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	<title>Operettenhaus-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Romeo ist ein Lauch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 21:27:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&#38;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&#38;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/romeo-ist-ein-lauch/">Romeo ist ein Lauch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&amp;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&amp;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana Mischke und Heiko Wohlgemuth wortgewandt und pointenreich ins Deutsche übertragen wurde.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3543 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg" alt="" width="400" height="273" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x525.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1343w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Max Martin sagt den meisten wahrscheinlich erstmals nichts. Doch Backstreet Boys, *NSYNC, P!nk, Katy Perry, Britney Spears, Justin Timberlake, Bon Jovi, Ariana Grande, Celine Dion, Taylor Swift oder The Weekend sind allen ein Begriff. Das sind nur einige der Künstler, für die Martin TOP 10 Songs geschrieben hat. Allein seit 1999 sind 50 Songs, die er komponiert hat, weltweit in den TOP 10 gelandet. 27 mal erreichte eines seiner Werke bisher sogar die Topplatzierung! Musikalisch ist diese Show also ein Selbstläufer.</p>
<p>David West Read (Autor von „Schitt’s Creek“) fiel die Aufgabe zu, diese Hits in ein Bühnentaugliches Gewand zu kleiden. In enger Zusammenarbeit entstand so nach vielen Jahren &#8222;&amp;Juliet&#8220;, das 2019 in Manchester uraufgeführt und seither in weiteren fünf Ländern Erfolge feiert(e).</p>
<p>Die Idee von &#8222;&amp;Julia&#8220; ist clever: Anne Hathaway, William Shakespeare&#8217;s gelangweilte, einsame, aber ziemlich clevere Gattin folgt ihrem Mann nach London und schlägt ihm &#8211; unverhandelbar &#8211; vor, das Ende von seinem gerade erst uraufgeführten &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220; zu ändern. Ihr ist Julia zu sehr abhängig und wenig daran interessiert, ihre eigenen Träume zu leben. Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben sind mehr als nur zufällig, musste sie Shakespeare doch überstürzt heiraten, da sie schwanger war, und hatte danach keine andere Aufgabe als das Haus und die Kinder zu hüten, während ihr Mann sich in London in die Arbeit und das Vergnügen stürzte.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3536 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1749w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das kreative Autorenpaar ersinnt daraufhin gänzlich divergierende Fortschreibungen von Julia&#8217;s Leben, manchmal ergänzen sie sich in ihren Ideen, meistens jedoch setzt sich Anne mit ihren fortschrittlichen Impulsen durch. Außer als William plötzlich beschließt, dass Romeo doch nicht vom Gift getötet wurde, wieder in Julias neuem Leben auftaucht und alles durcheinanderbringt.</p>
<p>Inszenatorisch hat Read die parallelen Handlungsstränge sehr clever miteinander verflochten. Ideen vom Ehepaar Shakespeare werden in der Folgeszene direkt umgesetzt. Sehr treffend, dass Anne als Julias &#8222;Bestie&#8220; April in diesen Szenen auch meist mit auftaucht und die Handlung quasi direkt mitsteuert. Julias weitere Gefährten sind Angelique (ursprünglich als Julias Amme an ihrer Seite) und die non-binäre May.</p>
<p>Die Ladies &#8211; April, May und Juli(a) &#8211; brechen auf nach Paris, wo sie das Leben feiern wollen. Sie schleichen sich auf den Renaissance Ball, den Lance DuBois für seinen Sohn Francois ausgerichtet hat, um eine Braut für ihn zu finden (alternativ würde er ihn zur Armee schicken). Dass Franky &#8211; wie ihn Julia sehr schnell nennt &#8211; gar nicht weiß, ob er Frauen oder Männer liebt, bekommt Papa Lance gar nicht mit. Denn das zufällige Aufeinandertreffen von May und Franky offenbart sofort tiefe Zuneigung, wohingegen das Treffen von Julia und Franky eher in Richtung Zweckehe und Win-Win-Gemeinschaft mündet. Die vom Vater begrüßte und Julia aus Verpflichtung Franky gegenüber stattfindende Hochzeitsfeier endet natürlich im Chaos, zumal plötzlich auch Romeo in Paris auftaucht und nichts unversucht lässt, seine Julia zurückzuerobern. Die jedoch hat inzwischen gelernt, dass Romeo kein Kostverächter war und seine Liebhaber:innenschar sehr groß ist. Julia weiß nicht, was sie wirklich will, aber so weitermachen wie bisher, möchte sie auf keinen Fall!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3541 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x671.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x503.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1006.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1803w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Ende der Story ist leider etwas abrupt und fällt im Vergleich zur Entwicklung der Story davor deutlich ab. Hier hilft die Musik sehr, über diese Schwäche hinwegzublicken.</p>
<p>Viele Songs wurden neu arrangiert, die Texte aber kaum verändert. Aus &#8222;…Baby One More Time&#8220; einen Tango zu machen, ist schon gewagt, funktioniert aber großartig. Hier hat Willemijn Verkaik als Anne Hathaway einen ersten großen Moment. Sie ist die perfekte Besetzung, verfügt über das perfekte Timing, hat eine komische Ader und singt begnadet, was im zweiten Akt zu spontanen Stehenden Ovationen führt (&#8222;That&#8217;s the way it is&#8220; von Celine Dion).</p>
<p>Auch die wieder aufflammende Romanze von Lance und Angelique (die früher auch als Amme in seinem Haus tätig war) ist sehr gewitzt mit eingeflochten. Jacqueline Braun erinnert sicherlich nur zufällig in Optik und Spiel an Melissa McCarthy. An komödiantischem Talent und Stimmgewalt mangelt es ihr sicherlich keinesfalls. Wie die beiden umeinander herumschleichen, um dann doch die Nacht miteinander zu verbringen, ist köstlich (&#8222;Teenage Dream/Break Free&#8220;). Dass Lance sehr ernste Absichten hat, glaubt man ihm sofort. Carlos de Vries kann den Wandel des strengen Familienoberhaupts zum gefühlvollen Verehrer und verständnisvollen Vater sehr gut nachzeichnen. &#8222;Shape of my heart&#8220; unterstreicht diese Wandlung sehr treffend.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3539 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch die Dreiecksbeziehung von May und Franky und Franky und Julia ist unterhaltsam nachgezeichnet. Am Ende entscheidet sich Franky für das, was sein Herz ihm sagt (&#8222;It&#8217;s Gonna Be Me&#8220;) und lässt die Hochzeit platzen. Oliver Edward ist dem Hamburger Publikum aus &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">Hamilton</a>&#8220; bekannt. Seine Stimme ist so markant, dass man mit geschlossenen Augen sofort Philipp vor sich sieht. Doch auch ihm gelingt es, seine Zerrissenheit und sein Gefühlschaos glaubwürdig über die Rampe zu bringen. &#8222;I Kissed a Girl&#8220; nachdem Franky und May sich zum ersten Mal küsste, ist wunderbar gefühlvoll und natürlich.</p>
