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	<title>Stefan Huber-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Stefan Huber-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 19:44:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt. 2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/historisches-geschehen-optisch-beeindruckend-aber-wenig-nachhaltig-inszeniert/">Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2600 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg" alt="" width="289" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg 289w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda.jpg 578w" sizes="(max-width: 289px) 100vw, 289px" />2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei sehr erfolgreiche Wiederaufnahmen sowie zwei mäßig lukrative Ausflüge nach Bremen und Erfurt.</p>
<p>Im Sommer 2019 wurde anlässlich des 1275. Stadtjubiläums eine allein schon nach Zahlen beeindruckende Neu-Inszenierung zur Aufführung gebracht: eine 56m breite Bühne vor dem Fuldaer Dom, 27 Darsteller inklusive Reinhard Brussmann in der Titelrolle, 130 Chormitglieder und ein mehr als 50-köpfiges Orchester unter der Leitung von Inga Hilsberg.</p>
<p>Die große angestellte Rundbühne ermöglicht auf allen 4.300 Plätzen eine gute Sicht auf das Geschehen. Warum jedoch auf den beiden riesigen Leinwänden lediglich Formen und Muster eingeblendet werden und die Gelegenheit verschenkt wird, das Geschehen auf der Bühne mit der Kamera zu begleiten und so intensiver für das Publikum zu machen, ist unverständlich.</p>
<p>Stefan Huber hat das Stück dramaturgisch komplett neu angelegt, während Martin auch viele Arrangements überarbeitet hat.</p>
<p>Leider fehlt es der neuen Fassung am Mystischen – sowohl in der Handlung als auch musikalisch. Vieles wird plakativer dargestellt und gefälliger intoniert, aber genau dadurch geht dem Stück sehr viel Charakter verloren.</p>
<p>Der „Codex Ragyndrudis“, in dem die wahre Geschichte des Bonifatius niedergeschrieben ist, wird aus dem Dom gestohlen. Die Protagonisten dieses Auftakthandlung erkennt man in der Folge auch allesamt in den historischen Szenen wieder.</p>
<p>Zeitsprung: Bruder Willibald soll die Chronik des berühmten Priesters schreiben und sucht seine Inspiration in ebendiesem Codex. Es wird geschildert, wie Bonifatius aus England über Frankreich nach Germanien kommt, um die weitgehend heidnische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren. Das Publikum erlebt die Feindschaft zwischen Radbod und Bonifatius, das sagenumwobene Fällen der Donareiche, den Neid des Mainzer Bischofs auf Bonifatius‘ Erfolg, den päpstlichen Segen für die Arbeit des Missionars und schlussendlich den durch eine Intrige herbeigeführten Tod.</p>
<p>Reinhard Brussmann hat die Titelrolle schon vor 15 Jahren verkörpert. Seine imposante Erscheinung und sein berührendes Spiel machen ihn zu einer idealen Besetzung für diese ehrwürdige historische Figur. Leider kann er in der besuchten Vorstellung gesanglich die Erwartungen nicht erfüllen, trifft hohe Partien nicht und kann lange Töne nicht halten. Dadurch verlieren Songs wie „Gib mir Kraft“ und „Ein Leben lang“ immens an Wirkung.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2599 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Friedrich Rau, seit Jahren fester Bestandteil der Fuldaer Inszenierungen der spotlight musicals GmbH, gibt Bonifatius‘ neugierigen Schüler Sturmius. Er spielt sehr sympathisch, kann Sturmius‘ Interesse am Christentum genauso glaubhaft über die Rampe bringen wie die Verliebtheit in Alrun und die daraus resultierenden Zweifel an seinem eigentlich geplanten Lebensweg. „Wenn das wirklich Liebe ist“ mit Alrun gehört zu den schönsten Songs des Abends. Auch das Requiem Abendrot nach Bonifatius’s Tod ist sehr gefühlvoll.</p>
