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	<title>Frank Wildhorn-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Frank Wildhorn-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Klassisches Drama für die Musicalbühne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2023 12:02:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wem Alexandre Dumas&#8216; Klassiker der Weltliteratur nich geläufig ist, für den gibt es hier eine sehr kurze Zusammenfassung des Geschehens: <em>Edmond Dantès wird Opfer einer infamen Intrige, gerade in dem Moment, in dem sein berufliches und privates Glück perfekt scheint. Soeben zum Kapitän befördert, feiert er die Verlobung mit der schönen Mercédès – und im nächsten Moment verliert er nicht nur seine Freiheit, sondern auch seine große Liebe an einen Widersacher. </em><br />
<em>Viele Jahre sitzt Dantès im Gefängnis, während sich seine Feinde an Reichtum und gesellschaftlicher Anerkennung erfreuen. Ein Mitgefangener verrät ihm den Weg zu einem Schatz auf der Mittelmeerinsel Monte Christo, den Dantès nach dessen erfolgreicher Hebung zu einer ausgeklügelten Rache nutzt: Als geheimnisvoller „Graf von Monte Christo“ kehrt er zurück…</em> (Quelle: <a href="https://www.theater-lueneburg.de/stuecke/der-graf-von-monte-christo/">Theater Lüneburg</a>)</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3425 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Frank Wildhorn und Jack Murphy haben den dramatischen Stoff für die Weltpremiere in St. Gallen 2009 geschrieben. Wildhorn hat bekanntermaßen ein Händchen für düstere Themen, bei denen der Zuschauer tief in die Seelen der Protagonisten blickt. Und so beginnt auch dieses Stück mit einem sehr pathetischen Opening (der Verlobung von Edmond und Mercédès), bei dem zwei Dinge direkt deutlich werden: Thomas Borchert und Navina Heyne sind auch auf der Bühne ein Traumpaar, aber Walzer tanzen können die Paare auf der Bühne allesamt nicht.</p>
<p>Navina Heyne hat eine wunderschöne Stimmfarbe, sanft und tief, eher untypisch für das Musicalfach, aber perfekt für diese Rolle! Thomas Borchert war schon 2009 ein wenig zu alt für den zu Beginn des Stücks erst 19-jährigen Edmond, dennoch gelingt es ihm, dessen Naivität und Gutgläubigkeit glaubwürdig darzustellen.</p>
<p>&#8222;Niemals allein&#8220; ist &#8222;ein typischer&#8220; Wildhorn. Man fühlt sich sehr an &#8222;Jekyll &amp; Hyde&#8220; erinnert als sich das Paar voneinander verabschieden muss, da Edmond aufgrund einer Intrige neidvoller Adliger gefangengenommen wird. Fast wirkt es so als wäre Mercédès gestorben, denn sie wird auf der Bühne mit Rosen bedeckt, doch da sie wenig später wieder singt, ist dies wohl nur ein inszenatorisch missglückter Einfall.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3423 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1.jpg 683w" sizes="(max-width: 267px) 100vw, 267px" /></p>
<p>Im Gefängnis, in dem Edmond 14 lange Jahre verbringen muss, trifft er auf Abbé Faria, den Sascha Littig mit einer gewissen Cleverness und Unbedarftheit spielt. Edmond lernt viel von Faria &#8211; vor allem im Gefängnis zu überleben und sich nicht seiner Todessehnsucht hinzugeben. Kurz bevor Faria selbst stirbt, weiht er Edmond noch in das Geheimnis des Schatzes von Monte Christo ein. Das Duett (&#8222;Könige&#8220;) ist sehr schön und unterstreicht die Bedeutsamkeit der Beziehung von Edmond und Faria.</p>
<p>Luisa Vampa, die Piratin, die Edmond nach Monte Christo bringt, ist von Cornelia Brunn (Bühnen- und Kostümbild) vortreffelich eingekleidet worden. Leider will die Choreographie (Olaf Schmidt) so gar nicht zu grobschlächtiegn Priaten passen. Sie hüpfen eher etwas albern zu &#8222;Piraten &#8211; Wahrheit oder Wagnis&#8220; herum. Fragen wirft auch auf, warum Wolfgang Berthold (Regie) Edmond in der Schatzhöhle Geldscheine hochwerfen lässt. Die gab es damals nun ganz sicher noch nicht&#8230;</p>
<p>Wir erfahren, dass Mercédès in der Zwischenzeit nicht nur Edmonds Erzfeind Mondego geheiratet hat, sondern beide auch einen gemeinsamen Sohn haben. Einmal mehr stellt Heyne ihr gesangliches Können bei &#8222;Wie mich die Welt umarmt&#8220; unter Beweis. Für Edmond, der unerkannt auf Rache sinnt, ist diese Erkenntnis die Hölle auf Erden, was Thomas Borchert in der gleichnamigen Szene eindringlich zum Ausdruck und zu Gehör bringt.</p>
<p>In Rom begegnet er Albert de Morcerf, dem Sohn von Mercédès und Mondego, der es dank militärischer Verdienste inzwischen zum Graf von Morcerf gebracht hat. Edmond hat zunächst keine Ahnung, wer der Junge ist, nutzt aber seine Verbindung zur Piratin Vampa, die Albert entführt hat, und kann ihn aus ihren Händen befreien. Als Graf von Monte Christo wird daraufhin von den dankbaren Eltern nach Paris eingeladen, wo er mit seiner luxuriösen Lebensführung und seinem exotischen, orientalisch gefärbten Geschmack Aufsehen in der adligen Gesellschaft. Auf einem Ball erkennt Mercédès ihn wieder, doch er versucht, sich rauszureden und blendet alle anderen erfolgreich. &#8222;Diese Augen/Der Mann ist tot&#8220; ist ein hervorragender Beleg dafür, wie sehr Borchert und Heyne harmonieren.</p>
<p>Seine Feinde hat er sich inzwischen zu Freunden gemacht. So hat er sie jederzeit unter Kontrolle und kann seinen Racheplan weiter verfolgen. In der Szene und dem Song &#8222;Die Falle/Zuviel ist nie genug&#8220; gipfelt dann die falsche Freundschaft von Edmond, Danglars, Villefort und Mondego. Insbesondere Letzterer muss mächtig einstecken als Edmond der feinen Gesellschaft verrät, dass Mondego nur durch den Verrat seines Befehlshabers an den Feind zu zweifelhafte, Ruhm, gelang. Albert (gespielt von Anton Frederik von Mansberg) fordert vom Grafen Genugtuung für seinen Vater, was jedoch seine Mutter Mercédès zu verhindern sucht. Sie hat die wahre Identität des Grafen erkannt und appelliert an sein Gewissen, das Leben des Jungen zu verschonen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3422 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Dantès hat Mercédès immer noch nicht verziehen, dass sie Mondego geheiratet hat, und weigert sich mit den Worten: &#8222;Mitleid ist etwas für Schwache.&#8220; Mercédès denkt über ihr vergeudetes Leben nach und macht sich Vorwürfe, weil sie nicht auf Edmond gewartet hat und träumt immer noch davon wieder mit ihm zusammen sein &#8211; Gefühle, die Heyne während &#8222;All die Zeit&#8220; berührend intoniert.</p>
