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	<title>Shakespeare-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Romeo ist ein Lauch</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 21:27:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&#38;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&#38;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/romeo-ist-ein-lauch/">Romeo ist ein Lauch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das ist nicht despektierlich und auch nicht die Einleitung zu einer vernichtenden Kritik des neuen Hit-Musicals der Stage Entertainment &#8222;&amp;Julia&#8220;. Ganz im Gegenteil! &#8222;&amp;Julia&#8220; hält genau das, was man von einem Juke Box Musical mit Hits aus der Feder von Max Martin erwarten darf und liefert dazu noch eine blitzgescheite Story, die von Jana Mischke und Heiko Wohlgemuth wortgewandt und pointenreich ins Deutsche übertragen wurde.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3543 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg" alt="" width="400" height="273" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x273.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x525.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Domino_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1343w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Max Martin sagt den meisten wahrscheinlich erstmals nichts. Doch Backstreet Boys, *NSYNC, P!nk, Katy Perry, Britney Spears, Justin Timberlake, Bon Jovi, Ariana Grande, Celine Dion, Taylor Swift oder The Weekend sind allen ein Begriff. Das sind nur einige der Künstler, für die Martin TOP 10 Songs geschrieben hat. Allein seit 1999 sind 50 Songs, die er komponiert hat, weltweit in den TOP 10 gelandet. 27 mal erreichte eines seiner Werke bisher sogar die Topplatzierung! Musikalisch ist diese Show also ein Selbstläufer.</p>
<p>David West Read (Autor von „Schitt’s Creek“) fiel die Aufgabe zu, diese Hits in ein Bühnentaugliches Gewand zu kleiden. In enger Zusammenarbeit entstand so nach vielen Jahren &#8222;&amp;Juliet&#8220;, das 2019 in Manchester uraufgeführt und seither in weiteren fünf Ländern Erfolge feiert(e).</p>
<p>Die Idee von &#8222;&amp;Julia&#8220; ist clever: Anne Hathaway, William Shakespeare&#8217;s gelangweilte, einsame, aber ziemlich clevere Gattin folgt ihrem Mann nach London und schlägt ihm &#8211; unverhandelbar &#8211; vor, das Ende von seinem gerade erst uraufgeführten &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220; zu ändern. Ihr ist Julia zu sehr abhängig und wenig daran interessiert, ihre eigenen Träume zu leben. Ähnlichkeiten mit ihrem eigenen Leben sind mehr als nur zufällig, musste sie Shakespeare doch überstürzt heiraten, da sie schwanger war, und hatte danach keine andere Aufgabe als das Haus und die Kinder zu hüten, während ihr Mann sich in London in die Arbeit und das Vergnügen stürzte.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3536 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Tango_Shakespeare_Und_AnneCJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1749w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das kreative Autorenpaar ersinnt daraufhin gänzlich divergierende Fortschreibungen von Julia&#8217;s Leben, manchmal ergänzen sie sich in ihren Ideen, meistens jedoch setzt sich Anne mit ihren fortschrittlichen Impulsen durch. Außer als William plötzlich beschließt, dass Romeo doch nicht vom Gift getötet wurde, wieder in Julias neuem Leben auftaucht und alles durcheinanderbringt.</p>
<p>Inszenatorisch hat Read die parallelen Handlungsstränge sehr clever miteinander verflochten. Ideen vom Ehepaar Shakespeare werden in der Folgeszene direkt umgesetzt. Sehr treffend, dass Anne als Julias &#8222;Bestie&#8220; April in diesen Szenen auch meist mit auftaucht und die Handlung quasi direkt mitsteuert. Julias weitere Gefährten sind Angelique (ursprünglich als Julias Amme an ihrer Seite) und die non-binäre May.</p>
<p>Die Ladies &#8211; April, May und Juli(a) &#8211; brechen auf nach Paris, wo sie das Leben feiern wollen. Sie schleichen sich auf den Renaissance Ball, den Lance DuBois für seinen Sohn Francois ausgerichtet hat, um eine Braut für ihn zu finden (alternativ würde er ihn zur Armee schicken). Dass Franky &#8211; wie ihn Julia sehr schnell nennt &#8211; gar nicht weiß, ob er Frauen oder Männer liebt, bekommt Papa Lance gar nicht mit. Denn das zufällige Aufeinandertreffen von May und Franky offenbart sofort tiefe Zuneigung, wohingegen das Treffen von Julia und Franky eher in Richtung Zweckehe und Win-Win-Gemeinschaft mündet. Die vom Vater begrüßte und Julia aus Verpflichtung Franky gegenüber stattfindende Hochzeitsfeier endet natürlich im Chaos, zumal plötzlich auch Romeo in Paris auftaucht und nichts unversucht lässt, seine Julia zurückzuerobern. Die jedoch hat inzwischen gelernt, dass Romeo kein Kostverächter war und seine Liebhaber:innenschar sehr groß ist. Julia weiß nicht, was sie wirklich will, aber so weitermachen wie bisher, möchte sie auf keinen Fall!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3541 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x671.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x503.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1006.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Roar_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1803w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das Ende der Story ist leider etwas abrupt und fällt im Vergleich zur Entwicklung der Story davor deutlich ab. Hier hilft die Musik sehr, über diese Schwäche hinwegzublicken.</p>
