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	<title>Friedrich Rau-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Friedrich Rau-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 19:44:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt. 2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/historisches-geschehen-optisch-beeindruckend-aber-wenig-nachhaltig-inszeniert/">Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2600 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg" alt="" width="289" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg 289w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda.jpg 578w" sizes="(max-width: 289px) 100vw, 289px" />2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei sehr erfolgreiche Wiederaufnahmen sowie zwei mäßig lukrative Ausflüge nach Bremen und Erfurt.</p>
<p>Im Sommer 2019 wurde anlässlich des 1275. Stadtjubiläums eine allein schon nach Zahlen beeindruckende Neu-Inszenierung zur Aufführung gebracht: eine 56m breite Bühne vor dem Fuldaer Dom, 27 Darsteller inklusive Reinhard Brussmann in der Titelrolle, 130 Chormitglieder und ein mehr als 50-köpfiges Orchester unter der Leitung von Inga Hilsberg.</p>
<p>Die große angestellte Rundbühne ermöglicht auf allen 4.300 Plätzen eine gute Sicht auf das Geschehen. Warum jedoch auf den beiden riesigen Leinwänden lediglich Formen und Muster eingeblendet werden und die Gelegenheit verschenkt wird, das Geschehen auf der Bühne mit der Kamera zu begleiten und so intensiver für das Publikum zu machen, ist unverständlich.</p>
<p>Stefan Huber hat das Stück dramaturgisch komplett neu angelegt, während Martin auch viele Arrangements überarbeitet hat.</p>
<p>Leider fehlt es der neuen Fassung am Mystischen – sowohl in der Handlung als auch musikalisch. Vieles wird plakativer dargestellt und gefälliger intoniert, aber genau dadurch geht dem Stück sehr viel Charakter verloren.</p>
<p>Der „Codex Ragyndrudis“, in dem die wahre Geschichte des Bonifatius niedergeschrieben ist, wird aus dem Dom gestohlen. Die Protagonisten dieses Auftakthandlung erkennt man in der Folge auch allesamt in den historischen Szenen wieder.</p>
<p>Zeitsprung: Bruder Willibald soll die Chronik des berühmten Priesters schreiben und sucht seine Inspiration in ebendiesem Codex. Es wird geschildert, wie Bonifatius aus England über Frankreich nach Germanien kommt, um die weitgehend heidnische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren. Das Publikum erlebt die Feindschaft zwischen Radbod und Bonifatius, das sagenumwobene Fällen der Donareiche, den Neid des Mainzer Bischofs auf Bonifatius‘ Erfolg, den päpstlichen Segen für die Arbeit des Missionars und schlussendlich den durch eine Intrige herbeigeführten Tod.</p>
<p>Reinhard Brussmann hat die Titelrolle schon vor 15 Jahren verkörpert. Seine imposante Erscheinung und sein berührendes Spiel machen ihn zu einer idealen Besetzung für diese ehrwürdige historische Figur. Leider kann er in der besuchten Vorstellung gesanglich die Erwartungen nicht erfüllen, trifft hohe Partien nicht und kann lange Töne nicht halten. Dadurch verlieren Songs wie „Gib mir Kraft“ und „Ein Leben lang“ immens an Wirkung.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2599 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Friedrich Rau, seit Jahren fester Bestandteil der Fuldaer Inszenierungen der spotlight musicals GmbH, gibt Bonifatius‘ neugierigen Schüler Sturmius. Er spielt sehr sympathisch, kann Sturmius‘ Interesse am Christentum genauso glaubhaft über die Rampe bringen wie die Verliebtheit in Alrun und die daraus resultierenden Zweifel an seinem eigentlich geplanten Lebensweg. „Wenn das wirklich Liebe ist“ mit Alrun gehört zu den schönsten Songs des Abends. Auch das Requiem Abendrot nach Bonifatius’s Tod ist sehr gefühlvoll.</p>
