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	<title>Hannes Staffler-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Hannes Staffler-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Mamma Mia! ist und bleibt ein Gute-Laune-Musical</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2015 14:11:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Betty Vermeulen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch nach mehr als 13 Jahren hat „Mamma Mia!“ nichts von seinem Spaßfaktor eingebüßt. Die ABBA-Melodien zünden von der ersten bis zur letzten Note und das Publikum lässt sich auf eine turbulente Reise auf eine kleine griechische Insel entführen. Meine Kritikpunkte am Stück an sich sind unverändert: Nach wie vor sind die deutschen Dialoge (Ruth ...</p>
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<p>Auch nach mehr als 13 Jahren hat „Mamma Mia!“ nichts von seinem Spaßfaktor eingebüßt. Die ABBA-Melodien zünden von der ersten bis zur letzten Note und das Publikum lässt sich auf eine turbulente Reise auf eine kleine griechische Insel entführen.</p>
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<p class="Body">Meine <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Mamma_Mia.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1390">Kritikpunkte</a></span> am Stück an sich sind unverändert: Nach wie vor sind die deutschen Dialoge (Ruth Deny) und Songtexte (Michael Kunze) zu platt („Hupen, Hupen, Hupen &#8211; wir sind eine Supertruppe“) und dass Sophie, obwohl sie alles daran setzt, endlich ihren Vater zu finden, es dann am Schluss eigentlich doch gar nicht wissen möchte, erscheint wenig glaubhaft.</p>
<p class="Body">Doch gerade das exzellent gecastete Ensemble in Oberhausen lässt diese Kritikpunkte in den Hintergrund rücken. Carina Sandhaus gibt eine herzenswarme, in den entsprechenden Momenten sehr energische Donna. Betty Vermeulen ist wunderbar zickig und beherrscht die Bühne als Tanya vom ersten Moment an. Ihr komödiantisches Talent kommt ihr gerade in dieser Rolle sehr zu Gute. In der besuchten Vorstellung komplettierte Helena Blöcker als Rose die Dynamos. Auch sie kann man durchaus als Idealbesetzung bezeichnen. Die scheinbare Tollpatschigkeit und die leicht öko-esoterischen Ansätze kauft man ihr sofort ab.</p>
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<p class="Body">Die drei potentiellen Väter wurden von Hannes Staffler (Sam), Jörg Zuch (Bill) und Nicolas Tenerani (Harry) gegeben, welche die verschiedenen Charaktere sehr gut herausgearbeitet haben. Staffler ist zwar augenscheinlich etwas zu jung für die Rolle, doch er füllt den Part schauspielerisch und gesanglich sehr gut aus. Zuch ist ebenfalls die ideale Besetzung, da man ihm den unabhängigen Weltenbummler (mit der selbst ihm nicht bekannten Sehnsucht nach einer Partnerin) sofort abnimmt. Tenerani zeigt gelungen die weiche Seite von Harry auf, ohne jedoch allzu stark zu übertreiben.</p>
<p class="Body">Lara Grünfeld und Marc Früh stehen in Oberhausen als Erstbesetzung des jungen verliebten Brautpaares Sophie und Sky auf der Bühne. Grünfeld ist eine sympathische, quirlige, phasenweise etwas zu süße Sophie, aber ihr charmanter holländischer Akzent macht dies im Handumdrehen wieder wett. Marc Früh gestaltet die dünne Rolle des Bräutigams so gut aus wie es geht. Er bringt seinen Unmut über Sophies Hochzeitseinladungen sehr nachdrücklich zum Ausdruck und den Part darüber hinaus sehr gut über die Rampe.</p>
<p class="Body">Genauso überzeugend wie die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen der Protagonisten ist das Ensemble. Ob nun Sophies Freundinnen Ali und Lisa (die in der besuchten Vorstellung wie Zwillinge aussahen; gespielt von Sanne Buskermolen und Nina Ungerer) oder Pepper und Eddie (Kevin Schmid und Perry Beenen) &#8211; alle strotzen nur so vor Spielfreude und tanzen die schwungvollen Choreographien bemerkenswert akkurat.</p>
<p class="Body">Was auffällt ist, dass die Leadsänger kaum gegen das hervorragende Orchester ankommen. Phasenweise übertönt das Orchester trotz oder gerade wegen der sehr guten Surround-Anlage im Metronom Theater alles, vereinzelt sind die Mikros der Leadsänger einfach nicht laut genug. Dadurch geht viel an Stimmung verloren.</p>
