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	<title>2006-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>2006-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Überzeugende Neu-Inszenierung in Köln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2006 09:52:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Favorites]]></category>
		<category><![CDATA[Aleksander di Capri]]></category>
		<category><![CDATA[Colloneum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>13 Jahre nach seiner Weltpremiere wurde Eric Woolfsons „Gaudí“ überarbeitet und einen Tag vor Heilig’ Abend der Öffentlichkeit präsentiert. Die tourfähige Show gefällt vor allem durch die ansteckende Energie ihrer drei Hauptdarsteller: Aleksander di Capri als Don Parker, Henrik Wager als Marc Winner und Karin Seyfried als Isabella Masini. „Gaudí“ erzählt die Geschichte des Schriftstellers ...</p>
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<p class="Body">13 Jahre nach seiner Weltpremiere wurde Eric Woolfsons „Gaudí“ überarbeitet und einen Tag vor Heilig’ Abend der Öffentlichkeit präsentiert. Die tourfähige Show gefällt vor allem durch die ansteckende Energie ihrer drei Hauptdarsteller: Aleksander di Capri als Don Parker, Henrik Wager als Marc Winner und Karin Seyfried als Isabella Masini.</p>
<p class="Body">„Gaudí“ erzählt die Geschichte des Schriftstellers Don Parker, der ein sehr zurückgezogenes Leben führt. Sein Vorbild ist der 1852 geborene Baumeister Antoni Gaudí. Genauso wie er lebt Parker nur für die Kunst. Liebe oder andere Lebensfreuden spielen für ihn keine Rolle.</p>
<p class="Body">Bis zu dem Tag, an dem Parker den Gaudí-Preis für Literatur gewinnt und über Nacht eine Person des öffentlichen Lebens wird. Die Medien sind hinter ihm her und stellen sein so geordnetes Leben auf den Kopf. Auch der Produzent Marc Winner wittert seine Chance und setzt seine bildhübsche Freundin Isabella auf den introvertierten Autor an, um ihm die Filmrechte für seinen Roman abzuluchsen.</p>
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<div class="text-content style_External_669_990">
<div class="style_2">
<p class="Body">Isabella umgarnt den Schriftsteller und Parker lässt sich auf den Flirt ein. Mehr noch, er spürt zum ersten Mal, dass es auch ein Leben neben seinen Büchern gibt. In Barcelona, wo eine Vielzahl von Gebäuden Gaudís eindeutige Handschrift trägt, kommen sich die beiden näher. Auch wenn Isabella an ihrem Auftrag zu zweifeln scheint und echte Gefühle für Parker entwickelt, führt sie ihren Auftrag dennoch erfolgreich aus. Marc Winners (schlussendlich unbegründete) Eifersucht führt zu einer Auseinandersetzung, an deren Ende der Freitod von Don Parker (wie Gaudí wird er von einem Zug überfahren) und die Hochzeit von Isabella und Marc Winner stehen.</p>
<p class="Body">Die ganze Handlung wird immer wieder von einer Kamera von Gaudí TV begleitet. Auch wenn die Idee, das Leben von Don Parker als Sensationsstory einer rücksichtslosen Reporterin zu erzählen, ihren Charme hat, so sind die Auftritte von Gracia Lopez (Stefanie Lämmerhirt) doch eher überflüssig, da sie die Handlung nicht voranbringen.</p>
<p class="Body"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-1731 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Gaudi2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Aleksander di Capri gibt einen leidensfähigen Don Parker. Er weist die Presse genauso überzeugend und resolut von sich, wie er sich langsam der schönen Isabella öffnet und Gefühle zeigt. Schauspielerisch hat sich di Capri in den letzten Monaten stark weiter entwickelt. Auch wenn die kurze Probenzeit von nicht einmal einem Monat kaum eine intensive Auseinandersetzung mit dem Charakter zulässt, holt er doch das heraus, was machbar ist. Seine Stimmfarbe passt hervorragend zu Balladen wie „Closer to heaven“ oder „Love can be lonely“. Auch bei „Parca Güell“ harmoniert er einwandfrei mit seiner Duettpartnerin Karin Seyfried.</p>
<p class="Body">Das Zusammenspiel mit Karin Seyfried funktioniert ausgezeichnet. Man merkt, dass sich die beiden Darsteller mögen. Seyfried gibt eine ebenso so schöne wie berechnende Isabella. Leider ist gerade sie diejenige, die unter der schlechten Aussteuerung von Musik und Gesang am meisten zu leiden hat. So wird erst im zweiten Akt hörbar, dass mit Karin Seyfried eine sehr gute Sängerin engagiert wurde („Forbidden Fruit“). Das Hin- und Hergerissensein zwischen Pflichterfüllung, d. h. Parker zum Verkauf der Filmrechte zu bewegen, und ehrlichen Gefühlen für den so Betrogenen nimmt man ihr ohne Bedenken ab. Schlussendlich ist sie aber doch die Braut des „Bad Guy“ und füllt diese Rolle sehr gut aus.</p>
<p class="Body">Der „Bad Guy“ ist der fiese Produzent Marc Winner. Henrik Wager hat schon bei „Poe“ unter Beweis gestellt, dass ihm exzentrische Charaktere liegen. Er hat mit Abstand die dankbarste Rolle, mit den intensivsten Songs. „Money talks“ und „Puppet Master“ sprechen für sich und Wager überzeugt mit seiner ausgeprägten Popstimme. Die Auseinandersetzung mit Isabella gipfelt in dem Duett „Too late“, das sowohl musikalisch als auch schauspielerisch von beiden Darstellern mitreißend umgesetzt wird.</p>
<p class="Body">Die drei Hauptcharaktere werden von einem zwölfköpfigen Ensemble unterstützt, das in Tanzszenen wie dem „Tango Güell“ von Kim Duddy perfekt in Szene gesetzt wird. Die Choreographien sind abwechslungsreich und gefallen, selbst wenn sie noch nicht 100%ig synchron erfolgten. Auch die drei Hauptfiguren werden nicht ausgespart. Dass di Capri im Gegensatz zu Seyfried nicht der geborene Tänzer ist, wird aber von Duddy sehr geschickt kaschiert. Auch die futuristischen Kostüme von Robbie Wörsing tragen ihr Stück dazu bei, „Gaudí“ zu einem Musical zu machen, das man sich gern anschaut. Das Finale, „La Sagrada Familia“, wird vom gesamten Ensemble bestritten und ist in seiner kathedralen Akustik kaum zu toppen.</p>