<p>Das Duell findet statt, doch Albert trifft den Grafen nicht. Als sich dieser anschickt, den jungen Widersacher zu töten, taucht dessen Freundin Valentine (Pia Naegeli) auf und gesteht ihm ihre Liebe (&#8222;Schöner Schein&#8220;). Berührt von soviel Ehrlichkeit und Leidenschaft lässt Edmond von seinem Vorhaben ab. Er erinnert sich als frühere Tage. &#8222;Der Mann, der ich einst war&#8220; ist sicherlich einer der Showstopper und Thomas Borchert perfekt auf den Leib geschrieben.</p>
<p>Kurz danach kommt es zum klärenden Gespräch zwischen Mercédès und Edmond, welches jedoch durch Mondego gestört wird, der auf Rache sinnt. Doch er verliert den Kampf gegen seinen Erzfeind (&#8222;Hölle auf Erden&#8220;). Edmond wird von seinen Schuldgefühlen übermann, doch Mercédès gelingt es, ihm klarzumachen, dass Mondego seiner eigenen Besessenheit und Rachsucht zum Opfer gefallen ist. Mercédès Liebe und Mitgefühl öffnen Edmond den Weg in eine Zukunft. Eine Zukunft an der Seite der Frau, die er noch immer über alles liebt. Mit &#8222;Niemals allein&#8220; endet Alexandre Dumas spannende Geschichte vom Graf von Monte Christo.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3424 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-4-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Frank Wildhorn ist es gelungen, die verschiedenen emotionalen Spielarten ganz vorzüglich zu vertonen. Natürlich bleibt er sich selbst treu und so hat das Stück musikalisch einen hohen Wiedererkennnungswert. Die Besetzung der Hauptrollen ist perfekt: Thomas Borchert atmet die Rolle des von Gefühlen jeglicher Couleur getriebenen Grafen und ist gesanglich und schauspielerisch über jeden Zweifel erhaben. Navina Heyne überrascht durch ihr für ein Musical untypische, doch außerordentlich warme und gefühlvolle Stimme. Auch ihr gelingt es, die emotionale Achterbahnfahrt des Lebens von Mercédès authentisch nachzuzeichnen. Gerd Achilles kommt die Rolle des hasserfüllten, von Neid getriebenen Bösewichts Mondego zu, die er mit berückender Energie ausfüllt. Fast könnte man meinen, die Feindschaft der Männer sei echt.</p>
<p>&#8222;Der Graf von Monte Christo&#8220; ist viel Stoff in relativ kurzer Zeit, noch dazu ist die Handlung vor vielen hundert Jahren angesiedelt. Doch es gelingt Wolfgang Berthold das Stück kurzweilig und mit genau dem richtigen Fokus auf die Protagonisten und deren Handlungsmotive umzusetzen. Wie schön, dass sich ein Stadttheater statt eines Standard-Musicals auch einmal solch ein anspruchsvolles Stück ausgesucht hat. Gern mehr davon!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">11</span><span class="Bold">. November 2023</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Thomas Borchert, Navina Heyne, Sascha Littig, Gerd Achilles, Steffen Neutze , Oliver Hennes, Franziska Ringe, Andrea Marchetti, Anton Frederik von Mansberg, Pia Naegeli, Eric Keller, Falk Steingräber</span><br />
<span class="Bold"><span style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik: </strong>Wolfgang Berthold / Frank Wildhorn</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Fotos: </strong>Andreas Tamme</span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=RvqyCVR9A84" title="DER GRAF VON MONTE CHRISTO | Großes Haus" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/RvqyCVR9A84?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/RvqyCVR9A84?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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		<title>Maximale Unterhaltung mit minimalem Budget &#8211; großartig!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/maximale-unterhaltung-mit-minimalem-budget-grossartig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2016 15:14:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt Vogel]]></category>
		<category><![CDATA[Broadway Entertainment]]></category>
		<category><![CDATA[Dracula]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
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		<category><![CDATA[Johannes Kahlhöfer]]></category>
		<category><![CDATA[Matheo Radeck]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Zimmermann]]></category>
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		<category><![CDATA[Rehberghalle]]></category>
		<category><![CDATA[Roßdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann Rose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klein, aber fein. Genau das kann sich das Team der Broadway Entertainment auf die Fahne schreiben. Mit minimalem monetären Einsatz ein maximal unterhaltsames Musical auf die Beine zu stellen, haben schon viele versucht. In Roßdorf gelingt dies mit „Dracula“ auch in diesem Sommer ganz vorzüglich. Zum Auftakt werden die knapp 500 Zuschauer in den historischen ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Klein, aber fein. Genau das kann sich das Team der Broadway Entertainment auf die Fahne schreiben. Mit minimalem monetären Einsatz ein maximal unterhaltsames Musical auf die Beine zu stellen, haben schon viele versucht. In Roßdorf gelingt dies mit „Dracula“ auch in diesem Sommer ganz vorzüglich.</p>
<p>Zum Auftakt werden die knapp 500 Zuschauer in den historischen Kontext von Graf Dracula gebracht: Ein kurzer Zeichentrickfilm zeigt Elisabeta, die der falschen Nachricht der Feinde glaubt, dass ihr Verlobter Vlad gefallen sei, und sich in ihrer Verzweiflung aus dem Fenster stürzt. Ihre Seele ist fortan verdammt. Als Vlad vom Schlachtfeld heimeilt und seine Verlobte tot vorfindet, sinnt er auf Rache.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1269 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_1-282x400.jpg" alt="" width="282" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_1-282x400.jpg 282w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_1.jpg 353w" sizes="auto, (max-width: 282px) 100vw, 282px" />Die nächste Szene zeigt Jonathan Harkers Reise von London nach Transsylvanien. Dabei werden immer wieder Ausschnitte aus seinen Briefen an seine Verlobte Mina eingeblendet. Die Schlosskulisse, in der sich diese Handlung abspielt, ist sehr gut gelungen. Die Videoinstallationen in den drei Fenstern des Schlosses bei Jonathans Kutschfahrt und die Reise durch den Winterwald, der in den Fenstern links und rechts an der Kutsche vorbeizieht, ist technisch auf sehr hohem Niveau (Technische Leitung: Fabian Schmid).</p>
<p>Die erste Begegnung von Dracula und Jonathan erinnert nicht nur wegen der Kostüme sehr stark an den Hollywood-Film von Bram Stoker. Dracula trägt eine etwas seltsam anmutende Halbgesichtsmaske, aber Benedikt Vogel hat die richtige Intensität und ein gutes Gespür für eine ausdrucksstarke Mimik. Dass er nicht jeden Ton trifft, setzt sich im Laufe der Show fort, mindert aber nicht den guten Gesamteindruck der Produktion.</p>
