The Best“. Sofort spürt man die Energie, welche die Drums auslösen und merkt, das Publikum möchte tanzen, singen und feiern…</p>
<p>Doch Pustekuchen! Tina kommt auf die Bühne, setzt sich in den Schneidersitz und meditiert erst einmal.</p>
<p>Während dieser Meditation erscheinen Tinas Großmutter und ihr eigenes Kind-Ich auf der Bühne. Hieraus entwickelt sich ein mitreißender Gospel-Gottesdienst in Nutbush, Tennesee. Hier beginnt die Geschichte von Anna Mae Bullock, wie Tina Turner mit bürgerlichem Namen heißt. Und diese Geschichte ist alles andere als lustig und erfolgsverwöhnt.</p>
<p>Anna Mae wächst mit einem gewalttätigen Vater auf, wird von ihrer Mutter verstoßen und zum Sündenbock für alles gemacht, was schiefläuft. Schlussendlich lebt sie bei ihrer Großmutter, von der sie die richtigen Werte mit auf den Lebensweg bekommt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2519 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Club-Manhattan-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Club-Manhattan-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Club-Manhattan-Foto-Manuel-Harlan.jpg 585w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Ihre Schwester Alline holt sie nach St. Louis und die beiden Schwestern verbringen die Abende in mehr oder weniger verrufenen Clubs. Es dauert nicht lang, bis Bandleader Ike Turner auf Anna Maes besondere Stimme aufmerksam wird. Kurzerhand lädt er sie ein, mit auf Tour zu kommen, was Anna Mae nur zu gern annimmt. Doch die Schattenseiten – Drogen, Ikes Gewalttätigkeit, Geldprobleme – zeigen sich schnell. Als Anna Mae von einem Bandkollegen schwanger ist, setzt Ike sie unter Druck, so dass sie bei ihm bleibt.</p>
<p>Es folgen viele Jahre als musikalisches und bald auch privates Paar. In dieser Zeit schlägt Ike auch den Künstlernamen Tina Turner vor. Die „Ike &amp; Tina Turner Revue“ wird ein großer Erfolg. Die Plattenfirmen haben jedoch mehr Interesse an Tina, was Ike in seinem Stolz kränkt und zu weiteren Gewaltausbrüchen führt, die Tina – inzwischen zweifache Mutter – irgendwann nicht mehr ertragen kann. Mithilfe ihrer Managerin versucht sie, es in Las Vegas allein als Künstlerin zu schaffen. Doch die Plattenfirmen lassen die bald 40-Jährige abblitzen und Ike überzieht sie mit einer Klagewelle.</p>
<p>Ein mutiger und gleichzeitig verzweifelter Schritt bringt Tina nach London, wo sie mit ihrem neuen Manager Roger Davies versucht, den europäischen Markt zu erobern. Doch auch dies misslingt. Erst als sie in die USA zurückkehrt und auf einem Konzert in New York „What’s love got to do“ präsentiert, bricht der Fluch. Sie rechnet mit Ike ab und sagt ihrer Mutter klar die Meinung.</p>
<p>Die Show endet mit der Auftaktszene: Tina sitzt meditierend hinter der Bühne des Maracana-Stadions in Rio de Janeiro, wo 180.000 Zuschauer auf ihren Auftritt warten. Nun bekommt das Publikum endlich das, worauf es die ganze Zeit schon wartet: 15 Minuten lang brennen Kristina Love, das gesamte Ensemble und das sehr gute Orchester unter der Leitung von Tobias Vogt ein Hitfeuerwerk ab!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2522 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan.jpg 1326w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Diese Show steht und fällt mit der Hauptdarstellerin. Mit Kristina Love wurde eine exzellente Darstellerin gefunden, welcher der Spagat zwischen den eher weichgespülten Musicalsongs und den weltbekannten Rocksongs über weite Strecken sehr gut gelingt. Einzig bei „Ich werd weiter tanzen“ („Private Dancer“ im Original) spürt man, dass hier etwas nicht stimmt. Loves Stimmlage will so gar nicht zu diesem Song passen, was sehr schade ist. Schauspielerisch zeichnet sie das bewegte Leben von Anna Mae Brown emotional glaubwürdig nach.</p>
<p>Als Ike Turner wurde Mandela Wee Wee besetzt. Seine Stärken liegen sicherlich mehr im Schauspiel als im Gesang. Mit seinen Ensemblekollegen kann er jedenfalls leider nicht mithalten. Denise Lucia Aquino ist Anna Maes Schwester Alline. Ihre Lebensfreude ist ansteckend und sie macht auch als Tänzerin und Sängerin eine gute Figur.</p>