<p>Viele Songs wurden neu arrangiert, die Texte aber kaum verändert. Aus &#8222;…Baby One More Time&#8220; einen Tango zu machen, ist schon gewagt, funktioniert aber großartig. Hier hat Willemijn Verkaik als Anne Hathaway einen ersten großen Moment. Sie ist die perfekte Besetzung, verfügt über das perfekte Timing, hat eine komische Ader und singt begnadet, was im zweiten Akt zu spontanen Stehenden Ovationen führt (&#8222;That&#8217;s the way it is&#8220; von Celine Dion).</p>
<p>Auch die wieder aufflammende Romanze von Lance und Angelique (die früher auch als Amme in seinem Haus tätig war) ist sehr gewitzt mit eingeflochten. Jacqueline Braun erinnert sicherlich nur zufällig in Optik und Spiel an Melissa McCarthy. An komödiantischem Talent und Stimmgewalt mangelt es ihr sicherlich keinesfalls. Wie die beiden umeinander herumschleichen, um dann doch die Nacht miteinander zu verbringen, ist köstlich (&#8222;Teenage Dream/Break Free&#8220;). Dass Lance sehr ernste Absichten hat, glaubt man ihm sofort. Carlos de Vries kann den Wandel des strengen Familienoberhaupts zum gefühlvollen Verehrer und verständnisvollen Vater sehr gut nachzeichnen. &#8222;Shape of my heart&#8220; unterstreicht diese Wandlung sehr treffend.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3539 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_2_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch die Dreiecksbeziehung von May und Franky und Franky und Julia ist unterhaltsam nachgezeichnet. Am Ende entscheidet sich Franky für das, was sein Herz ihm sagt (&#8222;It&#8217;s Gonna Be Me&#8220;) und lässt die Hochzeit platzen. Oliver Edward ist dem Hamburger Publikum aus &#8222;<a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">Hamilton</a>&#8220; bekannt. Seine Stimme ist so markant, dass man mit geschlossenen Augen sofort Philipp vor sich sieht. Doch auch ihm gelingt es, seine Zerrissenheit und sein Gefühlschaos glaubwürdig über die Rampe zu bringen. &#8222;I Kissed a Girl&#8220; nachdem Franky und May sich zum ersten Mal küsste, ist wunderbar gefühlvoll und natürlich.</p>
<p>May ist die Symbolfigur für Diversität in diesem Stück. Manchmal ist es recht plakativ, doch Bram Tahamata spielt gewinnend über diese Offensichtlichkeiten hinweg. Sein &#8222;I&#8217;m Not a Girl, Not Yet a Woman&#8220; ist herzzerreißend. Und &#8222;Confident&#8220; (von Demi Lovato) ist DIE Hymne des Abends. Damit kann sich zweifelsohne jeder im Saal identifizieren. &#8222;What do you want from me&#8220; strotzt vor aufgestauter Energie und Gefühl. Richtig richtig gut!</p>
<p>Über Romeos Wiederauferstehung kann man zweifellos streiten. Amüsanterweise wird Romeo als Weichei im Mantel eines unsympathischen Selbstdarstellers beschrieben. Raphael Groß spielt diese Rolle sehr gut und so unterschreibt man die Aussage von Anne Hathaway &#8222;Romeo ist ein Lauch!&#8220; auch nur allzu gern. Es dauert eine Weile bis Romeo erkennt, dass seine Fassade ihn nicht weiterbringt. Julia stellt ihn mit &#8222;Since U been gone&#8220; sehr klar zur Rede und er nimmt sich vor, um sie zu kämpfen. Dazu zählt seine Performance auf der Hochzeit mit der &#8222;Bois Band&#8220; und &#8222;Everybody&#8220;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3538 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg" alt="" width="400" height="280" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-400x280.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-1024x716.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1-768x537.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Problem_1_CJOHAN_PERSSON_STAGE_ENTERTAINMENT-1.jpg 1205w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch Julia kann er nicht zurückgewinnen. Anne hat sich für Julia kein Happy End gewünscht, sondern die Chance, eigene Entscheidungen zu treffen. Und so endet das Stück zwar mit einem Hoffnungsschimmer für Romeo, doch den Ton gibt in Zukunft ganz klar Julia an.</p>
<p>Chiara Fuhrmann ist eine souveräne, selbstbewusste Julia, die sich gesanglich mit Max Martins Songs wohlfühlt und die vielen Stimmungsschwankungen, die ihrer Figur auferlegt werden, sehr gut nachzeichnen kann. &#8222;Stronger&#8220;, &#8222;Oops!&#8230; I Did It Again&#8220;, &#8222;Roar&#8220; sind nur einige überzeugende Beispiele dafür.</p>
