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	<title>Oliver Hennes-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Oliver Hennes-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Klassisches Drama für die Musicalbühne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2023 12:02:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wem Alexandre Dumas&#8216; Klassiker der Weltliteratur nich geläufig ist, für den gibt es hier eine sehr kurze Zusammenfassung des Geschehens: <em>Edmond Dantès wird Opfer einer infamen Intrige, gerade in dem Moment, in dem sein berufliches und privates Glück perfekt scheint. Soeben zum Kapitän befördert, feiert er die Verlobung mit der schönen Mercédès – und im nächsten Moment verliert er nicht nur seine Freiheit, sondern auch seine große Liebe an einen Widersacher. </em><br />
<em>Viele Jahre sitzt Dantès im Gefängnis, während sich seine Feinde an Reichtum und gesellschaftlicher Anerkennung erfreuen. Ein Mitgefangener verrät ihm den Weg zu einem Schatz auf der Mittelmeerinsel Monte Christo, den Dantès nach dessen erfolgreicher Hebung zu einer ausgeklügelten Rache nutzt: Als geheimnisvoller „Graf von Monte Christo“ kehrt er zurück…</em> (Quelle: <a href="https://www.theater-lueneburg.de/stuecke/der-graf-von-monte-christo/">Theater Lüneburg</a>)</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3425 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_Galerie_c_tw_AndreasTamme-1-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Frank Wildhorn und Jack Murphy haben den dramatischen Stoff für die Weltpremiere in St. Gallen 2009 geschrieben. Wildhorn hat bekanntermaßen ein Händchen für düstere Themen, bei denen der Zuschauer tief in die Seelen der Protagonisten blickt. Und so beginnt auch dieses Stück mit einem sehr pathetischen Opening (der Verlobung von Edmond und Mercédès), bei dem zwei Dinge direkt deutlich werden: Thomas Borchert und Navina Heyne sind auch auf der Bühne ein Traumpaar, aber Walzer tanzen können die Paare auf der Bühne allesamt nicht.</p>
<p>Navina Heyne hat eine wunderschöne Stimmfarbe, sanft und tief, eher untypisch für das Musicalfach, aber perfekt für diese Rolle! Thomas Borchert war schon 2009 ein wenig zu alt für den zu Beginn des Stücks erst 19-jährigen Edmond, dennoch gelingt es ihm, dessen Naivität und Gutgläubigkeit glaubwürdig darzustellen.</p>
<p>&#8222;Niemals allein&#8220; ist &#8222;ein typischer&#8220; Wildhorn. Man fühlt sich sehr an &#8222;Jekyll &amp; Hyde&#8220; erinnert als sich das Paar voneinander verabschieden muss, da Edmond aufgrund einer Intrige neidvoller Adliger gefangengenommen wird. Fast wirkt es so als wäre Mercédès gestorben, denn sie wird auf der Bühne mit Rosen bedeckt, doch da sie wenig später wieder singt, ist dies wohl nur ein inszenatorisch missglückter Einfall.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3423 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1-267x400.jpg" alt="" width="267" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1-267x400.jpg 267w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-7-683x1024-1.jpg 683w" sizes="(max-width: 267px) 100vw, 267px" /></p>
<p>Im Gefängnis, in dem Edmond 14 lange Jahre verbringen muss, trifft er auf Abbé Faria, den Sascha Littig mit einer gewissen Cleverness und Unbedarftheit spielt. Edmond lernt viel von Faria &#8211; vor allem im Gefängnis zu überleben und sich nicht seiner Todessehnsucht hinzugeben. Kurz bevor Faria selbst stirbt, weiht er Edmond noch in das Geheimnis des Schatzes von Monte Christo ein. Das Duett (&#8222;Könige&#8220;) ist sehr schön und unterstreicht die Bedeutsamkeit der Beziehung von Edmond und Faria.</p>
<p>Luisa Vampa, die Piratin, die Edmond nach Monte Christo bringt, ist von Cornelia Brunn (Bühnen- und Kostümbild) vortreffelich eingekleidet worden. Leider will die Choreographie (Olaf Schmidt) so gar nicht zu grobschlächtiegn Priaten passen. Sie hüpfen eher etwas albern zu &#8222;Piraten &#8211; Wahrheit oder Wagnis&#8220; herum. Fragen wirft auch auf, warum Wolfgang Berthold (Regie) Edmond in der Schatzhöhle Geldscheine hochwerfen lässt. Die gab es damals nun ganz sicher noch nicht&#8230;</p>
