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	<title>Vasiliki Roussi-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Vasiliki Roussi-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Berührendes &#038; unerwartetes Zeitgeschehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2022 13:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Hutzel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit &#8222;The Last Ship&#8220; verarbeitete Sting, der als Sohn einen Schiffsbauingenieurs aufwuchs, Teile seiner Vergangenheit. Die Werft, der die meisten Menschen im Ort ihren Job verdanken, wird verkauft und geschlossen. Die Auswirkungungen dieser rein wirtschaftlichen Entscheidung des Werft-Besitzers sind weitreichend und &#8211; nicht nur für ihn &#8211; unerwartet. So geschehen in Wallsend Ende der 1980er ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit &#8222;The Last Ship&#8220; verarbeitete Sting, der als Sohn einen Schiffsbauingenieurs aufwuchs, Teile seiner Vergangenheit. Die Werft, der die meisten Menschen im Ort ihren Job verdanken, wird verkauft und geschlossen. Die Auswirkungungen dieser rein wirtschaftlichen Entscheidung des Werft-Besitzers sind weitreichend und &#8211; nicht nur für ihn &#8211; unerwartet. So geschehen in Wallsend Ende der 1980er Jahre.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3243 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_14-1527_c_thorstenwulff-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_14-1527_c_thorstenwulff-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_14-1527_c_thorstenwulff.jpg 667w" sizes="(max-width: 267px) 100vw, 267px" />Das Publikum lernt das junge Paar Meg und Gideon kennen, die sich &#8211; allen beruflichen und infrastrukturellen Herausforderungen zum Trotz &#8211; schwören, immer zusammenzubleiben. Tina Haas und Heiner Kock verleihen den Verliebten wundervolle Stimmen und tanzen zu sehr harmonischen Choreographien (Daniel Morales Pérez) in den Aufbruch. Doch wie so oft kommt es anders und Gideon verlässt Wallsend.</p>
<p>Nach 14 Jahren kehrt ein heim. Zu &#8222;All this time&#8220; und dem melancholisch erklingenden Akkordeon kehrt er in seine Heimat zurück, die er kaum wiedererkennt: Die Werft steht zum Verkauf und die verbliebenen Werftarbeiter bangen um ihre Jobs. <span class="function">Jackie White</span> <span class="person"> (von Andreas Hutzel sehr eindrücklich gespielt) ist der Anführer der Werftarbeiter, alle folgen ihm in den Widerstand gegen den Eigentümer, auch wenn dies den Verlust der eigenen Existenz bedeutet.</span></p>
<p>Gideon (<span class="person">Johannes Merz</span>) trifft auch auf Meg (<span class="person">Vasiliki Roussi), inzwischen selbst Mutter der rebellischen Ellen (Lilly Gropper), die sich nicht im geringsten darüber freut, ihre Jugendliebe wiederzutreffen. Sie hat sich in ihrem Leben eingerichtet und kämpft sich als Inhaberin des lokalen Pubs durch. Man spürt die Spannungen zwischen den beiden, es sind noch Gefühle füreinander vorhanden, doch werden diese gerade durch die Verletztheit überlagert. Dies können Merz und Roussi nicht nur spielerisch sehr glaubwürdig über die Rampe bringen. Auch gesanglich wissen beide zu überzeugen: Merz durch seine Klangfarbe, Roussi durch ihre Fähigkeit, ihrer Stimme unfassbar viel Gefühl zu verleihen.</span></p>
<p>Ellen lehnt sich ebenfalls gegen alles un jeden auf. Sie will nach London, um als Musikerin erfolgreich zu werden, doch Meg untersagt dies. Durch das Auftauchen von Gideon wird in Wallsend einiges durcheinander gewirbelt und Ellen bleibt zunächst bei ihrer Mutter.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3240 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/TL_2021_22_The-Last-Ship_17-1646_c_Thorsten-Wulff-m-400x400.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/TL_2021_22_The-Last-Ship_17-1646_c_Thorsten-Wulff-m-400x400.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/TL_2021_22_The-Last-Ship_17-1646_c_Thorsten-Wulff-m-150x150.jpg 150w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/TL_2021_22_The-Last-Ship_17-1646_c_Thorsten-Wulff-m-768x768.