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	<title>Lübeck-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Lübeck-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Der Titelheld hat in dieser Inszenierung keine Chance gegen Fagin!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Nov 2017 20:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Murray]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lionel Barts beliebter Klassiker steht in Lübeck in dieser Spielzeit in einer sehr voluminösen Inszenierung von Wolf Widder auf dem Spielplan. Charles Dickens Roman vom kleinen Waisenjungen Oliver, der nach einer schauerlichen „Waisenhauskarriere“ in den Fängen der Taschendiebbande von Fagin landet und bei einem seiner Beutezüge dank einer sehr glücklichen Fügung seinen Großonkel kennenlernt, ist ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lionel Barts beliebter Klassiker steht in Lübeck in dieser Spielzeit in einer sehr voluminösen Inszenierung von Wolf Widder auf dem Spielplan. Charles Dickens Roman vom kleinen Waisenjungen Oliver, der nach einer schauerlichen „Waisenhauskarriere“ in den Fängen der Taschendiebbande von Fagin landet und bei einem seiner Beutezüge dank einer sehr glücklichen Fügung seinen Großonkel kennenlernt, ist hinlänglich bekannt. Spätestens nach dem letzten großen West End Revival 2009 haben viele Theater den Stoff wieder für sich entdeckt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2236 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13-400x258.jpg" alt="" width="400" height="258" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13-400x258.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_13.jpg 600w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Katja Lebelt hat für die Handlung zu Beginn der Industrialisierung den passenden düsteren Rahmen geschaffen. Den grauen, teilweise mit verblichenen Postern plakatierten Hauswänden stehen farbenfrohe Kleider der Damen der Middle und Upper Class gegenüber. Auch die Kinder von Fagins Diebesbande und Nancy tragen den ein oder anderen farbenfrohen Akzent zur Schau.</p>
<p>Mit beweglichen Elementen wird durch wenige Handgriffe aus Fagins Räuberhöhle schnell ein Marktplatz. Durch diesen effektvollen Einsatz von Bühnenteilen beweist das Theater Lübeck einmal mehr, dass sich (nicht nur) seine Musicalproduktionen sehen lassen können.</p>
<p>Spannend an dieser Produktion ist zudem die große Anzahl an kleinen und großen Darstellern auf der Bühne: Neben den Chören der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen sowie des Katharineums ist der beachtliche Statisterie-Chor zu erleben. Hinzu kommen noch mehr als 20 Solisten, in diesem Jahr angeführt von den Gästen Chris Murray als Fagin, Thomas Christ als Bill Sikes und Femke Soetenga als Nancy.</p>
<p>Leander Härtel müht sich als Oliver Twist redlich, den hohen Erwartungen, die mit dieser Rolle verbunden sind, gerecht zu werden. Da er im Vergleich zu vielen anderen Kindern auf der Bühne recht groß ist, fehlt ihm der „Niedlichfaktor“. Zudem singt er tendenziell eher klassisch und wechselt sehr oft zwischen Kopf- und Bruststimme. Das Unbefangene, Kindliche, was diesen cleveren, vom Schicksal gebeutelten Jungen ausmacht, geht Härtel leider gänzlich ab.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2235 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06-266x400.jpg" alt="" width="266" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06-266x400.jpg 266w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_06.jpg 333w" sizes="(max-width: 266px) 100vw, 266px" /></p>
<p>Als Artful Dodger, der Vorzeige-Taschendieb aus Fagins Bande, steht mit Paul Schiffner ein frecher Junge auf der Bühne, der zwar optisch und spielerisch ganz sympathisch über die Rampe kommt, leider die Spielfreude jedoch gesanglich nicht umsetzen kann. Schon sein erster Song („Komm, fühle dich ganz zuhaus“), eine schwungvolle Mitklatschnummer, gerät durch die fade Interpretation schnell wieder in Vergessenheit.</p>
<p>Sicherlich mag es streng erscheinen, mit den Kindern auf der Bühne so hart ins Gericht zu gehen. Doch bei „Oliver“ stehen eigentlich genau diese Kinder im Mittelpunkt des Interesses&#8230; Eigentlich. In Lübeck ist der Star der Show jedoch ganz klar Fagin! Chris Murray spielt mit wechselnden Dialekten, ist gesanglich über jeden Zweifel erhaben, behandelt die Kinder fast väterlich-liebevoll und wirkt phasenweise wie die Karikatur des fiesen Bandenchefs.</p>
