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	<title>Gino Emnes-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Gino Emnes-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Wer lebt, wer stirbt, wer schreibt Geschichte?</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 18:05:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Hamilton&#8220; ist auf den ersten Blick ein durch und durch US-amerikanisches Stück: Im Mittelpunkt steht mit Alexander Hamilton einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Das von ihm eingeführte Federal Reserve System ist bis heute prägend für das Land. Doch tatsächlich geht es auch um einen Imigranten, der aus dem Nichts kommt, das, was er gut ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">Wer lebt, wer stirbt, wer schreibt Geschichte?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Hamilton&#8220; ist auf den ersten Blick ein durch und durch US-amerikanisches Stück: Im Mittelpunkt steht mit Alexander Hamilton einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Das von ihm eingeführte Federal Reserve System ist bis heute prägend für das Land.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3252 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_EinSchuss_cJohan_Persson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch tatsächlich geht es auch um einen Imigranten, der aus dem Nichts kommt, das, was er gut kann (Schreiben) bis zum Exzess betreibt, Erfolge feiert, an Grenzen stößt und die Menschen verletzt, die ihm am nächsten stehen. Diese Geschichte von A. Ham, einem jungen Mann, der Fehler machte und sich nicht scheute, dazu zu stehen, diese Geschichte kann man auch ganz wunderbar einem deutschen Musicalpublikum erzählen. Tragische und schwere Stücke funktionieren in Deutschland auf Ensuite-Bühnen schon seit vielen Jahren nicht mehr wirklich, doch die sehr besondere Art und Weise, in der Lin-Manuel Miranda und sein Team Hamiltons überaus abwechslunsgreiches Leben auf der Bühne nachzeichnen, zieht die Zuschauer in ihren Bann.</p>
<p>Sieben Jahre nach der Broadway-Premiere und fünf Jahre nachdem &#8222;Hamilton&#8220; auch das <a href="https://www.musicals-online.com/?p=2661">West End</a> im Sturm eroberte, kommt nun das deutschsprachige Publikum in den Genuss der ersten nicht-englischen Fassung dieses Musicalhits. Aber kann man die englischen Songtexte und Raps &#8222;einfach&#8220; so übersetzen? Es hat (auch wegen der Corona-Pandemie) ganze drei Jahre gedauert, bis die deutsche Version von Lin-Manuel Miranda freigegeben wurde. Kevin Schroeder und Rapper Sera Finale haben sich in ihrer Zusammenarbeit immer wieder gegenseitig herausgefordert und von vornherein nicht den Fehler gemacht, die fast 27.500 englischen Worte 1:1 zu übersetzen. Sie mussten auf Metrik, Inhalt sowie Sprachstruktur achten und natürlich auch den nicht zu vernachlässigenden Wortwitz unter einen &#8222;singbaren&#8220; Hut bringen. In diesem <a href="https://www.mopo.de/rausgehen/kultur/arschbombe-ins-konfetti-wie-ein-rapper-den-musical-hype-hamilton-uebersetzte/">Interview</a> beschreibt Sera Finale sehr eindrücklich, wie herausfordernd dieses Projekt war.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3253 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-1024x680.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-768x510.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson-1536x1020.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_DieSchuylerSchwestern_cJohan-Persson.jpg 1768w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch ich habe, wie viele andere, daran gezweifelt, dass man dieses Hochgeschwindigkeits-Musical zielgenau ins Deutsche übertragen kann. Doch ich zolle der Leistung von Sera Finale und Kevin Schroeder höchsten Respekt. Die Texte sind pfiffig, unterhaltsam, rasend schnell und zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt. Und: Man versteht wirklich alles! &#8222;Young, scrappy &amp; hungry&#8220; mit &#8222;Jung, scharf &amp; geladen&#8220; zu übersetzen, klingt bspw. erstmal nicht ganz richtig, doch im Kontext passt es hervorragend. Von solch freien Adaptionen gibt es viele und sie sind rundum gelungen.</p>
<p>Doch gerade &#8222;Hamilton&#8220; entfaltet seine ganze Kraft erst durch die Künstler auf der Bühne. Auch in Hamburg steht eine bunte Mischung aus Musicaldarstellern, Rappern und Popsängern auf der Bühne. Genauso wie in New York und London ist die Besetzung so divers wie sie nur sein kann. Die 34 Ensemble-Mitglieder stammen aus 13 verschiedenen Nationen. So hatte sich Miranda seinen &#8222;Hamilton&#8220;-Cast 2015 ausgedacht.</p>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-3248 " src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-370x400.jpg" alt="" width="291" height="315" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-370x400.jpg 370w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-946x1024.jpg 946w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975-768x831.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_KönigGeorge_A_Jan-Kersjes_cJohanPersson-e1665087562975.jpg 1383w" sizes="(max-width: 291px) 100vw, 291px" />Auch optisch steht die Bühne im Operettenhaus der Orginalversion im Richard Rodgers Theatre (David Korins) in nichts nach. Gleiches gilt für die Kostüme (Paul Tazewell). Das dies so konsequent umgesetzt wurde, ist sehr zu begrüßen, denn krampfthaft auf den deutschen Markt angepasste Sets sorgen in den allerseltensten Fällen für eine Verbesserung. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal das originale Lichtdesign (Howell Binkely), das auch in Hamburg wunderbare Räume auf der ansonsten recht einfarbig hölzernen Bühne erschafft.</p>