<p class="Body">Heutzutage ungewöhnlich ist die Kombination von englischen Gesangstexten und deutschen Dialogen. Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen, doch in diesem Fall sorgte die mangelnde Akustik des Kölner Palladiums dafür, dass die Stimmen der Sänger häufig von den Synthesizer-Pop-Klängen überlagert wurden und damit der Text nicht mehr verständlich war. Insofern ist Konzentration und genaues Hinhören gefragt, wenn man der recht seichten Handlung bis ins Details folgen wollte.</p>
<p class="Body">Das siebenköpfige Orchester unter der Leitung von Michel Crosio spielt viele Stücke live, doch man mag nicht so recht glauben, dass dies gänzlich ohne Computer-Unterstützung gelingt. Dafür sind die Melodien doch häufig zu voluminös für nur sieben Musiker. Dennoch ergibt sich musikalisch ein stilsicheres Gesamtbild.</p>
<p class="Body">Wenn Komponist Eric Woolfson schon im Vorfeld sagte, „Es ist die beste „Gaudí“-Inszenierung, die es je gab.“ hat er dabei sicherlich auch die Projektionen auf die fünf Großleinwände gemeint. Diese einfache, aber sehr effektvolle Art des Bühnenbildes ermöglicht eine Anpassung an die futuristischen Kostüme genauso wie die Schaffung des Güell Parks oder die Hochzeitskirche von Isabella und Marc Winner.</p>
<p class="Body">Ohne einen Vergleich ziehen zu wollen, kann man festhalten, dass die neue „Gaudí“-Produktion mit gut zwei Stunden Dauer kompakt und in sich stimmig ist. Es ist zwar nichts wirklich Neuartiges an dieser Show festzustellen, doch die Art und Weise wie die einzelnen Komponenten miteinander verflochten wurden, ist zweifelsohne gelungen. Wer sich ein modernes Musical mit poppiger Musik anschauen möchte, ist dort sehr gut aufgehoben.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Colloneum, Köln</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">Dezember 2006</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Aleksander di Capri, Karin Seyfried, Henrik Wager</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Buch / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Eric Woolfson<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Colloneum Köln</span></div>
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		<title>Frank Logemanns Rock-Musical in Hamburg</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/frank-logemanns-rock-musical-in-hamburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 11:17:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Zamponi]]></category>
		<category><![CDATA[Charlotte Heinke]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Leistenschneider]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Neubauer]]></category>
		<category><![CDATA[Operettenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Tosca]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon vor zwei Jahren erzählte uns Frank Logemann im Interview, dass er in seiner Freizeit komponiert und an einem eigenen Stück schreibt. Am 18. Dezember präsentierte er sein Werk in einem so genannten Try-Out der Öffentlichkeit. Im Broadway und West End sind Try-Outs gang und gäbe. Schon mehr als einmal hat sich aus einer solchen ...</p>
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<div class="text-content style_External_390_285">
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<p class="Body">Schon vor zwei Jahren erzählte uns Frank Logemann im Interview, dass er in seiner Freizeit komponiert und an einem eigenen Stück schreibt. Am 18. Dezember präsentierte er sein Werk in einem so genannten Try-Out der Öffentlichkeit. Im Broadway und West End sind Try-Outs gang und gäbe. Schon mehr als einmal hat sich aus einer solchen einmaligen Aufführung ein großartiges Musical entwickelt, dass inzwischen überall gespielt wird.</p>
<p class="Body">Tosca ist eine Oper in drei Akten von Giacomo Puccini, die am 14. Januar 1990 in Rom uraufgeführt wurde. Auch nach mehr als 100 Jahren hat der Stoff nichts an Spannung verloren. Es geht um die junge Liebe der Sängerin Tosca und des Malers Mario Cavaradossi, die durch die intriganten Machenschaften von Baron Scarpia fatal endet. Die Liebesgeschichte entwickelt sich am Rande der Gefängnisflucht des ehemaligen Konsuls von Rom Cesare Angelotti, der Cavaradossi um Hilfe bittet um damit sowohl dessen Schicksal als auch das von Tosca besiegelt.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_856">
<div class="style_2">
<p class="Body">Das Gemeinschaftsprojekt von Frank Logemann, Detlef Leistenschneider und Alexander Zamponi – allesamt „Mamma Mia!“-Castmitglieder – hält sich an den klassischen Handlungsablauf. Ohne viel Ausschmückung entwickelt sich die Handlung des eigentlichen Drei-Akters rasant und so ist die Musicalfassung schon nach knapp zwei Stunden beendet. Doch tatsächlich vermisst man nichts, da sich die Geschichte in sich schlüssig erzähl wird.</p>
<p class="Body">Regie führte bei diesem Try-Out Carolanne Weidle, die schon bei verschiedenen Produktionen im Imperialtheater ihre inszenatorische Handschrift hinterlassen hat. Auch hier setzt sie die Hauptfiguren geschickt in Szene. Jeder bekommt sein Solo und auch die Duette sind auf der Bühne gut umgesetzt. Die Arrangements zu Frank Logemanns Kompositionen stammen von Detlef Leistenschneider, der als fieser Baron Scarpia auf der Bühne des Operettenhauses steht. Aber auch Frank Logemann, der dieses Musical ersonnen hat, ist bei der Erstaufführung seines Stücks mit dabei. Als Cesare Angelotti spielt er die tragische Rolle des Flüchtlings, der seine Helfer in den Tod schickt. Alexander Zamponi (Songtexte) ist ebenfalls im Ensemble zu sehen.</p>