<p>Herausragend ist die Szene, in der Fagin sich seiner ganz persönlichen Schmuckschatulle widmet und mit den einzelnen Schmuckstücken spielt, ihnen Namen gibt und sich wie ein Kind in diesem Spiel verliert. Scheinbar ist Wolf Widders Idee von Fagin von einer gewissen Schizophrenie geprägt. Doch obwohl man Fagin eigentlich anders kennt, passt diese Charakterausarbeitung sehr gut und ist mit Chris Murray perfekt besetzt.</p>
<p>Femke Soetenga darf die Rolle der „großen Schwester“ spielen, die sich rührend um Oliver kümmert, gleichzeitig an ihrer Liebe zum gewalttätigen Bill Sikes fast verzweifelt und am Ende ihr Leben gibt, um Oliver vor Sikes zu retten. Leider wird sie am Premierenabend ein Opfer der Tontechnik, denn ihre durchaus kraftvollen Soli kommen durch einen dicken Wattevorhang beim Publikum an. So kann das an sich lustige „Um-Pa-Pa“ natürlich nicht zünden. Durch ihr einfühlsames Spiel macht sie jedoch vieles wieder wett.</p>
<p>Bill Sikes gerät in dieser Inszenierung fast zu einer Randfigur. Thomas Christ spielt grausam und blutrünstig, kann aber mit den wenigen Gesangspassagen kaum zeigen, was tatsächlich in ihm steckt. Immerhin hat er auch in Lübeck schon Hauptrollen wie Jean Valjean („Les Misérables“) überzeugend gespielt.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2239 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017-400x262.jpg" alt="" width="400" height="262" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017-400x262.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/05/oliver_017.jpg 600w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die weiteren Figuren sind rollendeckend besetzt – allen voran natürlich Mr. Bumble, dessen Interpretation dem Publikumsliebling Steffen Kubach sichtlich Spaß macht. Auffällig ist, dass das Stück insgesamt sehr dialoglastig ist. Die Songs treten in der aktuellen Inszenierung fast in den Hintergrund. Dies liegt sicherlich nicht an dem wie immer großen, klangvollen Lübecker Orchester unter der Leitung Adrian Pavlovs. Doch so richtig springt der Funke nicht über.</p>
<p>Dies spürt man auch beim Premierenapplaus, bei dem die heutzutage fast obligatorischen stehenden Ovationen nur sehr schleppend den Saal erobern. Doch auch hier zeigt der Applaus, dass das Publikum insbesondere von Chris Murray besonders angetan schien. Nicht nur sein finales Lamento („Überdenke ich meine Lage“) ist absolut großartig.</p>
<p>Nach dieser teilweise recht langatmigen Inszenierung, in der es nur wenige Lichtblicke (u. a. die Choreographien von Harald Kratochvil) gab, bleibt die Frage: Geht es in diesem Stück um Oliver und das Happy End, das er nach fast drei Stunden erleben darf, oder vielleicht doch um das abwechslungsreiche Leben, das den Charakter von Fagin zu einem Spannungsfeld aus Überleben und Wahnvorstellungen geformt hat?</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 17. November 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Chris Murray, Femke Soetenga, Thomas Christ, Steffen Kubach, Leander Härtel, Paul Schiffner</span></span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Wolf Widder / Lionel Bart</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Oliver Malzahn<br />
</span></div>
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		<title>Ein etwas langatmiger Klassiker mit kreativen Kulissen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-etwas-langatmiger-klassiker-mit-kreativen-kulissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Aug 2013 14:29:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Der Mann von La Mancha]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Reichardt]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
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<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Erneut wagt sich das Theater Lübeck zur Spielzeiteröffnung 2013/2014 an einen klassischen Musicalstoff: Mitch Leighs Tony-dekoriertes Stück „Der Mann von La Mancha“ findet in der Regie von Pascale-Sabine Chevroton seinen Weg ins 21. Jahrhundert.</p>
<p class="Body">Anstatt jedoch das Stück einer radikalen Verjüngungskur zu unterziehen, belässt man Kostüme und Bühne im Stil des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Der Bühnenboden ist mit Holzspänen ausgestreut, die Kostüme sind in Beige- und Brauntönen gehalten, auch die Requisiten wirken stimmig.</p>
<p class="Body">„Der Mann von La Mancha“ ist als Stück im Stück aufgebaut. Die Handlung spielt auf drei Ebenen: Der Schriftsteller Miguel Cervantes wartet im Gefängnis auf die Inquisition. Er muss sich zudem vor seinem Mitgefangenen als angeklagter Idealist, schlechter Dichter und Ehrenmann rechtfertigen und verteidigt sich mit der Geschichte von Alonso Quijana, der wiederum in seiner Phantasiewelt als Don Quixote de la Mancha zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat.</p>