<p>Anne und William bekommen am Ende das, was beide sich gewünscht haben: Romeo &amp; Julia haben eine Zukunft &#8211; eventuell sogar gemeinsam &#8211; und Julia darf eine junge Frau sein, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. William entschuldigt sich bei seiner großen Liebe Anne (&#8222;I Want It That Way&#8220;) und akzeptiert, dass er eine starke Frau an seiner Seite hat. Andreas Bongard hat einerseits die namhafteste Rolle des Stücks, andererseits auch die blasseste: Shakespeare ist zwar der eigentliche Schöpfer von &#8222;Romeo &amp; Julia&#8220;, doch alles was an diesem Abend passiert, ist von Anne initiiert worden. Diesen Spagat muss man erstmal schauspielerisch hinbekommen. Bongard gelingt dies durchaus gut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3537 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/11/JPG-72-dpi-RGB-SE_Julia-Deutschlandpremiere_Chiara_Fuhrmann-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie bereits erwähnt, kommt das Ende etwas plötzlich und das Ensemble fackelt mit Justin Timberlake&#8217;s &#8222;Can&#8217;t Stop the Feeling!&#8220; ein riesiges Feuerwerk ab. Einmal mehr kann man die vielseitigen Kostüme von Paloma Young in all ihrer Pracht bewundern und sich von den modernen Choreografien von Jennifer Weber mitreißen lassen. Es hält niemanden mehr auf den Sitzen! Das Publikum feiert das Ensemble und Max Martins Welthits der letzten 25 Jahre!</p>
<p>Ein Wort noch zu Philipp Gras, der die neunköpfige Band als musikalischer Leiter fulminant antreibt. Die Arrangements sind so musicaltauglich, dass sogar einzelne Instrumente, wie das gänsehautverursachende Cello, nicht nur zu hören sind, sondern sprichwörtlich inszeniert werden, was perfekt in den kompositorischen Gesamtrahmen passen.</p>
<p>&#8222;&amp;Julia&#8220; hat das Potential eine Hitshow für das Publikum von heute zu werden. Hierzu trägt auch bei, dass die Songs zu 99% auf Englisch gesungen werden. Manchmal wird ein Song durch eine deutsche erste Zeile eingleitet und dann aber im bekannten englischen Original fortgesetzt. Genau so kann man junge Menschen für das Genre Musical begeistern!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">30</span><span class="Bold">. Oktober 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Andreas Bongard, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen<br />
</span></p>
<hr />
<h2>Alles neu macht der März&#8230;</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3631 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-683x1024.jpg 683w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x1151.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1025x1536.jpg 1025w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1366x2048.jpg 1366w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio2_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-scaled.jpg 1708w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />Seit 6. März hat das Ensemble von &#8222;&amp;Julia&#8220; im Operettenhaus Verstärkung: Riccardo Greco ist als leidgeplagter, wortgewandter William Shakespeare zu erleben.</p>
<p>Doch nicht nur der Zuwachs auf der Bühne bringt neuen Schwung in das pfiffige Popmusical, auch die Straffung der Handlung &#8211; insbesondere zu Beginn des 1. Akts &#8211; tun dem Stück sehr gut. Kurzweilig , amüsant und musikalisch einfach nur ansteckend, begleitet das Publikum Julia auf ihrem eigenen (durch Shakespeares Frau Anne Hathaway erdachten) Weg in eine neue, selbstbestimmte Zukunft.</p>
<p>Chiara Fuhrmann hat sich sehr gut in die Rolle der selbestbewussten Julia eingefunden, Jacqueline Braun lässt als sie als ihre Amme bei fast keinem Schritt aus den Augen. Ausnahme sind die Momente, die die Amme mit ihrer großen Liebe Lance (Carlos de Vries) . Die beiden sind einmal mehr ein Garant fürs Lachmuskeltraining!</p>
<p>Bram Tahamata und Oliver Edward bestechen als May und Franky nicht nur durch ihre bis in den Rang spürbare Emotionalität, sondern auch mit ihrem Gesang. Illias Sidi-Yacoub darf in dieser Vorstellung &#8222;den Lauch&#8220; Romeo spielen und lässt aufhorchen. Auch Romeo zeigt Selbstbewusstein!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3632 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-1536x1025.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/10/JPG-72-dpi-RGB-_JULIA_HH_Prio1_ShakespeareUndAnne_cMorrisMacMatzen_StageEntertainment-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Herausragend ist auch diesmal Willemijn Verkaik, die Anne Hathaway mit bühnenfüllendem Engagement, Sinn für Pointen, einen gehörigen Portion Frechheit und einer Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht, zum Leben erweckt. An der Seite solch einer starken Frau hat es jeder Mann schwer, doch Greco gelingt es, den vermeintlich unterlegenen Schriftsteller mit dem perfekten Maß an Aufmüpfigkeit und Kreativität auszustatten, so dass das Autorenpaar seinen gemeinsamen Weg gleichberechtigt fortsetzen kann.</p>
<p>Das Publikum war auch gut vier Monate nach der Premiere begeistert! Die Song von Max Martin zünden ausnahmslos und man sieht schon in den ersten Minuten Zuschauer mitwippen und -klatschen. Wenn das nicht für den Erfolg dieser Show spricht, was dann?</p>
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<p style="text-align: right;"><span style="color: #333399;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Operettenhaus, Hamburg</span><br />