<p>Besagte Alrun, die mit ihrem Bruder Luidger in Fulda lebt als Bonifatius mit seinem Gefolge dort eintrifft, wird von Judith Jandl gespielt. Da Sabrina Weckerlin ihr Engagement krankheitsbedingt nicht erfüllen konnte, stehen große Schuhe für Jandl bereit. Doch sie braucht sich nicht zu verstecken. Sie spielt burschikos und feminin und erreicht mit ihrer kraftvollen Rockröhre auch die letzte Reihe in vollem Umfang. „Wann trägt der Wind mich fort“ ist der Showstopper, den die „Bonifatius“-erfahrenen Zuschauer erwarten. Absolut beeindruckend!</p>
<p>Radbod und Gewilip, die beiden erklärten Widersacher Bonifatius‘, bleiben in der Neu-Inszenierung eher blass. Dabei sind Andreas Lichtenberger (Radbod) und Frank Winkels (Bischof Gewilip) nun beileibe nicht dafür bekannt, dass sie sich unter Wert verkaufen. Doch Radbod erscheint eigentlich nur in zwei Szenen und Gewilips nicht wirklich christlicher Lebenswandel ist im Vergleich zur Uraufführung sehr brav und angepasst.</p>
<p>Beide versuchen, das Beste aus den zusammengestrichenen Rollen zu machen, aber es bleibt bedauerlich, dass diese beiden durchaus spannenden Charaktere so wenig Gewicht erhalten haben.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2601 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nicht unerwähnt lassen sollte man Karsten Kenzel als Luidger und Anke Fiedler als Lioba. Beide haben starke Momente und bleiben in Erinnerung: Kenzel für Luidgers überzeugend dargebotene Treue zu Bonifatius und die Liebe zu dessen Schwester, Fiedler für ihre poppige Einlage, die doch sehr an „Sister Act“ erinnert. Der Song passt zwar nicht so recht zum Rest der Show, ist aber in sich stimmig und sorgt für gute Laune.</p>
<p>Okarina Peter hat über weite Strecken stilistisch treffsichere Kostüme erschaffen, warum sie jedoch die Bischofsroben von Gewilip <u>und</u> Bonifatius aus schillerndem Rotglitzerstoff geschneidert hat, ist fragwürdig.</p>
<p>Sehr gelungen dagegen ist die Einbindung der Domfassade als Projektionsfläche. Hier hat die Technikfirma „Satis&amp;Fy“ mit Timo Dentler (Bühnenbild) großartige Arbeit geleistet. Eine solche „Großkulisse“ lenkt gemeinhin vom Geschehen auf der Bühne ab. Dies ist auch hier der Fall, doch die Projektionen entschädigen dafür, dass die Leinwände am Bühnenportal weitgehend nutzlos bleiben.</p>
<p>Ein szenisch beeindruckender Effekt ist jedoch das Fällen der Donareiche. Hier greifen Bühne und Licht perfekt ineinander.</p>
<p>Insgesamt scheint es so als wollte man mit purer Masse (große Bühne, viele Menschen auf der Bühne, große „Hintergrundkulisse) diesem Musical zu mehr Intensität verhelfen. Doch manchmal ist weniger mehr.</p>
<p>„Bonifatius“ ist kein Massenmusical. Der misslungene Versuch, das Publikum bei „Das Salz der Erde“ zum Mitklatschen zu bewegen, zeigt, dass der Funke nicht überspringt. Auch der Chor, der trotz zahlreich vorhandener Möglichkeiten nur sehr dosiert und hintergründig zum Einsatz kommt, verfehlt so seine Wirkung.</p>
<p>„Bonifatius“ in seiner ursprünglichen Fassung hat für Gänsehaut und Tränen in den Augen gesorgt. Man hat mit den Protagonisten mitgelitten. Durch die leider eher an der Oberfläche bleibende Personenregie, wird auch hier Potential verschenkt und das Publikum strömt nach der Vorstellung, ohne groß berührt worden zu sein, in Scharen davon.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Domplatz Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 24. August 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Reinhard Brussmann, Friedrich Rau, Judith Jandl, Anke Fiedler, Andreas Lichtenberger, Frank Winkels, Karsten Kenzel</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik: </span></strong>Stefan Huber / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> spotlight musicals GmbH<br />
</span></div>
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		<title>Ein farbenfrohes Spektakel frei nach Noah Gordon</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2016 11:14:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