<p class="Body">Gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Pansa reitet Don Quixote ins erste Abenteuer. Dabei werden Rosinante und der Esel mit unterschiedlich hohen Leitern und verschiedenartigen Pappmaché-Köpfen stilisiert dargestellt. Das funktioniert sehr gut, zumal die Puppenspieler Augen und Ohren der Tierköpfe mit bewegen können und so die Illusion einer aktiven Teilnahme am Geschehen erzeugen. Auch die weltbekannten Windmühlen, die Don Quixote für einen Riesen hält, werden durch sich drehende Leitern im Hintergrund nur angedeutet. Doch in dieser Konsequenz ergänzen sich Bühnenbild und Requisiten ideal.</p>
<p class="Body">Eine immer wieder ins Geschehen eingebundene Flamenco-Tänzerin (Cornelia La Minera) zeigt überdeutlich, dass wir uns an diesem Abend in Spanien befinden. Leider fehlt es ihr ein wenig an Feuer, so dass sie mehrfach eher verstörend und fehl am Platz wirkt.</p>
<p class="Body">Durch den hohen Dialoganteil dauert es nach der voluminösen Ouvertüre sehr lange bis das Musical an Fahrt gewinnt. Sancho Pansas Liebeserklärung an seinen Herrn „Ich mag ihn“ ist die erste rundum gelungene Szene, die mit viel Selbstironie auftrumpft. Dies mag aber auch daran liegen, dass Theodor Reichardt (Sancho Pansa) über viel komödiantisches Geschick verfügt und seine Nebenfigur treffend in den Vordergrund zu lenken weiß.</p>
<p class="Body">Vasiliki Roussi gibt eine wunderbar widerborstige Aldonza, die sich zunächst im wahrsten Sinne mit Händen und Füßen gegen Don Quixotes Anhimmelung als Dulcinea wehrt. Sie zeigt gleichsam unbändige Energie als Schenken-Dirne als auch tiefe Gefühle an Quijanas Sterbebett. Ihre rauchige, ungewöhnliche Stimme ist sicherlich Geschmackssache, aber das Lübecker Publikum liegt ihr zu Füßen.</p>
<p class="Body">Das Finale des ersten Akts erinnert „A Chorus Line“, tanzt das Ensemble mit den „Goldhelmen des Mambino“ zumindest ansatzweise die bekannten Zylinder-Choreographien von Michael Bennett nach.</p>
<p class="Body">Die zweite Hälfte ist wesentlich kompakter und weniger langatmig als der erste Akt. Der Showstopper „Der unmögliche Traum“, den man von unzähligen Musical-Galas kennt, wird von Hauptdarsteller Steffen Kubach gut über die Rampe gebracht, doch seine sehr pointierte Aussprache stört die Harmonie des Songs ein wenig. Die folgende aberwitzig choreographierte Kampfszene versöhnt hierfür.</p>
<p class="Body">In Sachen Gesang lässt es das Ensemble an einigen Stellen sehr vermissen. So spielt Norbert Wendel den Gastwirt und Gouverneur durchweg überzeugend, doch seine Gesangssequenzen ähneln mehr einem Sprechgesang und haben mit Musical nicht viel gemein. Hingegen verkauft sich Boris Becker als Herzog und Dr. Carrasco deutlich unter Wert. Beim Finale wird deutlich, dass er gesanglich sehr viel mehr zu bieten hat als seine Rolle hergibt. Dino di Iorio holt als Pater alles aus seinen Mini-Part heraus und hinterlässt einen charmanten bleibenden Eindruck.</p>
<p class="Body">Pascale-Sabine Chevroton zeichnet neben der Regie auch für die Choreographie verantwortlich. Besonders gelungen die Vergewaltigungsszene, in der Aldonza erfolglos versucht, sich die Saufbolde in der Schenke vom Hals zu halten. Die Seiltuch-Choreographie fügt sich perfekt ein und komplettiert eine Szene, die sehr an experimentelles Tanztheater erinnert.</p>
<p class="Body">Sehr kreativ und aus der übrigen Inszenierung eher unpassend herausragend, sind die Kostüme der Inquisitoren, die einen von Cervantes&#8216; Zellengenossen abholen sowie des großen Magiers (Becker), der nicht nur optisch an Darth Vader erinnert, sondern durch die Stimmverzerrung auch ähnlich seltsam klingt.</p>
<p class="Body">Stimmig wirkt es hingegen wieder als zum Finale alle Phantasiegestalten, denen Don Quixote im Laufe seines Lebens (nicht jedoch im Rahmen des Musicals) begegnet, gemeinsam mit allen anderen Ensemblemitgliedern auf der Bühne stehen.</p>
<p class="Body">„Der Mann von La Mancha“ erzählt die Geschichte von einem Mann, der nur an das Gute im Menschen glaubt. Er hält „Tatsachen für die Feinde der Wahrheit“ und kann sich nicht vorstellen, dass irgend jemand das anders sehen könnte. Leider schafft es die aktuelle Lübecker Inszenierung nicht, diese positive Lebenseinstellung zu vermitteln. Dem Stück fehlt es an Schwung, obwohl Kubach seine drei Rollen mit viel Energie über die Rampe bringt. Doch es gelingt ihm nicht, das Stück allein zu tragen. Die Nebensteller Roussi und Reinhardt haben zwar ihre Highlight-Momente, doch auch sie tragen nicht zu einem gelungenen Ganzen bei. Das ist sehr schade, denn das Orchester intoniert die bald 60 Jahre alten Melodien mitreißend und die Bühne lässt viel Spielraum zwischen dem Gefängnis-Käfig und der Phantasiewelt Don Quixotes.</p>
