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	<title>Matthias Davids-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Matthias Davids-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Dramatisch, menschlich und so aktuell wie nie</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Jun 2019 07:55:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei sich aufnimmt und ihrem Sohn und Bruder so vorlebt, das alle Menschen gleich sind. Dann gibt es Coalhouse Walker Jr., einen Jazzpianisten aus Harlem, Vater des Babys, das in Mutters Obhut aufwächst, der wegen seiner Impulsivität und seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns immer wieder in Rassenkonflikte gerät. Schließlich repräsentiert der Erfinder Tate mit seiner Tochter jüdische Einwanderer aus Lettland. Ihm gelingt es mit Witz und Geschick, Karriere zu machen und dabei die weiße Oberschicht um den Finger zu wickeln.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2559 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21.jpg 720w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Im Linzer Landestheater wird eine deutsche Fassung gezeigt, die vom Bruckner Orchester Linz unter der musikalischen Leitung von Tom Bitterlich voluminös intoniert wird. 27 Darsteller, darunter namhafte Gäste wie Gino Emnes (Coalhouse), Myrthes Monteiro (Sarah), Riccardo Greco (Tate) und Carsten Lepper (Vater), und der große Chor des Landestheaters werden den schwungvollen, abwechslungsreichen Kompositionen mehr als gerecht.</p>
<p>Schon bei der Ouvertüre zeigt sich, dass auch bei Inszenierung (Matthias Davids) und Bühne (Hans Kudlich) alles genau durchdachte wurde: Der Sichtschutzvorhang wird an einer Stelle „durchsichtig“ und man sieht den Sohn von Mutter und Vater agieren. Die drei Gemeinschaften werden vorgestellt – jede in ihrer eigenen Farb- und Melodiewelt. Zeitgenossen wie der Magier Houdini (in der besuchten Vorstellung anlässlich der Linzer Pride Parade mit Regenbogensocken von der Decke schwebend), Vaudeville-Sternchen Evelyn Nesbit und Bürgerrechtler Booker T. Washington geben der Handlung einen zusätzlichen stimmigen Rahmen.</p>
<p>Die Rassenkonflikte jener Zeit, die Vorurteile gegenüber Andersartigen, der Schutz der eigenen Familie vor Einflüssen von außen – all dies kommt einem gut 100 Jahre später nur allzu vertraut vor. Auch hierzulande werden Mitbürger anderer Hautfarbe oder Religion schief angesehen und Vorurteile sind allgegenwärtig. „Ragtime“ führt einem das nur allzu deutlich vor.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2555 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39.jpg 720w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Innerhalb der Gemeinden läuft alles harmonisch ab, schwierig wird es immer dann, wenn es zu Überschneidungen und Schnittmengen kommt. So ist Vater unumstößlich vom Denken der weißen Amerikaner als bessere Klasse überzeugt, während Mutter hier deutlich liberalere Ansichten hat, gern selbst arbeiten und sich in der Gesellschaft nützlich möchte. Coalhouse verdient mit seiner Musik so gut, dass er sich das Statussymbol der Reichen, ein eigenes Auto, leisten kann, was auf der einen Seite seiner angebeteten Sarah sehr gefällt, jedoch umgehend zu Neidern bei den Weißen führt. Tate, selbst getrieben von Vorurteilen gegenüber „Kinder-stehlenden Weißen“, wird nicht müde, sich neue Jobs zu suchen, um sich und seine Tochter zu ernähren. Sein Daumenkino führt ihn auf den Pfad des Erfolgs: Er wird Filmregisseur! Keiner fragt mehr nach seiner Herkunft – auch Mutter, die er im Rahmen seiner neuen Aufgabe trifft, wirft frühere Vorbehalte über Bord und lässt sich vom ihm den Hof machen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2557 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23.jpg 720w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Drama nimmt seinen Lauf als Weiße aus Neid auf Coalhouses Wohlstand dessen Auto zertrümmern, woraufhin Coalhouse sein Recht auf juristische Wiedergutmachung einfordert. Dieses wird im als Afro-Amerikaner verwehrt. Als sich Sarah für ihren zukünftigen Ehemann einsetzen will, wird sich von überreagierenden Polizisten getötet. Es entspannen sich Rassenunruhen, an deren Ende Mutters Bruder Coalhouse in seinem Kampf unterstützt und sich plötzlich Vater gegenübersieht, der sich (nachdem er derjenige war, der Coalhouse der Polizei gemeldet hat)  – nicht ohne Hintergedanken – als Unterhändler anbietet, um die von Coalhouse und seinen Begleitern geplante Sprengung der Bibliothek zu verhindern.</p>
<p>Am Ende wird Coalhouse erschossen, sein Sohn wächst bei Mutter auf, Vater stirbt im Krieg und schließlich finden Tate und Mutter mitsamt ihren drei Kindern zueinander.</p>