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/TL_2021_22_The-Last-Ship_17-1646_c_Thorsten-Wulff-m.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Vordergründig mag es so erscheinen, als würde es in diesem Stück um die verlorene Liebe von Meg und Gideon gehen. Tatsächlich jedoch zeichnet dieses alles andere als romantisch-fröhliche Musical sehr realitätsnah das Schicksal einer Stadt nach, deren Bevölkerung vom einer Industrie, in diesem Fall Schiffsbau, abhängig ist. Jeder einzelne Charakter hat seinen starken Moment, jeder einzelne glänzt in der betreffenden Szene durch Gesang, Schauspiel oder Tanz.</p>
<p>So berührt zum Beispiel eine<span class="person"> Susanne Höhne als <span class="function">Peggy White</span> tief, wenn sie sich um ihren lebensbeendend erkrankten Jackie kümmert und nach seinem Tod die Arbeiter an dessen Vermächtnis erinnert (&#8222;Underground River&#8220;). Hier gibt es mehrfach Zwischenapplaus vom ergriffenen Publikum. Auch wenn <span class="function">Davey Harrison</span> (gespielt von Patrick Nellessen) sich gegen die Pläne ausspricht, das letzte Schiff fertigzustellen und damit einfach in See zu stechen, zeigt die besondere Intensität dieses Stücks. Die klare Sprache macht es den Zuschauern nur umso leichter, sich mit den Figuren auf der Bühne zu identifizieren. </span></p>
<p>Doch nicht nur die puren Charaktere, auch die düstere Bühne, die an einen Werftaufbau erinnert, ist sehr gelungen. Ramona Rauchbach hat hier eine Umgebung geschaffen, die vortrefflich an die dunklen Werften erinnert, die man von Bildern vom industriellen Schiffbau &#8211; nicht nur in Großbritannien &#8211; kennt.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3241 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_04-0748_c_thorstenwulff-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_04-0748_c_thorstenwulff-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_04-0748_c_thorstenwulff-768x511.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/tl_2021_22_thelastship_04-0748_c_thorstenwulff.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Morales Pérez Gespür für den Moment zeigt sich auch in weiteren Choreographien die mal energisch sind, mal sehr romantisch (&#8222;When we dance&#8220;). Ein ganz klares Highlight dieser Inszenierung.</p>
<p>&#8222;The Last Ship&#8220; ist ein durch und durch besonderes Musical. Das liegt zum einen sicherlich an der autobiographisch geprägten Handlung, zu einem großen Teil aber auch an Stings unnachahmlicher Art, Songs zu schreiben. Die Melancholie zieht sich wie ein schwarzer Faden durch den Abend, doch Dudelsack &amp; Geige sorgen hier immer wieder für einen hell erstrahlenden Twist. Man kann sich an diesem Musik niemals satthören &#8211; zumal, wenn man sich erst einmal die Geschichte dahinter genauer angesehen hat!</p>
<p>Für die Theatergäste gab es am 27. März noch ein ganz besonderes Finale: Sting hatte auf seiner Deutschlandtour einen Abstecher von Mannheim nach Lübeck gemacht (liegt ja quasi um die Ecke), um sich sein selten gespieltes Stück live anzuschauen. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, auch selbst noch einmal nach der Gitarre zu greifen. Man konnte in diesem Moment eine Stecknadel im Theater fallen hören, so andächtig lauschten die gut 800 Zuschauer dem Weltstar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" title="YouTube video player" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen" consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/akvMoyI3faw" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/akvMoyI3faw?autoplay=1"></iframe></p>
