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	<title>Harry Kupfer-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Harry Kupfer-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Eine verkrampfte Neu-Inszenierung ohne Charme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2015 18:56:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Ana Milva Gomes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im September 2015 hob sich für „Mozart!“ 14 Jahre nach der Derniere der allerersten Produktion erneut der Vorhang in Wien. Diesmal war jedoch nicht mehr das Theater an der Wien die Heimstatt des erfolgreichen deutschen Musicalexports, sondern das Raimund Theater. Nach mehr als 20 Inszenierungen in Europa und Asien kam für diese Wiederaufnahme das Kreativteam ...</p>
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<p>Im September 2015 hob sich für „Mozart!“ 14 Jahre nach der Derniere der allerersten Produktion erneut der Vorhang in Wien. Diesmal war jedoch nicht mehr das Theater an der Wien die Heimstatt des erfolgreichen deutschen Musicalexports, sondern das Raimund Theater.</p>
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<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Nach mehr als 20 Inszenierungen in Europa und Asien kam für diese Wiederaufnahme das Kreativteam von 1999 erneut zusammen und versprach eine außergewöhnliche neue Fassung: Harry Kupfer (Regie), Yan Tax (Kostüme), Dennis Callahan (Choreographie) und Hans Schavernoch (Bühnenbild) haben schon die Weltpremiere geschaffen. Auch Michael Kunze (Buch und Liedtexte) und Sylvester Levay (Musik) haben sich für die Neu-Inszenierung einige Neuerungen überlegt und zudem ein neues Liebesduett zwischen Mozart und seiner Constanze komponiert.</p>
<p class="Body">Wer also „Mozart!“ bereits zuvor in Wien, Hamburg oder Tecklenburg besucht hatte, sah dem neuen „Mozart!“ gespannt und voller Vorfreude entgegen.</p>
</div>
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<div class="style_2">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Schon während der, durch starke Nebengeräusche beeinträchtigten, Ouvertüre zeigt sich einer der wesentlichen Unterschiede: Die Bühne ist hell, im Hintergrund werden (unscharfe) Fotos und Gemälde eingeblendet. Dieses Setting bleibt während der gesamten Aufführung weitgehend unverändert. Es gibt nur sehr wenige Großkulissen (bspw. der Bischofsstab, vom dem später in der Show Leopold Mozart herabsteigt). Das Ensemble bringt seine Stühle mit auf die Bühne, platziert diese dem Szenenthema entsprechend oder tanzt mit ihnen. Die Sinnhaftigkeit dieser Stühlerückerei bleibt dem Zuschauer verborgen.</p>
<p class="Body">Yan Tax hat die Kostüme teilweise einer argen Modernisierung unterzogen: die Baronin von Waldstätten tritt in drei farblich identischen Abendkleidern auf, wie sie auch heutzutage auf dem Wiener Opernball getragen werden könnten. Ihre Eleganz und Erhabenheit beeinträchtigt dies jedoch nicht.</p>
<p class="Body">Mozart selbst ist komplett in weiß gewandet, was seine Verletzlichkeit unterstreicht; der rebellenhafte Charakter bleibt hier jedoch auf der Strecke. Dies liegt sicherlich auch daran, dass es die bekannte Rastaperücke nicht mehr gibt und der Hauptdarsteller mit seiner natürlichen Frisur auf der Bühne steht.</p>
<p class="Body">Apropos Perücken, hier wurden ebenfalls deutliche Abstriche gemacht: Die feine Wiener Gesellschaft und die ihr eigene Extravaganz lässt sich an der braven Haarpracht und den lediglich farblich unterschiedlichen VoKuHiLa-Kleidern nicht mehr ablesen.</p>
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<div class="text-content style_External_261_278">
<div class="style_2">
<p class="Body">Colloredo, Leopold und Nannerl Mozart hingegen haben sich optisch gar nicht verändert. So wirken diese Figuren bei all den anderen Veränderungen fasst schon wie ein Ruhepol. Auch bei Familie Weber und Constanze hat sich kostümseitig nur wenig getan, außer dass diese durch die Kleidungsfetzen und den Einsatz von löchrigen Jeans jetzt eher an eine Prilblumen-Hippie-Kommune erinnert.</p>