<p>Schon mit dem Opening Song wird das Publikum direkt in eine musikalisch ungewohnte Welt entführt. &#8222;Alexander Hamilton&#8220; zeigt fast die komplette Bandbreite dessen, was im Laufe der Show noch geboten wird. Alle Sänger intonieren die deutschen Hiphop-Texte akkurat und die Timings sind perfekt. Das ist besonders deshalb bemerkenswert, da für die meisten von ihnen Deutsch nicht die Muttersprache ist. Aber weder bei Gino Emnes (Aaron Burr), noch bei Daniel Dodd-Ellis (Lafayette / Jefferson) oder Benét Monteiro (Alexander Hamilton) hört man dies. Kein Vergleich zu den immer noch üblichen phonetischen &#8222;Überraschungen&#8220; wie bspw. bei &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/?p=3110">Wicked</a>&#8220; oder immer wieder beim &#8222;Starlight Express&#8220;.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3255 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio1_Yorktown_cJohanPersson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Eine präzise Intonierung ist bei dieser Show essentiell. Sich verhaspeln? Ein Texthänger? Mirandas Kompositionen verzeihen keinen Fehler. Dessen sind sich die Künstler ganz sicher bewusst und dennoch sieht alles so leicht und locker aus, wie man es sich wünscht. Da bleibt nur wenig Zeit für freche Grimassen, &#8222;zufällige&#8220; Mic Drops usw. Doch auch diese bauen die Künstler erfolgreich mit ein.</p>
<p>Monteiro gelingt die Gratwanderung zwischen ehrgeizigem, immer korrektem Politiker und gefühlvollem, geläutertem Ehemann und Vater ganz herovrragend. Es sprüht vor Energie, bringt die Choreographien und rasanten Songs gleichermaßen überzeugend über die Rampe. Dabei hat er den sprichwörtlichen Schalk im Nacken und erobert damit die Sympathien des Publikums im Handumdrehen. Hamiltons jahrelanger Widersacher, Aaron Burr, wird von Gino Emnes mit viel Verbissenheit und Berechnung gespielt. Burrs Bedauern, dass ausgerechnet er es ist, der das Genie Hamilton erschießt, nimmt man Emnes sofort ab.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3249 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-768x1152.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-1024x1536.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson-1365x2048.jpg 1365w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio3_Aaron-Burr-Gino-Emnes_cJohanPersson.jpg 1382w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Hamiltons Wegbegleiter, der Marquis de Lafayette, Hercules Mulligan und John Laurens, sorgen von Anfang an für richtig Stimmung: Dodd-Ellis rappt sich gekonnt durch den 1. Akt, nur in den Schatten gestellt von Redchild, der Mulligan eine nachdrückliche Präsenz verleiht. Oliver Edward spielt Hamiltons treuesten Freund John Laurens sehr nahbar. Alle drei dürfen in der zweiten Hälfte in weiteren Rollen glänzen: Dodd-Ellis als der sicherlich nicht nur zufällig an Prince erinnernde Jefferson, Redchild als kränkelnder Madison und Edward als Philip Hamilton. Hier zeigen sie noch einmal eine ganz andere, mal extravagante (Jefferson), mal sensible (Philip Hamilton), Facette. Dieser inszenartorische Kniff ist großartig, verlangt den Darstellern aber auch sehr viel ab.</p>
<p>Die Schuyler Schwestern sind ebenfalls hervorragend gecasted: Chasity Crisp ist eine sehr fürsorgliche Angelica und stellt als große Schwester ihr eigenes Glück hinter ihre Pflicht. Crisps soulige Stimme geht unter die Haut und sorgt insbesondere in den Duetten mit Ivy Quainoo als Eliza für Gänsehaut. Die gesanglichen Harmonien sind hier perfekt ausgearbeitet. Quainoo kennen viele als Gewinnerin von &#8222;The Voice of Germany&#8220;. Dass sie singen kann, muss sie nicht beweisen. Aber auch schauspielerisch steht sie den Kolleginnen in nichts nach. Sie zeichnet die komplette Bandbreite von der verliebten Braut bis zur trauernden Witwe sehr gefühlvoll nach.</p>
<p>Die dritte im Bunde ist Mae Ann Jorolan, die als kleine Peggy eine Nebenrolle übernimmt (mit ihrem ersten Auftritt aber ganz klar die Lacher auf ihrer Seite hat), aber als Maria Reynolds ihre verführerische Seite zeigen und ihre tolle rauchige Stimme zu Gehör bringen darf.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3251 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-HAM_HH_Prio2_HierKommtDerGeneralcJohanPersson-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch Charles Simmons als George Washington und Jan Kersjes als King George III., zwei unumstrittene Führungspersönlichkeiten. Simmons ist väterlich-schützend, macht klare Ansagen und verkörpert den ersten US-Präsidenten sehr überzeugend. Kersjes hat die dankbarste Rolle in &#8222;Hamilton&#8220;. Er darf als amüsant-zickiger Side-Kick das Geschehen in den USA kommentieren und nimmt kein Blatt vor den Mund. Kersjes&#8216; Mimik, seine Spielfreude, gepaart mit King George&#8217;s fieser, überheblicher Art lassen das Publikum schon juchzen, wenn er nur die Bühne betritt.</p>
<p>Die zehn Protagonisten (einen einzelnen Hauptdarsteller gibt es nicht) müssen nicht nur ihre Charaktere verstehen, darstellen und gesanglich wiedergeben können, auch tänzerisch werden sie mit eingebunden, was allen gut gelingt. Andy Blankenbuehlers Choreographien sind zackig, präzise und unterstreichen das Gesungene durch Bewegungen bis in Detail. Leider schaffen es die Tänzerinnen und Tänzer nicht durchgehend, dieses hohe Niveau zu halten (Kisha Howard, Resident Dance Supervisor). Mehrfach tanzt jemand aus der Reihe oder verpasst seinen/ihren Einsatz. Das ist schade.</p>
<p>Die zehn Musiker unter der Bühne begleiten das Geschehen auf der Bühne gekonnt. Philipp Gras sorgt für das richtige Tempo, was bei &#8222;Hamilton&#8220; durchaus herausfordernd sein kann. Einzig die verstärkenden Einspieler (u.a. bei &#8222;Rewind&#8220;) klingen sehr seltsam.</p>
<p>&#8222;Hamilton&#8220; auf Deutsch ist ein rundum gelungenes Experiment. Mehr als das, es ist endlich mal wieder ein Stück Broadway an der Elbe, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Ja, die Show ist anders als alles, was man bisher hierzulande gesehen hat. Doch wenn man sich darauf einlässt, wird man vollumfänglich belohnt. Derart viele Emotionen, verpackt in Pop, Hiphop und Rap von höchster Güte, findet man sonst nirgends auf dem Musicalmarkt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Medienpremiere: </span></strong><span class="Bold">5</span>. Oktober 2022</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Benét Monteiro, Gino Emnes, Charles Simmons, Daniel Dodd-Ellis, Redchild, Oliver Edward, Jan Kersjes, Chasity Crisp, Ivy Quainoo, Mae Ann Jorolan</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik &amp; Buch:</span></strong> <span class="Bold">Thomas Kail (Resident Director: Denise Obedekah) / Lin-Manuel Miranda<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson<br />
