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	<title>Dirty Dancing-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Ralf Schaedler: Wenn man selbst schlecht ist, mögen die Zuschauer die ganze Show nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2006 13:24:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews mit Kreativen]]></category>
		<category><![CDATA[Dirty Dancing]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Schaedler]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/ralf-schaedler-wenn-man-selbst-schlecht-ist-moegen-die-zuschauer-die-ganze-show-nicht/">Ralf Schaedler: Wenn man selbst schlecht ist, mögen die Zuschauer die ganze Show nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_3 shape-with-text flowDefining">
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<p class="Body">Der ehemalige Hauptdarsteller aus Tanzmusicals wie „Miami Nights“ und „Saturday Night Fever“ hatte sich bereits vor einiger Zeit von Ensuite-Produktionen verabschiedet, um sich kleineren Projekten wie den Festspielen in Tecklenburg oder der von ihm ins Leben gerufenen Produktion von „Grease in Concert“ zu widmen. „Wenn ich noch mal bei einer Long-Run-Produktion mitwirke, muss das schon etwas sein, was mich persönlich sehr reizt.“ sagte sich der Neu-Hamburger im letzten Sommer. So ziemlich jeder kennt den Kultfilm von 1987 und wenn „Dirty Dancing“ vermusicalt würde, wollte Ralf Schaedler gern dabei sein: „Wir kannten zwar alle die Show in Australien nicht, aber es hörte sich auf jeden Fall erst einmal so an, als ob es in dem Stück sehr viel zu tanzen, singen und schauspielern gäbe.“</p>
<p class="Body">Doch der Musicaldarsteller und Tänzer hörte nicht erst beim offiziellen Audition-Aufruf von „Dirty Dancing“ in Deutschland, sondern nahm bereits im Sommer bei einem Workshop der Stage Entertainment teil, auf dem dem Kreativ-Team und den australischen Produzenten die Top Ten der Darsteller präsentiert wurden, die sich aus Sicht des deutschen Musicalkonzerns für eine männliche Hauptrolle empfahlen.</p>
<p class="Body">Wer sich wie blickpunkt musical darüber wundert, warum Ralf Schaedler dann als Billy, ein Charakter, der im Stück weder singt noch tanzt, zu sehen ist, dem sei gesagt, dass dies ganz so nicht geplant war: „Bei den Workshops ging es natürlich in erster Linie um Johnny. Von der künstlerischen Kompetenz, also dem Tanzen, Singen und Schauspielen, hätte ich durchaus für diese Rolle besetzt werden können. Aber vom Typ passte das in meinen Augen nicht ganz. Da ist Martin van Bentem schon die perfekte Besetzung. Also habe ich von vornherein gesagt, dass ich mich für Billy bewerbe. Dass die beiden Hauptdarsteller nicht singen würden, war bekannt, doch Billy sollte im ursprünglichen Konzept auch der Band-Sänger sein und Songs wie „Do you love me“ singen. Genau das hat die Rolle für mich spannender gemacht als den Johnny.“</p>
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<p class="Body">In reinen Tanzrollen wie Tony Manero o. ä. hat Ralf Schaedler schon überzeugt. Doch mit dem Wassermelonen tragenden Billy scheint er sich eindeutig unter Wert zu verkaufen. „Das sehe ich ähnlich. Doch wie gesagt – es war ja am Anfang alles anders geplant. Während die Show für Hamburg von der Autorin konzipiert wurde, hat sich noch vieles geändert.“ Eleanor Bergstein, die bereits den Film schrieb und mitproduzierte, arbeitet sehr filmisch. Von daher hat Ralf Schaedler durchaus Verständnis für die vorgenommenen Änderungen. „Wenn es nicht passt, dass Billy nicht nur als ‚Mädchen für Alles’ arbeitet, sondern auch tanzt und singt, macht das aus künstlerischer Sicht durchaus Sinn.“ Es ist nur schade, dass gerade diese Rolle den Änderungen so massiv zum Opfer gefallen ist und so verwundert es wenig, dass es für den Darsteller Ralf Schaedler recht frustrierend ist, dass er „nur noch“ Wassermelonen tragen und kein Wort singen darf.</p>