<p class="Body">Vielleicht wäre es nach 60 Jahren an der Zeit, Leighs Werk einmal grundlegend zu entstauben, zu straffen und die Charaktere noch mehr auszuarbeiten. Das erfordert natürlich Mut (und die entsprechenden Rechte seitens des Verlags), aber zumindest in Ansätzen war von dem erforderlichen frischen Geist und Mut im Lübecker Theater etwas zu spüren.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>23. August 2013</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Steffen Kubach, Vasiliki Roussi, Theodor Reichardt</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Pascale-Sabine Chevroton<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong>  Jochen Quast<br />
</span></div>
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		<title>Endlich mal eine glaubwürdige Ikone</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/endlich-mal-eine-glaubwuerdige-ikone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 11:48:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Evita]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Fallheier]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Michaela Kovarikova]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit September 2008 wird Andrew Lloyd Webbers „Evita“ in einer sehr frischen Inszenierung im Theater Lübeck aufgeführt. Jörg Fallheier verzichtet auf die üblichen Klischees und zeigt eine sehr menschliche Evita, umgeben von ebenso ‚normalen’ Weggefährten wie Perón oder Ché. Bei den großen Ensemblenummern kann das Theater Lübeck wie immer aus dem Vollen schöpfen und fährt ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_301">
<div class="style_2">
<p class="Body">Seit September 2008 wird Andrew Lloyd Webbers „Evita“ in einer sehr frischen Inszenierung im Theater Lübeck aufgeführt. Jörg Fallheier verzichtet auf die üblichen Klischees und zeigt eine sehr menschliche Evita, umgeben von ebenso ‚normalen’ Weggefährten wie Perón oder Ché.</p>
<p class="Body">Bei den großen Ensemblenummern kann das Theater Lübeck wie immer aus dem Vollen schöpfen und fährt nehmen dem kompletten Gesangsensemble den Extrachor sowie den Kinder- und Jugendchor auf. Das wirkt in den Massenszenen unter Peróns Balkon sehr intensiv und beim Requiem um ein Vielfaches beklemmender als man es sonst gewohnt ist.</p>
<p class="Body">Die Handlung wird ohne Schnörkel erzählt, die Figuren sind klar und es werden nur die Hauptakteure optisch und akustisch hervorgehoben.</p>
<p class="Body">Michaela Kovarikova ist eine junge Darstellerin, die altersmäßig exzellent auf die Rolle passt. Endlich mal keine Enddreißigerin / Mittvierzigerin, die den Zuschauer über lange Strecken des Stücks weismachen will, sie sei in ihren Zwanzigern. Allein diese Tatsache trägt schon viel zur Glaubwürdigkeit der Figur Evita bei. Mit viel jugendlicher Energie und Frische wickelt sie nicht nur Perón um den Finger. Ihre Ausstrahlung wirkt auch noch in den letzten Reihen des Theaters. Man vermag zu erahnen, warum ein ganzes Land dieser zierlichen, energischen Frau verfallen ist.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_453">
<div class="style_2">
<p class="Body">Lokalmatador Steffen Kubach gibt einen wunderbar aristokratischen Juan Perón, lässt aber auch tiefe Gefühle für die Frau an seiner Seite durchblicken.  Das Zusammenspiel von ihm und Michaela Kovarikova ist trotz des beeindruckenden Größenunterschiedes (Kubach überragt Kovarikova um geschätzte 30 cm) stimmig. Sie harmonieren in den Liebesszenen und zeigen ebenso viel Kraft in ihren Auseinandersetzungen.</p>
<p class="Body">Der Dritte im Bunde ist Thomas Christ als Ché. Frech wirbelt er über die Bühne, hält dem Fußvolk gekonnt den sprichwörtlichen Spiegel vor, treibt die Descamisados an, stachelt sie wenn nötig auf und gibt dem ganzen Spektakel die notwendige nachdenklich-sarkastische Note.</p>
<p class="Body">Gesanglich setzen Thomas Christ und Michaela Kovarikova die Highlights. Das liegt natürlich zum einen an den intensiven Soli und Duetten ihrer Rollen, aber denen muss man auch erst einmal gewachsen sein. Und das sind beide Darsteller! Gekonnt setzen sie die verschiedenen Leidensphasen ihrer Charaktere akustisch um. Bei beiden schwingt immer sehr viel Emotion mit.</p>
<p class="Body">Ludwig Pflanz treibt sein großes Orchester erneut zu Höchstleistungen an und rundet so das Gesamterlebnis „Evita“ im Theater Lübeck ab.</p>