<p>May ist die Symbolfigur für Diversität in diesem Stück. Manchmal ist es recht plakativ, doch Bram Tahamata spielt gewinnend über diese Offensichtlichkeiten hinweg. Sein &#8222;I&#8217;m Not a Girl, Not Yet a Woman&#8220; ist herzzerreißend. Und &#8222;Confident&#8220; (von Demi Lovato) ist DIE Hymne des Abends. Damit kann sich zweifelsohne jeder im Saal identifizieren. &#8222;What do you want from me&#8220; strotzt vor aufgestauter Energie und Gefühl. Richtig richtig gut!</p>
<p>Über Romeos Wiederauferstehung kann man zweifellos streiten. Amüsanterweise wird Romeo als Weichei im Mantel eines unsympathischen Selbstdarstellers beschrieben. Raphael Groß spielt diese Rolle sehr gut und so unterschreibt man die Aussage von Anne Hathaway &#8222;Romeo ist ein Lauch!&#8220; auch nur allzu gern. Es dauert eine Weile bis Romeo erkennt, dass seine Fassade ihn nicht weiterbringt. Julia stellt ihn mit &#8222;Since U been gone&#8220; sehr klar zur Rede und er nimmt sich vor, um sie zu kämpfen. Dazu zählt seine Performance auf der Hochzeit mit der &#8222;Bois Band&#8220; und &#8222;Everybody&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3538 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg" alt="" width="400" height="280" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x716.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x537.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1205w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch Julia kann er nicht zurückgewinnen. Anne hat sich für Julia kein Happy End gewünscht, sondern die Chance, eigene Entscheidungen zu treffen. Und so endet das Stück zwar mit einem Hoffnungsschimmer für Romeo, doch den Ton gibt in Zukunft ganz klar Julia an.</p>
<p>Chiara Fuhrmann ist eine souveräne, selbstbewusste Julia, die sich gesanglich mit Max Martins Songs wohlfühlt und die vielen Stimmungsschwankungen, die ihrer Figur auferlegt werden, sehr gut nachzeichnen kann. &#8222;Stronger&#8220;, &#8222;Oops!&#8230; I Did It Again&#8220;, &#8222;Roar&#8220; sind nur einige überzeugende Beispiele dafür.</p>
<p>Anne und William bekommen am Ende das, was beide sich gewünscht haben: Romeo &amp; Julia haben eine Zukunft &#8211; eventuell sogar gemeinsam &#8211; und Julia darf eine junge Frau sein, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. William entschuldigt sich bei seiner großen Liebe Anne (&#8222;I Want It That Way&#8220;) und akzeptiert, dass er eine starke Frau an seiner Seite hat. Andreas Bongard hat einerseits die namhafteste Rolle des Stücks, andererseits auch die blasseste: Shakespeare ist zwar der eigentliche Schöpfer von &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220;, doch alles was an diesem Abend passiert, ist von Anne initiiert worden. Diesen Spagat muss man erstmal schauspielerisch hinbekommen. Bongard gelingt dies durchaus gut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3537 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie bereits erwähnt, kommt das Ende etwas plötzlich und das Ensemble fackelt mit Justin Timberlake&#8217;s &#8222;Can&#8217;t Stop the Feeling!&#8220; ein riesiges Feuerwerk ab. Einmal mehr kann man die vielseitigen Kostüme von Paloma Young in all ihrer Pracht bewundern und sich von den modernen Choreografien von Jennifer Weber mitreißen lassen. Es hält niemanden mehr auf den Sitzen! Das Publikum feiert das Ensemble und Max Martins Welthits der letzten 25 Jahre!</p>
<p>Ein Wort noch zu Philipp Gras, der die neunköpfige Band als musikalischer Leiter fulminant antreibt. Die Arrangements sind so musicaltauglich, dass sogar einzelne Instrumente, wie das gänsehautverursachende Cello, nicht nur zu hören sind, sondern sprichwörtlich inszeniert werden, was perfekt in den kompositorischen Gesamtrahmen passen.</p>
<p>&#8222;&amp;Julia&#8220; hat das Potential eine Hitshow für das Publikum von heute zu werden. Hierzu trägt auch bei, dass die Songs zu 99% auf Englisch gesungen werden. Manchmal wird ein Song durch eine deutsche erste Zeile eingleitet und dann aber im bekannten englischen Original fortgesetzt. Genau so kann man junge Menschen für das Genre Musical begeistern!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">30</span><span class="Bold">. Oktober 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Andreas Bongard, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen<br />
</span></p>
<hr />
<h2>Alles neu macht der März&#8230;</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3631 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x1151.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1025x1536.jpg 1025w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1366x2048.jpg 1366w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-scaled.jpg 1708w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Seit 6. März hat das Ensemble von &#8222;&amp;Julia&#8220; im Operettenhaus Verstärkung: Riccardo Greco ist als leidgeplagter, wortgewandter William Shakespeare zu erleben.</p>
<p>Doch nicht nur der Zuwachs auf der Bühne bringt neuen Schwung in das pfiffige Popmusical, auch die Straffung der Handlung &#8211; insbesondere zu Beginn des 1. Akts &#8211; tun dem Stück sehr gut. Kurzweilig , amüsant und musikalisch einfach nur ansteckend, begleitet das Publikum Julia auf ihrem eigenen (durch Shakespeares Frau Anne Hathaway erdachten) Weg in eine neue, selbstbestimmte Zukunft.</p>
<p>Chiara Fuhrmann hat sich sehr gut in die Rolle der selbestbewussten Julia eingefunden, Jacqueline Braun lässt als sie als ihre Amme bei fast keinem Schritt aus den Augen. Ausnahme sind die Momente, die die Amme mit ihrer großen Liebe Lance (Carlos de Vries) . Die beiden sind einmal mehr ein Garant fürs Lachmuskeltraining!</p>
<p>Bram Tahamata und Oliver Edward bestechen als May und Franky nicht nur durch ihre bis in den Rang spürbare Emotionalität, sondern auch mit ihrem Gesang. Illias Sidi-Yacoub darf in dieser Vorstellung &#8222;den Lauch&#8220; Romeo spielen und lässt aufhorchen. Auch Romeo zeigt Selbstbewusstein!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3632 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Herausragend ist auch diesmal Willemijn Verkaik, die Anne Hathaway mit bühnenfüllendem Engagement, Sinn für Pointen, einen gehörigen Portion Frechheit und einer Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht, zum Leben erweckt. An der Seite solch einer starken Frau hat es jeder Mann schwer, doch Greco gelingt es, den vermeintlich unterlegenen Schriftsteller mit dem perfekten Maß an Aufmüpfigkeit und Kreativität auszustatten, so dass das Autorenpaar seinen gemeinsamen Weg gleichberechtigt fortsetzen kann.</p>
<p>Das Publikum war auch gut vier Monate nach der Premiere begeistert! Die Song von Max Martin zünden ausnahmslos und man sieht schon in den ersten Minuten Zuschauer mitwippen und -klatschen. Wenn das nicht für den Erfolg dieser Show spricht, was dann?</p>
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<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">6</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Riccardo Greco, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #333399;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen</span></p>
</div>
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			</item>
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		<title>Wer lebt, wer stirbt, wer schreibt Geschichte?</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 18:05:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022]]></category>
		<category><![CDATA[Benét Monteiro]]></category>