<p>Jonathan Harker wird gespielt von Matheo Radeck. Er hat eine schön softe Stimme, die hervorragend zur weichen Ausstrahlung des Forschers passt. Pamina Lenn, die zusammen mit Tilmann Rose auch für die Regie verantwortlich zeichnet, gibt seine Verlobte Mina. Ihr sehr ausgeprägtes Vibrato lässt sich nicht ignorieren und wirkt sich im Verlauf des Abends auf viele Songs sehr nachteilig aus. „Lass mich dich nicht lieben“ ist dafür ein gutes Beispiel: Auch wenn Frank Wildhorns Songs durchaus viel Raum für Belten und Vibrato lassen, Lenn bietet von beidem zu viel. Auch wenn sie Dracula „ruft“ („Wäre ich frei“), überstrahlt ihr Vibrato alles, doch es wird klar, dass sie sehr wohl sauber und klar singen kann, ohne in diese oft unangenehme Gesangsart zu verfallen.</p>
<p>Als Dracula Jonathan zum ersten Mal beißt, wird auf dem halbdurchsichtigen Vorhang vor der Szene die Verwandlung vom alten grauhaarigen Vampir zum jungen Graf Vlad gezeigt. Eine sehr gelungene Idee! In der nächsten Szene kommt Dracula dann als junger Mann auf die Bühne. Die graue Langhaarperücke, der rote Mantel und die Halbmaske sind passé.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1270 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_2-285x400.jpg" alt="" width="285" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_2-285x400.jpg 285w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_2.jpg 356w" sizes="auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px" />Ein weiteres technisches Schmankerl ist der „Aufbau“ von Whitby Bay, dem Sommerkurort, an dem Dracula zum ersten Mal auf Mina und Lucy trifft: Das Gebäude entwickelt sich im mittleren Fenster der Schlosskulisse von einer Bleistiftzeichnung hin zu einem farbenfrohen Porträt. Klasse! Durch zwei zusätzliche Wandelemente wird aus dem Schloss der Ballsaal von Whitby Bay.</p>
<p>Renfield (gespielt von Johannes Kahlhöfer) ist in dieser Inszenierung ein sympathischer, fast schon zerbrechlicher Wahnsinniger. Kahlhöfer singt gut und meistert die Gratwanderung zwischen Wahn und Klarheit sehr glaubhaft.</p>
<p>Helena Lenn ist eine stimmgewaltige Lucy Westenra, die mit viel Charme alle Männer um den Finger wickelt. Die Wandlung von der unentschlossenen, verspielten Braut zur lüsternen Vampirlady gelingt ihr hervorragend. Helena Lenns Soli gehören zu den Highlights des Abends, da sie die verschiedenen Emotionen sehr gut in Gesang umsetzen kann. Auch ihre ausdrucksstarke Mimik sorgt für ein rundum gelungenes Rollenprofil. Ein Paradebeispiel, bei dem sie all ihre Talente ausspielen kann, ist „Wie wählt man aus“. Ihr Hin- und Hergerissensein zwischen den drei potentiellen Ehemännern ist deutlich spürbar.</p>
<p>Auch Pamina Lenn hat ihre Stärken im Spiel. Mimik und Gestik sind sehr gut. Einzig die Tontechnik zerstört mit zuviel Hall viele Dialoge. Allzu oft klingen Lenn und ihre Kollegen so als würden sie in einer Kirche stehen.</p>
<p>Gesanglich harmoniert sie mit Vogel leider nicht so sehr wie mit Radeck, was insbesondere bei „Ich leb&#8216; nur, weil es Dich gibt“ deutlich wird.</p>
<p>Van Helsing erinnert mehr als vage an Indiana Jones. „Nosferatu“ klingt zwar nicht schlecht, aber im Großen und Ganzen versucht Michael Zimmermann durch Lautstärke zu kompensieren, dass er dem Showstopper nicht ganz gewachsen ist. Doch mit seinem ausgeprägten Dialekt sorgt er für Lacher und macht die Figur des besessenen Vampirjägers sehr sympathisch.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-1273 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_5-400x274.jpg" alt="" width="400" height="274" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_5-400x274.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Dracula_2016_5.jpg 483w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der Song, bei dem Van Helsing und Lucys Verehrer zur Jagd auf Dracula aufbrechen, hat eine sehr gute Energie. Allerdings ist es hier mit dem Choreographen durchgegangen, denn die Platzierung der Darsteller und die Schrittfolgen erinnern doch allzu arg an „One Day More“ aus „Les Misérables“.</p>
<p>Was insgesamt auffällt ist, dass dieses Vampirmusical komplett unblutig ist. Es fließt kein Tropfen (Theater-)Blut, auch wenn die Vampire mit ziemlich scharfen Beißerchen daherkommen. Dennoch ist die Inszenierung absolut schlüssig und die wenigen zu langen Umbaupausen oder zu lauten Abgänge nimmt man gern in Kauf. Die Cast kann ihre Stärke insbesondere in den Duetten und Ensemble-Nummern ausspielen. Solistisch zeigen sich viele Schwächen, doch die liebevolle Umsetzung der Details auf der Bühne, in den Kostümen (Sigrid Vogel) und natürlich auch Regieseitig macht dieses Manko wett.</p>
<p>Begeisterten Applaus erntet auch das 20-köpfige Orchester unter der Leitung von Jan Brell. Die Musiker spielen die komplexe Partitur fehlerfrei und mit viel Schwung. Ist es nicht genau das, was Musical ausmacht? Ein energiegeladenes Ensemble und nicht minder engagierte Musiker?</p>
<p>Roßdorf hat einen festen Platz im hessischen Musicalkalender, dafür ist „Dracula“ einmal mehr der Beweis. Einen Vergleich mit großen Stadttheater- oder Ensuite-Produktionen müssen die Macher insbesondere im Hinblick auf Technik und Regie nicht scheuen. Vogels Hinweis darauf, dass alle Beteiligten ihre Zeit und ihr Können unentgeltlich zur Verfügung stellen, um diese sieben Aufführungen zu ermöglichen, wird vom Publikum sehr honoriert – und dass nicht nur mit langem Applaus, sondern auch mit großzügigen Spenden, die nach der Vorstellung in die Boxen der am Ausgang wartenden Darsteller wandern.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Rehberghalle, Roßdorf</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">1</span>. September 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Benedikt Vogel, Pamina Lenn, Matheo Radeck, Helena Lenn, Michael Zimmermann, Johannes Kahlhöfer</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Frank Wildhorn / Pamina Lenn &amp; Tilmann Rose<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Peter Harbauer<br />
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		<title>Tolles Bühnenbild, großartiges Orchester und eine ungewöhnliche Besetzung</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/tolles-buehnenbild-grossartiges-orchester-und-eine-ungewoehnliche-besetzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2015 10:04:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Anja Gutgesell]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Kahl]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Schöller]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Ivan Alboresi]]></category>
