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	<title>Fredrik Wickerts-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Fredrik Wickerts-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Das Guys Sing Dolls Ensemble über die etwas andere Musical-Gala</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2006 12:02:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews mit Musikern & Ensembles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das gab es bisher in Deutschland – und im übrigen auch sonst – noch nirgendwo: Fünf Musicaldarsteller, die in einer außergewöhnlichen Gala die Songs ihrer Kolleginnen zum Besten geben. Nicht „im Fummel“, sondern geschmackvoll gekleidet und ansprechend inszeniert. Vom Konzept, über die Arrangements bis hin zum Logodesign und der Locationsuche haben die Darsteller ihr Gemeinschaftsprojekt ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das gab es bisher in Deutschland – und im übrigen auch sonst – noch nirgendwo: Fünf Musicaldarsteller, die in einer außergewöhnlichen Gala die Songs ihrer Kolleginnen zum Besten geben. Nicht „im Fummel“, sondern geschmackvoll gekleidet und ansprechend inszeniert.</p>
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<p class="Body">Vom Konzept, über die Arrangements bis hin zum Logodesign und der Locationsuche haben die Darsteller ihr Gemeinschaftsprojekt in Eigenregie und ohne Unterstützung durch einen Musicalkonzern o. ä. in Angriff genommen. Die Idee zu diesem abendfüllenden Programm hatte Michel Driesse im Winter 2005/2006. „Ich bin sehr kreativ und wollte schon immer einmal „Ich gehört mir“ singen, wofür es natürlich in der regulären Show keine Gelegenheit gibt. Eines Tages kam mir die Idee, daraus ein vollständiges Programm zu machen.“ erklärt der Holländer. Die fünf „Guys“, die die Damen-Lieder singen, sind neben Michel Driesse: Tim Reichwein, Patrick Mares, Veit Schäfermeier und Fredrik Wickerts. Als musikalische Unterstützung und einzige Frau auf dem Parkett steht den fünf Sängern Marina Kommisartchik zur Seite. Seit Jahren ist sie fester Bestandteil im Orchester der Neuen Flora und widmet sich gern ambitionierten Projekten abseits der großen Ensuite-Bühnen. Alle sechs gehörten zum Ensemble von „Tanz der Vampire“ in Hamburg und „da wir noch keine Engagements nach Hamburg hatten, hatten wir die Wahl zwischen gelangweilt zuhause herumsitzen oder etwas Neuem noch nie Dagewesenem.“ beschreibt Veit Schäfermeier den Ursprung dieser Kombo. Patrick Mares ergänzt: „Wir verstehen uns auch privat sehr gut und Michel musste uns gar nicht lange überreden bei „Guys sing Dolls“ mitzumachen.“</p>
<p class="Body">Das Programm haben Michel Driesse und Veit Schäfermeier gemeinsam erarbeitet, wobei Michel Driesse schon sehr konkrete Vorstellungen hatte, wo es hingehen sollte. Fredrik Wickerts erinnert sich: „Wir saßen mit einer langen Liste mit Damen-Songs aus Musicals bei mir und haben überlegt, wie wir das zusammensetzen.“ Bei der Masse war es schon ganz gut, dass Driesse die Oberhand behielt und sich programmatisch durchsetzte. Herausgekommen ist ein Potpourri aus Themenblocks, in denen nicht nur die bekannten Musicalklassiker präsentiert werden, sondern auch viele der breiten masse eher unbekannte Stücke, dazu zählen Songs aus „Yentl“ genauso wie Titel aus „Copacabana“ oder „A Little Night Music“.</p>