</span></div>
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		<title>Eine ausgewogene Mischung</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-ausgewogene-mischung/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2022 09:26:10 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Abla Alaoui]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Miss Saigon&#8220; hat mit seinen inzwischen 33 Jahren nichts an Strahlkraft einbüst. Noch immer trifft die Geschichte von Kim und Chris ins Herz. Die Auswirkungen des Vietnamkrieges auf die Menschen vor Ort sowie die Soldaten, die traumatisiert in die USA zurückgekehrt sind, macht mehr als nur betroffen. Nach den erfolgreichen Wiederaufnahmen im West End 2014 ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Miss Saigon&#8220; hat mit seinen inzwischen 33 Jahren nichts an Strahlkraft einbüst. Noch immer trifft die Geschichte von Kim und Chris ins Herz. Die Auswirkungen des Vietnamkrieges auf die Menschen vor Ort sowie die Soldaten, die traumatisiert in die USA zurückgekehrt sind, macht mehr als nur betroffen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3214" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-400x285.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-400x285.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-1024x730.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-768x548.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-1536x1095.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-ChristianReyMarbellaEngineer©Johan_Persson-2048x1460.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Nach den erfolgreichen Wiederaufnahmen im West End 2014 und am Broadway 2017 durfte sich auch Wien auf die Premiere dieses berührenden Klassikers freuen. Pandemie-bedingt fand die Premiere im Januar 2022 zwar deutlich später statt als geplant, doch die fünf Monate Spielzeit im zuvor komplett renovierten Raimund Theater sorgten für ein volles Haus!</p>
<div>Jean-Pierre Van Der Spuy hat das Musical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil in Wien inszeniert. Einiges erinnert an Oper (bspw. wenn der Geist vion Thuy Kim erscheint), anderes an klassisches Broadway / West End Musical (u. a. &#8222;American Dream&#8220;). Insgesamt sind viele Szenen jedoch recht langatmig, was dem Stück nicht wirklich zugute kommt. Dadurch wirkt es noch düsterner und getragener als es ohnehin aufgrund der tragischen Handlung schon ist.</div>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3211 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-400x285.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-400x285.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-1024x730.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-768x547.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-1536x1095.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-OedoKuipersChrisVanessaHeinzKim©Johan_Persson-2048x1460.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass es leider bei einigen Darstellern an der deutschen Aussprache hapert. Christian Rey Marbella ist eine exzellente Wahl für den Engineer, aber er hat mit den deutschen Texten und deren Geschwindigkeit doch häufig arg zu kämpfen. Doch es gelingt ihm ganz großartig das Publikum mit typisch wienerischen Ausdrücken für sich zu gewinnen. Seine schelmische Art trägt ebenfalls dazu bei, dass man mit dem ansonsten sehr egoistischen Zuhälter auch etwas Mitleid empfindet. In der englischen Originalsprache ist er ganz sicher rundum überzeugend!</p>
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<div>Aynrand Ferrer stand mit Christian Rey Marbella bereits während der UK &amp; Ireland Tour von &#8222;Miss Saigon&#8220; auf der Bühne. Ihr selbstbewusster Ausdruck ist ein beeindruckender Gegenpol zu der schüchternen Kim zu Beginn des Stücks. Selten hat man eine so starke Kim gesehen. Auch gesanglich weiß die junge Philippina absolut zu überzeugen.</div>
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<div>Eine weitere Debütantin auf Wiener Bühnen ist Annemarie Lauretta, die als Gigi ein deutliuches Statement setzt. Stimmlich lässt sie aufhorchen und stellt auch schauspielerisch und täzerisch ihre Kollegen in den Schatten. Ebenfalls zum ersten Mal in Wien zu sehen, ist James Park als ungewöhnlich beeindruckender Thuy. Man spürt (und hört) seine klassische Opernausbildung. Er hat eine sehr einschüchternde Präsenz, was dieser ansonsten meist unscheinbaren Figur sehr gut zu Gesicht steht.</div>
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<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3212" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-285x400.jpg" alt="" width="214" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-285x400.jpg 285w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-730x1024.jpg 730w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-768x1077.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-1095x1536.jpg 1095w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-1460x2048.jpg 1460w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-GinoEmnes-John©Johan_Persson_-scaled.jpg 1825w" sizes="auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px" />Gino Emnes ist für das Wiener Publikum ein alter Bekannter. Als John kommt ihm die Rolle des väterlichen Freundes und im zweiten Akt des geläuterten Aufklärers zu, der versucht, wenigstens ansatzweise wieder gutzumachen, was der Einmarsch der Amerikaner in Vietnam zerstört hat. &#8222;Bui Doi&#8220; ist der erwartete Showstopper. Der Chor ist grandios, das Orchester geht (nicht nur in diesem Song) unter die Haut. Emnes! nachdrückliches Spiel und die Art wie er die Worte &#8222;Bui Doi&#8220; betont, machen diesen mahnenden Song noch intensiver.</div>
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<div>Gleichsam nachdrücklich sind Gesang und Spiel von Abla Alaoui, die Chris&#8216; liebende Ehefrau Ellen mit viel Fingerspitzengefühl gibt und gleichzeitig versucht, die Gefühle von Kim nicht zu verletzen. Beides gelingt ihr hervorragend.</div>