<div class="tinyText stroke_3">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_8.png" alt="" /></div>
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<div>Doch wenden wir uns dem Inhalt zu. Alle Szenen wurden neu gestaged, was beispielsweise bei „Ich bin Musik“ dazu führt, dass dem Song durch zahlreiche Unterbrechungen Intensität genommen wird.</div>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Interessant ist auch, dass Mozart sein Genie, den kleinen Amadé, direkt anspricht und ins Spiel einbezieht. Das passt so gar nicht zu dem ursprünglichen Bild, dass Amadé als sein genialer Schatten im Hintergrund und für andere unbemerkt agiert.</p>
<p class="Body">Erstaunlich und sehr bedauerlich ist, dass Constanze bei „Irgendwo wird immer getanzt“ eher an eine depressive, alleingelassene Ehefrau erinnert als an das Energiebündel, als das sie in früheren Inszenierungen ihrem Frust Ausdruck verliehen hat. Die Intensität dieses Songs verpufft gänzlich.</p>
<p class="Body">Dass sich Mozart bei seiner Auflehnung gegen den Fürsterzbischof hinter dem Piano stehen bleibt und sich dadurch unnötig klein macht gegenüber dem Fürsten, nimmt der Szene „Ich bleibe in Wien“ ihre Aussagekraft.</p>
<p class="Body">Zu den ewig fraglichen Szenen zählt auch weiterhin „In Salzburg ist Winter“. Auch die neuen Fassung gibt keinen Aufschluss über den weiteren Sinn der Szene, außer das Ensemble in Gänze Tanzen und singen zu lassen. In diesem Fall hopsen die Darsteller mit ihren Stühlen über die Bühne, was die Szenerie noch lächerlicher macht.</p>
<p class="Body">Doch es gibt auch nach wie vor die Szenen, die den inneren Kampf und die Auseinandersetzung Mozarts mit seiner Umwelt, insbesondere seinem Vater, zeigen: „Was für ein grausames Leben“ und „Wie wird man seinen Schatten los?“ gehören dazu. „Warum kannst Du mich nicht lieben?“ gehört zu den wenigen ganz pur inszenierten Momenten, in denen der singende Charakter im Mittelpunkt steht und der Zuschauer durch nichts abgelenkt wird.</p>
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<div class="text-content style_External_395_375">
<div class="style_2">
<p class="Body">Musikalisch hat sich ebenfalls einiges getan: „Die Wunder sind vorüber“ hat eine neue Melodie bekommen, „Ich bin extraordinär“ wird dank E-Gitarre und Schlagzeug zu einer fulminanten Rocknummer. Cäcilia Weber setzt ihre Tochter Constanze mit „Du hast ihn an der Angel“ sehr unter Druck. Der Song ist genauso neu wie das Liebesduett „Wir zwei zusammen“, das die liebevolle Beziehung von Mozart und Constanze sehr trefflich beschreibt.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Als eher schwierig stellt sich das neue Arrangement von „Papa ist tot“ heraus: Die Parts von Nannerl und Constanze sind teilweise so disharmonisch, dass man überhaupt nicht verstehen kann, was die Damen singen.</p>
<p class="Body">Denjenigen, die sich wünschten, in einem Musical über Mozart auch mehr von seinen Kompositionen zu hören, wird ebenfalls Genüge getan: Allein die „Zauberflöte“ wird in einem Medley mehr als eine Minute gespielt. Zahlreiche weitere Einspielungen („Titus“ etc.) wurden ebenfalls in das Stück eingeflochten.</p>
<p class="Body">Das finale, ebenfalls neue, Duett von Mozart und seinem neidvollen Erzfeind Colloredo „Der einfache Weg“ erinnert mehr an „Elisabeth“ und mag nicht so ganz zu „Mozart!“ passen.</p>
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<p class="Body">Beim Finale, Mozarts Tod, besingt das Ensemble „Das Wunder Mozart“ vor eingeblendeten Notenblättern und Programmheften von Opernhäusern. Hierzu zählen auch die Met und die Sydney Opera, die zu Mozarts Lebzeiten sicherlich nicht mit seinen Werken bespielt wurden. Am Ende bleiben als einzige Mozart und Amadé vor einer überdimensionalen Einblendung von Wolfgang Amadeus Mozarts Konterfei auf der Bühne.</p>