<p>Wir erfahren, dass Mercédès in der Zwischenzeit nicht nur Edmonds Erzfeind Mondego geheiratet hat, sondern beide auch einen gemeinsamen Sohn haben. Einmal mehr stellt Heyne ihr gesangliches Können bei &#8222;Wie mich die Welt umarmt&#8220; unter Beweis. Für Edmond, der unerkannt auf Rache sinnt, ist diese Erkenntnis die Hölle auf Erden, was Thomas Borchert in der gleichnamigen Szene eindringlich zum Ausdruck und zu Gehör bringt.</p>
<p>In Rom begegnet er Albert de Morcerf, dem Sohn von Mercédès und Mondego, der es dank militärischer Verdienste inzwischen zum Graf von Morcerf gebracht hat. Edmond hat zunächst keine Ahnung, wer der Junge ist, nutzt aber seine Verbindung zur Piratin Vampa, die Albert entführt hat, und kann ihn aus ihren Händen befreien. Als Graf von Monte Christo wird daraufhin von den dankbaren Eltern nach Paris eingeladen, wo er mit seiner luxuriösen Lebensführung und seinem exotischen, orientalisch gefärbten Geschmack Aufsehen in der adligen Gesellschaft. Auf einem Ball erkennt Mercédès ihn wieder, doch er versucht, sich rauszureden und blendet alle anderen erfolgreich. &#8222;Diese Augen/Der Mann ist tot&#8220; ist ein hervorragender Beleg dafür, wie sehr Borchert und Heyne harmonieren.</p>
<p>Seine Feinde hat er sich inzwischen zu Freunden gemacht. So hat er sie jederzeit unter Kontrolle und kann seinen Racheplan weiter verfolgen. In der Szene und dem Song &#8222;Die Falle/Zuviel ist nie genug&#8220; gipfelt dann die falsche Freundschaft von Edmond, Danglars, Villefort und Mondego. Insbesondere Letzterer muss mächtig einstecken als Edmond der feinen Gesellschaft verrät, dass Mondego nur durch den Verrat seines Befehlshabers an den Feind zu zweifelhafte, Ruhm, gelang. Albert (gespielt von Anton Frederik von Mansberg) fordert vom Grafen Genugtuung für seinen Vater, was jedoch seine Mutter Mercédès zu verhindern sucht. Sie hat die wahre Identität des Grafen erkannt und appelliert an sein Gewissen, das Leben des Jungen zu verschonen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3422 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/08/DER-GRAF-VON-MONTE-CHRISTO_c_tw_AndreasTamme-27-1024x683-1.jpg 1024w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Dantès hat Mercédès immer noch nicht verziehen, dass sie Mondego geheiratet hat, und weigert sich mit den Worten: &#8222;Mitleid ist etwas für Schwache.&#8220; Mercédès denkt über ihr vergeudetes Leben nach und macht sich Vorwürfe, weil sie nicht auf Edmond gewartet hat und träumt immer noch davon wieder mit ihm zusammen sein &#8211; Gefühle, die Heyne während &#8222;All die Zeit&#8220; berührend intoniert.</p>
<p>Das Duell findet statt, doch Albert trifft den Grafen nicht. Als sich dieser anschickt, den jungen Widersacher zu töten, taucht dessen Freundin Valentine (Pia Naegeli) auf und gesteht ihm ihre Liebe (&#8222;Schöner Schein&#8220;). Berührt von soviel Ehrlichkeit und Leidenschaft lässt Edmond von seinem Vorhaben ab. Er erinnert sich als frühere Tage. &#8222;Der Mann, der ich einst war&#8220; ist sicherlich einer der Showstopper und Thomas Borchert perfekt auf den Leib geschrieben.</p>
<p>Kurz danach kommt es zum klärenden Gespräch zwischen Mercédès und Edmond, welches jedoch durch Mondego gestört wird, der auf Rache sinnt. Doch er verliert den Kampf gegen seinen Erzfeind (&#8222;Hölle auf Erden&#8220;). Edmond wird von seinen Schuldgefühlen übermann, doch Mercédès gelingt es, ihm klarzumachen, dass Mondego seiner eigenen Besessenheit und Rachsucht zum Opfer gefallen ist. Mercédès Liebe und Mitgefühl öffnen Edmond den Weg in eine Zukunft. Eine Zukunft an der Seite der Frau, die er noch immer über alles liebt. Mit &#8222;Niemals allein&#8220; endet Alexandre Dumas spannende Geschichte vom Graf von Monte Christo.</p>
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<p>Frank Wildhorn ist es gelungen, die verschiedenen emotionalen Spielarten ganz vorzüglich zu vertonen. Natürlich bleibt er sich selbst treu und so hat das Stück musikalisch einen hohen Wiedererkennnungswert. Die Besetzung der Hauptrollen ist perfekt: Thomas Borchert atmet die Rolle des von Gefühlen jeglicher Couleur getriebenen Grafen und ist gesanglich und schauspielerisch über jeden Zweifel erhaben. Navina Heyne überrascht durch ihr für ein Musical untypische, doch außerordentlich warme und gefühlvolle Stimme. Auch ihr gelingt es, die emotionale Achterbahnfahrt des Lebens von Mercédès authentisch nachzuzeichnen. Gerd Achilles kommt die Rolle des hasserfüllten, von Neid getriebenen Bösewichts Mondego zu, die er mit berückender Energie ausfüllt. Fast könnte man meinen, die Feindschaft der Männer sei echt.</p>