<p class="Body">Der Spaß an ihrer Arbeit ist den fünf Darstellern zu jeder Zeit anzumerken: Sei es nun in dem „Hurenblock“, in den Stücke aus „Cabaret“, „Jekyll &amp; Hyde“ oder „Chicago“ untergebracht und klassisch auf der Stuhlreihe inszeniert sind oder der Duett-Block, der viele großen Damenduette wie „I know him so well“ („Chess“) oder „I still believe“ („Miss Saigon“) beinhaltet. Besonders viel Spaß haben Künstler und Publikum bei der musikalischen „Reise nach Jerusalem“, in der sich die fünf Sänger um die Stühle jagen und der Verlierer einen neuen Titel singen muss. Im Schnelldurchlauf werden hier „Evita“. „Cats“, „Mozart!“ und „Die schöne und das Biest“ abgehakt. Und das ganze immer mit der nötigen Wertschätzung. Während des gesamten Abends wird kein Song verunglimpft oder durch unpassende Choreographien oder Kostüme in ein falsches Licht gerückt.</p>
<p class="Body">Wie Driesse, der natürlich „Ich gehör nur mir“ intoniert, haben auch seine vier Kollegen einen absoluten Lieblingssong, den sie schon immer einmal live auf einer Bühne performen wollten. Für Tim Reichwein ist dies „I am telling you“ aus „Dreamgirls“ – „meinem absoluten Lieblingsstück“ gibt der Neu-Wiener zu. Patrick Mares Herz schlägt für „So einfach, so schwer“ aus „Aida“ und Fredrik Wickerts überrascht das Publikum mit „Du maste finas“ aus dem schwedischen Erfolgmusical „Kristina“. Veit Schäfermeier schlüpft in die Rolle von Milady de Winter und verkündet ergreifend „Milady ist zrück“ aus den „3 Musketieren“. So unterschiedlich diese persönlichen Gesangsvorlieben sind, so verschieden sind auch die fünf Menschen dahinter.</p>
<p class="Body">Auch wenn sie die erste Zeit nach „Tanz der Vampire“ noch gemeinsam in Hamburg waren, zerstreuten sich ihre Wege bald in alle Regionen Deutschlands und darüber hinaus. Einzig Patrick Mares ist noch in der Hansestadt geblieben, doch auch er wird bald auf der „Aida“ anheuern und als Solist auf Kreuzfahrt gehen. Tim Reichwein gehört zum „Rebecca“-Ensemble in Wien, Veit Schäfermeier gibt den Prof. Abronsius beim „Tanz der Vampire“ in Berlin, Michel Driesse kämpft mit den „3 Musketieren“ in Stuttgart und Fredrick Wickerts pendelt zwischen Hannover und den umliegenden Städten mit „Arielle“. Es war also gar nicht so leicht für Marina Kommisartchik ihre fünf Guys zum Proben unter einen Hut zu bekommen. „Die Proben waren sehr schwierig. Weil wir so wenig gemeinsame Zeit hatten, mussten wir sehr konzentriert arbeiten.“ erzählt Patrick Mares. Tim Reichwein fügt hinzu, dass es gut war, „dass Michel eingegriffen hat, wenn wir zu undiszipliniert waren. Er war von Anfang der Regisseur des Ganzen und seine Sache sehr gut gemacht.“ Fredrik Wickerts ergänzt: „Es gab nie Streit. Wir sind alle Profis genug, um zu wissen, dass einer die letzte Entscheidung treffen muss, die dann zu akzeptieren ist. Viele Köche verderben eben auch in unserer Branche den Brei.“</p>
<p class="Body">Wenn man Songs nur von Frauen gesungen kennt, hat man automatisch auch die entsprechende Stimmlage im Ohr. Die fünf Jungs und ihre begnadete Pianistin wollten jedoch keine Persiflage auf die Bühne bringen, sondern sich ernsthaft mit diesem Thema befassen. „Deshalb haben wir die Songs alle für unsere Stimmlage umarrangiert.“ erklärt Veit Schäfermeier. „Das war ganz schön viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt.“ meint Michel Driesse. Natürlich kann man nicht jeden Song auch thematisch von Frauen auf Männer umändern, „zum Beispiel ist es bei „Amerika“ aus „Titanic“ nicht leicht, immer ernst zu bleiben, wenn ich singe, dass ich Zofe/Lehrerin werde“, sagt Fredrik Wickerts, aber im Großen und Ganzen passt ein Damen-Soli auch für Männer.</p>