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		<category><![CDATA[Ivy Quainoo]]></category>
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		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Hamilton&#8220; ist auf den ersten Blick ein durch und durch US-amerikanisches Stück: Im Mittelpunkt steht mit Alexander Hamilton einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Das von ihm eingeführte Federal Reserve System ist bis heute prägend für das Land. Doch tatsächlich geht es auch um einen Imigranten, der aus dem Nichts kommt, das, was er gut ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Hamilton&#8220; ist auf den ersten Blick ein durch und durch US-amerikanisches Stück: Im Mittelpunkt steht mit Alexander Hamilton einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Das von ihm eingeführte Federal Reserve System ist bis heute prägend für das Land.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3252 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch tatsächlich geht es auch um einen Imigranten, der aus dem Nichts kommt, das, was er gut kann (Schreiben) bis zum Exzess betreibt, Erfolge feiert, an Grenzen stößt und die Menschen verletzt, die ihm am nächsten stehen. Diese Geschichte von A. Ham, einem jungen Mann, der Fehler machte und sich nicht scheute, dazu zu stehen, diese Geschichte kann man auch ganz wunderbar einem deutschen Musicalpublikum erzählen. Tragische und schwere Stücke funktionieren in Deutschland auf Ensuite-Bühnen schon seit vielen Jahren nicht mehr wirklich, doch die sehr besondere Art und Weise, in der Lin-Manuel Miranda und sein Team Hamiltons überaus abwechslunsgreiches Leben auf der Bühne nachzeichnen, zieht die Zuschauer in ihren Bann.</p>
<p>Sieben Jahre nach der Broadway-Premiere und fünf Jahre nachdem &#8222;Hamilton&#8220; auch das <a href="https://www.musicals-online.com/?p=2661">West End</a> im Sturm eroberte, kommt nun das deutschsprachige Publikum in den Genuss der ersten nicht-englischen Fassung dieses Musicalhits. Aber kann man die englischen Songtexte und Raps &#8222;einfach&#8220; so übersetzen? Es hat (auch wegen der Corona-Pandemie) ganze drei Jahre gedauert, bis die deutsche Version von Lin-Manuel Miranda freigegeben wurde. Kevin Schroeder und Rapper Sera Finale haben sich in ihrer Zusammenarbeit immer wieder gegenseitig herausgefordert und von vornherein nicht den Fehler gemacht, die fast 27.500 englischen Worte 1:1 zu übersetzen. Sie mussten auf Metrik, Inhalt sowie Sprachstruktur achten und natürlich auch den nicht zu vernachlässigenden Wortwitz unter einen &#8222;singbaren&#8220; Hut bringen. In diesem <a href="https://www.mopo.de/rausgehen/kultur/arschbombe-ins-konfetti-wie-ein-rapper-den-musical-hype-hamilton-uebersetzte/">Interview</a> beschreibt Sera Finale sehr eindrücklich, wie herausfordernd dieses Projekt war.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3253 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-1024x680.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-768x510.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-1536x1020.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson.jpg 1768w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch ich habe, wie viele andere, daran gezweifelt, dass man dieses Hochgeschwindigkeits-Musical zielgenau ins Deutsche übertragen kann. Doch ich zolle der Leistung von Sera Finale und Kevin Schroeder höchsten Respekt. Die Texte sind pfiffig, unterhaltsam, rasend schnell und zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt. Und: Man versteht wirklich alles! &#8222;Young, scrappy &amp; hungry&#8220; mit &#8222;Jung, scharf &amp; geladen&#8220; zu übersetzen, klingt bspw. erstmal nicht ganz richtig, doch im Kontext passt es hervorragend. Von solch freien Adaptionen gibt es viele und sie sind rundum gelungen.</p>
<p>Doch gerade &#8222;Hamilton&#8220; entfaltet seine ganze Kraft erst durch die Künstler auf der Bühne. Auch in Hamburg steht eine bunte Mischung aus Musicaldarstellern, Rappern und Popsängern auf der Bühne. Genauso wie in New York und London ist die Besetzung so divers wie sie nur sein kann. Die 34 Ensemble-Mitglieder stammen aus 13 verschiedenen Nationen. So hatte sich Miranda seinen &#8222;Hamilton&#8220;-Cast 2015 ausgedacht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3248 " src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-370x400.jpg" alt="" width="291" height="315" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-370x400.jpg 370w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-946x1024.jpg 946w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-768x831.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975.jpg 1383w" sizes="auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px" />Auch optisch steht die Bühne im Operettenhaus der Orginalversion im Richard Rodgers Theatre (David Korins) in nichts nach. Gleiches gilt für die Kostüme (Paul Tazewell). Das dies so konsequent umgesetzt wurde, ist sehr zu begrüßen, denn krampfthaft auf den deutschen Markt angepasste Sets sorgen in den allerseltensten Fällen für eine Verbesserung. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal das originale Lichtdesign (Howell Binkely), das auch in Hamburg wunderbare Räume auf der ansonsten recht einfarbig hölzernen Bühne erschafft.</p>
<p>Schon mit dem Opening Song wird das Publikum direkt in eine musikalisch ungewohnte Welt entführt. &#8222;Alexander Hamilton&#8220; zeigt fast die komplette Bandbreite dessen, was im Laufe der Show noch geboten wird. Alle Sänger intonieren die deutschen Hiphop-Texte akkurat und die Timings sind perfekt. Das ist besonders deshalb bemerkenswert, da für die meisten von ihnen Deutsch nicht die Muttersprache ist. Aber weder bei Gino Emnes (Aaron Burr), noch bei Daniel Dodd-Ellis (Lafayette / Jefferson) oder Benét Monteiro (Alexander Hamilton) hört man dies. Kein Vergleich zu den immer noch üblichen phonetischen &#8222;Überraschungen&#8220; wie bspw. bei &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/?p=3110">Wicked</a>&#8220; oder immer wieder beim &#8222;Starlight Express&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3255 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Eine präzise Intonierung ist bei dieser Show essentiell. Sich verhaspeln? Ein Texthänger? Mirandas Kompositionen verzeihen keinen Fehler. Dessen sind sich die Künstler ganz sicher bewusst und dennoch sieht alles so leicht und locker aus, wie man es sich wünscht. Da bleibt nur wenig Zeit für freche Grimassen, &#8222;zufällige&#8220; Mic Drops usw. Doch auch diese bauen die Künstler erfolgreich mit ein.</p>