		<category><![CDATA[Jekyll & Hyde]]></category>
		<category><![CDATA[Mainfranken Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Würzburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frank Wildhorns düsteres Musical gehört nicht zum Standard-Repertoire deutscher Stadttheater. Doch es gibt immer wieder mutige Intendanten, die das Stück auf den Spielplan setzen – wohl wissend, dass es keine leichte Kost für ihre Abonnenten ist. Im Mainfranken Theater in Würzburg zeichnen Hermann Schneider (Intendant) und Christoph Blitt (Dramaturg) für diese Entscheidung verantwortlich. Die Regie ...</p>
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<div class="text-content style_External_270_112">
<div class="style_2">Frank Wildhorns düsteres Musical gehört nicht zum Standard-Repertoire deutscher Stadttheater. Doch es gibt immer wieder mutige Intendanten, die das Stück auf den Spielplan setzen – wohl wissend, dass es keine leichte Kost für ihre Abonnenten ist. Im Mainfranken Theater in Würzburg zeichnen Hermann Schneider (Intendant) und Christoph Blitt (Dramaturg) für diese Entscheidung verantwortlich. Die Regie übernahm in Würzburg Ivan Alboresi.</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_3">
<p class="Body">Das erste Highlight ist akustischer Natur: Das Philharmonische Orchester Würzburg unter der Leitung von Sebastian Beckedorf zeigt schon bei der voluminösen Ouvertüre seine komplette Bandbreite und versetzt das Publikum in die richtige Stimmung.</p>
<p class="Body">„Jekyll &amp; Hyde“ lebt vom Spiel Gut gegen Böse. Entsprechend ist die große Bühne überwiegend in dunklen Tönen gehalten. Bernd Franke setzt das Licht überaus effektiv ein, um verschiedene Szenerien zu erzeugen. Dazu nutzt er Hubbühne, Spiegel- und Glaselemente sowie wenige Großkulissen, um den verschiedenen Spielorten eine zusätzliche Dramaturgie-Ebene zu geben.</p>
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<div class="text-content style_External_669_906">
<div class="style_3">
<p class="Body">Die volle Pracht der Kostüme bekommt das Publikum direkt nach der Eröffnungsszene zu sehen. Götz Lanzelot Fischer kleidet die Darsteller in zeitgemäßen Roben und Anzügen in gedeckten Farben. Während er hierbei viel Stil beweist, wirken die Kostüme der „Mädchen der Nacht“ eher plump und billig als sexy.</p>
<p class="Body">Eine große Anzahl an Darstellern auf der Bühne stellt die Regie immer wieder vor Herausforderungen. In Würzburg gelingt es jedoch gut, das Hausensemble, den Opernchor, die Ballettcompagnie und Komparserie des Mainfranken Theaters Würzburg in Einklang zu bringen. Die Darstellung der Zwei-Klassen-Gesellschaft mithilfe von Hubbühne, Kostümfarben und Licht ist exzellent. Schwächen werden in erster Linie während der choreographierten Sequenzen deutlich: Viele bewegen sich hölzern und wenig geschmeidig, was zum Stil von Wildhorns Musik so gar nicht passen möchte.</p>
<p class="Body">Dafür ist es umso mehr ein Genuss, wenn bei „Fassade“ oder „Mörder“ ein großes Ensemble zu hören ist. Dass man in Würzburg überwiegend klassische Stimmen hört und auch viele Soloparts von klassischen Sängern übernommen werden, ist gewöhnungsbedürftig. Einzelne haben zudem deutliche Probleme mit dem Tempo der Partitur und der deutschen Sprache. Doch die Protagonisten sind gut besetzt worden.</p>
<p class="Body">Für die Titelrolle wurde mit Armin Kahl ein erfahrener Musicaldarsteller als Gast engagiert, der genau weiß, worauf es bei dieser Rolle ankommt. Es gelingt ihm im gleichen Maß, tiefe Gefühle zu zeigen und diese gesanglich zu transportieren, als auch die Aggressivität und Bösartigkeit von Mr. Hyde über die Rampe zu bringen. Jekyll/ Hyde gehört nicht ohne Grund zu den anspruchsvollsten Rollen im Musicalbusiness. Der Darsteller muss nicht nur schauspielerisch von zärtlich bis gefährlich, von liebevoll bis mörderisch alle Facetten beherrschen, sondern auch stimmlich und gesanglich diese beiden Figuren so deutlich herausarbeiten können, dass das Publikum sie als einzelne Charaktere wahrnimmt.</p>
<p class="Body">Armin Kahl kann mit „Dies ist die Stunde“ das Publikum in seinen Bann ziehen. Die Verwandlung von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird unter anderem durch sich ausbreitende Tattoos dargestellt. Zunächst nur auf einer Brust, breiten sich die Tribals Szene für Szene über den ganzen Oberkörper aus und in Videoeinblendungen wird klar, wohin dies führen wird.</p>
<p class="Body">Warum Kahl jedoch als Mr. Hyde mit der Körperhaltung des Glöckners von Notre Dame über die Bühne humpelt, bleibt fraglich. Denn auch ohne diesen verkrümmten Körper hat sein Spiel eine berückende Intensität und strahlt in jeder Sekunde höchste Gefahr aus.</p>
<p class="Body">Die „Konfrontation“ ist von Alboresi einmal mehr herausragend umgesetzt: Während im Hintergrund ein gigantischer, bedrohlicher Edward Hyde projiziert ist, singt Jekyll zu den darunter aufgereihten Opfern Hydes. Die Anspannung ist greifbar und die Auseinandersetzung von Kahl beklemmend authentisch umgesetzt.</p>
<p class="Body">Ein weiteres Highlight des Stücks ist das „Gefährliche Spiel“ von Hyde und Lucy. Leider ist die Szene etwas zu brav inszeniert, auch wenn Armin Kahl und Barbara Schöller (Lucy) gesanglich überzeugen können. Es mag aber auch daran liegen, dass Schöller das übliche Rollenalter deutlich übertrifft. Sie ist seit Jahren fest im Würzburger Ensemble engagiert und kann die Figur der Lucy stimmlich durchaus meistern. Doch es ist schon eher befremdlich, dass Lucy älter zu sein scheint als Hyde.</p>
<p class="Body">Gleiches gilt für Dr. Jekylls Verlobte Lisa: Wenn Anja Gutgesell am Arm von Sir Danvers die Bühne betritt, hält man sie zunächst für Lisas Mutter. Auch im Laufe des Stücks irritiert es immer wieder, dass Lisa kein junges Mädchen ist, sondern eine gestandene Frau. Nichtsdestoweniger gefällt Gutgesell mit dem sehr pur inszenierten „Wenn jemand wie Du“ und auch ihr selbstbewusstes Spiel überzeugt.</p>
<p class="Body">Das Zusammenspiel aller Gewerke im Mainfranken Theater ist bei „Jekyll &amp; Hyde“ gelungen. Das Orchester intoniert Wildhorns erfolgreiches Musical mit viel Energie. Alboresi schafft eine spannende, knisternde Atmosphäre und setzt die Titelfigur gekonnt in Szene. Auch der effektvolle Einsatz der technischen Möglichkeiten (Hubbühne, Videoprojektionen) macht diese Inszenierung sehenswert. Armin Kahl spielt Dr. Jekyll / Mr. Hyde mit vollem Einsatz und besticht nicht nur stimmlich, sondern vor allem durch seine gänsehautschaffende schauspielerische Intensität.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