<p>Und auch wenn der von ihm gewählte Song &#8222;Russians&#8220; schon viele Jahrzehnte alt ist, so hat er doch im aktuellen Kontext vom Einmarsch Russlands in die Ukraine nichts an Bedeutung verloren. Das ist wahrlich ein Theaterabend, den man nicht vergisst!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lübeck, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">27. März 2022</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong><span class="person">Lilly Gropper, </span><span class="person">Vasiliki Roussi,</span><span class="person"> Johannes Merz,</span><span class="person"> Tina Haas, </span><span class="person">Heiner Kock, </span><span class="person">Stephan Schad, </span><span class="person">Andreas Hutzel, </span><span class="person">Susanne Höhne, </span><span class="person">Katharina Abt,</span><span class="person"> Patrick Nellesse,</span><span class="person"> Vincenz Türpe, </span><span class="person">Henning Sembritzki,</span><span class="person"> Sven Simon<br />
</span><strong><span class="Bold"><span style="color: #000080;">Regie / Mu</span>sik:</span></strong> <span class="Bold">Malte C. Lachmann / Sting<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Thorsten Wulff<br />
</span></p>
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		<item>
		<title>Edith Piaf &#8211; live im Theater Lübeck</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/edith-piaf-live-im-theater-luebeck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2013 12:52:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Edith Piaf]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr als nur ein Geheimtipp ist die Lübecker Inszenierung des Gesangsabends „Edith Piaf“, in der in ganz reduzierter, purer  Umgebung des Leben und vor allem Leiden von Edith Piaf nachgezeichnet wird. Ihre Grundtraurigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Sie erlaubt sich nicht, glücklich zu sein. Genau diese tief empfundene Leidenschaft drückt ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_665_335">
<div class="style_2">
<p class="Body">Mehr als nur ein Geheimtipp ist die Lübecker Inszenierung des Gesangsabends „Edith Piaf“, in der in ganz reduzierter, purer  Umgebung des Leben und vor allem Leiden von Edith Piaf nachgezeichnet wird. Ihre Grundtraurigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Sie erlaubt sich nicht, glücklich zu sein.</p>
<p class="Body">Genau diese tief empfundene Leidenschaft drückt sich auch in den Stücken aus, mit denen Edith Piaf Weltruhm erlangte. Französische Chansons vermitteln eine ganz spezielle Lebensart. Fast zerbrechlich, unendlich gefühlvoll und manches Mal tieftraurig wird man in ihre Geschichte gezogen.</p>
<p class="Body">Vasiliki Roussi hat ein einmaliges Timbre, das dieses Lebensgefühl perfekt wiedergibt. Ihre rauchige, tiefe Stimme passt perfekt zu den Piaf Chansons. Das nennt man wohl einen perfect match.</p>
<p class="Body">Die jetzt veröffentlichte Live-Aufnahme enthält zwölf Stücke aus dem Liederabend, die live im Theater Lübeck mitgeschnitten wurden. Die düstere Stimmung auf der Bühne wird auch beim Anhören der CD übertragen. Ob dies beabsichtigt ist, sei mal dahingestellt. Doch irgendwie scheint es so als würde Roussis Gesang abgedämpft, wodurch er sehr an Intensität verliert.</p>
<p class="Body">Nichtsdestoweniger gibt es wohl kaum jemanden, der Edith Piaf heutzutage so nahe kommt und die Fragilität ihrer Persönlichkeit so gut einfängt wie Vasiliki Roussi. Sie wird von einer exzellenten Band unterstützt, die den musikalischen Charme der 1930er und 1940er wieder aufleben lässt.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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		<item>
		<title>Ein etwas langatmiger Klassiker mit kreativen Kulissen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-etwas-langatmiger-klassiker-mit-kreativen-kulissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Aug 2013 14:29:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Der Mann von La Mancha]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Reichardt]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
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<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Erneut wagt sich das Theater Lübeck zur Spielzeiteröffnung 2013/2014 an einen klassischen Musicalstoff: Mitch Leighs Tony-dekoriertes Stück „Der Mann von La Mancha“ findet in der Regie von Pascale-Sabine Chevroton seinen Weg ins 21. Jahrhundert.</p>
