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	<title>Lucy Scherer-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Lucy Scherer-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Broadway-Feeling im Schwabenländle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 09:20:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Lucy Scherer]]></category>
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		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Wicked]]></category>
		<category><![CDATA[Willemijn Verkaik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich kann auch Deutschland am weltweiten Hype um die beiden Hexen von Oz teilhaben. Seit 15. November ziehen die grüne Elphaba und die aufmerksamkeitsheischende Glinda das Publikum im Palladium Theater in ihren Bann. Stephen Schwartz’ Kompositionen funktionieren auch mit einem deutlich kleineren Orchester als am Broadway, die Ozianer begeistern auch in geringerer Anzahl als im ...</p>
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<p class="Body">Endlich kann auch Deutschland am weltweiten Hype um die beiden Hexen von Oz teilhaben. Seit 15. November ziehen die grüne Elphaba und die aufmerksamkeitsheischende Glinda das Publikum im Palladium Theater in ihren Bann.</p>
<p class="Body">Stephen Schwartz’ Kompositionen funktionieren auch mit einem deutlich kleineren Orchester als am Broadway, die Ozianer begeistern auch in geringerer Anzahl als im West End. „Wicked“ ist eine perfekte Show, bei der von Musik über Bühnenbild bis hin zu Story und Kostümen einfach alles stimmt. Die Zuschauer werden in die magisch-grüne Welt von Oz hineingezogen und verlassen das Theater wie verzaubert.</p>
<p class="Body">„Wicked“ bringt mehr als nur einen Hauch von Broadway ins beschauliche Stuttgart-Möhringen. Die Standortfrage wurde lange diskutiert und auch nach der Show darf man auf die längerfristige Akzeptanz der Show durch das schwäbische Publikum gespannt sein. Der Boden für einen großen Erfolg ist in jedem Fall bereitet.</p>
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<p class="Body">Das deutsche Ensemble braucht sich hinter seinen internationalen Kollegen nicht zu verstecken. Angelika Wedekind gibt eine hervorragende Madame Akaber (im Original Mme. Morrible), die mit viel Wortwitz und unterschwelliger Intriganz von der ersten bis zur letzten Minute überzeugt. Carlo Lauber nimmt man den „seelenvollen Mann“ und Zauberer von Oz durchaus ab, ein bisschen mehr manipulative Hinterhältigkeit würde seiner Interpretation jedoch gut zu Gesicht stehen. Dass Lauber weder ein herausragender Sänger und Tänzer ist, kann man ihm verzeihen. Nicole Radeschnig beweist viel Leidensfähigkeit als Nessarose und bleibt trotz ihres noch sehr jungen Alters vor allem wegen ihres lupenreinen Gesangs in Erinnerung. Stefan Stara gibt den Moq (im Original Boq) leider sehr hart und abgeklärt. Das Sympathische, Naiv-Verliebte des Manschkin-Jungen und das Mitleiderregende des späteren Blechmanns gelingt ihm jedoch nicht zu transportieren. Auch gesanglich lässt sich aus seinen beiden Songs sehr viel mehr herausholen.</p>
<p class="Body">Kommen wir zu den drei Hauptpersonen, aus deren Dreiecksbeziehung sich eine Geschichte mit großer Tragweite für ganz Oz entwickelt.</p>
<p class="Body">Mark Seibert, der als Fiyero die Wahl hat zwischen der hübschen und beliebten Glinda und der grünen und aufmüpfigen Elphaba, gibt den Beau nicht ganz so vergnügungssüchtig du egozentrisch wie in anderen Inszenierungen. Doch das schadet der Figur keineswegs, im Gegenteil: Der zusätzliche Tiefgang macht den Fiyero bedeutender für den Fortgang der Geschichte und hebt diese eher undankbare Herrenrolle aus dem Dasein als hübsches Anhängsel heraus. Optisch wie gesanglich lässt Seibert es an nichts vermissen. Sein schöner warmer Tenor passt ausgezeichnet zu Schwartz’ Popkompositionen.</p>
