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	<title>Tim Taucher-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Tim Taucher-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Generationen-Musical mit viel Charme und Wortwitz</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jan 2020 15:12:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das First Stage Theater in Hamburg läutet das neue Jahr mit einer Uraufführung ein. „Zweimal um die Welt – oder wohin will Oma?“ stammt aus der Feder von Hubertus Borck, der von 1995 bis 2007 mit Alexandra Doerk das Comedy-Duo „Bo Doerek“ bildete. Nach der Trennung schrieb er u. a. Drehbücher für deutsche Seifenopern („GZSZ“, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das First Stage Theater in Hamburg läutet das neue Jahr mit einer Uraufführung ein. „Zweimal um die Welt – oder wohin will Oma?“ stammt aus der Feder von Hubertus Borck, der von 1995 bis 2007 mit Alexandra Doerk das Comedy-Duo „Bo Doerek“ bildete. Nach der Trennung schrieb er u. a. Drehbücher für deutsche Seifenopern („GZSZ“, „Rote Rosen“) und das Solo-Programm „Itzehoe – Paris“ für Diana Böge, das auch im Schmidts Theater aufgeführt wurde.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-2902 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma5-e1591370619763-400x288.jpg" alt="" width="400" height="288" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma5-e1591370619763-400x288.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma5-e1591370619763-768x553.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma5-e1591370619763.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Mit beiden Damen gibt es bei „Zweimal um die Welt“, das Borck auch inszeniert, ein Wiedersehen. Diana Böge spielt die Hauptrolle, Oma Martha, während Alexandra Doerk u.a. als Marthas Tochter Ulrike zu erleben ist. Ulrikes Tochter, die aufstrebende Bloggerin Conny, wird von Helen Hefti gegeben. Milad Soltany spielt den Pfleger Djadi, mit dem Oma Martha durchbrennt, und Kira Hehlemann ist Klappergabi, die vielen Jungs den Kopf verdreht. Als herrlich schräge Leiterin des Seniorenheims, Roswitha, ist Fynn Duer-Koch zu erleben. Deliah Stuker, Till Jochheim, Melanie Kastaun und Tim Taucher (u. a. Steward) komplettieren das Premierenensemble.</p>
<p>Das Stück beginnt im Seniorenheim, genauer gesagt bei der Gedenkfeier für Frau Carstensen. Marlies Carstensen war Martha Kramers beste Freundin und letzter Halt. Ansonsten kann sie nämlich mit den Bewohnern im Seniorenheim so gar nichts anfangen und ihre stets gestresste Tochter Ulrike vermag ihr auch kein besseres Gefühl zu geben.</p>
<p>Ulrike hat als Redaktionsleiterin der Frauenzeitschrift Cosma mit sinkender Auflage und aufstrebenden jungen Kolleginnen zu kämpfen. Ganz nebenbei ist sie noch Dauersingle, was ihr viel Spott und Mitleid von ihrem Umfeld einbringt. Dann ist da noch Tochter Conny, die ihre Zukunft im Blogging sieht, was ihrer Mutter so gar nicht passen will.</p>
<p>Als die resolute Heimleiterin Roswitha dann noch den jungen Syrer Djadi als neuen Pfleger einstellt, platzt nicht nur Ulrike der Kragen, auch Martha nimmt im wahrsten Sinn Reißaus, packt eine Tasche, schnappt sich die Urne mit Marlies und flieht mit dem Leichenwagen. Wohin? Das weiß sie selbst nicht so genau – Hauptsache weg. Ab da wird’s turbulent…</p>
<p>Schon in der ersten Gesangsnummer („Einmal um die Welt“) zeigt sich die Kreativität, mit der diese Inszenierung auf die Bühne gebracht wurde: Die rüstigen Rentner schwimmen zunächst am Tisch sitzend, um dann wenige Sekunden später steppend und mit Ficus-Zweigen als Straßenfederfächer-Ersatz über die Bühne zu wirbeln.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-2905 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma2-e1591370651201-400x284.jpg" alt="" width="400" height="284" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma2-e1591370651201-400x284.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma2-e1591370651201-768x545.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma2-e1591370651201.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Choreographien stammen von Michael Schüler und überzeugen im Verlaufe der Show insbesondere bei den abwechslungsreichen “Arm-Choreographien“. Man muss nicht tanzen können, um mit einfallsreichen Bewegungsabfolgen zu überzeugen!</p>