<p>Seit einigen Jahren gilt Oedo Kuipers in Wien als feste Größe. So überrascht es nicht, dass er als GI Chris eine der Hauptrollen in &#8222;Miss Saigon&#8220; übernehmen darf. Er spielt gefühlvoll, wo es erforderlich ist, geht aber auch stark aus sich heraus, wenn es die Umstände erfordern. Auch gesanglich passt er sehr gut auf das Rollenprofil.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-3213" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-400x285.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-400x285.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-1024x730.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-768x547.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-1536x1095.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/06/MISS-SAIGON-AblaAlaouEllen©Johan_Persson-2048x1460.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Neben den sehr guten Darstellerinnen und Darstellern lebt &#8222;Miss Saigon&#8220; auch von der ein oder anderen technischen Finesse. Dazu zählt natürlich der Cadillac, der während des &#8222;American Dream&#8220; des Engineers auf die Bühne gefahren kommt. Doch in erster Linie ist es immer wieder spannend zu sehen, wie der &#8222;Huey&#8220;, der im Vietnamkrieg eingesetzte Helikopter Bell UH-1 Iroquois, dargestellt wird. In der Wiener Inszenierung kann dies vollumfänglich als gelungen bezeichnet werden. Zunächst nur eine Projektion, öffnet sich kurz darauf ein Vorhang und gibt den Blick frei auf einen &#8222;schwebenden&#8220; Huey mit drehenden Rotoren (sowohl oben als auch am Heck), in den die US-Soldaten reinklettern. Diese Szene zeigt die Arbeit von Produktionsdesign (Totie Driver und Matt Kinley), Lichtdesign (Bruno Poet), Sounddesign (Mick Potter), Projektionen (Luke Halls) und Orchestrierung (William David Brohn) in Reinkultur. Chapeau!</p>
<p>Die Wiener Inszenierung von &#8222;Miss Saigon&#8220; hat definitiv ihre starken Momente, doch auch einige Längen. Hundertprozentig aus einem Guss wirkt die Produktion nicht, so sie reißt das Publikum zu stehenden Ovationen hin. Was will man mehr?!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Raimund Theater, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">11</span><span class="Bold">. Juni 2022</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Aynrand Ferrer, Christian Rey Marbella, Annemarie Lauretta, James Park, Gino Emnes, Abla Alaoui, Oedo Kuipers</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Jean-Pierre Van Der Spuy / Claude-Michel Schönberg<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson<br />
</span></p>
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		<title>Professionelle Behandlung von musikalischen Entzugserscheinungen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/professionelle-behandlung-von-musikalischen-entzugserscheinungen/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 09:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
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		<category><![CDATA[Stage Entertainment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Mitte März blieben die Lichter in den Stage Entertainment Theatern dunkel. Künstlerinnen und Künstler aller Gewerke müssen auf die Bretter, die für sie nicht nur die Welt, sondern auch den Lebensunterhalt bedeuten, verzichten. Zuschauer versuchen, die fehlenden Theaterbesuche mit zahlreichen Streams von Musicals oder Konzerten zu kompensieren, doch kein noch so großer Fernseher kann das Live-Erlebnis ersetzen!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2962 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1378-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Wie alle anderen Theater auch, muss die Stage Entertainment seit Monaten auf Einnahmen in Millionenhöhe verzichten. Doch der Musicalkonzern hat sich etwas überlegt, um in diesen Pandemie-geplagten Zeiten wenigstens ein bisschen Live-Musical-Feeling zu erzeugen. Mit der Premiere ihres Konzert-Formats „MUSICALSTARS UNPLUGGED“, einem Live-Konzert, welches dem Publikum per (kostenpflichtigem) Stream zur Verfügung gestellt wurde, soll allen die Wartezeit verkürzt werden, bis der Theaterbetrieb endlich wieder aufgenommen werden darf.</p>
<p>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs und Sabrina Weckerlin liefern gemeinsam mit der siebenköpfigen Live-Band ein buntes Potpourri an Musical-Songs – natürlich zumeist aus Stage Entertainment Shows – ab, das insbesondere aufgrund außergewöhnlicher Interpretationen einige Highlights bietet.</p>
<p>Pasquale Aleardi („Panamour“) führt als Moderator durch den Abend. Jeder Darsteller muss sich allein oder paarweise musikalischen Challenges stellen. Die Künstler sinnieren über die gemeinsame Vergangenheit, die Herausforderungen von Corona-Beschränkungen und was sie an den Challenge-Songs besonders mögen.</p>
<p>So kommt es, dass Sabrina Weckerlin eine Gänsehaut-Fassung des „Ewigen Kreis“ aus „Der König der Löwen“ zum Besten gibt. Ihre Stimmfarbe und greifbaren Emotionen verleihen dem Song eine ganz neue Tiefe. Als Duettpartner steht ihr Gino Emnes zur Seite, der das Stück natürlich aus dem Effeff kennt. Emnes darf dann mit „Waiving through a window“ aus dem Broadway und West End Hitmusical „Dear Evan Hansen“ seinerseits zeigen, was er technisch und stimmlich draufhat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2963 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg" alt="" width="400" height="205" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-400x205.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-1024x526.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-768x394.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-1536x788.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_2874-2048x1051.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Auch die nächste Gruppe – Mathias Edenborn und Kristina Love mit Gino Emnes – liefert ungewöhnliche Versionen bekannter Songs: Edenborns „Music of the Night“ wirkt durch die alleinige Begleitung mit einer Akustikgitarre ganz pur und verletzlich, während Love mit Emnes das perfekte Duo formt, wenn sie „A whole New World“ aus „Aladdin“ singen. Die beiden warmen Soulstimmen harmonieren wundervoll.</p>