<p class="Body">Knapp acht Wochen vor der Premiere fiel der Startschuss für die Proben. Der 23. Januar hielt für das Ensemble einige Überraschungen bereit: „Zum ersten Mal bekamen wir das Buch in die Hände. Bis dahin wussten wir nicht viel über die Show. Einige hat es dabei kalt erwischt. Die so genannten weiteren Hauptrollen, zu denen ja auch Billy zählt, sind meines Erachtens sehr hochkarätig besetzt. Doch leider wird das Können von mir und meinen Kollegen nicht wirklich abgefordert. Es gibt tolle Sänger hier, die nicht singen und großartige Tänzer, die nicht tanzen dürfen. Wenn am Anfang klar gewesen wäre, wie die Rollen nachher in der Show aussehen, hätte nicht nur ich mich anders entschieden.“ Hintergrund ist ganz klar, dass für Eleanor Bergstein die Charaktere und das Schauspiel im Mittelpunkt standen. „Nur leider hat sie keine Schauspieler, sondern Musicaldarsteller gecastet.“ Dieses Problem hat seine Ursache darin, dass „Dirty Dancing“ von der Stage Entertainment produziert wird. „Wenn die Stage Entertainment Rollen für eine neue Show ausschreibt, bewerben sich nun einmal in erster Linie Musicaldarsteller und nicht Schauspieler.“ Dieses Thema führt unweigerlich zu der Frage, was „Dirty Dancing“ eigentlich ist: ein Musical, eine Tanz-Show, ein Theaterstück? „Das Konzept von „Dirty Dancing“ hat es so in Deutschland noch nicht gegeben, es war alles ganz neu.“ Nur eines war sehr schnell klar: „Dirty Dancing“ ist weder ein Musical noch eine Tanz-Show. „Was es genau ist, weiß ich auch nicht. Wir haben die richtige Schublade für unsere Show noch nicht gefunden. Aber vielleicht gibt es die auch gar nicht.“</p>
<p class="Body">Üblicherweise können Musicaldarsteller in Deutschland ihren Bühnen-Charakteren ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Das ist bei „Dirty Dancing“ nicht so. „Wir hatten nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, uns kreativ in die Gestaltung der Rollen mit einzubringen, da Eleanor Bergstein eine sehr genaue Vorstellung hat, wie jeder Charakter dargestellt werden soll.“ Die Zusammenarbeit mit der Autorin barg also durchaus auch Konfliktpotential? „Sie konnte uns Darstellern sehr gut vermitteln, was sie von uns möchte. Das erleichterte die Arbeit ungemein.“ Ein weiterer Grund hierfür ist das Buch, das sehr filmisch angelegt ist. Während bei einem normalen Musical eine Szene durchaus 3-4 Minuten dauern kann, sind die Szenen bei „Dirty Dancing“ sehr viel kürzer, teilweise nicht länger als 20 Sekunden. „Dadurch wird die ganze Show sehr technisch. Wer sich in dem Genre auskennt, weiß, dass es nicht schwierig ist, eine Szene an sich zu proben, sondern wie man von einer Szene in die nächste kommt. Wenn man also im Durchschnitt 50 Szenenwechsel hat, muss man sehen, wie man die elegant löst. Bei „Dirty Dancing“ haben wir bestimmt das Zehnfache an Szenenwechseln.“ Das bedeutete für alle Beteiligten, dass man sich zunächst – genau genommen die gesamte Probenzeit – nur damit befasste, wie man den Ablauf der Show flüssig auf die Bühne bekommt. Im Gegensatz zu anderen Shows konnte „Dirty Dancing“ auch nicht vorab von den Bühnentechnikern in einem so genannten ‚dry tech’ gefahren werden. Das ganze Konzept wurde nach und nach mit dem Ensemble gemeinsam erarbeitet. „Wer kommt wann von wo, wie schnell muss sich die Drehbühne bewegen, wo kommt welche Kulisse hinzu usw. Das heißt, die Gestaltung der Rollen lief erst einmal einfach nebenher. Zum Glück sind hier sehr viele erfahrene Darsteller dabei, die damit – obwohl es für uns alle neu war – umzugehen wussten und sich ihren Charakter selbständig erarbeiten konnten.“</p>