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		<category><![CDATA[Marjan Lux]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Brussmann]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
		<category><![CDATA[Spotlight Musicals]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Adenberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen. Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei erfundenen Sequenzen aus Philipp Stölzls Film (2013) und kreiert damit schlussendlich ein buntes, charakterstarkes Bühnenfeuerwerk, in dem alle Gewerke ein gelungenes Gesamtkunstwerk ergeben.</p>
<p class="Body">Unterstützung holt sich Martin von Marian Lux (Musik) sowie Wolfgang Adenberg und Christoph Jilo (Texte). Gemeinsam gelingt es ihnen, die lange, verschachtelte Handlung kurzweilig und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen.</p>
</div>
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<div class="tinyText stroke_2">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
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<div class="text-content style_External_669_2499">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wie rau der Umgang im England des beginnenden 11. Jahrhunderts untereinander war, zeigt das Ensemble eindrucksvoll in „Die Zeiten sind hart“. Die Ellenbogengesellschaft spiegelt sich in Kim Duddys moderner, abwechslungsreicher Choreographie wider. Teile des Ensembles rotten sich tänzerisch immer wieder gegen andere zusammen; der Klassenkampf ist allgegenwärtig. Und mittendrin der kleine Rob, der nicht weiß wie er nach dem Tod des Vaters als einziger „Mann“ im Haus seine Mutter und Schwestern versorgen soll.</p>
<p class="Body">Als seine Mutter an der Seitenkrankheit (heute Appendizitis oder Blinddarmentzündung genannt) stirbt, nimmt sich ein Bader des kleinen Jungen an und schürt in ihm den Drang, Krankheiten heilen zu wollen. Robs besondere Gabe, mit seinen Händen den bevorstehenden Tod seines Gegenübers spüren zu können, nutzt der Bader für seine Zwecke aus. „Für Leib und Seele“ ist ein in sich stimmiger Song, kompositorisch vielleicht etwas zu glatt, doch die Texte funktionieren sehr gut und das durchtriebene Wesen des Baders kommt klar zum Vorschein.</p>
<p class="Body">Der Wechsel vom Kind Rob zum Erwachsenen gelingt inszenatorisch sehr gut. Robs Neugierde und Wissensdrang treiben ihn weg vom Bader. „Ich muss es tun“ erinnert vage an Frank Wildhorns „Jekyll &amp; Hyde“, passt aber gut zu Robs Ambitionen, die Heilkunst zu studieren und England den Rücken zu kehren. Der Bader unterstützt ihn in seinen Ambitionen und empfiehlt ihm einen jüdischen Medicus namens Ibn Sina, der im persischen Isfahan an der Madrassa menschliche Heilkunst lehrt.</p>
<p class="Body">Auch „Das ist mein Weg“ ist poppig und eingängig, doch melodisch einmal mehr zu glattgeschliffen. Was hier allerdings störend auffällt, ist der große Anteil Hall, den man unter die Stimmt von Friedrich Rau (Rob) gelegt hat. Es klingt so, als würde er in einer Kirche singen, was sich auch bei Sabrina Weckerlins (Mary) Soli wiederholt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.</p>
<p class="Body">Auf seiner Reise gen Süden strandet Rob wetterbedingt in einem kleinen Dorf, in dem sich nach und nach alle versammeln, die nach Persien weiterziehen wollen. „Wir stecken fest in diesem Nest“ ist ein überaus fröhliches, interkulturelles Wehklagen aller Anwesenden, das mit seinen jüdischen, irischen und poppigen Klangelementen und den mitreißenden, modernen Choreographien trotz der frustrierenden Situation der Protagonisten für jede Menge guter Laune im Publikum sorgt.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="tinyText stroke_0">
<div>Die Reprise des Songs in Slow-Motion überzeugt ebenfalls durch eine sehr akzentuierte, sauber getanzte Choreographie.</div>