<p class="Body">Seit Jahren erfreut das Theater in der Marzipanstadt sein Publikum mit gelungenen Inszenierungen weltbekannter Musicals und bisher sind diese auch immer ein voller Erfolg gewesen! Weiter so!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>13. September 2008</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Thomas Christ, Michaela Kovarikova, Steffen Kubach</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong> Regie / <span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Jörg Fallheier  / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck<br />
</span></p>
</div>
</div>
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		<item>
		<title>Kreative Regie entstaubt den Klassiker</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/kreative-regie-entstaubt-den-klassiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 10:18:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kai Bronisch]]></category>
		<category><![CDATA[Les Miserables]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesmal also in Lübeck. Zum x-ten Mal sterben die Studenten den Barrikadentod auf einer Stadttheaterbühne, zum x-ten Mal wurde versucht, einem Klassiker des Musicals neues Leben einzuhauchen, zum x-ten Mal gab ein mehr als 40-köpfiges Ensemble alles, um die Bühne vor Energie vibrieren zu lassen. Nichts Neues also im Norden? Der gleiche langweilige Einheitsbrei wie ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/kreative-regie-entstaubt-den-klassiker/">Kreative Regie entstaubt den Klassiker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
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<div class="style_2">
<p class="Body">Diesmal also in Lübeck. Zum x-ten Mal sterben die Studenten den Barrikadentod auf einer Stadttheaterbühne, zum x-ten Mal wurde versucht, einem Klassiker des Musicals neues Leben einzuhauchen, zum x-ten Mal gab ein mehr als 40-köpfiges Ensemble alles, um die Bühne vor Energie vibrieren zu lassen.</p>
<p class="Body">Nichts Neues also im Norden? Der gleiche langweilige Einheitsbrei wie bei allen Stadttheater-Inszenierungen zuvor? Nein, weit gefehlt! Alle kreativen Abteilungen des Lübecker Theaters machen aus ihren eher bescheidenen Möglichkeiten das Allerbeste.</p>
<p class="Body">So bilden zwei bewegliche Bühnenelemente links und rechts nicht nur den Rahmen für die großen Ensemblenummern, sondern verleihen der Bühne durch Drehen und Wenden ein immer wieder neues, zweckdienliches Gesicht: das ABC-Lokal lässt sich genauso gut vom Rest abtrennen wie das Wirtshaus der Thénardiers oder das Totenbett von Fantine.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
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<p class="Body">Szenen wurden umarrangiert, ohne dass es merklich ins Gewicht fallen würde: Die Gerichtsszene beispielsweise, in der sich Jean Valjean Javert zu erkennen gibt, mutiert hier zu einem Monolog Valjeans. Andere Sequenzen wurden so phantastisch an die Bühne angepasst, dass selbst Kenner und Liebhaber der Londoner Originalproduktion ihren Hut ziehen. Dazu zählt der Selbstmord Javerts (der Darsteller geht in Richtung Hinterbühne und verschwindet dabei zusehends im Nebel, der aus dem herabgesenkten Bühnenboden aufsteigt) genauso wie die Kampfszenen auf den Barrikaden (das Publikum fühlt sich durch die auf sie anlegenden Soldaten direkt mitten im Geschehen). Auch „Dunkles Schweigen an den Tischen“ wurde durch die Masken tragenden Studenten im Hintergrund sehr viel gespenstischer und albtraumartiger als in so mancher Ensuite-Produktion.</p>
<p class="Body">Die Inszenierung von Wolf Widder ist also schon mal rundum gelungen. Aber wie so viele andere Bombast-Musicals steht und fällt auch „Les Misérables“ mit der Auswahl, Präsenz und Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten.</p>
<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1752 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/LesMis2_2007.png" alt="" width="259" height="335" />Mit Thomas Christ hat man in Lübeck auf einen Künstler gesetzt, der den Sträfling Valjean mit viel Intensität und großer Leidensfähigkeit über die Rampe bringt. Sein Stimmumfang kommt bestens mit der anspruchsvollen Partitur zurecht, nicht einmal bei „Bring ihn Heim“ ist der kleinste Wackler zu hören – im Gegenteil!.</p>
<p class="Body">Sein Counterpart Javert wird vom Lübecker Publikumsliebling Steffen Kubach gespielt. Auch wenn dieser phasenweise durch sein Kostüm eher an einen Zirkusdirektor erinnert als an den gestrengen Polizisten. Diese unfreiwillige Komik wirkt sich auf Kubachs gesangliche Leistung zum Glück in keinster Weise aus. Seine schöne warme Stimme zeugt einmal mehr von der Wandlungsfähigkeit des Sängers – von Albin über Prof. Higgins und Molina bis hin zu Inspektor Javert – das schafft nicht jeder. Leider lässt Kubach es das ein oder andere Mal an der unabdingbaren Boshaftigkeit des Valjean-besessenen Inspektors vermissen.</p>