<p class="Body">Die schöne, beliebte und am Schluss der Show offiziell als „gut“ geadelte Glinda spielt die junge Lucy Scherer. Ein Springinsfeld voll überbordender Energie und Lebensfreude, der versucht, alle in seine rosarote Prinzessinnenwelt zu ziehen. Die Freude am Spiel ist der Regensburgerin in jeder Szene anzumerken. Besonders überzeugend gelingen ihr Szenen wie „Heiß geliebt“ (im Original „Popular“), wo sie quietschend über die Bühne springt und versucht, Elphaba von ihrem Lebensstil zu überzeugen. Durch ihre fröhliche und mitreißende Interpretation verzeiht man ihr auch, dass sie nicht alle Gesangspassagen 100%ig meistert. Es passt einfach zu dem Bild der gar nicht s perfekten Glinda.</p>
<p class="Body"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-1705 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/Wicked2_2007.png" alt="" width="260" height="335" />Bleibt noch Elphaba, deren Liebe zu Fiyero einen Keil zwischen sie und Glinda treibt und deren Einladung zum Zauberer von Oz die Eifersucht Glindas noch weiter schürt.</p>
<p class="Body">Mit der Holländerin Willemijn Verkaik hat die Stage Entertainment eine Künstlerin verpflichtet, die optisch &#8211; mit Eleganz und Bühnenpräsenz -, stimmlich – ihr „Frei und Schwerelos“ (im Original „Defying Gravity“) ist einer von Idina Menzel kreierten Rolle mehr als würdig -, und schauspielerisch – ihre ausdrucksstarke Mimik ist atemberaubend – schlichtweg zauberhaft ist. Einfach wundervoll!</p>
<p class="Body">Ohne Zweifel können sich beide deutschen Hexen mit ihren Kolleginnen in London messen und würden nicht verlieren…</p>
<p class="Body">Kleinere Änderungen machen die Show Deutschland-kompatibel: Zahlreiche Anspielungen und Erläuterungen zum „Zauberer von Oz“, dessen Handlung „Wicked“ teilweise nachgelagert ist, teilweise parallel dazu verläuft, sollen das Publikum noch weiter in die magische Welt von Oz integrieren. Doch eigentlich braucht es diese Anspielungen nicht, denn „Wicked“ ist auch ohne die Rahmenhandlung eine zauberhafte Geschichte um eine sehr spezielle Freundschaft zweier Hexen wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.</p>
<p class="Body">Optisch hält man sich weitestgehend an die internationalen Produktionsvorgaben. Lediglich das Astgeflecht wurde noch weiter in den Saal hineingezogen und ermöglicht so den fliegenden Affen bei ihrer Befreiung auch über die Köpfe des Publikums zu entfliehen. Ein toller Effekt!</p>
<p class="Body">Davon abgesehen, überzeugen Kostüm-, Masken- und Bühnenbildabteilungen auch in Deutschland auf ganzer Linie. Obgleich keine Disney-Produktion ist „Wicked“ an Farbenfreude kaum zu überbieten und liefert in vielen Szenen ein optisches Feuerwerk.</p>
<p class="Body">Der größte Unterschied zu den internationalen Produktionen liegt natürlich in der Sprache. Man hat sich hierzulande daran gewöhnt, dass bei Broadway- oder West End Importen jedes Wort übersetzt wird. Manchmal gelingt dies sehr gut, wie bspw. im Fall von „We Will Rock You“, manchmal wird, wie im Fall von „Mamma Mia!“ die deutsche Sprache doch sehr verbogen, um passend gemacht zu werden.</p>
<p class="Body">Die Trennung der Übertragung von Dialog- und Songtexten hat sich hierbei sehr bewährt. Bei „Wicked“ zeichnet erneut Ruth Deny („3 Musketiere“, „Mamma Mia!“, etc.) für die Adaption der Dialoge verantwortlich. Ihr Gespür für Pointen stellt sie mehr als einmal unter Beweis und so verzeiht man ihr auch Stilblüten wie „Dorothy’s Hündchen Lotto, nee Toto“. Spitzfindig und geistreich liefern sich die Protagonisten ihre verbalen Schlagabtausche dank Ruth Deny.</p>