<p>Zelma Bullock zieht als Adisat Semenitsch alle Register: Sie ist mürrisch, stark, bevormundend und unerbittlich. Nebenbei sorgt sie aber auch für den ein oder anderen Lacher&#8230; Roger Davis und Erwin Bach, Manager und „Marketing-Fuzzi“, die Tina in London wieder in die Erfolgsspur helfen wollen, werden von Nikolas Heiber und Simon Mehlich rollendeckend gespielt. Dass allerdings Mehlich als „Kölscher Jung‘“ nur 1-2 Sätze Kölsch zum Besten gibt und ansonsten hochdeutsch redet, ist sehr bedauerlich. Hier hätte man sich mehr Konsequenz gewünscht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2521 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-in-Whats-Love-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-in-Whats-Love-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-in-Whats-Love-Foto-Manuel-Harlan.jpg 585w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Etwas schwierig ist bei deutschsprachigen Musicals gemeinhin die Übersetzung von englischen, international bekannten Songs. Für „Tina – Das Tina Turner Musical“ haben sich Kevin Schröder und Sera Finale dieser Herausforderung gestellt und fast alle Songs zumindest großteils ins Deutsche übertragen. Dies gelingt zumeist sehr gut, dennoch hat das Publikum die englischen Originaltexte im Ohr. Und wenn man dann anstatt „I can’t stand the rain“ „Regen fällt wie Blei (an mein Fenster)“ hört, ist das schon etwas befremdlich. Die Mischung zwischen deutschen und englischen Texten fällt besonders im Finale auf: Zunächst singt Tina noch auf deutsch und „The Best“ kommt daher wie eine 08/15-Musicalballade, wenn sie dann aber die Treppe hinaufläuft, sich umdreht und „You’re simply the best“ schmettert, gibt es kein Halten mehr!</p>
<p>„Tina – Das Tina Turner Musical“ zeigt die bewegte und bewegende Lebensgeschichte der weltberühmten Sängerin. Dabei steht jedoch der Mensch Anna Mae Brown im Mittelpunkt und nicht die Musikerin Tina Turner. Mehr als zwei Drittel des Abends sehen die Zuschauer ein ungeschöntes Dramamusical, in dem Tina Turners Musik nur eine Nebenrolle spielt. Dafür werden sie die letzten 15 Minuten für ihr Durchhaltevermögen belohnt: Das Publikum steht schon nach wenigen Taktschlägen von „The Best“ und feiert!</p>
<p>Auch wenn sich viele wünschen, dass dieses Minikonzert nicht endet, gehen sie dennoch mit einem guten Gefühl und Tina Turners Welthits summend aus dem Theater. Und genau so soll es doch sein, oder?</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint<br />
</span><em><span style="color: #000080;">erschienen in</span> <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3. März 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Kristina Love, Mandela Wee Wee, Denise Lucia Aquino, Zelma Bullock, Nikolas Heiber, Simon Mehlich</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Phyllida Lloyd &amp; Ola Ince / Tina Turner</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment / Manuel Harlan</span></div>
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		<title>Eine gelungene Bühnenadaption des Jerry Zucker Films von 1990</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-gelungene-buehnenadaption-des-jerry-zucker-films-von-1990/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Oct 2018 16:01:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Ghost]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[John Vooijs]]></category>
		<category><![CDATA[Marion Campbell]]></category>
		<category><![CDATA[Marius Bingel]]></category>
		<category><![CDATA[mathhias davids]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Riccardo Greco]]></category>
		<category><![CDATA[Roberta Valentini]]></category>
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					<description><![CDATA[Man muss sicherlich nicht jeden Film auf die Musicalbühne bringen. „Ghost“ gehört ganz klar zu den Stoffen, die sich nicht unbedingt sofort für eine Musicalfassung aufdrängen. Doch mit Dave Stewart und Glen Ballard hat man ein sehr rocklastiges Komponistenduo mit lyrischem Einschlag engagiert, das sich der romantischen Dramakomödie rund um Molly und Sam annahm. Entsprechend ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss sicherlich nicht jeden Film auf die Musicalbühne bringen. „Ghost“ gehört ganz klar zu den Stoffen, die sich nicht unbedingt sofort für eine Musicalfassung aufdrängen. Doch mit Dave Stewart und Glen Ballard hat man ein sehr rocklastiges Komponistenduo mit lyrischem Einschlag engagiert, das sich der romantischen Dramakomödie rund um Molly und Sam annahm. Entsprechend sind einige Songs auch sehr schwungvoll und energiegeladen (insbesondere „Mehr“ gesungen von Carl und „Nur weg von hier“ von Oda Mae Brown). Der Rest jedoch plätschert mit geringem Erinnerungswert dahin. „Jetzt und hier“ ist ein hübsches Liebeslied, aber auch nicht mehr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2438 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bruce Joel Rubin hat neben dem Drehbuch für den Film auch das Buch für das Musical geliefert. Die einheitliche, harmonische Handschrift spürt man, denn als Theaterstück funktioniert „Ghost“ sehr gut. Als Musical jedoch zündet es jedoch nicht wirklich.</p>