<p class="Body">Die Studenten Marius und Enjolras werden von Tomasz Dziecielski und Kai Bronisch gespielt. Bedauerlicherweise ist Bronisch dem sympathischen Polen nicht nur körperlich, sondenr auch stimmlich haushoch überlegen, so dass Marius’ Soli zwar schön anzuhören sind, aber blass bleiben, wohingegen das kraftvolle Revolutionslied von Enjolras noch lange nachklingt.</p>
<p class="Body">Die drei Damen, Simone Tschöke, Andrea Stadel und Katharina Schutza als Fantine, Cosette und Eponine lassen sich von ihren Kollegen an die Wand spielen. Tschöke Sticht weder in Spiel noch Gesang sonderlich aus der Mende der Statisterie und des großen Chors hervor. Eponines Showstopper ist hier nicht „Nur für mich“, sondern ihre sehr ergreifende Sterbeszene. Aber im Gegensatz zu Cosette taucht Eponine als eigenständiger Charakter auf, während Stadel ganz in ihrer Mäuschenrolle aufgeht und nahezu unsichtbar ist. Zudem fällt sie durch ihre sehr klassische Stimmfärbung eher negativ auf als positiv. Musical ist eben nicht Oper.</p>
<p class="Body">Bleiben noch die Thénardiers. Für jeden Darsteller sind die durchgeknallten Wirtsleute eine willkommene Abwechslung, da sie viel Raum für Improvisation bieten. Während Simone Mende optisch und akustisch fast noch zu lieb für die Schreckschraube Mme Thénardier ist, nutzt Manfred Ohnoutka das Potential der Rolle und macht sich die Bühne zu Eigen. Selbst wenn das Publikum nicht so mitgeht, wie in anderen Inszenierungen, ist ihm der Spaß in jeder Sekunde anzumerken.</p>
<p class="Body">Szenische Kniffe wie die Barrikade, die nach der Schlacht von den Überlebenden Frauen abgetragen wird oder die toten Studenten, die in der Masse der Trauernden zu verschwinden scheinen, wenn diese über die Bühne prozessieren, runden diese Inszenierung ab.</p>
<p class="Body">„Les Misérables“ in Lübeck ist eine kreative und frische Inszenierung der Boublil/Schönberg-Erfolgs und definitiv eine Reise in die Niederegger-Stadt wert!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>September 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Kai Bronisch, Thomas Christ, Steffen Kubach</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Buch:</span></strong> <span class="Bold">A. Boublil / C.-M. Schönberg<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck<br />
</span></p>
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		<title>Aurora und ihre Männer in Lübeck</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/aurora-und-ihre-maenner-in-luebeck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Dec 2006 10:12:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Kuss der Spinnenfrau]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Tilmann von Blomberg]]></category>
		<category><![CDATA[Vasiliki Roussi]]></category>
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<p class="Body">In dieser Spielzeit stand die Premiere von John Kanders und Fred Ebbs beklemmendem Musical über die Phantasien des Häftlings Molina auf dem Programm des Lübecker Theaters. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Musiktheater-Inszenierungen des norddeutschen Hauses immer eine Reise wert – sei es nun „La Cage aux Folles“ oder „My Fair Lady“. Im Vergleich zu diesen beiden farbenfrohen Stücken, die mit bekannten Songs und einer im Grunde fröhlichen Handlung aufwarten konnten, ist das Gefängnismusical allein schon von der Umgebung her eher düster.</p>
<p class="Body">Anhand der Romanvorlage von <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuel_Puig">Manuel Puigs</a></span> wird die Geschichte des Sträflings Molina erzählt. Der homosexuelle Molina bekommt mit Valentin einen neuen Zellenkameraden in seinem südamerikanischen Gefängnis. Molina sitzt wegen Unzucht mit Minderjährigen ein und Valentin muss sich verantworten, weil er marxistischer Revolutionär ist. Zunächst mögen sich die beiden eher unsympathisch, aber mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft und Molina verliebt sich in den raubeinigen Valentin.</p>
</div>
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<p class="Body"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1748 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Spinnenfrau2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Um sich den Gefängnisalltag zu erleichtern, flieht Molina in einer Traumwelt aus Hollywood-Filmen der 30er und 40ern. Vor allem die Diva Aurora stellt er sich in verschiedensten Gestalten vor, von denen die prägendste die Spinnenfrau ist. Valentin lässt sich von dieser Phantasiewelt anstecken.</p>
