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	<title>Jeannine Wacker-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Jeannine Wacker-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Hexen auf Diät</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 10:34:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Neue Flora in Hamburg war schon immer prädestiniert für „Wicked“: ein hohes und weites Bühnenportal sowie eine große Bühne mit viel Platz daneben, darunter und darüber, um Kulissen und technische Finessen gekonnt zu verstecken. Dass die deutsche Fassung bisher nur in Stuttgart (2007) und Oberhausen (2010) zu sehen war, war für Deutschlands Musical-Hauptstadt immer ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/hexen-auf-diaet/">Hexen auf Diät</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Neue Flora in Hamburg war schon immer prädestiniert für „Wicked“: ein hohes und weites Bühnenportal sowie eine große Bühne mit viel Platz daneben, darunter und darüber, um Kulissen und technische Finessen gekonnt zu verstecken. Dass die deutsche Fassung bisher nur in Stuttgart (2007) und Oberhausen (2010) zu sehen war, war für Deutschlands Musical-Hauptstadt immer sehr bedauerlich.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3118 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-768x1152.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-1024x1536.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-1365x2048.jpg 1365w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Emerald-City_GlindacBrinkhoff-Moegenburg-1056-0288-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 267px) 100vw, 267px" />Zehn Jahre nach dem letzten Vorhang in Metronom Theater wurde nun die Neue Flora grünifiziert und die neue, moderne Fassung des Broadway-Hits „Wicked“ feierte (Corona-bedingt ein Jahr später als geplant) am 5. September 2021 Premiere.</p>
<p>Gleich vorneweg: Dem Vergleich mit der Original-Produktion hält diese Tourfassung nicht stand. Nicht ohne Grund hat „Wicked“ nach seiner Weltpremiere Tony Awards für die besten Kostüme und das beste szenische Design bekommen. Doch die magische Welt von Oz, das in jedem Detail grüne Glitzern der Emerald City, das fiel in der neuen Inszenierung der Modernisierungsschere zum Opfer.</p>
<p>Es ist völlig legitim, ein Stück, dass schon 18 Jahre alt ist, auf Herz und Nieren zu prüfen und zu schauen, ob es noch „State of the Art“ ist und künstlerische Elemente noch funktionieren. Das wird beim „Starlight Express“ seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert und auch eine „Evita“ kommt immer mal wieder in modernerem Gewand daher.</p>
<p>Doch warum etwas ändern, das in sich stimmig ist, wo alle Gewerke perfekt harmonieren und dass das Publikum in New York und London auch nach 18 Jahren noch jeden Abend begeistert von den Sitzen reißt?</p>
<p>Wie immer spielt das Geld eine entscheidende Rolle: Schon der Drache über dem Bühnenportal ist nur bedingt für den Tour-Betrieb geeignet. Die überbordende Farben-, Design und Detailvielfalt der Kostüme verschlingt ebenfalls Unsummen. Ganz zu schweigen von einem 25-köpfigen Orchester wie in der Originalproduktion. Ein Drittel davon muss für die Neuinszenierung reichen.</p>
<p>Das lokale Kreativ-Team (Regie: Lindsay Posner, Choreografie: Fabian Aloise, Set-Design: Jon Bausor, Kostüme: Moritz Junge, Music-Supervisor: Sebastian de Domenico) möchte „für Hamburg ein neues, modernes „Wicked“ schaffen. Ein anderes „Wicked“. Ein Musical-Märchen, magisch, aber doch voller Humor. Inhaltlich in Teilen brandaktuell, fast schon politisch, aber auch klassisch-berührend.“, so Posner. Man wollte eine komplett neue Kostümwelt erfinden, ein zeitgemäßes Bühnenbild kreieren sowie urbane Choreografien, die die Story voranbringen, aber nicht zu stark von ihr ablenken. Soweit die Aussagen der Kreativen in der Pressemappe der Stage Entertainment.