<p>&#8222;Der Graf von Monte Christo&#8220; ist viel Stoff in relativ kurzer Zeit, noch dazu ist die Handlung vor vielen hundert Jahren angesiedelt. Doch es gelingt Wolfgang Berthold das Stück kurzweilig und mit genau dem richtigen Fokus auf die Protagonisten und deren Handlungsmotive umzusetzen. Wie schön, dass sich ein Stadttheater statt eines Standard-Musicals auch einmal solch ein anspruchsvolles Stück ausgesucht hat. Gern mehr davon!</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">11</span><span class="Bold">. November 2023</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Thomas Borchert, Navina Heyne, Sascha Littig, Gerd Achilles, Steffen Neutze , Oliver Hennes, Franziska Ringe, Andrea Marchetti, Anton Frederik von Mansberg, Pia Naegeli, Eric Keller, Falk Steingräber</span><br />
<span class="Bold"><span style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik: </strong>Wolfgang Berthold / Frank Wildhorn</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Fotos: </strong>Andreas Tamme</span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=RvqyCVR9A84" title="DER GRAF VON MONTE CHRISTO | Großes Haus" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/RvqyCVR9A84?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/RvqyCVR9A84?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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		<title>Garantiert nicht jugendfrei</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/garantiert-nicht-jugendfrei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 16:14:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelius Dane]]></category>
		<category><![CDATA[Duncan Sheik]]></category>
		<category><![CDATA[Joanna Clamann]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Bühne T.3]]></category>
		<category><![CDATA[Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Niclas Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Hennes]]></category>
		<category><![CDATA[Sonja Gornik]]></category>
		<category><![CDATA[Spring Awakening]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lüneburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Schäfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wendla lernt, dass sie ein Baby bekommt, wenn sie ihren Ehemann so sehr liebt wie keinen anderen, Moritz hält sich beharrlich an dem fest, was Kirche und Bibel ihm vorgeben, Hänschen passt sich nur vermeintlich den Konventionen an, Ilse kann ihrem Vater nicht entfliehen und Melchior rebelliert gegen zumindest in Gedanken gegen alles und Jeden. ...</p>
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wendla lernt, dass sie ein Baby bekommt, wenn sie ihren Ehemann so sehr liebt wie keinen anderen, Moritz hält sich beharrlich an dem fest, was Kirche und Bibel ihm vorgeben, Hänschen passt sich nur vermeintlich den Konventionen an, Ilse kann ihrem Vater nicht entfliehen und Melchior rebelliert gegen zumindest in Gedanken gegen alles und Jeden.</p>
<p class="Body">Auf den ersten Blick alles typische Teenager-Probleme, doch Frank Wedekinds Drama „Frühlings Erwachen“ ist alles andere als Trivialliteratur. 1891 geschrieben, befasst er sich ausführlich mit der Gedankenwelt junger deutscher Schüler, die hin- und hergerissen sind zwischen den Erwartungen der Eltern, Anforderungen der Lehrer, Ideen der Freunde und den eigenen Wünschen an die Gestaltung ihres Lebens und die Auslebung ihrer (sexuellen) Phantasien.</p>
<p class="Body">Gepaart mit rockiger Musik, rebellischen Songtexten, interpretiert von charismatischen Jungdarstellern ergibt diese Literaturvorlage eines der am meisten gefeierten Off-Broadway-Musicals der letzten Jahre.</p>
<p class="Body">In dieser Spielzeit nimmt sich das Junge Theater in Lüneburg in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität Lüneburg und Haute Culture e. V. diesem aufwühlenden Stoff an. Elf Nachwuchsdarsteller, unterstützt von zwei erfahrenen Kollegen, versetzen sich in eine Zeit als Normen und Regeln wichtiger waren als Individualität, als Eltern und Lehrer noch mit Maßregelungen und bewusster Fehl-Information die aufkeimende Selbständigkeit der Kinder unterdrückten.</p>