<p>Sabrina Weckerlin und Mathias Edenborn lassen in der Folge noch einmal ihre gemeinsame Zeit bei „Wicked“ aufleben und zeigen mit „Solang ich Dich hab“, dass sie nicht zufällig als Elphaba und Fiyero besetzt wurden, auch wenn Edenborn ganz klar macht, dass er – trotz seines jugendlich-frischen Klangs – sicherlich kein College Prince mehr ist und somit für die neue Fassung von „Wicked“ in Hamburg nicht zur Verfügung steht.</p>
<p>Anton Zetterholm kann zwar aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen nicht mit seinen Kollegen auf der Bühne stehen, wird aber mit einigen Grußbotschaften in das Konzert integriert, u. a. ein sehr gefühlvolles „Dir gehört mein Herz“ mit seiner sichtlich schwangeren Frau Harriet Jones.</p>
<p>Lustige Einsätze steuern Pasquale Aleardi und John Voijs mit Einlagen aus „Ich war noch niemals in New York“ bei: Aleardi singt „Griechischer Wein“ auf griechisch, während Voijs ihn an der Gitarre begleitet und simultan übersetzt. Das Voijs mehr bieten kann als den Gassenhauer „Ehrenwertes Haus“ wird mehr als deutlich, aber die Stimmung passt perfekt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2961 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/12/musicalstars_1853-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die Runde wird komplettiert von Maricel, die neben ihrem Showstopper „Rodeo Drive“ aus „Pretty Woman“ noch eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Version der „Totalen Finsternis“ zum Besten gibt: Maricel ist eindeutig zu rockig und Edenborn im Verhältnis zu brav. So verpufft die Intensität dieses Songs.</p>
<p>Ein Highlight dieses Konzerts ist sicherlich einmal mehr Sabrina Weckerlin, die Lady Gagas „Always remember us this way“ ( „A star is born“) sehr zu ihrer eigenen Überraschung auf Wunsch von Maricel singt. Gute Emotionen, berührende Mimik und eine beeindruckende stimmliche Wandlungsfähigskeit machen diesen Moment sehr besonders.</p>
<p>Gemeinsam performen die Darsteller dann noch eine mehrsprachige Version von „Du hast einen Freund“, die nur noch Kristina Loves „Nutbush City Limits“ und dem finalen „Simply the Best“ aus „Tina Turner – Das Musical“ getoppt wird.</p>
<p>Dieses singende Get-Together ist eine schöne Idee – insbesondere, wenn es wirklich nur den Auftakt zu einer Reihe von Konzerten bieten sollte. Der Preis von fast 15 Euro (für 30 Tage unbegrenztes Streamen) ist für die Qualität, die die Stage Entertainment hiermit abliefert, absolut gerechtfertigt. Die Darsteller hatten sichtlich Spaß während der Aufzeichnung und die Band sorgt für die richtige Energie.</p>
<p>Ja, auch dieser Stream ersetzt kein Live-Konzert, kommt aber ziemlich nah dran. Es bleibt zu hoffen, dass sich Theater und Politik im Laufe der Wintermonate tragfähige Konzepte überlegen, um die Häuser endlich wieder mit Leben zu füllen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus Hamburg via Stream</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">29</span><span class="Bold">. Mai 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Gino Emnes, Maricel, Kristina Love, Pasquale Aleardi, Mathias Edenborn, John Vooijs, Sabrina Weckerlin </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Dr. Britta Heiligenthal<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment/Morris Mac Matzen</span></p>
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		<title>Dramatisch, menschlich und so aktuell wie nie</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/dramatisch-menschlich-und-so-aktuell-wie-nie/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 30 Jun 2019 07:55:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Ariana Schirasi-Fard]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
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		<category><![CDATA[Hanna Kastner]]></category>
		<category><![CDATA[Landestheater Linz]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Davids]]></category>
		<category><![CDATA[Myrthes Monteiro]]></category>
		<category><![CDATA[O. J. Lynch]]></category>
		<category><![CDATA[Ragtime]]></category>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Musical von Stephen Flaherty (Musik) und Terrence McNally (Buch) handelt von drei unterschiedlichen Gruppierungen, deren Wege sich im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts auf verschiedenste Arten kreuzen: Da ist Mutter, die Matriarchin einer Familie aus New Rochelle, New York, die in Abwesenheit ihres Mannes ihr Herz für Minderheiten entdeckt, eine Afro-Amerikanerin mitsamt Neugeborenem bei sich aufnimmt und ihrem Sohn und Bruder so vorlebt, das alle Menschen gleich sind. Dann gibt es Coalhouse Walker Jr., einen Jazzpianisten aus Harlem, Vater des Babys, das in Mutters Obhut aufwächst, der wegen seiner Impulsivität und seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns immer wieder in Rassenkonflikte gerät. Schließlich repräsentiert der Erfinder Tate mit seiner Tochter jüdische Einwanderer aus Lettland. Ihm gelingt es mit Witz und Geschick, Karriere zu machen und dabei die weiße Oberschicht um den Finger zu wickeln.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2559 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/21.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Im Linzer Landestheater wird eine deutsche Fassung gezeigt, die vom Bruckner Orchester Linz unter der musikalischen Leitung von Tom Bitterlich voluminös intoniert wird. 27 Darsteller, darunter namhafte Gäste wie Gino Emnes (Coalhouse), Myrthes Monteiro (Sarah), Riccardo Greco (Tate) und Carsten Lepper (Vater), und der große Chor des Landestheaters werden den schwungvollen, abwechslungsreichen Kompositionen mehr als gerecht.</p>
<p>Schon bei der Ouvertüre zeigt sich, dass auch bei Inszenierung (Matthias Davids) und Bühne (Hans Kudlich) alles genau durchdachte wurde: Der Sichtschutzvorhang wird an einer Stelle „durchsichtig“ und man sieht den Sohn von Mutter und Vater agieren. Die drei Gemeinschaften werden vorgestellt – jede in ihrer eigenen Farb- und Melodiewelt. Zeitgenossen wie der Magier Houdini (in der besuchten Vorstellung anlässlich der Linzer Pride Parade mit Regenbogensocken von der Decke schwebend), Vaudeville-Sternchen Evelyn Nesbit und Bürgerrechtler Booker T. Washington geben der Handlung einen zusätzlichen stimmigen Rahmen.</p>