<p class="Body">Auch bei den Songtexten von Michael Kunze gibt es nur wenig auszusetzen. Wer das Original nicht kennt, fühlt sich mit den Adaptionen des erfahrenen Musicalautors sehr wohl. Kritisch wird es nur dort, wo die Bedeutung von Inhalten verändert wird. Wenn von einem „Tag in der grünen Smaragdstadt“ gesungen wird, fragt man sich unweigerlich, ob es auch gelbe, rote und blaue Smaragde gibt (im Original heißt es „One short day in the Emerald City“). Aus dem kämpferisch-herausfordernden „Defying Gravity“ ein fröhliches „Frei und Schwerelos“ zu machen, zielt auch deutlich an der eigentlichen Aussage des Songs vorbei. Und wenn die Bürger von Oz konstatieren „Keiner weint um Hexen“ (im Original „No one mourns the Wicked“) scheinen alle zu vergessen dass auch Glinda eine Hexe ist. Doch wir wollen die Liste nicht zu lang werden lassen… Durch diese Uminterpretationen verschieben sich Inhalte und Beziehungen zwischen den Charakteren, die Kennern des Originals nur bedingt gefallen. Der größte Fauxpas ist jedoch der krampfhafte Versuch, das Wort „Wicked“ in der Inszenierung unterzubringen. Am Schluss von Fiyeros und Elphabas Duett „Solang ich Dich hab“ sagt Elphaba im Original „For the first time of my life I feel … wicked!“. Funktioniert perfekt und jeder weiß, was gemeint ist. Auf Deutsch sagt sie dann folgerichtig: „Zum ersten Mal im Leben fühle ich mich … wicked!“ <em>Wie bitte???</em> Die Bedeutung des Wortes „wicked“ im Englischen ist vielschichtig und sicherlich nicht leicht zu übersetzen, doch warum man in dieser Szene vollkommen inkonsequent das englische Wort benutzt und nicht ein weitaus zweckdienlicheres und verständlicheres „verzaubert“ einsetzt, erschließt sich nicht.</p>
<p class="Body">Doch trotz dieser kleinen textlichen Schwächen ist „Wicked“ eine Show, die man in Deutschland gern länger sehen würde. Auch wenn das Wetter am Premierenabend sehr frostig war und das Premierenpublikum zwar begeistert, aber wenig wirklich frenetisch war, hoffen wir, dass sich dieser Import lange auf deutschen Bühnen halten wird. Denn „Wicked“ ist eine Show, die man – nicht nur als Musicalfan – gesehen haben muss!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Apollo Theater, Stuttgart</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>November 2007</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Lucy Scherer, Mark Seibert, Willemijn Verkaik</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Joe Mantello  / Stephen Schwartz<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></div>
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		<title>Heimsuchung der Hauptstadt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/heimsuchung-der-hauptstadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2006 11:08:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Klaws]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Lucy Scherer]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz der Vampire]]></category>
		<category><![CDATA[Theater des Westens]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Borchert]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Schäfermeier]]></category>
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<p class="Body">Seit 10. Dezember gibt es die vierte Produktion von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ auf einer deutschsprachigen Musicalbühne zu sehen. Die Gerüchteküche kochte im Vorfeld hoch, sollte es sich doch um eine abgespeckte Version handeln, die tourneefähig ist. Um es vorwegzunehmen: Die Hauptstadt-Vampire bewegen sich tatsächlich in neuen Kulissen, anderen Szenen und dennoch fehlt nichts.</p>
