<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Frank Winkels-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<atom:link href="https://www.musicals-online.com/tag/frank-winkels/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.musicals-online.com/tag/frank-winkels/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 03 Oct 2021 11:19:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2023/09/cropped-08062B90-DABA-4778-9C77-84DA20A86023_1_105_c-e1695646822420-1-32x32.jpeg</url>
	<title>Frank Winkels-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
	<link>https://www.musicals-online.com/tag/frank-winkels/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Schreib:maschine</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/die-schreibmaschine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 11:09:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2021]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streams / Live on tape Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Dederichs]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Winkels]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Becker]]></category>
		<category><![CDATA[Joël Zupan]]></category>
		<category><![CDATA[Mascha Volmershausen]]></category>
		<category><![CDATA[Nini Stadlmann]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Matberg]]></category>
		<category><![CDATA[Tom van Hasselt]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Schäfermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Veronika de Vries]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musicals-online.com/?p=3064</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit mehr als zehn Jahren bietet die Schreib:maschine Autoren und Komponisten eine offene Bühne, in der sie ihre neuen Musicals vor (zumeist wohlwollendem) Publikum ausprobieren können. Am 28. März 2021 wurde dies in Berlin, Hamburg, Wien und Köln sehr erfolgreiche Format zum ersten Mal live gestreamt und auf diversen Plattformen gezeigt. Tom van Hasselt führt ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/die-schreibmaschine/">Die Schreib:maschine</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit mehr als zehn Jahren bietet die Schreib:maschine Autoren und Komponisten eine offene Bühne, in der sie ihre neuen Musicals vor (zumeist wohlwollendem) Publikum ausprobieren können. Am 28. März 2021 wurde dies in Berlin, Hamburg, Wien und Köln sehr erfolgreiche Format zum ersten Mal live gestreamt und auf diversen Plattformen gezeigt.</p>
<p>Tom van Hasselt führt auch an diesem Abend durch das Programm. Die Ausschnitte aus den Musicals „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“, „Bühnenschwestern“ und „Deine Stimme Zählt“ werden durch Interviews mit den kreativen Köpfen hinter den Shows abgerundet.</p>
<p>Nach einem launigen Opener, in dem van Hasselt über die frustrierende Situation eines Autors und Komponisten lamentiert und die Schreib:maschine als Licht am Ende des Tunnels sieht, geht es direkt los mit „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.</p>
<p>Kathi Damerow (Buch), Lukas Nimschek (Musik) und Franziska Kuropka (Texte) haben das Stück für „Westand Musical“ geschrieben, eine eigens gegründete (Open Air) Bühne in Braunschweig, die diesen Sommer neben dem „Teufel“ auch „Bürobiester“ von demselben Kreativteam zeigen wird.</p>
<p>Christopher Dederichs, Sarah Matberg, Veit Schäfermeier und Frank Winkels bringen das Publikum schon mit dem ersten Song, „Der Junge mit der Glückshaut“ auf Märchenkurs. Es geht um Hans, dem mit Erreichen seines 14. Lebensjahres ein spannendes Schicksal vorhergesagt wird. Musikalisch poppig und schwungvoll bringen die vier Sängerinnen und Sänger die Prophezeiung in die Online-Welt.</p>