<p>In Ulrikes Redaktionssitzung geht es eigentlich nur um eines&#8230; Jede der Redakteurinnen hat ihre Probleme mit Männern. Dem wird mit einem Medley Rechnung getragen: Die eine „will ‚nen Cowboy als Mann“, eine andere hat „Lampenfieber“, die nächste träumt von „Monte Carlo“. Der Wiedererkennungswert der Schlager-Hits für die Zuschauer ist sehr hoch.</p>
<p>Der Besuch von Ulrike und Conny bei Oma Martha artet mal wieder in Streit aus: Conny erzählt Oma, dass sie Influencerin werden möchte, woraufhin Oma verständnislos fragt: „Wieso das denn? Da werden wir hier alle Ende Oktober immer gegen geimpft!“</p>
<p>Von diesen und ähnlich lustigen Sprüchen hat Borck zahlreiche in das Buch eingebaut.</p>
<p>Dazu gehört auch der klare Internetbezug von „Am Tag als Konny Kramer starb“, das von Conny melodramatisch ausgelebt wird als ihre Mutter es wagt, ihr das Handy wegzunehmen.</p>
<p>Ulrike hält mit ihren Vorbehalten gegenüber Djadi als neuem Pfleger nicht hinter dem Berg. Hier integriert Borck auf plakative Weise zeitgenössisches Geschehen in die Handlung. Vorbehalte haben viele, wirklich interessiert sich aber niemand für die Menschen, die zu uns kommen. Wie soll da jemals Verständnis und Vertrauen entstehen?</p>
<p>Doch Djadi ist der einzige, der Marthas Flucht bemerkt und ihr fortan nicht mehr von der Seite weicht. Sie landen in Baldhausen, einem Dorf im Osten des Landes, das alle gängigen Klischees erfüllt, für die der Osten gerade herhalten muss: keine Infrastruktur, keine Perspektive, viele Neonazis und eine Bürgermeisterin namens Ellen Weigel, deren Zwillingsschwester Alice die Vorsitzende der AfD ist.</p>
<p>Dass die drei Skinheads Heinos „Schwarz-braun ist die Haselnuss“ versingen und verstampfen, ist durchaus provokant und grenzwertig. Irgendwie mag man das nicht so richtig amüsant finden, auch wenn Borck mit der „Glatzenorgel“ (man klopfe mit einem leeren Rohr auf die Köpfe der Skinheads, um eine entsprechende Tonfolge zu erzeugen) und dem „Gedankenstolperpfad“, den eine plötzlich komplett ausrastende Martha bei den Jungs identifiziert, versucht dagegen zu steuern. Martha vertreibt die Neonazis erfolgreich und verbringt die Nacht zwangsweise unter freiem Himmel. Das imaginäre Zwiegespräch mit ihrer aktuell mit allem unzufriedenen Tochter Ulrike ist sehr schön.</p>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-2904 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma3-e1591370681731-400x287.jpg" alt="" width="400" height="287" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma3-e1591370681731-400x287.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma3-e1591370681731-768x551.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma3-e1591370681731.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />In Wirklichkeit macht Ulrike gerade dem Heim Feuer unter dem Hintern: „Jeder verdammte Golden Retriever ist gechipt! Können Sie nicht besser aufpassen?“ Bitterböse, aber irgendwie doch eine nachvollziehbare Reaktion?!</p>
<p>Es folgen zwei etwas skurrile Szenen:</p>
<p>Zunächst stranden drei aufreizende Russinnen aufgrund einer Reifenpanne in Baldhausen, was den Skinheads natürlich sehr gut gefällt. Sie wittern ihre Chance auf Körperkontakt mit einem weiblichen Wesen. „Moskau, Moskau“ darf hier natürlich nicht fehlen, auch wenn die dazugehörende Tanzfolge etwas sehr unkoordiniert wirkt.</p>
<p>Hier tritt dann auch Klappergabi zum ersten Mal wirklich in Erscheinung, die „irgendwie“ mit einem der Skinheads liiert zu sein scheint und die offensive Anmachtaktik der Russinnen so gar nicht gutheißt. Warum Klappergabi? Logisch, weil Gabi immer auf einem klappernden Fahrrad durchs Dorf fährt.</p>
