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	<title>Lutz Standop-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Lutz Standop-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Ein gelungenes Konzept, um ein vermeintliches Tabu zu thematisieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2019 16:12:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Lichtenberger]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Broadway Backwards“ im Schmidt Theater ist nicht einfach ein unterhaltsames Konzert, bei dem Darsteller die Musicalhits von Frauen singen und Darstellerinnen sich an den Showstoppern der Männer versuchen. Die Kooperation von Transparence Theatre und Schmidt Theater nutzt dieses Benefiz-Konzert stattdessen, um nachdrücklich für die Anerkennung von Transgendern in der Gesellschaft zu werben. Transsexuelle bzw. Transgender-Personen akzeptieren die ihnen aufgrund des biologischen Geschlechts zugewiesene Geschlechterrolle nicht. Dies führt im privaten wie beruflichen Umfeld zu vielen Problemen – und auch die Behörden und Ärzte machen es den Betroffenen nicht gerade leicht.</p>
<p>Der Kampf gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung und somit für die Akzeptanz von Transgendern steht an diesem Abend im Mittelpunkt. Die Erlöse aus diesem Abend gehen an das Transgender-Kinder-Netzwerk Trakine e.V. sowie die Deutsche Gesellschaft für Transidentität &amp; Intersexualität dgti e. V.</p>
<p>Moderiert wird das Konzert von Kim Fisher und Brix Schaumburg, der als Mädchen geboren wurde und erst im Rahmen seiner Ausbildung zum Musicaldarsteller die Kraft und den Rückhalt fand, seine Transidentität zu akzeptieren und sich einer Geschlechtsangleichung zu unterziehen.</p>
<p>Zum Auftakt sangen die beiden Moderatoren ein Medley aus „My Shot“ (Hamilton) und „Ich hab getanzt heut Nacht“ (My Fair Lady) sowie „Man weiß nie, was man kriegt“ (erinnert irgendwie an Forrest Gumps Pralinenschachtel), einen Song, den Wolfgang Adenbergs und Roun Zieverink eigens für diesen Abend geschrieben haben.</p>
<p>Die fünfköpfige Band begleitete die 17 Künstler auf der Bühne mit Schwung und sorgte für große Begeisterung. Einzig Angelika Milster sang ihre beiden Songs zu Halbplaybacks.</p>
<p>Die meisten Künstler traten im Laufe des Abends zweimal auf. So gab Marian Campbell „Maria“ und “Endlose Nacht” zum Besten und Petter Bjällö schwelgte in „Erinnerung“ und sang ABBAs „Waterloo“ komplett auf Schwedisch, was gleichsam ungewohnt und vertraut klang. Seine Nervosität bei „Erinnerung“ ob Angelika Milsters Anwesenheit glaubt man ihm sofort.</p>
<p>Leon van Leeuwenberg brillierte mit „Sinn für Stil“ und „Wie Du“, wobei bei letztgenanntem Duett Lutz Standop den Part der jungen Sisi übernahm. Standop ließ bei „Stars and the Moon“ und „Wer kann schon ohne Liebe“ sein gänzlich vergessen, dass die Songs eigentlich für Frauen geschrieben wurden. Seine Interpretationen waren absolut authentisch.</p>
<p>Das Terzett aus „3 Musketiere“ (gemeinsam mit van Leeuwenberg und Andreas Lichtenberger) gehörte zu den emotionalsten Momenten des Abends.</p>
<p>Reginald Jennigs zeigte mit „All that Jazz“ und „And I am telling you“, dass Männer mit solch einer Soulstimme diese sogenannten Diven-Hymnen mehr als überzeugend intonieren können. Seine Tänzer schufen mit einer traumhaften Fosse-Choreographie den idealen Rahmen für diese Highlights. Isabel Dörfler bildete mit ihren beiden Songs „All I care about is love“ und „Die Musik der Nacht“ den perfekten Gegenpol: kraftvoll, unerbittlich und gerade im letzten Song unbeschreiblich tief leidend. Schlichtweg atemberaubend!</p>
<p>Angelika Milster lieferte mit „I am what I am“ und „We will rock you“ zwei Partyhymnen allererster Güte ab, auch wenn man leider sagen muss, dass sie diesen Rocknummern stimmlich nicht ganz gewachsen war. Doch das Publikum war begeistert und jubelte „seiner“ Diva zu.</p>