gekürzt <em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Mainfranken Theater, Würzburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">15</span>. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Armin Kahl, Anja Gutgesell, Barbara Schöller </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Ivan Alboresi / Frank Wildhorn<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Mainfranken Theater<br />
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		<title>Wildhorn ist wahrlich keine leichte Kost</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/wildhorn-ist-wahrlich-keine-leichte-kost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2015 13:51:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Antje Eckermann]]></category>
		<category><![CDATA[Dracula]]></category>
		<category><![CDATA[Eddie Jordan]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Klingenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Open Air Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Regina Kletinitch]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Klotz]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Wulz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im 21. Jahr zeigt der Verein, der die Clingenburg Festspiele durchführt, neben dem Schauspielklassiker William Shakespeares „Othello“ Frank Wildhorns Musicalversion von Bram Stokers „Dracula“. Beide Stücke sind hochdramatisch und wesentlich abhängig von ihren namensgebenden Titelfiguren. Der Schauplatz für „Dracula“ könnte passender kaum sein: Die verfallene Clingenburg (12. Jahrhundert) im Hintergrund, knorrige Eichen und ein abschüssiges ...</p>
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<p>Im 21. Jahr zeigt der Verein, der die Clingenburg Festspiele durchführt, neben dem Schauspielklassiker William Shakespeares „Othello“ Frank Wildhorns Musicalversion von Bram Stokers „Dracula“. Beide Stücke sind hochdramatisch und wesentlich abhängig von ihren namensgebenden Titelfiguren.</p>
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<p class="Body">Der Schauplatz für „Dracula“ könnte passender kaum sein: Die verfallene Clingenburg (12. Jahrhundert) im Hintergrund, knorrige Eichen und ein abschüssiges Gelände mit verwinkelten Wegen – doch, so ähnlich kann man sich Transsylvanien vorstellen.</p>
<p class="Body">Die Ouvertüre nimmt die leider sehr überschaubare Zuschauerzahl (Auslastung zwei Wochen nach der Premiere nur ca. 50 %) direkt gefangen. Andrew Hannan hat sein kleines aber feines Orchester gut im Griff. Die Tempi stimmen und tontechnisch trägt Horst Deller seinen Teil dazu bei, dass Frank Wildhorns Kompositionen vollumfänglich genossen werden können.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Direkt zu Beginn lädt Graf Dracula den schüchternen Jonathan Harker in sein Schloss – natürlich nicht ohne Hintergedanken. Der Zufall will es, dass Dracula in Jonathans Verlobten Mina seine große Liebe wiedererkennt. Fortan setzt er alles daran, Mina in London zu treffen und ihre Liebe wieder aufleben zu lassen. Er hinterlässt dabei eine deutliche Blutspur: Minas Freundin Lucy, die sich eben noch über die Avancen gleich dreier stattlicher Gentlemen gefreut hat, wird von ihm kurzerhand zum Vampir gemacht. Als Lucys Verehrer (Adliger Arthur, Arzt Jack und Cowboy Quincey) gemeinsam mit Jonathan unter der fachkundigen Anleitung von Prof. van Helsing Jagd auf den Nosferatu machen, wird auch Quincey zu seinem Opfer.</p>
<p class="Body">Zwischendrin findet Dracula aber dann doch die Zeit für ein Stelldichein mit seiner Mina, die den Verlockungen des stattlichen Vampirgrafen sofort verfällt. Doch das Paar wird von den Vampirjägern jäh unterbrochen und Dracula flüchtet zurück in seine Heimat.</p>
<p class="Body">Dort spüren ihn van Helsing und seine Gefolgschaft jedoch erneut auf. Sie stellen ihm eine Falle, merken dabei aber nicht, dass Dracula und Mina bereits andere Pläne haben. Schließlich bittet Dracula Mina um den ultimativen Gefallen und stürzt sich – da sie ihm diesen Gefallen natürlich verwehrt &#8211; in den Holzpflock in ihrer Hand. Dracula ist tot.</p>
<p class="Body">Draculas erster Auftritt gelingt vorzüglich: Werner Wulz ist sehr akzentuiert geschminkt, er bewegt sich geschmeidig-elegant und legt eine sehr exzentrische Mimik an den Tag. Zudem spielt und singt er sehr gut, auch wenn seine Stimmfarbe etwas zu klassisch ist für den düsteren Vampirgrafen.</p>
<p class="Body">Sein Widersacher, der Londoner Anwalt Jonathan Harker, wird von Thomas Klotz gespielt, der schon vor einigen Jahren im „Tanz der Vampire“ als Alfred mit dem bissigen Grafen seine liebe Müh hatte. Als Harker überzeugt er durch eine emotionale Bandbreite, die er nicht nur schauspielerisch, sondern auch gesanglich umzusetzen weiß. Einen interessanten Akzent setzt Regisseur Marcel Krohn in der Szene, in der Harker von den drei Vampirdamen in Draculas Gefolge verführt werden soll: Er wirkt hier weniger passiv und ängstlich als vielmehr sehr leidenschaftlich agierend.</p>
<p class="Body">Antje Eckermann spielt die von den beiden Männern so innig geliebte Mina Murray. Auch sie stand bei „Tanz der Vampire“ in Stuttgart auf der Bühne und hat dort als Sarah den Vampiren und Männern den Kopf verdreht. Sie hat eine starke Bühnenpräsenz und überzeugt als selbstbewusste, starke Frau, die ihr Leben dafür geben würde, um ihren Geliebten zu retten, genauso wie als schutzbedürftige, verletzliche Ehefrau von Jonathan. Ihre Stimme ist durchdringend und klar, aber leider fehlt es ihr gänzlich an Gefühl. Ihr großes Solo „Wär ich der Wind“ wirkt eher geschrien als entschlossen und emotional.</p>
<p class="Body">Vielleicht ist Eckermann aber auch ein Opfer der Tontechnik, denn Ähnliches kann man auch bei Regina Kletinitch beobachten, die als Lucy wunderbar quirlig daherkommt und nach ihrer Wandlung zum Vampir herrlich entrückt guckt und nah am Wahnsinn scheint als sie von van Helsing bedroht wird. So gleitet „Wie wählt man aus“ ins Parodiefach ab und ihre sehr intensive Todesszene verpasst ihre Wirkung.</p>
<p class="Body">Insgesamt fällt auf, dass Deller dem Orchester und dessen Klang ganz offensichtlich eine größere Priorität eingeräumt hat als den Sängern. Bei einem Musical ein großer Fehler. Denn wenn die Darsteller mit dem Sound kämpfen müssen, können sie sich zwangsläufig nicht mehr voll auf ihre Rollen konzentrieren. In dieser Inszenierung klingen alle Sänger zu hart und kalt, was gerade bei den gefühlvollen Soli, die Wildhorn sich für seine Protagonisten erdacht hat, mehr als bedauerlich ist.</p>