<p>Doch genau dieses Fahrrad stiehlt Martha und flieht in den Baldhausener Hafen, von wo sie und Djadi auf die Ostsee hinausfahren.</p>
<p>Hier folgt (zum Auftakt des zweiten Akts) die zweite etwas deplatzierte Szene: Drei Meerjungfrauen lamentieren (einmal mehr mit einer tadellosen Armchoreographie) über ihr langweiliges Leben und schmettern „Ein Schiff wird kommen“ über die hübsch drapierten Wellen (Bühne: Felix Wienbürger). Nebenbei wird dann noch der Klimawandel thematisiert und deutliche Kreuzfahrtschiff-Kritik geäußert. Dazu tauchen dann auch noch drei Meermänner mit stilechtem Dreizack als Chor hinter einer Welle auf, was für viele Lacher sorgt.</p>
<p>Oma Martha und Djadi tuckern mit dem obligatorischen „Knallroten Gummiboot“ über die Ostsee, bis sie plötzlich entdecken, dass auch Klappergabi mit an Bord ist. Djadi ist das alles gar nicht recht, aber Klappergabi und er kommen sich näher, was von Martha mit „Kribbeln im Bauch“ wunderschön ausgemalt wird.</p>
<p>Da Martha und Djadi schon überall gesucht werden, bleibt nur die Flucht ins Ausland. Mithilfe von Gabis früherem Schulkameraden Steward, der praktischerweise als Steward für eine Fluglinie arbeitet, wollen sie nach Mallorca fliehen.</p>
<p>Mit Perücke und Sonnenbrille wird Martha am Flughafen für Katja Epstein bzw. Andrea Berg gehalten, was ihr sehr viel Spaß macht. Fast werden sie von Ulrike entdeckt, die ebenfalls am Flughafen ist, weil ihr Chef sie nach München zitiert hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2903 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma4-e1591370706605-400x287.jpg" alt="" width="400" height="287" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma4-e1591370706605-400x287.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma4-e1591370706605-768x551.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/06/oma4-e1591370706605.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Am Flughafen Hamburg verspäten sich alle Flüge aufgrund eines Unwetters und es folgt ein umfangreiches „Spanien-Medley“, bei dem zwar das Tango-Talent eher mäßig ist, aber die Klatsch-Choreographie hervorragend. In diesem Rahmen gibt Djadi auch „Ich bin wie Du“ in einem sehr ungewöhnlichen arabischen Arrangement zum Besten.</p>
<p>Viele Schlager erkennt man zwar anhand der Refrains wieder, doch Markus Voigt hat diverse Songs so umfangreich neu arrangiert, dass sie teilweise fremd wirken. Das beste Beispiel hierfür ist „Über den Wolken“, was in dieser Version sicherlich kein Hit geworden wäre. Auch „Glaub mir, ich liebe das Leben“ klingt eher ungewöhnlich. Ulrike versucht, sich hiermit Mut zuzusprechen, nachdem ihr am Telefon mitgeteilt wurde, dass sie die „Cosma“ nicht mehr leiten wird, sondern sich mit „Backen &amp; Stricken“ befassen darf.</p>
<p>Martha gibt sich ihrer Tochter, die der vermeintlich Wildfremden ihr Herz ausschüttet, zu erkennen. Sie versöhnen sich und gehen gemeinsam auf Weltreise.</p>
<p>Es folgt ein Zeitsprung: Inzwischen ist Ulrike Bewohnerin des Heims, in dem sie damals Martha untergebracht hat. Dies wird nun von Djadi und Gabi geführt und Rosi Rollator kümmert sich als Seniorenroboter um die Unterhaltung der Bewohner.</p>
<p>Zum Abschluss erinnern sich Ulrike und Conny an Oma Martha und singen gemeinsam mit deren jungen Ich „Einmal um die Welt“. Dieses Terzett klingt wunderschön und bildet einen würdigen Abschluss für diese Schlagerkomödie.</p>
<p>„Zweimal um die Welt“ besticht durch viel Wortwitz und sehr sympathische Charaktere. Auch das Umtexten und Anpassen einiger Songs ist sehr gelungen.</p>
<p>Insbesondere Diana Böge ist gesanglich und schauspielerisch herausragend. Sie hat eine einmalige Stimmfarbe, die perfekt zu ihren Songs passt. Die überspannte Ulrike sowie Tascha, die zielstrebige Russin, werden von Alexandra Doerk mit viel komödiantischem Talent gespielt. Auch sie kommt mit den Schlagern sehr gut zurecht. Es macht Spaß ihr beim Kreieren der Rollen zuzuschauen. Böge und Doerk harmonieren auch als Mutter und Tochter in Duetten und Streitgesprächen gleichermaßen.</p>