<p class="Body">Zu den drei Schöpfern gesellen sich neben zahlreichen Kollegen aus dem „Mamma Mia!“-Ensemble auch Studenten der Hamburg School Of Entertainment. Das Liebespaar wird von Charlotte Heinke und Jörg Neubauer gegeben.</p>
<p class="Body">Was an diesem Try-Out sofort ins Auge fällt ist die opulente Umsetzung. Zahlreiche Kostüme, szenische Umbauten, abwechslungsreiche Lichttechnik – all das ist bei anderen Try-Outs üblicherweise nicht vorzufinden. Diese Herangehensweise unterstreicht den professionellen Anspruch der Beteiligten. Die Tavernen-Kulissen aus „Mamma Mia!“ werden effektvoll in das Stück integriert und die Szenenwechsel regelrecht zelebriert. Die Kleider der Damen korrespondieren mit den Krawatten und Bauchbinden der Herren. Das sind wahrlich keine unwichtigen Details für eine stimmige Produktion.</p>
<p class="Body">Wenn man davon absieht, dass Jörg Neubauer in einem D’Artagnan-Kostüm steckt und Frank Logemann, abgesehen von den Szenen im Ballkleid, stark an den Sträfling Jean Valjean erinnert, kann man den Kostümverantwortlichen gratulieren.</p>
<p class="Body">Das Stück trägt den Zusatz „Das Rock-Musical“. Und das ist es auch, was den Zuschauern geboten wird: rockige Grundrhythmen lassen den Boden des Operettenhauses erbeben. Leider sind es gerade diese Leitsätze, die verhindern, dass die Sänger auf der Bühne zu hören sind. Zwischendurch schleicht sich ein waschechter Gospel-Song ein, der für angemessene Belustigung sorgt. Logemanns Melodien sind nicht neu, man hört ein wenig „Starlight Express“, ein wenig mehr „Jesus Christ Superstar“, aber dennoch stellt ein befriedigender Gesamteindruck ein.</p>
<p class="Body">Während Logemann sich tapfer durch seine eigenen Stücke singt (die Frage, ob er seinen Part nicht einem Kollegen hätte überlassen sollen, stellt sich unweigerlich, denn Logemann ist nicht mit einer Rockröhre ausgestattet), überzeugt Detlef Leistenschneider von der ersten bis zur letzten Note. Ganz in schwarz mit langem Ledermantel gewandet, gibt er eine einschüchternde Persönlichkeit. Seine Soli strotzen nur so vor Kraft und Intensität, vor allem „Stachel im Fleisch“, das zugegebenermaßen ein wenig an den „Engel aus Kristall“ der Bolland-Brüder erinnert, zieht er die ganze Palette eines Bühnenkünstlers.</p>
<p class="Body">Jörg Neubauer ist als verliebter Maler sehr gut besetzt. Man glaubt ihm den kreativen Ausgangspunkt seiner Arbeiten, sein Vertrauen zu Angelotti ist nachvollziehbar und seine Liebe zu Tosca wirkt echt. Gesanglich kommt er mit den Uptempo-Nummern gut zurecht, aber in den Duetten mit Charlotte Heinke zeigt sich seine Stärke. Beide harmonieren sehr gut miteinander. Mit Charlotte Heinke wurde eine Tosca engagiert, die nicht nur durch ihre edle Ausstrahlung sondern auch durch ihre kraftvolle Stimme und ihr brillantes Spiel zu begeistern vermag. Man leidet unweigerlich mit ihr, als sie merkt, dass sie trotz der Ermordung von Scarpia nicht mit ihrem geliebten Maler zusammenleben wird, da man sie beide getäuscht hat. Ihre Soli interpretiert die Hamburgerin souverän und raumfüllend. Das liegt auch daran, dass ihr die intensiven Kompositionen sehr entgegenkommen.</p>
<p class="Body">Try-Outs wie diesen darf es in Zukunft gern mehr geben. So sieht man, dass es mehr gibt als die großen kommerziellen Musicals. Ob hieraus ein Groß-Erfolg à la „Mamma Mia!“ wird, darf bezweifelt werden, dennoch sind es genau solche Ansätze wie der von „Tosca“, die die Musicalwelt lebendig halten.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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</div>
<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>18. Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Charlotte Heinke, Jörg Neubauer</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Idee &amp; Regie<span class="Bold">:</span></strong> <span class="Bold">Frank Logemann, Detlef Leistenschneider, Alexander Zamponi<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></div>
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		<item>
		<title>Aurora und ihre Männer in Lübeck</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/aurora-und-ihre-maenner-in-luebeck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Dec 2006 10:12:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kuss der Spinnenfrau]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann von Blomberg]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">In dieser Spielzeit stand die Premiere von John Kanders und Fred Ebbs beklemmendem Musical über die Phantasien des Häftlings Molina auf dem Programm des Lübecker Theaters. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Musiktheater-Inszenierungen des norddeutschen Hauses immer eine Reise wert – sei es nun „La Cage aux Folles“ oder „My Fair Lady“. Im Vergleich zu diesen beiden farbenfrohen Stücken, die mit bekannten Songs und einer im Grunde fröhlichen Handlung aufwarten konnten, ist das Gefängnismusical allein schon von der Umgebung her eher düster.</p>
<p class="Body">Anhand der Romanvorlage von <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig">Manuel Puigs</a></span> wird die Geschichte des Sträflings Molina erzählt. Der homosexuelle Molina bekommt mit Valentin einen neuen Zellenkameraden in seinem südamerikanischen Gefängnis. Molina sitzt wegen Unzucht mit Minderjährigen ein und Valentin muss sich verantworten, weil er marxistischer Revolutionär ist. Zunächst mögen sich die beiden eher unsympathisch, aber mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft und Molina verliebt sich in den raubeinigen Valentin.</p>
</div>
<div id="body_layer">
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<div class="text-content style_External_669_587">
<div class="style_2">