<span style="color: #333399;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">6</span><span class="Bold">. März 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Chiara Fuhrmann, Willemijn Verkaik, Riccardo Greco, Raphael Groß, Jacqueline Braun, Carlos de Vries, Oliver Edward, Bram Tahamata</span><br />
<span class="Bold" style="color: #333399;"><strong>Regie / Musik:</strong> Luke Sheppard / Max Martin<br />
<strong>Fotos: </strong>Morris Mac Matzen</span></p>
</div>
</div>
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		<title>Licht &#038; Schatten, Verwirrung &#038; Klarheit</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/licht-schatten-verwirrung-klarheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Nov 2023 13:18:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Arndt Möller]]></category>
		<category><![CDATA[Belana Pittin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon 2018 konnte das Publikum in Kiel in der Regie von Daniel Karasek eine Musical-Fassung von William Shakespeares Komödie „Was Ihr wollt“ erleben (Buch: Daniel Karasek &#38; Kerstin Daiber, Musik: Martin Tingvall). In dieser Spielzeit zeigt das Junge Musical am Theater Lüneburg erneut eine musikalische Uraufführung dieses literarischen Verwirrspiels – diesmal mit der Musik von ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon 2018 konnte das Publikum in Kiel in der Regie von Daniel Karasek eine Musical-Fassung von William Shakespeares Komödie „Was Ihr wollt“ erleben (Buch: Daniel Karasek &amp; Kerstin Daiber, Musik: Martin Tingvall). In dieser Spielzeit zeigt das Junge Musical am Theater Lüneburg erneut eine musikalische Uraufführung dieses literarischen Verwirrspiels – diesmal mit der Musik von Daniel Stickan. Friedrich von Mansberg zeichnet neben Buch und Texten auch für die Regie verantwortlich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3386 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_JanHoek-6-683x1024-1-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_JanHoek-6-683x1024-1-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_JanHoek-6-683x1024-1.jpg 683w" sizes="auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px" />„Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ist ebenso besessen von der um ihren Bruder trauernden Olivia, die dem Werben des Herzogs jedoch nichts abgewinnen kann. Stattdessen lässt sich Olivia den Kopf verdrehen von Cesario, Orsinos Botenjungen, in dessen Verkleidung niemand anderer steckt als Viola. Hinzu kommen noch ein paar Intrigen von Verwandten und Angestellten und fertig ist die perfekte Shakespeare-Komödie, die zudem noch ein ausgesprochenes Happy End hat. Denn Viola trifft ihren ertrunken geglaubten Zwillingsbruder Sebastian wieder, Olivia heiratet eben diesen und Orsino gibt Olivia endlich auf und wendet sich Viola zu.</p>
<p>Das ohnehin schon sehr hohe Potential an Beziehungswirrwarr wird in Lüneburg noch dadurch gesteigert, dass alle Rollen genderneutral besetzt wurden. Und so kommt es, dass Orsino von Lotta Wroblewski, Viola von Leo Ehmke, Olivia von Janosh Kratz, Malvolio von Nike Just, Maria von Frithjof Gerken, Tobias und Christoph von Hanna Langenbrink und Belana Pittin gespielt wird. Arndt Möller (Sebastian), Sascha Littig und Jakob von Mansberg (Narren) komplettieren das Ensemble des Jungen Musicals Lüneburg am Premierenabend.</p>
<p>Bei „Was Ihr wollt“ gibt es viel Licht und Schatten. Herausragend agieren und singen die beiden Narren Sascha Littig und Jakob von Mansberg. Sie sorgen für lustige, freche und nachdenkliche Momente, sind von Friedrich von Mansberg gut in Szene gesetzt und scheinen in ihren Rollen aufzugehen. Präzise halten sie den anderen Darstellern den Spiegel vor.<br />
Nike Just stellt als Malvolio alle anderen in den Schatten. Sie spielt leidenschaftlich und überzeugt gleichermaßen gesanglich, was bei einer so überzogenen Drama Queen wie Malvolio sicherlich herausfordernd ist. Ihre Ausstrahlung ist raumgreifend (nicht nur, wenn das Ensemble sie durch den Saal „schweben“ lässt). Diese Nachwuchsdarstellerin gehört 100%ig auf die Bühne!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3388 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_hoek-1-791x1024-1-309x400.jpg" alt="" width="309" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_hoek-1-791x1024-1-309x400.jpg 309w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_hoek-1-791x1024-1-768x994.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/01/WAS-IHR-WOLLT_c_hoek-1-791x1024-1.jpg 791w" sizes="auto, (max-width: 309px) 100vw, 309px" />Ähnlich begeisternd spielt Janosh Kratz als Olivia: Das Verletzliche und Genervte der jungen Prinzessin bringt er genauso glaubwürdig über die Rampe wie das Verliebte. Auch gesanglich gehört er zu den Besseren. Auch Leo Ehmke gelingt es in seiner ungewöhnlichen Doppelrolle als Viola und Cesario zu glänzen, insbesondere wenn er sich am Piano von Pascal F. Skuppe (Musikalische Leitung) selbst begleitet.</p>