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3116 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/WIC_HH_Prio1_Der-Kuss_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1455-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/WIC_HH_Prio1_Der-Kuss_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1455-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/WIC_HH_Prio1_Der-Kuss_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1455-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/WIC_HH_Prio1_Der-Kuss_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1455-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/WIC_HH_Prio1_Der-Kuss_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1455-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/WIC_HH_Prio1_Der-Kuss_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1455-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Kreativ-Team muss sich an seinen eigenen Zielen messen lassen. Ein anderes „Wicked“ bringen sie ganz sicher auf die Bühne. Aber ist es wirklich so modern und neuartig wie angestrebt? Eine neutrale Betrachtung wird zwangsläufig schwer, denn innerlich vergleicht man immer wieder mit der Fassung am Broadway oder London. Hat man diesen Vergleich jedoch nicht, lohnt es sich, sich auf das neue „Wicked“ einzulassen.</p>
<p>Das Publikum findet sich unter den herumfliegenden Trümmern von Dorothys Haus wieder. Im Schachbrett-Verfahren platziert, sieht der Saal auch gut gefüllt aus.</p>
<p>Es fällt direkt ins Auge, dass in der Neuinszenierung der Fokus auf Videoprojektionen anstatt handwerklicher Kulissen liegt. Anstatt verschiedener Spielorte spricht Glinda fast ausschließlich vom Balkon des angedeuteten Oz-Wolkenkratzers zu ihren „Mitbürger:innen“ (diese Anrede wird von Glinda nur an dieser Stelle verwendet).</p>
<p>Ein rosa beleuchteter Kreis fliegt von oben in die Eröffnungsszene und wird ruckelnd auf dem Balkon platziert, auf dem dann Glinda auftaucht und die wartende Menge (allesamt in identischen gründen Regenmänteln) über den aktuellen Stand zu Elphabas Verbleib aufklärt. Magische Seifenblase? Fehlanzeige!</p>
<p>So wie Glinda auf dem Balkon steht, erinnert das Geschehen an die bekannte Szene aus „Evita“ („Don’t cry for me, Argentina“). Die gleichförmigen Bewegungen der Ozianer tragen gemeinsam mit den identischen Regenmänteln dazu bei, dass man den Eindruck bekommt, hier handele es sich um Bürger ohne eigene Gedanken. Da hilft auch der alles überragende Regenbogen, der im Verlauf der Inszenierung mehrfach zum Einsatz kommt, nicht. Während Glinda von „Propaganda und Contraganda“ spricht, tanzen die Ozianer mehrfach dasselbe. In der Tat lenken diese Choreografien von der Handlung nicht ab. Die deutschen Dialoge (Ruth Deny) bleiben holprig und leider nur allzu häufig verkrampft witzig.</p>
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<p>Musikalisch bestimmen in der Neu-Inszenierung elektronische Instrumente den Klang. Dies wird nicht nur bei „Der Zauberer und ich“ überdeutlich. Dadurch geht sehr viel Gefühl verloren, es klingt alles recht nüchtern. Zusätzlich war das Sound-Design an diesem Abend (noch) nicht ganz ausgewogen und die Musiker haben die Sänger nicht selten übertönt. Dass die Projektionen nicht immer von Vorteil sind, zeigt sich hier ebenfalls, denn anstelle sich auf Elphaba und ihre Träume und Ängste zu konzentrieren, lässt man sich nur allzu leicht von den Sternen etc. rund um die Protagonistin ablenken.</p>
<p>Dass die Choreografien noch nicht ganz sitzen, sieht man in der Szene „Was fühl ich in mir?“ sehr deutlich. Viele nicht synchrone Schrittfolgen, eine Schlangenlinie anstelle einer geraden Reihe, alles noch nicht gänzlich überzeugend. Auch „Tanz durch die Welt“ wirkt durch den ziemlich plumpen Pop-Beat und etwas altmodische Hip-Hop-Elemente sehr holprig. Fiyeros Auftritt in der Uni-Mensa gerät hier beinahe zur Nebensache.</p>
<p>Deutlich kritisieren kann man, dass auf Deutsch von der „Ozkothek“ als dem angesagtesten Tanz-Club gesprochen wird, in diesem allerdings „Oz Dust Ballroom“ (die englische Bezeichnung) auf dem DJ Pult steht. Solche Inkonsistenzen müssen nicht sein.</p>