<p class="Body"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1748 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Spinnenfrau2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Um sich den Gefängnisalltag zu erleichtern, flieht Molina in einer Traumwelt aus Hollywood-Filmen der 30er und 40ern. Vor allem die Diva Aurora stellt er sich in verschiedensten Gestalten vor, von denen die prägendste die Spinnenfrau ist. Valentin lässt sich von dieser Phantasiewelt anstecken.</p>
<p class="Body">Der gutgläubige Molina wird von den Gefängnisaufsehern mit einem Besuch bei seiner Mutter geködert, wenn er Valentins Verbündete verrät. Er täuscht Kooperation vor, verrät seinen Zellenkameraden jedoch nicht und wird wieder verhaftet. Vor den Augen Valentins wird Molina von der Gefängnisdirektorin erschossen. Valentin bricht schreiend zusammen.</p>
<p class="Body">Schon in den letzten Lübecker Musicals waren es die Kulissen, die dem Stück einen besonderen Touch gegeben haben. Das ist auch beim „Kuss der Spinnenfrau nicht anders. Die Gefängniszelle ist permanent vorn rechts auf der Bühne zu sehen. Nach hinten abgeschirmt durch eine variable Wand. Die Traumwelten von Molina entwickeln sich in einer raumschiffähnlichen, bühnenfüllenden Konstruktion, die mal zum Gefängnishof wird, mal zu einem schwarz-weißen Spinnennetz, mal zum Picknick-Platz oder zum Restaurant seines langjährigen Geliebten Gabriel. Eine beeindruckende Szene ist die verlockende Spinnenfrau im Zentrum eines überdimensionalen Auges, in dem die Spinnennetze durch ein schwarz-weißes Muster angedeutet sind. Großartig!</p>
<p class="Body">Dass das Geschehen immer unter Aufsicht der Gefängnisleitung vor sich geht, spürt auch das Publikum, denn die Gefängnisdirektorin sitzt die meiste Zeit in einer der Logen und wirft ihre Anweisungen sehr effektvoll vor dort auf die Bühne.</p>
<p class="Body">So beklemmend die Handlung als solche ist, so erfrischend die Ideen von Pascale Chevroton (Regie und Choreographie) wie sie Auroras Männer inszeniert. Die acht Tänzer lockern die ein oder andere Szene auf, ohne jedoch komplett in den Vordergrund zu treten. So bleibt der Eindruck einer Traumwelt erhalten. Auch der eingesetzte Herrenchor des Theaters Lübeck trägt dazu bei, dieses Stück in seiner Beklemmung zu stärken. Wenn sich die Großkulisse in der Mitte öffnet und zwischen unterer und oberer Hälfte singende Köpfe zum Vorschein kommen, läuft einem schon ein Schauer über den Rücken. Nach dem Tod Molinas, der in dem beeindrucken Finale integriert ist, bleibt es erst einmal still im Publikum. Das Gesehene braucht einige Sekunden um zu sacken. Doch dann bricht sich die Begeisterung bahn und die Darsteller bekommen den verdienten Beifall.</p>
<p class="Body">In der besuchten Vorstellung spielte Tilmann von Blomberg den träumenden Molina. Er war genauso überzeugend wie Thomas Christ als Valentin. Mit beiden litt man während ihrer Vergiftungen oder Misshandlungen durch das Gefängnispersonal mit. Mit beiden freute man sich, die Freundschaft aufkeimen zu sehen. Vasiliki Roussi als Aurora und Spinnenfrau gefiel durch ihre grazile Art. Ihre Stimme wollte jedoch nicht so recht passen. Andrea Jolly gibt eine einschüchterne Gefängnisdirektorin und lässt es nicht an Bösartigkeit und Kaltherzigkeit vermissen.</p>
<p class="Body">Somit ist auch die diesjährige Musicalproduktion des Lübecker Theaters gelungen und die Reise nach Lübeck lohnt sich auch in dieser Spielzeit.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
</div>
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</div>
<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Tilmann von Blomberg, Thomas Christ, Vasiliki Roussi</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Buch<span class="Bold"> / Musik:</span></strong> <span class="Bold">John Kander / Fred Ebb<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck</span></div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Disco im Sherwood Forrest</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/disco-im-sherwood-forrest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Dec 2006 09:05:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Ethan Freemann]]></category>
		<category><![CDATA[Jesper Tyden]]></category>
		<category><![CDATA[Musicaltheater]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Hood]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Neibersch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hört man Robin Hood, denkt man unweigerlich an Errol Flynn und Kevin Costner, die diese Rolle für Hollywoods Filmindustrie verkörpert haben. Helden in Strumpfhosen kommen einem in den Sinn, Kämpfe mit Pfeil und Bogen um Ehre, Macht und Ruhm. Freundschaft, Liebe und Aufopferung für ein gemeinsames Ziel stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Natürlich gibt es ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Hört man Robin Hood, denkt man unweigerlich an Errol Flynn und Kevin Costner, die diese Rolle für Hollywoods Filmindustrie verkörpert haben. Helden in Strumpfhosen kommen einem in den Sinn, Kämpfe mit Pfeil und Bogen um Ehre, Macht und Ruhm. Freundschaft, Liebe und Aufopferung für ein gemeinsames Ziel stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Natürlich gibt es auch immer Bösewichte wie der Sheriff of Nottingham, seinen unsympathischen Gefolgsmann Guy of Guisborn und natürlich die machtbesessene Frau von Prinz John, dem Bruder des verschollenen Königs Richard Löwenherz.</p>
<p class="Body">Da war es nur eine Frage der Zeit, wann dieser Stoff für eine Musicalbühne entdeckt und umgesetzt wird. Martin Doepke (Komponist) und La Belle Musicalproductions haben sich dieser unerwartet schweren Aufgabe angenommen und so präsentieren sie am 8. Dezember die Uraufführung von „Robin Hood – Das Musical“ im Bremer Musicaltheater am Richtweg.</p>