<p>Die Rassenkonflikte jener Zeit, die Vorurteile gegenüber Andersartigen, der Schutz der eigenen Familie vor Einflüssen von außen – all dies kommt einem gut 100 Jahre später nur allzu vertraut vor. Auch hierzulande werden Mitbürger anderer Hautfarbe oder Religion schief angesehen und Vorurteile sind allgegenwärtig. „Ragtime“ führt einem das nur allzu deutlich vor.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2555 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/39.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Innerhalb der Gemeinden läuft alles harmonisch ab, schwierig wird es immer dann, wenn es zu Überschneidungen und Schnittmengen kommt. So ist Vater unumstößlich vom Denken der weißen Amerikaner als bessere Klasse überzeugt, während Mutter hier deutlich liberalere Ansichten hat, gern selbst arbeiten und sich in der Gesellschaft nützlich möchte. Coalhouse verdient mit seiner Musik so gut, dass er sich das Statussymbol der Reichen, ein eigenes Auto, leisten kann, was auf der einen Seite seiner angebeteten Sarah sehr gefällt, jedoch umgehend zu Neidern bei den Weißen führt. Tate, selbst getrieben von Vorurteilen gegenüber „Kinder-stehlenden Weißen“, wird nicht müde, sich neue Jobs zu suchen, um sich und seine Tochter zu ernähren. Sein Daumenkino führt ihn auf den Pfad des Erfolgs: Er wird Filmregisseur! Keiner fragt mehr nach seiner Herkunft – auch Mutter, die er im Rahmen seiner neuen Aufgabe trifft, wirft frühere Vorbehalte über Bord und lässt sich vom ihm den Hof machen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2557 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/23.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Drama nimmt seinen Lauf als Weiße aus Neid auf Coalhouses Wohlstand dessen Auto zertrümmern, woraufhin Coalhouse sein Recht auf juristische Wiedergutmachung einfordert. Dieses wird im als Afro-Amerikaner verwehrt. Als sich Sarah für ihren zukünftigen Ehemann einsetzen will, wird sich von überreagierenden Polizisten getötet. Es entspannen sich Rassenunruhen, an deren Ende Mutters Bruder Coalhouse in seinem Kampf unterstützt und sich plötzlich Vater gegenübersieht, der sich (nachdem er derjenige war, der Coalhouse der Polizei gemeldet hat)  – nicht ohne Hintergedanken – als Unterhändler anbietet, um die von Coalhouse und seinen Begleitern geplante Sprengung der Bibliothek zu verhindern.</p>
<p>Am Ende wird Coalhouse erschossen, sein Sohn wächst bei Mutter auf, Vater stirbt im Krieg und schließlich finden Tate und Mutter mitsamt ihren drei Kindern zueinander.</p>
<p>„Ragtime“ hält viel Zwischenmenschliches bereit. Die Zuschauer können viele Handlungen nachvollziehen oder sich mit einem der vielschichtigen Charaktere identifizieren. Matthias Davids setzt seine Darsteller gekonnt in Szene, ohne gängige Klischees überzustrapazieren. Kleinigkeiten wie bspw. die Änderung der Farbe von Coalhouses Hut von beige zu schwarz, wenn dieser beschließt, mit allen Mitteln für sein Recht zu kämpfen, zeigen das Fingerspitzengefühl, mit dem Davids hier zu Werke geht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2554 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg" alt="" width="400" height="221" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42-400x221.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/42.jpg 720w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Daniela Dett zeigt als Mutter früh, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Sie widersetzt sich Vater zwar nicht um jeden Preis, kommt aber durch stetige, konsequente Handlungen an ihr Ziel. Sie spielt gefühlvoll und lässt diese Emotionen auch in ihren Gesang einfließen. Vater wird von Carsten Lepper sehr streng und unerbittlich gegeben. Vater ist wahrlich kein Sympathieträger. Schräge, zuweilen bissige Charaktere liegen Lepper und so scheint er sich auch als Bösewicht in „Ragtime“ nicht unwohl zu fühlen.</p>
<p>Die von Mutter aufgenommene Sarah wird von Myrthes Monteiro sanft und leidenschaftlich gespielt. Sie zeigt Lebensfreude im Zusammenspiel mit Coalhouse, verletzte Gefühle nach der Geburt des gemeinsamen Sohns und unerbittlichen Kampfgeist, wenn sie versucht, Coalhouse auf den richtigen Weg zurückzuführen. Monteiro weiß ihr gesangliches Vermögen gekonnt einzusetzen und überzeugt vor allem in den Balladen. Zu Tränen rührt allerdings Chasity Crisp, die als Sarahs Freundin auf deren Beerdigung singt und damit die Mitglieder der drei Gemeinden auf der Bühne vereint.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2558 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/07/22.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Gino Emnes übernimmt in der Linzer Produktion die präsenteste Rolle: Er ist der charmante Ragtime-Pianist in der Bar in Harlem, der um Sarah und sein Kind kämpfende Beinahe-Ehemann, der verbitterte und frustrierte Kämpfer für die Rechte der Afro-Amerikaner. Seine Energie ist ansteckend, sein Gesang raumgreifend. Emnes ist vielseitig („König der Löwen“, „Rocky“, „Tina“) und als Coalhouse kann er sein ganzes Potential ausspielen.</p>
<p>Ebenso glaubwürdig ist Riccardo Greco als Tate. Er lässt einen hebräischen Akzent mit einspielen, nutzt Stereotype ohne diese auszureizen und lässt die Zuschauer die Liebe zur Tochter greifbar spüren. Dass auch er gesanglich mit seinen Kollegen in einer Liga spielt, beweist er nachdrücklich.</p>
<p>Dieses Musical ist unsagbar berührend und inhaltlich (leider) so aktuell wie nie zuvor. Es wird viel zu selten gespielt, umso schöner ist es, eine so aufwendige und durchdachte Produktion zu erleben. Das Landestheater Linz spielt hier sein ganzes Können aus. Die Bühnentechnik mit verschiedensten Hubelemente, Treppen und Großkulissen macht jeder Ensuiteproduktion Konkurrenz. Licht und Ton sind einwandfrei. Ein großes Orchester im Graben vor der Bühne zeigt, wie Musicals sein sollen. Fünf noch so exzellente Musiker können auch mit dem besten Halbplayback nicht das Gefühl erzeugen, welches live gespielte Drums, Streich- und Blasinstrumente vermögen. Chapeau, liebes Landestheater Linz!</p>
<p>Nicht zuletzt machen auch die zahlreichen musikalischen Gäste diese Inszenierung sehenswert.</p>