<p>Besagte Alrun, die mit ihrem Bruder Luidger in Fulda lebt als Bonifatius mit seinem Gefolge dort eintrifft, wird von Judith Jandl gespielt. Da Sabrina Weckerlin ihr Engagement krankheitsbedingt nicht erfüllen konnte, stehen große Schuhe für Jandl bereit. Doch sie braucht sich nicht zu verstecken. Sie spielt burschikos und feminin und erreicht mit ihrer kraftvollen Rockröhre auch die letzte Reihe in vollem Umfang. „Wann trägt der Wind mich fort“ ist der Showstopper, den die „Bonifatius“-erfahrenen Zuschauer erwarten. Absolut beeindruckend!</p>
<p>Radbod und Gewilip, die beiden erklärten Widersacher Bonifatius‘, bleiben in der Neu-Inszenierung eher blass. Dabei sind Andreas Lichtenberger (Radbod) und Frank Winkels (Bischof Gewilip) nun beileibe nicht dafür bekannt, dass sie sich unter Wert verkaufen. Doch Radbod erscheint eigentlich nur in zwei Szenen und Gewilips nicht wirklich christlicher Lebenswandel ist im Vergleich zur Uraufführung sehr brav und angepasst.</p>
<p>Beide versuchen, das Beste aus den zusammengestrichenen Rollen zu machen, aber es bleibt bedauerlich, dass diese beiden durchaus spannenden Charaktere so wenig Gewicht erhalten haben.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2601 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nicht unerwähnt lassen sollte man Karsten Kenzel als Luidger und Anke Fiedler als Lioba. Beide haben starke Momente und bleiben in Erinnerung: Kenzel für Luidgers überzeugend dargebotene Treue zu Bonifatius und die Liebe zu dessen Schwester, Fiedler für ihre poppige Einlage, die doch sehr an „Sister Act“ erinnert. Der Song passt zwar nicht so recht zum Rest der Show, ist aber in sich stimmig und sorgt für gute Laune.</p>
<p>Okarina Peter hat über weite Strecken stilistisch treffsichere Kostüme erschaffen, warum sie jedoch die Bischofsroben von Gewilip <u>und</u> Bonifatius aus schillerndem Rotglitzerstoff geschneidert hat, ist fragwürdig.</p>
<p>Sehr gelungen dagegen ist die Einbindung der Domfassade als Projektionsfläche. Hier hat die Technikfirma „Satis&amp;Fy“ mit Timo Dentler (Bühnenbild) großartige Arbeit geleistet. Eine solche „Großkulisse“ lenkt gemeinhin vom Geschehen auf der Bühne ab. Dies ist auch hier der Fall, doch die Projektionen entschädigen dafür, dass die Leinwände am Bühnenportal weitgehend nutzlos bleiben.</p>
<p>Ein szenisch beeindruckender Effekt ist jedoch das Fällen der Donareiche. Hier greifen Bühne und Licht perfekt ineinander.</p>
<p>Insgesamt scheint es so als wollte man mit purer Masse (große Bühne, viele Menschen auf der Bühne, große „Hintergrundkulisse) diesem Musical zu mehr Intensität verhelfen. Doch manchmal ist weniger mehr.</p>
<p>„Bonifatius“ ist kein Massenmusical. Der misslungene Versuch, das Publikum bei „Das Salz der Erde“ zum Mitklatschen zu bewegen, zeigt, dass der Funke nicht überspringt. Auch der Chor, der trotz zahlreich vorhandener Möglichkeiten nur sehr dosiert und hintergründig zum Einsatz kommt, verfehlt so seine Wirkung.</p>
<p>„Bonifatius“ in seiner ursprünglichen Fassung hat für Gänsehaut und Tränen in den Augen gesorgt. Man hat mit den Protagonisten mitgelitten. Durch die leider eher an der Oberfläche bleibende Personenregie, wird auch hier Potential verschenkt und das Publikum strömt nach der Vorstellung, ohne groß berührt worden zu sein, in Scharen davon.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Domplatz Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 24. August 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Reinhard Brussmann, Friedrich Rau, Judith Jandl, Anke Fiedler, Andreas Lichtenberger, Frank Winkels, Karsten Kenzel</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik: </span></strong>Stefan Huber / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> spotlight musicals GmbH<br />