<p>Schöne Momente steuerten auch Nadja Scheiwiller (wenn auch ohne ihren erkrankten Mann Alexander Klaws) und Andreas Lichtenberger bei: Ihr Duett „Fremde wie ich“ klang wundervoll und wirkte einzig durch die körperlichen Größenunterschiede etwas ungewohnt. Dass die beiden Spaß an den vertauschten Rollen hatten ist unbestreitbar!</p>
<p>Bei Andreas Lichtenbergers Solo im 2. Akt („Liste falscher Kerle“) sorgten einige Zuschauer durch Gekicher ob des vermeintlich unpassenden Songtexts („als ich ein kleines Mädchen war“) für Kopfschütteln, aber auch solche Reaktionen gehören dazu. Richie Gooding sprang im zweiten Teil für Klaws ein und brachte ein sehr schön phrasiertes „Over the Rainbow“ zu Gehör.</p>
<p>Schließlich erfüllte sich auch Brix Schaumburg einen Traum und sang „She used to be mine“ aus „Waitress“, was in mehrerlei Hinsicht sehr berührend war, konnte der Song nämlich auch dahingehend interpretiert werden, dass er über sein früheres Ich singt.</p>
<p>Greta Bollig, die Vorsitzende vom dgti e.V., sorgte mit ihrer bewegten und bewegenden Lebensgeschichte für den thematischen Rahmen: Erst nach mehr als fünf Lebensjahrzehnten gelang es ihr zu ihrer Transidentität zu stehen. Dass sie auf dem Weg dorthin sehr gelitten hat und viele auch psychische Hürden bezwingen musste, wurde jedem klar, der ihren Beschreibungen der Reaktion ihres Kollegen und besten Freundes oder ihrer Familie gebannt lauschte. Dass man es im fortgeschrittenen Alter umso schwerer hat, eine Geschlechtsangleichung vornehmen zu lassen, beschrieb Bollig nachdrücklich.</p>
<p>Der Abend endete mit DER Musical-Hymne für Gleichberechtigung schlechthin: „Seasons of Love“ aus „Rent“ rührte Zuschauer und Künstler gleichermaßen zu Tränen und bildete den würdigen Abschluss für diesen gefühlvollen Abend, der ganz sicher und hoffentlich nicht nur bei den Abwesenden für ein ausgeprägtes Bewusstsein zum Thema Transgender gesorgt hat.</p>
<p>Von diesen Konzerten kann, darf und muss es in Zukunft noch sehr viele weitere im ganzen Bundesgebiet geben.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schmidt Theater, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 23. September 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong>Isabel Dörfler, Leon van Leeuwenberg, Marion Campbell, Nadja Scheiwiller, Andreas Lichtenberger, Reginald Jennings, Lutz Standop, Angelika Milster, Brix Schaumburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Idee: </span></strong>Kolja Schallenberg</span></div>
<div></div>
<div style="text-align: center;"><a href="https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Broadway-Backwards-Geschlechterrollen-ade,hamj86332.html"><strong>Bericht des NDR am 24.09.2019</strong></a></div>
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		<title>Legendärer Historienstoff vortrefflich vermusicalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jul 2018 05:49:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Fiedler]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Schöne]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Weyers]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Die Päpstin]]></category>
		<category><![CDATA[Fulda]]></category>
		<category><![CDATA[Lutz Standop]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Seibert]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Brussmann]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgehend von der Krönung von Papst Joannes Anglicus wird rückblickend die Lebensgeschichte von Johanna erzählt, die schon direkt nach ihrer Geburt vom Vater als Wechselbalg bezeichnet wird.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-2269 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196-400x283.jpg" alt="" width="400" height="283" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196-400x283.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196.jpg 768w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Heimlich lehrt die Mutter Johanna lesen und schreiben, was im 9. Jahrhundert n. Chr. alles andere als angebracht war für ein Mädchen. Zudem bringt sie ihrer Tochter bei, dass es neben dem katholischen Glauben noch andere Glaubensformen und Götter gibt, wie bspw. den germanischen Göttervater Odin.</p>
