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	<title>Jana Werner-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Jana Werner-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Ein Hoch auf mutige Regisseure &#8211; in diesem Fall Carsten Lepper &#8211; und Darsteller!</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Feb 2020 09:49:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Noch vor einem Jahr hätte sicherlich niemand damit gerechnet, dass die neu gegründete „The Musical Showroom“ als ihre Premierenproduktion Andrew Lloyd Webbers selten gespieltes „Aspects of Love“ zeigen würde. Doch genau das erreichten Carsten Lepper, Christian Ariel Heredia und Doris Spiegl. Ihr Ziel: Mit zeitgemäßen Musicals im Stil von Off-Broadway Shows auf einem hochprofessionellen Niveau ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor einem Jahr hätte sicherlich niemand damit gerechnet, dass die neu gegründete „The Musical Showroom“ als ihre Premierenproduktion Andrew Lloyd Webbers selten gespieltes „Aspects of Love“ zeigen würde. Doch genau das erreichten Carsten Lepper, Christian Ariel Heredia und Doris Spiegl. Ihr Ziel: Mit zeitgemäßen Musicals im Stil von Off-Broadway Shows auf einem hochprofessionellen Niveau Zuschauer zu berühren und zu begeistern.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2849 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2020/02/86809039_482023215806772_1234199405586808832_o.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Als Aufführungsstätte wurde die TheaterArche in Wien gefunden, in der gut 100 Zuschauer in sehr intimem Rahmen an sieben Abenden im Februar 2020 der Lebens- und Liebesgeschichte von Rose, Alex, George, Giulietta und Jenny folgen konnten.</p>
<p>Und diese Geschichte hat es in sich:</p>
<p>Zunächst verliebt sich die mäßig erfolgreiche Schauspielerin Rose in ihren erst 17-jährigen Bewunderer Alex. Dieser überredet sie, mit ihr in das Landhaus seines Onkels zu kommen. Nach ein paar Tagen treffen sie dort Onkel George, dem Rose Hals über Kopf verfällt. Georges staatsmännisches Gebaren, sein Stil und natürlich auch sein Geld wirken ungemein anziehend. Es kommt zum Eklat als Rose Alex mitteilt, dass sie zwar beide liebt, aber bei George bleiben wird. Alex geht zum Militär und trifft erst 13 Jahre später wieder auf seinen Onkel und Rose, die inzwischen eine gemeinsame Tochter, Jenny, haben. Irgendwie rauft man sich zusammen und Alex bleibt dort. Kritisch wird es einmal mehr als Jenny sich zwei Jahre später in Alex verliebt und dieser die Gefühle – wohlwissend, dass es nicht sein darf – erwidert. George steigert sich so sehr in die Sorge um seine Tochter hinein, dass er schließlich einen tödlichen Herzinfarkt erleidet.</p>
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<p>Andrew Lloyd Webber hat für dieses Drei-Generationen-Musical mit „Love changes everything“ einen seiner größten Hits geschrieben. Auch wenn das Stück selbst nicht sehr bekannt ist (die deutschsprachige Premiere fand 1995 in Dresden statt), diesen Song kennen viele, da er zum Standard-Repertoire der meisten Soloalben von Musicalkünstlern auf der ganzen Welt gehört. Darüber hinaus besticht dieses Musical durch eine Vielzahl teils romantischer, teils sehr intensiver Duette und Balladen. Man muss jedoch über die teilweise etwas altmodischen deutschen Texte hinwegblicken, die Michael Kunze ja bereits vor über 25 Jahren schrieb.</p>
<p>„Aspects of Love“ gehört sicherlich nicht zu den leicht verdaulichen Stücken aus dem Hause Lloyd Webber. Dass die Songs aber von lediglich drei Musikern schwungvoll und voluminös intoniert werden, ist beachtlich.</p>