<p class="Body">Das Kreativteam hat an Eindrücken und Modernisierungen seiner neuen Fassung nicht gespart. Doch genau dies ist es, was diese Inszenierung so diskussionswürdig macht: Die ständig wechselnden Einblendungen im Hintergrund lenken zu sehr vom Bühnengeschehen ab und sind nur selten eine passende Ergänzung der eigentlichen Szenerie. Einige Kostüme wurden modernisiert, andere sind unverändert, wieder andere sind irgendetwas dazwischen. Auch hiermit sorgt man für mehr Verwirrung und nimmt dem Publikum die Chance, sich auf die eigentlichen Charaktere zu konzentrieren.</p>
<p>Doch auch an der Personenregie hat Harry Kupfer einiges verändert. Die Figuren sind deutlich weniger stark ausgeprägt als in früheren Inszenierungen und kaum einem gelingt es, seine Rolle so zu interpretieren, dass sie dem Zuschauer im Gedächtnis bleibt. Zu den Ausnahmen gehören Thomas Borchert (Leopold Mozart) und Barbara Obermeier (Nannerl). Gernot Romic (Wolfgang Mozart) und Ana Milva Gomes (Baronin von Waldstätten) holen alles aus ihren Charakteren heraus, was nach der Überarbeitung noch möglich ist.</p>
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<div><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_2.png" alt="" width="398" height="245" /></div>
<p class="Body">Jon G. Goldsworthy hat als Graf Arco ein gutes Auftreten, er kuscht nach oben und tritt nach unten. Familie Weber, allen voran Cäcilia (Susanna Panzner) ist laut und überzeugt durch ihre Durchtriebenheit, doch bleibt sie alles in allem recht fad. Schade, dass gerade Cäcilias überkandideltes, extravagantes Verhalten nicht mehr erkennbar ist.</p>
<p class="Body">Barbara Obermeier macht als Nannerl eine glaubhafte Wandlung von der schüchternen, traurigen kleinen Schwester zur selbstbewussten jungen Frau durch. Ihr Bedauern über den Wegzug des Bruders („Der Prinz ist fort“) gehört zu den schönsten und zugleich traurigsten Stücken des Abends.</p>
<p class="Body">Emanuel Schikaneder, dem die Vereinigten Bühnen Wien in der kommenden Spielzeit ein eigenes Musical widmen, wird von Martin Pasching sehr gut gespielt. Es ist eine kleine, aber für das Geschehen nicht unwesentliche Rolle, was Pasching gut umzusetzen weiß.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Als Wegbereiterin Mozarts, Baronin von Waldstätten, steht Ana Milva Gomes auf der Bühne des Raimund Theaters. Ihre warme Stimme passt gut zu der selbstbewussten Baronin und obgleich Gomes im Verhältnis sehr jung ist, gelingt es ihr, die über jeden Zweifel erhabene Dame der Wiener Gesellschaft glaubhaft darzustellen. Mark Seibert gibt den nicht weniger mächtigen Fürsterzbischof Colloredo. Er agiert durchaus rollendeckend, aber man vermisst die akzentuierten, selbstherrlichen Gesten, die Felix Martin in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Mozart.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1393">Hamburg</a></span> perfektioniert hat. Aus den gesungenen Schlagabtauschen mit Mozart (Romic) geht er keinesfalls immer als Sieger hervor.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mozart_Wien_2015_files/shapeimage_3.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Ein weiterer starker Charakter, mit dem sich Wolfgang Mozart zeitlebens auseinandersetzte, war sein Vater. Thomas Borchert hat diese Rolle bereits bei der Uraufführung 1999 gespielt und kann aus dem Vollem schöpfen. Er ist streng, kann aber auch Gefühle zeigen. An seiner Interpretation gibt es nichts zu deuteln und man ist dankbar, dass dieser unbeugsame Charakter mit einem so erfahrenen Darsteller besetzt wurde.</p>