<p>Die Besetzung dieser Show kann man als Glücksgriff bezeichnen. Dabei fällt auf, dass keine Studierenden der Stage School dabei sind, dafür aber Vollprofis wie Böge und Doerk und viele Absolventen der Stage School. Auch Milad Soltany und Kira Hehlemann spielen beide ebenfalls sehr sympathisch. Fynn Duer-Koch hat als Heimleiterin eine sehr dankbare Rolle, die er mit viel Talent ausfüllt. Auch Tim Taucher setzt als Steward sehr amüsante Highlights.</p>
<p>Diese Uraufführung beweist einmal mehr, dass es in Deutschland zahlreiche Autoren gibt, die unterhaltsame, kurzweile Musicals schreiben können. Davon möchte man mehr sehen, und das First Stage Theater ist der perfekte Ort, um diese Shows zu zeigen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>gekürzt erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> First Stage Theater, Hamburg</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Premiere:</strong> 20. Januar 2020</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Diana Böge, Alexandra Doerk, Milad Soltany, Kiry Hehlemann, Fynn Duer-Koch, Tim Taucher</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Arrangements:</span></strong> Hubertus Borck / Markus Voigt</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> First Stage / Mundkowski<br />
</span></div>
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		<title>Ein sehr ungruseliges Stephen King Musical</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-sehr-ungruseliges-stephen-king-musical/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2019 13:34:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Nikolina]]></category>
		<category><![CDATA[Carrie]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Löwy]]></category>
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		<category><![CDATA[Larissa Pyne]]></category>
		<category><![CDATA[Lorena Dehmelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stephen King ist bekannt für lupenreinen Horror. Natürlich funktioniert dieser naturgemäß in den Köpfen der Leser am Besten. Kein Film und kein Theaterstück kann an die Idealvorstellungen heranreichen, die sich jeder Leser in seinem Kopf zurechtgelegt hat. Am Broadway ist „Carrie“ fulminant gefloppt. Nach nur 16 Previews und 5 regulären Vorstellungen war 1988 die Reise ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Stephen King ist bekannt für lupenreinen Horror. Natürlich funktioniert dieser naturgemäß in den Köpfen der Leser am Besten. Kein Film und kein Theaterstück kann an die Idealvorstellungen heranreichen, die sich jeder Leser in seinem Kopf zurechtgelegt hat.</p>
<p>Am Broadway ist „Carrie“ fulminant gefloppt. Nach nur 16 Previews und 5 regulären Vorstellungen war 1988 die Reise von Carrie White und deren fanatischer Mutter zu Ende.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2624 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083-400x242.jpg" alt="" width="400" height="242" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083-400x242.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083-768x464.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das First Stage Theater hat in der Vergangenheit mehr auf Mainstream-Produktionen gesetzt und so verwundert es wenig, dass Intendant Thomas Gehle das Premierenpublikum direkt um Mithilfe beim Kauf weiterer Tickets bittet. Denn auch in Hamburg scheint dieser Stoff trotz großflächiger Werbung das Musicalpublikum nicht wirklich zu interessieren.</p>
<p>Dabei hat das Kreativteam keine Mühen gescheut, die Bühne des First Stage Theaters aufwendig umgebaut und eine wunderbar dunkle Kulisse für die traurige Geschichte von Carrie geschaffen.</p>