<p>Doch wie immer kommt es anders als man denkt: Hans wird vom König mit einem wichtigen Brief zu dessen Tochter geschickt und trifft im Wald auf die Räuber Müller, Meier, Mottenrock‘. Als Hans schläft stehlen die Räuber den Brief, nur um festzustellen, dass er Hans‘ Todesurteil enthält. Kurzerhand ändern sie den Text und versteigen sich in irrwitzigen Ideen, was der König sich noch alles für Hans wünscht.</p>
<p>In der nächsten Szene wacht Hans in der Suppenküche des Schlosses auf und bringt der Prinzessin wenig einfühlsam bei, dass es mit ihren Kochkünsten nicht weit her ist. Kurzerhand wird die Hühnersuppe mit Knoblauch, Curry und Chili und Kokosmilch verfeinert (öhm, ernsthaft?): „Ich will für immer mit Dir kochen!“ ist eine schöne Popnummer, bei der man vor dem inneren Auge schon begeisterte Kinder im Publikum mitklatschen sieht. Texte wie „süß und trotzdem scharf, was ich nicht denken darf“, sind dann eher was für die Eltern.</p>
<p>Diese Mischung aus kinderkompatibler Handlung, mitreißenden Popsongs und Side Kicks, die auch die Erwachsenen zum Lachen bringen werden, versprechen gute Unterhaltung für die ganze Familie.</p>
<p>Von Familie wollen die beiden Protagonistinnen des zweiten Beitrags nichts wissen. Kira und Luna sind zwar Schwestern, „Bühnenschwestern“, doch sie stehen in permanenter Konkurrenz zueinander und sind auch vor Neid und Missgunst nicht gefeit, obwohl zwischen ihren Wirkungsstätten – Luna ist Chefdramaturgin in Wuppertal, Kira steht auf Musicalbühnen am Broadway – mehr als 6000 km liegen.</p>
<p>Tom van Hasselt bleibt sich treu und hat dieses Zwei-Personen-Stück ganz im Stil der 1920er Jahre komponiert. Dabei ist Charleston ein allgegenwärtiges musikalisches Motiv.</p>
<p>Mit Nini Stadlmann als Luna und Franziska Becker als Kira wurden zwei Darstellerinnen besetzt, die schon mehrfach eindrücklich unter Beweis gestellt haben, dass ihnen exzentrische, abgespannte Charaktere liegen. Entsprechend steht die Zickigkeit und der Egoismus bei beiden Grazien bei „Meine Schwester macht Theater“ im Vordergrund. Allein durch ihre Mimik und Gestik sorgen Stadlmann und Becker für Lacher.</p>
<p>Nach dem Tod der Mutter treffen sich die beiden ungleichen Schwestern und geraten zunächst direkt wieder aneinander. Kira ist völlig fertig und klagt ihrer Therapeuten-App „Shrinky“ ihr Leid. Vom Nervenzusammenbruch in Stakkato bis hin zum balladesken Heulkrampf ist alles dabei!</p>
<p>Luna verzweifelt parallel einmal mehr an ihren treulosen Schauspielern, die nicht zur Probe erschienen sind. „Tod dem alten weißen Mann“ klagt sinnbildlich den übermächtigen, rücksichtlosen Intendanten an. Kira hilft ihrer Schwester bei der Vervollständigung der fehlenden Songtexte. Am Schluss kommt heraus, dass der verhasste alte, weiße Mann der eigene Vater ist.</p>
<p>„Bühnenschwestern“ eröffnet beiden Darstellerinnen viele Gelegenheiten, unterschiedlichste Facetten von sich zu zeigen. Diese kurzweilige Geschichte macht sichtlich nicht nur dem Publikum Spaß!</p>
<p>Den Abend komplettiert „Eine Stimme für Deutschland“, das neueste Stück von Peter Lund (Buch &amp; Texte) und Thomas Zaufke (Musik). Es handelt von Alina Deutschmann (Neue Rechte) und Regula Hartmann-Hagenbeck (Grüne), die beide um das Amt der Bürgermeisterin konkurrieren.</p>
<p>Peter Lunds UdK-Studierende Veronika de Vries, Mascha Volmershausen und Joël Zupan zeigen in kurzen Ausschnitten die extremen Gefühlswelten der beiden Politikerinnen sowie die Härte des multimedialen Wahlkampfs, in dem scheinbar alle Mittel erlaubt sind.</p>
<p>De Vries macht als Regula Hartmann-Hagenbeck klar, dass sie mit dem Wahlkampf überfordert ist: Einerseits möchte sie unbedingt allen beweisen, dass sie ins Berliner Rathaus einziehen wird, andererseits hasst sie, was sie tut. Sie dreht innerlich durch, bittet ihre Wähler aber weiterhin und unermüdlich „grün“ zu wählen.</p>