<p class="Body">Nichtsdestoweniger verfehlen Stücke wie „Was sagt Deine Mami dazu“, „Der Sieger hat die Wahl“ oder „Ich bin ich, Du bist Du“ ihre Wirkung nicht. Viele Lacher erntet auch „Komm und wag‘s mit mir“, dass in Oberhausen deutlich direkter und offensiver scheint als in früheren Inszenierungen.</p>
<p class="Body">Etwas schade ist allerdings, dass die Kulissen der Taverne sehr viel „cleaner“ sind. Es gibt nur noch rechte Winkel und gerade Abschlüsse, keine Spuren von verlaufener Farbe und rostigen Streifen, die der Regen an den Fenstern hinterlassen hat. Der Effekt der Laternen, die auf den angedeuteten Treppenstufen in der ganzen Taverne aufgestellt waren, kann so gar nicht erst entstehen, da diese nur auf den Türabsätzen platziert werden und kaum zu sehen sind. Auch Sophie Brautkleid ist deutlich weniger aufwändig und erinnert mehr an ein Sommerstrandkleid als an ein elegantes Brautkleid für eine strahlende, junge Braut. Dass der Steg, über den Sophie und Sky dem aufgehenden Mond entgegenschreiten, nicht mit eingebaut wurde, ist sicherlich ebenfalls dem im Vergleich zu Hamburg deutlich geschrumpften Produktionsbudget zuzuschreiben.</p>
<p class="Body">Doch alles in allem bleibt „Mamma Mia!“ eine Fun-Show, in der es um die zeitlosen Songs von ABBA geht. Lässt man sich darauf ein, kann man knapp drei Stunden die Leichtigkeit des Lebens genießen. Dass das Theater jedoch an einem Samstagabend nur zu ca. 50 % ausgelastet war, spricht mehr als Bände&#8230; Vielleicht hat sich „Mamma Mia!“ in Deutschland inzwischen überholt?</p>
<p class="Body" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Metronom Theater, Oberhausen</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>9. Mai 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Carina Sandhaus, Betty Vermeulen, Helena Blöcker, Hannes Staffler, Jörg Zuch, Nicolas Tenerani, Lara Grünfeld, Marc Früh</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">ABBA / Phyllida Lloyd<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
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		<title>Nicht Fisch oder Fleisch&#8230;</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/nicht-fisch-oder-fleisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2014 12:14:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lloyd Webber]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Hannes Staffler]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus Christ Superstar]]></category>
		<category><![CDATA[Marilyn Bennett]]></category>
		<category><![CDATA[Orlando Mason]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Zaun]]></category>
		<category><![CDATA[Theater Hagen]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Borowczak]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch Andrew Lloyd Webbers und Time Rices Rockoper „Jesus Christ Superstar“ gehört zu den Shows, die in Stadttheatern immer wieder gern aufgeführt werden. In dieser Spielzeit nimmt sich das Theater Hagen des historischen und politisch hochbrisanten Stoffs an. Die Ouvertüre erklingt raumfüllend zu bedrohlichen Wolkenformationen auf der bühnenfüllenden Leinwand. Auch die Eröffnungsnummer „Heaven in their ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body">Auch Andrew Lloyd Webbers und Time Rices Rockoper „Jesus Christ Superstar“ gehört zu den Shows, die in Stadttheatern immer wieder gern aufgeführt werden. In dieser Spielzeit nimmt sich das Theater Hagen des historischen und politisch hochbrisanten Stoffs an.</p>
<p class="Body">Die Ouvertüre erklingt raumfüllend zu bedrohlichen Wolkenformationen auf der bühnenfüllenden Leinwand. Auch die Eröffnungsnummer „Heaven in their minds“ wird von Carsten Lepper alias Judas noch im Hintergrund gesungen. Der Gaze-Vorhang beraubt den Titel leider ein wenig seiner Kraft und Intensität.</p>
<p class="Body">Erfreulicherweise wird das Stück im englischen Original aufgeführt, was aufgrund der Harmonie von Komposition und Songtexten sehr authentisch ist. Die dadurch erforderlichen Übertexte geben wie fast immer reichlich Anlass zum Kopfschütteln oder Lachen. In Hagen mehrheitlich ersteres, da die Herausforderung der Einblendung der passenden deutschen Texte zur jeweiligen Szene auf der Bühne eindeutig zu groß zu sein scheint und man phasenweise ganze zwei Songs zu spät dran ist mit der Übersetzung. Es dem deutschen Publikum, das bekanntermaßen deutsche Texte einfordert, Recht machen zu wollen , ist nicht immer von Vorteil.</p>