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<p>Mit Wietske van Tongeren (Rose), Karin Seyfried (Giulietta), Alexander Sasanowitsch (Alex), Ulrich Allroggen (George) und Abla Alaoui (Jenny) wurden exzellente Darsteller gecasted, welche die volle Klaviatur der Emotionen beherrschen.</p>
<p>Komplettiert wurde das Ensemble mit so klangvollen Namen wie André Bauer und Jana Werner sowie Georg Prohazka, Alina Kölblinger und Paul Csitkovics in den Nebenrollen.</p>
<p>Für solch ein intensives Stück ist die pure Nähe zwischen Darstellern und Publikum Gold wert. Alexander Sasanowitschs Sensibilität als junger Alex kommt so noch viel direkter über die Rampe. Mit seiner wundervollen verletzlichen Stimme verleiht er Alex jungenhaften Charme. Im zweiten Akt, wenn seine Figur 13 Jahre älter ist, tritt er selbstbewusst und dennoch gefühlvoll in Erscheinung. Sasanowitsch zeichnet Alex‘ emotionale Achterbahnfahrt sehr glaubwürdig nach und lässt es auch gesanglich an nichts missen.</p>
<p>Auch Georg Prohazka als von Rose entsprechend titulierter „Schnulzensänger“ ist großartig. Ihn bei „Parlez vous francais“ so klingen zu lassen wie das 1940er Jahre Radio, welches er zu Beginn der Szene einschaltet, ist ein großartiger Regie-Kniff. Er überzeugt aber ebenfalls als Roses Liebhaber Hugo und vor allem in den Tanzszenen, denn auch hier kann seine Vita schon einige Erfolge vorweisen.</p>
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<p>Mindestens ebenso viele Sympathiepunkte erhält Abla Alaoui, auch wenn ihre sich auf den 2. Akt begrenzte Spielzeit ihre Chancen hier einschränkt. Doch Alaoui spielt mit soviel kindlicher Freude und singt so glockenklar („Meerjungfrauen-Song“), dass man unweigerlich schützend seine Hand um ihre Schultern legen möchte als sie erkennt, dass ihr angebeteter Alex sie ablehnt.</p>
<p>Alina Kölblinger und Paul Csitkovics treten vorrangig bei den Umbauten und in größeren Ensembleszenen in Erscheinung. Sie haben sichtlich Spaß an dem was sie machen und sorgen auch tänzerisch für einen schönen Rahmen (Choreographie: Linda Hold &amp; Birgit Wanka-Noisternig.</p>
<p>Die etwas wichtigen Nebenrollen übernehmen André Bauer und Jana Werner, wahlweise als Roses Theaterdirektor Marcel („Du hast die Macht zu zaubern“) oder als Georges Haushälterin Elizabeth. Auch ihnen kann man die Spielfreude nicht absprechen. Ihre Erfahrung macht sich bei den vielen Rollenwechseln sicherlich ebenfalls bezahlt.</p>
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<p>Im Mittelpunkt der Handlung und folglich auch im Mittelpunkt des Abends steht jedoch Rose, die von Wietske van Tongeren gespielt wird. Diese Rolle ist nicht nur sehr anspruchsvoll, weil der Charakter die meiste Zeit mit auf der Bühne ist, sondern vor allem deshalb, weil emotional und gesanglich eine große Bandbreite abgerufen werden muss: von der erfolglosen, frustrierten Schauspielerin über die frisch verliebt turtelnde Geliebte bis hin zur berühmten Schauspielerin, Ehefrau und Mutter. Über allem schwebt, dass Rose beide Männer – Alex und George – liebt, jeden auf seine Weise. Dass sie auch Experimente mit Giulietta macht und sich einen Liebhaber leistet, macht die Figur von Rose nicht einfacher. Weiß sie wirklich, was sie will? Dass sie nicht alles haben kann und nicht alle Menschen um sie herum nach ihrer Pfeife tanzen, muss sie schmerzlich erfahren als Jenny sich in Alex verliebt und schlussendlich George stirbt. In einem Akt höchster Verzweiflung – Alleinsein ist so gar nichts für Rose – gesteht sie Alex einmal mehr ihre Liebe („Alles nur nicht einsam“) und bittet ihn zu bleiben. Doch er lehnt ab und verlässt sie.</p>