<p>Apropos Musik – hier lässt sich kein roter Faden erkennen: Der Titelsong „Was Ihr wollt“ geht zwar ins Ohr, ist aber inhaltlich sehr dünn. Und nach der gefühlt achtzehnten Reprise von „Geist der Liebesglut“ hat man auch diesen Song eindeutig über. Über diese schwer greifbare kompositorische Handschrift täuschen auch die recht anspruchsvollen und von den jungen Darstellern sehr gut umgesetzten Choreographien von Rhea Gubler nicht hinweg.</p>
<p>Die Kostüme wirken im Gegensatz zum Bühnenbild seltsam unausgewogen (Bühnen- und Kostümbild Barbara Bloch). Eine Struktur sucht man hier vergebens. Von Mansberg überspannt den Bogen auch inszenatorisch einige Male. Als Beispiel sei hier nur der völlig überzogene Lichtschwertkampf von Christoph und Cesario genannt.</p>
<p>Tatsächlich ist es am Ende wirklich egal, wer welche Rolle spielt. Wenn der/die Darsteller/in das entsprechende gesangliche und schauspielerische Können hat, gibt es keinen Grund, alle Figuren genderkonform zu besetzen. Das war bekanntermaßen zu Shakespeares Zeiten auch nicht der Fall, das Frauen damals nicht auf der Bühne agieren durften. Wünschenswert wäre es, wenn sich in der Gesamtinszenierung eine einheitliche Handschrift erkennen ließe. Nichtsdestoweniger zeigt das Junge Musical Lüneburg einmal mehr, wieviel Können und Kreativität in ihnen steckt. Von der Begeisterung für die Bretter, die die Welt bedeuten, ganz zu schweigen!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Junge Bühne T.3, Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">3</span><span class="Bold">. November 2023</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Lotta Wroblewski, Leo Ehmke, Arndt Möller, Janosh Kratz, Frithjof Gerken, Hanna Langenbrink, Belana Pittin, Nike Just, Sascha Littig, Jakob von Mansberg</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musikalische Leitung: </strong>Friedrich von Mansberg / Pascal F. Skuppe<br />
<strong>Fotos: </strong>Jan Hoek<br />
</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=vInQe4d1WCw" title="WAS IHR WOLLT, Junges Musical nach der Komödie von Shakespeare / Ab 14 Jahre" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/vInQe4d1WCw?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/vInQe4d1WCw?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
</div>
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		<title>Shakespeares Liebeskomödie in pseudo-modernem Musical-Gewand</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/shakespeares-liebeskomoedie-in-pseudo-modernem-musical-gewand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2018 17:51:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Kämpfer]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Karasek]]></category>
		<category><![CDATA[Imanuel Humm]]></category>
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		<category><![CDATA[Olga von Luckwald]]></category>
		<category><![CDATA[Rudi Hindenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Was Ihr wollt]]></category>
		<category><![CDATA[Yvonne Ruprecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach 2014 hat sich Daniel Karasek für das Kieler Sommertheater 2018 erneut einen Klassiker von William Shakespeare vorgenommen und diesen mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Tingvall (Musik) und Regy Clasen (Texte) in ein abendfüllendes Musical verwandelt. „Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach 2014 hat sich Daniel Karasek für das Kieler Sommertheater 2018 erneut einen Klassiker von William Shakespeare vorgenommen und diesen mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Tingvall (Musik) und Regy Clasen (Texte) in ein abendfüllendes Musical verwandelt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2298 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-768x576.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ist ebenso besessen von der um ihren Bruder trauernden Olivia, die dem Werben des Herzogs jedoch nichts abgewinnen kann. Stattdessen lässt sich Olivia den Kopf verdrehen von Cesario, Orsinos Botenjungen, in dessen Verkleidung niemand anderer steckt als Viola. Hinzu kommen noch ein paar Intrigen von Verwandten und Angestellten und fertig ist die perfekte Shakespeare-Komödie, die zudem noch ein ausgesprochenes Happy End hat. Denn Viola trifft ihren ertrunken geglaubten Zwillingsbruder Sebastian wieder, Olivia heiratet eben diesen und Orsino gibt Olivia endlich auf und wendet sich Viola zu.</p>
<p>Diese Handlung kann man je nach Ausarbeitung und Tiefe der verschiedenen Charaktere beliebig aufbauschen. Dies macht Regisseur Daniel Karasek auch in diesem Jahr. Er hält sich mit vielen kleinen Details und Szenen auf, die für die Handlung nicht entscheidend sind und den Fluss sogar stören.</p>
<p>„Was Ihr wollt“ wird als Step-Musical angekündigt. Nicht ohne Grund erinnert das Plakat mehr als nur entfernt als den Hollywood-Hit „La La Land“. Doch die wenigen Tanz- und Stepszenen wirken leider etwas deplatziert. Ela Steiner hat für die acht Tänzerinnen und Tänzer, die die Protagonisten weitgehend umtanzen (um deren Schwachstelle zu überdecken), schöne Abfolgen ersonnen, die in sich stimmig und ansprechend sind. Doch in die einzelnen Szenen einfügen, wollen sich diese Tanzelemente nicht wirklich.</p>