<p>Johannas Selbstständigkeit und ihr ausgeprägter Wissensdrang führen dazu, dass Aeskulapius, der eigentlich ihren Bruder auf die Klosterschule in Dorstadt mitnehmen möchte, auf sie aufmerksam wird. Als der Vater seine Zustimmung verweigert, dass auch Johanna mit auf die Klosterschule geht, laufen die Kinder nachts von zuhause weg. Gemeinsam gehen sie auf die Klosterschule und Johanna wird zum Schützling von Markgraf Gerold, der sie vor allen Anfeindungen durch die Klosterbrüder bewahrt.</p>
<p>Nach einem Normannenangriff, dem außer Johanna alle im Kloster zum Opfer fallen, sieht sie ihre einzige Chance darin, sich fortan als Mann zu verkleiden und geht als Mönch ins Kloster Fulda. Auch dort macht sie sich jedoch schnell Feinde, denn entgegen der katholischen Vorgaben beschäftigt sie sich intensiv mit den Schriften von Hippokrates und wendet dessen Heilungsmethoden erfolgreich an.</p>
<p>Doch genau diese Heilungskünste ebnen ihr den weg nach Rom, wo sie schon nach kurzer Zeit zum Leibarzt des Papstes wird.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2263 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sie, von der natürlich in Rom (außer Aeskulapius) keiner ahnt, dass sie eine Frau ist, erfreut sich ob ihres medizinischen Fachwissens großer Beliebtheit beim Volk. Als nach der Vergiftung ein neuer Papst gewählt wird, fällt die Wahl der Kardinäle auf sie. Am Ziel ihrer Träume angekommen, muss Johanna, gekrönt als Papst Joannes Anglicus, lernen, dass ihre Liebe zu Gerold und ihre Schwangerschaft sich nicht verheimlichen lassen. In einem dramatischen Finale erleidet Johanna eine Fehlgeburt vor den Augen der römischen Bürger, die sie selbst nicht überlebt.</p>
<p>Diese dem Reich der Mythologie entstammende Geschichte erlaubt viel Spielraum für Intrigen, und auch tiefe Gefühle – ob nun Liebe oder Hass – sind unumgänglich. Eine wahre Fundgrube für jeden Musicalautor! Dennis Martin (Musik), Peter Scholz (Produktion), Christoph Jilo (Dramaturgie) sowie Stanislav Moša (Regie) konnten für ihre Inszenierung, die in diesem Jahr zum zweiten Mal in Fulda gezeigt wurde, aus dem Vollen schöpfen.</p>
<p>Die wandelbare Drehbühne (Christopher Weyers) kommt dann auch entsprechend pompös daher. Ob römischer Säulengang, die ärmliche Hütte von Johannas Eltern, die Klosterschule, ein Bordell oder die päpstlichen Gemächer – mit wenigen zusätzlichen Großkulissen und den Treppenelementen lässt sich alles im „Handumdrehen“ glaubwürdig auf die Bühne bringen.<img decoding="async" class="size-medium wp-image-2271 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Etwas unnötig sind die Projektionen auf die Leinwand im Hintergrund der Großkulisse. Man sieht zum einen nicht viel davon, zum anderen gibt es immer mal wieder Fehlermeldungen, die davon zeugen, dass das verwendete System wohl noch nicht ganz ausgegoren ist.</p>
<p>Musikalisch bekommt das Publikum dank zusätzlicher Halbplaybacks vom Band einen fulminanten Sound geboten. Damit wird auch die vierte Reprise von „Wechselbalg“ nicht langweilig. Dennis Martins hat den Schwerpunkt ganz klar auf die Soli und Duette der Protagonisten gelegt. Ensemblenummern wie „Im Namen des Herrn“ oder „Jahrmarkt in St. Deny“ sind zwar lustig, aber mehr als Füllmaterial sind sie am Ende nicht.</p>
<p>Hingegen hat „Wehrlos, machtlos“, das Liebesduett von Johanna und Gerold im ersten Akt, das Zeug zu einem über die Grenzen dieses Stücks hinaus bekannten Musicalhit. Das liegt aber auch daran, dass Sabrina Weckerlin und Mark Seibert hierfür schlicht die ideale Besetzung sind. Ihre Stimmen harmonieren perfekt.</p>