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<p class="Body">Die Darstellerriege geht von Musicalgrößen wie Ethan Freeman und Jesper Tydén über Schauspieler wie Mathieu Carrière und Daniela Ziegler und „Debütanten“ wir Sabine Neibersch. An allererster Stelle ist Jesper Tydén in der Titelrolle zu nennen: Er spielt und singt, tanzt und kämpft, zeigt gute und böse Gefühle so gut es das schwache Buch hergibt.</p>
<p class="Body">Doch bis es soweit ist, erklingt ein minutenlanger Prolog aus dem Orchestergraben gefolgt von einer sehr langen Sprechszene: Im Jahr 1194 kehrt der junge Ritter Robin von Locksley vom dritten Kreuzzug in seine Heimat zurück. England wird nun von Richards Bruder Prinz John, genauer von dessen Frau Isabelle (Daniela Ziegler) und dem skrupellosen Sheriff von Nottingham (Ethan Freeman) beherrscht. Alles geschieht unter dem Schutz der Kirche in Gestalt des Bischof von Herford (Mathieu Carrière). Robin erfährt wenig Unterstützung für seinen Plan, das Lösegeld für König Richard Löwenherz, der sich in österreichischer Gefangenschaft befindet, aus den übervollen Schatullen der Regenten zu nehmen. Der hitzköpfige und respektlose Robin legt sich mit den Herrschaften an und wird prompt für vogelfrei erklärt. Mit geschickt geführtem Schwert kann er in den Sherwood Forrest fliehen.</p>
<p class="Body"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1695 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/RobinHood2_2006.png" alt="" width="260" height="335" />Erst hier wird das Musical musikalisch. In Little John und zahlreichen weitestgehend namenlosen Geächteten findet Robin neue Freunde im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit. Doch erst muss er sich mit seinem Schwert (Pfeil und Bogen sucht man in diesem Stück vergeblich) als Anführer qualifizieren. Bereits hier zeigen sich die besonderen Qualitäten der von Malcom Ranson erdachten Kampfszenen. Auch wenn jeder Schritt geplant und jede Bewegung mit dem Schwert genau positioniert ist, so wirken die Szenen trotzdem spektakulär und gefährlich. Leider sind jedoch gerade die Kampfszenen deutlich zu lang und verlieren ihre Wirkung, da auch der Umgang mit den schweren Gerätschaften in der Premiere noch lange nicht so flüssig ist wie man es sich wünschen würde.</p>
<p class="Body">Nachdem die Machtverhältnisse im Sherwood Forrest jedoch einmal geklärt und Robin Hood als Anführer anerkannt wurde (natürlich immer wieder torpediert durch Little Johns eifersüchtige Kommentare), wird das neue Mitglied der Geächteten mit einem Fest gebührend willkommen geheißen. Fortan wird gesungen, gefeiert und getanzt. Der Wald wird in buntes Discolicht getaucht und die Darsteller auf der Bühne verfallen in irische Tanzschritte, die mehr als nur ansatzweise an „Riverdance“ oder Michael Flatley’s „Lord of the Dance“ erinnern? Sherwood Forrest in Irland? Kleinigkeiten, an denen man sich nicht aufhalten muss.</p>
<p class="Body">Es herrscht eine ausgelassene Stimmung auf der Bühne, zu der die schwungvolle Choreographie von Paul Kribbe und James de Groot maßgeblich beiträgt. Die für ein Musical unerwartet zahlreichen Dialoge bringen die Handlung nur schleppend voran. Ist es wirklich notwendig, dass in der heutigen Musicallandschaft – von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen – auf Textseite nur noch Phrasen, Slapstick und Sprichworte als Stilelemente eingesetzt werden? Niveauvolle Unterhaltung stellt man sich dann doch etwas anders vor.</p>
<p class="Body">Das Szenenbild und die Kulissen von Christoph Weyers sind das genaue Gegenteil der schwachen Texte. Hier sieht man, dass der Allgäuer über umfassende und mehrfach bewährte Erfahrungen in seinem Fach verfügt. Das Bremer Musicaltheater bietet in dieser Hinsicht eine Menge Variationsmöglichkeiten. Da wird der Kerker aus dem Bühnenboden herausgefahren oder es senken sich große Kulissenteile aus der Decke herab und bilden so eine Kirche, das Schloss oder den Sherwood Forrest. Auch die Gestaltung des Sherwood Forrest ist stimmig und so macht es Spaß in jedem Bild neue Details zu entdecken.</p>
<p class="Body">Die Spannbreite der von Martin Doepke komponierten Musik, mit Anklängen an die Rock-, Pop-, Country- und Gospelmusik ist breit. Gerade diese Vielfalt macht es schwer, „Robin Hood“ einen einheitlichen Musikstil zuzuordnen. Man fühlt sich phasenweise beim „Starlight Express“, „Bonifatius“ oder „Little Shop of Horrors“ – die Ähnlichkeiten sind zum Teil frappierend. Der einzige Reprisefähige Song „Der Sturm ist nah“ wird dann auch reichlich überstrapaziert. Musikalisches Highlight ist die Ensemblenummer „Salz der Erde“. Eine großartige Gospelnummer, angeführt von einem sehr motivierenden Günther Kaufmann als Bruder Tuck. „Salz der Erde“? War da nicht was? Ach ja, bei „Bonifatius“ gibt es einen Titel, der nicht nur genauso heißt, sondern auch noch optisch (das Lichtdesign dieser Szene steht „Saturday Night Fever“ in nichts nach – nur gehört das in den Wald?) und akustisch sehr ähnlich daherkommt.</p>
<p class="Body">Doch genug der Kritik an Dialogen und Musik. Ein Musical lebt ja auch von den Künstlern auf der Bühne. Im Zentrum von „Robin Hood“ steht auf der einen Seite der Konflikt zwischen dem Sheriff von Nottingham, gespielt von Ethan Freeman und Robin Hood und auf der anderen Seite die Liebesgeschichte zwischen Robin Hood und Lady Marian (Sabine Neibersch), auf die auch der Sheriff ein Auge geworfen hat.</p>
<p class="Body">Ethan Freeman bildet mit Daniela Ziegler als Lady Isabelle und Mathieu Carrière als Bischof von Herford ein intrigantes Dreigestirn. Während Mathieu Carrière als Schauspieler noch etwas hölzern wirkt und sich in seiner roten Robe nicht gänzlich wohl zu fühlen scheint, hat Daniela Ziegler auch zwei Songs, wobei sich manch einer statt des Sprechgesangs lieber melodischere Stücke für ihre Stimme gewünscht hätte. In der Rolle der machthungrigen Lady Isabelle wirkt Daniela Ziegler wie eine Diva und das passt hundertprozentig.</p>