<p>Man darf gespannt sein, wie das Landestheater seine beiden großen Musicalproduktionen „Sister Act“ und „A funny thing happened on the way to the Forum“ in der kommenden Spielzeit umsetzt. Qualitativ hat man hier ein Füllhorn, das man sich auch für so manches Stadt- oder Staatstheater in Deutschland wünschen würde.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="https://www.youtube.com/watch?list=RDUs-YUdNAD78&amp;v=Us-YUdNAD78"><strong>Promo-Video des Landestheaters Linz zu &#8222;Ragtime&#8220;</strong></a></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Landestheater Linz</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 29. Juni 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Gino Emnes, Daniela Dett, Riccardo Greco, Myrthes Monteiro, Carsten Lepper, Gernot Romic, O. J. Lynch, Ariana Schirasi-Fard, Hanna Kastner, Christof Messner, Christian Fröhlich, Chasity Crisp</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Matthias Davids / Stephen Flaherty</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Reinhard Winkler<br />
</span></div>
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		<title>Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-perfekte-symbiose-aus-glitzer-und-tiefgang/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 05 Dec 2017 20:18:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Ebeling]]></category>
		<category><![CDATA[Cindy Lauper]]></category>
		<category><![CDATA[DB Bonds]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Hees]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Schuster]]></category>
		<category><![CDATA[Gino Emnes]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jeannine Wacker]]></category>
		<category><![CDATA[Kinky Boots]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“! Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viereinhalb Jahre nach der Broadwaypremiere und immerhin noch satte zwei Jahre nach der Premiere im Londoner West End kommt auch das deutsche Publikum endlich in den Genuss eines der schillerndsten Musicals der letzten Jahre: „Kinky Boots“!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2245 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview-400x266.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/04-KB-Szenenmotiv_Everybody-say-yeah_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es geht – wie der Name schon sagt – um „schräges Schuhwerk“, genauer gesagt um eine Schuhfabrik im beschaulichen englischen Northampton, die nur dadurch vor der Schließung bewahrt wird, dass sich der Erbe traut, einen scheinbar unpopulären Weg einzuschlagen und die gesamte Produktion auf ein Nischenprodukt auszurichten.</p>
<p>Das Publikum wird ohne Begrüßung direkt in die Handlung katapultiert: Flankiert von einem in roten Pumps tanzenden Jungen, lernt der kleine Charlie Price das Schuster-Handwerk von der Pieke auf, entscheidet sich dann aber – unterstützt von seiner Verlobten Nicola – dagegen, in die Schuhfabrik der Familie einzusteigen und will sein Glück im Marketing einer Londoner Firma versuchen. Schone kurze Zeit nachdem das Paar in London Fuß gefasst hat, stirbt Charlies Vater und der Sohn kehrt zurück ins rückständige, alten Werten verhaftete Northampton.</p>
<p>Hin- und hergerissen zwischen Tradition und Moderne, Verpflichtung und Liebe versucht Charlie sein Bestes, muss aber feststellen, dass die Fabrik schon lange nicht mehr profitabel ist. Schweren Herzens versucht er die langgedienten Mitarbeiter zu kündigen, was bei der quirligen Lauren einen Redeschwall auslöst, in dem sie Charlie nahelegt, „out of the box“ zu denken</p>
<p>Er erinnert sich an einem Abend in London, an dem er &#8211; seinen Frust in Alkohol ertränkend &#8211; auf die Drag Queen Lola traf. Eigentlich wollte er sie vor zudringlichen Halbstarken schützen, doch am Schluss bekommt er von Lola versehentlich einen Schlag versetzt und sie päppelt ihn wieder auf. Genauer gesagt fallen im die instabilen Absätze von Lolas extravaganten Stiefeln auf, die die Last eines erwachsenen Mannes schlichtweg nicht tragen können.</p>
<p>Er gewinnt Lola als Designerin und überzeugt die Belegschaft ihn in den kommenden Wochen dahingehend zu unterstützen, dass er seine neue Idee auf der Mailänder Schuhmesse vorstellen kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2246 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg" alt="" width="400" height="261" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-400x261.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/05-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Weg nach Mailand ist jedoch sehr holprig. Nicola zwingt Charlie, sich zwischen ihr und der Schuhfabrik zu entscheiden, und betrügt ihn zu allem Überfluss noch mit ihrem gemeinsamen Londoner Boss. Lola kehrt zurück zu ihren Wurzeln – aufs Land, wo Vorurteile über Cross-Dresser, Homosexuelle und jede Form der „Andersartigkeit“ die Regel sind. Natürlich sind auch die Fabrikarbeiter nicht frei von dieser Denke. Die Männer machen keinen Hehl daraus, dass ihnen der Mann in Frauenkleidern mehr als suspekt ist und sie ihn lieber heute als morgen wieder loswerden würden. Die Frauen hingegen freunden sich schnell mit Lola an.</p>
<p>Doch Charlie überspannt den Bogen: Er erwartet viel zu viel von seinen schwer schuftenden Mitarbeitern, beleidigt Lola, die sich daraufhin tief verletzt von ihm abwendet, und steht plötzlich vor den Scherben (nicht nur) seiner Existenz.</p>
<p>Die Geschichte von Charlie und Lola beruht auf einer wahren Begebenheit, insofern ist es nicht selbstverständlich, dass es ein Happy End gibt. Doch sowohl ihn der UK-Verfilmung von 2005 als auch in der von Harvey Fierstein (Buch) und Cindy Lauper (Musik) geschaffenen Musicalfassung wird der Ausblick auf die schillernde Zukunft von Charlie und Lola thematisiert, die, nachdem Charlie sich aufrichtig bei Lola entschuldigt hat, in Mailand mit ihren Stiefeln erfolgreich sind.</p>
<p>Am 3. Dezember 2017 feierte die deutsche Bühnenfassung (Songtexte: Kevin Schroeder, Dialoge: Ruth Deny) dieses nur auf den ersten Blick glitzernd-oberflächlichen Musicals im Operettenhaus in Hamburg seine Premiere. Da der Film in Deutschland nicht allzu bekannt ist, gehen die Zuschauer ohne große Erwartungen in diese Show und kommen begeistert wieder heraus. Genau so funktioniert erfolgreiches Musical, was die zahlreichen Tony Awards, Laurence Olivier Awards etc. der vergangenen Jahre unterstreichen.</p>