<p class="Body">Dass einige Szenen sich nicht nur beim Publikum besonderer Beliebtheit erfreuen, wird beispielsweise beim Hexenblock deutlich: Veit Schäfermeier und Tim Reichwein blühen geradezu auf und fegen zu „Popular“ und „Defying Gravity“ wie ein Wirbelwind über die Bühne. Ganz großartig ist auch die Interpretation von Tim Reichwein, Michel Driesse und Patrick Mares von „Wer kann schon ohne Liebe sein“ aus „3 Musketiere“. Urkomisch ist Fredrik Wickerts „Hula-Song“ aus „Dirty Dancing“. Auch als Veit Schäfermeier, in Hamburg noch als Zweitbesetzung des Grafen von Krolock auf der Bühne, einige Textzeilen von den „Roten Stiefeln“ anstimmt, johlen die Zuschauer. Das Publikum biegt sich vor Lachen. Überhaupt ist die „Guys sing Dolls“-Gala mit kleinen komödiantischen Einlagen gespickt, die den Ablauf etwas auflockern, das Konzept aber dadurch nicht ins Wanken bringen. Dazu gehört auch schon die bereits erwähnte „Reise nach Jerusalem“, die den Künstlern nicht nur Ausdauer abverlangt, sondern auch eine hohe Konzentration voraussetzt. Denn während die Zuschauer ihren Spaß haben, dürfen die Sänger nicht vergessen, welcher Song als nächstes kommt. Auch Initiator und Regisseur Driesse erfreut sich jedes Mal aufs Neue an seinem Werk: „Ich bin so stolz auf die Jungs. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, mit fünf Freunden auf der Bühne zu stehen.“ Ein emotionales Highlight für den jungen Holländer ist die Version von „I will never leave you“ aus „Side Show“, die in Gebärdensprache präsentiert wird. „Mein Ex-Freund war taub, deshalb weiß ich wie wichtig Gebärdensprache ist. Ich erinnere mich gern daran, was ich durch ihn an Erfahrungen gewonnen habe.“</p>
<p class="Body">Dass Michel Driesse und seine fünf Kollegen mit diesem Konzept etwas völlig Neues auf die Beine gestellt haben, ist ihnen inzwischen bewusst. „Am Anfang ging es darum, zu testen wie das Konzept beim Publikum ankommt. Wir hatten keine Idee, dass es so gut angenommen würde, dass wir jetzt sogar eine Sommer-Tournee damit machen.“ sagt Driesse nicht ohne Stolz. Man kennt zahlreiche Shows, in denen Drag-Queens oder Travestie-Künstler Songs von Sängerinnen auf die Schippe nehmen, doch davon distanzieren sich die ehemaligen Hamburger Vampire ausdrücklich. „Wir sind keine Männer in Frauenkleidern, sondern ernstzunehmende Sänger, die mit dieser Show die Musik ehren wollen.“ führt Reichwein an. Patrick Mares fährt fort: „Einige Songs sind schon sehr schwierig, da sie besonders weich und melodisch sind. Da könnte es passieren, dass es lächerlich wirkt, wenn man nicht ernsthaft an die Sache herangeht.“ Doch die Songliste ist von Michel Driesse und Veit Schäfermeier so gut zusammengestellt, dass diese Stücke nicht so prägnant sind.</p>
<p class="Body">Die ersten drei Vorstellungen fanden in Hamburg vor durchaus musical-interessiertem Publikum statt. Die ursprünglich als Einzelshow geplante erste Aufführung war so schnell ausverkauft, dass man eine zweite und ritte nachschieben „musste“. „Spannend wird es zu erleben, wie Zuschauer auf uns reagieren, die nicht in einer großen Musicalstadt wohnen.“ sagt Wickerts. Pragmatisch fügt Reichwein hinzu: „Wenn man nicht zu hohe Erwartungen hat, kann man – wie immer im Leben &#8211; nicht enttäuscht werden. Ich kann nur jeden motivieren, seine Ideen umzusetzen und sich durch eventuelle Hürden nicht aufhalten zu lassen.“ Alle sechs freuen sich sehr auf die geplante Sommer-Tournee und darauf endlich mal wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen.</p>