<p>Die großartige Besetzung ist es auch, die „Die Päpstin“ so sehenswert macht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2265 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sabrina Weckerlin ist die Rolle der Johanna auf den Leib geschrieben. Sie ist in jeder Sekunde präsent, man leidet mit ihr, erlebt ihre Zweifel, aufkeimenden Gefühle für Gerold und Trauer um den verlorenen Bruder hautnah mit. Gesanglich ist sie über jeden Zweifel erhaben. Ihre Bandbreite reicht von gefühlvoller Ballade bis hin zu kraftvollen Rocknummern und sie überzeugt mit jedem einzelnen Song. „Allein“ ist ein Beispiel dafür, wie sie alle Zuschauer allein mit ihrer Stimme in ihren Bann zieht.</p>
<p>Doch auch Mark Seibert als Markgraf Gerold darf sowohl seine gefühlvolle als auch seine kämpferische Seite zeigen. Besonders schön war sein (geplanter?) Versprecher „Ich werde Wien &#8230; äh Rom noch heute verlassen!“. Die Zuschauer, die Seibert noch aus „Elisabeth“ oder „Mozart!“ kennen, hatten hier hörbar ihren Spaß!</p>
<p>Reinhard Brussmann ist das personifizierte Gewissen. Als Aeskulapius ist er Erzähler und Johannas Mentor gleichermaßen. Er hilft dem Publikum das Geschehen historisch einzuordnen und passt auf, dass Johanna nicht zu schaden kommt. Sein warmer Bariton geht unter die Haut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2264 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Rolle des Fieslings Anastasius hat Christian Schöne übernommen. Anastasius ist ein durch und durch machtbesessener, missgünstiger und neidischer Mensch, der Johannas Erfolg an der Klosterschule genauso missachtet wie ihren steilen Aufstieg in Rom bis zum Papst Joannes Anglicus – auch wenn er bis kurz vor Schluss nicht ahnt, dass diese beiden Widersacher ein und dieselbe Person sind. Angetrieben von seinem Vater Arsenius (Daniele Nonnis) setzt er alles daran, selbst Papst zu werden, was ihm zeitlebens nicht gelingen wird. Schöne verleiht diesem unangenehmen Charakter sehr viel Glaubwürdigkeit und bildet einen guten Gegenpart zu Weckerlins sanfter, aber nicht minder gewinnender Ausstrahlung. Nonnis ist als machtverwöhnter Vater Arsenius ebenfalls sehr überzeugend und hat seinen Sohn sehr gut im Griff (bis dieser ihn aus eigenem Machtdurst umbringt).</p>
<p>Lutz Standop darf als Bischof Fulgentius und Prior Rabanus seine Wandlungsfähigkeit zeigen. Als vulgärer Bischoff und noch viel mehr als warmherziger Prior weiß er zu überzeugen. Ihm kommt auch die Rolle zu, Johanna einmal mehr vor den Anfeindungen ihres Umfeldes zu schützen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2266 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 730w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein weiteres Highlight dieser Cast ist Anke Fiedler als Johannas Mutter sowie „Cesarin von Rom“, die mit ihrem Bordell so manche politische Entscheidung gewinnbringend für sich genutzt hat. Auch sie hat eigentlich nur ein Solo je Figur, legt hier aber soviel Energie hinein, dass sie das Publikum begeistert.</p>
<p>Am Ende sind es 5-6 Songs und 3-4 Protagonisten, die die gesamte Energie dieses Stücks transportieren und die Charaktere musikalisch beschreiben. Das ist schade für die anderen Darsteller, denn immerhin mühen sich hier mehr als 30 Künstler ab. Sie versuchen, die Lebensfreude und Ablehnung der Bevölkerung rund um Johanna in ihren verschiedenen Lebenslagen auszudrücken und geben ihr bestes, die Choreographien von Julia Poulet umzusetzen, was leider jedoch regelmäßig durch verpasste Einsätze misslingt.</p>
<p>Auch Stanislav Moša verleiht dem Stück nicht den erforderlichen Zusammenhalt. Es wäre wünschenswert, die Szenen zwischen den großen Duellen und Duetten von Johanna und Gerold oder Gerold und Anastasius mit Sinnhaftigkeit zu füllen. Die etwas planlos durch die Luft fliegenden Raben oder der an den „Zigeunerball“ im „Glöckner von Notre-Dame“ erinnernde „Jahrmarkt in St. Deny“ sind nur zwei Beispiele dafür, dass Buch und Regie deutliche Schwächen aufweisen.</p>