<p class="Body">Dies trifft auch auf „Roseanne“ zu, die Liebeserklärung von van Helsing an seine verstorbene Frau: Sascha Stead ist der überzeugendste Darsteller dieser Inszenierung, spielt er so gradlinig und unzweideutig wie kein anderer. Auch gesanglich ist er seinen Kollegen einen Schritt voraus. Mit „Nosferatu“ macht er dem Publikum nachdrücklich klar, wer sein Ziel ist und warum. Er wird als einziger Wildhorns anspruchsvoller Partitur gerecht.</p>
<p class="Body">Auch das Quartett von van Helsing und den ehemaligen Verehrern Lucys (Marc Trojan als Arthur, Aciel Martinez-Pol als Quincey, Franz Garlik als Dr. Jack), die mit „Eh Du verloren bist“ zum Halali auf Dracula blasen, zeigt das Potential.</p>
<p class="Body">In Erinnerung bleibt auch Eddie Jordan als ein überaus charmanter Renfield. Er spielt den Irren so sympathisch-verrückt, dass einem warm ums Herz wird. Leider kann aber auch er nicht zeigen, was stimmlich in ihm steckt.</p>
<p class="Body">Von der Inszenierung her wirft „Dracula“ einige Fragen auf. Da ist zuallererst einmal, dass das Publikum stark verunsichert scheint und nicht weiß, wann es applaudieren soll oder darf. Vielleicht mögen die Zuschauer das Stück aber auch einfach nicht und sparen deshalb mit Applaus.</p>
<p class="Body">Darüber hinaus ist unerklärlich, warum in Jonathans Alptraumsequenz ein Plakat mit Hitler, Mao Tse-tung (Zedong), Jesus, Attila, Napoleon und George W. Bush enthüllt wird. Spielt die Handlung doch Ende des 19. Jahrhunderts als viele der Abgebildeten noch nicht geboren waren bzw. ihr Wirkungsgrad noch nicht erkennbar war. Auch das Futter von Draculas Mantel – offenbar eine kubanische Flagge – lässt sich mit der Handlung des Stücks nicht erklären. Sollten hier politische Botschaften untergebracht worden seien, wäre dies mehr als unangemessen.</p>
<p class="Body">Apropos Mantel: Die Kostüme (Ulla Birkelbach) der Darsteller passen in die Zeit der Handlung und insbesondere Minas Mäntel sind sehr schön. Warum man jedoch einer rothaarigen Hauptfigur rote Kleider anziehen muss, die sich mit ihrer Haarfarbe und den weiteren Accessoires (Schuhe, Handtasche, Schal) im Ton beißen, ist verwunderlich.</p>
<p class="Body">Dafür achten alle Darsteller penibel darauf, mit ihren blutbeschmierten Händen und Gesichtern die Kostüme nicht zu berühren. Das Hantieren mit dem Kunstblut klappt in Klingenberg ganz hervorragend. Vampire trinken nun mal Blut und das ist offenbar alles andere als eine saubere Angelegenheit.</p>
<p class="Body">Diese phasenweise sehr blutige Inszenierung ist sicherlich nichts für junge Musicalfans, auch wenn offenbar einer von ihnen allabendlich mit auf der Bühne steht: Wenn Lucy mit ihrem nächsten Opfer, einem unschuldigen Mädchen von 7-8 Jahren, in die Arme von van Helsing läuft und es auf der Bühne zu lautstarken Beschwörungen, extatischen Bewegungen und schließlich Lucys Enthauptung kommt, überfordert das schon so manchen Zuschauer. Das kleine Mädchen jedoch wirkt verloren und man möchte das Stück stoppen und die Kleine in die schützenden Arme ihrer Eltern bringen. Dieses Extra hätte man regieseitig gern entfallen lassen können, denn das Mädchen ist zu jung um zu begreifen, was dort auf der Bühne passiert.</p>
<p class="Body">Zu den weniger erfreulichen Momenten gehören auch die Choreographien von Nadja Görts, die neben Regieassistenz und Choreographie auch selbst noch in einer Nebenrolle auf der Bühne steht. Was sie sich für die drei Vampir-Ladies (Susanne Anders, Kumari Helbling, Alexandra Kurzeja) erdacht hat, die Dracula „umschwirren“, wirkt fehl am Platz: Die unsauber getanzten Mini-Sequenzen wirken eher lächerlich. Lieber hätte sie mit ihren Kollegen das Walzer-Tanzen üben sollen: Keiner der sechs Darsteller (Lucys Verehrer, Lucy, Mina und Görts selbst) bekommt einen sauberen Dreier-Schritt auf die Bühne.</p>
<p class="Body">Da viele Songs aufgrund der schlechten Tontechnik ins Mittelmaß abdriften, bleiben von dieser „Dracula“-Produktion nur wenige Bilder in Erinnerung, wie bspw. Dracula, der sein „Je länger ich lebe“ auf den Zinnen der Burg, in mittelalterlichen Ruinen singt, macht viel her. Es reicht aber nicht aus, um dem diesjährigen Musical der Clingenburg Festpiele ein gutes Zeugnis auszustellen. Und so freuen sich nicht wenige schon beim Verlassen des Open Air Theaters auf „Hair“, das unter Einspielung von „Aquarius“ bereits als Sommerproduktion 2016 angekündigt wird.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Open Air Theater, Klingenburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>28. Juni 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong><span class="Bold">Thomas Klotz, Antje Eckermann,</span> <span class="Bold">Werner Wulz,</span> <span class="Bold">Regina Kletinitch,</span> <span class="Bold">Eddie Jordan</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  <span class="Bold">Frank Wildhorn / Marcel Krohn<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Clingenburg Festspiele</span></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/wildhorn-ist-wahrlich-keine-leichte-kost/">Wildhorn ist wahrlich keine leichte Kost</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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		<title>Leider etwas zahnloses Vampirmusical</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/leider-etwas-zahnloses-vampirmusical/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Nov 2012 16:24:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Dracula]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Franka Kraneis]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich von Mansberg]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Achilles]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Schneider]]></category>
		<category><![CDATA[Kristian Lucas]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Broadway-Komponist Frank Wildhorn bürgt für herausragende musikalische Qualität (u. a. „Jekyll &#38; Hyde“) und auch das Theater im beschaulichen Lüneburg hat schon einige exzellente Musiktheater-Produktionen auf die Bühne gebracht („Chess“, „Aida“, etc.). Mit der Musicalfassung von Don Blacks und Christopher Hamptons „Dracula“ scheint man hier jedoch überfordert: Es mangelt an Personenregie; auch ein sehr guter ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
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<div class="style_2">
<p class="Body">Broadway-Komponist Frank Wildhorn bürgt für herausragende musikalische Qualität (u. a. „Jekyll &amp; Hyde“) und auch das Theater im beschaulichen Lüneburg hat schon einige exzellente Musiktheater-Produktionen auf die Bühne gebracht („Chess“, „Aida“, etc.).</p>