<p>Eigentlich ist Carrie ein ganz normaler Teenager in einer kleinen US-Stadt. Sie wächst allein bei ihrer Mutter auf, deren zugegebenermaßen extreme Religiosität das Kind in seiner Entwicklung einschränkt. Folglich ist sie gekleidet wie das sprichwörtliche Mauerblümchen, hat keine Hobbies außer Lesen und Nähen und nimmt auch am gesellschaftlichen Leben ihrer Klassenkameraden nicht Teil. Es wirkt alles wie das typische Klischee, aber nicht außergewöhnlich.</p>
<p>Das Unheil nimmt seinen Lauf als Carrie zum ersten Mal ihre Tage bekommt, ein Ereignis, von dem sie bisher nichts wusste. Die Mitschülerinnen ziehen sie aufs Übelste mit ihrer Unwissenheit und Angst auf. Mutter Margaret ist auch keine Hilfe, im Gegenteil: Ab sofort hält diese ihre Tochter für unsauber und verflucht, und sperrt sie direkt ein.  Gleichzeitig entdeckt Carrie, dass sie über telekinetische Kräfte verfügt und baut diese immer weiter aus.</p>
<p>Einige Mitschüler, insbesondere Sue, haben ein schlechtes Gewissen. Sue überzeugt ihren Freund Tommy, Carrie zum Abschlussball einzuladen. Damit will Sue sich einerseits entschuldigen, aber andererseits auch ihr Gewissen reinwaschen, denn auch sie hat sich am Mobbing von Carrie beteiligt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2628 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c-768x432.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c.jpg 820w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Hin- und hergerissen zwischen Zweifel und Vorfreude schneidert sich Carrie ein Ballkleid und versucht verzweifelt mit ihrer Mutter über das anstehende Großereignis zu sprechen. Diese projiziert jedoch die eigenen Erlebnisse auf Carrie und verteufelt alles, was mit Männern und Tanzveranstaltungen zu tun hat. Carrie fängt an sich gegen die Mutter aufzulehnen und will um jeden Preis auf den Ball. Margrets Befürchtungen treten nicht ein und Tommy holt Carrie tatsächlich zum Ball ab.</p>
<p>Während ihre Tochter auf dem Ball tanzt, ersinnt die Mutter den einzig möglichen, fatalen Ausweg, um Carrie von ihrer Besessenheit zu lösen…</p>
<p>Nichtsahnend genießt Carrie den Ball und die neue, positive Aufmerksamkeit. Tommy und sie werden sogar zum Ballkönigspaar gewählt. Dies geschieht jedoch leider aufgrund einer Intrige von Chris, die es nicht akzeptieren will, dass sie für das Mobbing an Carrie bestraft wird. Gerade als das Königspaar „gekrönt“ wird, schütten Chris und ihre Freunde einen Eimer Blut aus.</p>
<p>Tommy wird von dem herabfallenden Eimer erschlagen und Carrie wird unglaublich wütend. Sie hat ihre Kräfte noch nicht wirklich im Griff und so endet der Ball in einem riesigen Rachemassaker, in dem Carrie alle Mitschüler (bis auf Sue) tötet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2627 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/carrie-musical-hamburg-stephen-king-sommer-2019-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/carrie-musical-hamburg-stephen-king-sommer-2019-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/carrie-musical-hamburg-stephen-king-sommer-2019.jpg 610w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sie flüchtet nach Hause und trifft dort auf die vermeintlich überbesorgte Margret, die aber die erste Gelegenheit nutzt, um ihrer Tochter ein Messer in den Rücken zu rammen. Mit letzter Kraft richtet Carrie die Waffe auf ihre Mutter und bringt auch sie um.</p>
<p>Die Handlung insgesamt ist weder besonders mystisch noch brutal. Ja, Carrie ist blutverschmiert am Tag ihrer ersten Regel und ja, sie sieht arg verschmiert aus, nachdem der Eimer Blut über ihr ausgeleert wurde. Aber das war es dann auch schon an Horror. Ansonsten ist diese „Carrie“ eher eine oberflächliche Charakterstudie über Teenager, die sehr viel bösartiger sein können, als manch einer denkt, sowie eine überfürsorgliche Mutter, die ihre eigene Jugend nicht verarbeitet hat und sich in eine radikale Glaubensansicht flüchtet.</p>