<p>Dennoch wird das Publikum durch „Die Päpstin“ sehr gut unterhalten, denn dramatische Stoffe mit charismatischen Hauptfiguren funktionieren – wie nicht zuletzt der Erfolg von „Elisabeth“ belegt. Und zumindest was die Songs der Titelfigur und deren Besetzung angeht, hat das Kreativteam in Fulda alles richtig gemacht.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schloßtheater Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 7. Juli 2018</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Sabrina Weckerlin, Mark Seibert, Reinhard Brussmann, Anke Fiedler, Lutz Standop, Christian Schöne</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Stanislav Moša / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<title>Ein farbenfrohes Spektakel frei nach Noah Gordon</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-farbenfrohes-spektakel-frei-nach-noah-gordon/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2016 11:14:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Holger Hauer]]></category>
		<category><![CDATA[Léon van Leuwwenberg]]></category>
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		<category><![CDATA[Marjan Lux]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Brussmann]]></category>
		<category><![CDATA[Sabrina Weckerlin]]></category>
		<category><![CDATA[Spotlight Musicals]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Adenberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen. Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei ...</p>
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<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei erfundenen Sequenzen aus Philipp Stölzls Film (2013) und kreiert damit schlussendlich ein buntes, charakterstarkes Bühnenfeuerwerk, in dem alle Gewerke ein gelungenes Gesamtkunstwerk ergeben.</p>
<p class="Body">Unterstützung holt sich Martin von Marian Lux (Musik) sowie Wolfgang Adenberg und Christoph Jilo (Texte). Gemeinsam gelingt es ihnen, die lange, verschachtelte Handlung kurzweilig und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen.</p>
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<p class="Body">Wie rau der Umgang im England des beginnenden 11. Jahrhunderts untereinander war, zeigt das Ensemble eindrucksvoll in „Die Zeiten sind hart“. Die Ellenbogengesellschaft spiegelt sich in Kim Duddys moderner, abwechslungsreicher Choreographie wider. Teile des Ensembles rotten sich tänzerisch immer wieder gegen andere zusammen; der Klassenkampf ist allgegenwärtig. Und mittendrin der kleine Rob, der nicht weiß wie er nach dem Tod des Vaters als einziger „Mann“ im Haus seine Mutter und Schwestern versorgen soll.</p>
<p class="Body">Als seine Mutter an der Seitenkrankheit (heute Appendizitis oder Blinddarmentzündung genannt) stirbt, nimmt sich ein Bader des kleinen Jungen an und schürt in ihm den Drang, Krankheiten heilen zu wollen. Robs besondere Gabe, mit seinen Händen den bevorstehenden Tod seines Gegenübers spüren zu können, nutzt der Bader für seine Zwecke aus. „Für Leib und Seele“ ist ein in sich stimmiger Song, kompositorisch vielleicht etwas zu glatt, doch die Texte funktionieren sehr gut und das durchtriebene Wesen des Baders kommt klar zum Vorschein.</p>
<p class="Body">Der Wechsel vom Kind Rob zum Erwachsenen gelingt inszenatorisch sehr gut. Robs Neugierde und Wissensdrang treiben ihn weg vom Bader. „Ich muss es tun“ erinnert vage an Frank Wildhorns „Jekyll &amp; Hyde“, passt aber gut zu Robs Ambitionen, die Heilkunst zu studieren und England den Rücken zu kehren. Der Bader unterstützt ihn in seinen Ambitionen und empfiehlt ihm einen jüdischen Medicus namens Ibn Sina, der im persischen Isfahan an der Madrassa menschliche Heilkunst lehrt.</p>