<p>Monteiro gelingt die Gratwanderung zwischen ehrgeizigem, immer korrektem Politiker und gefühlvollem, geläutertem Ehemann und Vater ganz herovrragend. Es sprüht vor Energie, bringt die Choreographien und rasanten Songs gleichermaßen überzeugend über die Rampe. Dabei hat er den sprichwörtlichen Schalk im Nacken und erobert damit die Sympathien des Publikums im Handumdrehen. Hamiltons jahrelanger Widersacher, Aaron Burr, wird von Gino Emnes mit viel Verbissenheit und Berechnung gespielt. Burrs Bedauern, dass ausgerechnet er es ist, der das Genie Hamilton erschießt, nimmt man Emnes sofort ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3249 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-768x1152.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-1024x1536.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-1365x2048.jpg 1365w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson.jpg 1382w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Hamiltons Wegbegleiter, der Marquis de Lafayette, Hercules Mulligan und John Laurens, sorgen von Anfang an für richtig Stimmung: Dodd-Ellis rappt sich gekonnt durch den 1. Akt, nur in den Schatten gestellt von Redchild, der Mulligan eine nachdrückliche Präsenz verleiht. Oliver Edward spielt Hamiltons treuesten Freund John Laurens sehr nahbar. Alle drei dürfen in der zweiten Hälfte in weiteren Rollen glänzen: Dodd-Ellis als der sicherlich nicht nur zufällig an Prince erinnernde Jefferson, Redchild als kränkelnder Madison und Edward als Philip Hamilton. Hier zeigen sie noch einmal eine ganz andere, mal extravagante (Jefferson), mal sensible (Philip Hamilton), Facette. Dieser inszenartorische Kniff ist großartig, verlangt den Darstellern aber auch sehr viel ab.</p>
<p>Die Schuyler Schwestern sind ebenfalls hervorragend gecasted: Chasity Crisp ist eine sehr fürsorgliche Angelica und stellt als große Schwester ihr eigenes Glück hinter ihre Pflicht. Crisps soulige Stimme geht unter die Haut und sorgt insbesondere in den Duetten mit Ivy Quainoo als Eliza für Gänsehaut. Die gesanglichen Harmonien sind hier perfekt ausgearbeitet. Quainoo kennen viele als Gewinnerin von &#8222;The Voice of Germany&#8220;. Dass sie singen kann, muss sie nicht beweisen. Aber auch schauspielerisch steht sie den Kolleginnen in nichts nach. Sie zeichnet die komplette Bandbreite von der verliebten Braut bis zur trauernden Witwe sehr gefühlvoll nach.</p>
<p>Die dritte im Bunde ist Mae Ann Jorolan, die als kleine Peggy eine Nebenrolle übernimmt (mit ihrem ersten Auftritt aber ganz klar die Lacher auf ihrer Seite hat), aber als Maria Reynolds ihre verführerische Seite zeigen und ihre tolle rauchige Stimme zu Gehör bringen darf.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3251 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch Charles Simmons als George Washington und Jan Kersjes als King George III., zwei unumstrittene Führungspersönlichkeiten. Simmons ist väterlich-schützend, macht klare Ansagen und verkörpert den ersten US-Präsidenten sehr überzeugend. Kersjes hat die dankbarste Rolle in &#8222;Hamilton&#8220;. Er darf als amüsant-zickiger Side-Kick das Geschehen in den USA kommentieren und nimmt kein Blatt vor den Mund. Kersjes&#8216; Mimik, seine Spielfreude, gepaart mit King George&#8217;s fieser, überheblicher Art lassen das Publikum schon juchzen, wenn er nur die Bühne betritt.</p>
<p>Die zehn Protagonisten (einen einzelnen Hauptdarsteller gibt es nicht) müssen nicht nur ihre Charaktere verstehen, darstellen und gesanglich wiedergeben können, auch tänzerisch werden sie mit eingebunden, was allen gut gelingt. Andy Blankenbuehlers Choreographien sind zackig, präzise und unterstreichen das Gesungene durch Bewegungen bis in Detail. Leider schaffen es die Tänzerinnen und Tänzer nicht durchgehend, dieses hohe Niveau zu halten (Kisha Howard, Resident Dance Supervisor). Mehrfach tanzt jemand aus der Reihe oder verpasst seinen/ihren Einsatz. Das ist schade.</p>
<p>Die zehn Musiker unter der Bühne begleiten das Geschehen auf der Bühne gekonnt. Philipp Gras sorgt für das richtige Tempo, was bei &#8222;Hamilton&#8220; durchaus herausfordernd sein kann. Einzig die verstärkenden Einspieler (u.a. bei &#8222;Rewind&#8220;) klingen sehr seltsam.</p>
<p>&#8222;Hamilton&#8220; auf Deutsch ist ein rundum gelungenes Experiment. Mehr als das, es ist endlich mal wieder ein Stück Broadway an der Elbe, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Ja, die Show ist anders als alles, was man bisher hierzulande gesehen hat. Doch wenn man sich darauf einlässt, wird man vollumfänglich belohnt. Derart viele Emotionen, verpackt in Pop, Hiphop und Rap von höchster Güte, findet man sonst nirgends auf dem Musicalmarkt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Medienpremiere: </span></strong><span class="Bold">5</span>. Oktober 2022</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Benét Monteiro, Gino Emnes, Charles Simmons, Daniel Dodd-Ellis, Redchild, Oliver Edward, Jan Kersjes, Chasity Crisp, Ivy Quainoo, Mae Ann Jorolan</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik &amp; Buch:</span></strong> <span class="Bold">Thomas Kail (Resident Director: Denise Obedekah) / Lin-Manuel Miranda<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson<br />
</span></div>
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</div>
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			</item>
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		<title>Professionelle Behandlung von musikalischen Entzugserscheinungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 09:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
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		<category><![CDATA[Mathias Edenborn]]></category>
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		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pasquale Aleardi]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann das Live-Erlebnis ersetzen!</p>
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<p>Wie alle anderen Theater auch, muss die Stage Entertainment seit Monaten auf Einnahmen in Millionenhöhe verzichten. Doch der Musicalkonzern hat sich etwas überlegt, um in diesen Pandemie-geplagten Zeiten wenigstens ein bisschen Live-Musical-Feeling zu erzeugen. Mit der Premiere ihres Konzert-Formats „MUSICALSTARS UNPLUGGED“, einem Live-Konzert, welches dem Publikum per (kostenpflichtigem) Stream zur Verfügung gestellt wurde, soll allen die Wartezeit verkürzt werden, bis der Theaterbetrieb endlich wieder aufgenommen werden darf.</p>
<p>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs und Sabrina Weckerlin liefern gemeinsam mit der siebenköpfigen Live-Band ein buntes Potpourri an Musical-Songs – natürlich zumeist aus Stage Entertainment Shows – ab, das insbesondere aufgrund außergewöhnlicher Interpretationen einige Highlights bietet.</p>
<p>Pasquale Aleardi („Panamour“) führt als Moderator durch den Abend. Jeder Darsteller muss sich allein oder paarweise musikalischen Challenges stellen. Die Künstler sinnieren über die gemeinsame Vergangenheit, die Herausforderungen von Corona-Beschränkungen und was sie an den Challenge-Songs besonders mögen.</p>
<p>So kommt es, dass Sabrina Weckerlin eine Gänsehaut-Fassung des „Ewigen Kreis“ aus „Der König der Löwen“ zum Besten gibt. Ihre Stimmfarbe und greifbaren Emotionen verleihen dem Song eine ganz neue Tiefe. Als Duettpartner steht ihr Gino Emnes zur Seite, der das Stück natürlich aus dem Effeff kennt. Emnes darf dann mit „Waiving through a window“ aus dem Broadway und West End Hitmusical „Dear Evan Hansen“ seinerseits zeigen, was er technisch und stimmlich draufhat.</p>
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<p>Auch die nächste Gruppe – Mathias Edenborn und Kristina Love mit Gino Emnes – liefert ungewöhnliche Versionen bekannter Songs: Edenborns „Music of the Night“ wirkt durch die alleinige Begleitung mit einer Akustikgitarre ganz pur und verletzlich, während Love mit Emnes das perfekte Duo formt, wenn sie „A whole New World“ aus „Aladdin“ singen. Die beiden warmen Soulstimmen harmonieren wundervoll.</p>