<div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="305" height="377" />Rob und Mary verlieben sich schon bei ihrem ersten Treffen und genießen die Zeit zu Zweit. So schön „Kilmarnock“ (Mary Solo, in dem sie sich an ihre schottische Heimat erinnert) ist, so banal kommt das Trennungsduett der beiden Liebenden daher als feststeht, dass Rob seinen Plan, ein Medicus zu werden, weiterverfolgen und nicht mit Mary und ihrem Vater nach Schottland zurückkehren wird.</p>
<p>Der Kulissenwechsel vom Balkan zur Silhouette Isfahans ist sehr gelungen, da man den Sandsturm, durch den Rob sich durchkämpft, nutzt, um die Bühne komplett umzugestalten und in eine andere, farbenfrohere Welt zu tauchen.</p>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_436">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Aussage „Unter diesem Dach lebt das Wissen der Welt“ ist zwar ein wenig pathetisch, doch es entspricht der Wahrheit, dass die Wissenschaft in Persien zu der damaligen Zeit deutlich fortgeschrittener war und man intensiver forschte als in England.</p>
<p class="Body">Um an der Madrassa studieren zu können, muss sich Rob als Jude verkleiden und nimmt mit „Jesse ben Benjamin“ einen neuen Namen an. Er macht große Fortschritte und findet in Mirdin und Karim, dem Neffen des Schahs, gute Freunde.</p>
<p class="Body">Lutz Standop gibt den pflichtbewussten Juden Mirdin, der als erster aus der Gruppe von Ibn Sina zum Hakim (Arzt) ernannt wird. Sein jüdisches Gebet gehört zu den absoluten Highlights des Abends. Es wirkt sehr authentisch und Standop trägt es vollkommen unaufgeregt vor, so dass Melodie und Sprache ihre volle Wirkung entfalten können.</p>
<p class="Body">Als Karim, der Klassenclown, aber nicht minder clevere Schüler Ibn Sinas, steht Andreas Wolfram auf der Bühne des Schlosstheaters. Die extrovertierte Art und der Sarkasmus, die diese Figur ausmachen, kann er überaus glaubwürdig transportieren und mehr als einmal sorgt er für Lacher mit seinem spitzbübischen Charme.</p>
<p class="Body">Am Ende des ersten Akts geht es allen gut und sie feiern ein großes Fest („Hier im Herzen der Stadt“). Die Kostüme (Ulrike Kremer) sind farbenfroh, die Choreographien sind arabisch angehaucht und das Ensemble platzt fast vor Energie. Die strahlenden Gesichter und ausdrucksstarke Mimik und Gestik sind an einigen Stellen dann aber doch zu viel. Dies mag aber der Tatsache geschuldet sein, dass die besuchte Vorstellung gefilmt wurde und jeder noch ein bisschen mehr als sonst gezeigt hat.</p>
<p class="Body">So positiv der erste Akt endete, so erschütternd startet die zweite Hälfte: „Die Pest ist in der Stadt“ und rafft große Teile der Bevölkerung dahin. Dazu gehören auch der Schah und dessen Bruder. Daher wird Karim, der so gar keinen Bezug zum Herrschertum hatte, der neue Schah.</p>
</div>
</div>
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<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_259_285">
<div class="style_2">
<div class="tinyText stroke_1">
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="441" height="263" /></div>
</div>
<p class="Body">Gleichzeitig gelingt es Rob an einem Rattenkadaver zu veranschaulichen wie sich die Pest ausbreitet. Den Ärzten und Studenten der Madrassa gelingt es, die Krankheit durch strikte Hygienemaßnahmen einzudämmen und schließlich ganz zu bekämpfen.</p>
<p class="Body">Reinhard Brussmann zeigt als Ibn Sina viel Tiefe und Stattlichkeit. In sein Solo „Die Gabe“ legt er viel Gefühl und sein warmer Bariton sorgt für eine wohlige Gänsehaut.</p>
<p class="Body">Das genaue Gegenteil hiervon ist Wolfram als neuer Schah: Er wirkt kampflustig und ist getrieben von Rache. Er ist arrogant und behandelt seine Angestellten und sein Volk von oben herab. Karim sonnt sich im Gehorsam seiner Untertanen („Ala Schah“; leider wieder mit zu viel Hall) und merkt zu spät, dass er seine Freundschaft zu Mirdin und Rob damit aufs Spiel setzt.</p>
</div>
</div>
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<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_486">
<div class="style_2">