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<p>Irgendwann darf Elphaba zum Zauberer in die Smaragdstadt fahren: Der Zug erinnert mehr als nur vage an den 1940er Jahre Comic-Stil, die Kostüme sind wieder sehr gleichförmig und maximal zweifarbig. Von Grüntönen in allen erdenklichen Schattierungen und Designs, für die es 2004 einen Tony Award gab, sieht man hier nichts. Die Choreografien mit Zylinder und grünen Handschuhen wecken Erinnerungen große Ensemble-Nummern à la Bob Fosse und / oder „Chorus Line“. Sie stören das Gesamtbild nicht, aber neu oder urban ist hieran nichts.</p>
<p>Der Zauberer von Oz nutzt in der Neuinszenierung eine an Abraham Lincoln erinnernde Statue mit Wasserkopf, um die Ozianer einzuschüchtern. Die projizierte Mimik ist sehr hölzern und Frankenstein-ähnlich. Das hätte man mit modernen Mitteln sicherlich authentischer umsetzen können.</p>
<p>Der Zauberer selbst ist kein eleganter älterer Herr, sondern ausnehmend böse, nur auf seinen Eigennutz fokussiert und hat in Madame Akaber (übrigens unverändert im Schul-Outfit) seine hinterlistige Gespielin. Sofort wird von den fliegenden Affen als Spitzel gesprochen. Um das Wohlergehen der Tiere geht es dem Gespann in keinster Weise. Dass Elphaba hier nur noch weg möchte und zutiefst enttäuscht ist, kann man gut verstehen.</p>
<p>Es folgt der eigentliche Showstopper der Show: „Defying Gravity“, zu Deutsch „Frei und schwerelos“. Leider fingert Van den Bosch etwas lange an ihrem Besen herum und auch der aus dem Hintergrund zu Hilfe eilende Bühnenmitarbeiter hilft nicht, die Magie dieser Szene aufzubauen. Sanft an zwei Seilen hin und her schaukelnd, gibt Van den Bosch ein druckloses „Frei und schwerelos“ zum Besten und schwebt dann in bester „Mary Poppins“ Manier über die Köpfe der Zuschauer hinweg in den Rang.</p>
<p>Ja, die Szene ist anders als bisher, aber moderner als das mit Licht, Wind und Stoff gelungen eingefasste Hubpodest der Originalproduktion ist dieser Flug keinesfalls. Denn „Mary Poppins“ fliegt schon seit 2004 auf diese Weise durch die Musicaltheater dieser Welt…</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3119 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Ankunft_Emerald-City-cBrinkhoff-Moegenburg-min_1056-1373-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Ankunft_Emerald-City-cBrinkhoff-Moegenburg-min_1056-1373-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Ankunft_Emerald-City-cBrinkhoff-Moegenburg-min_1056-1373-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Ankunft_Emerald-City-cBrinkhoff-Moegenburg-min_1056-1373-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Ankunft_Emerald-City-cBrinkhoff-Moegenburg-min_1056-1373-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Ankunft_Emerald-City-cBrinkhoff-Moegenburg-min_1056-1373-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auf dem rosenumrankten Balkon des Oz-Towers überrascht eine etwas geknickt wirkende Glinda das Volk und Fiyero mit ihrer Verlobung. In Evita-Pose zelebriert sie unter dem allgegenwärtigen Regenbogen „Wie herrlich“ das Leben ist, nachdem Elphaba verschwunden ist. Die Flügelbewegung der Hände von den sie anhimmelnden Ozianern erklären sich vor allem vor dem Hintergrund der fliegenden Spitzel-Affen jedoch nicht wirklich.</p>
<p>Nach dem Tod des Vaters ist Nessa, Elphabas Schwester, die Gouverneurin. In einem spritzigen Elektro-Rollstuhl fährt sie über die Bühne. Für Spiegelfolie auf dem Standspiegel hat es offenbar leider nicht gereicht. Welchen Zweck diese Kulisse hat, bleibt im Verborgenen. Der Effekt ihrer sich von silbernem Diamantglitzer in die bekannten roten Schuhe verwandelnden Pumps ist hingegen gelungen. Pamina Lenn spielt und singt hier sehr intensiv, fast schon bösartig, als sie erkennt, dass Elphaba alles nur noch schlimmer macht.</p>
<p>Etwas befremdlich wirkt die Drehscheibe, auf der Elphaba und Fiyero ihre Zweisamkeit („Solang ich Dich hab“) genießen. Gesanglich ist dieses Duett jedoch sehr schön. Van den Bosch ist gefühlvoll intensiv und Naidjim Severina kann den Soul in seiner Stimme sehr effektvoll einsetzen.</p>