<p class="Body">Der gutgläubige Molina wird von den Gefängnisaufsehern mit einem Besuch bei seiner Mutter geködert, wenn er Valentins Verbündete verrät. Er täuscht Kooperation vor, verrät seinen Zellenkameraden jedoch nicht und wird wieder verhaftet. Vor den Augen Valentins wird Molina von der Gefängnisdirektorin erschossen. Valentin bricht schreiend zusammen.</p>
<p class="Body">Schon in den letzten Lübecker Musicals waren es die Kulissen, die dem Stück einen besonderen Touch gegeben haben. Das ist auch beim „Kuss der Spinnenfrau nicht anders. Die Gefängniszelle ist permanent vorn rechts auf der Bühne zu sehen. Nach hinten abgeschirmt durch eine variable Wand. Die Traumwelten von Molina entwickeln sich in einer raumschiffähnlichen, bühnenfüllenden Konstruktion, die mal zum Gefängnishof wird, mal zu einem schwarz-weißen Spinnennetz, mal zum Picknick-Platz oder zum Restaurant seines langjährigen Geliebten Gabriel. Eine beeindruckende Szene ist die verlockende Spinnenfrau im Zentrum eines überdimensionalen Auges, in dem die Spinnennetze durch ein schwarz-weißes Muster angedeutet sind. Großartig!</p>
<p class="Body">Dass das Geschehen immer unter Aufsicht der Gefängnisleitung vor sich geht, spürt auch das Publikum, denn die Gefängnisdirektorin sitzt die meiste Zeit in einer der Logen und wirft ihre Anweisungen sehr effektvoll vor dort auf die Bühne.</p>
<p class="Body">So beklemmend die Handlung als solche ist, so erfrischend die Ideen von Pascale Chevroton (Regie und Choreographie) wie sie Auroras Männer inszeniert. Die acht Tänzer lockern die ein oder andere Szene auf, ohne jedoch komplett in den Vordergrund zu treten. So bleibt der Eindruck einer Traumwelt erhalten. Auch der eingesetzte Herrenchor des Theaters Lübeck trägt dazu bei, dieses Stück in seiner Beklemmung zu stärken. Wenn sich die Großkulisse in der Mitte öffnet und zwischen unterer und oberer Hälfte singende Köpfe zum Vorschein kommen, läuft einem schon ein Schauer über den Rücken. Nach dem Tod Molinas, der in dem beeindrucken Finale integriert ist, bleibt es erst einmal still im Publikum. Das Gesehene braucht einige Sekunden um zu sacken. Doch dann bricht sich die Begeisterung bahn und die Darsteller bekommen den verdienten Beifall.</p>
<p class="Body">In der besuchten Vorstellung spielte Tilmann von Blomberg den träumenden Molina. Er war genauso überzeugend wie Thomas Christ als Valentin. Mit beiden litt man während ihrer Vergiftungen oder Misshandlungen durch das Gefängnispersonal mit. Mit beiden freute man sich, die Freundschaft aufkeimen zu sehen. Vasiliki Roussi als Aurora und Spinnenfrau gefiel durch ihre grazile Art. Ihre Stimme wollte jedoch nicht so recht passen. Andrea Jolly gibt eine einschüchterne Gefängnisdirektorin und lässt es nicht an Bösartigkeit und Kaltherzigkeit vermissen.</p>
<p class="Body">Somit ist auch die diesjährige Musicalproduktion des Lübecker Theaters gelungen und die Reise nach Lübeck lohnt sich auch in dieser Spielzeit.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Tilmann von Blomberg, Thomas Christ, Vasiliki Roussi</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong>Buch<span class="Bold"> / Musik:</span></strong> <span class="Bold">John Kander / Fred Ebb<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Lübeck</span></div>
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		<title>15 Pinkel-Pausen von Lübeck nach St. Tropez</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/15-pinkel-pausen-von-luebeck-nach-st-tropez/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Sep 2004 15:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2004]]></category>
		<category><![CDATA[Großes Theater]]></category>
		<category><![CDATA[La Cage aux Folles]]></category>
		<category><![CDATA[Lübeck]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Luxem]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Kubach]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte von Albert (alias Albin alias Zaza), seinem Partner Georges und dessen Sohn Jean-Michel, der sich in die Tochter eines stockkonservativen Moralisten verliebt, ist spätestens seit der entstaubten Hollywood-Verfilmung „The Birdcage“ (mit Nathan Lane als Albert und Robin Williams als George) einem breiten Publikum bekannt. Doch die Bühnenfassung von Harvey Fierstein und Jerry Herman ...</p>
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<p class="Body">Die Geschichte von Albert (alias Albin alias Zaza), seinem Partner Georges und dessen Sohn Jean-Michel, der sich in die Tochter eines stockkonservativen Moralisten verliebt, ist spätestens seit der entstaubten Hollywood-Verfilmung „The Birdcage“ (mit Nathan Lane als Albert und Robin Williams als George) einem breiten Publikum bekannt. Doch die Bühnenfassung von Harvey Fierstein und Jerry Herman kennen viel zu wenige.</p>