<p class="Body">Bereits vier Wochen nach dem Probenstart konnte das Ensemble schon auf der Hauptbühne der Neuen Flora proben. Für die Musicalwelt sind vier Wochen Proben auf der richtigen Bühne eine lange Zeit, unter den gegebenen Umständen und mit den speziellen Anforderungen von Eleanor Bergstein und ihrer Show „Dirty Dancing“ waren vier Wochen deutlich zu kurz. „Anfangs haben wir pro Tag nur 3-4 Minuten Show geschafft, weil viel Zeit auf die Gewerke, die Drehbühne, die Versenkungen, die LED usw. verwendet wurde. Die Übergänge mussten sehr oft wiederholt werden bis alles gestimmt hat und da sind wir nur sehr langsam vorwärts gekommen.“ Erst am letzten Tag vor der ersten Preview hatte das Team alle Szenen einmal komplett fertig gestellt. Wenn man Previews als öffentliche Proben ansieht, ist es kein Problem, dass während dieser Zeit noch viele Übergänge holprig waren, es Textänderungen gab und die Show nicht flüssig wurde, aber „wir sind gerade so fertig geworden.“</p>
<p class="Body">Eine besondere Erfahrung war für alle die direkte Zusammenarbeit mit Film- und Show-Autorin Eleanor Bergstein. „Sie hat mit ihrem Film einen unglaublichen Welterfolg erzielt. Und keiner weiß wirklich, woran das gelegen hat. Sie hat unglaublich viel filmische Erfahrung, was die Arbeit sehr spannend und ungewohnt gemacht hat. Aber wenn Sie so erzählt, wie sie das Buch damals geschrieben hat und von der Arbeit am Filmset, war das sehr beeindruckend. Mit der gleichen Frau zusammenzuarbeiten, die damals die Rollen im Film kreiert hat, das ist natürlich Information aus erster Hand. Das ist eine tolle Erinnerung an diese Produktion.“ Die Zusammenarbeit mit einer Buchautorin, die Filmerfahrung hat, und jetzt fürs Theater inszeniert, bringt natürlich Spannungen mit sich, aber Ralf Schaedler sieht es ganz pragmatisch: „Ich bin hier als Schauspieler engagiert, also mache ich das, was Regisseur und Künstlerischer Leiter mir sagen. Selbst wenn ich das auf der Bühne stehend manchmal nicht verstehe – aus dem Saal betrachtet, machen viele Anweisungen Sinn.“</p>
<p class="Body">Ungewohnt ausführliche technische Proben, ein filmisches Buch, eine allgegenwärtige Autorin und zusätzlich der Druck bei der ersten „Musical“-Europapremiere der Stage Entertainment dabei zu sein – all diese Elemente könnten für zusätzliches Lampenfieber am Premierentag sorgen. Doch Ralf Schaedler war am 26. März kein bisschen angespannt. „Das lag vor allem daran, dass ich diesmal keine Verantwortung zu tragen hatte. Bei „Hair“ oder „Saturday Night Fever“ hatte ich als Hauptdarsteller die Verantwortung, die Handlung voran zu bringen und die Show zu tragen. Wenn man selbst schlecht ist, mögen die Zuschauer die ganze Show nicht. Hier hatte ich diese Belastung nicht. Ich wusste, ich kann herkommen, eine gute Show abliefern und meinen Spaß haben. Das war schön.“</p>