<p>Der Zauber dieses Stücks liegt in der stimmigen Handlung, den sympathischen Charakteren, der direkten Art, in der Vorurteile thematisiert und ausgeräumt werden, sowie in Cindy Laupers schmissigen Songs und nicht zuletzt an der guten Hamburger Besetzung, die von Regisseur und Choreograph Jerry Mitchell &#8211; und seinen lokalen Kollegen DB Bonds (Regie) und Rusty Mowery (Choreographie) &#8211; perfekt in Szene gesetzt wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2247 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg" alt="" width="242" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview-242x400.jpeg 242w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/07-KB-Szenenmotiv-PrioB_preview.jpeg 303w" sizes="auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px" />Da ist beispielsweise Franziska Schuster als Charlies Verlobte Nicola, die keinen Hehl daraus macht, was ihr Ziel ist: ein erfolgreiches Leben in London, fernab der kleingeistigen Dorfumgebung. Schuster legt viel Energie in die Interpretation der sehr selbstbewussten Nicola, die im Laufe des Abends immer unsympathischer wird, da sie so gar kein Verständnis für Charlies Pflichtgefühl hat und eiskalt ihr Ding durchzieht.</p>
<p>Zum Publikumsliebling entwickelt sich Jeannine Wacker, die Charlie als Lauren gehörig den Kopf wäscht, als er sie feuern will, und damit die Initialzündung zur Rettung der Fabrik gibt. Ihre teilweise gesungenen Monologe („Die Liste falscher Kerle“) sind nicht nur treffsicher intoniert, sondern auch mit viel Gespür für Komik und Timing vorgetragen, so dass man die quirlige Blondine schnell ins Herz schließt. Gerade bei Lauren und ihrer immer offensichtlicheren Verliebtheit in Charlie fallen auch die pfiffigen Texte von Schroeder und Deny sehr positiv ins Gewicht.</p>
<p>Ein ebenfalls sehr liebevoller Charakter ist George, der langgediente Assistent der Familie Price, gespielt vom Hamburger Theaterliebling Tilmann Madaus. Georges nicht gänzlich kritiklose Loyalität gegenüber Charlie ist beeindruckend und als er seiner Zuneigung zu Lola Ausdruck verleiht, jubeln ihm die Zuschauer begeistert zu.</p>
<p>Die vorurteilsbehaftete Dorfgemeinschaft wird von Benjamin Ebeling als (Möchtegern-)Macho Don verkörpert. Er gibt den distanzierten, grantelnden Fabrikarbeiter, der sich zunächst von Lola vorführen lässt, weil er sie nicht sofort als Mann in Frauenkleidern erkennt, um dann Stimmung gegen den Eindringling zu machen. Am Schluss ist es jedoch er, der alle Kollegen davon überzeugt, Charlie und Lola in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ebeling kann diese Wandlung sehr glaubwürdig nachzeichnen.</p>
<p>Bleiben noch die beiden Hauptfiguren: Lola und Charlie. Den gefallenen Sohn, der sein Glück in der Fremde (und in Frauenkleidern) gefunden hat, gibt Gino Emnes, dem Hamburger Publikum bestens bekannt aus seiner Zeit als Simba beim „König der Löwen“. Der schüchterne, wenig entscheidungsfreudige Charlie Price wird von Dominik Hees gespielt. Beide füllen ihre Rollen sehr gut aus, wobei Emnes natürlich die dankbarere Rolle hat: Sein Charakter ist tiefgründiger, er steht über lange Strecken in High Heels und schillernden Kostümen auf der Bühne und darf auch mal exzentrisch-tuntig über sie Stränge schlagen. Doch Hees agiert absolut auf Augenhöhe. Ihr Duett „Nie dieser Sohn“, in dem beide mit den so unterschiedlichen Erwartungen ihrer Väter an sie hadern, ist sehr schön.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2243 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg" alt="" width="400" height="291" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview-400x291.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/01-KB-Szenenmoti_Land-von-Lola_preview.jpeg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch „Kinky Boots“ lebt vor allem von den großvolumig inszenierten, häufig bunten Ensembleszenen (u. a. „So’n sexy hohes Teil“, „Komm steh auf / Sei Du“). Nicht nur Cindy Laupers Popsongs zünden hier richtig gut, auch das Schillernde, was einem auf jedem Show-Plakat entgegen strahlt, wird hier sichtbar: Sechs herausragende Drag-Queens, Lolas Angels, setzen mit ihrer Eleganz und tänzerischem Vermögen Maßstäbe. Dort wo einige Songs schlichtweg zu lang sind (1-2 Strophen weniger wäre bspw. bei „Hier fängt es an“ und „Nie dieser Sohn“ definitiv mehr gewesen), sorgen die Angels für Entertainment und Abwechslung.</p>
<p>Auch optisch überzeugt „Kinky Boots“ – so wie die Kostüme von Lola und den Angels schillern, blinken und leuchten, so „farblos“ und verwaschen, dadurch aber sehr treffend, kommen die Kostüme der Fabrikarbeiter daher (Kostümdesign Gregg Barnes). Auch die Fabrik selbst wird durch das exzellente Lichtdesign (Kenneth Posner, in Hamburg Jeremy Cunningham und Phil Kong) zum Leben erweckt. Man spürt, hier hat sich jemand wirklich Gedanken zu einem stimmigen Gesamtkonzept gemacht. Dazu gehört auch der exzellent gestagte Boxkampf von Lola und Don, der in Slow Motion keinen Fehler verzeiht.</p>
<p>Die Botschaft von „Kinky Boots“ ist glasklar: „Verstell Dich nicht, lebe Dein Leben und bleib wie Du bist!“ Genau dieses Bekenntnis zur gelebten Individualität jenseits aller Vorurteile wird vom Publikum gefeiert. Nur selten kommt es vor, dass die Zuschauer schon während der Final-Nummer tanzend, klatschend und johlend in den Reihen stehen. Doch „Kinky Boots“ trifft den Nerv der Zeit! Bleibt zu hoffen, dass diese Show nicht wie der Film nur von einer Minderheit besucht wird, sondern dass sich die breite Masse von dieser wunderbaren Botschaft anstecken lässt und in Scharen ins Operettenhaus strömt, dass passenderweise direkt auf der Reeperbahn, der Hauptstraße des Hamburger Rotlichtviertels, liegt.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 3</span><span class="Bold" style="color: #000080;">. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Gino Emnes</span>, Dominik Hees, Franziska Schuster, Jeannine Wacker, Tilmann Madaus, Benjamin Ebeling, Frank Logemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> DB Bonds / Cindy Lauper</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Johan Persson</span></div>
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