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	<title>Theater Vorpommern-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Theater Vorpommern-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Die großartige Regiearbeit sorgt für viele amüsante Momente</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2020 16:13:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2020]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Monty Python’s „Spamalot“ trieft vor Sarkasmus, Klischees und nicht einmal ansatzweise subtilen Anspielungen auf menschliche Geschlechtsmerkmale. Es ist eine Gratwanderung, diese schwärzeste aller britischen Komödien so auf die Bühne zu bringen, dass das Publikum darüber lacht und sich nicht vor Fremdscham wegdreht. Wichtig ist es hierfür, dass Regisseur und Darsteller hochprofessionell arbeiten, sich dabei aber ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Monty Python’s „Spamalot“ trieft vor Sarkasmus, Klischees und nicht einmal ansatzweise subtilen Anspielungen auf menschliche Geschlechtsmerkmale. Es ist eine Gratwanderung, diese schwärzeste aller britischen Komödien so auf die Bühne zu bringen, dass das Publikum darüber lacht und sich nicht vor Fremdscham wegdreht.<br />
Wichtig ist es hierfür, dass Regisseur und Darsteller hochprofessionell arbeiten, sich dabei aber selbst nicht allzu ernst nehmen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2882 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/1JR1A9772cut-400x173.jpg" alt="" width="400" height="173" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/1JR1A9772cut-400x173.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/1JR1A9772cut-768x333.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/1JR1A9772cut.jpg 980w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dem Theater Vorpommern gelingt mit seiner aktuellen Inszenierung ein absoluter Glücksgriff. Peter Rein beweist ein untrügliches Gespür für Pointen und Charaktere. Er lässt seine Darsteller auf den Punkt agieren und legt ein großes Gewicht auf das Spiel und das treffsichere Abfeuern der unzähligen Kalauer. Sicherlich darf auch Oliver Lisewskis Einfluss als Schauspieldramaturg hier nicht unberücksichtigt bleiben.</p>
<p>Schon die deutschen Original-Adaptionen von Daniel Große Boymann funktionieren sehr gut. Die zahlreichen ergänzten Anspielungen auf das lokale Geschehen in Vorpommern holen das Publikum perfekt ab. Auch mit Kritik hält das Ensemble nicht hinter dem Berg: Als es darum geht, dass König Artus in Deutschland ein erfolgreiches Musical in einem Stadttheater aufführen soll, lernen die Zuschauer von Sir Robin: „Deutschland ist ein Land mit Künstlergagen in Stadttheatern, für die der örtliche Bürgermeister nicht einmal das Bett verlassen würde.“</p>
<p>Sir Robins sehr ausgedehnte Exkursion ins Musical hat einen hohen Wiedererkennungswert: „Cabaret“, „Rocky Horror Show“, „Jesus Christ Superstar“, „Tanz der Vampire“, „Anatevka“, „Hair“, „Chorus Line“ – aus allen diesen Shows lässt Tobias Bode alias Sir Robin einen Song anklingen. Und dass, nachdem er eine (sicherlich nicht ernst gemeinte) vernichtende Kritik zur schauspielerischen Leistung von Tobias Bode als Hamlet ertragen musste. Zur Erklärung: Bode steht in dieser Spielzeit auch als „Hamlet“ auf den Bühnen des Theaters Vorpommern.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2880 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/3JR1A0170cut-400x173.jpg" alt="" width="400" height="173" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/3JR1A0170cut-400x173.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/3JR1A0170cut-768x333.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/3JR1A0170cut.jpg 980w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Dieser Lokalkolorit lässt das Publikum zwischendurch juchzen und sorgt für eine sehr heitere Grundstimmung. Nur zu gern begleiten sie die Reise von König Artus (zum Glück nicht Boris Johnson, wie zum Beginn des Stücks vom Historiker suggeriert), Patsy und den Rittern der Tafelrunde. Schon der erste Auftritt von König und seinem Kokosnuss-Klappernden Knappen Patsy sorgt für Begeisterung. Dies ändert sich auch nicht als Sir Galahad, Sir Robin, Sir Bedevere und Sir Lancelot vorgestellt werden. Jeder Ritter ist einmalig schräg und obwohl die Darsteller zumeist noch weitere Ensemble-Rollen übernehmen müssen, gelingt es ihnen, die Ritter prägnant und mit großer Hingabe zu spielen.</p>