<p class="Body">Sabine Neibersch hat sehr gefühlvolle Soli, die sie mit ihrer schönen, wenn auch am Premierenabend ziemlich heiseren, Stimme sehr intensiv interpretiert. Sie harmoniert in den Duetten sehr gut mit Jesper Tydén. Auch gegen Ethan Freeman kann sie sich im „Streitduett“ bewähren.</p>
<p class="Body">Jesper Tydén zeigt in den wenigen Gesangsnummern, was sein Hauptfach ist: Er singt „Der Sturm ist nah“ mit viel Energie und macht den Kampfgeist der Aussätzigen spürbar bis in die letzte Reihe. Ganz nebenbei zeigt er aber auch Talent als Tänzer. In den irisch-folkloristischen Tanznummern muss er sich – im Gegensatz zu anderen Hauptdarstellern – nicht hinter dem Ensemble verstecken.</p>
<p class="Body">Ein optisches Highlight ist die Rock-Nummer „Abschaum“ gesungen und vor allem gespielt von Ethan Freeman. Ihm gelingt es mit spärlichen Requisiten und bühnenfüllendem Schauspiel auf einer fast leeren Bühne die Blicke auf sich zu ziehen. Ein Beispiel für seine ungeheure Bühnenpräsenz. Der einzige Wermutstropfen ist, dass Freemans Stimme nicht unbedingt als Rockstimme zu bezeichnen und daher in dieser Szene nicht ganz passen mag. Mit einer Rockröhre wie beispielsweise Darius Merstein-MacLeod oder Sascha Th. Krebs sie mehrfach unter Beweis gestellt haben, dürfte „Abschaum“ noch wesentlich an Intensität hinzu gewinnen.</p>
<p class="Body">Für eine große Produktion wie „Robin Hood“ – immerhin eine Tourproduktion, die mit Ensuite-Ausstattung daher kommt –, bei der in verhältnismäßig kurzer Zeit viel bedacht und koordiniert werden musste, klappte es am Premierenabend schon recht gut. Auch wenn es aufgrund der im Vorfeld als Unsicherheitsfaktor benannten Bühnentechnik eine 10-minütige Unterbrechung im 2. Akt gab und die vielen Szenenwechsel zu lange dauerten – kommt Zeit, kommt Routine und dann verschwinden auch derartige Kinderkrankheiten.</p>
<p class="Body">„Robin Hood“ bleibt bis Anfang Januar im Musicaltheater am Richtweg. Genug Zeit, um Abläufe zu straffen, Szenenwechsel zu beschleunigen und Routine in die tägliche Arbeit hineinzubekommen. Anschließend zieht der Held mit seinem Schwert ins Düsseldorfer Capitol Theater (10.-26. Februar). Die dritte Station der Tour wird vom 4. März -2. April das Deutsche Theater in München sein.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint &amp; Norbert Ufermann<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Musicaltheater, Bremen</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">Dezember 2006</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Ethan Freemann, Sabine Neibersch, Jesper Tydén</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Martin Doepke<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> La Belle Musicalproductions</span></div>
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		<title>Heimsuchung der Hauptstadt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/heimsuchung-der-hauptstadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2006 11:08:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Klaws]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Lucy Scherer]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz der Vampire]]></category>
		<category><![CDATA[Theater des Westens]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borchert]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Schäfermeier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 10. Dezember gibt es die vierte Produktion von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ auf einer deutschsprachigen Musicalbühne zu sehen. Die Gerüchteküche kochte im Vorfeld hoch, sollte es sich doch um eine abgespeckte Version handeln, die tourneefähig ist. Um es vorwegzunehmen: Die Hauptstadt-Vampire bewegen sich tatsächlich in neuen Kulissen, anderen Szenen und dennoch fehlt nichts. ...</p>
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<p class="Body">Seit 10. Dezember gibt es die vierte Produktion von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ auf einer deutschsprachigen Musicalbühne zu sehen. Die Gerüchteküche kochte im Vorfeld hoch, sollte es sich doch um eine abgespeckte Version handeln, die tourneefähig ist. Um es vorwegzunehmen: Die Hauptstadt-Vampire bewegen sich tatsächlich in neuen Kulissen, anderen Szenen und dennoch fehlt nichts.</p>
<p class="Body">Das um fünf Darsteller verkleinerte Ensemble besticht vor allem durch die erfahrenen „Tanz der Vampire“-Darsteller und die deutschsprachigen Hauptdarsteller. Gerade in Szenen wie die „Roten Stiefel“ oder der Albtraum-Sequenz fällt das kleinere Tanzensemble ins Gewicht. Die Szenen wirken nicht mehr ganz so beeindruckend wie noch in Hamburg. Doch die Protagonisten helfen über dieses Manko hinweg: Thomas Borchert spielt den Vampirgrafen tadellos. Seine Bühnenpräsenz ist einschüchternd und seine stimmliche Leistungsfähigkeit scheint unbegrenzt. Das Objekt seiner Begierde, Sarah, wird von der diesjährigen UdK-Absolventin Lucy Scherer gespielt.</p>
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<p class="Body">Sie ist der einzige Schwachpunkt in der Cast. Sie wirkt zu jung und ihre mangelnde Erfahrung wird an einigen Stellen deutlich. Zudem hört man von ihr mehrfach schiefe Töne. Auch wenn sie optisch perfekt auf die Figur der Wirtstochter passt, fallen einem doch spontan einige ehemalige Zweitbesetzungen der Sarah ein, die ihre Stelle besser ausgefüllt hätten.</p>