<p class="Body">Mit dem Auftritt der Apostel &#8211; hier als rauchende und trinkende Streetkids dargestellt &#8211; hebt sich der Vorhang endlich und der vorher etwas gedämpfte Klang wird besser. Ob dies jedoch im Fall von Maria Magdalenas „Everything‘s alright“ wirklich von Vorteil ist, sei dahingestellt. Nicht nur, dass Maria Magdalena ein deutlich höheres Spielalter als Jesus zu haben scheint &#8211; sie könnte beinahe als dessen Mutter durchgehen &#8211; Marilyn Bennett agiert erstaunlich altbacken. Stimmlich ist sie der Partitur nicht gewachsen und eindeutig zu viele schiefe Töne lassen einen mehrfach zusammenzucken.</p>
<p class="Body">In Thilo Borowczaks Inszenierung treffen sich Jesus und seine Jünger auf einem verlassenen Bahnhof. Dunkle Treppenaufgänge, vereinzelte Piktogramme an den Wänden und die obligatorischen Plastiksitzbänke verströmen nun wahrlich keine Wohlfühlatmosphäre. In den Katakomben, die optisch stark an einen Bunker erinnern, tagen Kaiaphas und seine Priester. Dabei sorgt Orlando Mason als Kaiaphas für eine gelungene Überraschung: Er ist sehr schlank, hoch aufgeschossen und überragt seine Kollegen um zwei Köpfe, doch sein voluminöser Bass verfehlt seine Wirkung nicht und lässt die Zuschauer ehrfurchtsvoll erschauern. In ihren grauen Anzügen mit den grau-weiß gestreiften Armbinden erinnern die Priester an das farblose Klischee der Stasi-Offiziere, auch Assoziationen zur SS drängen sich bei ihrem Anblick und Habitus auf.</p>
<p class="Body">Aus der Menge der Jünger sticht vor allem Tillmann Schnieders als Simon hervor. Auch wenn er nur wenige Soloeinsätze hat, stellt er die anderen Apostel durch seine Bühnenpräsenz in den Schatten. Peter, dem in der eigentlichen Geschichte eine wesentlich größere Bedeutung zukommt, bleibt hingegen blass im Hintergrund.</p>
<p class="Body">Als Jesus seine Anhänger im Tempel beim genussvollen Auskosten des Lebens erwischt, zeigen sich zum ersten Mal Hannes Stafflers Qualitäten. Mit kraftvoller Stimme verleiht er seinen Empfindungen Ausdruck und schafft es zusätzlich Jesus‘ Weltschmerz stimmlich einzubringen. Beinahe körperlich spürt man sein Leid, sein Bedauern über die Maßlosigkeit der Jünger.</p>
<p class="Body">Regieseitig wird in dieser Szene einiges treffend angedeutet, aber letztlich doch zuviel gewollt. Warum sich bspw. keiner der so auf Kommerz fixierten Anhänger um das Geld schert, das vom Himmel fällt, erschließt sich dem Publikum nicht.</p>
<p class="Body">Gut gelungen und sehr beklemmend ist hingegen „See my eyes“, wo die Erwartungshaltung seiner Anhänger den Sohn Gottes langsam aber sicher überfordern. Riesige verzerrte, fordernde Gesichter, überlebensgroß auf den Vorhang projiziert, machen den Druck, unter dem Jesus steht, mehr als deutlich.</p>
<p class="Body">Umso bedauerlicher ist es, dass die anschließende Liebeserklärung Maria Magdalenas („I don‘t know how to love him“) erneut auf einer Mutter-Sohn-Ebene abläuft: Gleichermaßen optisch und akustisch wirkt Bennett eher wie eine besorgte Mutter und nicht wie die liebende Frau an Jesus‘ Seite. Schade, denn durch den Verlust dieser so spannenden Beziehung verschenkt der Regisseur viel Potential.</p>
<p class="Body">Deutlich besser funktioniert hingegen „Blood money“: Judas ist bei den Priestern im Bunker, erliegt schließlich deren Überzeugungskunst und verrät seinen Freund Jesus. Carsten Lepper legt alles in diese Zerrissenheit und drückt Judas‘ Verzweiflung mit jedem Ton aus. Diese Intensität ist atemberaubend. Dass Jesus jedoch hinter der Wand sitzend alles mit anhört, wirkt dagegen unerwartet plump.</p>
<p class="Body">Das Highlight im 2. Akt ist naturgemäß „Gethsemane“, doch leider verpufft diese so wichtige, emotionale Szene fast wirkungslos. Staffler wirkt sehr gefühlskalt, fast unbeteiligt. Und obwohl er den Song sehr gut singt, kommen die damit verbundenen Gefühle nicht beim Publikum an.</p>
<p class="Body">Auch die Szene, in der Jesus von sehr martialisch in Schutzpanzern verpackten Soldaten festgenommen wird („The Arrest“), ist sehr einfallslos inszeniert. Dass Jesus von dunklen Gestalten mit Taschenlampen angeleuchtet wird, hat man in nahezu identischer Form schon x-fach gesehen.</p>