<p>Manfred Ohnoutka, seit fünf Jahren in Vorpommern auch als Regisseur ein fester Bestandteil des Theaters Vorpommern, ist als Artus zu erleben. Er ist stattlich, herrlich trottelig und spielt süffisant herablassend. Wen stört es da, dass er nicht der beste Sänger ist?</p>
<p>Florian Soyka springt in der Stralsunder Premiere nach nur einem Tag Proben für den erkrankten Mario Gremlich als Sir Galahad ein. Der erfahrene Musicalprofi stand schon in vielen Stücken auf der Bühne – so auch im Sommer 2018 bei „Spamalot“ in Tecklenburg. Diese eher unfreiwillige Besetzung ist eine sehr gute Wahl, denn Soyka spielt nicht nur glaubwürdig – u. a. als vehement argumentierender Systemkritiker und Klassenkämpfer ­, sondern überzeugt auch noch mit seiner großen stimmlichen Bandbreite.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2879 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/4JR1A0121cut-400x173.jpg" alt="" width="400" height="173" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/4JR1A0121cut-400x173.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/4JR1A0121cut-768x333.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/4JR1A0121cut.jpg 980w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Gesanglich auf ebenfalls sehr hohem Niveau bewegt sich Feline Zimmermann als Fee aus dem See, auch mal abwertend als Tümpeltussi oder Schlammschlampe bezeichnet. Bei „Wann geht’s hier wieder mal um mich?“ singt sie sich nicht nur in die höchsten Höhen, sondern spielt die zickige, genervte Diva in absoluter Vollendung. Ihre Kleider sind sehr gelungen und der Verwandlungscoup hin zum Brautkleid ist spitze (Bühne und Kostüme: Xenia Hufschmidt).</p>
<p>Bereits erwähnter Tobias Bode zeigt als Sir Robin seine Vielseitigkeit: Der Ritter der schönen Künste ist ein großer Feigling („Der tapfere Sir Robin“) und blüht erst bei „Denn kommt es nicht vom Broadway…“ so richtig auf. Nach dieser Szene fordert das Publikum lautstark Zugaben von ihm ein.</p>
<p>Benjamin Krüger überzeugt gleich in mehreren Rollen: Er spielt den im Lauf des Stück als schwul geouteten Sir Lancelot mit genauso viel Energie wie den Franzosen, der die Engländer treffsicher verhöhnt. Im Zusammenspiel mit Hubertus Brandt als Prinz(essin) Herbert sorgt er für viele Lacher. Ganz nebenbei ist er der mit Abstand beste Tänzer und tanzt alle Choreographien (Lea Hladka) auf den Punkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2878 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/5JR1A0329cut-400x173.jpg" alt="" width="400" height="173" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/5JR1A0329cut-400x173.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/5JR1A0329cut-768x333.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/03/5JR1A0329cut.jpg 980w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Artus eifriger, aber nicht wertgeschätzter Diener Patsy ist Felix Meusel zu erleben. Er spielt herrlich unterwürfig, macht sich aber auch nachdrücklich bemerkbar. Mit „Nimm das Leben beschwingt, hab einfach Spaß!“ (“Always Look on the Bright Side of Life”) und seiner Strophe bei “Ich bin allein” liefert er zwei Showstopper voll ab!</p>
<p>„Spamalot“ in Stralsund ist sehr unterhaltsam. Möchte man das Haar in der Suppe suchen, wäre es die Musik, die auffällig langsam arrangiert wurde und an vielen Stellen sehr schief intoniert wird. Die Inkonsistenz von Sebastian Undisz und seiner kleinen Band ist auch im Ensemble zu finden (im Programmheft als „Statisterie“ bezeichnet), das leider weder gesanglich noch tänzerisch überzeugen kann.</p>
<p>Was bleibt, ist Reins herausragende Regiearbeit und die vielen keinen Ideen (die „Weltreise“ von Artus und seinem Gefolge ist absolut einmalig, und auch der sehr, sehr, sehr … teure Wald mit projizierten Währungssymbolen sowie das Staging von „Ich bin allein“ sind super), welche die Hauptdarsteller allesamt sehr gekonnt über die Rampe bringen.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>gekürzt erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Vorpommern, Stralsund</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Premiere:</strong> 11. Januar 2020</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Manfred Ohnoutka, Tobias Bode, Benjamin Krüger, Felix Meusel, Mario Gremlich, Friederike Serr, Feline Zimmermann, Hubertus Brandt</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Peter Rein / John du Prez</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Vorpommern<br />