<p class="Body">Auch „Das ist mein Weg“ ist poppig und eingängig, doch melodisch einmal mehr zu glattgeschliffen. Was hier allerdings störend auffällt, ist der große Anteil Hall, den man unter die Stimmt von Friedrich Rau (Rob) gelegt hat. Es klingt so, als würde er in einer Kirche singen, was sich auch bei Sabrina Weckerlins (Mary) Soli wiederholt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.</p>
<p class="Body">Auf seiner Reise gen Süden strandet Rob wetterbedingt in einem kleinen Dorf, in dem sich nach und nach alle versammeln, die nach Persien weiterziehen wollen. „Wir stecken fest in diesem Nest“ ist ein überaus fröhliches, interkulturelles Wehklagen aller Anwesenden, das mit seinen jüdischen, irischen und poppigen Klangelementen und den mitreißenden, modernen Choreographien trotz der frustrierenden Situation der Protagonisten für jede Menge guter Laune im Publikum sorgt.</p>
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<div>Die Reprise des Songs in Slow-Motion überzeugt ebenfalls durch eine sehr akzentuierte, sauber getanzte Choreographie.</div>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="305" height="377" />Rob und Mary verlieben sich schon bei ihrem ersten Treffen und genießen die Zeit zu Zweit. So schön „Kilmarnock“ (Mary Solo, in dem sie sich an ihre schottische Heimat erinnert) ist, so banal kommt das Trennungsduett der beiden Liebenden daher als feststeht, dass Rob seinen Plan, ein Medicus zu werden, weiterverfolgen und nicht mit Mary und ihrem Vater nach Schottland zurückkehren wird.</p>
<p>Der Kulissenwechsel vom Balkan zur Silhouette Isfahans ist sehr gelungen, da man den Sandsturm, durch den Rob sich durchkämpft, nutzt, um die Bühne komplett umzugestalten und in eine andere, farbenfrohere Welt zu tauchen.</p>
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<p class="Body">Die Aussage „Unter diesem Dach lebt das Wissen der Welt“ ist zwar ein wenig pathetisch, doch es entspricht der Wahrheit, dass die Wissenschaft in Persien zu der damaligen Zeit deutlich fortgeschrittener war und man intensiver forschte als in England.</p>
<p class="Body">Um an der Madrassa studieren zu können, muss sich Rob als Jude verkleiden und nimmt mit „Jesse ben Benjamin“ einen neuen Namen an. Er macht große Fortschritte und findet in Mirdin und Karim, dem Neffen des Schahs, gute Freunde.</p>
<p class="Body">Lutz Standop gibt den pflichtbewussten Juden Mirdin, der als erster aus der Gruppe von Ibn Sina zum Hakim (Arzt) ernannt wird. Sein jüdisches Gebet gehört zu den absoluten Highlights des Abends. Es wirkt sehr authentisch und Standop trägt es vollkommen unaufgeregt vor, so dass Melodie und Sprache ihre volle Wirkung entfalten können.</p>
<p class="Body">Als Karim, der Klassenclown, aber nicht minder clevere Schüler Ibn Sinas, steht Andreas Wolfram auf der Bühne des Schlosstheaters. Die extrovertierte Art und der Sarkasmus, die diese Figur ausmachen, kann er überaus glaubwürdig transportieren und mehr als einmal sorgt er für Lacher mit seinem spitzbübischen Charme.</p>
<p class="Body">Am Ende des ersten Akts geht es allen gut und sie feiern ein großes Fest („Hier im Herzen der Stadt“). Die Kostüme (Ulrike Kremer) sind farbenfroh, die Choreographien sind arabisch angehaucht und das Ensemble platzt fast vor Energie. Die strahlenden Gesichter und ausdrucksstarke Mimik und Gestik sind an einigen Stellen dann aber doch zu viel. Dies mag aber der Tatsache geschuldet sein, dass die besuchte Vorstellung gefilmt wurde und jeder noch ein bisschen mehr als sonst gezeigt hat.</p>
<p class="Body">So positiv der erste Akt endete, so erschütternd startet die zweite Hälfte: „Die Pest ist in der Stadt“ und rafft große Teile der Bevölkerung dahin. Dazu gehören auch der Schah und dessen Bruder. Daher wird Karim, der so gar keinen Bezug zum Herrschertum hatte, der neue Schah.</p>
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<p class="Body">Gleichzeitig gelingt es Rob an einem Rattenkadaver zu veranschaulichen wie sich die Pest ausbreitet. Den Ärzten und Studenten der Madrassa gelingt es, die Krankheit durch strikte Hygienemaßnahmen einzudämmen und schließlich ganz zu bekämpfen.</p>