<p class="Body">Rob nimmt Karims „Geschenk“ an als er in einer der Sklavinnen Mary erkennt und ehelicht diese Ihr Vater wurde ermordet und sie nach Isfahan verschleppt. Der Sternenhimmel, der die Bühne überspannt, als die beiden ihr unerwartetes Wiedersehen feiern („Wenn die Sterne mit uns sind“), ist sehr gelungen.</p>
<p class="Body">Obwohl sich alles in ihm aufbäumt und er sich und seine Frau am liebsten sofort in Sicherheit bringen möchte, muss Rob doch seine Aufgabe erfüllen: Er muss einfach wissen, wie es in einem Menschen aussieht. Er liefert sich einen beeindruckenden Schlagabtausch mit Ibn Sina, der ihm nachdrücklich davon abrät, hier auf eigene Faust zu handeln, da dies allen Regeln des Islams widersprechen würde.</p>
<p class="Body">Rob setzt sich darüber hinweg („Ich muss es tun“) und beginnt im dunklen Keller der Madrassa Leichen aufzuschneiden und das abzuzeichnen, was er dabei entdeckt.</p>
<p class="Body">Parallel bereiten die beiden Frauen von Mirdin und Rob alles für die Rückkehr von Mirdin vor, der als Leibarzt des jungen Schahs mit auf dessen Feldzug musste. Der Text zu diesem Damen-Duett („Ein Arzt in der Familie“) ist mit einem Augenzwinkern abgefasst und macht viel Freude.</p>
<p class="Body">Leider erliegt Mirdin jedoch kurz nach der Rückkehr seinen schweren Verletzungen, die er sich zuzog als er &#8211; ganz pflichtbewusster Arzt – Verwundeten auf dem Schlachtfeld helfen wollte.</p>
<p class="Body">Rob schäumt vor Wut als er merkt, wie leichtfertig Karim das Leben von Mirdin aufs Spiel setzte. Es ist „Alles nur ein Spiel“ – mit dieser Aussage Karims kann und will Rob sich nicht zufrieden geben. Es kommt zu einem finalen Wortgefecht der beiden früheren Freunde.</p>
<div class="tinyText stroke_0">
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
</div>
<p class="Body">Diese Szene ist absolut treffend inszeniert (Regie: Holger Hauer), spielt sie sich doch auf einem Schachbrett ab. Karim hat Rob dieses Spiel seinerzeit gelehrt, nun stehen die beiden (Karim in Schwarz, Rob in Weiß) oberhalb der Tanzfläche, auf der zwei Gruppen schwarz und weiß gekleideter Tänzer gegeneinander antreten, und keiner hört dem anderen mehr zu.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id10" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_259_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wolframs leichtes Nuscheln lässt Karim noch hochm</p>
<p class="Body">ütiger erscheinen. Dass er mit seinen Handlungen, zu denen auch die Vergewaltigung von Mary gehört, letztlich Robs Leben gerettet hat, vermag dieser nicht verstehen zu wollen. Rob sieht in Karim all das Böse gegen das er zeitlebens angekämpft hat. Karim schickt Rob weg aus Isfanan– einmal mehr, um ihn zu retten – denn der Schah weiß, dass seine Widersacher schon vor der Toren der Stadt stehen. Er sollte Recht behalten &#8211; Karim wird von seinen Feinden ermordet.</p>
<p class="Body">Kurz bevor Rob und Mary Isfanan verlassen, schleicht sich dieser nochmal zu Ibn Sina, der sich selbst gestellt hat, als man herausfand, dass sich jemand an den Leichen zu schaffen gemacht hat.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id11" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_688">
<div class="style_2">
<p class="Body">Rob ist tief getroffen als er davon erfährt und zeigt ihm seine Aufzeichnungen. „Wenn wir jetzt nicht weitergeh’n“ ist ein gleichsam berührendes und motivierendes Abschiedslied des großen Ibn Sina. Als dieser Rob erzählt, dass er schon lange schwer krank ist und Rob mithilfe seiner Gabe den nahenden Tod seines Meisters sieht, weiß er, dass sich Ibn Sina nicht für ihn, sondern letztendlich für die Wissenschaft geopfert hat.</p>
<p class="Body">Mit diesem Vermächtnis machen sich Rob und Mary wieder auf nach Schottland, wo sie etwas spontan in der nächsten Szene schon mit ihrem 8-jährigen Sohn am Tisch sitzen, der sich die Geschichte des Medicus von seinem Vater hat erzählen lassen. „Es fühlt sich nach Heimat an“ ist ein trauriges, aber irgendwie doch versöhnliches Finale für diese aufregende Reise.</p>