<p>Sabrina Weckerlin und Mathias Edenborn lassen in der Folge noch einmal ihre gemeinsame Zeit bei „Wicked“ aufleben und zeigen mit „Solang ich Dich hab“, dass sie nicht zufällig als Elphaba und Fiyero besetzt wurden, auch wenn Edenborn ganz klar macht, dass er – trotz seines jugendlich-frischen Klangs – sicherlich kein College Prince mehr ist und somit für die neue Fassung von „Wicked“ in Hamburg nicht zur Verfügung steht.</p>
<p>Anton Zetterholm kann zwar aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen nicht mit seinen Kollegen auf der Bühne stehen, wird aber mit einigen Grußbotschaften in das Konzert integriert, u. a. ein sehr gefühlvolles „Dir gehört mein Herz“ mit seiner sichtlich schwangeren Frau Harriet Jones.</p>
<p>Lustige Einsätze steuern Pasquale Aleardi und John Voijs mit Einlagen aus „Ich war noch niemals in New York“ bei: Aleardi singt „Griechischer Wein“ auf griechisch, während Voijs ihn an der Gitarre begleitet und simultan übersetzt. Das Voijs mehr bieten kann als den Gassenhauer „Ehrenwertes Haus“ wird mehr als deutlich, aber die Stimmung passt perfekt.</p>
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<p>Die Runde wird komplettiert von Maricel, die neben ihrem Showstopper „Rodeo Drive“ aus „Pretty Woman“ noch eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Version der „Totalen Finsternis“ zum Besten gibt: Maricel ist eindeutig zu rockig und Edenborn im Verhältnis zu brav. So verpufft die Intensität dieses Songs.</p>
<p>Ein Highlight dieses Konzerts ist sicherlich einmal mehr Sabrina Weckerlin, die Lady Gagas „Always remember us this way“ ( „A star is born“) sehr zu ihrer eigenen Überraschung auf Wunsch von Maricel singt. Gute Emotionen, berührende Mimik und eine beeindruckende stimmliche Wandlungsfähigskeit machen diesen Moment sehr besonders.</p>
<p>Gemeinsam performen die Darsteller dann noch eine mehrsprachige Version von „Du hast einen Freund“, die nur noch Kristina Loves „Nutbush City Limits“ und dem finalen „Simply the Best“ aus „Tina Turner – Das Musical“ getoppt wird.</p>
<p>Dieses singende Get-Together ist eine schöne Idee – insbesondere, wenn es wirklich nur den Auftakt zu einer Reihe von Konzerten bieten sollte. Der Preis von fast 15 Euro (für 30 Tage unbegrenztes Streamen) ist für die Qualität, die die Stage Entertainment hiermit abliefert, absolut gerechtfertigt. Die Darsteller hatten sichtlich Spaß während der Aufzeichnung und die Band sorgt für die richtige Energie.</p>
<p>Ja, auch dieser Stream ersetzt kein Live-Konzert, kommt aber ziemlich nah dran. Es bleibt zu hoffen, dass sich Theater und Politik im Laufe der Wintermonate tragfähige Konzepte überlegen, um die Häuser endlich wieder mit Leben zu füllen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus Hamburg via Stream</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs, Sabrina Weckerlin </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Dr. Britta Heiligenthal<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen</span></p>
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		<title>Musik hat keine Farbe</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/musik-hat-keine-farbe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Mar 2019 16:32:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Denise Lucia Aquino]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Love]]></category>
		<category><![CDATA[Mandela Wee Wee]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolas Heiber]]></category>
		<category><![CDATA[Ola Ince]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Phyllida Lloyd]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Mehlich]]></category>
		<category><![CDATA[Tina - Das Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Tina Turner]]></category>
		<category><![CDATA[Zelma Bullock]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Hype um die Deutschlandpremiere von „Tina – Das Tina Turner Musical“ ist groß. Endlich wieder ein Hitmusical für Deutschland! Schon für die Präsentation der Hauptdarstellerin Kristina Love hatte die Stage Entertainment im vergangenen Herbst Tina Turner aus der Schweiz eingeflogen. Aber hält das Musical, was die Stage Entertainment verspricht? Die schon vor der Premiere ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hype um die Deutschlandpremiere von „Tina – Das Tina Turner Musical“ ist groß. Endlich wieder ein Hitmusical für Deutschland! Schon für die Präsentation der Hauptdarstellerin Kristina Love hatte die Stage Entertainment im vergangenen Herbst Tina Turner aus der Schweiz eingeflogen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2523 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Nutbush-Foto-Manuel-Harlan-400x246.jpg" alt="" width="400" height="246" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Nutbush-Foto-Manuel-Harlan-400x246.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Nutbush-Foto-Manuel-Harlan.jpg 681w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Aber hält das Musical, was die Stage Entertainment verspricht? Die schon vor der Premiere am 3. März 2019 mehr als 150.000 verkauften Tickets zeigen: Die Vorfreude ist riesig! Auch im Saal des Operettenhauses ist die Stimmung von Anfang an gut – kein Wunder, beginnt die Show doch mit den Klängen von „The Best“. Sofort spürt man die Energie, welche die Drums auslösen und merkt, das Publikum möchte tanzen, singen und feiern…</p>
<p>Doch Pustekuchen! Tina kommt auf die Bühne, setzt sich in den Schneidersitz und meditiert erst einmal.</p>
<p>Während dieser Meditation erscheinen Tinas Großmutter und ihr eigenes Kind-Ich auf der Bühne. Hieraus entwickelt sich ein mitreißender Gospel-Gottesdienst in Nutbush, Tennesee. Hier beginnt die Geschichte von Anna Mae Bullock, wie Tina Turner mit bürgerlichem Namen heißt. Und diese Geschichte ist alles andere als lustig und erfolgsverwöhnt.</p>
<p>Anna Mae wächst mit einem gewalttätigen Vater auf, wird von ihrer Mutter verstoßen und zum Sündenbock für alles gemacht, was schiefläuft. Schlussendlich lebt sie bei ihrer Großmutter, von der sie die richtigen Werte mit auf den Lebensweg bekommt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2519 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Club-Manhattan-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Club-Manhattan-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Club-Manhattan-Foto-Manuel-Harlan.jpg 585w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Ihre Schwester Alline holt sie nach St. Louis und die beiden Schwestern verbringen die Abende in mehr oder weniger verrufenen Clubs. Es dauert nicht lang, bis Bandleader Ike Turner auf Anna Maes besondere Stimme aufmerksam wird. Kurzerhand lädt er sie ein, mit auf Tour zu kommen, was Anna Mae nur zu gern annimmt. Doch die Schattenseiten – Drogen, Ikes Gewalttätigkeit, Geldprobleme – zeigen sich schnell. Als Anna Mae von einem Bandkollegen schwanger ist, setzt Ike sie unter Druck, so dass sie bei ihm bleibt.</p>
<p>Es folgen viele Jahre als musikalisches und bald auch privates Paar. In dieser Zeit schlägt Ike auch den Künstlernamen Tina Turner vor. Die „Ike &amp; Tina Turner Revue“ wird ein großer Erfolg. Die Plattenfirmen haben jedoch mehr Interesse an Tina, was Ike in seinem Stolz kränkt und zu weiteren Gewaltausbrüchen führt, die Tina – inzwischen zweifache Mutter – irgendwann nicht mehr ertragen kann. Mithilfe ihrer Managerin versucht sie, es in Las Vegas allein als Künstlerin zu schaffen. Doch die Plattenfirmen lassen die bald 40-Jährige abblitzen und Ike überzieht sie mit einer Klagewelle.</p>
