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	<title>Jon Robyns-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Jon Robyns-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Hamilton</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Oct 2019 20:18:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit vier Jahren in New York und seit Dezember 2017 auch im West End „the hottest tickets“, mit zahllosen Preisen überschüttet, Kritiker ergehen sich in Superlativen – kann man sich als „Musicalmacher“ mehr wünschen? Lin-Manuel Miranda, der schon 2007 mit „In the Heights“ ein erfolgreiches Hiphop-Musical an den Broadway brachte, gelang mit „Hamilton“ der große ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit vier Jahren in New York und seit Dezember 2017 auch im West End „the hottest tickets“, mit zahllosen Preisen überschüttet, Kritiker ergehen sich in Superlativen – kann man sich als „Musicalmacher“ mehr wünschen?</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2668 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-06-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-06-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-06.jpg 728w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Lin-Manuel Miranda, der schon 2007 mit „In the Heights“ ein erfolgreiches Hiphop-Musical an den Broadway brachte, gelang mit „Hamilton“ der große Coup: Die Lebensgeschichte von Alexander Hamilton (1757-1804), einem weniger bekannten und doch durch das von ihm gegründete Finanzsystem historisch gesehen elementaren Gründungsvater der Vereinigten Staaten von Amerika, fasziniert. Dem Waisenkind gelingt es, sich gegen alle Widerstände in die erste Reihe der Politik hochzuarbeiten. An der Seite von George Washington erhält er Anerkennung, spürt aber auch schnell, dass die Luft dort oben dünn ist und es viele Neider gibt.</p>
<p>Leider zeigt er zwischenmenschlich kein besonders gutes Gespür, lässt sich mit den falschen Leuten ein, heiratet die Schwester der Frau, die er eigentlich liebt, vergisst vor lauter Verbissenheit und Ehrgeiz seine Familie, lässt sich im vollen Wissen um die Konsequenzen vom Ehemann seiner Affäre erpressen und wird am Ende von einem jahrzehntelangen Wegbegleiter im Duell ermordet, der den Erfolg Hamiltons nie akzeptieren konnte und wollte.</p>
<p>Hamilton schrieb sich im Laufe seines Lebens um Kopf und Kragen, was ihn im Rückblick mitunter als einen sehr nervtötenden Zeitgenossen erscheinen lässt. Zudem war er so sehr von sich und seinem Wissen überzeugt, dass er keine Kritik duldete: In Zeiten, wo sich Amerika gerade von Großbritannien losgesagt hatte, setzte er sich für eine starke nationale Regierung ein. Er kämpfte gegen die Briten und lehnte gleichzeitig öffentliche Unruhen ab, da in seinen Augen nur geordneter Widerstand zielführend war. Sein Starrsinn brachte ihm den Titel als erster Finanzminister Amerikas ein. Er gründete die Föderalistische Partei, zudem war er Mitbegründer der New York Manumission Society, die für die Abschaffung der Sklaverei und für die Rechte der afrikanischstämmigen Bevölkerung eintrat (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Hamilton">Wikipedia</a>) .Einige der von ihm in die Verfassung der Vereinigten Staaten eingebrachten Themen haben auch heute noch ihre Berechtigung und Gültigkeit.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2671 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-10-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-10-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-10.jpg 728w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Klingt nach viel Drama und Psychospielchen? Von beidem gibt es reichlich, doch Miranda, der für Buch, Musik und Texte verantwortlich zeichnet, gelingt es, die Show trotz der vielschichtigen Charaktere und zahlreichen Handlungsstränge kurzweilig zu gestalten.</p>