<p class="Body">Auf der einen Seite glaubt man dem Künstler sofort, dass er sich mit dieser geringeren Verantwortung wohl fühlt, aber jemand, der ganze Shows geleitet hat, ist der wirklich zufrieden mit dem Tragen von Wassermelonen? „Man muss natürlich als Schauspieler immer sehen, wie man eine Rolle füllen kann. Und das muss man können, egal wie groß oder klein die Rolle ist. Natürlich fehlt mir hier etwas, dafür singe und tanze ich einfach viel zu gern.“</p>
<p class="Body">Das, was er bei „Dirty Dancing“ vermisst, holt sich Ralf Schaedler durch parallele Projekte wie „Grease in Concert“ oder ab Sommer mit der neuen Show „Rockymania“ und einer 20er Jahre Show zurück. Den Vorteil, nicht in einer eigentlichen Hauptrolle auf der Bühne zu stehen, nutzt der engagierte Künstler auf diese Weise sehr gut aus. Als Initiator und Botschafter von „Fans for Kids e. V.“ arbeitet er an einer Benefizgala zugunsten krebskranker Kinder und deren Familien, die im Sommer in der Neuen Flora stattfinden wird. „Wer „Mission 007“ in Düsseldorf gesehen hat, weiß, dass wir hochkarätige Kollegen und ein großartiges Galakonzept bieten werden.“ Worum es sich thematisch genau handeln wird, wollte Ralf Schaedler noch nicht verraten. Bis dahin wird er als Cousin Billy noch viele Wassermelonen über die Bühne tragen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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		<title>Wird aus dem Kult-Film ein Kult-Musical?</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Mar 2006 08:45:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Dirty Dancing]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Antwort lautet ganz sicher: Nein! Denn das, was Film- und Stück-Autorin Eleanor Bergstein in Hamburg auf die Bühne brachte, ist kein Kult, sondern provinzielles Tanztheater mit Musik vom Band. Weder inszenatorisch, noch technisch, musikalisch oder von der Ausstattung her, bietet „Dirty Dancing – Das Original live on Stage“ kultige Ansatz-punkte. Das, was den Zuschauern ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Antwort lautet ganz sicher: Nein! Denn das, was Film- und Stück-Autorin Eleanor Bergstein in Hamburg auf die Bühne brachte, ist kein Kult, sondern provinzielles Tanztheater mit Musik vom Band. Weder inszenatorisch, noch technisch, musikalisch oder von der Ausstattung her, bietet „Dirty Dancing – Das Original live on Stage“ kultige Ansatz-punkte. Das, was den Zuschauern dort geboten wird, facht die Preis-Leistungs-Diskussion erneut an: Dass die Stage Entertainment mit den Eintrittspreisen ihrer Ensuite-Produktionen nie da gewesene Schranken sprengt, ist nichts Neues, aber immerhin bekommt man in anderen Musicals etwas für sein Geld geboten – sei es die Partystimmung bei „Mamma Mia!“, die Ausstattung bei den „3 Musketieren“ oder „Tanz der Vampire“ oder herausragende Einzelkünstler wie derzeit beim „Phantom der Oper“ oder der „Best of Musical“-Gala. Sicherlich wartet auch „Dirty Dancing“ mit einem erfahrenen Kreativ-Team auf, auch stehen dort sehr gute Sänger, Tänzer und Schauspieler auf der Bühne – doch bedauer-licherweise lässt die strenge filmische Regie es kaum zu, dass das Publikum etwas von dieser Qualität wahrnimmt.</p>