<p class="Body">Nicht erst seit der gelungenen „My Fair Lady“-Inszenierung der vergangenen Spielzeit wissen die Gäste des Theater Lübeck, dass sie von den dortigen Musiktheater-Produktionen &#8211; sowohl vom Ensemble als auch von Regisseur Thomas Mittmann &#8211; eine hohe Qualität erwarten dürfen. Und so verwundert es nicht wirklich, dass die Gratwanderung zwischen Travestie-Komödie und den doch ernsteren Untertönen im Leben eines homosexuellen (Eltern-)Paares ausgezeichnet gemeistert wird.</p>
<p class="Body">Georges leitet einen berühmten Travestie-Club in St. Tropez, in dem sein Partner Albert als Zaza mit allem divenhaften Charme der Star jeder Show ist. Steffen Kubach gibt einen wunderbar überempfindlichen Albert und auch wenn seine maskuline Statur dies nicht wirklich vermuten lässt, gibt er in Pumps und Kleidern eine richtig gute Figur ab.</p>
<p class="Body">Doch optisch stehlen die 10 ‚Cagelles’, allen voran Martin Hirner als Mercedes, jedem anderen auf der Bühne die Schau: Ihre schier endlos langen Beine stecken in High-Heels und die Sicherheit, mit der sich die zehn Tänzer über die Bühne bewegen, versetzt so manche Dame im Publikum in Erstaunen. Ihre Szenen zeigen die gut durchdachte Choreographie von Pascale Chevroton bis ins kleinste Detail.</p>
<p class="Body">Rainer Luxem hat seine liebe Müh als Conferencier Georges die Allüren „seines“ Stars zu ertragen. Zudem hat er in Steffen Kubach einen Partner, der ihm gesanglich haushoch überlegen ist. Doch durch sein sympathisches Spiel zwischen Verzweiflung, tiefer Liebe zu Albin und fürsorgendem Vater für Jean-Michel macht er dieses kleine Manko absolut wieder wett.</p>
<p class="Body">Der ehemalige &#8222;Starlight Express&#8220;-Darsteller Laurent N’Diaye hat seine Rollschuhe an den Nagel gehängt und stöckelt stattdessen in halsbrecherisch hohen Lackpumps und Supermini über die Bühne. Er gibt immer wieder lautstark zu verstehen, dass er viel lieber die Zofe Claudine wäre als der Diener Jacob, doch trotz seines durchdringenden Jaulens bleibt sein verrücktes Lachen im Ohr, dass immer wieder ansteckend auf das Publikum wirkt – nicht zuletzt sicherlich auch deshalb, weil vor allem mit seiner Rolle zahllose Klischees über Homosexuelle bedient werden.</p>
<p class="Body">Jean-Michael-Darsteller Alexander Gronen ist fast ein wenig zu jungenhaft, obgleich er seinen Part als liebestrunkener Sohn eines gleichgeschlechtlichen Paares, der wegen seiner konservativen Schwiegereltern in arge Bedrängnis kommt, sehr überzeugend spielt.</p>
<p class="Body">Von den verbleibenden Protagonisten bleibt lediglich Katharina Schutza im Gedächtnis, die dem Moralminister Dindon als Jacqueline hilft, sein Gesicht vor der Presse zu wahren.</p>
<p class="Body">Die Ausstattung von Wolfgang Buchner schafft den Spagat zwischen biederem Bürgertumsschick der Dindons und aufreizend-lasziven Flitterkostümen der Cagelles im wahrsten Sinne des Wortes glänzend. Auch die Szenenbilder (Bühne/Backstage-Bereich des Clubs und Wohnzimmer von Georges und Albert) bestechen durch ‚kleine’ Details wie rosa beleuchtete (männliche) Rückansichten oder sich drehende Spiegelsäulen. Mit dieser Ausstattungsleistung steht das Theater Lübeck größeren Häusern in nichts nach.</p>
<p class="Body">„La Cage aux Folles“ ist erneut eine rundum gelungene Musical-Produktion. Dazu tragen auch die von Steffen Kubach mit viel Gefühl intonierten Songs wie „Ich bin was ich bin“ in vollem Umfang bei. Das Stück ist genau das richtige für Freunde des Extravaganten – mehr als zweieinhalb Stunden Spaß, ohne dabei billig zu wirken.</p>
<p class="Body">Ein Wort noch zur Ouvertüre: Die auf der Leinwand präsentierte Reise von Lübeck an die Côte d’Azur überbrückt das etwas unruhige Auftakt-Arrangement von Jerry Herman und ihre Originalität schürt die Spannung auf das, was da noch kommen mag.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht auf <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicalzentrale.de">musicalzentrale.de</a></span></em></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Großes Theater, Lübeck</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>24. September 2004</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Steffen Kubach, Rainer Luxem</span></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/15-pinkel-pausen-von-luebeck-nach-st-tropez/">15 Pinkel-Pausen von Lübeck nach St. Tropez</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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