<p>Ein mutiger und gleichzeitig verzweifelter Schritt bringt Tina nach London, wo sie mit ihrem neuen Manager Roger Davies versucht, den europäischen Markt zu erobern. Doch auch dies misslingt. Erst als sie in die USA zurückkehrt und auf einem Konzert in New York „What’s love got to do“ präsentiert, bricht der Fluch. Sie rechnet mit Ike ab und sagt ihrer Mutter klar die Meinung.</p>
<p>Die Show endet mit der Auftaktszene: Tina sitzt meditierend hinter der Bühne des Maracana-Stadions in Rio de Janeiro, wo 180.000 Zuschauer auf ihren Auftritt warten. Nun bekommt das Publikum endlich das, worauf es die ganze Zeit schon wartet: 15 Minuten lang brennen Kristina Love, das gesamte Ensemble und das sehr gute Orchester unter der Leitung von Tobias Vogt ein Hitfeuerwerk ab!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2522 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-Finale-Foto-Manuel-Harlan.jpg 1326w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Diese Show steht und fällt mit der Hauptdarstellerin. Mit Kristina Love wurde eine exzellente Darstellerin gefunden, welcher der Spagat zwischen den eher weichgespülten Musicalsongs und den weltbekannten Rocksongs über weite Strecken sehr gut gelingt. Einzig bei „Ich werd weiter tanzen“ („Private Dancer“ im Original) spürt man, dass hier etwas nicht stimmt. Loves Stimmlage will so gar nicht zu diesem Song passen, was sehr schade ist. Schauspielerisch zeichnet sie das bewegte Leben von Anna Mae Brown emotional glaubwürdig nach.</p>
<p>Als Ike Turner wurde Mandela Wee Wee besetzt. Seine Stärken liegen sicherlich mehr im Schauspiel als im Gesang. Mit seinen Ensemblekollegen kann er jedenfalls leider nicht mithalten. Denise Lucia Aquino ist Anna Maes Schwester Alline. Ihre Lebensfreude ist ansteckend und sie macht auch als Tänzerin und Sängerin eine gute Figur.</p>
<p>Zelma Bullock zieht als Adisat Semenitsch alle Register: Sie ist mürrisch, stark, bevormundend und unerbittlich. Nebenbei sorgt sie aber auch für den ein oder anderen Lacher&#8230; Roger Davis und Erwin Bach, Manager und „Marketing-Fuzzi“, die Tina in London wieder in die Erfolgsspur helfen wollen, werden von Nikolas Heiber und Simon Mehlich rollendeckend gespielt. Dass allerdings Mehlich als „Kölscher Jung‘“ nur 1-2 Sätze Kölsch zum Besten gibt und ansonsten hochdeutsch redet, ist sehr bedauerlich. Hier hätte man sich mehr Konsequenz gewünscht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2521 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-in-Whats-Love-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-in-Whats-Love-Foto-Manuel-Harlan-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/03/JPG_72_dpi_RGB-TINA-Das-Tina-Turner-Musical-Kristina-Love-in-Whats-Love-Foto-Manuel-Harlan.jpg 585w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Etwas schwierig ist bei deutschsprachigen Musicals gemeinhin die Übersetzung von englischen, international bekannten Songs. Für „Tina – Das Tina Turner Musical“ haben sich Kevin Schröder und Sera Finale dieser Herausforderung gestellt und fast alle Songs zumindest großteils ins Deutsche übertragen. Dies gelingt zumeist sehr gut, dennoch hat das Publikum die englischen Originaltexte im Ohr. Und wenn man dann anstatt „I can’t stand the rain“ „Regen fällt wie Blei (an mein Fenster)“ hört, ist das schon etwas befremdlich. Die Mischung zwischen deutschen und englischen Texten fällt besonders im Finale auf: Zunächst singt Tina noch auf deutsch und „The Best“ kommt daher wie eine 08/15-Musicalballade, wenn sie dann aber die Treppe hinaufläuft, sich umdreht und „You’re simply the best“ schmettert, gibt es kein Halten mehr!</p>
<p>„Tina – Das Tina Turner Musical“ zeigt die bewegte und bewegende Lebensgeschichte der weltberühmten Sängerin. Dabei steht jedoch der Mensch Anna Mae Brown im Mittelpunkt und nicht die Musikerin Tina Turner. Mehr als zwei Drittel des Abends sehen die Zuschauer ein ungeschöntes Dramamusical, in dem Tina Turners Musik nur eine Nebenrolle spielt. Dafür werden sie die letzten 15 Minuten für ihr Durchhaltevermögen belohnt: Das Publikum steht schon nach wenigen Taktschlägen von „The Best“ und feiert!</p>
<p>Auch wenn sich viele wünschen, dass dieses Minikonzert nicht endet, gehen sie dennoch mit einem guten Gefühl und Tina Turners Welthits summend aus dem Theater. Und genau so soll es doch sein, oder?</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint<br />
</span><em><span style="color: #000080;">erschienen in</span> <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3. März 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Kristina Love, Mandela Wee Wee, Denise Lucia Aquino, Zelma Bullock, Nikolas Heiber, Simon Mehlich</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Phyllida Lloyd &amp; Ola Ince / Tina Turner</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment / Manuel Harlan</span></div>
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		<title>Eine gelungene Bühnenadaption des Jerry Zucker Films von 1990</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-gelungene-buehnenadaption-des-jerry-zucker-films-von-1990/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Oct 2018 16:01:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Ghost]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[John Vooijs]]></category>
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		<category><![CDATA[Marius Bingel]]></category>
		<category><![CDATA[mathhias davids]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Riccardo Greco]]></category>
		<category><![CDATA[Roberta Valentini]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man muss sicherlich nicht jeden Film auf die Musicalbühne bringen. „Ghost“ gehört ganz klar zu den Stoffen, die sich nicht unbedingt sofort für eine Musicalfassung aufdrängen. Doch mit Dave Stewart und Glen Ballard hat man ein sehr rocklastiges Komponistenduo mit lyrischem Einschlag engagiert, das sich der romantischen Dramakomödie rund um Molly und Sam annahm. Entsprechend ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss sicherlich nicht jeden Film auf die Musicalbühne bringen. „Ghost“ gehört ganz klar zu den Stoffen, die sich nicht unbedingt sofort für eine Musicalfassung aufdrängen. Doch mit Dave Stewart und Glen Ballard hat man ein sehr rocklastiges Komponistenduo mit lyrischem Einschlag engagiert, das sich der romantischen Dramakomödie rund um Molly und Sam annahm. Entsprechend sind einige Songs auch sehr schwungvoll und energiegeladen (insbesondere „Mehr“ gesungen von Carl und „Nur weg von hier“ von Oda Mae Brown). Der Rest jedoch plätschert mit geringem Erinnerungswert dahin. „Jetzt und hier“ ist ein hübsches Liebeslied, aber auch nicht mehr.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2438 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/Ghost_das_musical_Hamburg_5.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bruce Joel Rubin hat neben dem Drehbuch für den Film auch das Buch für das Musical geliefert. Die einheitliche, harmonische Handschrift spürt man, denn als Theaterstück funktioniert „Ghost“ sehr gut. Als Musical jedoch zündet es jedoch nicht wirklich.</p>
<p>Das liegt aber weder an Matthias Davids Regie noch an Lee Prouds Choreografie. Beides ist gut und es gibt starke Momente.</p>