<p class="Body">Das um fünf Darsteller verkleinerte Ensemble besticht vor allem durch die erfahrenen „Tanz der Vampire“-Darsteller und die deutschsprachigen Hauptdarsteller. Gerade in Szenen wie die „Roten Stiefel“ oder der Albtraum-Sequenz fällt das kleinere Tanzensemble ins Gewicht. Die Szenen wirken nicht mehr ganz so beeindruckend wie noch in Hamburg. Doch die Protagonisten helfen über dieses Manko hinweg: Thomas Borchert spielt den Vampirgrafen tadellos. Seine Bühnenpräsenz ist einschüchternd und seine stimmliche Leistungsfähigkeit scheint unbegrenzt. Das Objekt seiner Begierde, Sarah, wird von der diesjährigen UdK-Absolventin Lucy Scherer gespielt.</p>
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<p class="Body">Sie ist der einzige Schwachpunkt in der Cast. Sie wirkt zu jung und ihre mangelnde Erfahrung wird an einigen Stellen deutlich. Zudem hört man von ihr mehrfach schiefe Töne. Auch wenn sie optisch perfekt auf die Figur der Wirtstochter passt, fallen einem doch spontan einige ehemalige Zweitbesetzungen der Sarah ein, die ihre Stelle besser ausgefüllt hätten.</p>
<p class="Body">Veit Schäfermeier gibt einen anderen Prof. Abronsius als in Hamburg. Mit viel freieren Interpretationen gibt er der Figur mehr Substanz und grenzt sich deutlich von der überzogenen Albert Einstein Karikatur aus vorherigen Inszenierungen ab. Sein Assistent Alfred wird von Alexander Klaws gespielt. Im Vorwege musste sich der „Deutschland sucht den Superstar“-Gewinner viel Spott und Häme gefallen lassen. Keiner mochte ihm eine Musicalrolle so recht zutrauen. Doch er straft alle Kritiker Lügen: Mit angenehm tiefer Stimme gibt er dem schüchternen Alfred eine unerwartete Bodenständigkeit. Schauspielerisch kann er mit den Musicalprofis durchaus mithalten, auch wenn sein ewig leidender Gesichtsausdruck seinem Charakter das Selbstbewusstsein gänzlich entzieht.</p>
<p class="Body">Der gar nicht mehr so extrem tuntige Sohn von Graf von Krolock, Herbert, wird von dem Norweger Haldor Laegreid gespielt. Man neigt dazu das klischeehafte und extravagante an dieser Rolle zu vermissen, doch auch in dieser „normaleren“ Version funktioniert der Quoten-Schwule sehr gut. Eine sichere Bank ist erneut Stefan Büdenbender, der als Koukol das Publikum in seiner schaurigen Maske erschrecken darf. Dass der Hüne nach Stuttgart und Hamburg auch in Berlin wieder allabendlich über die Bühne und durch den Saal kraucht, nimmt ihm sein Rücken sicherlich über – seine Fans danken es ihm.</p>
<p class="Body"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1765 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/02/TdV2_2006.png" alt="" width="260" height="333" />Die Eltern von Sarah, Chagal und Rebecca, werden von Ulrich Wiggers und Maike Katrin Schmidt dargestellt. Während Maike Katrin Schmidt eine tadellose, aber unauffällige Wirtsfrau gibt, fällt Ulrich Wiggers eher unangenehm auf. Natürlich müssen Veränderungen – wie auch bei dieser neuen „Tanz der Vampire“ Fassung – nicht grundsätzlich schlecht sein, doch in diesem Fall war es ein Fehler, den lüsternen Wirt durch einen Deutschen zu besetzen. Dass Wiggers komödiantisches Talent besitzt hat er sowohl in „Mamma Mia!“ als auch als Thénardier in „Les Misérables“ lachmuskel-strapazierend unter Beweis gestellt. Aber in der Rolle des jüdischen Gastwirts fehlt es ihm an Spritzigkeit. Zudem fehlt der charmante osteuropäische Akzent, der diese Figur so authentisch gemacht hat. Schade.</p>
<p class="Body">Bleibt noch Katja Berg, die als Magda optisch perfekt passt und auch die Wandlung von der belästigten Dienstmagd zu besessenen Vampirfrau sehr gut umsetzt. Stimmlich erstaunt sie durch einige ungewöhnliche Phrasierungen, die der Stimmigkeit der Rolle jedoch keinen Abbruch tun.</p>