<p class="Body">Die nächste Chance „Guys sing Dolls“ live zu erleben, hat man am 15. Januar in Norden. Bis dahin wird sich wieder jeder in seinem stillen Kämmerlein in Berlin, Wien, Stuttgart, Hannover bzw. auf einem Schiff vorbereiten und erst am Vorstellungstag in Norden werden Choreographie und Staging erneut gemeinsam geprobt.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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		<title>Fulminanter Einstand der Vampire in der Neuen Flora Hamburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2003 16:28:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2003]]></category>
		<category><![CDATA[Fredrik Wickerts]]></category>
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		<category><![CDATA[Jessica Kessler]]></category>
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<p class="Body">Um es gleich vorweg zu nehmen: »Der König der Löwen« und »Mamma Mia!« haben seit 7. Dezember eine ebenbürtige Konkurrenz in der Hansestadt. Wenn jemand den beiden erfolgreichen Großproduktionen das Wasser reichen kann, dann ist es Roman Polanskis »Tanz der Vampire«.</p>
<p class="Body">Nur neun Wochen hatte das Team um den Technischen Leiter Dennis Krauß Zeit, das Bühnenbild aus Stuttgart für Hamburg zu adaptieren. Die besondere Herausforderung bestand darin, die Großkulissen, die auf eine schmale, sehr tiefe Bühne ausgelegt waren, dergestalt umzuarbeiten, dass sie auf der Hauptbühne der Neuen Flora, die keinerlei Stauraum im hinteren Bühnenbereich vorsieht, Platz finden. Auch der Einbau der ehemals zwölf Meter hohen Wendeltreppe im gräflichen Ballsaal bedurfte einiger Tricks und Kniffe.</p>
<p class="Body">Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Das Premierenpublikum honorierte diverse Bühnenbilder mit aufbrausendem Szenenapplaus. Besonders beeindruckt waren die Zuschauer von der Friedhofsszene, in der die Vampire zahllosen Gräbern entsteigen. Auch die Ahnengalerie im Vampirschloss, wo Graf von Krolock der Versuchung Sarah zu beißen kaum widerstehen kann, wurde mit viel Beifall bedacht.</p>
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<p class="Body">Die Technikabteilung hat sich noch eine weitere Neuigkeit einfallen lassen, um die Besucher direkt in das Geschehen einzubinden: Das winterliche Transsylvanien wird im Theatersaal durch „echten“ Schnee greifbar. Alle Gäste, die in Reihe 13 saßen, mussten sich nach dem ersten Akt den Schnee von den Schultern klopfen, den ein Schneesturm über ihren Köpfen durchs Theater wirbelte. Auch für alle zukünftigen Zuschauer gilt: Ziehen Sie sich warm an! Denn dies war kein einmaliger Premieren-Gag, sondern ist Bestandteil jeder Vorstellung!</p>
<p class="Body">Oscar®-Gewinner Roman Polanski hat es sich nicht nehmen lassen, bei der Hamburger Musical-Produktion seines weltbekannten Hollywood-Klassikers „The Fearless Vampire Killers“ (1967) höchstpersönlich Regie zu führen. Im zur Seite stand ein Team, dass sich schon bei der Wiener und der Stuttgarter Inszenierung einen Namen gemacht hat: Michael Reed als Musical Supervisor und Dennis Callahan als Choreograph haben genauso langjährige Erfahrung mit Graf von Krolocks Vampiren wie William Dudley, der bereits für Wien und Stuttgart das Bühnenbild designte.</p>
<p class="Body">Nicht nur bei den Kreativen setzte die Stage Holding auf eine Menge Erfahrung. Von insgesamt 47 Darstellern haben bereits 15 in einer anderen »Tanz der Vampire«-Produktion mitgewirkt. Dies hat einerseits den Vorteil, dass die großen Tanz- und Gesangsnummern nahezu perfekt sind, andererseits fehlt es an der ein oder anderen Stelle an Frische und Schwung. Vielleicht liegt es gerade hieran, dass die Zuschauer nicht so gefesselt sind wie in Stuttgart? Es ist aber auch durchaus vorstellbar, dass die Sound Designer die typischen Akustikprobleme in der Neuen Flora von vorn herein ausschließen wollte und ihre Arbeit etwas zu gründlich gemacht haben…</p>