<p>Auch die Hauptdarsteller (Riccardo Greco als Sam, Roberta Valentini als Molly, John Vooijs als Carl und Marion Campbell als Oda Mae Brown) sind sehr gut gecastet. Greco, Valentini und Campbell haben ihre Rollen – teilweise in der Zweitbesetzung – bereits ins Linz und /oder Berlin gespielt.</p>
<p>Greco und Valentini geben als Sam und Molly ein sehr sympathisches Paar ab, das auch die fünfte Reprise der seltsam verfremdeten „Unchained Melody“ in jeweils wechselnder Gefühlswelt intoniert. Letztere kann wohl auch der Dirigent schon bei der Premiere nicht mehr hören, denn er albert während einer Reprise am Dirigentenpult ziemlich ausdrucksstark herum.</p>
<p>Mollys Trauer und Verzweiflung bringt Valentini vor allem schauspielerisch sehr glaubhaft über die Rampe („Du“). Die Zerrissenheit zwischen selbstbewusster Künstlerin und zwangsläufig nach vorn blickender, Carls vorgetäuschter Zuneigung nahezu verfallender, zerbrechlicher Frau, nimmt man ihr jederzeit ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2441 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71-400x254.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71-768x487.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie6_Ghost_Stage_Entertainment_2dffd72f71.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dass Sam unglaublich ehrgeizig und nervtötend sein kann, erlebt Oda Mae Brown. Greco überzeugt als zielstrebiger Geist, der unbedingt erlernen will, wie er Gegenstände bewegt und zeigt seine komische Seite, wenn er der Spiritistin mit „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ oder zahlreichen sarkastischen Seitenhieben (gute Übersetzungen der Dialoge on Ruth Deny) den letzten Nerv raubt.</p>
<p>Marion Campbell hat – ähnlich wie Whoopi Goldberg im Film – eine sehr dankbare Rolle. Allein schon aufgrund der Schrulligkeit des sehr erfinderischen Mediums zieht sie die Sympathie des Publikums auf sich. Hinzu kommt ihre gnadenlose Ehrlichkeit, die immer wieder für Lacher sorgt. Zudem verfügt Campbell über eine wundervolle warme Soulstimme, die sie sehr gekonnt einzusetzen weiß.</p>
<p>Carls Bösartigkeit wird schon sehr früh im Stück (bei „Mehr“) unbestreitbar klar. Choreographie, Szenenregie, Bühnenbild und Musik bilden in dieser Sequenz eine hervorragende Symbiose. Davon hätte man in der Folge nur zu gern sehr viel mehr gesehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2436 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7-400x254.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7-768x487.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/02/csm_Galerie5_Ghost_Stage_Entertainment_92bc7d14c7.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Einzig beim Auftritt des U-Bahn Geists Marius Bingel („Fokus“) und bei Oda Mae Browns „Nur weg von hier“ kommt dieses Zusammenspiel erneut zur Geltung. Das ist insgesamt jedoch leider zu wenig.</p>
<p>Das Bühnenbild von Hans Kudlich ist modern, zweckmäßig und somit Tournee-geeignet, was bei der Stage Entertainment in den letzten Jahren zu einem sehr beliebten Bespielungsmodell geworden ist. Trotz der vermeintlichen Tristesse der grauen Säulen und Betontreppen gelingt es mit guten Projektionen und einem durchdachten Lichtdesign die verschiedenen Spielebenen und Szenerien glaubhaft nachzuzeichnen.</p>
<p>Nichtsdestoweniger verlässt man das Operettenhaus in Hamburg nach der Show und fragt sich, ob diese Produktion ein Highlight der Musicalwelt ist. Dies muss mit nein beantwortet werden, da die Show insgesamt eher blass bleibt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em><span style="color: #000080;"> </span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 27. Oktober</span><span class="Bold" style="color: #000080;"> 2018</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Riccardo Greco, Roberta Valentini, Marion Campbell, Marius Bingel, John Vooijs</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Matthias Davids / Dave Stewart &amp; Glen Ballard </span><br />
<span style="color: #000080;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen </span></span><span style="color: #000080;"><br />
</span></div>
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		<title>Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 05 Dec 2017 20:18:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Ebeling]]></category>
		<category><![CDATA[Cindy Lauper]]></category>
		<category><![CDATA[DB Bonds]]></category>
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		<category><![CDATA[Jeannine Wacker]]></category>
		<category><![CDATA[Kinky Boots]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann Madaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“! Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2245 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen englischen Northampton, die nur dadurch vor der Schließung bewahrt wird, dass sich der Erbe traut, einen scheinbar unpopulären Weg einzuschlagen und die gesamte Produktion auf ein Nischenprodukt auszurichten.</p>
<p>Das Publikum wird ohne Begrüßung direkt in die Handlung katapultiert: Flankiert von einem in roten Pumps tanzenden Jungen, lernt der kleine Charlie Price das Schuster-Handwerk von der Pieke auf, entscheidet sich dann aber – unterstützt von seiner Verlobten Nicola – dagegen, in die Schuhfabrik der Familie einzusteigen und will sein Glück im Marketing einer Londoner Firma versuchen. Schone kurze Zeit nachdem das Paar in London Fuß gefasst hat, stirbt Charlies Vater und der Sohn kehrt zurück ins rückständige, alten Werten verhaftete Northampton.</p>
<p>Hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne, Verpflichtung und Liebe versucht Charlie sein Bestes, muss aber feststellen, dass die Fabrik schon lange nicht mehr profitabel ist. Schweren Herzens versucht er die langgedienten Mitarbeiter zu kündigen, was bei der quirligen Lauren einen Redeschwall auslöst, in dem sie Charlie nahelegt, „out of the box“ zu denken</p>
<p>Er erinnert sich an einem Abend in London, an dem er &#8211; seinen Frust in Alkohol ertränkend &#8211; auf die Drag Queen Lola traf. Eigentlich wollte er sie vor zudringlichen Halbstarken schützen, doch am Schluss bekommt er von Lola versehentlich einen Schlag versetzt und sie päppelt ihn wieder auf. Genauer gesagt fallen im die instabilen Absätze von Lolas extravaganten Stiefeln auf, die die Last eines erwachsenen Mannes schlichtweg nicht tragen können.</p>
<p>Er gewinnt Lola als Designerin und überzeugt die Belegschaft ihn in den kommenden Wochen dahingehend zu unterstützen, dass er seine neue Idee auf der Mailänder Schuhmesse vorstellen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2246 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg" alt="" width="400" height="261" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Weg nach Mailand ist jedoch sehr holprig. Nicola zwingt Charlie, sich zwischen ihr und der Schuhfabrik zu entscheiden, und betrügt ihn zu allem Überfluss noch mit ihrem gemeinsamen Londoner Boss. Lola kehrt zurück zu ihren Wurzeln – aufs Land, wo Vorurteile über Cross-Dresser, Homosexuelle und jede Form der „Andersartigkeit“ die Regel sind. Natürlich sind auch die Fabrikarbeiter nicht frei von dieser Denke. Die Männer machen keinen Hehl daraus, dass ihnen der Mann in Frauenkleidern mehr als suspekt ist und sie ihn lieber heute als morgen wieder loswerden würden. Die Frauen hingegen freunden sich schnell mit Lola an.</p>