<p>„Ragtime“ hält viel Zwischenmenschliches bereit. Die Zuschauer können viele Handlungen nachvollziehen oder sich mit einem der vielschichtigen Charaktere identifizieren. Matthias Davids setzt seine Darsteller gekonnt in Szene, ohne gängige Klischees überzustrapazieren. Kleinigkeiten wie bspw. die Änderung der Farbe von Coalhouses Hut von beige zu schwarz, wenn dieser beschließt, mit allen Mitteln für sein Recht zu kämpfen, zeigen das Fingerspitzengefühl, mit dem Davids hier zu Werke geht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2554 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg" alt="" width="400" height="221" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Daniela Dett zeigt als Mutter früh, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Sie widersetzt sich Vater zwar nicht um jeden Preis, kommt aber durch stetige, konsequente Handlungen an ihr Ziel. Sie spielt gefühlvoll und lässt diese Emotionen auch in ihren Gesang einfließen. Vater wird von Carsten Lepper sehr streng und unerbittlich gegeben. Vater ist wahrlich kein Sympathieträger. Schräge, zuweilen bissige Charaktere liegen Lepper und so scheint er sich auch als Bösewicht in „Ragtime“ nicht unwohl zu fühlen.</p>
<p>Die von Mutter aufgenommene Sarah wird von Myrthes Monteiro sanft und leidenschaftlich gespielt. Sie zeigt Lebensfreude im Zusammenspiel mit Coalhouse, verletzte Gefühle nach der Geburt des gemeinsamen Sohns und unerbittlichen Kampfgeist, wenn sie versucht, Coalhouse auf den richtigen Weg zurückzuführen. Monteiro weiß ihr gesangliches Vermögen gekonnt einzusetzen und überzeugt vor allem in den Balladen. Zu Tränen rührt allerdings Chasity Crisp, die als Sarahs Freundin auf deren Beerdigung singt und damit die Mitglieder der drei Gemeinden auf der Bühne vereint.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2558 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Gino Emnes übernimmt in der Linzer Produktion die präsenteste Rolle: Er ist der charmante Ragtime-Pianist in der Bar in Harlem, der um Sarah und sein Kind kämpfende Beinahe-Ehemann, der verbitterte und frustrierte Kämpfer für die Rechte der Afro-Amerikaner. Seine Energie ist ansteckend, sein Gesang raumgreifend. Emnes ist vielseitig („König der Löwen“, „Rocky“, „Tina“) und als Coalhouse kann er sein ganzes Potential ausspielen.</p>
<p>Ebenso glaubwürdig ist Riccardo Greco als Tate. Er lässt einen hebräischen Akzent mit einspielen, nutzt Stereotype ohne diese auszureizen und lässt die Zuschauer die Liebe zur Tochter greifbar spüren. Dass auch er gesanglich mit seinen Kollegen in einer Liga spielt, beweist er nachdrücklich.</p>
<p>Dieses Musical ist unsagbar berührend und inhaltlich (leider) so aktuell wie nie zuvor. Es wird viel zu selten gespielt, umso schöner ist es, eine so aufwendige und durchdachte Produktion zu erleben. Das Landestheater Linz spielt hier sein ganzes Können aus. Die Bühnentechnik mit verschiedensten Hubelemente, Treppen und Großkulissen macht jeder Ensuiteproduktion Konkurrenz. Licht und Ton sind einwandfrei. Ein großes Orchester im Graben vor der Bühne zeigt, wie Musicals sein sollen. Fünf noch so exzellente Musiker können auch mit dem besten Halbplayback nicht das Gefühl erzeugen, welches live gespielte Drums, Streich- und Blasinstrumente vermögen. Chapeau, liebes Landestheater Linz!</p>
<p>Nicht zuletzt machen auch die zahlreichen musikalischen Gäste diese Inszenierung sehenswert.</p>
<p>Man darf gespannt sein, wie das Landestheater seine beiden großen Musicalproduktionen „Sister Act“ und „A funny thing happened on the way to the Forum“ in der kommenden Spielzeit umsetzt. Qualitativ hat man hier ein Füllhorn, das man sich auch für so manches Stadt- oder Staatstheater in Deutschland wünschen würde.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://www.youtube.com/watch?list=RDUs-YUdNAD78&amp;v=Us-YUdNAD78"><strong>Promo-Video des Landestheaters Linz zu &#8222;Ragtime&#8220;</strong></a></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Landestheater Linz</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 29. Juni 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Gino Emnes, Daniela Dett, Riccardo Greco, Myrthes Monteiro, Carsten Lepper, Gernot Romic, O. J. Lynch, Ariana Schirasi-Fard, Hanna Kastner, Christof Messner, Christian Fröhlich, Chasity Crisp</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Matthias Davids / Stephen Flaherty</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Reinhard Winkler<br />
</span></div>
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		<title>Erneut ein gescheiterter Versuch</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/erneut-ein-gescheiterter-versuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jul 2007 10:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Montanaro]]></category>