<p class="Body">Veit Schäfermeier gibt einen anderen Prof. Abronsius als in Hamburg. Mit viel freieren Interpretationen gibt er der Figur mehr Substanz und grenzt sich deutlich von der überzogenen Albert Einstein Karikatur aus vorherigen Inszenierungen ab. Sein Assistent Alfred wird von Alexander Klaws gespielt. Im Vorwege musste sich der „Deutschland sucht den Superstar“-Gewinner viel Spott und Häme gefallen lassen. Keiner mochte ihm eine Musicalrolle so recht zutrauen. Doch er straft alle Kritiker Lügen: Mit angenehm tiefer Stimme gibt er dem schüchternen Alfred eine unerwartete Bodenständigkeit. Schauspielerisch kann er mit den Musicalprofis durchaus mithalten, auch wenn sein ewig leidender Gesichtsausdruck seinem Charakter das Selbstbewusstsein gänzlich entzieht.</p>
<p class="Body">Der gar nicht mehr so extrem tuntige Sohn von Graf von Krolock, Herbert, wird von dem Norweger Haldor Laegreid gespielt. Man neigt dazu das klischeehafte und extravagante an dieser Rolle zu vermissen, doch auch in dieser „normaleren“ Version funktioniert der Quoten-Schwule sehr gut. Eine sichere Bank ist erneut Stefan Büdenbender, der als Koukol das Publikum in seiner schaurigen Maske erschrecken darf. Dass der Hüne nach Stuttgart und Hamburg auch in Berlin wieder allabendlich über die Bühne und durch den Saal kraucht, nimmt ihm sein Rücken sicherlich über – seine Fans danken es ihm.</p>
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1765 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/TdV2_2006.png" alt="" width="260" height="333" />Die Eltern von Sarah, Chagal und Rebecca, werden von Ulrich Wiggers und Maike Katrin Schmidt dargestellt. Während Maike Katrin Schmidt eine tadellose, aber unauffällige Wirtsfrau gibt, fällt Ulrich Wiggers eher unangenehm auf. Natürlich müssen Veränderungen – wie auch bei dieser neuen „Tanz der Vampire“ Fassung – nicht grundsätzlich schlecht sein, doch in diesem Fall war es ein Fehler, den lüsternen Wirt durch einen Deutschen zu besetzen. Dass Wiggers komödiantisches Talent besitzt hat er sowohl in „Mamma Mia!“ als auch als Thénardier in „Les Misérables“ lachmuskel-strapazierend unter Beweis gestellt. Aber in der Rolle des jüdischen Gastwirts fehlt es ihm an Spritzigkeit. Zudem fehlt der charmante osteuropäische Akzent, der diese Figur so authentisch gemacht hat. Schade.</p>
<p class="Body">Bleibt noch Katja Berg, die als Magda optisch perfekt passt und auch die Wandlung von der belästigten Dienstmagd zu besessenen Vampirfrau sehr gut umsetzt. Stimmlich erstaunt sie durch einige ungewöhnliche Phrasierungen, die der Stimmigkeit der Rolle jedoch keinen Abbruch tun.</p>
<p class="Body">Akustische Überraschungen erlebt man auch beim Orchestersound. Bernd Steixner (Musikalischer Leiter) muss mit ganzen sechs Musikanten weniger auskommen. Wenn man bedenkt, dass ursprünglich noch wesentlich mehr Mitglieder aus dem Orchestergraben hätten verbannt werden sollen, ist das, was er daraus macht aller Ehren wert. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn Streicher fehlen, die den Kompositionen von Steinman das Symphonische geben oder die Intensität der Rocknummern etwas gedämpft daher kommt.</p>
<p class="Body">Die größte Veränderung in der Inszenierung betrifft Alexander Klaws als Alfred: Sein Solo „Für Sarah“ singt er nun direkt im Anschluss an die Albtraum-Szene und nicht erst nachdem er seine Angebetete in der Badewanne überrascht hat. Diese Umstellung passte hervorragend, nimmt sie der Szene doch das Langatmige. Apropos Badewanne: Der Schaum, in dem sich Lucy Scherer lasziv räkelt, ist zum ersten Mal echt, was sie durch das Wegpusten von Schaumflocken unterstreicht. Weitere kleine Neuerungen sind der gesprungene Spiegel, der die Tanzszene von Alfred und Herbert noch spannender macht, eine Spielebene weniger, was dazu führt, dass Prof. Abronsius und Alfred auf dem Weg zur Gruft keine Doubles mehr brauchen und eine neue Bibliothek, in der sich der Professor an den Büchern erfreuen kann.</p>
<p class="Body">Die beiden Großkulissen – Wendeltreppe und Wirtshaus – sind sehr gut umgesetzt. Die Wendeltreppe fährt von der Seite auf die Bühne. Das nimmt dem Szenewechsel zwar etwas die Imposanz, aber der Ballsaal ist noch genauso beeindruckend wie in Hamburg oder Stuttgart. Das Wirtshaus hingegen ist komplett neu. Es besteht nicht mehr aus einem Kulissenteil, das immer im hinteren Teil der Bühne steht und bei Bedarf nach vorn gefahren wird. Nein, es steht auf einer Drehbühne und ist somit von allen Seiten und auf allen Ebenen bespielbar. Nach der „Knoblauch“-Szene ist dieser überraschende Effekt einfach großartig. Im Anschluss an die roten Stiefel fehlt der Szene jedoch etwas mehr Kompaktheit, da das Haus nicht mehr kurz vor den Bühnenrand geschoben werden kann – was das Erdrückende und Einschüchternde an von Krolocks Macht verdeutlicht hat – sondern bei der Bühnenhälfte stehen bleibt.</p>
<p class="Body">Der Theatersaal des Theater des Westens ist deutlich kleiner als in Hamburg und Stuttgart, dennoch wurde bei der „Einladung zum Ball“ darauf verzichtet, die Vampire auf die vielen Türen und Gänge zu verteilen, die das Haus bietet. Stattdessen stehen zwei Vampirgruppen in den Logen rechts und links oberhalb der Bühne und „erschrecken“ das Publikum mit grünen Handschuhen. Über diese Änderung sollte man durchaus noch einmal nachdenken, denn Vampire mit grünen Händen sind nicht wirklich gruselig.</p>
<p class="Body">Alles in allem jedoch ist die neue Berliner Inszenierung sehr gelungen. Es wurden Längen im Handlungsablauf beseitigt, die meisten Rollen gut und damit sicher besetzt. Auch für Fans und all jene, die den „Tanz der Vampire“ bereits woanders gesehen haben, gibt es in Berlin viel Neues zu entdecken. Eigentlich kann also nichts schief gehen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater des Westens, Berlin</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>10. Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Thomas Borchert, Alexander Klaws, Lucy Scherer, Veit Schäfermeier</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Roman Polanski  / Jim Steinman<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