<p>Die Videowalls kamen auch schon in den letzten Jahren sehr ausgeprägt zum Einsatz. In diesem Jahr jedoch wird nahezu jeder Song mit Videos begleitet, die zusätzlich zur Handlung auf der Bühne noch weitere, ergänzende Szenen mit den singenden Protagonisten zeigen. Am Ende lenken diese Videos mehr von den Live-Akteuren ab, was sicherlich nicht im Sinn des Stücks ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2300 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-768x576.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der schwedische Jazz-Pianist Martin Tingvall hat abwechslungsreiche Melodien zu diesem Musical beigesteuert, bei denen man nicht selten sofort mit den Füßen mitwippt. Die Texte der Singer-Songwriterin Regy Clasen bilden hiermit ein harmonisches Ganzes.</p>
<p>Schwierig ist der unstete Wechsel zwischen nahezu originalen Shakespeare-Texten, zeitgenössischen Adaptionen und normalem Straßenslang. Dieser ist weder an einzelnen Charakteren festgemacht noch gibt es hier einen roten Faden, anhand dessen sich die Sprache im Laufe des Stücks verändert.</p>
<p>Insgesamt wirkt „Was Ihr wollt“ ähnlich wie „Die Räuber“ in 2017 etwas überladen. Man vermisst den Mut, das Stück zu entstauben, um es für das Publikum leichter verdaulich zu machen. Stattdessen erleben die Zuschauer teils plumpe, aufgesetzte Dialoge und Szenen und fragen sich mehrfach, wohin das führen soll oder was sich der Regisseur dabei gedacht hat.</p>
<p>Die Besetzung ist aus früheren Inszenierungen gut bekannt. Rudi Hindenburg steht endlich mal in der ersten Reihe und gibt einen unnachahmlich leidenden Orsino, dem man seine Liebe zu Olivia abnimmt und dessen Leidenschaft sehr glaubhaft über die Rampe kommt. Leider scheint seine Stimmlage nicht ganz zu Tingvalls Kompositionen zu passen, denn mehrfach drängt sich hier eine Disharmonie in den Vordergrund. Gleiches gilt jedoch auch für Olga von Luckwald, die eine lebensfrohe, sympathische Viola gibt und auch als Diener Cesario eine überzeugende Leistung zeigt. Vielleicht ist es hier auch einmal mehr die Tontechnik, die es den Sängern unnötig schwer macht und sie klar und kalt über die Tribüne erschallen lässt, anstatt sie mit den entsprechenden Mitteln akustisch zu unterstützen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2299 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651-305x400.jpg" alt="" width="305" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651-305x400.jpg 305w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651.jpg 766w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" />Etwas fragwürdig ist die Besetzung von Olivia mit Yvonne Ruprecht. Dass Ruprecht schauspielerisch und auch gesanglich zu den besseren Mitgliedern dieses Ensembles gehört, hat sie in „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1145">Romeo &amp; Julia</a>“ (2014) und „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1944">The Full Monty</a>“ (2017) gezeigt. Doch allein schon ob ihres Alters wirkt sie irgendwie fehl am Platz. Sätze von Orsino wie „Nur eine jüngere Frau ist die richtige Frau für einen Mann“ wirken bei diesem Paar schlicht unpassend.</p>
<p>Als Narr kann sich Marko Gebbert austoben und hat hieran sichtlich Spaß. Auch gesanglich passt er gut zu Tingvalls Songs. Jennifer Böhm als Hausmädchen Maria ist aus der Riege der Protagonisten die einzige, die auch tänzerisch überzeugen kann. Sie zieht im Hintergrund die Fäden sehr überzeugend und wickelt nicht nur die Männer auf der Bühne um den Finger.</p>
<p>Imanuel Humm, Zacharias Preen und Christian Kämpfer komplettieren Olivias Hausgäste. Während Humm als Malvolio der List von Maria auf den Leim geht und sich nur allzu bereitwillig aufs Glatteis führen lässt, können Preen und Kämpfer als Sir Toby und Sir Andrew leider nicht überzeugen. Ihre „Männerfreundschaft“ wirkt über lange Strecken unecht, was sehr bedauerlich ist, denn gerade im Zusammenspiel mit Böhm und Gebbert wäre hier viel mehr möglich gewesen.</p>
<p>Es ist mehr als bedauerlich, dass nach dem überzeugenden Sommer-Musical „Romeo &amp; Julia“ der Anschluss nicht gefunden wurde. Denn seither können die Neuinszenierungen nicht überzeugen und lassen die Zuschauer mit mehr Fragezeichen als Begeisterung zurück. Eine Ursache ist sicherlich, dass man in der Inszenierung wenig Raum für Frisches geschaffen hat. Gute Musik, eine schöne Bühne und eine einmalige Naturkulisse reichen dafür leider nicht aus.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #000080;"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> MFG-5 Gelände, Kiel</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 10. Juli 2018</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong>Rudi Hindenburg, Olga von Luckwald, Yvonne Ruprecht, Marko Gebbert, Imanuel Humm, Zacharias Preen, Christian Kämpfer </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Daniel Karasek / Martin Tingvall</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Olaf Struck<br />