<p>Am Broadway hat Miranda die Titelrolle selbst gespielt und damit den Maßstab gesetzt, an dem sich alle Darsteller messen lassen müssen, die in die Rolle des Gründungsvaters schlüpfen. Doch Miranda hatte sich sechs Jahre lang intensiv mit dem Mann auseinandergesetzt, der noch heute die 10$-Scheine der USA schmückt. Basierend auf der 800-seitigen Biografie von Ron Chernow, die ohne den unermüdlichen Einsatz von Hamiltons Witwe Elizabeth Hamilton wohl nie zustande gekommen wäre, hat Miranda eine knapp dreistündige Bühnenshow erschaffen, die die wesentlichen Akteure der Gründerzeit (George Washington, Thomas Jefferson, Aaron Burr, King George) in eine abwechslungsreiche, auf Tatsachen beruhende Geschichtsstunde einbindet.</p>
<p>Für Miranda war sofort klar, dass er „Hamilton“ musikalisch im Hiphop verorten würde: „[Hamiltons] Lebensgeschichte ist so unwahrscheinlich wie die Geschichte Amerikas selbst. Genau das ist Hiphop: Man schreibt über seinen Kampf und beschreibt diesen so gut, dass man den eigenen Kampf überwindet.“</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2664 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-02-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-02-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-02.jpg 728w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />In London wurde mit Jamael Westman ein in der Musicalszene weitgehend Unbekannter mit der Titelrolle besetzt. Miranda weiß eben genau, was er sucht. Westman ist nicht der typische Sympathieträger, die kantigen Eigenschaften Hamiltons glaubt man ihm sofort. Doch es gelingt ihm, den Bogen zum gefühlvollen Ehemann, dem von Selbstzweifeln zerfressenen Politneuling und dem schuldbewussten Vater (nach dem Duell-Tod seines Sohns Philips) zu spannen. Er bringt den schnellen Sprechgesang fehlerlos über die Rampe. Miranda hat sehr viel Text in die 34 (!) Songs gepackt. Das ist für viele Musicaldarsteller sicherlich eine Herausforderung. Doch Westman gibt sich hier keine Blöße. Manchmal wirkt er geradezu unnahbar, was aber einmal mehr die unsympathischen Eigenschaften Alexander Hamiltons unterstreicht. Und dennoch fühlt man mit ihm mit. Man hinterfragt seine Entscheidungen, möchte ihn manches Mal wachrütteln oder einfach nur in den Arm nehmen. Diese Titelrolle ist wahrlich kein einfacher Part.</p>
<p>Seinen ewigen Widersacher Aaron Burr spielt an diesem Abend Aaron Lee Lambert. Burr ist zielstrebig, opportunistisch und geht über Leichen, um seine Ziele zu erreichen. Diese Eigenschaften verkörpert Lambert über weite Strecken glaubwürdig. Gesanglich zeigt er insbesondere bei „Wait for it“ was in ihm steckt. Ansonsten wirkt er vielfach etwas schüchtern, was in dieser gesanglich und schauspielerisch sehr intensiven Show sehr schnell auffällt.</p>
<p>Aus verschiedensten Gründen herausragend sind Dom Hartley-Harris als George Washington, Jason Pennycooke als Marquis de Lafayette und Thomas Jefferson sowie Jon Robyns als King George. Hartley-Harris lässt schon im ersten Song („Alexander Hamilton“) aufhorchen. Sein voluminöser Bariton sticht deutlich hervor. Auch wenn er von seiner Statur her nicht sonderlich imposant ist, stimmlich steckt er alle in die Tasche und wird so seiner Rolle als erster US-Präsident mehr als gerecht. Robyns hat als King George sicherlich die dankbarste Rolle, darf er das Geschehen in New York doch in höchst süffisanter Weise vom Bühnenrand kommentieren. Sein überspitzter Oxford-Akzent und seine leicht tuntige Attitüde sorgen für Lacher, die er augenscheinlich sehr genießt. Pennycooke darf in seiner Doppelrolle übertreiben: Als französischer Gesandter Lafayette stolziert er in extravaganten Anzügen über die Bühne, während er als 3. US-Präsident Jefferson ungehemmt seine Macht ausspielt. Zudem setzt er auch gesanglich Duftmarken, denn auch er kommt mit dem gesanglichen Schnellfeuer dieser Show hervorragend zurecht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2666 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-04-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-04-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-04.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Emile Ruddock setzt als Hercules Mulligan im ersten Akt deutlich hörbare Akzente. Im zweiten Akt, als angehender vierter Präsident der Vereinigten Staaten bleibt er jedoch leider eher etwas blass.</p>