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<p class="Body">Doch beginnen wir am Anfang, genau genommen mit dem Satz: Es war im Sommer ‚63…“ Die Einleitung schürt die Hoffnung auf eine filmnahe Umsetzung der Bühnenfassung, doch schon bei den Klängen des ersten Songs zuckt man zusammen: „This Magic Moment“ wird – wie in der Folge noch einige durch den Film bekannt gewordene Songs – von Sabrina Weckerlin auf Deutsch gesungen. Die Absolventin der Joop van den Ende Academy ist eine hervorragende Wahl als „Lead Sängerin“. Die wenigen Stücke, die überhaupt live gesungen werden, lassen erahnen, wie viel Potential in der jungen Sängerin steckt. Doch leider darf sie ihre Songs nur mit gebremstem Schaum interpretieren. Insgesamt hält sich der Anteil der übersetzten Stücke in Grenzen, so dass man festhalten, dass von der zwanghaften Übersetzung jedes gesungenen Wortes (wie in „Mamma Mia!“) Abstand genommen wurde. Zum großen Glück wurde „The Time of my Life“ nicht angetastet und ist in Originalsprache zu hören. Dass Songs wie der „Hula Song“ und die Kellerman-Hymne zum Finale übersetzt wurden, ist verständlich und macht in dieser Form auch Sinn.</p>
<p class="Body">Wenn wir schon bei der Musik sind: Das ehemals große Orchester von knapp 30 Mitgliedern wurde auf eine gerade einmal zehnköpfige Band zusammengeschrumpft. Diese Band ist in einer Handvoll Szenen auf der Hauptbühne zu sehen, ansonsten verstärkt sie die Bandeinspielungen, die in großer Zahl eingesetzt werden, durch einzelne Instrumente.</p>
<p class="Body">Doch das größte Ärgernis ist, dass „She’s like the Wind“, einer der bekanntesten Songs aus dem Film, nicht gesungen wird. In der entsprechenden Abschiedsszene hört man stattdessen die ersten 30 Sekunden des Songs in instrumentaler Fassung mit einem Saxophon als „Gesangsstimme“. Und dabei steht Johnny-Darsteller Martin van Bentem vollkommen verloren auf der Bühne&#8230; Hier ist eine herausragende Chance für einen Showstopper nicht genutzt worden.</p>
<p class="Body"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-1678 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/DD2_2006.png" alt="" width="260" height="335" />Generell ist der Wiedererkennungseffekt bei der Bühnenfassung vor allem dann hoch, wenn Original-Zitate zu hören sind: „Mein Baby gehört zu mir, ist das klar?!“ ist ein solcher Satz. Wann immer die Darsteller auf der Bühne die gleichen Worte wie im Film einsetzen, johlt das Publikum. Doch auch hier gibt es eine Schattenseite: Einige Dialoge sind umgeschrieben, modernisiert und dadurch verschlimmbessert worden: Vivian Pressman wird von einer ‚Bungalow-Prinzessin’ zu einem ‚Hotel-Häschen’, die ‚nicht so schönen Schwestern’ direkt zu ‚Schreckschrauben’ und aus der ‚Klugscheißerin’ Baby wird ein umständliches ‚Fräulein weiß immer alles’. Ganz extrem ist auch die gestelzte Ausdrucksweise: Statt Hebungen wird immer von Hebefiguren gesprochen. All diese Änderungen sind absolut unnötig. Während in den genannten Beispielen noch eine gewisse „Andersartigkeit“ und Abgrenzung vom Original deutlich wird, sucht man die Originalität in anderen Dialogen komplett, bspw. in der Szene, in der Baby Johnny zum ersten Mal in seinem Bungalow besucht: Johnny sagt:</p>
<p class="Body">„Ich weiß, dass ist kein tolles Zimmer. Du hast bestimmt ein tolles Zimmer.“ Baby wirft ein: Nein, es ist ein tolles Zimmer.“ Zwei Sätze weiter sagt Johnny dann: „Es ist toll, was Dein Vater mit Penny gemacht hat. Dein Vater ist ein toller Mann.“ Hallo? Geht’s noch? Ein Musiktheater-Stück sollte, auch wenn eigentlich Musik und Tanzen im Mittelpunkt stehen, doch ein gewisses künstlerisches Niveau auch in den Dialogen haben.</p>