</span></div>
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		<title>Andrew Lloyd Webbers Klassiker in einer kurzen, knackigen Fassung</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/andrew-lloyd-webbers-klassiker-in-einer-kurzen-knackigen-fassung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 14:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Ahoi Hafenfestival]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ahoi Hafenfestival in Stralsund und Greifswald lockt seit fünf Jahren Einheimische und Touristen auf die Hansawiese bzw. in den Museumshafen. In diesem Jahr steht mit „Jesus Christ Superstar“ ein weltweit erfolgreiches Rockmusical auf dem Programm. Die abendliche Startzeit um 21.30 Uhr ist auf die Lichtverhältnisse abgestimmt: Die Show beginnt während der Dämmerung und endet ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ahoi Hafenfestival in Stralsund und Greifswald lockt seit fünf Jahren Einheimische und Touristen auf die Hansawiese bzw. in den Museumshafen. In diesem Jahr steht mit „Jesus Christ Superstar“ ein weltweit erfolgreiches Rockmusical auf dem Programm.</p>
<p>Die abendliche Startzeit um 21.30 Uhr ist auf die Lichtverhältnisse abgestimmt: Die Show beginnt während der Dämmerung und endet in dunkler Nacht, so dass auch die Lichtdesigner – die bei Sommer Open Air Produktionen sonst häufig das Nachsehen haben – ihren Teil zum optischen Gesamtkunstwerk beitragen können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2637 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-10-Vincent-Leifer-e1570543754819-400x208.jpg" alt="" width="400" height="208" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-10-Vincent-Leifer-e1570543754819-400x208.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-10-Vincent-Leifer-e1570543754819-768x399.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-10-Vincent-Leifer-e1570543754819.jpg 810w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Bühne besteht aus Gerüsten und Treppenelementen (Christopher Melching – ebenfalls Kostüme); für Abwechslung sorgen die fünf LED-Leinwände unterschiedlicher Größe. Für die Illustrationen und das Video-Design zeichnet Gintare Minelgaite verantwortlich. Häufig lenken diese Videos aber vom Geschehen eher ab, als dass sie die Handlung sinnvoll ergänzen. So werden bei den Auseinandersetzungen von Judas und Maria sowie Jesus und Judas im Hintergrund Szenen eines Boxkampf-Cartoons und während der Ouvertüre eine Zeichentrick-Mondlandung sowie ein Sternenkrieg gezeigt. Auch die aufblühenden Lilien bei „Hosanna“ passen nicht wirklich zum Geschehen.</p>
<p>Einzig bei „Gethsemane“ kann man die im Hintergrund eingeblendeten Bilder der Erde aus dem Weltall mit der Handlung zusammenbringen: Jesus weiß, dass er sterben wird und alle – auch er – sehen tatenlos zu. Anders ergeht es dem blauen Planeten aktuell auch nicht.</p>
<p>Musikalisch ist dieses Rockmusical leider eine klassisch gespielte Rockoper. Das Philharmonische Orchester Vorpommern unter der Leitung von David Behnke und der Opernchor des Theaters Vorpommern (Einstudierung: Mauro Fabbri) intonieren Andrew Lloyd Webbers druckvolle Kompositionen zwar tonal einwandfrei, doch das Ganze wirkt zu opernhaft, zu aufgesetzt. Es fehlt das umfassende Dirigat, das aus dem fehlerfreien Spiel und Gesang der Noten das Rockmusical macht, das der Musicalzuschauer kennt.</p>
<p>Diese Disharmonien hört man vom ersten Moment an und auch dem dreiköpfigen Tontechnikteam gelingt es nicht, die Unausgewogenheit zu regulieren. Auch scheinen die Bässe zu fehlen, was bei einem ausgewiesenen Rockmusical sehr ins Gewicht fällt.</p>