<p class="Body">Es passiert tatsächlich viel in diesem gut zweieinhalbstündigen Musical. Und es gibt viel anzuschauen. Ein Literaturepos adaptiert man eben nicht „mal eben so“ für die Bühne. Alles in allem kann man den Kreativen jedoch nur zu ihrem gelungenen Werk gratulieren.</p>
<div class="tinyText stroke_0">
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_4.png" alt="" /></div>
</div>
<p class="Body">Bühne, Kostüm und Licht (Pia Virolainen) ergänzen sich perfekt und schaffen so stimmungsvolle Welten – egal ob im dunklen, dreckigen London oder im sonnig-bunten Persien – in denen es viele gut ausgearbeitete Details zu erspähen gibt.</p>
<p class="Body">Musikalisch ist „Der Medicus“ kein herausragendes Werk, dazu ähneln sich die Songs zu sehr. Einzig das jüdische Gebet hat das gewisse Etwas. Daran ändern auch die exzellenten Orchestrierungen und Arrangements von einem Könner wie Michael Reed nichts. Sicherlich spielt hier mit hinein, dass einige Stücke durch zu viel Hall ihre emotionale Wirkung nicht erzielen konnten.</p>
<p class="Body">Was dieses Stück aber vor allem sehenswert macht, sind die Darsteller, die sich der Mammutaufgabe gestellt haben, Charakteren Leben einzuhauchen, zu denen sicherlich viele Zuschauer &#8211; entweder dank ihrer eigenen Phantasie nach dem Lesens des Buchs oder durch den Film – bereits konkrete Vorstellungen im Kopf hatten.</p>
<p class="Body">Am besten gelingt dies Andreas Wolfram, Lutz Standop und Reinhard Brussmann. Sie machen ihre so unterschiedlichen Figuren erlebbar. Wolfram mit viel Süffisanz, Standop durch viel Demut und Brussmann durch ihm eigene stattliche Bühnenpräsenz.</p>
<p class="Body">Friedrich Rau steht in fast jeder Szene auf der Bühne und absolviert somit jeden Abend ein beachtliches Programm. Sein Rob ist energisch und authentisch. Er überzeugt als guter Freund genauso wie als wissbegieriger Student mit eigenem Kopf.</p>
<p class="Body">Sabrina Weckerlin hat als Mary ihren Vater (Léon van Leuwwenberg) gut im Griff. Dass sie die Vergewaltigung durch den Schah stoisch über sich ergehen lässt und hinterher voller Zweifel und Selbsthass wieder zu ihrem Mann zurückkehrt, bringt Weckerlin sehr gut über die Rampe. Gesanglich verkauft sie sich hier jedoch eindeutig unter Wert. Denn außer leisen, wehklagenden Tönen ist von ihr als Mary leider nichts zu hören.</p>
<p class="Body">Das insgesamt 32-köpfige Ensemble gewinnt das Publikum mit seinen schwungvollen Tanzeinlagen und guter (wenn auch manchmal etwas zu ausgeprägter, wachsartiger) Mimik für sich. Da ist es nur zu verständlich, dass die Zuschauer schon bei den ersten Klängen des Finales aufstehen und die Darstellerinnen und Darsteller mit tosendem Applaus feiern.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Schlosstheater, Fulda</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> </span>12. August 2016</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Friedrich Rau, Sabrina Weckerlin, Andreas Wolfram, Lutz Standop, Reinhard Brussmann, Léon van Leuwwenberg<br />
</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Dennis Martin / Holger Hauer<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals GmbH</span></div>
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		<title>Literarische Bühnenadaption auf technisch und künstlerisch sehr hohem Niveau</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/literarische-buehnenadaption-auf-technisch-und-kuenstlerisch-sehr-hohem-niveau/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2015 13:46:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Ana Thorén]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Lichtenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Lamla]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Fulda]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Lamla]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im deutschsprachigen Raum ist Robert Louis Stevenson’s berühmter Abenteuerroman &#8222;Die Schatzinsel&#8220; nicht annähernd so bekannt wie beispielsweise in Großbritannien. Doch auch hierzulande gab es Versuche, den Stoff für ein weniger lesefreudiges Publikum aufzubereiten, zuletzt mit Hansjörg Thurn’s Verfilmung mit Ritchie Müller in der Hauptrolle (2007). Die Spotlight Musicals GmbH geht noch einen Schritt weiter und ...</p>