<p class="Body">Bleibt noch Franziska Schuster als Constanze Weber/Mozart/Nissen. Ihr gelingt es mit jugendlicher Leichtigkeit, Mozart den Kopf zu verdrehen und sie spielt die quirlige Rumtreiberin sehr gut.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Angeführt wird das Ensemble von Gernot Romic, der als Zweitbesetzung von Wolfgang Mozart zu sehen ist. Dessen jungenhaften Charme und die Gleichgültigkeit gegenüber Machtpersonen kann er sehr glaubhaft über die Rampe bringen und auch wenn nicht alle Töne hundertprozentig sitzen und einige Passagen zu schnell für ihn scheinen, weiß er als Freigeist Wolfgang Mozart zu überzeugen.</p>
<p class="Body">Was lässt sich als Fazit für diese Neu-Inszenierung festhalten? Manchmal ist es einfach gut, etwas Funktionierendes nicht zu ändern. Durch die vielen Projektionen, die Szenenwechsel mittels Stuhlverschiebungen und die uneinheitliche Linie bei den Kostümen wird das Publikum stark vom eigentlichen Inhalt und der Hauptfigur abgelenkt. Auch die geänderten Arrangements und neue Texte, die sich nicht reimen, gepaart mit schwach ausgearbeiteten Charakteren lassen diese Inszenierung nicht überzeugend wirken.</p>
<p class="Body">Die neue Generation Musicalbesucher kennt nur diese Inszenierung, die in der kommenden Spielzeit auf Tour geschickt wird. Ob sich diesen Zuschauern der Hype vermittelt, der einst von diesem dunklen, charakterstarken Musical ausging? Ich wage dies zu bezweifeln.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Raimund Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung:</span> </strong>12. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span> </strong>Gernot Romic, Ana Milva Gomes</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Bühne:</span> </strong>Harry Kuper / Hans Schavernoch</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos: </span></strong>VBW / Deen van Meer 2015</span></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Drama in zwei Akten</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-drama-in-zwei-akten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2008 12:54:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Grassini]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth]]></category>
		<category><![CDATA[Harry Kupfer]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Pol]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Arno]]></category>
		<category><![CDATA[Pia Douwes]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvester Levay]]></category>
		<category><![CDATA[Theater des Westens]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Kröger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das erfolgreichste deutschsprachige Musical als Tourfassung in einer neuen Inszenierung? Auch wenn Originalregisseur Harry Kupfer das Heft in der Hand und mit Pia Douwes und Uwe Kröger zwei Originaldarsteller der Wiener Uraufführung von 1992 für die Hauptrollen engagiert hatte, so hielten sich doch im Vorfeld einige Bedenken. Kann man eine Produktion, die von opulenten Kostümen ...</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Das erfolgreichste deutschsprachige Musical als Tourfassung in einer neuen Inszenierung? Auch wenn Originalregisseur Harry Kupfer das Heft in der Hand und mit Pia Douwes und Uwe Kröger zwei Originaldarsteller der Wiener Uraufführung von 1992 für die Hauptrollen engagiert hatte, so hielten sich doch im Vorfeld einige Bedenken. Kann man eine Produktion, die von opulenten Kostümen und Großkulissen nur so strotzt, auf eine üblicherweise minimalistische Tournee-Version zusammendampfen? Können Douwes und Kröger ihre Paraderollen auch nach 16 Jahren noch glaubhaft über die Rampe bringen? Diese Vorbehalte sollten sich teilweise als sehr begründet darstellen, aber dazu später mehr.</p>