<p class="Body">Reinhard Brussmann zeigt als Ibn Sina viel Tiefe und Stattlichkeit. In sein Solo „Die Gabe“ legt er viel Gefühl und sein warmer Bariton sorgt für eine wohlige Gänsehaut.</p>
<p class="Body">Das genaue Gegenteil hiervon ist Wolfram als neuer Schah: Er wirkt kampflustig und ist getrieben von Rache. Er ist arrogant und behandelt seine Angestellten und sein Volk von oben herab. Karim sonnt sich im Gehorsam seiner Untertanen („Ala Schah“; leider wieder mit zu viel Hall) und merkt zu spät, dass er seine Freundschaft zu Mirdin und Rob damit aufs Spiel setzt.</p>
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<p class="Body">Rob nimmt Karims „Geschenk“ an als er in einer der Sklavinnen Mary erkennt und ehelicht diese Ihr Vater wurde ermordet und sie nach Isfahan verschleppt. Der Sternenhimmel, der die Bühne überspannt, als die beiden ihr unerwartetes Wiedersehen feiern („Wenn die Sterne mit uns sind“), ist sehr gelungen.</p>
<p class="Body">Obwohl sich alles in ihm aufbäumt und er sich und seine Frau am liebsten sofort in Sicherheit bringen möchte, muss Rob doch seine Aufgabe erfüllen: Er muss einfach wissen, wie es in einem Menschen aussieht. Er liefert sich einen beeindruckenden Schlagabtausch mit Ibn Sina, der ihm nachdrücklich davon abrät, hier auf eigene Faust zu handeln, da dies allen Regeln des Islams widersprechen würde.</p>
<p class="Body">Rob setzt sich darüber hinweg („Ich muss es tun“) und beginnt im dunklen Keller der Madrassa Leichen aufzuschneiden und das abzuzeichnen, was er dabei entdeckt.</p>
<p class="Body">Parallel bereiten die beiden Frauen von Mirdin und Rob alles für die Rückkehr von Mirdin vor, der als Leibarzt des jungen Schahs mit auf dessen Feldzug musste. Der Text zu diesem Damen-Duett („Ein Arzt in der Familie“) ist mit einem Augenzwinkern abgefasst und macht viel Freude.</p>
<p class="Body">Leider erliegt Mirdin jedoch kurz nach der Rückkehr seinen schweren Verletzungen, die er sich zuzog als er &#8211; ganz pflichtbewusster Arzt – Verwundeten auf dem Schlachtfeld helfen wollte.</p>
<p class="Body">Rob schäumt vor Wut als er merkt, wie leichtfertig Karim das Leben von Mirdin aufs Spiel setzte. Es ist „Alles nur ein Spiel“ – mit dieser Aussage Karims kann und will Rob sich nicht zufrieden geben. Es kommt zu einem finalen Wortgefecht der beiden früheren Freunde.</p>
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<p class="Body">Diese Szene ist absolut treffend inszeniert (Regie: Holger Hauer), spielt sie sich doch auf einem Schachbrett ab. Karim hat Rob dieses Spiel seinerzeit gelehrt, nun stehen die beiden (Karim in Schwarz, Rob in Weiß) oberhalb der Tanzfläche, auf der zwei Gruppen schwarz und weiß gekleideter Tänzer gegeneinander antreten, und keiner hört dem anderen mehr zu.</p>
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<p class="Body">Wolframs leichtes Nuscheln lässt Karim noch hochm</p>
<p class="Body">ütiger erscheinen. Dass er mit seinen Handlungen, zu denen auch die Vergewaltigung von Mary gehört, letztlich Robs Leben gerettet hat, vermag dieser nicht verstehen zu wollen. Rob sieht in Karim all das Böse gegen das er zeitlebens angekämpft hat. Karim schickt Rob weg aus Isfanan– einmal mehr, um ihn zu retten – denn der Schah weiß, dass seine Widersacher schon vor der Toren der Stadt stehen. Er sollte Recht behalten &#8211; Karim wird von seinen Feinden ermordet.</p>
<p class="Body">Kurz bevor Rob und Mary Isfanan verlassen, schleicht sich dieser nochmal zu Ibn Sina, der sich selbst gestellt hat, als man herausfand, dass sich jemand an den Leichen zu schaffen gemacht hat.</p>