<p>Dem gegenüber steht Alina Deutschmann (Joël Zupan), die die Medien und auch ihre Tochter Gerlind (Mascha Volmershausen) vollends im Griff hat. Jede ihrer Lügen wird noch weiter aufgebauscht („Ich kann kochen“): „Hass ist unser Zweck“ ist ein temporeiches Duett, dass nicht nur textlich für die Darsteller, sondern auch inhaltlich für die Zuschauer anspruchsvoll ist.</p>
<p>Hartmann-Hagenbecks Tochter möchte auch, dass ihre Mama die Wahl gewinnt, doch nicht um jeden Preis (so wie Gerlind, die in der Schule alle gegen sich aufgebracht hat und stolz darauf ist): „Trotzdem tut es weh, wenn die eigene Mutter lügt.“ De Vries bedauert die vielen falschen Entscheidungen, die sie aus politischem Ehrgeiz getroffen hat: Sie hat alles falsch gemacht und auch ihren Mann damit verjagt. Zupan kommt als Hartmann-Hagenbecks Mann zu diesem Duett dazu. Auch hier muss man genau zuhören, damit man die Tiefgründigkeit des Gesagten mitbekommt.</p>
<p>Peter Lund möchte sich über alles lustig machen dürfen, sagt er im folgenden Interview. „Eine Stimme für Deutschland“ ist überspitzt und macht vor nichts und niemandem Halt.</p>
<p>Das verspricht Unterhaltung, Wortwitz und Stoff für Diskussionen. Wenn alles gut geht, wird das Stück ab 5. Juni 2021 in der Neuköllner Oper gezeigt.</p>
<p>Die Schreib:maschine hat einmal mehr die ganze Bandbreite des zurzeit arg gebeutelten Genres Musical gezeigt. Umso schöner, dass durch den Live-Stream die Neugierde eines noch viel größeren Publikums geweckt werden konnte.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #0000ff;"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></span></a></em></span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Neuköllner Oper</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">28. März 2021</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Tom van Hasselt, </span><span style="color: #000080;">Christopher Dederichs, Sarah Matberg, Veit Schäfermeier und Frank Winkels,Nini Stadlmann, Franziska Becker,Veronika de Vries, Mascha Volmershausen, Joël Zupan </span><span style="color: #000080;"><br />
</span></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/die-schreibmaschine/">Die Schreib:maschine</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/historisches-geschehen-optisch-beeindruckend-aber-wenig-nachhaltig-inszeniert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 19:44:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Lichtenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Fiedler]]></category>
		<category><![CDATA[Bonifatius]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Winkels]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Fulda]]></category>
		<category><![CDATA[Judith Jandl]]></category>
		<category><![CDATA[Karsten Kenzel]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Brussmann]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Huber]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=2595</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt. 2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/historisches-geschehen-optisch-beeindruckend-aber-wenig-nachhaltig-inszeniert/">Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2600 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg" alt="" width="289" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg 289w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda.jpg 578w" sizes="(max-width: 289px) 100vw, 289px" />2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei sehr erfolgreiche Wiederaufnahmen sowie zwei mäßig lukrative Ausflüge nach Bremen und Erfurt.</p>
<p>Im Sommer 2019 wurde anlässlich des 1275. Stadtjubiläums eine allein schon nach Zahlen beeindruckende Neu-Inszenierung zur Aufführung gebracht: eine 56m breite Bühne vor dem Fuldaer Dom, 27 Darsteller inklusive Reinhard Brussmann in der Titelrolle, 130 Chormitglieder und ein mehr als 50-köpfiges Orchester unter der Leitung von Inga Hilsberg.</p>