<p class="Body">Gleich vornweg: Wer gehofft hatte, dass in Berlin die positiven Effekte und Regiekniffe aus Essen, Stuttgart und Wien zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefasst würden, der wurde enttäuscht. Die Berliner Inszenierung entspricht weitestgehend der Version, die bis Ende 2005 in Wien gespielt wurde.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1343">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Bühne hat sich optisch natürlich etwas verändert. Dort wo in Wien Bühnenfüllende Hintergrundvorhänge das Ambiente der Szene bestimmt haben, muss in Berlin eine mehrfach unterteilte Leinwand mit eher selten stimmigen Hintergrundprojektionen für Stimmung sorgen. Dies misslingt jedoch gründlich. Zum einen durch die Unterteilung der Leinwand, die notwendig ist, damit die Darsteller wie Figuren in einem Wetterspiel durch die Öffnungen „fahren“ können, zum anderen, da die projizierten Motive teilweise unpassend oder schlichtweg nicht zu erkennen sind (Es könnte auch irgendeine Kirche sind und nicht die Augustinerkappelle oder irgendein Schloss und nicht die Hofburg oder Schönbrunn).</p>
<p class="Body">Auch an pompösen Großkulissen wurden aus nachvollziehbaren Gründen gespart, handelt es sich doch nicht um eine Ensuite-Produktion der Stage Entertainment oder Vereinigten Bühnen Wien, sondern um ein Stück der LaBelle Musical Tournee GmbH (u. a. „Robin Hood“), deren einzige Spielorte bisher Berlin (bis 28. September) und Basel (ab 17. Oktober) sind. Dennoch sind Bühnenbilder und Kostüme für eine Musicaltournee absolut in Ordnung. Hat man jedoch den Vergleich fehlt einem die Liebe zum Detail, den Perücken sieht man den Rotstift an, den Kostümen fehlt es an den reichhaltigen Feinheiten, die man mit einem pompösen Adelshaus verbindet. Besonders ins Gewicht fallen die Sparmaßnahmen in einigen wichtigen Szenen:</p>
<ul>
<li class="full-width">
<p class="paragraph_style">Die Hochzeitsszene wurde komplett verschenkt, da keinerlei optische Hochzeitsausstattung zu erkennen ist – Elisabeth und Franz Josef sehen genauso aus wie die Hochzeitgäste. Ganz zu schweigen von einem roten Teppich, den man hier als Andeutung eines Kirchengangs komplett vermisst.</p>
</li>
<li class="full-width">
<p class="paragraph_style">Wenn Elisabeth am Sarg ihres Sohns Rudolf zusammenbricht, wäre es durchaus hilfreich, dieses auch auf der Bühne zu sehen. Eine solche Szene ins Leere zu spielen, entbehrt jeglicher Seriosität.</p>
</li>
<li class="full-width">
<p class="paragraph_style">Das Feldbett, das während „Die Schatten werden länger“ auf dem schwarzen Flügel-Gefährt des Todes platziert ist, ist mehr als nur unpassend. Es zieht die ansonsten sehr intensive Szene ins Lächerliche.</p>
</li>
</ul>
<p class="Body">Sehr gut hingegen ist die Szene im „Wiener Kaffeehaus“: Während die lästernden Wiener in der österreichischen Inszenierung noch mit eher unpassend anmutenden Autoscootern über die Bühne fuhren, steuern die Darsteller in der aktuellen Produktion Podeste mit jeweils einem Tisch und mehreren Stühlen, die perfekt an die gemütlichen Kaffeehäuser erinnern.</p>
<p class="Body">Doch neben diesen optischen Anpassungen, mit denen man sich irgendwie noch arrangieren kann, ist es vor allem die glatte und kalte Regieführung, die diese neue „Elisabeth“ schwächt. Harry Kupfers Inszenierung ist emotionslos und unaufregend. Es scheint nicht mehr darum zu gehen, das dramatische Leben von Elisabeth zu erzählen; Gefühle spielen offenbar keine Rolle mehr.</p>
<p class="Body">Natürlich transportieren die herausragende Partitur von Sylvester Levay und die Texte von Michael Kunze alle nur erdenklichen Stimmungen, doch wenn diese schauspielerisch nicht aufgegriffen werden (dürfen), fragt man sich, warum man sich nicht einfach eine der CDs zur Show anhört.</p>
<p class="Body">Keiner der Darsteller berührt durch sein Schauspiel. Das ist sehr schade, denn nicht nur Elisabeth geht im Laufe des Musicals durch ein Wechselbad der Gefühle. Auch bspw. Erzherzogin Sophie hat und zeigt ihre schwachen Seiten („Bellaria“), doch in Berlin gibt Christa Wettstein eine hölzerne, verbitterte und missgünstige Kaisersmutter. Das majestätische und ehrfurchgebietende der ehemaligen Regentin lässt sie gänzlich vermissen. Auch gesanglich vermag sie die tiefe Liebe und Enttäuschung nicht zu vermitteln, die diese Frau geprägt haben.</p>