<p>Van Tongeren hat hier eine wirklich große Aufgabe zu stemmen, was ihr über weite Strecken auch sehr gut gelingt (zauberhaft: „Wach ich oder träum ich“). In der finalen Szene sorgt sie mit ihrem Wutausbruch, der in ein verheultes Liebesgeständnis mündet, für Gänsehaut und Tränen in den Augen. Carsten Lepper, Artistic Director und Regisseur, hätte sich keine bessere Hauptdarstellerin wünschen können, denn diese ganzen Gefühle zu kontrollieren und gezielt abzurufen, ist keine leichte Aufgabe.</p>
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<p>Das Ensemble agiert als einheitliches Ganzes und der rote Faden im Hinblick auf die Klarheit der Gefühle ist deutlich erkennbar. Lepper, der die Rolle des Alex vor über 20 Jahren bei der Schweizer Erstaufführung im Stadttheater Bern selbst gespielt hat, weiß genau, worauf es bei einer gelungenen Personenregie ankommt und entlockt seinen Darstellern emotionale und gesangliche Höchstleistungen.</p>
<p>Auch schöne Ideen, wie die Nutzung eines „Leinwandvorhangs“, der mal mit Bildmotiven, mal mit Farbverläufen immer wieder neue Stimmungen heraufbeschwört, funktioniert sehr gut. Christian Ariel Heredia hat hier viel Fingerspitzengefühl gezeigt und es gelingt ihm, die kleine Bühne nicht zu überfrachten, was beileibe nicht jeder schafft.</p>
<p>„Aspects of Love“ ist ein gelungener Auftakt. Ich wünsche „The Musical Showroom“, dass noch viele weitere Produktionen ähnlichen Anspruchs und Qualität folgen werden.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> TheaterArche, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">16</span><span class="Bold">. Februar 2020</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Wietske van Tongeren, Karin Seyfried, Alexander Sasanowitsch, Ulrich Allroggen, Abla Alaoui, André Bauer, Jana Werner, Georg Prohazka, Alina Kölblinger, Paul Csitkovics</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Carsten Lepper / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> The Musical Showroom/ Christian Ariel Heredia<br />
</span></p>
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		<title>Das Phantom der Oper</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/das-phantom-der-oper/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2005 16:21:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
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		<category><![CDATA[Uwe Kröger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Phantom der Oper als Leinwandversion Lange haben die Fans auf ein neues Film-Musical aus dem Hause Lloyd Webber gewartet. Nach „Cats“ und „Joseph“ fiel die Wahl auf „Das Phantom der Oper“. Ähnlich wie in der Bühnenfassung wird die Geschichte des Operngeistes aus der Erinnerung von Raoul erzählt. Alles beginnt mit der Auktion im Pariser ...</p>
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<h3>Das Phantom der Oper als Leinwandversion</h3>
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<p class="tinyText">Lange haben die Fans auf ein neues Film-Musical aus dem Hause Lloyd Webber gewartet. Nach „Cats“ und „Joseph“ fiel die Wahl auf „Das Phantom der Oper“.</p>
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<p class="Body">Ähnlich wie in der Bühnenfassung wird die Geschichte des Operngeistes aus der Erinnerung von Raoul erzählt. Alles beginnt mit der Auktion im Pariser Opernhaus. Regisseur Joel Schumacher hält diese Szene ganz im Stil der Schwarz-Weiß-Filme aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Erst nachdem der an den Rollstuhl gefesselte Vicomte de Chagny die kleine Affen-Spieluhr ersteigert hat und den Klängen der weltbekannten Melodie vom „Maskenball“ lauscht, taucht Schumacher das Geschehen in Farbe: In einer der herausragendsten Verwandlungs-szenen (nach James Camerons „Titanic“-Wiederauferstehung versteht sich) des modernen Films fegt ein Sturm durch die spinnenverwebte, baufällige Oper. Man spürt förmlich wie dem Gemäuer wieder Leben eingehaucht wird. Intensiv werden der Zuschauerraum, die Bühne und selbstverständlich der Kronleuchter in schillernden Farben dargestellt.</p>