<p>Die große angestellte Rundbühne ermöglicht auf allen 4.300 Plätzen eine gute Sicht auf das Geschehen. Warum jedoch auf den beiden riesigen Leinwänden lediglich Formen und Muster eingeblendet werden und die Gelegenheit verschenkt wird, das Geschehen auf der Bühne mit der Kamera zu begleiten und so intensiver für das Publikum zu machen, ist unverständlich.</p>
<p>Stefan Huber hat das Stück dramaturgisch komplett neu angelegt, während Martin auch viele Arrangements überarbeitet hat.</p>
<p>Leider fehlt es der neuen Fassung am Mystischen – sowohl in der Handlung als auch musikalisch. Vieles wird plakativer dargestellt und gefälliger intoniert, aber genau dadurch geht dem Stück sehr viel Charakter verloren.</p>
<p>Der „Codex Ragyndrudis“, in dem die wahre Geschichte des Bonifatius niedergeschrieben ist, wird aus dem Dom gestohlen. Die Protagonisten dieses Auftakthandlung erkennt man in der Folge auch allesamt in den historischen Szenen wieder.</p>
<p>Zeitsprung: Bruder Willibald soll die Chronik des berühmten Priesters schreiben und sucht seine Inspiration in ebendiesem Codex. Es wird geschildert, wie Bonifatius aus England über Frankreich nach Germanien kommt, um die weitgehend heidnische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren. Das Publikum erlebt die Feindschaft zwischen Radbod und Bonifatius, das sagenumwobene Fällen der Donareiche, den Neid des Mainzer Bischofs auf Bonifatius‘ Erfolg, den päpstlichen Segen für die Arbeit des Missionars und schlussendlich den durch eine Intrige herbeigeführten Tod.</p>
<p>Reinhard Brussmann hat die Titelrolle schon vor 15 Jahren verkörpert. Seine imposante Erscheinung und sein berührendes Spiel machen ihn zu einer idealen Besetzung für diese ehrwürdige historische Figur. Leider kann er in der besuchten Vorstellung gesanglich die Erwartungen nicht erfüllen, trifft hohe Partien nicht und kann lange Töne nicht halten. Dadurch verlieren Songs wie „Gib mir Kraft“ und „Ein Leben lang“ immens an Wirkung.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2599 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Friedrich Rau, seit Jahren fester Bestandteil der Fuldaer Inszenierungen der spotlight musicals GmbH, gibt Bonifatius‘ neugierigen Schüler Sturmius. Er spielt sehr sympathisch, kann Sturmius‘ Interesse am Christentum genauso glaubhaft über die Rampe bringen wie die Verliebtheit in Alrun und die daraus resultierenden Zweifel an seinem eigentlich geplanten Lebensweg. „Wenn das wirklich Liebe ist“ mit Alrun gehört zu den schönsten Songs des Abends. Auch das Requiem Abendrot nach Bonifatius’s Tod ist sehr gefühlvoll.</p>
<p>Besagte Alrun, die mit ihrem Bruder Luidger in Fulda lebt als Bonifatius mit seinem Gefolge dort eintrifft, wird von Judith Jandl gespielt. Da Sabrina Weckerlin ihr Engagement krankheitsbedingt nicht erfüllen konnte, stehen große Schuhe für Jandl bereit. Doch sie braucht sich nicht zu verstecken. Sie spielt burschikos und feminin und erreicht mit ihrer kraftvollen Rockröhre auch die letzte Reihe in vollem Umfang. „Wann trägt der Wind mich fort“ ist der Showstopper, den die „Bonifatius“-erfahrenen Zuschauer erwarten. Absolut beeindruckend!</p>
<p>Radbod und Gewilip, die beiden erklärten Widersacher Bonifatius‘, bleiben in der Neu-Inszenierung eher blass. Dabei sind Andreas Lichtenberger (Radbod) und Frank Winkels (Bischof Gewilip) nun beileibe nicht dafür bekannt, dass sie sich unter Wert verkaufen. Doch Radbod erscheint eigentlich nur in zwei Szenen und Gewilips nicht wirklich christlicher Lebenswandel ist im Vergleich zur Uraufführung sehr brav und angepasst.</p>