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<p class="Body">Rob ist tief getroffen als er davon erfährt und zeigt ihm seine Aufzeichnungen. „Wenn wir jetzt nicht weitergeh’n“ ist ein gleichsam berührendes und motivierendes Abschiedslied des großen Ibn Sina. Als dieser Rob erzählt, dass er schon lange schwer krank ist und Rob mithilfe seiner Gabe den nahenden Tod seines Meisters sieht, weiß er, dass sich Ibn Sina nicht für ihn, sondern letztendlich für die Wissenschaft geopfert hat.</p>
<p class="Body">Mit diesem Vermächtnis machen sich Rob und Mary wieder auf nach Schottland, wo sie etwas spontan in der nächsten Szene schon mit ihrem 8-jährigen Sohn am Tisch sitzen, der sich die Geschichte des Medicus von seinem Vater hat erzählen lassen. „Es fühlt sich nach Heimat an“ ist ein trauriges, aber irgendwie doch versöhnliches Finale für diese aufregende Reise.</p>
<p class="Body">Es passiert tatsächlich viel in diesem gut zweieinhalbstündigen Musical. Und es gibt viel anzuschauen. Ein Literaturepos adaptiert man eben nicht „mal eben so“ für die Bühne. Alles in allem kann man den Kreativen jedoch nur zu ihrem gelungenen Werk gratulieren.</p>
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<p class="Body">Bühne, Kostüm und Licht (Pia Virolainen) ergänzen sich perfekt und schaffen so stimmungsvolle Welten – egal ob im dunklen, dreckigen London oder im sonnig-bunten Persien – in denen es viele gut ausgearbeitete Details zu erspähen gibt.</p>
<p class="Body">Musikalisch ist „Der Medicus“ kein herausragendes Werk, dazu ähneln sich die Songs zu sehr. Einzig das jüdische Gebet hat das gewisse Etwas. Daran ändern auch die exzellenten Orchestrierungen und Arrangements von einem Könner wie Michael Reed nichts. Sicherlich spielt hier mit hinein, dass einige Stücke durch zu viel Hall ihre emotionale Wirkung nicht erzielen konnten.</p>
<p class="Body">Was dieses Stück aber vor allem sehenswert macht, sind die Darsteller, die sich der Mammutaufgabe gestellt haben, Charakteren Leben einzuhauchen, zu denen sicherlich viele Zuschauer &#8211; entweder dank ihrer eigenen Phantasie nach dem Lesens des Buchs oder durch den Film – bereits konkrete Vorstellungen im Kopf hatten.</p>
<p class="Body">Am besten gelingt dies Andreas Wolfram, Lutz Standop und Reinhard Brussmann. Sie machen ihre so unterschiedlichen Figuren erlebbar. Wolfram mit viel Süffisanz, Standop durch viel Demut und Brussmann durch ihm eigene stattliche Bühnenpräsenz.</p>
<p class="Body">Friedrich Rau steht in fast jeder Szene auf der Bühne und absolviert somit jeden Abend ein beachtliches Programm. Sein Rob ist energisch und authentisch. Er überzeugt als guter Freund genauso wie als wissbegieriger Student mit eigenem Kopf.</p>
<p class="Body">Sabrina Weckerlin hat als Mary ihren Vater (Léon van Leuwwenberg) gut im Griff. Dass sie die Vergewaltigung durch den Schah stoisch über sich ergehen lässt und hinterher voller Zweifel und Selbsthass wieder zu ihrem Mann zurückkehrt, bringt Weckerlin sehr gut über die Rampe. Gesanglich verkauft sie sich hier jedoch eindeutig unter Wert. Denn außer leisen, wehklagenden Tönen ist von ihr als Mary leider nichts zu hören.</p>
<p class="Body">Das insgesamt 32-köpfige Ensemble gewinnt das Publikum mit seinen schwungvollen Tanzeinlagen und guter (wenn auch manchmal etwas zu ausgeprägter, wachsartiger) Mimik für sich. Da ist es nur zu verständlich, dass die Zuschauer schon bei den ersten Klängen des Finales aufstehen und die Darstellerinnen und Darsteller mit tosendem Applaus feiern.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Schlosstheater, Fulda</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> </span>12. August 2016</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Friedrich Rau, Sabrina Weckerlin, Andreas Wolfram, Lutz Standop, Reinhard Brussmann, Léon van Leuwwenberg<br />
</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Dennis Martin / Holger Hauer<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals GmbH</span></div>
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