<p>Der von Madame Akaber herbeigeführte Wirbelsturm, dem Nessa zum Opfer fällt, um Elphaba aus ihrem Versteck zu locken, bleibt hinter den technischen Möglichkeiten zurück: Eine Strudelprojektion, ein paar Lichtblitze in den Trümmerkulissen an der Saaldecke, ein defekter Fernseher (gab es die damals schon?) auf der Bühne, dem unerwartet Dorothy entsteigt und von Glinda zum Diebstahl der roten Schuhe motiviert wird.</p>
<p>Glinda mutiert in dieser Szene optisch endgültig zur Barbie, sind ihre Korsage und die Volants um die Taille doch aus unbeweglichem Plastik geformt. Elphaba adressiert das „blonde Wonneproppenhirn“ ganz zutreffend…</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3115 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-768x1152.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-1024x1536.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-1365x2048.jpg 1365w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2021/11/JPG-72-dpi-RGB-WIC_HH_Prio1_Hexenflug_c_Brinkhoff-Moegenburg-1056-1273-scaled.jpg 1707w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Außer sich vor Wut zieht sich Elphaba in einen kirchenähnlichen Raum zurück. Der durch Lichtschienen auf den Boden dargestellte Stern bildet das Zentrum des Raums und soll augenscheinlich ein „Hexenkreuz“ darstellen. Warum dieser Stern auf der Bühne aber acht Ecken hat und kein Pentagramm mit den überlieferten fünf Zacken ist, verwirrt sehr. „Gutes tun“ ist sehr klassisch musicalesque inszeniert. Leider baut der Song so nicht die Intensität auf, die ihm innewohnt.</p>
<p>Nach dem „Marsch der Hexenjäger“, bei dem Moq (leider in einem Blechmannkostüm aus Stoff) in Anwesenheit des feigen Löwen direkt zur Tötung von Elphaba aufruft, finden Moq, Löwe und Vogelscheuche die grüne Hexe in ihrem Kirchenzimmer. Dorothy, die ebenfalls dabei ist, gießt einen Eimer mit Glitzerpartikeln über Elphaba, die daraufhin im Bühnenboden verschwindet und nur ihren Hut zurücklässt. Diese plakative Art der Inszenierung nimmt den Zuschauern jegliche Fantasie ab und greift einmal mehr auf veraltete kreative Möglichkeiten zurück.</p>
<p>Als der Zauberer von Glinda erfährt, dass er seine eigene Tochter auf dem Gewissen hat, liefert Andreas Lichtenberger ein weithin sichtbares mimisches Overacting ab. Der in dieser Inszenierung von sich so überzeugte Zauberer fällt unerwartet schnell in sich zusammen und verlässt Oz auf Nimmerwiedersehen.</p>
<p>Während Glinda ihrer Rolle treu bleibt, Madame Akaber wegsperren lässt und dem Volk als neue Anführerin die seifenblasig-rosige Richtung vorgibt, eilt Vogelscheuche Fiyero zu seiner Elphaba und befreit sie aus ihrem Versteck. Die Maske scheint jedoch für Severina nicht optimal zu sitzen, denn sein Gesang klingt doch allzu nasal.</p>
<p>Zurückgehend auf das Ziel des Kreativ-Teams, für Hamburg ein neues und modernes „Wicked“ zu schaffen, das mit viel Magie und Humor ein brandaktuelles, klassisch-berührendes Musicalmärchen ist, muss man leider feststellen, dass diese Ziele nicht erreicht wurden.</p>
<p>Weder ist die Neuinszenierung von „Wicked“ technisch auf einem besonders modernen Niveau, noch sind die Kostüme sonderlich kreativ – im Gegenteil. Das penetrante Einblenden des Regenbogens, der spärliche Einsatz von genderkonformer Sprache und ein Hexenjäger-Schild, das proklamiert, dass „Hexen schlecht für das Klima“ sind, machen die Show nur oberflächlich politisch. Da viele Zusammenhänge nur allzu plastisch gezeigt werden, brauchen die Zuschauer auch kaum mehr nachzudenken, um der Handlung folgen zu können. Einzig die Choreografie wird ihren Zielen gerecht: Sie fällt so wenig auf, dass man im Nachhinein kaum zu sagen vermag, ob sie nun urban war oder nicht.</p>