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<p class="Title">Die Umwandlung wird mit der Illumination der – damals noch mit Fackeln im Boden realisierten – Bühnenbeleuchtung komplettiert und der Zuschauer findet sich mitten im emsigen Probenbetrieb eines Opernhauses wieder.</p>
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<p class="Body">Schon der erste Auftritt von Minnie Driver als extrem komplizierte Carlotta zeugt von dem guten Gespür der Casting-Firma. Herrlich eitel, arrogant und vollkommen von sich und ihren Fähigkeiten überzeugt, setzt sich die Diva in Szene und macht unnachdrücklich klar, nach wessen Pfeife hier alle zu tanzen haben. Das die Schauspielerin nicht selbst singt, sondern ihr Gesang von Margaret Preece synchronisiert wurde, fällt da kaum ins Gewicht.</p>
<p class="Body">Patrick Wilson erscheint etwas jung und milchgesichtig, um als Mäzen einer berühmten Oper durchzugehen, aber für seine Rolle als Jugendliebe des Ballettmädchens Christine Daaé ist er wiederum sehr passend gewählt. Die weiche Stimme des typischen Musicaltenors steht im Einklang mit seinem zumeist soften Auftreten.</p>
<p class="Body">Andrew Lloyd Webber hatte in einem Interview erwähnt, dass sich die Dreharbeiten so lange hinaus gezögert haben, weil er warten wollte bis die von ihm auserwählte Christine-Darstellerin reif genug wäre. Da kann man nur sagen: Das Warten hat sich gelohnt: Emmy Rossum bedient mit ihren Kulleraugen, dem runden Gesicht und dem Schmollmund das klassische Kindchenschema. Mit ihre Grazie und den langen braunen Locken ist sie die perfekte Visualisierung der Christine. Doch die junge New Yorkerin sieht nicht nur gut aus und spielt sehr charmant und überzeugend – sie singt den anspruchsvollen Part der zwischen der Liebe zu zwei extrem unterschiedlichen Männern sehr gut. Im Gegensatz zu vielen Bühnen-Christines neigt sie nicht zum Schreien, sondern hat ihre Stimme jederzeit voll im Griff.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Phantom_der_Oper_2004_files/shapeimage_5.png" alt=""></div>
<p class="Body">Dass man für sie als ein Bühnen-Kostüm ein weißes Ballkleid auswählte und sie mit Swarovski-Sternen im Haar schmückte, ist schwer zu verstehen. Dieses Kostüm gehört unabdingbar zu Kaiserin Elisabeth und macht in dem gleichnamigen Musical noch Sinn. Doch diese offensichtliche Verquickung der beiden jedes auf seine Weise beeindruckenden Bühnenwerke erscheint deplatziert.</p>
<p class="Body">Monsieur André und Monsieur Firmin sind mit Simon Callow und Ciaran Hinds sehr gut besetzt. Beide passen zu der Vorstellung der mit den unheimlichen Geschehnissen überforderten Theatermacher und das Zusammenspiel der beiden funktioniert gut. Die gestrenge Ballettlehrerin Mme. Giry wurde mit einer bestechend spielenden Miranda Richardson besetzt. Obwohl Mme. Giry keine wirklich große Rolle ist, entdeckt man Gefühle und meint hinter der strengen Fassade die Verletzlichkeit einer in würde alternden Frau zu erkennen. Ihre Tochter Meg wurde mit Jennifer Ellison besetzt. Kurz gesagt: Die erste Meg, die ihren Part wirklich singt und nicht quakt oder piepst.</p>
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<p class="Body">Bleibt noch der eigentliche Hauptdarsteller, Gerard Butler. Hier verwundert die Wahl doch sehr, da der schottische Schauspieler („Herrschaft des Feuers“, „Tomb Raider II“) kein ausgebildeter Sänger ist. Er gibt zwar sein Bestes, doch überzeugt er vor allem schauspielerisch durch sein elegantes Auftreten und die Macht (vor allem als Tod während des Maskenballs), die er ausstrahlt. Gerade beim Phantom hätte man von der Maskenabteilung mehr erwarten können, denn die „entstellte Fratze“ sieht lange nicht so furchtbar aus, wie im Theater.</p>