<p class="Body">Auch Oliver Arno vermag als Kronprinz Rudolf nicht zu überzeugen. Er ist kaum zu hören, bleibt in jeder Szene gleichermaßen blass und unscheinbar und hat einem Uwe Kröger nichts entgegenzusetzen.</p>
<p class="Body">Ebenso wenig zufrieden stellend sind die Auftritte von Bruno Grassini als Luigi Lucheni. Der Erzähler, der in anderen Inszenierungen das Publikum um den Finger wickelt, kämpft im Theater des Westens einen aussichtslosen Kampf: Seine Witze kommen nicht an, der Sarkasmus ist nicht pointiert und gesanglich hinkt er meilenweit hinter seinen Rollenvorgängern hinterher.</p>
<p class="Body">Positiv stechen da Markus Pol und Maike Katrin Schmidt hervor, die als Kaiser Franz-Joseph und Herzogin Ludovika / Frau Wolf rollendeckend agieren und ihre wenigen Songs schön und gefühlvoll interpretieren.</p>
<p class="Body">Bleiben noch die beiden Protagonisten des Stücks: Pia Douwes als Elisabeth und Uwe Kröger als der Tod. Beide haben ihre Rollen in der Weltpremiere kreiert und sind ganz sicher über jede Kritik erhaben. Beide haben in den letzten 16 Jahren eine enorme Karriere gemacht, die auch ihren Paraderollen zu Gute kommt. Pia Douwes hat die Rolle in vielen Inszenierungen perfektioniert. Rein vom Gesang her nimmt man ihr die 16-jährige Landprinzessin Sisi genauso ab wie die verbitterte Kaiserin auf der Flucht vor ihren Verpflichtungen. Optisch lässt sich der Altersunterschied nicht so gut kaschieren. Doch ab der 20. Reihe nimmt man nicht mehr wahr, dass die Hauptdarstellerin ihrer Bühnenfigur im ersten Akt gut 25 Jahre an Lebenserfahrung voraus hat. Leider krankt aber auch ihre Interpretation an der seltsam schnörkellosen Regie von Harry Kupfer. Nahezu leidenschaftslos und kalt spielt sich Douwes durch die einzelnen Szenen. Gänsehaut bei „Ich gehör nur mir“? – Fehlanzeige!</p>
<p class="Body">Auch die Szenen mit ihrem langjährigen Kollegen Uwe Kröger verhallen spannungslos. Verhaltener Applaus zeigt an, dass das Publikum emotional nicht gefesselt ist. Und dass, obwohl die Beziehung von Elisabeth und dem Tod musikalisch und textlich nur so Funken sprüht.</p>
<p class="Body">Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Uwe Kröger weder schauspielerisch noch gesanglich überzeugen kann. Er ist einfach Uwe Kröger, und das mit Inbrunst und Nachdruck. Doch der androgyne Tod, der Verführer und Liebhaber von Elisabeth? Nein, der ist er leider nicht mehr. Man hat häufig das Gefühl, dass Kröger versucht, sich aus der starren Regie zu befreien, indem er eigene Phrasierungen einfließen lässt. Doch Stimme und Bewegungen fehlt es an Leichtigkeit und jugendlichem Charme. Der Tod ist in der Tournee-Inszenierung weder bedrohlich, noch leidenschaftlich, sondern einfach Uwe Kröger.</p>
<p class="Body">Wäre nicht das herausragende Orchester unter der Leitung von Bernd Steixner, man würde sich wirklich fragen müssen, warum „Elisabeth“ so viele Preise abgeräumt hat. Doch Steixner treibt seine 25 Musiker zu Höchstleistungen an und macht aus dem Drama-Musical ein exzellentes Musiktheaterstück und entschädigt so für manchen Mangel auf der Bühne.</p>
<p class="Body">Ansonsten enttäuscht die überarbeitete „Elisabeth“ über lange Strecken. Schade, dass man die Chance nicht genutzt hat, das Beste aus den bisherigen Inszenierungen zusammenzutragen.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style_1"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater des Westens, Berlin</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>April 2008</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Pia Douwes, Uwe Kröger, Markus Pol, Bruno Grassini, Oliver Arno</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Harry Kupfer / Sylvester Levay<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> LaBelle Musical Tournee GmbH<br />
</span></p>
</div>
</div>
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