</span></div>
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		<title>Selten ist Maury Yestons musikalischer Luxusliner so stilvoll untergegangen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/selten-ist-maury-yestons-musikalischer-luxusliner-so-stilvoll-untergegangen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 21:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Alen Hodzovic]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bad Hersfeld überzeugt Jahr um Jahr durch herausragende Musicalproduktionen. Hierbei bleiben mal die Kulissen, mal opulente Kostüme, mal die exzellente Besetzung und dann wieder das großartige Orchester im Gedächtnis haften. Bei der diesjährigen Produktion von „Titanic“ sind es Wertschätzung und Stil, die sich wie ein roter Faden durch Stefan Hubers Inszenierung ziehen und sie besonders ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bad Hersfeld überzeugt Jahr um Jahr durch herausragende Musicalproduktionen. Hierbei bleiben mal die Kulissen, mal opulente Kostüme, mal die exzellente Besetzung und dann wieder das großartige Orchester im Gedächtnis haften. Bei der diesjährigen Produktion von „Titanic“ sind es Wertschätzung und Stil, die sich wie ein roter Faden durch Stefan Hubers Inszenierung ziehen und sie besonders machen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2066 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Timo Dentler und Okarina Peter (Bühne) sowie Susanne Hubrich (Kostüme) haben sich hinsichtlich des Farbspektrums von Kulissen und Kostümen lediglich an Schwarz-, Grau- und Weißtönen orientiert. Einzig der Kapitän und die Offiziere tragen sehr dunkelblaue Uniformen. Diese durch die Kontraste zwischen hell und dunkel ganz und gar nicht triste Farbwelt ist bei weitem nicht so deprimierend wie es scheint.</p>
<p>Die sieben jeweils dreistöckigen Buchstaben, die mit ihrem Etagen und Metallgerüsten die Decks der Titanic vortrefflich symbolisieren, schüchtern durch ihre bloße Größe ein. Man könnte auch sagen, sie wirken erhaben, fast schon majestätisch. Die Einamkeit der Besatzung auf Brücke und im Krähennest wird hiermit nur allzu klar. Zwischen den beiden großen Steinsäulen in der Mitte der Stiftsruinenbühne ist eine Brücke an Ketten aufgehängt, mit der sich die spätere Schräglage des Ozeanriesen nachdrücklich unterstreichen lässt.</p>
<p>Diese Bühnenelemente werden im Laufe des Stücks unzählige Male hin und her bewegt, gedreht oder auf der Seitenbühne versteckt. Darüber hinaus gibt es nur noch wenige Kleinkulissen wie Tische und Stücke, die insbesondere dann eine tragende (bzw. schwimmende) Rolle erhalten, wenn sie beim Untergang der Titanic auf der steil ansteigenden Hinterbühne zusammen mit den ertrinkenden Passieren durcheinander purzeln und so das blanke Chaos hinterlassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2065 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />So stilvoll und unaufdringlich wie die Bühne sind auch die Kostüme. Natürlich trägt die 1. Klasse reich bestickte und glänzende Stoff in einem warmen, eleganten Elfenbeinton. Die 2. Klasse hat Hubrich in alltagstaugliche hellgraue Kleider und Anzüge gesteckt, deren Schnitte aber durchaus etwas Elegantes haben. Die 3. Klasse ist in ihren teilweise dreckigen, zerschlissenen Kleidern in dunkelgrau und schwarz eindeutig als mittellos zu identifizieren. Die wenigen Akzente sind punktgenau und gekonnt gesetzt. Toll, wenn schon in diesen Bereichen sichtbar wird, dass sich jemand grundlegende Gedanken über ein Stück gemacht hat.</p>