<p>Wenn schon die Herren dieses Ensembles echte „Typen“ sind und jeder einzelne spannende Facetten und aufmerksamkeitsstarke Soli hat, möchten die Damen hier natürlich nicht hintenanstehen. Rachelle Ann Go, Allyson Ava-Brown und Sharon Rose sind als Schwestern-Trio Eliza, Angelica und Peggy Schuyler pure Frauen-Power: Frech, energisch und leidenschaftlich zeigen sie den Männern ganz klar, dass mit ihnen zu rechnen ist. Jede einzelne der drei Damen überzeugt schauspielerisch vollends, gesanglich jedoch wünscht man sich insbesondere von Ava-Brown mehr. Während Go, die am West End u. a. in „Miss Saigon“ brillierte, die Hiphop-Kompositionen beachtlich meistert, hat Ava-Brown hier mit ihrem eher klassischen Gesangshintergrund mehr zu kämpfen. Man hört, dass ihr Hiphop nicht wirklich liegt und die schnellen Texte nicht so recht zu ihrem Sopran passen wollen. Nichtsdestoweniger bilden die drei mehr als nur einen hübschen Gegenpol zu den Männern. Insbesondere Go darf am Schluss deutlich zeigen, dass die Welt ohne Eliza kaum etwas über den wahren Alexander Hamilton wüsste.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2667 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-05-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-05-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-05.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Insgesamt stehen „nur“ 23 Darsteller auf der Bühne, die das Leben und Wirken von Hamilton in einer sehr modernen Inszenierung nachzeichnen. Doch jeder bekommt seinen Moment. Insbesondere die Tänzerinnen und Tänzer können in dieser Show glänzen. Andy Blankenbuehler erhielt für seine intensiven, teils extremen „Hamilton“-Choreographien einen Laurence Olivier Award. Man versteht sofort warum, denn der fesselnden Wirkung der Tanzszenen kann man sich kaum entziehen.</p>
<p>Dass die Künstler auf der Bühne so glänzen können, liegt unter anderem auch daran, dass Paul Tazewell in den Kostümen viel mit Beigetönen arbeitet, die Gehröcke in gedecktem Blau und die Damenkleider in zurückhaltendem Pastell gehalten sind. Einzig King George, der Marquis de Lafayette und Hamiltons Affäre Maria Reynolds tragen kräftige Farben. Eingebettet in ein mit Holzbalken karg gestaltetes Bühnenbild (David Korins) bestehend aus einer Galerie und einer mobilen Treppe sowie Stühlen, Tischen und Koffern lenkt nichts vom eigentlichen Geschehen ab.</p>
<p>Alex Lacamoire hat Lin-Manuel Mirandas Songs so mitreißend arrangiert und orchestriert, dass sie direkt in die Beine gehen. Das 10-köpfige Orchester unter der Leitung von Richard Beadle steht der Leistung der Hauptdarsteller in Nichts nach und bringt das Victoria Palace Theatre zum Beben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2670 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-09-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-09-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/hamilton-09.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Hamilton“ ist ein ungewöhnliches Musical, das durch seine intensiven Songs und die herausragenden Hauptdarsteller besticht. Es ist kein Stoff, den man so nebenbei konsumiert, denn auch Mirandas Texte haben es in sich. Da man in der rasenden Geschwindigkeit, in der sich die Handlung auf der Bühne entfaltet, kaum jedes Wort verstehen kann, empfiehlt sich das Nachlesen der Songtexte. Erst dann bekommt man ein wirkliches Gespür dafür, was für eine Meisterleistung die Sängerinnen und Sänger allabendlich vollbringen. Sich hier nicht zu verhaspeln, ist ganz große Kunst.</p>