<p>Geht man ohne Erwartungen in dieses Stück kann man durchaus gut unterhalten werden. Das Bühnenbild ist stimmig und für solch ein kleines Theater beeindruckend. Felix Wienbürger hat hieran gemeinsam mit Regisseur Felix Löwy gearbeitet. Auch für das sehr gute Lichtdesign zeichnet Wienbürger verantwortlich. Die Kostüme von Associate Director Lauren Slater-Klein sind passend für Zeit und Ort, in der die Handlung angesiedelt ist.</p>
<p>Phillip Kempster hat mit dem Ensemble die Choreographien erarbeitet. Hier ging es aber augenscheinlich mehr darum, möglichst viele Absolventen der Stage School in Bewegung zu zeigen, als die Klasse einzelner hervorzuheben. Infolgedessen sind die Tanzszenen nicht allzu anspruchsvoll und wirken manchmal wie nicht notwendiges Füllwerk. Bestes Beispiel ist hierfür die Auftaktszene des zweiten Akts, in der die Schüler zweideutig fordern „Wir wollen, dass es knallt!“. Inhaltlich bringt dieser Song das Stück leider nicht voran.</p>
<p>Dies ist aber dem größten Schwachpunkt geschuldet, denn das Buch von Laurence D. Cohen kratzt nur an der Oberfläche der durchaus spannenden Charaktere. Das im Programmheft angekündigte „unter die Haut gehende Drama“ sucht man leider vergebens.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2625 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195-400x241.jpg" alt="" width="400" height="241" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195-400x241.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195-768x463.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Mit Maya Hakvoort wurde eigens eine herausragende Musical-Darstellerin engagiert, die als Mutter Margret ihre Erfahrung ausspielt. Hakvoort stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass es keine grelle Schminke und bauschige Kostüme braucht, um einem Charakter Präsenz und nachdrückliche Intensität zu verleihen. Es ist fast schon bemitleidenswert wie sehr sie ihre Tochter zu beschützen versucht. Der fanatische Glaube an Gott und der unbedingte Wille Carrie von deren Besessenheit zu befreien, ist greifbar. „Eine Hexe darfst Du nicht am Leben lassen“ ist ein Satz, der in seiner Klarheit und Fatalität für Gänsehaut sorgt.</p>
<p>Neben diesem Vollprofi zu bestehen, ist keine leichte Aufgabe. Doch Lorena Dehmelt muss sich nicht verstecken. Sie ist sowohl als Mobbingopfer als auch als unterwürfige Tochter glaubwürdig. Ihre Wissbegierde bezüglich der Telekinese und das Erstarken ihrer Kräfte nimmt man ihr ab. Wenn sie sich final auf dem Ball an allen Mitschülern rächt, nur um dann von der eigenen Mutter verraten und erstochen zu werden, ist dies sehr ergreifend.</p>
<p>Larissa Pyne als Sue, Tim Taucher als Tommy und Alexandra Nikolina als Rädelsführerin Chris spielen ihre Rollen gut, teilweise so gut, dass man meint, sie würden auch im wahren Leben so sein wie sie sich auf der Bühne geben.</p>
<p>Die weiteren 19 Nachwuchsdarsteller fügen sich gut in das weitgehend harmlose Gesamtkonzept ein. Felix Löwy hat sich in seiner Regie auf drei Hauptcharaktere konzentriert. Dass aber außer Margret, Carrie und Sue noch weitere vielschichtige Spielebenen vorhanden sind, wurde von ihm nicht ausgearbeitet.</p>
<p>Man kann durchaus verstehen, dass „Carrie“ kein Mainstream-Stück ist. Der Stoff zieht das interessierte, eher nach leichter Unterhaltung suchende, Musicalpublikum nicht an. Für das kommende Jahr wünscht man sich auch für das First Stage wieder ein Stück mit mehr Begeisterungspotential. „Carrie“ war einen Versuch wert, aber bei weitem nicht die sichere Bank, die ein „Fame“ im letzten Jahr war.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> First Stage Theater, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 17. Juni 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Maya Hakvoort, Lorena Dehmelt, Larissa Pyne, Tim Taucher, Alexandra Nikolina </span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Felix Löwy / Michael Gore</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> First Stage Theater / Dennis Mundkowski<br />
</span></div>
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