<p class="Body">Aber neben dieser Verharmlosung gab es auch einige dramaturgische Veränderungen, die dem Film etwas mehr Tiefgang bringen als dem Bühnenmusical. Eingefleischte Fans und Leser von Susan Kays Roman über das Leben von Eric, dem späteren Phantom der Oper, werden sowohl das todbringende Spiegelkabinett unter der Bühne als auch seine Rettung als ausgestelltes „Monsterkind“ durch Mme. Giry wieder erkennen. In diesem Zusammenhang sind auch kleinere Textänderungen absolut nachvollziehbar und sinnvoll.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Phantom_der_Oper_2004_files/shapeimage_6.png" alt="" width="310" height="399"></div>
<p class="Body">Dramaturgische Ergänzungen wie den Fechtkampf zwischen Phantom und Raoul auf dem Friedhof oder den erst Tage nach dem Maskenball fallenden Kronleuchter (auf der Bühne fällt er direkt in der Szene davor) kann man verzeihen, etwas anders sieht es aus wenn eine der pompösesten Massenszenen auf der Bühne zu einer langweiligen Tanzsequenz verharmlost wird. Der bunte Maskenball findet für Schumacher nur in weiß, schwarz, gold und silbern statt. Andere Farben haben nur die Protagonisten an. Die Intensität des Opern-Karnevals geht hierdurch komplett verloren. Das wird auch durch die Vielseitigkeit und die vielen kleinen Details der Kostüme wettgemacht. Hier bleibt definitiv ein fader Beigeschmack zurück.</p>
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<p class="Body">Zu dick aufgetragen sind die explodierenden Fensterscheiben und der Großbrand der Pariser Oper, nachdem das Phantom Christine in seine Katakomben entführt hat. Das sieht zu sehr nach Hollywood-Maschinerie aus und weniger nach dem gerade in dieser Szene erforderlichen Feingefühl für die tiefen Emotionen der Hauptpersonen.</p>
<p class="Body">Doch der größte Kritikpunkt ist die Tatsache, dass man den Film nicht durchsynchronisiert hat, sondern scheinbar einfach die deutsche Tonspur über das Bildmaterial gelegt hat. Bei den gesungenen Passagen fällt dies vor allem in den vielen Nahaufnahmen sehr stark auf und beeinträchtigt den Genuss. Damit soll die Leistung der deutschen Sänger (Uwe Kröger – Phantom, Jana Werner – Christine, Carsten Axel Lepper – Raoul, Jasna Ivir – Carlotta) &nbsp;in keinster Weise abgewertet werden, aber dieses Manko hätte sicherlich im Vorwege verhindert werden können.</p>
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<p class="Body">Die Frage, ob sich ein Besuch des Films über „Das Phantom der Oper“ lohnt, kann abschließend nicht beantwortet werden. Auf der einen Seite sind Bühnenmitschnitte, die, wie bei „Cats“ und „Joseph“ geschehen, durch kleinere filmische Kniffe aufgewertet werden sicherlich wesentlich authentischer und geben den Zuschauern das Gefühl, im Theater zu sitzen. Andererseits bietet aber gerade das sagenumwobene und vielfach verfilmte „Phantom der Oper“ ausreichend Potential für einen richtigen Musikfilm, wie ihn Schumacher und Lloyd Webber umgesetzt haben.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;"><em>veröffentlicht in blickpunkt musical </em><br />
<em>Ausgabe 02/05, März-April 2005</em></p>
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<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Joel Schumacher</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span> </strong>Gerard Butler, Minnie Driver, Miranda Richardson, Emmy Rossum, Patrick Wilson</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Musik:</strong> </span>Andrew Lloyd Webber</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Verleih / Fotos:</strong> </span>Concorde Filmverleih</span></p>
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