<p class="Body">Jim Steinmans Kompositionen sind mitreißend und animieren zum Mittanzen. Gesanglich und tänzerisch werden die rockigen Stücke hervorragend transportiert. Das Buch von Michael Kunze sorgt für heitere wie mitfühlende Momente. Ganz besonders sticht der Wortwitz hervor, mit dem Prof. Abronsius (Werner Bauer) sein Umfeld immer wieder zum Lachen bringt. Die anspruchsvollen Texte, die zudem in einem atemberaubenden Tempo vorgetragen, zollen den Besuchern höchsten Respekt ab. Werner Bauer liefert eine solide Interpretation des schusseligen Vampirjägers. Auch wenn seine Version lange nicht so witzig ist, wie die von Jens Janke in Stuttgart, so hat er doch die Lacher auf seiner Seite.</p>
<p class="Body">Als sein Assistent Alfred steht der Schwede Fredrik Wickerts auf der Bühne. Die Erfahrung mit der Rolle (aus Stuttgart) und der zusätzliche Phonetik-Unterricht machen sich bezahlt: Nahezu akzentfrei singt er sich mit seiner gefühlvollen Stimme in die Herzen des Publikums. Sein sensibel vorgetragenes Solo „Für Sarah“ rührt die Besucher zu Tränen. Auch in der allerletzten Reihe kommt an, dass der scheue Alfred alles geben würde, um das Herz der hübschen Sarah zu gewinnen. Fredrik Wickerts’ sanfte und zugleich kraftvolle Stimme prägt sich nachhaltig ein und macht seine Auftritte zu den bemerkenswertesten des Abends.</p>
<p class="Body">Das Objekt der Liebe Alfreds und der Begierde des Vampirgrafen, die junge Wirtstochter Sarah, wird von Jessica Kessler überzeugend unschuldig und doch wissbegierig dargestellt. Ihre helle, klare Stimme wirkt frisch und unverbraucht. Zu Beginn des Stücks ist sie noch naiv und unglücklich, doch sie wandelt sich zu einer wunderbar bösen und gierigen Vampir-Lady. Sowohl stimmlich als auch optisch geben Jessica Kessler und Fredrik Wickerts alias Sarah und Alfred ein perfektes Paar ab. Dass die junge Duisburgerin etwas ganz Besonderes ist, meint auch »Les Misérables«-Star Uwe Kröger: „Jessica ist die beste Sarah, die ich je gesehen habe!“</p>
<p class="Body">Rebecca und Chagal, die Eltern von Sarah, werden von Jan Merchant und Jerzy Jeszke dargestellt. Jan Merchant meistert die Gratwanderung von der brüskierten Wirtsfrau zur liebenden und trauernden Witwe mit Bravour. Ihre wenigen Gesangszeilen offenbaren eine warme, mitfühlende Stimme, die man aufgrund der ansonsten recht dominant angelegten Rolle nicht erwarten würde.</p>
<p class="Body">Der gebürtige Pole Jerzy Jeszke kehrt in der Rolle des untreuen Wirts Chagal auf eine ihm wohl vertraute Bühne zurück: Schon als Phantom der Oper begeisterte er das Hamburger Publikum! Mit viel Witz und Originalität überzeugt er als um das Wohlergehen seiner Tochter besorgter Vater genauso wie als „jüdischer Vampir“.</p>
<p class="Body">Der Grund für die nächtlichen Ausflüge von Chagal ist die hübsche Magda, die als Magd in seinem Wirtshaus arbeitet. Anna Thorén hat diese Rolle bereits in Stuttgart gecovert, wird ihr jedoch nicht vollends gerecht. Sie hat zwar eine laute, durchdringende Popstimme, es mangelt ihr aber in den entsprechenden Szenen an der Lüsternheit, die sie mit ihrem Text „Geil zu sein, ist komisch!“ ankündigt.</p>
<p class="Body">Das Verbindungsglied zwischen der Welt der Vampire und den Dorfbewohnern ist der Bucklige Koukol. Stefan Büdenbender hat diesen Part schon in Stuttgart perfektioniert und erschreckt auch in Hamburg das Publikum mit seiner schaurigen Maske und dem unsympathischen Auftreten zu Tode. Instinktiv schaut man zu Boden, wenn sich der Diener des Vampirgrafen auf einen zu bewegt – so furchterregend sieht der Künstler aus.</p>