<p>Christoph Wohlleben und sein Orchester haben das große Vergnügen, Maury Yestons raumgreifende, gefühlvolle Kompositionen zu intonieren. Dies gelingt ihnen über weite Strecken ganz hervorragend. Schon die ersten Noten der Ouvertüre und das genüssliche Anschwellen des Klangvolumens sorgen für Gänsehaut. Jeder in der Stiftsruine spürt: Das hier ist kein oberflächliches, leicht verdauliches Musical. Schon allein die Musik ist so vielseitig und anspruchsvoll, dass jeder Zuschauer leicht nachvollziehen kann, warum „Titanic“ 1997 Tony Awards für die ‚Beste Originalmusik’, das ‚Beste Musicallibretto’ sowie die ‚Beste Orchestrierung’ bekam. Zudem wurde das Stück von Peter Stone (Buch) und Maury Yeston (Musik) noch als ‚Bestes Musical’ und für das ‚Beste Bühnenbild’ ausgezeichnet. Das alles ist mehr als 20 Jahre her und doch kann „Titanic“ auch 2017 – in dieser Bad Hersfelder Fassung &#8211; vollends überzeugen.</p>
<p>Wohlleben treibt seine Musiker deutlich hör- und sichtbar an. Ja, das Tempo von Yestons Kompositionen ist hoch und bei einigen Passagen „trödeln“ ein paar Musiker etwas. Zufrieden ist Wohlleben an diesem Tag nicht – das sieht man ihm auch noch beim Schlussapplaus an. Doch für den geneigten Musicalbesucher sind diese Tempoabweichungen marginal, ist er doch gefangen von den Schicksalen auf dem Schiff.</p>
<p>Wenn die „Titanic“ dann endlich in See sticht („Gute Fahrt“) und hierzu die Buchstaben zum ersten Mal in Gänze vor dem Publikum stehen, erleben die Zuschauer das perfekte Zusammenspiel von Bühne, Darstellern und Orchester. Auf der Bühne ist abstrakt zu erkennen, was für eine beeindruckende Konstruktion den Hafen von Southampton verlässt, die Darsteller erzählen ihre Motive, Wünsche und Träume für ihre Reise mit viel Gefühl und das Orchester lässt die sich schneller drehenden Schiffsschrauben fast spürbar werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2068 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />David Arnsperger gibt den Heizer Barrett vielleicht etwas zu glatt. Der sonst eher raubeinige Heizer ist in Bad Hersfeld sehr lyrisch. Arnsperger hat eine wunderschöne Stimme und singt seine Soli glasklar, daran gibt es keinen Zweifel. Doch an der ein oder anderen Stelle hätte etwas „Dreck in der Stimme“ der Figur Barrett sicherlich nicht geschadet.</p>
<p>Das Duett von Barrett und Funker Bride (Andreas Bongard) ist sehr gelungen und emotional – wenn auch auf komplett unterschiedlichen Ebenen. Die beiden Herren passen stimmlich sehr gut zusammen.</p>
<p>Ebenfalls wunderschön und ebenfalls wesentlich weniger exzentrisch als in anderen Inszenierungen ist das Trio der drei irischen Kates. „In Amerika“ ist jugendlich, frisch und voll weiblichem Charme. Gabriela Ryffel, Melanie Gebhard und Veronika Hörmann ergänzen sich sehr gut und verkörpern ihre Rollen sehr sympathisch und nahbar.</p>
<p>Die unaufgeregte Handschrift Hubers in der Personenregie zeigt sich auch in der Figur der Alice Beane. Kristin Hölck spielt die willensstarke, eigensinnige und geltungssüchtige Zweite-Klasse-Passagierin glaubwürdig und nicht so extrem. Dass ihr stimmlich so schnell niemand etwas vormacht, wird auch in Bad Hersfeld einmal mehr klar.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2064 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Michael Flöth hat den glücklosen Kapitän E. J. Smith bereits bei der Deutschlandpremiere 2002/2003 in Hamburg gespielt. Auch nach 15 Jahren ist er die unangefochtene Respektsperson der Inszenierung. Seine Offiziere &#8211; Jörg Neubauer als 1. Offizier Murdoch, Jürgen Strohschein als 2. Offizier Lightoller und Dominik Büttner als 3. Offizier Pitman – kommen ebenfalls sehr authentisch über die Rampe. Insbesondere Neubauer kann mit seinem Solo punkten, in dem er mit den Verpflichtungen eines Kapitäns hadert.</p>