<p class="Body">Die Show wird zusätzlich dadurch verkompliziert, dass zahlreiche kleine Szenen hinzugefügt wurden, die die Charaktere mehr ausbauen sollen, letztlich aber doch nur den Handlungsstrang aufhalten. Beispielsweise ein Schwesternstreit, der im Film bewusst gestrichen wurde, bei dem Baby Lisas Unterstützung erpresst. Dass sich die beiden Mädchen nicht ganz grün sind, weiß man auch ohne diesen Einschub. Am überflüssigsten ist jedoch die Szene („This Land is your Land / We shall overcome“), in der Neil Kellerman verkündet, dass er in den Süden gehen und für die Gleichberechtigung der Schwarzen kämpfen will. Zum einen zerstört diese Absichtserklärung den ansonsten klaren, wenig sympathischen, aufstrebenden Managercharakter des Kellerman-Sprosses, zum anderen unterbricht diese Szene den kompletten Handlungsfluss, da man sich urplötzlich in Hippiezeiten und „Hair“ wieder zu finden glaubt.</p>
<p class="Body">Doch es gibt auch einige Szenen, die dem eingefleischten Film-Fan gefallen dürften. Die Tanzszene auf dem Baumstamm, die Tanz- und folgende Bettszene in Johnnys Bungalow, die Cha-Cha-Cha lernende Baby auf den Treppen, die Wassermelonen-Szene, Hula-Hannah und natürlich „Love is strange“, das als Bandabspielung von Mickey &amp; Silvia zu hören ist. In diesen Szene ist das Flair zu spüren, dass den Kult am Film ausmacht. Hierzu tragen neben den Original-Choreographien aus dem Film auch das ausgeklügelte Lichtdesign (Tim Mitchell) und die Videoprojektionen (The Crazy Circle) bei. Sowohl der Golfplatz, auf dem Baby ihrem Vater das Geld für Pennys Abtreibung ‚aus der Tasche zieht’ als auch der Wald, in dem Johnny und Baby Gleichgewichtsübungen machen, sind brillant umgesetzt. Auch die Kostüme wurden von Jennifer Irwin wunderbar an die Sechziger Jahre angepasst und erinnern mehr als einmal an die Filmvorlage.</p>
<p class="Body">Da die Show mit recht wenig Kulissen und Requisiten sowie einem spartanischen, aber gut gelösten Bühnenbild auszukommen versucht, müssen es also die Darsteller sein, die die Show tragen. Der Casting-Prozess hat für eine Stage Entertainment Show verhältnismäßig lange gedauert. Noch zu Probenbeginn wurde für diverse Rollen nachgecastet. Die Künstler, die schließlich am 26. März die Europapremiere von „Dirty Dancing“ spielen durften, sind sehr gut ausgewählt. Ina Trabesinger überzeugt von den Hauptdarsteller am meisten: Sie spannt den Bogen vom unschuldigen Landmädel zu erwachsenen Frau, von der unbeholfenen Möchtegerntänzerin zum Tanzprofi sehr glaubhaft. Auch Jörg Neubauer ist als Neil Kellerman perfekt besetzt. Die Rolle des ehrgeizigen Aufkömmlings passt wie maßgeschneidert und auch wenn er nur die Kellerman-Hymne zu singen hat, holt er aus dieser Kultszene alles heraus. Die Profi-Tänzer und Sommer-Tanzlehrer Johnny Castle und Penny Johnson werden von Martin van Bentem und Rachel Marshall gespielt. Beide sind technisch hervorragende Tänzer, die jedoch bei all ihrer Technik die Leidenschaft des Tanzen vermissen lassen. Martin van Bentem strahlt noch nicht die Coolness aus, die er als Schwarm aller Frauen, haben sollte. Viele Dialoge kommen noch zu steif und auswendig gelernt über die Bühne. Er ist eine hervorragende Wahl für den Hauptdarsteller, doch Patrick Swayze lässt der gebürtige Holländer nicht vergessen. Und das war das erklärte Ziel von Casting-Chefin Simone Linhof als im letzten Sommer die Europa-Premiere von „Dirty Dancing“ angekündigt wurde. Sowohl im echten Leben als auch auf der Bühne sind Masha Karell und Martin Timmy Haberger ein Ehepaar. Als die Housemans spielen sie ihre Rollen gut und auch der kleine ihnen zugedachte Song („If you were the only Girl in the World“) zeigt ihr liebevolles Zusammenspiel. Ralf Schaedler hat als Billy einen großen Auftritt, wenn er drei Wassermelonen über die Bühne trägt. Er meistert die Szene mit viel Witz und holt das Bestmögliche aus seinem kurzen Auftritt heraus. Den meisten Szenenapplaus erntet Franziska Lessing als Lisa mit dem Hula-Hannah-Song, der auf Deutsch genauso skurril bleibt wie im Original. Ihre Interpretation ist eines der Show-Highlights. Alle vorgenannten Künstler sind nicht nur gute Tänzer und/oder Schauspieler, sie beherrschen auch alle das gesangliche Fach.</p>