<p class="Body">Mit der Musicalfassung von Don Blacks und Christopher Hamptons „Dracula“ scheint man hier jedoch überfordert: Es mangelt an Personenregie; auch ein sehr guter Hauptdarsteller und das beherzt aufspielende Orchester unter der Leitung von Urs-Michael Theus kann die Scharten, die sich durch Friedrich von Mansbergs Inszenierung hindurchziehen, nicht auswetzen.</p>
<p class="Body">Aber der Reihe nach: Der ins heutige London transferierten Geschichte liegt Bram Stokers Briefroman „Dracula“ zugrunde. Dracula lebt in einem Hotel &#8211; von Otto-Normal-Bürgern unerkannt und gleichzeitig von zahlreichen Jüngern angebetet &#8211; um nah bei seiner Mina zu sein. Doch diese liebt und heiratet den Anwalt Jonathan Harker.</p>
<p class="Body">Minas Freundin Lucy, die sich vor potentiellen Heiratskandidaten kaum retten kann, findet ihren Traummann im schüchternen Arthur. Doch sie ist eine nur allzu leichte Beute für Dracula, der sie ohne Zögern zu seiner Gespielin macht. Hier tritt nun Draculas Erzfeind Abraham van Helsing auf den Plan, der die Massen gegen den Vampir aufhetzt, um seine eigene Besessenheit zu befriedigen &#8211; hat der Vampir doch vor einigen Jahren dessen Ehefrau getötet.</p>
<p class="Body">Am Ende bleibt Dracula mit gebrochenem Herzen zurück und seine Peiniger haben gelernt, dass in diesem Wesen nicht nur ein blutrünstiges Biest steckt.</p>
<p class="Body">Ein wenig ratlos verlässt man das Theater, denn die Inszenierung wirkt zusammengestrichen und macht es schwer, eine  zusammenhängende Handlung auszumachen. Dies liegt zu einem großen Anteil daran, dass nach nahezu jeder Szene der Vorhang fällt und das Orchester die eingeblendete Orts- und Zeitangabe brillant überbrückt. Der Sinn dieser Unterbrechungen erschließt sich nicht, denn die Geschichte ist nicht sonderlich komplex.</p>
<p class="Body">Einzelne Szenen sind jedoch durchaus gelungen. Dies liegt vorrangig an Wildhorns Kompositionen, die es den Darstellern ermöglichen, die mangelnde Personenregie durch gesangliche Expressionen auszugleichen. So wird der schräge Barkeeper und Dracula-Bewunderer Renfield (MacKenzie Gallinger) dem Klischee eines Wahnsinnigen gerecht und zieht die Blicke auf sich, weil man wissen möchte, was er als nächstes anstellt&#8230; Auch Annabelle Mierzwa zeigt Spielfreude als Lucy, besonders wenn sie die Schmeicheleien ihrer drei Galane genießt oder sich Dracula hingibt. Dass sie dabei nicht jeden Ton trifft, mag man ihr nachsehen. Karl Schneider ist ein van Helsing, der optisch zwar an Dieter Bohlen erinnert, aber über eine gute energetische Ausstrahlung verfügt und der sich auch im Gesangsensemble von seinen Kollegen abhebt.</p>
<p class="Body">Die Leading Lady, Mina, wird von Franka Kraneis gegeben. Ihr glockenklarer Sopran will nicht so recht zu Wildhorns Melodien passen und so bleibt eigentlich nur ein Duett zwischen Mina und Dracula in Erinnerung („Die Verführung“), in dem sich die Stimmen der beiden Hauptdarsteller ideal ergänzen.</p>
<p class="Body">Eigentlich geht man bei „Dracula“ immer von einem Dreigespann aus Dracula, Mina und Jonathan aus, doch in diesem Stück verkauft sich Kristian Lucas als Jonathan Harker eindeutig unter Wert. Nicht nur, dass er sowohl optisch als stimmlich Dracula-Darsteller Gerd Achilles sehr ähnelt und man ihn daher nicht als eigenständigen Charakter wahrnimmt, man hört ihn auch kaum, obgleich er im 2. Akt schöne Soli hat.</p>
<p class="Body">Die Rolle des „Meisters“ und Vampirgrafen übernimmt Gerd Achilles, der auch schon in der Lüneburger „Chess“-Inszenierung beeindruckte. Er ist der einzige, der seinem Charakter die notwendige Tiefe verleiht. Sein Dracula ist nicht das eindimensionale, blutdürstende Monster, sondern zeigt Gefühle und Zweifel. Seine schlanke, in schwarze Kostüme gewandete Gestalt, gibt ihm ein stattliches Aussehen, der seine Bühnenpräsenz in nichts nachsteht. Auch gesanglich vermag Achilles zu überzeugen: Von energisch über sanft, mal betörend, mal fordernd, dann wieder verletzt oder liebend, zeigt er eine beachtliche Spannbreite stimmlicher Spielarten.</p>
<p class="Body">Auf diesem Niveau hätte man sich gern mehr gewünscht. Doch leider wurde der Fokus offenbar ausschließlich auf die Titelfigur gelegt und alle anderen Rollen nur minimal ausgearbeitet. Neben der verwirrenden Inszenierung an sich, ist es die mangelhafte Personenregie, die bei diesen Besuch in Lüneburg haften bleibt. Hinzu kommt noch die ungenügende Tontechnik, die verhindert, dass man dem Gesang der Darsteller im Zuschauerraum folgen kann, müssen sie sich doch mit viel Kraft gegen das &#8211; zugegebenermaßen schwungvolle Orchester durchsetzen, was zumeist gründlich misslingt.</p>
<p class="Body">Für die nächste Musicalpremiere wünschen wir uns, dass mehr Augenmerk auf die Figuren gelegt wird. Denn Musical bedeutet nicht nur vorzügliche, raumgreifende Melodien und Gesang, sondern auch beeindruckende schauspielerische Leistungen und eine stimmige, nachvollziehbare Handlung.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg<br />
</span><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>29. November 2012<br />
</span><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Gerd Achilles, Franka Kraneis, Kristian Lucas, Karl Schneider<br />
</span><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Frank Wildhorn / Friedrich von Mansberg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong>  t &amp; w, Andreas Tamme<br />
</span></p>
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		<title>Schöne, schlüssige Tourfassung mit herausragenden Darstellern in den Hauptrollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 08:36:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Gergen]]></category>
		<category><![CDATA[Anne-Mette Riis]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Struppeck]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Leah Delos Santos]]></category>
		<category><![CDATA[Stade]]></category>
		<category><![CDATA[Stadeum]]></category>
		<category><![CDATA[Yngve Gasoy-Romdal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die in der Spielzeit 2010 / 2011 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tourende Produktion von Frank Wildhorns „Jekyll &#38; Hyde“ ist bereits der 20. Aufguss der deutschsprachigen Version dieses düsteren, brutalen, aber nicht weniger emotionalen und tief berührenden Musicals. Die Rolle des ambitionierten Wissenschaftlers Dr. Jekyll und menschenverachtenden Mr. Hyde verlangt dem Darsteller einiges ...</p>