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		<title>Pinkelstadt &#8211; das Anti-Musical</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/pinkelstadt-das-anti-musical/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Nov 2006 09:02:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Aris Sas]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ilja Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Katherine Mehrling]]></category>
		<category><![CDATA[Pinkelstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Schloßparktheater]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Tinney]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch von Greg Kotis liefert die Vorlage für ein Musical, das die Welt nicht braucht. Die völlig abstruse Handlung um das Recht kostenlos öffentliche Bedürfnisanstalten aufsuchen zu dürfen, garantiert einen amüsanten Abend, der vor allem durch Wolfgang Adenbergs Wortwitz und die hervorragende Cast &#8211; allen voran Thorsten Tinney und Katharine Mehrling &#8211; besticht. Im ...</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Das Buch von Greg Kotis liefert die Vorlage für ein Musical, das die Welt nicht braucht.</p>
<p class="Body">Die völlig abstruse Handlung um das Recht kostenlos öffentliche Bedürfnisanstalten aufsuchen zu dürfen, garantiert einen amüsanten Abend, der vor allem durch Wolfgang Adenbergs Wortwitz und die hervorragende Cast &#8211; allen voran Thorsten Tinney und Katharine Mehrling &#8211; besticht.</p>
<p class="Body">Im alten Berliner Schloßparktheater steht ein ausgezeichnetes Ensemble im Rampenlicht und performt eines der kuriosesten Musicals unserer Zeit. Greg Kotis Geschichte von staatlich sanktionierten Bedürfnisanstalten, die nach dem “Großen Stunk” nur noch gegen eine permanent steigende Gebühr nutzbar sind &#8211; private Örtchen sind verboten &#8211; ist eine außerordentlich gut geschriebene an den Haaren herbeigezogene Fiktion. Oder nicht?</p>
<p class="Body">Aris Sas als kämpferischer Antiheld Jonny Stark, der so gar nicht musical-like für seine Überzeugungen sterben muss, überzeugt sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Jedoch macht es sein Charakter nicht eben einfach, sich mit ihm als Held der Geschichte zu identifizieren oder ihm in seiner Revolte gegen die GmbHarn &amp; Klo KG nachzueifern.</p>
<p class="Body">Gabriele Ramm ist als gestrenge Klofrau Elfriede Fennichfux genauso gut besetzt wie als liebende Mutter, die ihre uneheliche Tochter Freya vor dem Lynchmord der aufgebrachten Revoluzzer schützt. Sara Fonseca wirkt als Freya von Mehrwerth sehr unschuldig und wird dadurch ihrer späteren Rolle als Anführerin der Massen (Ähnlichkeiten mit “Evita” sind absolut gewollt) nicht wirklich gerecht.</p>
<p class="Body">Apropos Evita, in Pinkelstadt erlebt das musical-geschulte Publikum viele Aha-Effekte, da einige Szenen einfach aus anderen Stücken kopiert wurden. So feiert man ein &#8211; zugegeben etwas ungewöhnliches &#8211; Wiedersehen mit den revoltierenden, fahnenschwenkenden Studenten aus “Les Misérables”, trifft Rose und Jack aus dem Hollywood-Blockbuster “Titanic”, erlebt die aufkeimende Liebe zwischen Tony und Maria aus der “West Sidfe Story” mit, sieht Choreographien aus “Fosse” und wohnt der berühmten Balkonszene aus “Evita” bei &#8211; nur ohne Balkon versteht sich.</p>
<p class="Body">Doch das gesamte Stück würde ohne den Erzähler und Dorfpolizisten Wachtmeister Kloppstock nicht funktionieren. Mit Thorsten Tinney wurde ein charismatischer Darsteller gefunden, der den Wechsel zwischen Erzähler außerhalb der Handlung und dem nur unterschwellig fiesen Wachtmeister von Pinkelstadt ausgezeichnet meistert. Mit vor Selbstironie triefendem Sarkasmus begrüßt er die Zuschauer und macht gleich allen klar, dass sie hier kein Happy-End-Musical erwarten dürfen, bei dem alle glücklich und freudestrahlend von der Bühne gehen.</p>
<p class="Body">
Unterstützt wird er bei seinen Erläuterungen von Klein Erna (Katharine Mehrling). Als freche Göre mit Berliner Schnauze fragt sie dem smarten Polizisten Löcher in den Bauch und lässt zwischendurch von Zeit zur Zeit ihr Genie aufblitzen.</p>
<p class="Body">Genie &#8211; das stellen auch Wolfgang Adenberg und Ruth Deny wieder unter Beweis. Ihre bis ins kleinste Detail durchdachten Texte allein wären es wert, dieses Stück zu schauen. Dieses Team sollte viel mehr Stücke gemeinsam bearbeiten &#8211; dann käme endlich wieder etwas mehr Anspruch in die sonst so 08/15-übersetzten Musicals.</p>
<p class="Body">Die gefälligen Kompositionen von Mark Hollmann tragen ebenfalls dazu bei, dem Zuschauer die an sich recht dramatische Geschichte von Jonny Stark und seinen Mitstreitern leicht verdaulich zu präsentieren.</p>
<p class="Body">Das ganze “Pinkelstadt”-Ensemble sprüht vor ansteckender Energie und lässt die Zuschauer vergessen, dass ein komplett überflüssiges Musical sehen, auf das die Welt zum einen nicht gewartet hat und das zum anderen ohne den obligatorischen Moral-Zeigefinger auskommt.</p>
<p class="Body">Kurzum: Unerwartet großartige, kurzweilige Unterhaltung auf höchsten Niveau.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schloßparktheater, Berlin</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">2006</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Katherine Mehrling, Aris Sas, Ilja Richter, Thorsten Tinney</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Buch / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Greg Kotis / Mark Hollmann<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/pinkelstadt-das-anti-musical/">Pinkelstadt &#8211; das Anti-Musical</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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