<p class="Body">Die sagenumwobene Hauptfigur des Musicals ist der Vampirgraf von Krolock, der mit seinem Sohn und unzähligen Gefolgsleuten in einem düsteren Schloss wohnt. Thomas Borchert, der zugunsten dieser Rolle auf den Luigi Lucheni in der Wiener Jubiläumsinszenierung von »Elisabeth« verzichtete, stellt den Herrscher der Nacht erschreckend emotionslos dar. Seine volle Stimme passt perfekt zu den rockigen Melodien von Jim Steinman. Vor allem in den langsamen Passagen kommt seine stimmliche Bandbreite hervorragend zum Ausdruck. Jedoch lässt er bei „Unstillbare Gier“ die Verletzlichkeit vermissen, die beim Zuschauer Mitleid mit dem seit hunderten von Jahren vereinsamten Grafen wecken soll. Alfreds Kommentar, nachdem er den Grafen in dieser ruhigen Minute beobachtet hat (“ Sie haben Gefühle!“) wirkt bei Thomas Borcherts unterkühlter Darstellung etwas fehl am Platz.</p>
<p class="Body">Alternierend wird der Graf von Felix Martin gespielt, dessen intensive Interpretation des Fürsterzbischof Colloredo in »Mozart!« darauf hoffen lässt, dass er dem Grafen mehr Struktur verleiht.</p>
<p class="Body">Norbert Kohler, der sich als Grafensohn Herbert „unsterblich“ in den schüchternen Alfred verliebt, gibt den schwulen Jungvampir tuntig; karikiert diese Eigenschaft jedoch nicht, so dass seine Einsamkeit und sein Verlangen nach „Frischfleisch“ sehr glaubhaft sind. Seine schöne Stimme macht das Duett mit Fredrik Wickerts „Wenn Liebe in Dir ist“ zu einem der Highlights der Vorstellung.</p>
<p class="Body">Was von der Hamburger Inszenierung haften bleibt, sind – neben den sehr guten Protagonisten – vor allem die großen Tanzszenen, in den denen das Ensemble mit der eindeutigen Handschrift von Dennis Callahan über die Bühne rockt. Hier ist neben der Traumszene von Sarah „Die roten Stiefel“ vor allem das Nightmare-Solo „Carpe Noctem“ zu nennen. In diesen Szenen verkörpern die grandiosen Tänzerinnen und Tänzer den Sex, die Leidenschaft und das Geheimnisvolle, das jeden Vampir umgibt, auf eine besonders explosive und ansteckende Weise.</p>
<p class="Body">»Tanz der Vampire« lebt von der Dunkelheit und Mystik. Besonders die Schlosskulissen, aber auch die extravaganten Kostüme von Sue Blane und das außergewöhnliche Make-Up inkl. individuell angepasster Vampir-Eckzähne sorgen dafür, dass die Darsteller zum Fürchten aussehen.</p>
<p class="Body">Man kann sich vorstellen, dass es dem Ensemble einen Heidenspaß macht, jeden Abend durch den Theatersaal zu „schweben“ (tatsächlich scheinen die Vampire bei ihrem ersten Erscheinen an den Wänden und in den Gängen der Neuen Flora zu schweben) und die Zuschauer zu erschrecken. Derartige Adrenalinschübe sorgen bei den sonst so unterkühlten Nordlichtern dafür, dass sie den Kultcharakter dieses Grusicals schon jetzt verstehen. Auch das Premierenpublikum feierte die Vampire frenetisch mit minutenlangen Standing Ovations. Mehr als 130.000 verkaufte Tickets – und dies bereits vor der Premiere – deuten darauf hin, dass nach zwei schwierigen Jahren endlich wieder eine Erfolgsproduktion in die Neue Flora eingezogen ist.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Neue Flora, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>7. Dezember 2003</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Thomas Borchert, Jessica Kessler, Norbert Kohler, Fredrik Wickerts</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Roman Polanski / Jim Steinman<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Holding<br />
</span></p>
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