<p>So kämpfen die Protagonisten doch allzu oft gegen zu laute Einzelinstrumente an oder versuchen vergeblich, sich stimmlich gegen das Orchester zu behaupten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2636 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-7-Vincent-Leifer-e1570543955492-400x272.jpg" alt="" width="400" height="272" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-7-Vincent-Leifer-e1570543955492-400x272.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-7-Vincent-Leifer-e1570543955492.jpg 622w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Gäste hat das Theater Vorpommern Chris Murray und Sasha Di Capri engagiert, die als erfahrene Darsteller von Jesus und Judas ihr ganzes Können ausspielen. Chris Murray hat zudem gemeinsam mit Dirk Löschner die Regie dieser Inszenierung übernommen.</p>
<p>Die beiden Hauptfiguren haben viele Freiheiten und wirken in ihrem Handeln authentisch.</p>
<p>Auch Andrey Valiguras (Kaiaphas), Martin Mulders (Annas), Thomas Rettensteiner (Pilates) und Mario Gremlich (Herodes) spielen und singen gefällig. Einzig Maria (Feline Zimmermann) wirkt sehr hölzern und erinnert nicht zuletzt auch wegen ihrer knallroten Perücke eher an eine manipulative Jessica Rabbit als an die gefühlvolle, Jesus umsorgende Frau.</p>
<p>Di Capri ist rockig, wird aber massiv von der schlechten Tontechnik ausgebremst. Größtenteils klingt er sehr „mumpfig“, was sich negativ auf die Intensität seiner Auseinandersetzungen mit Jesus oder Szenen wie Judas Selbstmord und „Superstar“ auswirkt.</p>
<p>Chris Murray legt Jesus ungewöhnlich wissend und bitter, gleichzeitig ahnungsvoll und betroffen an. Gesanglich meistert er die Partie bravourös und sorgt mehrfach für Gänsehaut, auch wenn seine lyrische Intonation zuweilen etwas irritiert. Mit ungewöhnlichen Phrasierungen macht er „Gethsemane“ zu dem erwarteten Showstopper des Abends.</p>
<p>Da diese Produktion komplett auf Deutsch und die Musik ungewöhnlich zurückhaltend ist, kann man den Texten von Anja Hauptmann gut folgen. Dadurch wirken die Charaktere nahbarer als sonst, was ein positiver Nebeneffekt der ansonsten sehr bedauernswerten orchestralen Gesamtleistung ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2635 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-3-Vincent-Leifer-e1570543799940-400x245.jpg" alt="" width="400" height="245" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-3-Vincent-Leifer-e1570543799940-400x245.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/Jesus-Christ-Superstar-3-Vincent-Leifer-e1570543799940.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Etwas schräg sind die Leuchtstäbe der Römer, die Jesus festsetzen und das rote Halsband, welches Jesus offenbar unsägliche Schmerzen zufügt. Diese Anleihen an die SciFi-Welt sowie die MGs, mit denen die Apostel herumfuchteln, sind eher befremdlich. Einen roten Faden sucht man in dieser Inszenierung vergeblich. Sie ist nicht durchgehend modern, aber auch eine andere einheitliche Spielebene sucht man vergebens.</p>
<p>Einzelne Szenen jedoch, wie beispielweise Judas‘ Selbstmord, sind sehr gut durchdacht und funktionieren auch mittels der ausgefeilten Choreographien von Sven Niemeyer nachhaltig.</p>
<p>Anstatt der üblichen 135 Minuten ist diese Inszenierung nur gut 95 Minuten lang und wird ohne Pause durchgespielt. Auch diese deutliche Kürzung trägt sicherlich dazu bei, dass nicht alle Charakterzüge ausgearbeitet werden konnten. Das Publikum hat kaum die Chance, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen, geschweige denn das Gesehene zu verarbeiten. Und so bleibt der Szenenapplaus an vielen Stellen aus und es wird zügig weitergespielt.</p>
<p>Bei „Jesus Christ Superstar“ in Stralsund wird viel von dem Potential verschenkt, über das diese Show verfügt. Das ist sehr bedauerlich, denn Protagonisten, Ensemble und Bühnenbildner zeigen, dass sie mehr können und auch eindeutig mehr verdient haben.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Hansawiese, Stralsund</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 13. Juli 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Chris Murray, Sasha Di Capri, Feline Zimmermann, Andrey Valiguras, Martin Mulders, Thomas Rettensteiner, Mario Gremlich </span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Chris Murray / Andrew Lloyd Webber</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Vorpommern / Vincent Leifer<br />
</span></div>
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