<p>Beide versuchen, das Beste aus den zusammengestrichenen Rollen zu machen, aber es bleibt bedauerlich, dass diese beiden durchaus spannenden Charaktere so wenig Gewicht erhalten haben.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2601 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nicht unerwähnt lassen sollte man Karsten Kenzel als Luidger und Anke Fiedler als Lioba. Beide haben starke Momente und bleiben in Erinnerung: Kenzel für Luidgers überzeugend dargebotene Treue zu Bonifatius und die Liebe zu dessen Schwester, Fiedler für ihre poppige Einlage, die doch sehr an „Sister Act“ erinnert. Der Song passt zwar nicht so recht zum Rest der Show, ist aber in sich stimmig und sorgt für gute Laune.</p>
<p>Okarina Peter hat über weite Strecken stilistisch treffsichere Kostüme erschaffen, warum sie jedoch die Bischofsroben von Gewilip <u>und</u> Bonifatius aus schillerndem Rotglitzerstoff geschneidert hat, ist fragwürdig.</p>
<p>Sehr gelungen dagegen ist die Einbindung der Domfassade als Projektionsfläche. Hier hat die Technikfirma „Satis&amp;Fy“ mit Timo Dentler (Bühnenbild) großartige Arbeit geleistet. Eine solche „Großkulisse“ lenkt gemeinhin vom Geschehen auf der Bühne ab. Dies ist auch hier der Fall, doch die Projektionen entschädigen dafür, dass die Leinwände am Bühnenportal weitgehend nutzlos bleiben.</p>
<p>Ein szenisch beeindruckender Effekt ist jedoch das Fällen der Donareiche. Hier greifen Bühne und Licht perfekt ineinander.</p>
<p>Insgesamt scheint es so als wollte man mit purer Masse (große Bühne, viele Menschen auf der Bühne, große „Hintergrundkulisse) diesem Musical zu mehr Intensität verhelfen. Doch manchmal ist weniger mehr.</p>
<p>„Bonifatius“ ist kein Massenmusical. Der misslungene Versuch, das Publikum bei „Das Salz der Erde“ zum Mitklatschen zu bewegen, zeigt, dass der Funke nicht überspringt. Auch der Chor, der trotz zahlreich vorhandener Möglichkeiten nur sehr dosiert und hintergründig zum Einsatz kommt, verfehlt so seine Wirkung.</p>
<p>„Bonifatius“ in seiner ursprünglichen Fassung hat für Gänsehaut und Tränen in den Augen gesorgt. Man hat mit den Protagonisten mitgelitten. Durch die leider eher an der Oberfläche bleibende Personenregie, wird auch hier Potential verschenkt und das Publikum strömt nach der Vorstellung, ohne groß berührt worden zu sein, in Scharen davon.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Domplatz Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 24. August 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Reinhard Brussmann, Friedrich Rau, Judith Jandl, Anke Fiedler, Andreas Lichtenberger, Frank Winkels, Karsten Kenzel</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik: </span></strong>Stefan Huber / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> spotlight musicals GmbH<br />
</span></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/historisches-geschehen-optisch-beeindruckend-aber-wenig-nachhaltig-inszeniert/">Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Selten ist Maury Yestons musikalischer Luxusliner so stilvoll untergegangen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/selten-ist-maury-yestons-musikalischer-luxusliner-so-stilvoll-untergegangen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 21:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2017]]></category>
		<category><![CDATA[Alen Hodzovic]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Bongard]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Hersfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Rothacker]]></category>
		<category><![CDATA[David Arnsperger]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Winkels]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriela Ryffel]]></category>
		<category><![CDATA[Kristin Hölck]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Schlung]]></category>
		<category><![CDATA[Maury Yeston]]></category>