<p>Das neue „Wicked“ hätte neben all diesen äußeren Faktoren auch schlichtweg durch herausragende Darsteller punkten können. Doch leider kann Jeannine Wacker die Show nicht allein tragen. Das wäre auch gar nicht die Aufgabe der Glinda. Vajèn van den Bosch überzeugt in erster Linie in den Duetten, solistisch scheint ihr jedoch leider manches Mal – sicher auch aufgrund des nicht ganz optimalen Sounds &#8211; der Halt zu fehlen, weshalb Songs wie „Frei und schwerelos“ und „Gutes tun“ nicht wirklich zünden.</p>
<p>Susanne-Elisabeth Walbaum und Andreas Lichtenberger bleiben als Duo Infernale hinter den Erwartungen zurück. Es mag an der Personenregie liegen, dass die beiden nicht an die spitzfindigen Interpretationen ihrer Rollenvorgänger anknüpfen können, ist aber sehr schade.</p>
<p>Schauspielerisch und gesanglich können Gianni Meurer als Dr. Dillamonth und Pamina Lenn als Nessarose Glanzpunkte setzen, doch auch sie können das Ruder nicht herumreißen.</p>
<p>Führt man sich vor Augen, dass die teuersten Tickets in Hamburg mit allen Gebühren 170 Euro kosten, während man in London eine wesentlich opulenter ausgestattete Inszenierung in derselben Preiskategorie für „nur“ 150 Euro anschauen kann, stellt sich wirklich die Frage, ob künstlerische Ziele bei dieser Neuinszenierung überhaupt eine Rolle gespielt haben.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>gekürzt erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Neue Flora Theater, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">7. September 2021<br />
<strong>Darsteller:</strong> Vajèn van den Bosch, Jeannine Wacker, GIanni Meurer, Pamina Lenn, Susanne-Elisabeth Walbaum, Andreas Lichtenberger, Naidjim Severina, Jan Rogler<br />
<strong>Musik / Regie: </strong>Stephen Schwartz / Lindsay Posner<br />
<strong>Fotos: </strong>Brinkhoff-Moegenburg</span></span></p>
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		<title>Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 05 Dec 2017 20:18:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
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		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“! Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2245 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen englischen Northampton, die nur dadurch vor der Schließung bewahrt wird, dass sich der Erbe traut, einen scheinbar unpopulären Weg einzuschlagen und die gesamte Produktion auf ein Nischenprodukt auszurichten.</p>
<p>Das Publikum wird ohne Begrüßung direkt in die Handlung katapultiert: Flankiert von einem in roten Pumps tanzenden Jungen, lernt der kleine Charlie Price das Schuster-Handwerk von der Pieke auf, entscheidet sich dann aber – unterstützt von seiner Verlobten Nicola – dagegen, in die Schuhfabrik der Familie einzusteigen und will sein Glück im Marketing einer Londoner Firma versuchen. Schone kurze Zeit nachdem das Paar in London Fuß gefasst hat, stirbt Charlies Vater und der Sohn kehrt zurück ins rückständige, alten Werten verhaftete Northampton.</p>
<p>Hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne, Verpflichtung und Liebe versucht Charlie sein Bestes, muss aber feststellen, dass die Fabrik schon lange nicht mehr profitabel ist. Schweren Herzens versucht er die langgedienten Mitarbeiter zu kündigen, was bei der quirligen Lauren einen Redeschwall auslöst, in dem sie Charlie nahelegt, „out of the box“ zu denken</p>
<p>Er erinnert sich an einem Abend in London, an dem er &#8211; seinen Frust in Alkohol ertränkend &#8211; auf die Drag Queen Lola traf. Eigentlich wollte er sie vor zudringlichen Halbstarken schützen, doch am Schluss bekommt er von Lola versehentlich einen Schlag versetzt und sie päppelt ihn wieder auf. Genauer gesagt fallen im die instabilen Absätze von Lolas extravaganten Stiefeln auf, die die Last eines erwachsenen Mannes schlichtweg nicht tragen können.</p>