<p>Der Stoff dieses Musicals ist Ur-amerikanisch, mit leichtem britischen Einfluss. Darauf muss man sich einlassen, wenn man dieses Stück verstehen will. Patriotismus und Kolonialismus werden großgeschrieben. Schon allein deshalb ist es schwer unvorstellbar, dass „Hamilton“ in einer deutschsprachigen Fassung auf einer deutschen Bühne laufen wird. Die Stage Entertainment hat ihre diesbezüglichen Pläne auch erstmal abgeschrieben. So großartig „Hamilton“ in der englischen Originalfassung ist, so wenig wird eine für das deutsche Publikum adaptierte Fassung dem Ansinnen von Lin-Manuel Miranda gerecht, dem Mann auf der 10$-Note ein (musikalisches) Denkmal zu setzen &#8211; frei nach dem Motto &#8222;Who lives, who dies, who tells your story?&#8220;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Victoria Palace Theatre, London</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 4. Oktober 2019</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Jamael Westman, Rachelle Ann Go, Aaron Lee Lambert, Allyson Ava-Brown, Dom Hartley-Harris, Jason Pennycooke, Emile Ruddock, Sharon Rose, Jon Robyns</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik: </span></strong><span class="Bold">Thomas Kail / Lin-Manuel Miranda<br />
</span></span></div>
<div><span style="color: #000080;"><strong>Fotos:</strong> Matthew Murphy for Delfont Mackintosh<br />
</span></div>
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		<title>Les Misérables Live!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/les-miserables-live/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 13:34:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Earl Carpenter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Geburtstagsalbum, über das sich wohl nur Liebhaber wirklich freuen Seit 25 Jahren wird das Erfolgsmusical, das auf Victor Hugos „Die Eleneden“ basiert, überall auf der Welt gespielt. Die Begeisterung ist auch in London ungebrochen. Bereits beim Konzert zum 10-jährigen Jubiläum 1995 kündigte Cameron Mackintosh an, dass die folgenden runden Geburtstage entsprechend gefeiert würden, Und ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Geburtstagsalbum, über das sich wohl nur Liebhaber wirklich freuen</p>
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_665_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Seit 25 Jahren wird das Erfolgsmusical, das auf Victor Hugos „Die Eleneden“ basiert, überall auf der Welt gespielt. Die Begeisterung ist auch in London ungebrochen. Bereits beim Konzert zum 10-jährigen Jubiläum 1995 kündigte Cameron Mackintosh an, dass die folgenden runden Geburtstage entsprechend gefeiert würden, Und so gab es im Herbst 2010 nicht nur zwei <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Les_Miserables_2010.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=348">bombastische Konzerte</a></span> in der Londoner O2 Arena, sondern das ganze Jahr tourte ein speziell für diesen Anlass zusammengestelltes Jubiläumsensemble durch britische Großstädte.</p>
<p class="Body">Auf dem Live-Album ist eben dieses Ensemble im Palace Theatre von Manchester zu hören: John Owen-Jones als Valjean, Earl Carpenter als Javert, Madalena Alberto als Fantine, Ashley Artus als M. Thénardier, Lynne Wilmot als Mme. Thénardier, Gareth Gates als Marius, Katie Hall als Cosette, Jon Robyns als Enjolras, und Rosalind James als Éponine.</p>
<p class="Body">Auch wenn die namhafte Cast sehr voluminös klingt und das Orchester sehr imposant aufspielt, bleibt die Aufnahme recht steril. Die Sänger geben ihr Bestes, aber es fehlen &#8211; trotz Live-Mitschnitt &#8211; die echten Emotionen, die dieses Musical so besonders machen. Vieles klingt lupenrein, ist aber dabei leider einfach zu perfekt.</p>