		<category><![CDATA[Melanie Gebhard]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Flöth]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftsruine]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Dreves]]></category>
		<category><![CDATA[Veronika Hörmann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.musicals-online.com/?p=2053</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bad Hersfeld überzeugt Jahr um Jahr durch herausragende Musicalproduktionen. Hierbei bleiben mal die Kulissen, mal opulente Kostüme, mal die exzellente Besetzung und dann wieder das großartige Orchester im Gedächtnis haften. Bei der diesjährigen Produktion von „Titanic“ sind es Wertschätzung und Stil, die sich wie ein roter Faden durch Stefan Hubers Inszenierung ziehen und sie besonders ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/selten-ist-maury-yestons-musikalischer-luxusliner-so-stilvoll-untergegangen/">Selten ist Maury Yestons musikalischer Luxusliner so stilvoll untergegangen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bad Hersfeld überzeugt Jahr um Jahr durch herausragende Musicalproduktionen. Hierbei bleiben mal die Kulissen, mal opulente Kostüme, mal die exzellente Besetzung und dann wieder das großartige Orchester im Gedächtnis haften. Bei der diesjährigen Produktion von „Titanic“ sind es Wertschätzung und Stil, die sich wie ein roter Faden durch Stefan Hubers Inszenierung ziehen und sie besonders machen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2066 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-13.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Timo Dentler und Okarina Peter (Bühne) sowie Susanne Hubrich (Kostüme) haben sich hinsichtlich des Farbspektrums von Kulissen und Kostümen lediglich an Schwarz-, Grau- und Weißtönen orientiert. Einzig der Kapitän und die Offiziere tragen sehr dunkelblaue Uniformen. Diese durch die Kontraste zwischen hell und dunkel ganz und gar nicht triste Farbwelt ist bei weitem nicht so deprimierend wie es scheint.</p>
<p>Die sieben jeweils dreistöckigen Buchstaben, die mit ihrem Etagen und Metallgerüsten die Decks der Titanic vortrefflich symbolisieren, schüchtern durch ihre bloße Größe ein. Man könnte auch sagen, sie wirken erhaben, fast schon majestätisch. Die Einamkeit der Besatzung auf Brücke und im Krähennest wird hiermit nur allzu klar. Zwischen den beiden großen Steinsäulen in der Mitte der Stiftsruinenbühne ist eine Brücke an Ketten aufgehängt, mit der sich die spätere Schräglage des Ozeanriesen nachdrücklich unterstreichen lässt.</p>
<p>Diese Bühnenelemente werden im Laufe des Stücks unzählige Male hin und her bewegt, gedreht oder auf der Seitenbühne versteckt. Darüber hinaus gibt es nur noch wenige Kleinkulissen wie Tische und Stücke, die insbesondere dann eine tragende (bzw. schwimmende) Rolle erhalten, wenn sie beim Untergang der Titanic auf der steil ansteigenden Hinterbühne zusammen mit den ertrinkenden Passieren durcheinander purzeln und so das blanke Chaos hinterlassen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2065 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-8.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />So stilvoll und unaufdringlich wie die Bühne sind auch die Kostüme. Natürlich trägt die 1. Klasse reich bestickte und glänzende Stoff in einem warmen, eleganten Elfenbeinton. Die 2. Klasse hat Hubrich in alltagstaugliche hellgraue Kleider und Anzüge gesteckt, deren Schnitte aber durchaus etwas Elegantes haben. Die 3. Klasse ist in ihren teilweise dreckigen, zerschlissenen Kleidern in dunkelgrau und schwarz eindeutig als mittellos zu identifizieren. Die wenigen Akzente sind punktgenau und gekonnt gesetzt. Toll, wenn schon in diesen Bereichen sichtbar wird, dass sich jemand grundlegende Gedanken über ein Stück gemacht hat.</p>