<p class="Body">Doch beim „Original live on Stage“ kommt das, was musikalisch zu hören ist, meist vom Band. Nur wenige Songs werden live von den fünf Gesangssolisten gesungen. Dazu gehören zum Glück auch Stücke wie „Do you love me“, „The Time of my life“ und „In the still of the Night“. Neben der bereits erwähnte Sabrina Weckerlin gehören noch Lemuel Pitts, Oeceana Mahlmann, Marc Seitz und Avren Pekgelegen zu den Sängern. Alle anderen in dem durchaus nicht kleinen „Dirty Dancing“-Ensemble singen nicht oder nur in extrem kurzen Szenen. Zu letztgenannten zählt auch Kerstin-Marie Mäkelburg („Mamma Mia!“), die als Vivian Pressman kaum Gelegenheit bekommt, dieser Rolle das Verruchte zu geben, dass die Film-Vorlage zeigt. Lediglich in zwei kurzen Stücken klingt unterschwellig der Grund an, weshalb die „Bungalow-Prinzessin“ sich im Urlaub bei Kellermans aufhält.</p>
<p class="Body">Die großzügig hinzugefügten Szenen und Dialoge lassen das Tanzen in den Hintergrund rücken. Auch die nicht sehr ausgefeilten Arrangements der zu hörenden Songs tragen dazu bei, dass das Tanzen nicht das Augenfällige an dieser Show ist. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich das leidenschaftliche, durchaus erotische Tanz-Gefühl auch beim Ensemble nicht so recht einstellen wollte. Lediglich beim Finale springt der Funke über und die Zuschauer springen von den Sitzen auf und tanzen zu „The Time of my Life“. Die neun überdimensionalen Discokugeln verwandeln den Theatersaal der neuen Flora in eine riesige Tanzfläche. In den letzten 10 Minuten passt alles zusammen: Die Dialoge sind ‚richtig’ und werden souverän vorgetragen, die Tänzer sprühen vor Energie und Leidenschaft und die kleine Band heizt dem Publikum zusammen mit ihren Sängern so richtig ein. Wenn man diese Szene als Grundlage zur Beurteilung nehmen würde, müsste man sagen: „Großartige Show, hervorragende Darsteller, genau das, was man erwartet hat!“.</p>
<p class="Body">Doch leider krankt die Bühnenfassung des Kultfilms in den vorangegangenen knapp zweieinhalb Stunden an Regie- und Stagingfehlern, umständlichen Dialogen, unzureichend dargebotener Musik und vor allem an einem Buch, das sich für die Arbeit auf der Bühne nicht eignet. Ein Kult-Musical nach dem Erfolg des Films wird aus dieser Vorlage sicherlich nicht hervorgehen können. Doch der Neuen Flora und ihren Mitarbeitern sei der sicherlich für einige Monate anhaltende Erfolg nach drei nur mäßig erfolgreichen Produktionen vergönnt.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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</div>
<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Neue Flora, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>26. März 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Martin van Bentem, Ina Trabesinger, Ralf Schaedler</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Buch<span class="Bold"> / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Elenore Bergstein<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></div>
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