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<p>Im deutschsprachigen Raum ist Robert Louis Stevenson’s berühmter Abenteuerroman &#8222;Die Schatzinsel&#8220; nicht annähernd so bekannt wie beispielsweise in Großbritannien. Doch auch hierzulande gab es Versuche, den Stoff für ein weniger lesefreudiges Publikum aufzubereiten, zuletzt mit Hansjörg Thurn’s Verfilmung mit Ritchie Müller in der Hauptrolle (2007).</p>
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<p class="Body">Die Spotlight Musicals GmbH geht noch einen Schritt weiter und bringt in diesem Jahr die Uraufführung des gleichnamigen Musicals auf die Bühne des Fuldaer Schlosstheaters.</p>
<p class="Body">Schon mit der Herleitung der Handlung wird die volle Aufmerksamkeit des Publikums gefordert: Louis’ Vater erzählt seinem kleinen Sohn Piratengeschichten zum Einschlafen (in Hintergrund durch sehr gelungene Projektionen eines Segelschiffs unterstützt). Plötzlich wird einer der Piraten von Käpt’n Flint angeschossen und bricht zusammen. Der kleine Louis stellt sein Spielzeugsegelboot neben den vermeintlich toten Piraten und verlässt die Bühne.</p>
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<p class="Body">In der nächsten Szene wacht dieser Pirat auf und entpuppt sich als erwachsener Louis, der sich – sehr zum Leidwesen seines Vaters – wieder einmal in seinen Traumwelten verloren hat. Das intensive Duett von Vater und Sohn zeigt direkt zu beginn, dass Dennis Martin ein ausgeprägtes Händchen für typisch musicalesque Kompositionen hat. Hingegen sind die Choreographien der Piratenbande und der Pariser Künstlertruppe weniger originell.</p>
<p class="Body">Die szenischen Wechsel zwischen dem Wohnzimmer der Stevenson’s und beispielsweise der Pariser Schaffensstätte der Bohemians gelingt ganz hervorragend: Der Blick auf das Geschehen auf der jeweiligen Hälfte der zweigeteilten Bühne wird durch entsprechend hälftig emporgezogene Vorhänge fokussiert. Schlicht, aber effektvoll.</p>
<p class="Body">Von Lloyd, dem aufgeweckten Sohn von Fanny Osborne, wird Louis dazu gebracht, seine Piratengeschichte als Kinderroman zu Papier zu bringen. Fortan entwickeln sich beide Handlungsstränge parallel und es ist manchmal nicht leicht, den schnellen Szenenwechseln zu folgen. Dies liegt aber vor allem auch daran, dass Friedrich Rau sowohl als Louis Stevenson als auch als Dr. Livesey (dem Arzt in der „Schatzinsel“) zu sehen ist. Gleiches gilt für Benjamin Klein, der als Lloyd die spannende Geschichte von Jim in der „Schatzinsel“ liest und zuvor noch als junger Louis auf der Bühne zu sehen ist. Auch Anna Thorén (Fanny Osborne, Mrs Hawkins), Norbert Lamla (Vater Stevenson und Käpt’n Smollett) und Andreas Lichtenberger (Käpt’n Flint und Long John Silver) spielen Doppelrollen. Da diese Figuren jedoch alle charakterlich nicht sehr weit voneinander entfernt sind, kann es durchaus etwas dauern, bis man die Folgeszene komplett verortet hat.</p>
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<p class="Body">Die musikalische Vielseitigkeit zeigt sich in Szenen wie „Seid willkommen“, in der die Pariser Künstler die alleinreisende Amerikanerin Fanny mit ihrem Sohn Lloyd begrüßt: Die Ensemblenummer erinnert stark an Country-Musik der Südstaaten.</p>
<p class="Body">Auch „Ich bin das Kommando“ von Käpt’n Smollett, in dem der altgediente Flottenkapitän seine zusammengewürfelte Schiffsmannschaft einnordet, macht Spaß und hat schon beinahe Gassenhauerqualität.</p>
<p class="Body">Bei „Alles auf eine Karte“ stimmt nicht nur der Song, auch die Hintergrundprojektion der Hispaniola ist mehr als gelungen.</p>