<p>Christoph Wohlleben und sein Orchester haben das große Vergnügen, Maury Yestons raumgreifende, gefühlvolle Kompositionen zu intonieren. Dies gelingt ihnen über weite Strecken ganz hervorragend. Schon die ersten Noten der Ouvertüre und das genüssliche Anschwellen des Klangvolumens sorgen für Gänsehaut. Jeder in der Stiftsruine spürt: Das hier ist kein oberflächliches, leicht verdauliches Musical. Schon allein die Musik ist so vielseitig und anspruchsvoll, dass jeder Zuschauer leicht nachvollziehen kann, warum „Titanic“ 1997 Tony Awards für die ‚Beste Originalmusik’, das ‚Beste Musicallibretto’ sowie die ‚Beste Orchestrierung’ bekam. Zudem wurde das Stück von Peter Stone (Buch) und Maury Yeston (Musik) noch als ‚Bestes Musical’ und für das ‚Beste Bühnenbild’ ausgezeichnet. Das alles ist mehr als 20 Jahre her und doch kann „Titanic“ auch 2017 – in dieser Bad Hersfelder Fassung &#8211; vollends überzeugen.</p>
<p>Wohlleben treibt seine Musiker deutlich hör- und sichtbar an. Ja, das Tempo von Yestons Kompositionen ist hoch und bei einigen Passagen „trödeln“ ein paar Musiker etwas. Zufrieden ist Wohlleben an diesem Tag nicht – das sieht man ihm auch noch beim Schlussapplaus an. Doch für den geneigten Musicalbesucher sind diese Tempoabweichungen marginal, ist er doch gefangen von den Schicksalen auf dem Schiff.</p>
<p>Wenn die „Titanic“ dann endlich in See sticht („Gute Fahrt“) und hierzu die Buchstaben zum ersten Mal in Gänze vor dem Publikum stehen, erleben die Zuschauer das perfekte Zusammenspiel von Bühne, Darstellern und Orchester. Auf der Bühne ist abstrakt zu erkennen, was für eine beeindruckende Konstruktion den Hafen von Southampton verlässt, die Darsteller erzählen ihre Motive, Wünsche und Träume für ihre Reise mit viel Gefühl und das Orchester lässt die sich schneller drehenden Schiffsschrauben fast spürbar werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2068 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-15.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />David Arnsperger gibt den Heizer Barrett vielleicht etwas zu glatt. Der sonst eher raubeinige Heizer ist in Bad Hersfeld sehr lyrisch. Arnsperger hat eine wunderschöne Stimme und singt seine Soli glasklar, daran gibt es keinen Zweifel. Doch an der ein oder anderen Stelle hätte etwas „Dreck in der Stimme“ der Figur Barrett sicherlich nicht geschadet.</p>
<p>Das Duett von Barrett und Funker Bride (Andreas Bongard) ist sehr gelungen und emotional – wenn auch auf komplett unterschiedlichen Ebenen. Die beiden Herren passen stimmlich sehr gut zusammen.</p>
<p>Ebenfalls wunderschön und ebenfalls wesentlich weniger exzentrisch als in anderen Inszenierungen ist das Trio der drei irischen Kates. „In Amerika“ ist jugendlich, frisch und voll weiblichem Charme. Gabriela Ryffel, Melanie Gebhard und Veronika Hörmann ergänzen sich sehr gut und verkörpern ihre Rollen sehr sympathisch und nahbar.</p>
<p>Die unaufgeregte Handschrift Hubers in der Personenregie zeigt sich auch in der Figur der Alice Beane. Kristin Hölck spielt die willensstarke, eigensinnige und geltungssüchtige Zweite-Klasse-Passagierin glaubwürdig und nicht so extrem. Dass ihr stimmlich so schnell niemand etwas vormacht, wird auch in Bad Hersfeld einmal mehr klar.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2064 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-7.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Michael Flöth hat den glücklosen Kapitän E. J. Smith bereits bei der Deutschlandpremiere 2002/2003 in Hamburg gespielt. Auch nach 15 Jahren ist er die unangefochtene Respektsperson der Inszenierung. Seine Offiziere &#8211; Jörg Neubauer als 1. Offizier Murdoch, Jürgen Strohschein als 2. Offizier Lightoller und Dominik Büttner als 3. Offizier Pitman – kommen ebenfalls sehr authentisch über die Rampe. Insbesondere Neubauer kann mit seinem Solo punkten, in dem er mit den Verpflichtungen eines Kapitäns hadert.</p>