<p class="Body">40 Songs auf zwei CDs lassen es an nichts vermissen, und doch ist dieses Album eher ein Liebhaberstück. Man vermisst das Einmalige, das den Untertitel „dream the dream“ rechtfertigen würde. Das erste Castalbum von „Les Misérables“ und auch das Live-Album zum 10-jährigen Geburtstag des Stücks sind deutlich mitreißender.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
</div>
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		<title>Avenue Q</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/avenue-q/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 10:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Ann Harada]]></category>
		<category><![CDATA[Avenue Q]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Marx]]></category>
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		<category><![CDATA[Julie Atherton]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trotz der vermeintlich niedlichen Umsetzung mit Handpuppen ist die Grundhandlung von „Avenue Q“ sehr realitätsnah – geht es doch um die Perspektivlosigkeit von Twens und Mit-Dreißigern in einer Großstadt. Die fehlende Perspektive reicht vom Jobverlust über Single-Frust bis hin zu versteckter Homosexualität und Anflügen von Rassismus. Akustisch ist die West End Fassung des Lopez/Marx-Musicals ein ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/avenue-q/">Avenue Q</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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<p>Trotz der vermeintlich niedlichen Umsetzung mit Handpuppen ist die Grundhandlung von „Avenue Q“ sehr realitätsnah – geht es doch um die Perspektivlosigkeit von Twens und Mit-Dreißigern in einer Großstadt. Die fehlende Perspektive reicht vom Jobverlust über Single-Frust bis hin zu versteckter Homosexualität und Anflügen von Rassismus.</p>
<div id="body_layer">
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Avenue_Q_files/shapeimage_2.png" alt="" width="401" height="247" /></div>
<p class="Body">Akustisch ist die West End Fassung des Lopez/Marx-Musicals ein 1:1 Klon der Tony Awards dekorierten Broadway-Version. Man hört kaum einen Unterschied zwischen Castaufnahme und Live-Performance im Noel Coward Theatre. Der Spaßfaktor wird hierdurch aber nicht geschmälert.</p>
<p class="Body">„Avenue Q“ ist eine Show für Erwachsene, denn Themen wie Arbeitslosigkeit, Pornographie, Rassismus usw. werden mehr als eindeutig verbalisiert. Auch die Bettszene zwischen Kate Monster und Princeton lässt keine zwei Schlüsse zu. Spätestens wenn die niedlichen Bären sich als intrigante und hinterhältige Zeitgenossen entpuppen, hätte man seinen Kindern viel zu erklären. Von daher tut man gut daran, Kinder in diese Show nicht mitzunehmen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Bemerkenswert ist, dass man mit der Zeit ausblendet, dass hinter und in den Puppen Sänger stecken, die mit auf der Bühne stehen. Man achtet weniger auf die Mimik der Menschen als auf die Bewegungen der Puppen. Das liegt zum einen daran, dass die Darsteller im Gegensatz zu den farbenfroh gekleideten Puppen in schwarz daherkommen. Ein weiterer Grund ist aber auch, dass die Darsteller mehrere Figuren singen, teilweise sind diese sogar zeitgleich auf der Bühne. Beispielsweise werden Kate Monster und ihre vermeintliche Widersacherin, Lucy The Slut, in der Gunst von Princeton von Julie Atherton gesungen. Durch eine andere Stimmfarbe kann man viel erreichen. Manchmal kommt die Stimme aus dem Off und die Puppe wird von einem Kollegen gespielt, manchmal bedient Atherton die Kate-Puppe und ein Kollege nimmt sich Lucy an. Bei Gesangsszenen dreht Atherton dann einfach den Kopf weg, um die Verwirrung im Publikum im Keim zu ersticken.</p>
<div class="tinyText stroke_2">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Avenue_Q_files/shapeimage_3.png" alt="" width="311" height="401" /></div>
</div>