<p>Er gewinnt Lola als Designerin und überzeugt die Belegschaft ihn in den kommenden Wochen dahingehend zu unterstützen, dass er seine neue Idee auf der Mailänder Schuhmesse vorstellen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2246 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg" alt="" width="400" height="261" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Weg nach Mailand ist jedoch sehr holprig. Nicola zwingt Charlie, sich zwischen ihr und der Schuhfabrik zu entscheiden, und betrügt ihn zu allem Überfluss noch mit ihrem gemeinsamen Londoner Boss. Lola kehrt zurück zu ihren Wurzeln – aufs Land, wo Vorurteile über Cross-Dresser, Homosexuelle und jede Form der „Andersartigkeit“ die Regel sind. Natürlich sind auch die Fabrikarbeiter nicht frei von dieser Denke. Die Männer machen keinen Hehl daraus, dass ihnen der Mann in Frauenkleidern mehr als suspekt ist und sie ihn lieber heute als morgen wieder loswerden würden. Die Frauen hingegen freunden sich schnell mit Lola an.</p>
<p>Doch Charlie überspannt den Bogen: Er erwartet viel zu viel von seinen schwer schuftenden Mitarbeitern, beleidigt Lola, die sich daraufhin tief verletzt von ihm abwendet, und steht plötzlich vor den Scherben (nicht nur) seiner Existenz.</p>
<p>Die Geschichte von Charlie und Lola beruht auf einer wahren Begebenheit, insofern ist es nicht selbstverständlich, dass es ein Happy End gibt. Doch sowohl ihn der UK-Verfilmung von 2005 als auch in der von Harvey Fierstein (Buch) und Cindy Lauper (Musik) geschaffenen Musicalfassung wird der Ausblick auf die schillernde Zukunft von Charlie und Lola thematisiert, die, nachdem Charlie sich aufrichtig bei Lola entschuldigt hat, in Mailand mit ihren Stiefeln erfolgreich sind.</p>
<p>Am 3. Dezember 2017 feierte die deutsche Bühnenfassung (Songtexte: Kevin Schroeder, Dialoge: Ruth Deny) dieses nur auf den ersten Blick glitzernd-oberflächlichen Musicals im Operettenhaus in Hamburg seine Premiere. Da der Film in Deutschland nicht allzu bekannt ist, gehen die Zuschauer ohne große Erwartungen in diese Show und kommen begeistert wieder heraus. Genau so funktioniert erfolgreiches Musical, was die zahlreichen Tony Awards, Laurence Olivier Awards etc. der vergangenen Jahre unterstreichen.</p>
<p>Der Zauber dieses Stücks liegt in der stimmigen Handlung, den sympathischen Charakteren, der direkten Art, in der Vorurteile thematisiert und ausgeräumt werden, sowie in Cindy Laupers schmissigen Songs und nicht zuletzt an der guten Hamburger Besetzung, die von Regisseur und Choreograph Jerry Mitchell &#8211; und seinen lokalen Kollegen DB Bonds (Regie) und Rusty Mowery (Choreographie) &#8211; perfekt in Szene gesetzt wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2247 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg" alt="" width="242" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg 242w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 303w" sizes="auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px" />Da ist beispielsweise Franziska Schuster als Charlies Verlobte Nicola, die keinen Hehl daraus macht, was ihr Ziel ist: ein erfolgreiches Leben in London, fernab der kleingeistigen Dorfumgebung. Schuster legt viel Energie in die Interpretation der sehr selbstbewussten Nicola, die im Laufe des Abends immer unsympathischer wird, da sie so gar kein Verständnis für Charlies Pflichtgefühl hat und eiskalt ihr Ding durchzieht.</p>
<p>Zum Publikumsliebling entwickelt sich Jeannine Wacker, die Charlie als Lauren gehörig den Kopf wäscht, als er sie feuern will, und damit die Initialzündung zur Rettung der Fabrik gibt. Ihre teilweise gesungenen Monologe („Die Liste falscher Kerle“) sind nicht nur treffsicher intoniert, sondern auch mit viel Gespür für Komik und Timing vorgetragen, so dass man die quirlige Blondine schnell ins Herz schließt. Gerade bei Lauren und ihrer immer offensichtlicheren Verliebtheit in Charlie fallen auch die pfiffigen Texte von Schroeder und Deny sehr positiv ins Gewicht.</p>
<p>Ein ebenfalls sehr liebevoller Charakter ist George, der langgediente Assistent der Familie Price, gespielt vom Hamburger Theaterliebling Tilmann Madaus. Georges nicht gänzlich kritiklose Loyalität gegenüber Charlie ist beeindruckend und als er seiner Zuneigung zu Lola Ausdruck verleiht, jubeln ihm die Zuschauer begeistert zu.</p>