<p>Nicht vergessen sollte man Alen Hodzovic, der als Schiffskonstrukteur Andrews zu jeder Zeit genau über das Können des Schiffs und die Auswirkungen der Schäden Bescheid weiß. Er gibt den Ingenieur souverän und clever. Als er kurz vor dem Untergang erkennt, dass ein kurzer Strich im Konstruktionsplan die Schotten um ein Deck erhöht und damit das Unglück somit hätte verhindern werden können, ist seine Verzweiflung spürbar. „Mr. Andrews’ Vision“ intoniert er sehr wandelbar, wobei er in der „Schuldfrage“-Szene mit dem Kapitän und Bruce Ismay noch glaubwürdiger wirkt.</p>
<p>Apropos Ismay, Frank Winkels spielt den unsympathischen Reederei-Direktor treffsicher überheblich und unsympathisch. Dass sich dieser windige, feige Kerl kurz vor dem Untergang von Bord geschlichen hat, nimmt man Winkels fast persönlich übel.</p>
<p>Der dramaturgisch gelungene Aufbau hin zum Finale des 1. Akts, dem Rammen des Eisbergs, bei dem am Ende das „A“ in der Mitte zerbricht und Treppen ins Nirgendwo führen, ist einmal mehr ein gelungener Kniff von Stefan Huber.</p>
<p>Wenn im 2. Akt die teilweise doch sehr leichtgläubigen Passagiere vom 1. Klasse Steward Henry Etches (von Mathias Schlung mit der idealen Mischung aus Untergebenheit und Selbstbewusstsein gespielt) aus ihren Kabinen geholt werden, ist die Drei-Klassen-Gesellschaft dank der Etagenkonstruktion visuell wieder exzellent dargestellt.</p>
<p>Das Ausbooten ist chaotisch und laut, doch dann wird es ganz ruhig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2067 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ida und Isidor Strauss (Christine Rothacker und Uwe Dreves) stehen auf der Brücke hoch über den Köpfen der Zuschauer und verbringen ihre letzten Momente gemeinsam und voller Liebe und Zuneigung füreinander. Auch in Bad Hersfeld rührt dieses süße alte Ehepaar zu Tränen.</p>
<p>Nachdem die Titanic im schwarzen Atlantik versunken ist und die Bühne zeitweilig komplett geräumt wurde, kommen nach und nach die Überlebenden an den Bühnenrand. Dass sie ihre Trauer vor den im Hintergrund liegenden Ertrunkenen zum Ausdruck bringen, erhöht die ohnehin schon große Anspannung beim Publikum.</p>
<p>„Titanic“ ist keine Gute-Laune-Show, auch wenn es Szenen wie „Ragtime“ (von Melissa King sehr stimmig und wenig exzentrisch choreographiert) gibt. Doch das Publikum lässt seiner Begeisterung für diesen so schnörkellos inszenierten Stoff freie Bahn und steht schon wenige Sekunden nachdem der letzte Ton verhallt ist auf, um den Künstler stehende Ovationen zu spenden.</p>
<p>Maury Yestons mitreißende Kompositionen verfehlen ihre Wirkung nicht. Stefan Huber hat zudem die Produktion so angelegt, dass Musik, Darsteller und Bühne nicht wie so oft in Konkurrenz zueinander treten, sondern ein überaus stillvolles, harmonisches Ganzes bilden, wie man es heutzutage doch eher selten sieht. Schlichtweg wunderbar!</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stiftsruine, Bad Hersfeld</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 6. August 2017</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong></span></span><span style="color: #000080;"> Michael Flöth, Frank Winkels, Alen Hodzovic, David Arnsperger, Gabriela Ryffel, Melanie Gebhard, Veronika Hörmann, Andreas Bongard, Mathias Schlung, Kristin Hölck, Christine Rothacker, Uwe Dreves</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Maury Yeston / Stefan Huber</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stephan Drewianka, musical-world.de<br />
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