<p class="Body">Einzig Rainer Zaun ragt hier als von Zwangsneurosen getriebener Pontius Pilatus mit offensichtlichen Berührungsängsten &#8211; er trägt Latexhandschuhe &#8211; hervor.</p>
<p class="Body">Pilatus ist hin- und hergerissen, möchte keine Entscheidung treffen, versucht Jesus eine Brücke zu bauen. Als alles fehl schlägt, überstellt er den Delinquenten zu König Herodes.</p>
<p class="Body">Die mit Abstand geschmackloseste Szene des Abends, die jedoch gemeinhin das meiste Kreativpotential bietet, ist Jesus‘ Anhörung bei König Herodes. Doch ein übergewichtiger Herodes in einem goldenen Borat-Einteiler, umgeben von billig kostümierten Burlesque-Tänzerinnen mit Lady Gaga Einschlag und Plastik-Frau-Antje-Perücken, zeugt von einer unglaublichen Stillosigkeit. Übertroffen wird diese völlig banale, überflüssige Szenenarbeit nur noch durch die an 1980er Jahre Aerobic-Videos erinnernde Choreographie von Ricardo Fernando.</p>
<p class="Body">Zurück bei Pilatus erleben die Zuschauer beeindruckt mit, wie sich der Caesar dem Druck der Massen beugt und beinahe unter eigenen Schmerzen Jesus 39 Schläge verpasst. Die Projektionen schmerzverzerrter Gesichter intensivieren die Szenerie sehr treffend. Hier &#8211; wie auch in einigen anderen Szenen &#8211; fällt jedoch negativ auf, dass die Tempi von Chor und Orchester nicht immer passend aufeinander abgestimmt sind. Wenn jedoch der Dirigent (Steffen Müller-Gabriel) mit seinem 45-köpfigen Orchester hinter der Bühne steht, ist dieses Problem durchaus nachzuvollziehen.</p>
<p class="Body">Es folgt eine der bekanntesten Musicalnummern überhaupt: „Jesus Christ Superstar“. Wenn jedoch Judas und seine Tänzer in weißen Raumanzügen stecken und gemeinsam mit Nonnen mit grünen Kreuzgirlanden um den Hals in bester Tony Manero Manier Aerobics machen, wirkt dies einfach nur noch lächerlich. Ein Jesus, der mit ausgestreckten Armen minutenlang auf einer grünen Kiste stehend, ausharren muss, macht es nicht besser. Wäre nicht Carsten Leppers Spielfreude und sein bestechender Gesang, man könnte auch diese Szene getrost dem Bereich der Banalitäten zurechnen. Doch Lepper gelingt es, dem Publikum zu vermitteln, warum dieser Song und diese Szene Weltruhm erlangt haben.</p>
<p class="Body">In der Sterbeszene wird es dann wieder puristischer auf der Bühne. Ein sehr blutverschmierter und blaugeschlagener Jesus ergibt sich seinem unausweichlichen Schicksal. In den letzten Sekunden ist dann auch wieder Judas an seiner Seite, der sich eigentlich drei Szenen zuvor aus Verzweiflung und Scham erschossen hatte.</p>
<p class="Body">Das Schlussbild  &#8211; Judas hält den sterbenden Jesus in seinen Armen &#8211; ist so ergreifend, dass die Zuschauer sekundenlang nicht merken, dass das Stück zu Ende ist.</p>
<p class="Body">Insgesamt kann man für diese Inszenierung festhalten, dass sich der Regisseur offenbar nicht entscheiden konnte, ob er nun eine bedrohlich-beklemmende oder eine trashig-alberne Fassung zeigen wollte. Die gewählte Mischung lässt zumindest keinen roten Faden erkennen und macht es schwer, Darsteller und Handlung ernst zu nehmen.</p>
<p class="Body">Mit Carsten Lepper und Hannes Staffler hat das Theater Hagen jedoch zwei ausgezeichnete Gäste engagiert, die der Rockoper das erforderliche Niveau verleihen. Viel Potential haben auch Orlando Mason und Rainer Zaun. Der Rest wird jedoch ein Opfer des Regiechaos. Das gilt für Bühnenbild, Kostüme und Choreographien in gleichem Umfang. Etwas mehr Struktur und Mut hinter dem Regiepult hätten sicherlich zu einer rundum gelungenen „Jesus Christ Superstar“-Inszenierung geführt. Doch so bleibt ein verwirrender Beigeschmack und das Publikum fragt sich zurecht, was ihm das Kreativteam damit sagen wollte.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
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<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Hagen</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">15</span>. Februar 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Marilyn Bennett, Carsten Lepper, Orlando Mason, Hannes Staffler, Rainer Zaun</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Thilo Borowczak / Andrew Lloyd Webber<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Foto Kühle / Theater Hagen<br />
</span></p>
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