		<category><![CDATA[Carina Sandhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Marilyn – Das Musical]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Davids]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielhaus]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Nur selten habe ich mit meinem Berufsethos als Journalistin so schwer zu kämpfen wie im Fall der „Europapremiere der überarbeiteten Fassung der letztjährigen Weltpremiere von „Marilyn – Das Musical“. Nachdem die Kritiken im vergangenen Sommer in München vernichtend waren, entschloss man sich, das Stück komplett zu überarbeiten. Dementsprechend gespannt und froher Erwartung ging ich mit hunderten Gästen am 12. Juli zur Premiere in das Hamburger Schauspielhaus.</p>
<p class="Body">Das was sich uns jedoch dort bot, war schlichtweg ein Graus. Nichts, aber auch gar nichts an dieser Show funktionierte: Das Buch hatte Lücken, holperte und wirkte lieblos zusammengeschustert. Die Choreographien waren einfallslos und von den Darstellern alles andere als synchron vorgetragen. Die Band vergriff sich mehr als einmal im Ton. Das Bühnenbild war funktional, fügte sich aber nur in der Club-Szene als stimmiges Ganzes zusammen. Wenn wenigstens die Hauptdarsteller für die große Enttäuschung auf Produktionsseite entschädigt hätten.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_637">
<div class="style_2">
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1758 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Marilyn2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Aber nein, Anna Montanaro, die die Rolle der Marilyn bereits in München verkörpert hatte, wirkte lustlos, konnte das Divenhafte und Betörende der Monroe nicht einmal ansatzweise transportieren, schien stimmlich nicht ganz auf der Höhe und ließ sich von Carina Sandhaus alias Jean Harlow einfach an die Wand spielen. Sandhaus und Siggy Davis als Ella Fitzgerald waren die einzigen, die aus der breiten Masse der Darsteller positiv herausragten. Beide agierten bühnen- und raumfüllend, genauso wie rollendeckend.</p>
<p class="Body">Die Herren spielten in Marilyn Monroes Leben immer eine wesentliche Rolle – in diesem Musical gerieten sie zu Nebendarstellern. Kaum dass man einen optischen Unterschied zwischen ihnen bemerkte, die Figuren selbst unterschieden sich auch kaum.</p>
<p class="Body">Wenige inszenatorische Kunstgriffe aus der Regie von Matthias Davids bleiben als originell haften: So beispielsweise das startende Flugzeug am Ende des ersten Akts, wenn Marilyn ihren Mann zugunsten der GIs und ihrer eigenen Prominenz davonziehen lässt. Auch die Bar, die sich aus zwei zusammen geschobenen Podesten bilden lässt, au denen jeweils Bandmitglieder sitzen, ist sehr effektvoll und funktioniert einwandfrei. Marilyn Sehnsucht nach Anerkennung durch einen Tanz mit drei Kameras darzustellen, wundervoll. Ihre Affäre mit Kennedy jedoch als Ballett-Sequenz darzustellen, erscheint wiederum sehr unpassend.</p>
<p class="Body">Die Choreographien von Melissa King scheinen nicht ausgereift, auch wenn dort nur einfache Basiselemente verarbeitet wurden. Von Originalität und Neuartigkeit ist dort ebenso wenig zu sehen wie bei den Kostümen von Zwinki Jeannée und den unfassbar schlecht sitzenden Perücken. Besonders bei Anna Montanaro fällt letzteres stark ins Gewicht. Sie sieht nur selten aus wie die Sexbombe der 50er, sondern wie eine billige Kopie. Das hat Marilyn Monroe nun wahrlich nicht verdient.</p>
<p class="Body">In die Reihe der Enttäuschungen fügt sich die Musik nahtlos ein. Bei einem Musical über eine Stilikone darf man wohl erwarten, dass man auch musikalisch etwas geboten bekommt. Stattdessen gab es nicht einmal 20 zumeist bekannte Titel zu hören („Diamonds are a girls best friend“, „Heat Wave“, „My Heart Belongs to Daddy“), die zum einen die Handlung nicht wirklich weiter gebracht haben und zum anderen zu wenig begeisterungsfähig von der Band gespielt wurden, dass man auch direkt ein Band hätte abspielen können.</p>
<p class="Body">Die geplante Tournee des Stücks (nach Hamburg sollte es nach Berlin und danach durch ganz Europa weitergehen) wurde nach der wenig erfreulichen Sommerbespielung im Schauspielhaus bis auf weiteres abgesagt.</p>
<p class="Body">Ich bin tatsächlich bis zum Ende des 2 Akts geblieben und habe in der Pause dem Drang, das Theater schnellstmöglich zu verlassen, nicht wie so viele andere nachgegeben. Aber wie eingangs erwähnt – so schwer ist mir die Auseinandersetzung mit meinem Berufsethos als Kritiker noch nie gefallen.</p>
<p class="Body">Nachdem nun auch der zweite Versuch, der Monroe ein musicalisches Denkmal zu setzen, so eindeutig fehlgeschlagen ist, sollte man es vielleicht dabei bewenden lassen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schauspielhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>12. Juli 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Anna Montanaro, Carina Sandhaus</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Matthias Davids<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Schauspielhaus Hamburg<br />
</span></p>
</div>
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