<p class="Body">Stimmliche Wandlungsfähigkeit beweist auch Simon Lipkin als Nicky und Trekkie Monster. Während Nicky als normaler erlebnisorientierter Twen daherkommt, igelt sich Trekkie zuhause mit seinen Pornos ein. Von seiner normalen Singstimme in die tiefsten Tiefen eines Trekkie Monster fordern seiner Stimme sicherlich sehr viel ab.</p>
<p class="Body">Jon Robyns spielt die Hauptfigur Princeton, der in der Avenue Q strandet und dort neue Freunde findet. Seine zweite Rolle ist der verklemmte Homosexuelle Rod, der sich erst kurz vor dem Finale outet.</p>
<p class="Body">Giles Terera, Siôn Lloyd und Naoko Mori (bis Anfang November noch Ann Harada) stehen als einzige als Menschen unter Puppen auf der Bühne. Während Terera als Vermieter nur sehr wenige Auftritte hat, sind Lloyd und Mori als Paar Brian und Christmas Eve fest mit in die Handlung integriert. So ist Christmas die Therapeutin von Rod und entpuppt sich als – zugegeben etwas kratzbürstige – gute Seele der Straße.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_259_287">
<div class="style_2">
<p class="Body">Mehrere parallele Handlungsstränge ermöglichen es jedem Zuschauer, sich seinen persönlichen Liebling auszusuchen: Ist es Kate, die sich in den schönen Princeton verliebt, deren Selbstbewusstsein aber so gering ist, dass sie ihn kampflos der Schlampe Lucy überlässt? Ist es Rod, der seinen Mitbewohner Nicky liebt, sich aber nicht eingesteht, dass er auf Männer steht? Sind es Brian und Christmas Eve, die aufgrund seiner Arbeitslosigkeit und ihrer Dominanz eine spannungsgeladene Ehe führen? Sind es die beiden Bären, die immer wieder auftauchen und Unfrieden stiften? Ist es Nicky, der plötzlich obdachlos wird? Oder ist es doch Trekkie Monster, dessen Leidenschaft Internet-Pornos sind und der sich zum Wohltäter entwickelt als es darum geht, Kate’s Monsterschule zu gründen? Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_419">
<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Avenue_Q_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Die Spielfreude der sehr jungen Cast überträgt sich sofort auf das Publikum. Das liegt aber nicht zuletzt auch an den wortwitzigen Texten. Darsteller zum Anfassen bekommen die Zuschauer bei der von Princeton organisierten Sammlung für Kate’s Monsterschule. Zum „Money Song“ werden im Publikum Spenden gesammelt – eine Aktion, die im Foyer nach der Show fortgesetzt wird.</p>
<p class="Body">Das zweckdienliche Bühnenbild, das die Wohnhäuser darstellt, wird von Zeit zu Zeit durch Einblendungen auf Screens links und rechts der Bühne bereichert. Dies sorgt vor der Pause für Lacher und unterstützt bei dem Song „Schadenfreude“ – ein Wort, das im Englischen aus dem Deutschen übernommen wurde. Im Auftakt zu dieser Szene wird natürlich das Wort erläutert und – wenig überraschend – kommen die Deutschen dabei nicht sonderlich gut weg. Wer aber jetzt denkt, das deutsche Volk seien die einzigen, die ihr Fett weg bekommen, dem sei gesagt, dass von Rassisten, perversen Single-Männern, Schlampen bis hin zu George W. Bush einfach alles thematisiert wird, was junge Erwachsene heutzutage beschäftigt.</p>
<p class="Body">„Avenue Q“ macht gute Laune – und das zur Abwechslung mal mit neuen spritzigen Songs. Der Mut und die Beharrlichkeit von Robert Lopez und Jeff Marx haben sich gelohnt. Ihre eigenen Erfahrungen haben gereicht, eine ansprechende Handlung zu schreiben und ein erfolgreiches Musical auf die Bühne zu bringen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Noel Coward Theatre, London</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>25. Oktober 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Julie Atherton, Ann Harada, Jon Robyns</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Robert Lopez / Jeff Marx<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Tristram Kenton</span></div>
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