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<p class="Body">Zum Ende hin, als Stevenson’s Roman „Die Schatzinsel“ zu einem Erfolg geworden ist und er mit Fanny und Lloyd von New York nach Edinburgh reist, um sich von der Stadt entsprechend ehren zu lassen, zeigt sich auch das Feingefühl der Kostümbildner: Die Kleider und Anzüge der schottischen adligen Gesellschaft sind sehr detailliert ausgearbeitet.</p>
<p class="Body">Leider endet die Ehrung für einen der heutzutage erfolgreichsten britischen Autoren in einem Eklat: Die schottische Gesellschaft kann die wilde Ehe von Louis und Fanny nicht akzeptieren und ergeht sich in bösen Lästereien. Der freiheitsliebende Autor nimmt dies zum Anlass mit seiner neuen Familie erneut ein Schiff zu besteigen und auf der Suche nach neuen Abenteuern in See zu stechen. Kurz bevor das Stück endet, bittet er noch Lloyd seine „Schatzinsel“ zu Ende zu erzählen, woraufhin dieser sich mit dem bösen Piratenanführer Long John Silver versöhnt, in dem er seinen verschollenen Vater gefunden hat.</p>
<p class="Body">So verwirrend es manchmal ist, der Handlung in jeder Sekunde zu folgen, so gut ist die Auswahl der Darsteller gelungen: Friedrich Rau überzeugt als verzweifelter, gefühlvoller junger Autor voller Ideen genauso wie als Arzt, der sein letztes Hemd gibt, um für den kleinen Jim da zu sein. Anna Thorén zeigt die starke Frau, die Fanny als Alleinerziehende sein muss, um in einer männerdominierten Welt ernst genommen zu werden, aber auch sehr viel Beschützerinstinkt und Liebe, wenn es um Lloyd oder Louis geht.</p>
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<p class="Body">Die Rolle des strengen Vaters liegt Norbert Lamla genauso wie die des versierten Flottenkommandanten. Seine erhabene Bühnenpräsenz und sein beeindruckender Bariton unterstützen diese starken Charaktere perfekt. Andreas Lichtenberger tritt sowohl als egozentrischer Käpt’n Flint als auch als einbeiniger Long John Silver gekonnt robust auf. Doch im Zusammenspiel mit dem kleinen Jim gelingt es ihm auch, die weiche Seite des Piraten zu zeigen. Einer von Flint’s Weggefährten ist Billy Bones, gespielt von Frank Logemann, dem es sichtlich Freude zu bereiten scheint als raubeiniger Pirat sein Umfeld zu erschrecken. Lutz Standop vereint als Squire Trelawney sowie als Bürgermeister viele Lacher auf sich und kann mit diesem exzentrischen Charakter durchaus überzeugen.</p>
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<p class="Body">Ein besonderes Eregnis &#8211; insbeondere für die jüngeren Zuschauer im Publikum &#8211; ist die Schatzsuche der Piraten. Denn natürlich führt sie ihr Weg auch durch den Saal, wo sie lautstark jeden sprichwörtlichen Stein umdrehen, um HInweise auf den legendären Schatz von Käpt‘n Flint zu finden.</p>
<p class="Body">„Die Schatzinsel“ bietet auch als Musical sehr viel Stoff, der erst einmal verdaut werden will. Doch es fällt leicht, sich darauf einzulassen. Zum einen ob der durchaus charmanten Protagonisten, zum anderen, weil es den Kreativen durchaus gelungen ist, das Stück trotz zweier paralleler Handlungsstränge kurzweilig und auch für kleine Musicalbesucher unterhaltsam zu</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schlosstheater, Fulda</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>26. Juli 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Friedrich Rau, Ana Thorén, Andreas Lichtenberger, Frank Logemann, Norbert Lamla</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Dennis Martin<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals GmbH<br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/literarische-buehnenadaption-auf-technisch-und-kuenstlerisch-sehr-hohem-niveau/">Literarische Bühnenadaption auf technisch und künstlerisch sehr hohem Niveau</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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