<p class="Body">Anstatt jedoch das Stück einer radikalen Verjüngungskur zu unterziehen, belässt man Kostüme und Bühne im Stil des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Der Bühnenboden ist mit Holzspänen ausgestreut, die Kostüme sind in Beige- und Brauntönen gehalten, auch die Requisiten wirken stimmig.</p>
<p class="Body">„Der Mann von La Mancha“ ist als Stück im Stück aufgebaut. Die Handlung spielt auf drei Ebenen: Der Schriftsteller Miguel Cervantes wartet im Gefängnis auf die Inquisition. Er muss sich zudem vor seinem Mitgefangenen als angeklagter Idealist, schlechter Dichter und Ehrenmann rechtfertigen und verteidigt sich mit der Geschichte von Alonso Quijana, der wiederum in seiner Phantasiewelt als Don Quixote de la Mancha zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat.</p>
<p class="Body">Gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Pansa reitet Don Quixote ins erste Abenteuer. Dabei werden Rosinante und der Esel mit unterschiedlich hohen Leitern und verschiedenartigen Pappmaché-Köpfen stilisiert dargestellt. Das funktioniert sehr gut, zumal die Puppenspieler Augen und Ohren der Tierköpfe mit bewegen können und so die Illusion einer aktiven Teilnahme am Geschehen erzeugen. Auch die weltbekannten Windmühlen, die Don Quixote für einen Riesen hält, werden durch sich drehende Leitern im Hintergrund nur angedeutet. Doch in dieser Konsequenz ergänzen sich Bühnenbild und Requisiten ideal.</p>
<p class="Body">Eine immer wieder ins Geschehen eingebundene Flamenco-Tänzerin (Cornelia La Minera) zeigt überdeutlich, dass wir uns an diesem Abend in Spanien befinden. Leider fehlt es ihr ein wenig an Feuer, so dass sie mehrfach eher verstörend und fehl am Platz wirkt.</p>
<p class="Body">Durch den hohen Dialoganteil dauert es nach der voluminösen Ouvertüre sehr lange bis das Musical an Fahrt gewinnt. Sancho Pansas Liebeserklärung an seinen Herrn „Ich mag ihn“ ist die erste rundum gelungene Szene, die mit viel Selbstironie auftrumpft. Dies mag aber auch daran liegen, dass Theodor Reichardt (Sancho Pansa) über viel komödiantisches Geschick verfügt und seine Nebenfigur treffend in den Vordergrund zu lenken weiß.</p>
<p class="Body">Vasiliki Roussi gibt eine wunderbar widerborstige Aldonza, die sich zunächst im wahrsten Sinne mit Händen und Füßen gegen Don Quixotes Anhimmelung als Dulcinea wehrt. Sie zeigt gleichsam unbändige Energie als Schenken-Dirne als auch tiefe Gefühle an Quijanas Sterbebett. Ihre rauchige, ungewöhnliche Stimme ist sicherlich Geschmackssache, aber das Lübecker Publikum liegt ihr zu Füßen.</p>
<p class="Body">Das Finale des ersten Akts erinnert „A Chorus Line“, tanzt das Ensemble mit den „Goldhelmen des Mambino“ zumindest ansatzweise die bekannten Zylinder-Choreographien von Michael Bennett nach.</p>
<p class="Body">Die zweite Hälfte ist wesentlich kompakter und weniger langatmig als der erste Akt. Der Showstopper „Der unmögliche Traum“, den man von unzähligen Musical-Galas kennt, wird von Hauptdarsteller Steffen Kubach gut über die Rampe gebracht, doch seine sehr pointierte Aussprache stört die Harmonie des Songs ein wenig. Die folgende aberwitzig choreographierte Kampfszene versöhnt hierfür.</p>
<p class="Body">In Sachen Gesang lässt es das Ensemble an einigen Stellen sehr vermissen. So spielt Norbert Wendel den Gastwirt und Gouverneur durchweg überzeugend, doch seine Gesangssequenzen ähneln mehr einem Sprechgesang und haben mit Musical nicht viel gemein. Hingegen verkauft sich Boris Becker als Herzog und Dr. Carrasco deutlich unter Wert. Beim Finale wird deutlich, dass er gesanglich sehr viel mehr zu bieten hat als seine Rolle hergibt. Dino di Iorio holt als Pater alles aus seinen Mini-Part heraus und hinterlässt einen charmanten bleibenden Eindruck.</p>
<p class="Body">Pascale-Sabine Chevroton zeichnet neben der Regie auch für die Choreographie verantwortlich. Besonders gelungen die Vergewaltigungsszene, in der Aldonza erfolglos versucht, sich die Saufbolde in der Schenke vom Hals zu halten. Die Seiltuch-Choreographie fügt sich perfekt ein und komplettiert eine Szene, die sehr an experimentelles Tanztheater erinnert.</p>