<p>Nicht vergessen sollte man Alen Hodzovic, der als Schiffskonstrukteur Andrews zu jeder Zeit genau über das Können des Schiffs und die Auswirkungen der Schäden Bescheid weiß. Er gibt den Ingenieur souverän und clever. Als er kurz vor dem Untergang erkennt, dass ein kurzer Strich im Konstruktionsplan die Schotten um ein Deck erhöht und damit das Unglück somit hätte verhindern werden können, ist seine Verzweiflung spürbar. „Mr. Andrews’ Vision“ intoniert er sehr wandelbar, wobei er in der „Schuldfrage“-Szene mit dem Kapitän und Bruce Ismay noch glaubwürdiger wirkt.</p>
<p>Apropos Ismay, Frank Winkels spielt den unsympathischen Reederei-Direktor treffsicher überheblich und unsympathisch. Dass sich dieser windige, feige Kerl kurz vor dem Untergang von Bord geschlichen hat, nimmt man Winkels fast persönlich übel.</p>
<p>Der dramaturgisch gelungene Aufbau hin zum Finale des 1. Akts, dem Rammen des Eisbergs, bei dem am Ende das „A“ in der Mitte zerbricht und Treppen ins Nirgendwo führen, ist einmal mehr ein gelungener Kniff von Stefan Huber.</p>
<p>Wenn im 2. Akt die teilweise doch sehr leichtgläubigen Passagiere vom 1. Klasse Steward Henry Etches (von Mathias Schlung mit der idealen Mischung aus Untergebenheit und Selbstbewusstsein gespielt) aus ihren Kabinen geholt werden, ist die Drei-Klassen-Gesellschaft dank der Etagenkonstruktion visuell wieder exzellent dargestellt.</p>
<p>Das Ausbooten ist chaotisch und laut, doch dann wird es ganz ruhig.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2067 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/08/Titanic-by-Stephan-Drewianka-Web-14.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ida und Isidor Strauss (Christine Rothacker und Uwe Dreves) stehen auf der Brücke hoch über den Köpfen der Zuschauer und verbringen ihre letzten Momente gemeinsam und voller Liebe und Zuneigung füreinander. Auch in Bad Hersfeld rührt dieses süße alte Ehepaar zu Tränen.</p>
<p>Nachdem die Titanic im schwarzen Atlantik versunken ist und die Bühne zeitweilig komplett geräumt wurde, kommen nach und nach die Überlebenden an den Bühnenrand. Dass sie ihre Trauer vor den im Hintergrund liegenden Ertrunkenen zum Ausdruck bringen, erhöht die ohnehin schon große Anspannung beim Publikum.</p>
<p>„Titanic“ ist keine Gute-Laune-Show, auch wenn es Szenen wie „Ragtime“ (von Melissa King sehr stimmig und wenig exzentrisch choreographiert) gibt. Doch das Publikum lässt seiner Begeisterung für diesen so schnörkellos inszenierten Stoff freie Bahn und steht schon wenige Sekunden nachdem der letzte Ton verhallt ist auf, um den Künstler stehende Ovationen zu spenden.</p>
<p>Maury Yestons mitreißende Kompositionen verfehlen ihre Wirkung nicht. Stefan Huber hat zudem die Produktion so angelegt, dass Musik, Darsteller und Bühne nicht wie so oft in Konkurrenz zueinander treten, sondern ein überaus stillvolles, harmonisches Ganzes bilden, wie man es heutzutage doch eher selten sieht. Schlichtweg wunderbar!</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stiftsruine, Bad Hersfeld</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 6. August 2017</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong></span></span><span style="color: #000080;"> Michael Flöth, Frank Winkels, Alen Hodzovic, David Arnsperger, Gabriela Ryffel, Melanie Gebhard, Veronika Hörmann, Andreas Bongard, Mathias Schlung, Kristin Hölck, Christine Rothacker, Uwe Dreves</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Maury Yeston / Stefan Huber</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stephan Drewianka, musical-world.de<br />
</span></div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/selten-ist-maury-yestons-musikalischer-luxusliner-so-stilvoll-untergegangen/">Selten ist Maury Yestons musikalischer Luxusliner so stilvoll untergegangen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