<p class="Body">Das Stück ist keine leichte Kost, umso wichtiger ist die Glaubwürdigkeit der Protagonisten. Dies gelingt durch die Jugend der Akteure, die zeitgemäßen Kostüme und die wieder einmal sehr guten Kulissen (in Form von Vorhängen, die die verschiedenen Räumlichkeiten andeuten) von Barbara Bloch.</p>
<p class="Body">„Spring Awakening“ ist sowohl gesanglich als auch schauspielerisch eine Herausforderung. Nahezu jeder Charakter hat eine extreme Seite oder muss extreme Erfahrungen ausdrücken. Die elf Jungdarsteller sind schauspielerisch ganz klar auf dem richtigen Weg: Cornelius Dane transportiert Melchiors überbordende Energie und den Drang, die Welt zu verändern sehr glaubhaft. Manches Mal scheint er nah am Wahnsinn, was gut zu dieser von der Gesellschaft zerrissenen Figur passt. Niclas Schmidt interpretiert die tiefe Verwirrung von Moritz und dessen Hilflosigkeit bis hin zum Selbstmord sehr eindrucksvoll. Dass Wendla zwischen Baum und Borke steht, einerseits das kleine Mädchen, das seiner Mutter glaubt und andererseits eine junge Frau, die mit Melchior ihr erstes Mal erlebt, bringt Ulrike Schäfer ehrlich und nachvollziehbar über die Rampe.</p>
<p class="Body">Zwei Szenen erhielten vom Publikum besonders viel Aufmerksamkeit: Zum einen der erste Geschlechtsverkehr von Melchior und Wendla, der ausführlich, mit sportlichem Höchsteinsatz und nackten Tatsachen der Phantasie keinen Spielraum mehr lässt sowie die Kussszene des schwulen Paares Hänschen (Thomas Nienhaus) und Ernst (Joscha Enger), die bei den jungen Zuschauern für anhaltenden Zwischenapplaus und Jubel sorgte. Die Altersbeschränkung „ab 15 Jahre“ erklärt sich mit diesen beiden Szenen nur allzu deutlich. nicht zu vergessen die explizite Sprache, die keinerlei Blatt vor dem Mund nimmt.</p>
<p class="Body">In den Ensemble-Stücken gelingt es den Sängerinnen und Sängern die Energie, von der in Duncan Sheiks Kompositionen reichlich zu finden ist, auf das Publikum zu übertragen. Auch die zahlreichen Duette werden mal rockig, mal gefühlvoll intoniert und unterstreichen die verschiedenen Beziehungsgeflechte. Dass hier keine ausgebildeten Sänger auf der Bühne stehen, merkt man besonders während der Rebellion im Lateinunterricht („So&#8217;n verficktes Leben“) und beim Briefwechsel von Moritz und seiner Vertrauten Fanny Gabor, der Mutter von Melchior („Und dann ist&#8217;s vorbei“): Immer wenn es in die hohen Lagen geht, fehlt es sowohl Cornelius Dane als auch Niclas Schmidt an Kraft, die Töne auszusingen oder auch nur zu treffen. Doch diese Fehlgriffe sind Ausnahmen und stören den Gesamteindruck dieses jungen Musicals mit und für junge Menschen nicht.</p>
<p class="Body">Die vierköpfige Band unter der Leitung von Franziska Polmann haut kräftig in die Tasten und Saiten und wird Sheiks Partitur in vollem Umfang gerecht. Auch hier gibt es zwar ab und an einen Misston oder die Einsätze stimmen nicht, doch bei einem Nachwuchs-Musical verzeiht man so etwas gern. Schwierig ist jedoch, dass die Band für die Sänger vor dem abgrenzenden Gaze-Vorhang viel zu laut ist. Unverstärkt, d. h. ohne Mikrofon, hat auch ein ausgebildeter Vollprofi gegen satten Rocksound keine Chance.</p>
<p class="Body">„Spring Awakening“ ist einen Besuch wert. Allerdings ist hinterher durchaus Gesprächsbedarf vorhanden, der befriedigt werden will. Dies liegt unter anderem auch daran, dass der erste Akt sich auf die Entwicklung der Jugendlichen fokussiert und die verschiedenen Charaktere vorstellt, während im zweiten Akt ein Unglück auf das nächste folgt. Hiermit wird das Publikum weitgehend allein gelassen. Ein heiterer Musicalabend ist definitiv etwas anderes, das Label „gute Unterhaltung“ kann man aber in jedem Fall vergeben.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Junge Bühne T.3, Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>26. April 2012</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Joanna Clamann, Cornelius Dane, Sonja Gornik, Ulrike Schäfer, Niclas Schmidt</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  Duncan Sheik / Oliver Hennes<br />
<strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong>  Theater Lüneburg<br />
</span></div>
</div>
</div>
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