</span></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Gelungene Neu-Inszenierung von Shakespeare&#8217;s Liebestragödie</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gelungene-neu-inszenierung-von-shakespeares-liebestragoedie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2014 12:29:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Favorites]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Kämpfer]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Karasek]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Stierand]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Merz]]></category>
		<category><![CDATA[Julius Ohlemann]]></category>
		<category><![CDATA[Kiel]]></category>
		<category><![CDATA[Maxine Kazis]]></category>
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		<category><![CDATA[Rudi Hindenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>
		<category><![CDATA[Sommertheater am Seefischmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Leo Sommer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Romeo &#38; Julia“ &#8211; das ist eine der schönsten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten der Literatur. Unzählige Verfilmungen, Theaterstücke und auch einige Versuche, den Stoff als Musical auf die Bühne zu bringen, zeugen auch heute noch von dessen Intensität. Mehr als 400 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat die Geschichte der verfeindeten Montagues und Capulets, deren Kinder ...</p>
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<p class="Body">„Romeo &amp; Julia“ &#8211; das ist eine der schönsten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten der Literatur. Unzählige Verfilmungen, Theaterstücke und auch einige Versuche, den Stoff als Musical auf die Bühne zu bringen, zeugen auch heute noch von dessen Intensität. Mehr als 400 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat die Geschichte der verfeindeten Montagues und Capulets, deren Kinder Romeo und Julia in Liebe zueinander finden und deren Romanze auf so tragische Weise enden muss, nicht an Reiz eingebüßt.</p>
<p class="Body">In diesem Sommer zeigt das Sommertheater Kiel in der Regie von Daniel Karasek die neue Musicalversion von Peter Plate („Rosenstolz“) und Ulf Leo Sommer. Die kleine Open Air Bühne am Seefischmarkt bietet eine einmalige Kulisse: Die Schauspieler spielen das komplette Stück auf strahlend weißen Treppen in deren Mitte sich eine an einen Schiffsschornstein erinnernde Konstruktion befindet, die für die einzigen Szenenwechsel eingesetzt wird. Im Hafen hinter der Bühne wiegen sich die Segelschiffmasten im Wind und sorgen für ein perfekt abgestimmtes Ambiente.</p>
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<p class="Body">Die Ouvertüre versetzt das Publikum in eine romantische Stimmung. Die Melodie ist filmisch-opulent arrangiert und schürt die Hoffnung auf Großes. Anstelle der weltbekannten einführenden Worte erleben die Zuschauer als Auftakt einen Kampf der verfeindeten Familien Montague und Capulet. Unterstützende Szenen auf den drei großen LED-Wänden oberhalb der Bühne lassen das Geschehen noch gewalttätiger wirken. Schade jedoch, dass die Zweikämpfe eher nachlässig einstudiert sind und mehr als Comedy erinnern als an Straßenkampf.</p>
<p class="Body">Schon in Romeos erstem Solo („Die Liebe kennt mich nicht“) zeigt sich Johannes Merz&#8216; Rockstimme, die sich im Verlauf des Stücks noch als sehr gute Wahl erweisen soll. Der folgende Dialog mit Benvolio (Julius Ohlemann) wird weitgehend in klassischer Sprache präsentiert. Die Anpassung einzelner Worte gibt Shakespeare&#8217;s Texten etwas Frisches und Modernes. Dieses Konzept wird über weite Strecken beibehalten. Die Mischung aus „alter“ Sprache und modernem Deutsch-Pop funktioniert einwandfrei. Leider schießen die Macher an einigen Stellen über das Ziel hinaus und fügen den eigentlichen Dialogen Textpassagen und Worthülsen hinzu, die sich nicht ins Gesamtbild einfügen.</p>
<p class="Body">Stirnrunzeln erzeugt ebenfalls die Begrüßung von Herrn Capulet auf seinem Maskenball. Warum heißt er seine Gäste auf französisch willkommen und nicht auf italienisch? Dadurch verschenkt man einen großen Teil Authentizität. Zacharias Preen gibt einen durchaus glaubwürdigen Paten ab. Er regiert seine Familie mit strenger Hand und macht dabei auch vor seiner Tochter Julia nicht halt. Der Song „Elektrisch“, der als Ensemble-Nummer den Maskenball untermauert, wirft jedoch viele Fragen auf und passt nicht so recht in das optisch (Norbert Ziermann) und choreographisch (Vivienne Hötger) durchaus stimmige Gesamtbild.</p>
<p class="Body">Dafür entschädigt das Duett der Titelfiguren, „Wohin“, und die anschließende Balkonszene durch Frische und Jugendlichkeit. Auch wenn die offenbar obligatorische „Titanic“-Szene an der Balkonbrüstung / Schiffsreling absolut unnötig ist, gewinnen die beiden Darsteller durch ihr authentisches Spiel die Sympathien des Publikums. Dass das Casting von Maxine Kazis und Johannes Merz in jeglicher Hinsicht als gelungen bezeichnet werden kann, zeigt sich bei ihrem Duett „Dann fall ich“, in dem sich Julia und Romeo ihre Liebe gestehen. Die beiden Darsteller ergänzen sich nicht nur stimmlich auf beeindruckende Weise, sondern man glaubt ihnen ihre tiefen Gefühle, ihre Verwirrung und ihre Hoffnung in jeder Minute.</p>