<p class="Body">Akustische Überraschungen erlebt man auch beim Orchestersound. Bernd Steixner (Musikalischer Leiter) muss mit ganzen sechs Musikanten weniger auskommen. Wenn man bedenkt, dass ursprünglich noch wesentlich mehr Mitglieder aus dem Orchestergraben hätten verbannt werden sollen, ist das, was er daraus macht aller Ehren wert. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn Streicher fehlen, die den Kompositionen von Steinman das Symphonische geben oder die Intensität der Rocknummern etwas gedämpft daher kommt.</p>
<p class="Body">Die größte Veränderung in der Inszenierung betrifft Alexander Klaws als Alfred: Sein Solo „Für Sarah“ singt er nun direkt im Anschluss an die Albtraum-Szene und nicht erst nachdem er seine Angebetete in der Badewanne überrascht hat. Diese Umstellung passte hervorragend, nimmt sie der Szene doch das Langatmige. Apropos Badewanne: Der Schaum, in dem sich Lucy Scherer lasziv räkelt, ist zum ersten Mal echt, was sie durch das Wegpusten von Schaumflocken unterstreicht. Weitere kleine Neuerungen sind der gesprungene Spiegel, der die Tanzszene von Alfred und Herbert noch spannender macht, eine Spielebene weniger, was dazu führt, dass Prof. Abronsius und Alfred auf dem Weg zur Gruft keine Doubles mehr brauchen und eine neue Bibliothek, in der sich der Professor an den Büchern erfreuen kann.</p>
<p class="Body">Die beiden Großkulissen – Wendeltreppe und Wirtshaus – sind sehr gut umgesetzt. Die Wendeltreppe fährt von der Seite auf die Bühne. Das nimmt dem Szenewechsel zwar etwas die Imposanz, aber der Ballsaal ist noch genauso beeindruckend wie in Hamburg oder Stuttgart. Das Wirtshaus hingegen ist komplett neu. Es besteht nicht mehr aus einem Kulissenteil, das immer im hinteren Teil der Bühne steht und bei Bedarf nach vorn gefahren wird. Nein, es steht auf einer Drehbühne und ist somit von allen Seiten und auf allen Ebenen bespielbar. Nach der „Knoblauch“-Szene ist dieser überraschende Effekt einfach großartig. Im Anschluss an die roten Stiefel fehlt der Szene jedoch etwas mehr Kompaktheit, da das Haus nicht mehr kurz vor den Bühnenrand geschoben werden kann – was das Erdrückende und Einschüchternde an von Krolocks Macht verdeutlicht hat – sondern bei der Bühnenhälfte stehen bleibt.</p>
<p class="Body">Der Theatersaal des Theater des Westens ist deutlich kleiner als in Hamburg und Stuttgart, dennoch wurde bei der „Einladung zum Ball“ darauf verzichtet, die Vampire auf die vielen Türen und Gänge zu verteilen, die das Haus bietet. Stattdessen stehen zwei Vampirgruppen in den Logen rechts und links oberhalb der Bühne und „erschrecken“ das Publikum mit grünen Handschuhen. Über diese Änderung sollte man durchaus noch einmal nachdenken, denn Vampire mit grünen Händen sind nicht wirklich gruselig.</p>
<p class="Body">Alles in allem jedoch ist die neue Berliner Inszenierung sehr gelungen. Es wurden Längen im Handlungsablauf beseitigt, die meisten Rollen gut und damit sicher besetzt. Auch für Fans und all jene, die den „Tanz der Vampire“ bereits woanders gesehen haben, gibt es in Berlin viel Neues zu entdecken. Eigentlich kann also nichts schief gehen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater des Westens, Berlin</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>10. Dezember 2006</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Thomas Borchert, Alexander Klaws, Lucy Scherer, Veit Schäfermeier</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Roman Polanski  / Jim Steinman<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
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