<p>Das liegt aber weder an Matthias Davids Regie noch an Lee Prouds Choreografie. Beides ist gut und es gibt starke Momente.</p>
<p>Auch die Hauptdarsteller (Riccardo Greco als Sam, Roberta Valentini als Molly, John Vooijs als Carl und Marion Campbell als Oda Mae Brown) sind sehr gut gecastet. Greco, Valentini und Campbell haben ihre Rollen – teilweise in der Zweitbesetzung – bereits ins Linz und /oder Berlin gespielt.</p>
<p>Greco und Valentini geben als Sam und Molly ein sehr sympathisches Paar ab, das auch die fünfte Reprise der seltsam verfremdeten „Unchained Melody“ in jeweils wechselnder Gefühlswelt intoniert. Letztere kann wohl auch der Dirigent schon bei der Premiere nicht mehr hören, denn er albert während einer Reprise am Dirigentenpult ziemlich ausdrucksstark herum.</p>
<p>Mollys Trauer und Verzweiflung bringt Valentini vor allem schauspielerisch sehr glaubhaft über die Rampe („Du“). Die Zerrissenheit zwischen selbstbewusster Künstlerin und zwangsläufig nach vorn blickender, Carls vorgetäuschter Zuneigung nahezu verfallender, zerbrechlicher Frau, nimmt man ihr jederzeit ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2441 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71-400x254.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71-768x487.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass Sam unglaublich ehrgeizig und nervtötend sein kann, erlebt Oda Mae Brown. Greco überzeugt als zielstrebiger Geist, der unbedingt erlernen will, wie er Gegenstände bewegt und zeigt seine komische Seite, wenn er der Spiritistin mit „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ oder zahlreichen sarkastischen Seitenhieben (gute Übersetzungen der Dialoge on Ruth Deny) den letzten Nerv raubt.</p>
<p>Marion Campbell hat – ähnlich wie Whoopi Goldberg im Film – eine sehr dankbare Rolle. Allein schon aufgrund der Schrulligkeit des sehr erfinderischen Mediums zieht sie die Sympathie des Publikums auf sich. Hinzu kommt ihre gnadenlose Ehrlichkeit, die immer wieder für Lacher sorgt. Zudem verfügt Campbell über eine wundervolle warme Soulstimme, die sie sehr gekonnt einzusetzen weiß.</p>
<p>Carls Bösartigkeit wird schon sehr früh im Stück (bei „Mehr“) unbestreitbar klar. Choreographie, Szenenregie, Bühnenbild und Musik bilden in dieser Sequenz eine hervorragende Symbiose. Davon hätte man in der Folge nur zu gern sehr viel mehr gesehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2436 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7-400x254.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7-768x487.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Einzig beim Auftritt des U-Bahn Geists Marius Bingel („Fokus“) und bei Oda Mae Browns „Nur weg von hier“ kommt dieses Zusammenspiel erneut zur Geltung. Das ist insgesamt jedoch leider zu wenig.</p>
<p>Das Bühnenbild von Hans Kudlich ist modern, zweckmäßig und somit Tournee-geeignet, was bei der Stage Entertainment in den letzten Jahren zu einem sehr beliebten Bespielungsmodell geworden ist. Trotz der vermeintlichen Tristesse der grauen Säulen und Betontreppen gelingt es mit guten Projektionen und einem durchdachten Lichtdesign die verschiedenen Spielebenen und Szenerien glaubhaft nachzuzeichnen.</p>
<p>Nichtsdestoweniger verlässt man das Operettenhaus in Hamburg nach der Show und fragt sich, ob diese Produktion ein Highlight der Musicalwelt ist. Dies muss mit nein beantwortet werden, da die Show insgesamt eher blass bleibt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em><span style="color: #000080;"> </span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 27. Oktober</span><span class="Bold" style="color: #000080;"> 2018</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Riccardo Greco, Roberta Valentini, Marion Campbell, Marius Bingel, John Vooijs</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Matthias Davids / Dave Stewart &amp; Glen Ballard </span><br />
<span style="color: #000080;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen </span></span><span style="color: #000080;"><br />
</span></div>
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