<p class="Body">Sehr kreativ und aus der übrigen Inszenierung eher unpassend herausragend, sind die Kostüme der Inquisitoren, die einen von Cervantes&#8216; Zellengenossen abholen sowie des großen Magiers (Becker), der nicht nur optisch an Darth Vader erinnert, sondern durch die Stimmverzerrung auch ähnlich seltsam klingt.</p>
<p class="Body">Stimmig wirkt es hingegen wieder als zum Finale alle Phantasiegestalten, denen Don Quixote im Laufe seines Lebens (nicht jedoch im Rahmen des Musicals) begegnet, gemeinsam mit allen anderen Ensemblemitgliedern auf der Bühne stehen.</p>
<p class="Body">„Der Mann von La Mancha“ erzählt die Geschichte von einem Mann, der nur an das Gute im Menschen glaubt. Er hält „Tatsachen für die Feinde der Wahrheit“ und kann sich nicht vorstellen, dass irgend jemand das anders sehen könnte. Leider schafft es die aktuelle Lübecker Inszenierung nicht, diese positive Lebenseinstellung zu vermitteln. Dem Stück fehlt es an Schwung, obwohl Kubach seine drei Rollen mit viel Energie über die Rampe bringt. Doch es gelingt ihm nicht, das Stück allein zu tragen. Die Nebensteller Roussi und Reinhardt haben zwar ihre Highlight-Momente, doch auch sie tragen nicht zu einem gelungenen Ganzen bei. Das ist sehr schade, denn das Orchester intoniert die bald 60 Jahre alten Melodien mitreißend und die Bühne lässt viel Spielraum zwischen dem Gefängnis-Käfig und der Phantasiewelt Don Quixotes.</p>
<p class="Body">Vielleicht wäre es nach 60 Jahren an der Zeit, Leighs Werk einmal grundlegend zu entstauben, zu straffen und die Charaktere noch mehr auszuarbeiten. Das erfordert natürlich Mut (und die entsprechenden Rechte seitens des Verlags), aber zumindest in Ansätzen war von dem erforderlichen frischen Geist und Mut im Lübecker Theater etwas zu spüren.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>23. August 2013</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Steffen Kubach, Vasiliki Roussi, Theodor Reichardt</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Pascale-Sabine Chevroton<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong>  Jochen Quast<br />
</span></div>
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		<title>Aurora und ihre Männer in Lübeck</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/aurora-und-ihre-maenner-in-luebeck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Dec 2006 10:12:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kuss der Spinnenfrau]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann von Blomberg]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In dieser Spielzeit stand die Premiere von John Kanders und Fred Ebbs beklemmendem Musical über die Phantasien des Häftlings Molina auf dem Programm des Lübecker Theaters. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Musiktheater-Inszenierungen des norddeutschen Hauses immer eine Reise wert – sei es nun „La Cage aux Folles“ oder „My Fair Lady“. Im Vergleich ...</p>
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<p class="Body">In dieser Spielzeit stand die Premiere von John Kanders und Fred Ebbs beklemmendem Musical über die Phantasien des Häftlings Molina auf dem Programm des Lübecker Theaters. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Musiktheater-Inszenierungen des norddeutschen Hauses immer eine Reise wert – sei es nun „La Cage aux Folles“ oder „My Fair Lady“. Im Vergleich zu diesen beiden farbenfrohen Stücken, die mit bekannten Songs und einer im Grunde fröhlichen Handlung aufwarten konnten, ist das Gefängnismusical allein schon von der Umgebung her eher düster.</p>
<p class="Body">Anhand der Romanvorlage von <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig">Manuel Puigs</a></span> wird die Geschichte des Sträflings Molina erzählt. Der homosexuelle Molina bekommt mit Valentin einen neuen Zellenkameraden in seinem südamerikanischen Gefängnis. Molina sitzt wegen Unzucht mit Minderjährigen ein und Valentin muss sich verantworten, weil er marxistischer Revolutionär ist. Zunächst mögen sich die beiden eher unsympathisch, aber mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft und Molina verliebt sich in den raubeinigen Valentin.</p>