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<p class="Body">Die in der Spielzeit 2010 / 2011 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tourende Produktion von Frank Wildhorns „Jekyll &amp; Hyde“ ist bereits der 20. Aufguss der deutschsprachigen Version dieses düsteren, brutalen, aber nicht weniger emotionalen und tief berührenden Musicals.</p>
<p class="Body">Die Rolle des ambitionierten Wissenschaftlers Dr. Jekyll und menschenverachtenden Mr. Hyde verlangt dem Darsteller einiges ab. Nicht ohne Grund gilt sie als eine der, wenn nicht sogar die anspruchsvollste männliche Rolle im Musicalbusiness. Mit Yngve Gasoy-Romdal wurde von der Direktion Landgraf ein Künstler engagiert, der diese Figur schon in Köln und Magdeburg eindrucksvoll verkörpert hat. Mit Leah Delos Santos als Lisa Carew hat er eine Kollegin an seiner Seite, die schon bei der deutschen Erstaufführung 1999 in dieser Rolle auf der Bühne das Publikum zu Tränen rührte. Komplettiert wird das Leading Trio an diesem Abend durch Anne-Mette Riis, die als Freudenmädchen Lucy für die verruchten Momente des Stücks sorgt.</p>
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<div class="text-content style_External_670_553">
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<p class="Body">Bei Tourneeproduktionen macht man leider oft die Erfahrung, dass vor allem an Ausstattung und Technik (Musik, Licht, Ton) gespart wird. Nicht so in diesem Fall! Wildhorns Kompositionen werden von einem Live-Orchester einwandfrei in puren Hörgenuss umgewandelt. Kim Scharnberg (Orchestrierung) und Heiko Lippmann (Musikalische Leistung) leisten hier allabendlich Großes. Das Bühnenbild von Jan Freese ist funktional und dennoch sehr aufwendig. Durch das Auf- und Zuklappen von Seitenelementen entstehen verschiedene Räume für die feine englische Gesellschaft, die Besucher der „Roten Ratte“, Dr. Jekylls Labor usw. Durch die Wahl von teilweise kaputten Sprossenfenstern und Säulen lässt sich der handlungsumspannende Tatort London sehr gut nachempfinden.</p>
<p class="Body">Ein ganz großes Kompliment bekommen die Licht- und Tontechniker. Die düstere Stimmung wird vom Licht (Rolf Spahn) perfekt unterstützt. Die Lichtstimmung in den Szenen „Konfrontation“ und „Angst“ muss sich hinter keiner Ensuite-Produktion verstecken. Auch vom Sounddesign kann sich so manch eine fest an einem Haus spielende Musical-Produktion eine Scheibe abschneiden. Stadthallen stellen Tontechniker immer vor besondere Herausforderungen, aber der Klang im Stadeum war brillant.</p>
<p class="Body">An den von Court Watson entworfenen Kostümen der feinen Londoner Damenwelt kann man jedoch durchaus Kritik üben. Sie unterscheiden sich in den Farbtönen und Stil kaum von denen der Unterschicht, wie sie die Huren der „Roten Ratte“  oder die Frauen von der Straße tragen. Um die große Distanz zwischen diesen Gesellschaftsschichten zu unterstreichen, hätte man sich mehr Farbenfreude und schöne Kleider bei den Adligen und Reichen gewünscht. Einzig Lisas Hochzeitskleid geht in diese Richtung, wobei man sich doch fragt, ob ein blaues Hochzeitskleid zur damaligen Zeit standesgemäß gewesen wäre.</p>
<p class="Body">Die 19 Darsteller auf der Bühne agieren mitreißend &#8211; sowohl in Tanz und Gesang. Es macht Spaß ihnen in den verschiedenen Szenen zu folgen. Dass die Tourfassung von Andreas Gergen und Christian Struppeck fast 30 Minuten kürzer ist als die ursprüngliche Bremer Version fällt dabei kaum ins Gewicht. Die Songs, die fehlen, vermisst man kaum. Die Stücke, die an anderer Stelle platziert wurden, runden die Inszenierung ab.</p>
<p class="Body">Yngve Gasoy-Romdal zeigt auch in dieser vermeintlich kleinen Produktion sein volles Potential und sorgt im Publikum mit seinem unverwechselbaren Tenor für Jubelstürme. Seine Fangemeinde aus Hamburg und Umgebung ist geschlossen nach Stade gereist, um ihr Idol lautstark zu bejubeln. Aber seine Leistung rechtfertigt jeden noch so langen Applaus. Mit „Dies ist die Stunde“ berührt er tief, seine „Angst“ in der gleichnamigen Szene ist bis in die letzten Sitzreihen greifbar. Dass er die Welt für irr hält, kann man in dieser Szene sehr gut nachempfinden. Die Zerrissenheit zwischen Wissenschaftler und Mörder, zwischen liebendem Verlobten und gleichgültigem Killer spielt Gasoy-Romdal glaubhaft und von der sprichwörtlichen Routine ist in keiner Sekunde etwas zu spüren.</p>
<p class="Body">Auch Leah Delos Santos kann als Jekylls unglückliche Verlobte Lisa erfahrungstechnisch aus dem Vollen schöpfen. Ihr warmer, voller Sopran lässt Herzen schmelzen und ihre zierliche Statur weckt bei männlichen Zuschauern ganz sicher den Beschützerinstinkt. Die Liebe zwischen ihr und Jekyll fühlt sich echt an, ihre Sorge um ihren entrückt wirkenden Verlobten teilt man sofort. Das gemeinsame Duett mit Lucy „Nur sein Blick“ gerät zum Showstopper, gleiches gilt für „Nimm mich wie ich bin“, welches sie gemeinsam mit Yngve Gasoy-Romdal intoniert.</p>
<p class="Body">Als leichtes Mädchen Lucy Harris steht an diesem Abend Anne-Mette Riis auf der Bühne.  Das unscheinbar wirkende Stimmwunder (Scaramouche und Ozzy in „We Will Rock You“ waren nur zwei ihrer früheren Rollen) lebt das Verruchte und Ungehörige des Rotlichtmilieus in jeder Bewegung aus. Ihre zarte Seite kommt im Song „jemand wie Du“ deutlich zum Tragen; ihre Leidenschaft lebt sie im „Gefährlichen Spiel“ mit Yngve Gasoy-Romdal aus. Einzig, dass „Mädchen der Nacht“, das Duett in dem Lucy gemeinsam mit Puffmutter Nellie über ihr Leben abseits der feinen Gesellschaft lamentiert, in dieser Inszenierung fehlt, muss man bedauernd zur Kenntnis nehmen.</p>
<p class="Body">Aus dem restlichen Ensemble spielt und singt sich keiner in den Vordergrund. Alle agieren rollendeckend und stellen in verschiedenen Figuren ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Hier hat sich eine perfekt aufeinander eingestimmte Truppe zusammengefunden.</p>
<p class="Body">Diese „Jekyll &amp; Hyde“ Inszenierung begeistert und macht Lust auf mehr. Tourneen auf diesem Niveau sind im Musicalbereich leider viel zu selten. Man kann dem Veranstalter eine Fortsetzung daher nur wärmstens ans Herz legen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stadeum, Stade</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>2. März 2011</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Yngve Gasoy-Romdal, Anne-Mette Riis, Leah Delos Santos</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Frank Wildhorn / Andreas Gergen &amp; Christian Struppeck<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Hans-Ludwig Böhme<br />
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