<p class="Body">Die Modernität der Inszenierung zeigt sich auch im Einsatz von diversen fahrbaren Untersätzen – von Motorrollern bis hin zu Sportwagen. Vielleicht wäre es hier aber angeraten gewesen, auf Elektrofahrzeuge zu setzen? Auf dem engen Raum sind die Abgase doch ziemlich störend.</p>
<p class="Body">Den coolsten Auftritt hat in jedem Fall Christian Kämpfer als Pater Lorenzo, der in Biker-Boots und Lederhose mit drei sehr freizügigen Nonnen auf einer Harley vorfährt, während auf den LED-Wänden eine digitale Wanderung durch einen Dornenwald mitläuft. Apropos LED-Wände; dort werden passend zur Handlung auch immer Nachrichten eingespielt, die auf den vollen Zuschauerbänken insbesondere dadurch für Lacher sorgen, dass Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig als Fürst Escalus aktiv am Geschehen teilnimmt.</p>
<p class="Body">Rudi Hindenburg alias Mercutio fiel schon in der anfänglichen Kampfszene durch seine raumgreifende Ausstrahlung auf. In der Szene „Señorita“, in der sich die Montague-Jungs über Julias Amme lustig machen, zeigt er sehr deutlich, dass er das Sagen hat. Die Szene ist ungewöhnlich und deftig inszeniert, in sich aber stimmig. Einzig, dass sich Mercutio über die „metrosexuellen Lackaffen“ muckiert, aber selbst wie einer aussieht, wirkt unfreiwillig komisch.</p>
<p class="Body">Der zweite Akt beginnt ähnlich ausdrucksstark, in dem Romeo und Julia ihre frisch geschlossene ehe gleich direkt auf den Kirchenstufen vollziehen. Etwas zuviel Pathos hat auch Mercutios Mordszene: Während der Kampf mit Tybalt wieder eher albern wirkt, löst der Tod Mercutios während er die Treppen hinaufkrabbelt, um schließlich in Romeos Armen fast zu sterben, eher ein Lächeln als Trauer oder Bestürzung aus. Auch Tybalts Ermordung durch Romeo wirkt leider ähnlich plump.</p>
<p class="Body">Wunderschön wiederum ist Julias Sehnen nach Romeo. Kazis legt viel Herzblut in ihr Solo. Überhaupt wirkt die junge Schweizerin in allen Szenen authentisch. Wenn sie ob ihres Schicksals mit Tränen in den Augen verzweifelt, löst sie großes Mitgefühl aus („Du sehnsuchtsvolle Nacht“). Wenig später steckt sie mit ihrer überbordenden Energie („High“) das ganze Publikum an.</p>
<p class="Body">Ob beabsichtigt oder nicht, die Szene, in der Julias Eltern sich selbst für die Wahl von Paris (wunderbar aalglatt: Dirk Stierand) als zukünftigen Schwiegersohn beglückwünschen („Ein gutes Gefühl“) hat einen großen Slapstick-Faktor. Das liegt zum einen daran, dass Preen mit dem Sprechgesang überfordert zu sein scheint, zum anderen wirkt aber auch Ellen Dorn als seine Gattin in ihren viel zu hohen Schuhen sehr hölzern. Bei dieser Szene wünscht man sich, dass sie ganz schnell zuende sein möge.</p>
<p class="Body">„Der letzte Tanz“, das Stück, das für die hübsch drappierte Bettszene ausgewählt wurde, ist auch dadurch besonders, dass Textpassagen von Shakespeare im Titel verarbeitet wurden und die Zuschauer so doppelt abgeholt werden. Zudem zeigen die beiden Hauptdarsteller einmal mehr, dass sie sich im Spiel sehr gut ergänzen.</p>
<p class="Body">Den schönsten Song hat zweifellos Kazis alias Julia mit „Für die Liebe“. So wie sie das Stück interpretiert, könnte es aus spielend in die Charts einsteigen. Ähnlich stark brennt sich Romeos Verzweiflung bei „Wie das Ticken einer Uhr“ ins Gedächtnis. Peter Plates Handschrift ist unverkennbar. Die Titel passen perfekt zum Thema der jeweiligen Szene.</p>
<p class="Body">Zum Schluss wird es Regieseitig noch einmal etwas holprig: Während Julia in der Familiengruft liegt, kämpfen Romeo und Paris auf den Stufen um sie herum auf Leben und Tod. Nachdem Romeo Paris erstochen hat, steckt er sein Messer feinsäuberlich wieder in die Scheide, damit Julia es nach seinem Tod dort findet, um sich damit selbst das Leben zu nehmen. Das hätte man sicherlich glaubhafter umsetzen können, zumal in anderen Szenen die Waffen achtlos liegen gelassen werden.</p>
<p class="Body">Doch am Schluss bleibt die nahezu perfekt gelungene Mischung von modernen Popsongs mit alten Texten, die ein rundes Musicalerlebnis erzeugen. Für eine Wiederaufnahme – die es sicherlich geben wird – kann ja noch an der ein oder anderen Stelle gefeilt werden. Dann steht einem gelungenen Theaterabend nichts mehr im Weg.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
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<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Sommertheater am Seefischmarkt, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>30. August 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Maxine Kazis, Johannes Merz, Rudi Hindenburg, Dirk Stierand, Christian Kämpfer, Julius Ohlemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Peter Plate, Ulf Leo Sommer / Daniel Karasek<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Kiel<br />
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