<p>Die vorurteilsbehaftete Dorfgemeinschaft wird von Benjamin Ebeling als (Möchtegern-)Macho Don verkörpert. Er gibt den distanzierten, grantelnden Fabrikarbeiter, der sich zunächst von Lola vorführen lässt, weil er sie nicht sofort als Mann in Frauenkleidern erkennt, um dann Stimmung gegen den Eindringling zu machen. Am Schluss ist es jedoch er, der alle Kollegen davon überzeugt, Charlie und Lola in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ebeling kann diese Wandlung sehr glaubwürdig nachzeichnen.</p>
<p>Bleiben noch die beiden Hauptfiguren: Lola und Charlie. Den gefallenen Sohn, der sein Glück in der Fremde (und in Frauenkleidern) gefunden hat, gibt Gino Emnes, dem Hamburger Publikum bestens bekannt aus seiner Zeit als Simba beim „König der Löwen“. Der schüchterne, wenig entscheidungsfreudige Charlie Price wird von Dominik Hees gespielt. Beide füllen ihre Rollen sehr gut aus, wobei Emnes natürlich die dankbarere Rolle hat: Sein Charakter ist tiefgründiger, er steht über lange Strecken in High Heels und schillernden Kostümen auf der Bühne und darf auch mal exzentrisch-tuntig über sie Stränge schlagen. Doch Hees agiert absolut auf Augenhöhe. Ihr Duett „Nie dieser Sohn“, in dem beide mit den so unterschiedlichen Erwartungen ihrer Väter an sie hadern, ist sehr schön.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2243 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg" alt="" width="400" height="291" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch „Kinky Boots“ lebt vor allem von den großvolumig inszenierten, häufig bunten Ensembleszenen (u. a. „So’n sexy hohes Teil“, „Komm steh auf / Sei Du“). Nicht nur Cindy Laupers Popsongs zünden hier richtig gut, auch das Schillernde, was einem auf jedem Show-Plakat entgegen strahlt, wird hier sichtbar: Sechs herausragende Drag-Queens, Lolas Angels, setzen mit ihrer Eleganz und tänzerischem Vermögen Maßstäbe. Dort wo einige Songs schlichtweg zu lang sind (1-2 Strophen weniger wäre bspw. bei „Hier fängt es an“ und „Nie dieser Sohn“ definitiv mehr gewesen), sorgen die Angels für Entertainment und Abwechslung.</p>
<p>Auch optisch überzeugt „Kinky Boots“ – so wie die Kostüme von Lola und den Angels schillern, blinken und leuchten, so „farblos“ und verwaschen, dadurch aber sehr treffend, kommen die Kostüme der Fabrikarbeiter daher (Kostümdesign Gregg Barnes). Auch die Fabrik selbst wird durch das exzellente Lichtdesign (Kenneth Posner, in Hamburg Jeremy Cunningham und Phil Kong) zum Leben erweckt. Man spürt, hier hat sich jemand wirklich Gedanken zu einem stimmigen Gesamtkonzept gemacht. Dazu gehört auch der exzellent gestagte Boxkampf von Lola und Don, der in Slow Motion keinen Fehler verzeiht.</p>
<p>Die Botschaft von „Kinky Boots“ ist glasklar: „Verstell Dich nicht, lebe Dein Leben und bleib wie Du bist!“ Genau dieses Bekenntnis zur gelebten Individualität jenseits aller Vorurteile wird vom Publikum gefeiert. Nur selten kommt es vor, dass die Zuschauer schon während der Final-Nummer tanzend, klatschend und johlend in den Reihen stehen. Doch „Kinky Boots“ trifft den Nerv der Zeit! Bleibt zu hoffen, dass diese Show nicht wie der Film nur von einer Minderheit besucht wird, sondern dass sich die breite Masse von dieser wunderbaren Botschaft anstecken lässt und in Scharen ins Operettenhaus strömt, dass passenderweise direkt auf der Reeperbahn, der Hauptstraße des Hamburger Rotlichtviertels, liegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3</span><span class="Bold" style="color: #000080;">. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Gino Emnes</span>, Dominik Hees, Franziska Schuster, Jeannine Wacker, Tilmann Madaus, Benjamin Ebeling, Frank Logemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> DB Bonds / Cindy Lauper</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson</span></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/">Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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