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<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1748 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Spinnenfrau2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Um sich den Gefängnisalltag zu erleichtern, flieht Molina in einer Traumwelt aus Hollywood-Filmen der 30er und 40ern. Vor allem die Diva Aurora stellt er sich in verschiedensten Gestalten vor, von denen die prägendste die Spinnenfrau ist. Valentin lässt sich von dieser Phantasiewelt anstecken.</p>
<p class="Body">Der gutgläubige Molina wird von den Gefängnisaufsehern mit einem Besuch bei seiner Mutter geködert, wenn er Valentins Verbündete verrät. Er täuscht Kooperation vor, verrät seinen Zellenkameraden jedoch nicht und wird wieder verhaftet. Vor den Augen Valentins wird Molina von der Gefängnisdirektorin erschossen. Valentin bricht schreiend zusammen.</p>
<p class="Body">Schon in den letzten Lübecker Musicals waren es die Kulissen, die dem Stück einen besonderen Touch gegeben haben. Das ist auch beim „Kuss der Spinnenfrau nicht anders. Die Gefängniszelle ist permanent vorn rechts auf der Bühne zu sehen. Nach hinten abgeschirmt durch eine variable Wand. Die Traumwelten von Molina entwickeln sich in einer raumschiffähnlichen, bühnenfüllenden Konstruktion, die mal zum Gefängnishof wird, mal zu einem schwarz-weißen Spinnennetz, mal zum Picknick-Platz oder zum Restaurant seines langjährigen Geliebten Gabriel. Eine beeindruckende Szene ist die verlockende Spinnenfrau im Zentrum eines überdimensionalen Auges, in dem die Spinnennetze durch ein schwarz-weißes Muster angedeutet sind. Großartig!</p>
<p class="Body">Dass das Geschehen immer unter Aufsicht der Gefängnisleitung vor sich geht, spürt auch das Publikum, denn die Gefängnisdirektorin sitzt die meiste Zeit in einer der Logen und wirft ihre Anweisungen sehr effektvoll vor dort auf die Bühne.</p>
<p class="Body">So beklemmend die Handlung als solche ist, so erfrischend die Ideen von Pascale Chevroton (Regie und Choreographie) wie sie Auroras Männer inszeniert. Die acht Tänzer lockern die ein oder andere Szene auf, ohne jedoch komplett in den Vordergrund zu treten. So bleibt der Eindruck einer Traumwelt erhalten. Auch der eingesetzte Herrenchor des Theaters Lübeck trägt dazu bei, dieses Stück in seiner Beklemmung zu stärken. Wenn sich die Großkulisse in der Mitte öffnet und zwischen unterer und oberer Hälfte singende Köpfe zum Vorschein kommen, läuft einem schon ein Schauer über den Rücken. Nach dem Tod Molinas, der in dem beeindrucken Finale integriert ist, bleibt es erst einmal still im Publikum. Das Gesehene braucht einige Sekunden um zu sacken. Doch dann bricht sich die Begeisterung bahn und die Darsteller bekommen den verdienten Beifall.</p>
<p class="Body">In der besuchten Vorstellung spielte Tilmann von Blomberg den träumenden Molina. Er war genauso überzeugend wie Thomas Christ als Valentin. Mit beiden litt man während ihrer Vergiftungen oder Misshandlungen durch das Gefängnispersonal mit. Mit beiden freute man sich, die Freundschaft aufkeimen zu sehen. Vasiliki Roussi als Aurora und Spinnenfrau gefiel durch ihre grazile Art. Ihre Stimme wollte jedoch nicht so recht passen. Andrea Jolly gibt eine einschüchterne Gefängnisdirektorin und lässt es nicht an Bösartigkeit und Kaltherzigkeit vermissen.</p>
<p class="Body">Somit ist auch die diesjährige Musicalproduktion des Lübecker Theaters gelungen und die Reise nach Lübeck lohnt sich auch in dieser Spielzeit.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Tilmann von Blomberg, Thomas Christ, Vasiliki Roussi</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Buch<span class="Bold"> / Musik:</span></strong> <span class="Bold">John Kander / Fred Ebb<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck</span></div>
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