<p>Doch Charlie überspannt den Bogen: Er erwartet viel zu viel von seinen schwer schuftenden Mitarbeitern, beleidigt Lola, die sich daraufhin tief verletzt von ihm abwendet, und steht plötzlich vor den Scherben (nicht nur) seiner Existenz.</p>
<p>Die Geschichte von Charlie und Lola beruht auf einer wahren Begebenheit, insofern ist es nicht selbstverständlich, dass es ein Happy End gibt. Doch sowohl ihn der UK-Verfilmung von 2005 als auch in der von Harvey Fierstein (Buch) und Cindy Lauper (Musik) geschaffenen Musicalfassung wird der Ausblick auf die schillernde Zukunft von Charlie und Lola thematisiert, die, nachdem Charlie sich aufrichtig bei Lola entschuldigt hat, in Mailand mit ihren Stiefeln erfolgreich sind.</p>
<p>Am 3. Dezember 2017 feierte die deutsche Bühnenfassung (Songtexte: Kevin Schroeder, Dialoge: Ruth Deny) dieses nur auf den ersten Blick glitzernd-oberflächlichen Musicals im Operettenhaus in Hamburg seine Premiere. Da der Film in Deutschland nicht allzu bekannt ist, gehen die Zuschauer ohne große Erwartungen in diese Show und kommen begeistert wieder heraus. Genau so funktioniert erfolgreiches Musical, was die zahlreichen Tony Awards, Laurence Olivier Awards etc. der vergangenen Jahre unterstreichen.</p>
<p>Der Zauber dieses Stücks liegt in der stimmigen Handlung, den sympathischen Charakteren, der direkten Art, in der Vorurteile thematisiert und ausgeräumt werden, sowie in Cindy Laupers schmissigen Songs und nicht zuletzt an der guten Hamburger Besetzung, die von Regisseur und Choreograph Jerry Mitchell &#8211; und seinen lokalen Kollegen DB Bonds (Regie) und Rusty Mowery (Choreographie) &#8211; perfekt in Szene gesetzt wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2247 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg" alt="" width="242" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg 242w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 303w" sizes="auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px" />Da ist beispielsweise Franziska Schuster als Charlies Verlobte Nicola, die keinen Hehl daraus macht, was ihr Ziel ist: ein erfolgreiches Leben in London, fernab der kleingeistigen Dorfumgebung. Schuster legt viel Energie in die Interpretation der sehr selbstbewussten Nicola, die im Laufe des Abends immer unsympathischer wird, da sie so gar kein Verständnis für Charlies Pflichtgefühl hat und eiskalt ihr Ding durchzieht.</p>
<p>Zum Publikumsliebling entwickelt sich Jeannine Wacker, die Charlie als Lauren gehörig den Kopf wäscht, als er sie feuern will, und damit die Initialzündung zur Rettung der Fabrik gibt. Ihre teilweise gesungenen Monologe („Die Liste falscher Kerle“) sind nicht nur treffsicher intoniert, sondern auch mit viel Gespür für Komik und Timing vorgetragen, so dass man die quirlige Blondine schnell ins Herz schließt. Gerade bei Lauren und ihrer immer offensichtlicheren Verliebtheit in Charlie fallen auch die pfiffigen Texte von Schroeder und Deny sehr positiv ins Gewicht.</p>
<p>Ein ebenfalls sehr liebevoller Charakter ist George, der langgediente Assistent der Familie Price, gespielt vom Hamburger Theaterliebling Tilmann Madaus. Georges nicht gänzlich kritiklose Loyalität gegenüber Charlie ist beeindruckend und als er seiner Zuneigung zu Lola Ausdruck verleiht, jubeln ihm die Zuschauer begeistert zu.</p>
<p>Die vorurteilsbehaftete Dorfgemeinschaft wird von Benjamin Ebeling als (Möchtegern-)Macho Don verkörpert. Er gibt den distanzierten, grantelnden Fabrikarbeiter, der sich zunächst von Lola vorführen lässt, weil er sie nicht sofort als Mann in Frauenkleidern erkennt, um dann Stimmung gegen den Eindringling zu machen. Am Schluss ist es jedoch er, der alle Kollegen davon überzeugt, Charlie und Lola in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ebeling kann diese Wandlung sehr glaubwürdig nachzeichnen.</p>
<p>Bleiben noch die beiden Hauptfiguren: Lola und Charlie. Den gefallenen Sohn, der sein Glück in der Fremde (und in Frauenkleidern) gefunden hat, gibt Gino Emnes, dem Hamburger Publikum bestens bekannt aus seiner Zeit als Simba beim „König der Löwen“. Der schüchterne, wenig entscheidungsfreudige Charlie Price wird von Dominik Hees gespielt. Beide füllen ihre Rollen sehr gut aus, wobei Emnes natürlich die dankbarere Rolle hat: Sein Charakter ist tiefgründiger, er steht über lange Strecken in High Heels und schillernden Kostümen auf der Bühne und darf auch mal exzentrisch-tuntig über sie Stränge schlagen. Doch Hees agiert absolut auf Augenhöhe. Ihr Duett „Nie dieser Sohn“, in dem beide mit den so unterschiedlichen Erwartungen ihrer Väter an sie hadern, ist sehr schön.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2243 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg" alt="" width="400" height="291" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch „Kinky Boots“ lebt vor allem von den großvolumig inszenierten, häufig bunten Ensembleszenen (u. a. „So’n sexy hohes Teil“, „Komm steh auf / Sei Du“). Nicht nur Cindy Laupers Popsongs zünden hier richtig gut, auch das Schillernde, was einem auf jedem Show-Plakat entgegen strahlt, wird hier sichtbar: Sechs herausragende Drag-Queens, Lolas Angels, setzen mit ihrer Eleganz und tänzerischem Vermögen Maßstäbe. Dort wo einige Songs schlichtweg zu lang sind (1-2 Strophen weniger wäre bspw. bei „Hier fängt es an“ und „Nie dieser Sohn“ definitiv mehr gewesen), sorgen die Angels für Entertainment und Abwechslung.</p>
<p>Auch optisch überzeugt „Kinky Boots“ – so wie die Kostüme von Lola und den Angels schillern, blinken und leuchten, so „farblos“ und verwaschen, dadurch aber sehr treffend, kommen die Kostüme der Fabrikarbeiter daher (Kostümdesign Gregg Barnes). Auch die Fabrik selbst wird durch das exzellente Lichtdesign (Kenneth Posner, in Hamburg Jeremy Cunningham und Phil Kong) zum Leben erweckt. Man spürt, hier hat sich jemand wirklich Gedanken zu einem stimmigen Gesamtkonzept gemacht. Dazu gehört auch der exzellent gestagte Boxkampf von Lola und Don, der in Slow Motion keinen Fehler verzeiht.</p>
<p>Die Botschaft von „Kinky Boots“ ist glasklar: „Verstell Dich nicht, lebe Dein Leben und bleib wie Du bist!“ Genau dieses Bekenntnis zur gelebten Individualität jenseits aller Vorurteile wird vom Publikum gefeiert. Nur selten kommt es vor, dass die Zuschauer schon während der Final-Nummer tanzend, klatschend und johlend in den Reihen stehen. Doch „Kinky Boots“ trifft den Nerv der Zeit! Bleibt zu hoffen, dass diese Show nicht wie der Film nur von einer Minderheit besucht wird, sondern dass sich die breite Masse von dieser wunderbaren Botschaft anstecken lässt und in Scharen ins Operettenhaus strömt, dass passenderweise direkt auf der Reeperbahn, der Hauptstraße des Hamburger Rotlichtviertels, liegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3</span><span class="Bold" style="color: #000080;">. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Gino Emnes</span>, Dominik Hees, Franziska Schuster, Jeannine Wacker, Tilmann Madaus, Benjamin Ebeling, Frank Logemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> DB Bonds / Cindy Lauper</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson</span></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/">Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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